Bücher mit dem Tag "justizirrtum"
24 Bücher
- Kathinka Engel
Finde mich. Jetzt
(512)Aktuelle Rezension von: Chiara_M_Mal etwas anderes
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Die Reihe erzählt in jedem Band von einem anderen Pärchen einer „Freundesgruppe“.
In diesem ersten Band geht es um Tamsin und Rhys. Sie, aus wohlhabenden Haus, die gegen ihre Eltern rebelliert und einen Neuanfang wagt. Er, der seine Jugend unschuldig im Gefängnis verbracht hat und nun seine Platz finden muss.
Das ist die Ausgangslage, aber es geht um so viel mehr. Die Geschichte wird von Kapitel zu Kapitel immer größer und ich habe das Buch verschlungen.
Wirklich gute Dialoge, eine nachvollziehbare Charakterentwicklung und ein heimeliges Setting.
- John Grisham
Die Wächter
(81)Aktuelle Rezension von: mattderEs geht eine mengenmäßige Ordination und ihre Arbeit. Ein Mann werde der Anwalt war und aufgehört hat. Der Arbeitet jetzt für Organisation. Es ist schon krass was für fehl urteile in den USA gefällt werden, auf welchen Grundlagen. Was Experten zur Rate gezogen werden. Das ist echt spannenden zu lesen. War nicht der Letzte Roman von John Grisham.
- John Katzenbach
Der Sumpf
(82)Aktuelle Rezension von: mario70Stark zu Beginn, fesseld einen beim Lesen und man will mehr von diesem Autor. Leider geht das ab gut der Hälfte verloren.
Schade. Ich war am Anfang begeistert von dem Buch.
Ich werd wohl bei S. Beckett oder S. King bleiben.
- Ruth Ware
Das College
(177)Aktuelle Rezension von: ManikoDurch die erste Hälfte habe ich mich etwas durchkämpfen müssen, danach wurde es besser, aber leider auch nicht wirklich spannender. Gut gefiel mir die Unterteilung in ein Davor und Danach (vor und nach dem Mord am College) und auch der Schreibstil der Autorin.
Die Beschreibung der Personen und auch die Beziehungen dieser untereinander blieben dagegen merkwürdig oberflächlich und Spannung kam auch nicht auf. In der zweiten Hälfte wurde es besser, aver auch nicht wirklich spannender. Mich hat das Buch nicht mitgenommen und ich habe mehrmals überlegt, einfach abzubrechen hen.
- Anne Holt
In kalter Absicht
(107)Aktuelle Rezension von: supersusiIn Oslo verschwinden kleine Kinder. Hauptkommissar Yngvar Stubo ermittelt und versucht, die Hilfe von Inger Jahanne Vik zu bekommen. Sie ist Universitätsdozentin und hat keinerlei Interesse daran, als Profilerin aufzutreten. Im Gegenteil. Sie hat sowas noch nie gemacht und ist mit ihrer Forschungsarbeit, ihrer entwicklungsverzögerten Tochter voll ausgelastet. Außerdem kommt sie der Bitte einer alten Dame nach, die sich wünscht, dass ein alter Fall aufgeklärt wird. Vor 40 Jahren ist ein kleines Mädchen umgebracht worden und sie glaubt, dass ein Unschuldiger dafür eingesessen hat. Als sie damals selbst Nachforschungen angestrengt hat, wurde der Verurteilte klammheimlich entlassen und alle Akten verschwanden. Inger soll nun versuchen, ihn zu finden.
Trotz mehrfacher Absagen lässt Yngvar nicht locker. Er ist überzeugt, dass man verstehen muß, wie der Täter tickt, um die Kinder zu finden. Und so kreuzt er ab und zu einfach bei Inger zuhause auf.
Das Buch ist so richtig spannend und die Figuren sehr sympathisch. Kaum hatte ich diesen Pageturner durch, wollte ich noch mehr davon lesen. Es ist flüssig geschrieben und hat viele überraschende Wendungen, so dass einem die Luft wegbleibt und man das Buch erstmal weglegen muß, um das sacken zu lassen, bevor man weiterliest. Also genau mein Geschmack.
Ein super spannender Thriller. Werde mehr von der Autorin lesen.
- John Grisham
Das Geständnis
(156)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderEs ist ein bitter kalter Tag, als Reverend Keith Schroeder Besuch bekommt. Travis Boyette bittet ihn um ein Gespräch und was Keith da erfährt, verändert sein Leben. Vor vielen Jahren hat Travis ein junges Mädchen entführt, mehrmals vergewaltigt und dann ermordet und vergraben. Verurteilt wurde er deswegen nie, aber ein anderer! Der Afroamerikaner Donté Drumm wurde nach einem Geständnis verurteilt und wartet seit über neun Jahren in der Todeszelle auf die Hinrichtung. Keith bittet den an einem Gehirntumor leidenden Travis die Wahrheit zu sagen und eine Hinrichtung zu vermeiden, aber der kranke Mann zögert. Während dessen wird Donté auf seine Hinrichtung vorbereitet und sein Anwalt arbeitet auf Hochtouren für eine Verschiebung und seine Familie ist in heller Aufregung. Die Mutter des Opfers trauert wie immer medienwirksam und lässt sich von Kameras begleiten. Keith überredet Travis die Wahrheit zu sagen, aber die Hinrichtung ist beschlossen und der Termin steht. Ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen die Mühlen der Justiz und für die Gerechtigkeit beginnt. Wie kein anderer versteht es John Grisham einen zu fesseln. Die unterschiedlichen Ebenen des Buches, die verschiedenen Blickwinkel und die massiven Fehler im Rechtssystem lassen uns Leser staunen, zornig werden und einfach mitfiebern. John Grisham entfacht die Diskussion über die Todesstrafe erneut und bietet mit seinem Thriller politischen Sprengstoff. Bestseller!
- Michelle Raven
Crossroads - Ohne Ausweg
(31)Aktuelle Rezension von: AlisonDamian Thomas wurde nach dem Mord an seiner ehemaligen Freundin Bella zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Nach einem Unfall mit dem Gefangenentransporter kann er fliehen und ist nun auf der Flucht. Er versucht seine Unschuld zu beweisen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Dabei bekommt er unerwartete Hilfe von seinem Anwalt Clive Prescott und der FBI-Agentin Valerie Hayes. Doch kurz nach seinem Treffen mit Prescott, wird dieser tödlich angegriffen und auch auf Valerie erfolgt ein Anschlag. Doch damit beginnt erst die Hetzjagd auf Valerie und Damon. Doch wer sollte einen Grund haben, die Beiden zum Schweigen zu bringen?
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut und die Geschichte liest sich so von selbst. Die Agentin ist taff und verfolgt weiter das Ziel, die Wahrheit herauszubekommen, obwohl ihr Boss ihr dies untersagt.
Damon will nicht aufgeben, aber ihm bleiben kaum noch Mittel um seine Unschuld zu beweisen. Umso mehr freut er sich über die Unterstützung von Valerie, die er so dringend benötigt.
Beide Charaktere sind starke Denker, was mir in manchen Situationen schon ein wenig zu langatmig war, da es der Geschichte mehr geschadet, als genützt hat.
- Patrick Burow
Tödlicher Irrtum
(60)Aktuelle Rezension von: webschreck_ostsee_Die 9-jährige Nele ist wütend auf Hasan, den Freund ihrer Mutter, der ihr gar nichts zu sagen hat. Weinend verlässt sie die Wohnung auf dem Weg zur Schule. Im dichten Nebel konnte sie nicht viel erkennen. Ihr Schulweg führte an einem Friedhof vorbei und kurz vor der Schule sah sie einen weißen Lieferwagen. Vor ihm stand ein Mann, der ihr unheimlich war, aber sie wollte keine Angst zeigen. Nele verschwand im Nebel des Morgens. Jan Virchow ist Jura-Student und gab zu, Nele entführt zu haben. Er führte die Polizei zum Tatort, wo er behauptete, die Leiche verbrannt zu haben. Abhängig von Medikamenten, legte er sein Geständnis in der Psychiatrie ab und widerruf es später. In Hamburg wurde ein Institut für Justizirrtümer gegründet. Die Studenten Saskia und Florian stießen auf Ungereimtheiten. Der geständige Jurastudent, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, hatte ein Alibi und war medikamentenabhängig. Saskia und Florian nahmen die Herausforderung mit Hilfe ihres Professors an und scheuten keine Mühen, um die Wahrheit herauszufinden.
Was ist mit Nele geschehen? Sitzt der Jurastudent zu Unrecht lebenslang in Haft in der Psychiatrie? Oder finden Saskia und Florian heraus, dass das Alibi nicht stimmt?
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Das Buch beginnt gruselig und spannend. Ein unschöner Medienbericht über den saufenden Professor Heckscher führte zur Gründung des Instituts für Irrtümer, um ihn von den anderen Studenten fernzuhalten. Der Autor hat sich viele Gedanken über die Handlungen der einzelnen Protagonisten gemacht und sie in spannender Form niedergeschrieben. Kapitel für Kapitel liest man flüssig und leicht verständlich und lässt sich vom Buch mitreißen.
Tödlicher Irrtum und tödliche Schönheit können unabhängig voneinander gelesen werden.
Ich vergebe
5/5 ⭐️ und 1 💫
- Tayari Jones
In guten wie in schlechten Tagen
(28)Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutterOkay, Weihnachten begehe ich also mit einem Abbruch. Wie immer wollte ich dieses Buch gerne mögen. Doch schon nach 50 Seiten habe ich festgestellt, dass das nichts wird. Ich versuche jetzt mal zu analysieren warum
Celestial und Roy sind jung verheiratet. Dass sie aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen, steht ihrer Liebe nicht im Weg. Nach einem Besuch bei seinen Eltern übernachten sie in einem Motel. Dort werden sie aus ihrem Betten gezerrt, denn Roy wird verhaftet. Ihm wird eine Gewalttatat vorgeworfen, die er nicht begangen hat. Doch die Geschworenen sind gegen ihn und so wird er zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Die Hautfarbe der beiden ist schwarz!
Das Buch ist in drei Teile geteilt und wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Dabei ist Roys Erzählstil, etwas flapsiger als der von Celestial. Ich habe gesehen, dass später auch noch andere Personen erzählen werden. Im wahren Kern scheint es, um die räumliche Trennung der beiden nach dem Urteilsspruch zu gehen. Grundthemen sind Rassismus, Entfremdung und Klassenunterschiede.
Während die Gegenwart erzählt wird, finden gleichzeitig Rückblicke statt. Ich kann euch nicht genau sagen, warum, aber ich fand besonders die sehr ermüdend. Das liegt sicherlich nicht am Inhalt, sondern am Erzählton, den ich nicht wirklich zu packen kriege, der aber immer wieder dazu geführt hat, dass meine Gedanken abschweifen. Ich habe darüber nachgedacht, ob es vielleicht an mir selber liegt, dass ich mich nicht wirklich konzentrieren kann oder etwas anderes brauche. Das mag sein. Aber ich finde einfach nicht in das Buch und es zieht mich auch nicht wirklich hin. Also breche ich es ab und lasse es jemand anderen glücklich machen.
Vielleicht ein Buch, dass mich zur falschen Zeit erwischt. Probiert es am besten selber aus. Ich empfehle also eine Leseprobe!
- Wolfgang Kaes
Bitter Lemon
(24)Aktuelle Rezension von: NicolePNach zwölf Jahren wird Zoran Zerkov aus dem Gefängnis entlassen. Zusammen mit einer Journalistin konnte er nach all der Zeit seine Unschuld beweisen. Als Zerkov das Gefängnisgebäude verlässt, verschwindet er vor den Augen der herbestellten Journalisten auf einem Motorrad. Zuvor jedoch schwört er, Rache zu nehmen. Bald darauf sterben die ersten Menschen, die eine Verbindung zu Zerdov und seinem Fall haben. Der Ex-Polizist David Manthey ist ein Jugendfreund von Zerkov und kann sich nicht vorstellen, dass dieser die Morde begangen hat.
Zoran Zerkov und David Manthey sind zwei interessante Charaktere. Bis vor zwanzig Jahren waren sie Freunde, doch diese Freundschaft zerbrach. Woran stellt sich im Laufe der Geschichte heraus. Nach all dieser Zeit soll Manthey seinen ehemaligen Polizeikollegen helfen, Zerkov zu finden. Manthey begibt sich jedoch alleine auf die Suche nach seinem alten Freund.
In „Bitter Lemon“ erwarten den Leser viele spannende Figuren, wobei manche etwas besser hätten ausgearbeitet sein können. Die Spannung steigt von Seite zu Seite, und zusammen mit einem guten Finale bietet dieses Buch Lesevergnügen pur. Autor Wolfgang Kaes findet die richtigen Worte, um Begebenheiten zu beschreiben, und erreicht den Leser damit. Nur langsam kommt ans Licht, welches Ziel Zerkov verfolgt.
In diesem Buch wird ein ernstes Thema angesprochen, welches im Alltag der Menschen kaum eine Rolle spielt und doch sehr lukrativ ist. Interessant ist auch, wer darin alles verstrickt ist. Da dieses Thema jedoch nicht in aller Ausführlichkeit beschrieben wird, lässt der Thriller genug Raum für eigene Vorstellungen.
„Bitter Lemon“ ist ein sehr guter Thriller, der trotz seines ernsten Themas viel Lesevergnügen zu bieten hat. - Joe Bausch
Gangsterblues
(101)Aktuelle Rezension von: MissRose1989Zwölf Geschichten über 12 Menschen in einem der härtesten Gefängnisse Deutschland und ein Arzt, der nicht nur mit seiner Arbeit sehr ernst nimmt, sondern auch versucht, die Menschen, die vor ihm sitzen, nicht nur als Verbrecher zu sehen sondern als Menschen mit Vergangenheit, die seine ärztliche Hilfe benötigen. Das betont Joe Bausch auch immer wieder in dem Buch.
Ein guter Einblick in den Alltag einer deutschen Justizanstalt, erzählt durch einen der bekanntesten Gefängnisärzte und Schauspieler Deutschlands - Joe Bausch.
Seine Art des Erzählens sollte man schon mögen, weil sie ist sehr lebensnah und manchmal auch etwas schonungslos, aber so ist auch der Alltag in einer Justizvollzugsanstalt.
Ein Buch, was fesselt, aber auch nachdenklich macht, weil Verbrecher ist eben nicht gleich Verbrecher und das zeigt sich in den 12 Geschichten sehr gut.
Absolut empfehlenswert, nicht nur für True Crime Fans sondern auch für alle, die sich für den Alltag im Knast oder auch für spannende Biografien interessieren.
- Sabrina Bombarde
Nie wieder ohne dich
(9)Aktuelle Rezension von: hexegilaNie wieder ohne dich
Sabrina Bombarde
Schon der Titel ging mir nahe und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte wollte ich diese Geschichte unbedingt lesen.
Es geht hier um Sabrina und Yoan ,deren kleine Tochter plötzlich Schwellungen im Gesicht bekommt. Im Krankenhaus werden sie beschuldigt, das sie die kleine Louna mißhandeln würden.
Sie wird ihnen weggenommen und der Kampf um das Kind beginnt , weil niemand glauben will, das es sich um eine genetische Erkrankung handelt, die sie von ihrer Mutter geerbt hat.
Die Story ist sehr berührend und man leidet mit den Protagonisten mit.
Hier zeigt sich wieder einmal wie mühsam es ist gegen Bürokraten Wahnsinn anzukämpfen.
Danke an Netgally und dem zuständigen Verlag für die Bereitstellung dieses EBooks.
Meine eigene Meinung wurde dadurch in keinster Weise beeinflusst
Dieses Buch kann ich nur empfehlen und 5 ☆☆☆☆☆ Sterne vergeben - Romy Fölck
Nebelopfer
(156)Aktuelle Rezension von: LeylascrapFrida bekommt es mit einem neuen Fall zu tun. Aber diesmal hat sie nicht voll ihren geliebten Kollegen Haverkorn an der Seite. Sondern bekommt einen ganz neuen Kollegen an ihre Seite. Anfangs findet sie das nicht so gut, aber nach und nach grooven sie sich ein. Schließlich müssen sie es auch um den schwierigen Fall zu lösen, der es wieder voll in sich hat.
Jemand mordet und hinterlässt Nachrichten, dass sie damals falsch ausgesagt haben und somit ihre gerechte Strafe erhalten. Doch haben sie wirklich gelogen in einem bestimmten alten Fall oder ist es eine Finte? Dies heißt es heraus zu finden.
Wieder einmal ein sehr spannender Krimi von Romy Fölck. DIese Reihe hat mich bisher nicht enttäuscht. Ordentlich Spannung, gute Protagonisten und einfach gute Geschichten.
- Kazuaki Takano
13 Stufen
(9)Aktuelle Rezension von: Irve„Nachdem sie sich vor dem Gefängnispersonal verneigt hatten, wussten beide nicht so recht, wie es nun weitergehen sollte. In den letzten Jahren war ihr Leben so stark von Regeln bestimmt gewesen, bis hin zu der Vorschrift, in welche Richtung sie zu blicken hatten, dass sie diese nicht ohne Weiteres ablegen konnten.“
Von „Extinction“ war ich sehr begeistert, daher horchte ich auf als ich hörte, als ein weiteres Buch des Autors auf dem deutschen Markt erschienen ist. „13 Stufen“ ist jedoch nicht das zweite Buch Takanos sondern sein Erstlingswerk. So war ich doppelt überrascht, wie es mir gefallen würde, denn zudem reizte mich das zentrale Thema des Thrillers , die Todesstrafe, sehr. In Deutschland wurde sie nach meinen Recherchen im Jahre 1949 abgeschafft, sodass dieses Strafmaß für die meisten Leser und Hörer des Buches eher theoretischer Natur ist, was es für mich umso interessanter machte.
Denn hier lernen wir Kandidaten im Todestrakt kennen, ihr Leben, ihre Behandlung durch das Gefängnispersonal, das komplizierte Regelwerk, dem die Gefangenen ausgeliefert sind, die 13 Stufen bis zur Hinrichtung. Dem Autor gelingt es großartig, die Stimmungsvielfalt einzufangen. (Die Rezension ist meinem Bücherblog "Irve liest" entnommen.) Einen der Insassen, Jun’ichi, begleiten wir weiterhin – auch über seine überraschende Freilassung hinaus und begreifen, dass es mit dem Verlassen dieser Todestreppe längst nicht getan ist. Denn es warten andere Stufen auf diese Menschen. Viele Steine liegen auf dem Weg der Freigelassenen. Theorie und Praxis ihrer wiedererlangten Freiheit klaffen weit auseinander. Nicht nur ihr von den Gefängniszwängen geprägte Inneres, auch das komplizierte Regelwerk der äußeren Umstände lassen die Rückkehr in die Gesellschaft und das Leben zu einem gefährlichen, bisweilen atemlosen Ritt auf der Rasierklinge werden. Der Grat des Wandelns ist äußerst schmal.
Für Jun’ichi wird dieser Grat noch etwas gefährlicher. Zusätzlich zu den Schwierigkeiten, seinen neuen Platz in der Welt zu finden, bekommt er über seinen einstigen Gefängnisaufseher Kihara einen lukrativen Auftrag angeboten. Gemeinsam wollen die beiden Männer eine schier unlösbare Aufgabe bewältigen. Sie müssen einen Mörder finden, um so den für das Verbrechen unschuldig Verurteilten vor der Hinrichtung zu bewahren.
Was zunächst als lebhafte, eindringliche Schilderung des Themas Todesstrafe beginnt, mündet schließlich in einen atemberaubenden Thriller, der sich indirekt ebenfalls um die 13 Stufen der Hinrichtung dreht. So bekommt man neben einer großen Portion Spannung, Entsetzen und unerwarteter Wenden auch einen vielseitigen, intensiven Blick auf das Thema. Egal, wie man zur Todesstrafe steht, hier erhält man unzählige Ansatzpunkte um darüber nachzudenken. Darf sich der Mensch das Recht herausnehmen, einem anderen das Leben zu nehmen? Wie schwer muss das Vergehen sein, um es mit dem Tätertod aufwiegen zu können oder zu dürfen? Wie sicher kann man Verbrechen nachweisen? Ist wirklich der beste Beweis Beweis genug?
„13 Stufen“ ist kein leichter Tobak. Man kann das Buch als spannenden, gesellschaftskritischen Thriller lesen und dann zuklappen, oder man kann sich auf den Inhalt einlassen, ihn wirken und die eigenen Gedanken tanzen lassen. Sehr begeisterten mich neben dem flüssigen Stil, der intensiven Atmosphäre und dem klugen, schlüssigen konstruiertem Aufbau auch die Ausarbeitung der Charakter.
Sascha Rotermund hat sowohl den Stimmungs- als auch den Spannungsbögen großartig umgesetzt. Man kann seine Betroffenheit ebenso wie andere Empfindungen spüren, die er überzeugend an den Hörer weitergibt.
Interessante Einblicke in die japanische Kultur sind treffgenau verwoben mit einem spannenden Thriller, darüber hängt allzeit drohend das Damoklesschwert der Todesstrafe.
Von mir gibt eine klare Empfehlung für das Buch!Weitere Rezensionen findet ihr bei:
Monerls bunte Welt
KeJas Blogbuch
BuchweltenInhalt
Das Erstlingswerk von Kazuaki Takano, der mit „Extinction“ weltberühmt wurde.
Ein unschuldig wegen Mordes zum Tod Verurteilter soll hingerichtet werden. Der ehemalige Gefängnisaufseher Kihara und der auf Bewährung entlassene Jun’ichi erhalten den Auftrag, den wahren Täter zu finden. Für das ungleiche Ermittlerduo beginnt damit nicht nur ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit, sondern beide müssen sich auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.
Bestsellerautor Kazuaki Takano erzählt eine fesselnde Geschichte voller unerwarteter Wendungen und falscher Fährten bis hin zum furiosen Showdown.Autor
Kazuaki Takano, geb. 1964 in Tokio, arbeitet in Hollywood und Japan als Drehbuchautor. Für seine Romane erhielt er renommierte Preise. »Extinction« stand in Japan monatelang auf den Bestsellerlisten und wurde u.a. als bester Thriller des Jahres ausgezeichnet.Sprecher
Sascha Rotermund, Jahrgang 1974, studierte Schauspiel in Hannover. Es folgten zahlreiche Engagements an Theatern von Bremen bis Berlin. Seit 2003 ist Sascha Rotermund außerdem ein gefragter Hörbuchinterpret und Synchronsprecher und lieh seine Stimme u. a. Joaquin Phoenix, Christian Bale, sowie Benedict Cumberbatch in „Star Trek – Into Darkness“. Für den Hörverlag las er zuletzt die Titel „Die 27ste Stadt“, „Die Korrekturen“ und „Unschuld“ von Jonathan Franzen, sowie „Extinction“ von Kazuaki Takano.
Quelle: RandomHouse - Sibylle Tamin
Das Böse von nebenan
(6)Aktuelle Rezension von: WortklauberEs gibt ein – der reinen Anzahl an Publikationen nach zu urteilen – sehr erfolgreiches Genre, wahre Kriminalfälle abzubilden: die True Crime. Nicht nur in der Literatur, sondern auch in Film und Fernsehen. Oft genug haben diese Bücher reißerische Titel und berichten auch genau davon: Von den grauenhaftesten aller grauenhaften Taten, die man sich vorstellen kann. Wenn das im Vordergrund steht, ist der Thrill zwar da, aber an der Umsetzung kann’s schon mal hapern. Das Buch „Das Böse von nebenan – Wahre Kriminalfälle aus der Provinz“ der – lt. Klappentext preisgekrönten – Journalistin Sibylle Tamin ist eine bemerkenswerte Ausnahme. Jeder einzelnen der vier Geschichten merkt man an, dass sie ausgesprochen gründlich recherchiert sind und von Tamin bezeichnend, nicht wertend, aber trotzdem entlarvend (Dummheit, Dünkel, Geltungssucht …), reflektiert werden. Außerdem hat die Journalistin nicht nur Fälle ausgesucht, in denen möglichst viel – oder überhaupt – Blut fließt. Böses geschieht auch, wenn keine Kettensägen im Spiel sind. Ein besonderer Aspekt ist außerdem der des Schauplatzes, der Provinz. Vielleicht wäre manche Tat auch in der Großstadt möglich – das besondere Gefüge einer Kleinstadt oder gar eines Dorfes, die Strukturen, die Abhängigkeiten, letztendlich auch die Reaktion der Nachbarn nach der Enthüllung der Tat, sind jedoch verschieden.
Das Buch beginnt konventionell mit dem wohl spektakulärsten Fall: Ein Sohn bringt, zusammen mit einem Freund, seine Eltern und seine beiden Schwestern um. Eine unvorstellbare Tat, scheinbar im schönsten Frieden. Missbrauch mag man da vermuten, oder einen zumindest despotischen Familienvater. Warum aber dann die Mutter, warum die Schwestern? Eine Bilderbuchfamilie war das, scheint es – aber auch ein Blick hinter die Fassade bringt keine eindeutigen Antworten. Ein strenger Vater, war das, aber kein Despot, dem man sich nur durch seine Ermordung erwehren konnte. Manche Motive und Mechanismen, die einen Menschen befähigen, eine solche Tat zu begehen (und einen Dritten in seine Tat miteinzubeziehen, ihn dazu zu bringen zu töten), heißt es, bleiben, abgesehen von dem Offensichtlichen, für immer im Dunkeln.
Im zweiten Fall geht es tatsächlich um sexuellen Missbrauch: begangen von mehreren Männern, über Jahrzehnte, an zig Mädchen. Als eine Frau nach Jahrzehnten aus Amerika zurück in ihr Heimatdorf kommt (solche Dinge geschehen also offenbar tatsächlich nicht nur im Roman!), bricht sich die Erinnerung an den erlittenen Missbrauch Bahn. Sie fährt in die Kreisstadt, zeigt an – und mehrere andere, inzwischen längst erwachsene Frauen, tun es ihr gleich. Ein beschuldigter Großbauer, ein Mann von Einfluss, hängt sich auf. Und das Dorf? Erklärt sich solidarisch mit den Tätern. Ausgegrenzt werden nicht die, die Kinder missbraucht haben, sondern die, die den Missbrauch erlitten haben. Wenn’s tatsächlich so gewesen wäre, warum haben sie nicht längst den Mund aufgemacht? Aber selbst wenn: So dramatisch wird’s nicht gewesen sein! Was ist denn dabei, einem Madl unter den Rock zu fassen! Szenen geradezu hysterischer Natur entspinnen sich: Männer mit Mikrophonen. Ja, natürlich: Irgendwo war schon was dran. Aber das hat man immer „unter sich“ geregelt. Und dabei hätte man es doch bitte belassen sollen! Dem schließt sich auch die Pfarrerin des Ortes an: Das Dorffest solle doch trotz der Vorwürfe stattfinden – und die und die und die doch bitteschön der Beerdigung des Großbauern fernbleiben. Stattdessen läuten eine halbe Stunde die Kirchenglocken.
Die dritte Geschichte erzählt von einem Justizirrtum: Ein Lehrer wird für die Vergewaltigung einer Kollegin schuldig gesprochen und eingesperrt. Der Lehrer, ein Außenseiter, die Lehrerin, eine blendende Erscheinung. Seltsamerweise – oder auch nicht – werden die Stimmen, die Zweifel an der Tat hegen, meist erst im Nachhinein laut. Diese Geschichte ist ein erschreckendes Beispiel dafür, wie Verleumdung, trotz offenbar eklatanter Unstimmigkeiten, gar Unmöglichkeiten, begleitet von Weisungen politischer Natur, funktionieren kann, durch alle Instanzen.Der letzte Fall beleuchtet das Ansinnen, einer Schule einen Namen zu geben. Nach zwei Personen soll sie benannt werden, die in der Geschichte des Ortes eine Rolle gespielt haben: nach dem ehemaligen Dorfpolizisten und einer Bäuerin. 13 jüdische KZ-Häftlinge hat jener Polizist Ende April 1945 im Stall der Bäuerin untergebracht, entgegen seines Befehls, versteht sich, denn die Häftlinge sollten nach Dachau gebracht werden. Am nächsten Morgen sind die Amerikaner da. Und dann wird 2001 also der Antrag gestellt, die Schule, die bisher keinen Namen hat, nach diesen beiden Personen zu benennen. Immerhin, 1997 hatte es eine Gedenkfeier im Pfarrsaal gegeben, als man die beiden als Gerechte unter den Völkern in Yad Vashem gewürdigt hat. Das mit der Schule aber ist ein Politikum, weil: Wo man wusste, dass die Amerikaner doch eh kommen würden, dann noch schnell was Gutes tun, also nein! Da kann man ja gar nicht wissen, war das Menschlichkeit oder doch Eigennutz! Dann doch lieber Benediktinergymnasium (für eine Grund- und Hauptschule)! Und die Kinder! Hat jemand an die Kinder gedacht? Denen kann man so eine Geschichte doch nicht zumuten! In 20 Jahren redet sowieso keiner mehr davon! Eine Tafel im Rathaus, ja, eine Schule nach ihnen benennen: ausgeschlossen! Irgendwann muss Schluss sein mit dem Krampf!
Ich halte diese Fallgeschichten, jede einzelne, für ausgesprochen lesenswert – nicht nur für die, die in ähnlichen kleinstädtischen oder dörflichen Strukturen leben und vielleicht schon einmal ähnliche Vorgänge menschlichen Miteinanders, wenn auch im nicht ganz so spektakulären Maßstab, beobachten konnten.
- Candida Schlüter
8 m² - Acht Quadratmeter
(6)Aktuelle Rezension von: Ana80Die junge Ärztin Hannah Corvin wird in die Untersuchungshaft der JVA Düsseldorf überstellt. Sie wird beschuldigt ihren Verlobten sowie ihre beste Freundin ermordet zu haben. Das Motiv ist eindeutig: Eifersucht. Denn die beiden sollen ein Verhältnis miteinander gehabt haben. Die "Tatwaffen" werden auch bei Hannah gefunden und so scheint es nur noch eine Frage der Zeit bis sie für den Doppelmord verurteilt wird. Doch Hannah kann sich an nichts erinnern und ist zum Abwarten in ihrer Zelle verdammt. Dabei beginnt für sie gleichzeitig ein Kampf ums Überleben in einer JVA...
Candida Schlüter hat mit diesem Buch einen spannenden Krimi geschrieben, der nicht nur einen interessanten Mordfall behandelt, sondern auch tiefe Einblicke in das Leben in Untersuchungshaft und die psychische Belastung des Eingesperrtseins gibt. Die beschriebenen Umstände haben mich sehr erschüttert und bewegt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da mir die Protagonistin, die zuvor ein sehr geregeltes Leben geführt hat, sehr nah war und ich mit ihr gelitten habe. Das Gefühl der Ohnmacht konnte ich gut nachempfinden. In einer Zelle zu sitzen und den Ermittlungen sowie den Ergebnissen vollkommen ausgeliefert zu sein, ohne Einfluss nehmen zu können, hat auch in mir als Leserin einen unglaublichen Druck aufgebaut. Der flüssige Schreibstil sowie der Wunsch nach einem postivien Ausgang für Hannah haben dafür gesort, dass ich das Buch an einem einzigen Tag gelesen habe. Die parallelen Erzählstränge vom Leben in der JVA und den gleichzeitig laufenden Ermittlungen habe ich als sehr gelungen empfunden.
Ich kann dieses Buch absolut weiter empfehlen.
- Sabine Rückert
Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen
(1)Noch keine Rezension vorhanden - John Grisham
The Guardians: A Novel (English Edition)
(1)Aktuelle Rezension von: wandablueIn „The Guardians“ widmet sich eine kleine Organsiation, nämlich der namensgebende Verein „The Guardians“ der Aufgabe, Menschen, die vermutlich einem US-Justizirrtum zum Opfer gefallen sind und lebenslange Freiheitsstrafen verbüßen und/oder zum Tode verurteilt wurden, auf juristischem Wege wieder freizubekommen.
Ein Rechtsanwalt, unser Held, hat nach einem Burnout mit Nervenzusammenbruch umgesattelt und wurde Theologe. Pfarrer. Aber nachdem er seine wahre Berufung gefunden hat, widmet er sich voll und ganz und mit Hingabe dieser Aufgabe. Sie ist ihm Amt und Pflicht und Herzenssache zugleich und vereinigt seine beiden Berufe, Theologe und Jurist. Im Laufe der Zeit haben „The Guardians“ es in acht Fällen vermocht, Justizirrtümer aufzuklären und ihre Klienten freizubekommen. Jede Fallbearbeitung dauert mehrere Jahre. Nun arbeiten sie wieder an einem komplizierten Fall. Der Leser steigt in der heißen Phase ein und begleitet Held und Fall bis zum guten Ende.
John Grisham erläutert in seinem Roman, wie langwierig das Bemühen um eine Wiederaufnahme eines Verfahrens im Strafrecht ist, welche Widerstände zu überwinden sind, nicht nur juristischer, sondern oft auch politischer Natur. Dabei bemüht er sich natürlich um Spannung.
Doch dieser Roman lebt nicht wirklich von seinen wenigen spannenden Momenten. Gelegentlich hat er sogar tiefe Plotlöcher „oh, they have plenty of gun thugs, and these guys are not always sophisticated assassins. They’re bruts who’d rather cut off a man’s head with an axe than put a ballet in it. A couplet of shotgun blasts to the face is tame for these boys. Their murders are messy because they want them to be. If they leave behind clues, they don’t care. You are never going to find them because they are back to Mexico or Panama. Somewhere in the jungle.“ Wie praktisch!
Der Roman lebt viel eher von der Frage oder dem Nachsinnen darüber, wie sinnvoll lebenslange Freiheitsstrafen oder die Todesstrafe, vollzogen erst nach Jahrzehnten nach dem Urteil, überhaupt sind. Damit in engem Zusammenhang, wie kompliziert das System ist, das kaum Raum für Überprüfungen läßt.
Ich habe diese Roman gerne gelesen, obwohl er eine einfache Sprache hat und reichlich lang ist. Grisham kann einfach präsentieren. Und wie er seine Plotlöcher stopft, ist auch amüsant.
Fazit: Ein Grisham bleibt ein Grisham. Brisantes Thema, gefällige Schreibe, nicht immer mit Hochspannung, aber mit mehr Tiefe als in anderen Thrillern.
Kategorie: Kriminalroman. Thriller.
Dell, 2019 - Michael Thode
SCHULD! SEID! IHR!
(73)Aktuelle Rezension von: xdeanoMit "Schuld! Seid! Ihr!" konnte mich Michael Thode gut unterhalten. Der Schreibstil ist angenehm, die Kapitel haben eine angenehme Länge, und das Wechseln der Sichten war auch ganz nett. Zwischenzeitlich war es etwas langatmig, aber ansonsten konnte die Spannungskurve konstant gehalten werden.
Es hat mir auch zugesagt, dass die Vergangenheit bzw. das Privatleben der Polizisten nicht breit getreten wurde, so wie es häufiger in Ermittler-Thrillern gemacht wird.
Die Auflösung war für mich überzeugend und glaubhaft, für meinen Geschmack hätte man es nicht besser machen können.
Ich kann mir gut vorstellen, dieses Buch irgendwann nochmal zu lesen.
- Patrick Burow
Tödliche Schönheit
(23)Aktuelle Rezension von: Read-and-CreateIch wusste nicht genau, was mich erwartet, aber „Tödliche Schönheit“ hat mich mit seinem authentischen Einblick in die juristische Welt sofort gepackt. Ich fand es unglaublich spannend, durch dieses Buch auch etwas über Revisionsprozesse zu lernen. Und das Ganze so erzählt, dass es nie zu trocken war! Man merkt einfach, dass Patrick Burow weiß, wovon er schreibt. ⚖️
Was mir besonders gefallen hat: Die Charaktere. Fast alle direkt sympathisch, lebendig, glaubwürdig – keine wirklich plakativen Klischees, sondern Menschen, wie sie wirklich sein könnten.
Die Szenen sind bildhaft und intensiv beschrieben, ohne je zu übertreiben. Der Schreibstil ist angenehm flüssig – ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ein Buch, das juristische Tiefe und Spannung ideal vereint – für alle, die mal einen Blick hinter die Kulissen des Rechtssystems werfen wollen, ohne auf Unterhaltung zu verzichten. - John Grisham
Der Gefangene
(8)Aktuelle Rezension von: TWDFanSTInhalt
Debbie Carter arbeitet als Bardame. Der ehemalige Baseballspieler Ron Williamson gehört zu ihren Gästen. Dann wird Debbie ermordet. Ron wird verhaftet und in einem Prozess zum Tode verurteilt. Elf Jahre sitzt er in der Todeszelle. Und dann wird bewiesen, dass er unschuldig ist...
Bewertung
Jeder kennt Grishams fiktive Justizthriller wie "Die Firma" und "Die Jury". :Der Gefangene" ist allerdings kein fiktiver Roman, sondern behandelt einen echten Fall - ähnlich wie Truman Capotes "Kaltblütig". Der Schreibstil von Grisham ist hier nicht so schön wie sonst, aber die Geschichte hat auch nichts Schönes an sich. Sie ist aufwühlend, macht fassungslos und wütend. Für mich persönlich ist dies der beste Roman von John Grisham. Gelesen wird dieses Hörbuch - wie immer- von Charles Brauer der seine Arbeit gewohnt gut macht. Ich vergebe 4 1/2 Sterne für Ron Williamsons Geschichte.
- Upton Sinclair
Boston
(5)Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall1915. Cornelia Thornwell hat sich zu ihrem Ausstieg relativ kurzfristig entschlossen. Für Vorstellungen und Mutmaßungen, wie es ihr in der neuen Realität ergehen würde, war somit keine Zeit. Wie es ist, in einer Fabrik zu arbeiten, lernt sie erst kennen, als sie dieses Vorhaben tatsächlich in die Tat umsetzt. Im Alter von sechzig Jahren!
Ihr Mann Josiah Quincy Thornwell, ehemals Gouverneur des Commonwealth, ist gestorben. Nun ist sie "frei" und nicht gewillt, die umgehend einsetzenden Erbstreitigkeiten ihrer Kinder auch nur im Ansatz zu ertragen. Sie hinterlässt ein kurzes Schreiben an sie und macht sich sogleich auf den Weg. Zu Fuß und nur mit wenig Handgepäck.
Mit der Straßenbahn gelangt sie nach Plymouth und in der Nähe einer Tauwerkfabrik wird sie, nach einer Unterkunft suchend, fündig. Mrs. Vincenzo Brini hat noch ein bescheidenes Zimmer zur Untermiete frei. In Gesellschaft italienischer Einwanderer fühlt sie sich unerwartet wohl und verliert umgehend sämtliche Vorbehalte. Auch und erst recht, als sie einen weiteren Untermieter der Familie kennenlernt. Einen einfachen Arbeiter namens Bartolomeo Vanzetti. Als sie die Gemeinsamkeit entdecken, Dantes "Divina Commedia" gelesen zu haben, sind sie sofort Freunde ...
In politischen Fragen ist man sich nicht immer einig, doch Vanzettis An- und Einsichten üben dennoch einen großen Einfluss auf Cornelia aus. Anders als das große Vorbild Luigi Galleani, einem Anhänger des Kommunistischen Anarchismus, der sich den gewaltsamen Umsturz der US-Regierung auf die Fahnen schrieb, bezeichnete sich Vanzetti als "anarchico individualista", also als Anhänger einer Bewegung, die den Staat mit gewaltfreien Mitteln abschaffen will ...
Es ist nicht die Aufgabe des Rezensenten, Fakten zum Schauprozess gegen Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die des zweifachen Mordes bei einem Raubüberfall beschuldigt wurden, an dieser Stelle noch einmal detailliert zu beschreiben. Es ist auch nicht seine Aufgabe, die hinlänglich bekannten politischen Gegebenheiten und Strukturen, insbesondere dem brennenden Europa während des ersten Weltkrieges und den politischen Umwälzungen danach, im Detail zu wiederholen.
Vielmehr ist es seine Aufgabe, potentiellen Lesern Vorbehalte oder sogar Angst vor dem über tausendseitigen Werk zu nehmen. Upton Sinclair hat mit "Boston" zeithistorische Realität und Fiktion gemischt. Eine Cornelia Thornwell hat es nie gegeben, aber ihre Figur ist notwendig, um in die Welt der italienischen Einwanderer, und der arbeitenden Klasse generell, einen Zugang zu finden. Der Kontrast, im Zusammenhang mit ihrer Herkunft, könnte nicht größer sein und verdeutlicht dadurch einerseits die katastrophalen Zustände in den Fabriken um so deutlicher und ist andererseits wie "Öl" (auch) ein grandioses Familiendrama, wenn auch nicht ohne Längen.
Sinclairs verzweifelter Ruf nach Gerechtigkeit ist allenthalben deutlich zu spüren, was ihn jedoch nicht daran hindert, seinen spitzfindigen Humor wie eine Bombe aus dem Hinterhalt platzen zu lassen. Den familiär-unterhaltsamen Teil wertet er mit unerwarteten Bemerkungen beispielsweise insofern auf, als er die Nachteile großer Familien aufzählt. Ungemein ärgerlich wären "Beerdigungen, Hochzeiten und Taufen", die "in einer Tour" stattfinden und "denen man sich schlechterdings nicht entziehen kann".
Die Akribie des Autors entdeckt selbst im Klang eines Namens eine, obgleich sehr vorlaute, Metapher, jedenfalls was den Vornamen Quincy betrifft - "ein Name wie eine Halserkrankung". Richter Wendell Holmes bescheinigt er die Fähigkeit, "juristische Sachverhalte in einem von menschlichen Empfindungen restlos befreiten Vakuum zu beurteilen". Noch drastischer gestalten sich bitterböse gesellschaftliche Seitenhiebe, beispielsweise was die materiellen Ansprüche "höherer Töchter" betrifft. In dieser Beziehung würden sie den "leichten Mädchen" in nichts nachstehen. Unterschiede gibt es lediglich, was die Höhe der jeweils anstehenden Kosten betrifft!
Cornelia teilt jetzt den alltäglichen Existenzkampf der Arbeiter aus aller Herren Länder, die ihre Familien mit nur wenigen Dollar pro Woche durchbringen müssen, was sie sich tatsächlich anders vorgestellt hatte, zumal ihr die jeweiligen Bosse persönlich bekannt sind. Gerne werden diese in ihren Kreisen auch als besonders sozial und wohltätig beschrieben. Und so nebenbei schildert Upton Sinclair den sich anbahnenden Kriegseintritt der Vereinigten Staaten 1917, insbesondere vor dem Hintergrund der lukrativen Geschäfte, die sich in diesem Zusammenhang ergeben und ausbauen dürften. Gewisse "Krisen" vergisst er ebenfalls nicht zu erwähnen, insbesondere solche, die durch einen "Engpass an verwundeten Soldaten" entstehen ...
Die wahren Hintergründe, die zur Verhaftung und Hinrichtung Vanzettis und Saccos am 23.08.1927 führten, werden wohl nie vollständig aufgeklärt werden (was Michael S. Dukakis, Demokrat und Gouverneur von Massachusetts, nicht daran hinderte, die beiden 1977 im Rahmen einer Ehrenerklärung posthum zu rehabilitieren). Dennoch schildert Upton Sinclair bekannte Fakten detailliert und untermauert den Verdacht eines Justizmordes auch anhand des skandalös schlampig aufgezogenen und umgesetzten Prozessverlaufs, der sich über sieben Jahre hinzog, und maßgeblich von dem nicht unbedingt vorurteilsfreien Richter Webster Thayer regelrecht inszeniert wurde. Auch hier spielt die Witwe des verstorbenen Gouverneurs eine tragende Rolle und rechtfertigt somit die Romanform. Ohne sie und ihr Familienclan wäre es eine schier unlesbare Aufzählung von Fakten.
287 Fußnoten verweisen auf einen umfangreichen Anhang, welcher zusätzlich mit Anmerkungen, einer editorischen Notiz, und einem lesenswerten Nachwort von Dietmar Dath vervollständigt wird.
Die Übermacht von Vorurteilen gegen Menschen anderer Herkunft, und das Bollwerk gegen unkonventionelles Gedankengut und politische Überzeugungen zeigen die doch so oft übersehene, totgeschwiegene oder schlicht ignorierte Kluft zwischen Arbeitern und Oberschicht der damaligen Zeit, sowie die generelle "Angst vor den Roten", mehr als drastisch. "Boston" ist ein Denkmal für jene, die unter einer profitorientierten Industrie ein Leben lang leiden mussten und für jene, die aufbegehrten und ihren "Kampf" nicht überlebt haben.
Die Strukturen um Macht und Geld in Politik, Wirtschaft und im privaten Bereich scheinen in nicht wenigen Punkten in die heutige Zeit übertragbar zu sein. Ob Upton Sinclair dies so erdacht und geplant hat, ist fraglich. Falls ja, wäre ihm auch das gelungen. - Margarete van Marvik
Schatten der Erinnerung
(42)Aktuelle Rezension von: DeeJayZu Beginn dachte ich noch, dass ich trotz der Tippfehler schnell in die Geschichte kam und mich gut in die Protagonistin einfühlen konnte. Dieser Eindruck änderte sich leider zunehmend.
Es gab viel zu viele Fehler, die einem das Lesen erschwerten - Wörter wurden vergessen oder falsche Wörter nicht gelöscht. Sogar den einen oder anderen Logikfehler habe ich bemerkt.
Mir hat das Lesen leider kein Vergnügen bereitet. Nicht nur die vielen Fehler haben ihren Teil dazu beigetragen, sondern die ganze Aufmachung der Geschichte und des Buches.
Die Aufteilung der Kapitel war mir neu und für mich nicht passend. Ich mag es, wenn auf einer neuen Seite auch das neue Kapitel anfängt - hier war es mittendrin. Das Konzept der Überschriften erschlossen sich mir ebenfalls nicht. Manchmal gab es welche, manchmal nur ***.
Unabhängig vom Inhalt war mir das Buch selbst nicht sauber genug ausgearbeitet. Leerzeilen wurden beim Absatz nicht gleichmäßig gesetzt. Es gab bspw. einen Wechsel von Blocksatz zu linksbündig und umgekehrt (und wieder zurück; ein ziemliches Hin und Her).
Der gewählte Schreibstil glich zwischendurch einem verschriftlichten Sprachgebrauch und das an ziemlich unpassenden Stellen.
Die Geschichte an sich gefiel mir leider ebenfalls nicht. Alles hat sich viel zu lange gezogen und am Ende ging es dann, im Vergleich zum Rest, ziemlich flott. Der Charakter der Protagonistin liest sich zudem ziemlich anstrengend. Man hätte echt etwas daraus machen können - durch die Aspekte Jura und Krimi hätte es spannend werden können. Man hatte beim Lesen gar nicht das Gefühl, dass man quasi mit ermittelt.
Fazit:
Den immer mal wieder erwägten Abbruch hätte ich ruhig vornehmen können, das Durchziehen hat sich für mich leider nicht gelohnt. Von dieser Autorin werde ich kein weiteres Buch lesen.
- Eva-Maria Silber
Schwesterntod: Ein True Crime Thriller
(55)Aktuelle Rezension von: Ramona_DanielaHeute stelle ich dir "Schwesterntod - Ein True Crime Thriller" von Eva Maria Silber und Kristen Wilczek, erschienen im dp - Verlag, vor.
Zum Inhalt:
Eine Nacht, die das Leben einer Familie in einen Trümmerhaufen verwandelt: Zwei Schwestern werden an einem Sommertag als vermisst gemeldet und drei Tage später ermordet aufgefunden. Die Mutter wird wegen Doppelmordes verurteilt. Ein Justizirrtum?
Dann der Paukenschlag: 23 Jahre nach dem Mord gesteht der Vater gegenüber Zeugen die Tat. Zwei pensionierte Richterinnen rollen als Judges find Justice nach amerikanischem Vorbild den zwanzig Jahre alten Mordfall wieder auf. Er oder sie, welches Elternteil hat die unfassbare Tat begangen? Oder war alles doch ganz anders?Meine Meinung:
Das Cover wirkt düster und zeigt zwei Mädchen, die gemeinsam durch das Wasser laufen. Es passt perfekt zum Inhalt. Wenn es um True Crime und wahre Begebenheiten geht, kann man mich begeistern. Das lese ich einfach gern. Es schafft eine gewisse Nähe, vor allem mit dem Hintergedanken, dass es wirklich passiert ist. Dies ist mein erstes Buch des Autorenduos und ich muss sagen, dass ich ein wenig gebraucht habe um mich in die Geschichte einzufinden. Wir haben viele Zeitenwechsel und da braucht es einfach seine Zeit um Protagonisten und Personen zuordnen zu können und sich wieder einzufinden. Der Schreibstil ist spannend, dramatisch und flüssig zu lesen. Die kurzen Kapitel lassen einen nur so durch die Seiten fliegen. Man will immer wissen wie es weiter geht und fiebert so sehr mit. Einige Fehler, die damals Aufgetreten sind werden juristisch gut aufgearbeitet und die Ermittlungsarbeiten sind glaubwürdig.
Fazit: Ein spannender True-Crime Thriller, den ich euch empfehlen kann.
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