Bücher mit dem Tag "kabul"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kabul" gekennzeichnet haben.

53 Bücher

  1. Cover des Buches Traumsammler (ISBN: 9783596198207)
    Khaled Hosseini

    Traumsammler

     (498)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Es wurde ein abwechslungsreicher Roman kreiert, der sich temporeich über die Figuren Abdullah und Pari hinaus entwickelt.

    Cover und Titel finde ich gelungen und passend.

    Die Geschichte beginnt mit Abdullah und Pari, den auf dem Klappentext beschriebenen  Geschwistern aus der Nähe Kabuls, Afghanistan, deren Schicksal von Erwachsenen schnell besiegelt wird. 

    Zunächst dachte ich an eine Adaption zu Hänsel und Gretel. Aber es wurde auf andere Art weitererzählt und sogar komplexer als gedacht. Es wurde nicht nur über die Geschwister geschrieben. Der Roman wurde aus verschiedensten Erzählsträngen (diverse Figuren, die in unterschiedlicher Weise miteinander verbunden sind) geformt. Der Roman verfolgt die einzelnen Leben über Jahrzehnte hinweg, was toll ist. 

    Was mir zudem sehr gut gefallen hat, war, dass durch die vielen Figuren, die sehr unterschiedlich ausgearbeitet wurden, ein facettenreicher Blick auf die afghanische Kultur und Historie offenbart wurde, ganz gleich, ob die Figuren in Afghanistan oder im Ausland lebten. 

    Aber dies ist zugleich auch ein Nachteil, denn natürlich fand ich einige Charaktere spannender und interessanter als andere Figuren / Lebensgeschichten. Und einige Figuren und Lebenswege hätten ganz allein einen Roman füllen können, so dass diese in dem Buch einfach zu kurz kamen. 

    Insgesamt hat mir das Buch jedoch gefallen.

  2. Cover des Buches Als die Träume in den Himmel stiegen (ISBN: 9783596299706)
    Laura McVeigh

    Als die Träume in den Himmel stiegen

     (83)
    Aktuelle Rezension von: leniks

    Das Buch habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen. Der Titel und auch der Klappentext haben mich dazu bewogen es zu lesen. Samar und ihre Familie müssen aus ihrem sicheren Haus in Kabul fliehen, Dies erzählt sie anders als von mir erwartet. Ich bin mir immer noch nicht sicher ob die Familie nun .... Toll fand ich die Fahrt mit der Transibierischen Eisenbahn. Der Schreibstil war gut, jedoch habe ich manches zweimal lesen müssen im den Sinn zu verstehen. Ich bin jedenfalls froh so etwas nicht erlebt zu haben, denn solche Geschichten gibt es sicherlich auch in echt. Das Buch umfasst 352 Seiten mit 36 Kapiteln untergliedert in 6 Teile. Die Unterteilung in die Teile habe ich nicht nachvollziehen können. Von mir bekommt das Buch drei gute Sterne.


  3. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783833308116)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.925)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Dies ist die Geschichte von Amir und Hassan, zwei afghanischen Jungs. Sie sind befreundet, obwohl der Vater von Amir geschätzt und wohlhabend ist und Hassan „nur“ sein Diener. Während Amir zur Schule geht, bügelt ihm Hassan die Hemden. Als Hazara gehört er einer Ethnie an, die von den meisten Afghanen verachtet wird. Doch Hassan ist treu, lässt nichts auf Amir kommen. Das Aufwachsen ohne Mutter, nur mit dem Vater, verbindet sie. Allerdings lebt Hassan bei seinem Vater Ali in einer armseligen Hütte und Amir in einem palastähnlichen Haus.

    Schon im ersten Kapitel erfahren wir vom Ich-Erzähler Amir, dass er mit zwölf Jahren, im Winter 1975, große Schuld auf sich geladen hat. Dann berichtet er – fast übergangslos - von der gemeinsamen Kindheit in Kabul vor der sowjetischen Invasion. Da wird eine Stadt lebendig, die es so schon lange nicht mehr gibt.


    Khaled Hosseini ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Er wurde am 4. März 1965 als ältestes von fünf Kindern in Kabul geboren. Sein Vater stand im Dienst des afghanischen Außenministeriums, seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte an einer Mädchen-High-School. Nach Aufenthalten in Teheran und Paris erhielt die Familie 1980 Asyl in den USA, wo Khaled 1993 zum Doktor der Medizin promovierte. „Drachenläufer“ erschien 2003 und war der erste Roman des verheirateten, zweifachen Vaters.


    Als Leserin bin ich in dem Roman versunken und habe alles um mich herum vergessen. Ganz nebenbei erfuhr ich so einiges aus der Geschichte Afghanistans seit 1975: Von den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, vom anfangs noch unbeschwerten Leben und dem Übergang zur Talibanherrschaft, die Amirs Vater veranlasste, mit seinem Sohn nach Amerika auszuwandern. Nun weiß ich, dass Afghanen auch im Exil ihre Bräuche in Ehren halten.
     Der Autor weiß seine Leser zu fesseln, literarisch und emotional. Manchmal kann man auflachen, auf anderen Seiten die Tränen nicht zurückhalten. Dieses Buch hat mich aufgewühlt und von jeglicher Lethargie befreit, weshalb ich es in meine persönliche literarische Apotheke aufnehme.

  4. Cover des Buches Höllental (ISBN: 9783442475612)
    Andreas Winkelmann

    Höllental

     (236)
    Aktuelle Rezension von: gallonver

    Ich hatte, bevor ich dieses Buch anfing, noch nie etwas von dem Autor gehört, habe nur die Inhaltsangabe hinten gelesen, nichts anderes. Der pure Stoff, alles weitere egal.

    Unter diesem Motto gehe ich seit gut eineinhalb Jahren deutsche Autoren (m/w/d) an – und lande, ich muss es leider so sagen, in schöner Regelmäßigkeit in einer Endtäuschung.

    Das fängt ganz vorne an, mit dem stetig wiederkehrenden Problem, es wird keine Geschichte erzählt. Die Protagonisten (m/w/d) / Einzahl/Mehrzahl sind…ja, sie sind halt die Protagonisten – und deswegen muss ich als geneigter Leser (m/w/d) sie einfach…na ja als das hinnehmen, was sie sind, und weil sie halt die handelnden Personen sind, muss mich ihr Schicksal berühren.

    Basta.

    Einführung von Personen? Na, sie sind halt da. Charakterzeichnungen, womöglich gar Entwicklungen? Jetzt mal nicht komisch werden, det is nen Krimi hier, net „Madame Bovary“. Und da bin ich ja ganz mit dabei, nur so ein klitzekleines Bisschen Zeigen, womit man es zutun hat, wäre schön. Ich meine, man wird doch einen Bösewicht mal der Oma das Portemonnaie klauen lassen können, um zu zeigen, dass er eben das ist. Und wenn es ganz fies werden soll, tritt er dazu noch den Nachbarshund, während er dem kleinen Jungen, der mit ihm unterwegs ist, den Lolli klaut. Mehr wird doch gar nicht verlangt.

    Aber Fehlanzeige. Leider wieder einmal. Stattdessen bekomme ich einen Haufen Protagonisten deren Verhalten und Dahinscheiden ähnlich unvorhersehbar ist wie das Ergebnis eines Bayern München Spiels in der Bundesliga (Stand September 2021). Und deren Agieren und Sprache auch bei äußerstem Stress, also dann, wenn es um Leben und Tod geht, noch fein ausformuliert ist, da sagt man Bitte und Danke, auch eine Erklärung des Warums und Wieso fehlt nicht, während sich der Bösewicht (m/w/d) mal eben abwartend die Fingernägel manikürt, bevor die wilde Hatz weitergeht.

    Wobei, der Antagonist ist der Lichtblick im Buch. Seine Sichtweise auf die Handlung, Beweggründe bringen ein wenig Bewegung in das Ganze. Das ist recht ordentlich gemacht. Allerdings war ich dann doch ehrlich gesagt sauer, denn mittlerweile sollten auch in Deutschland genügend psychische Wracks zu finden sein, auch wir haben Männer und Frauen in militärischen Konflikten verloren, unsere Polizeispezialkräfte genug erlebt, da können wir den Bösen (m/w/d) auch selbst liefern, sind nicht auf Fremde angewiesen.

    In dem Zusammenhang stieß mir dann noch auf, ich sag´s mal so, wenn ich eine Gitarre ins Spiel bringe, dann bitte nicht nur diese stimmen, sondern auch darauf spielen, sonst lieber ganz weglassen. Bedeutet hier, bitte keine Figuren einführen, die dann maximal als Randnotiz enden bzw. eine bemühte Anspielung auf einen Genre bildenden Aktion Film aus den Achtzigern sind. Ich muss ehrlich gestehen, ich tue mich unheimlich schwer, ohne sofortigen „Spoiler-Alarm“ näher auf die Handlung einzugehen. Der Fleischüberzug auf den Knochen ist so dünn, da muss man echt aufpassen. Außerdem geht es hier um Technik, an der ich verzweifle.

    Zum Schluss nochmal was zur Story. Mir fiel dazu nur ein, verschenkt. Verschenkte Ideen, verschenkte Möglichkeiten, zwei, drei Änderungen und man hätte daraus ne reichlich interessante Geschichte bauen können. Meine Bitte geht deshalb an den Goldmann Verlag, mit den so generierten Einnahmen auch mal wieder Autoren (m/w/d) zu fördern, die genau das machen wollen, unterhaltsame, spannende Geschichten erzählen, eben Fleisch auf die Knochen bringen.

    Und eines möchte ich schließlich noch loswerden, das ist mir immer wieder und auch hier aufgefallen: mir fehlt der intensive, detailversessene Background. Es geht ja um Bergsteigen, das bildet die Kulisse. Hätte ich einen amerikanischen Autor gelesen (m/w/d), wäre die die Story nicht zwangsläufig besser (erzählt) gewesen, eines hätte ich jedoch auf jeden Fall am Ende zur Verfügung gehabt – eine komplette Einkaufsliste, um im Bergsteigerfachgeschäft meines Vertrauens die absolut perfekte Bergsteigerausrüstung zu erwerben.

    Vielleicht ist es auch diese Leidenschaft, die ich vermisse…

  5. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596030934)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (1.174)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Da ich vom "Drachenläufer" so sehr begeistert war musste ich auch unbedingt dieses Buch lesen. 

    Die Handlung wurde hier bereits ausführlich beschrieben. Daher beschränke ich mich auf meine Meinung. 

    Dieser Roman konnte mich gleich fesseln und sehr berühren. Jedoch brauchte ich immer mal Pausen, da der Roman wirklich keine leichte Kost ist. Schrecklich was beide Frauen mit Raschid erlebt haben und in ihrer Vergangenheit. Man erhält einen guten Einblick in das Leben von Afghanistan. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter und gebe 4 Sterne. Dieses Buch fand ich etwas schwächer als den "Drachenläufer". Es gab für mich ein paar Längen. Daher ein Punkt Abzug. 


  6. Cover des Buches Agent 6 (ISBN: 9783442475032)
    Tom Rob Smith

    Agent 6

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Sassl

    In diesem Abschluss der Trilogie um Leo Demidow begleiten wir ihn in 30 Jahren russischer, amerikanischer und afghanischer Geschichte der Geheimdienste und des Kommunismus. 

    Nach den ersten beiden Teilen Kind 44 und Kolyma hat mich Agent 6 leider enttäuscht. Der Politthriller hat wahnsinnig viele Längen, die sich um zu viel Politik der Geheimdienste drehen. 

    Der eigentliche Plot ist sehr interessant. Der schwarze amerikanische Sänger Jesse Austin ist großer Anhänger des Kommunismus. Doch nach vielen Jahren des Erfolgs wird er wird er von den Sowjets fallengelassen und von seinen eigenen Landsleuten verachtet. Nach einem Mordanschlag auf Jesse versucht Leo alles, um den wahren Täter zu finden.

    Die Geschichte beginnt jedoch bereits 15 Jahre vor dem Mord und erzählt wie Leo seine Frau Raisa kennengelernt hat. Anschließend vergehen 15 weitere Jahre, in denen wir Leo nach Afghanistan begleiten. Diese Ausflüge waren mir viel zu langatmig und lange Zeit wusste ich gar nicht, wo alles hinführen soll. Um den tatsächlichen Agenten 6 geht es schließlich auch nur auf den letzten 100 Seiten.

    Alles in allem kein schlechter Politthriller, aus dem Tom Rob Smith jedoch viel mehr hätte machen können nach den fabelhaften ersten beiden Teilen der Trilogie.

  7. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596030644)
    Frank Schätzing

    Breaking News

     (179)
    Aktuelle Rezension von: Meinbuecherregal

    Breaking News von Frank Schätzing aus dem Fischer Verlag

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    📰 Inhalt

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    Zwei Handlungsstränge, die sich treffen. Einmal startet die Geschichte im Jahr 2008 in Afghanistan und einmal 1929 in Palästina. Es handelt von einer Familiengeschichte, einer Staatsgründung, einem Kriegsreporter und vielen anderen Dingen.

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    📰 was mir gefällt 

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    Ich mag es Geschichte in einem Roman zu erlesen. Es sind keine stumpfen Zahlen aus dem Geschichtsbuch. Es sind Erlebnisse, die geschildert werden.

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    Ich mochte den Wechsel zwischen Jetzt und Damals.

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    Ich fand es gut reale Erlebnisse mit den erfundenen Protagonisten zu mischen.

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    📰 was mir nicht so gut gefallen hat

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    Mir persönlich war es teilweise zu viel. Auf über 900 eng beschrieben Seiten wurden viele Jahre Weltgeschichte und auch Politik beschrieben. Da konnte ich nicht alle Passagen mal so eben und nebenbei lesen.

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    📰 Fazit

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    Viele Informationen aber ein interessanter Einblick in die Gründung Israels und die verfahrene Situation. Meiner Meinung nach aber nicht nur einfach zu lesen. Vielleicht beschreibt Politdrama dieses Buch noch am Besten. Für Geschichts- und Politik Interessierte Romanleser... ein Lesetipp 

  8. Cover des Buches Schmetterling im Sturm (ISBN: 9783518465448)
    Walter Lucius

    Schmetterling im Sturm

     (38)
    Aktuelle Rezension von: brauchnix

    "Schmetterling im Sturm" ist wohl ein Erstling und der Beginn einer Reihe. Er hatte miach aus verschiedenen Gründen angesprochen. Zum einen ist es ein sehr schöner Titel, der bereits meine Neugierde weckte und das Cover ist interessant, auch wenn es nichts wirklich Neues ist, da Krimis und Thriller in letzter Zeit oft ähnliche Cover hatten. Das Thema erschien mir in der Leseprobe ungewöhnlich und wenn ich auch schon von Männern gehört habe, die vor allem in asiatischen Ländern als Frauen leben, so war mir das Ganze bei Kindern noch relativ unbekannt und ich wollte gerne mehr davon erfahren. Schön fand ich auch die Idee einer Hauptdarstellerin, die eine kampferfahrene Afghanin ist - also eine ungewöhnliche Ausgangslage.

    Man merkte am gut lesbaren Schreibstil, dass der Autor kein Anfänger ist. Außerdem benutzte er durch häufige Wechsel der Perspektive, dass die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wurde und dadurch mehr Tiefe bekam. Die Hauptperson Farah ist eine durchaus sympathische und in weiten Teilen auch glaubwürdige Protagonistin gewesen auch wenn mir die Beschreibungen ihrer Gedanken und ihres Innenlebens etwas zu langatmig waren. Ebenfalls unwillig war ich, dass sie etwas mystische Erscheinungen hat und mit diesen Zwiesprache hält. So was mag ich ungefähr genauso wenig wie ahnungsvolle Träume. Beides hat meiner Meinung nach in einem Thriller nichts verloren.
    Die politische und kulturpolitische Ebene war wie erwartet durchaus interessant aber leider habe ich im Endeffekt viel zu wenig über die Kinder und die Täter erfahren und konnte auch nicht nachspüren, in welchem Kontext das alles zu Land und Leuten steht.

    Größtes Manko des Buches war aber das Tempo und der Spannungsaufbau. Hier hätte man durch ein kluges Lektorat sicherlich ein ausgeglicheneres Ergebnis erzielen können, denn über zwei Drittel des Buches zieht sich die Geschichte wie Kaugummi in die Länge und im letzten Drittel wird dann plötzlich so viel Action reingepackt, dass ich total überrascht war und das Gefühl hatte, plötzlich in einem anderen Buch zu sein. Leider hat sich bei mir also der gute Eindruck nicht bis zum Schluss gehalten und ich musste mal wieder erfahren, dass es gar nicht so einfach ist, ein eigentlich packendes Thema in einen spannenden Thriller umzuwandeln der sich bis zum Finale hin steigert.

  9. Cover des Buches Die Bibel nach Biff (ISBN: 9783442312948)
    Christopher Moore

    Die Bibel nach Biff

     (785)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Die Bibel nach Biff beinhaltet, so wie der Untertitel schon verrät, eine mooresche Biografie des Gottessohnes. Gespickt mit allerlei religiöse Satire und einem Erzähler, der herrlich sarkastisch ist, wird die ganze Geschichte wundervoll infam. Biff, der eigentlich Levi bar Alphaeus heißt, ist dieser besondere Erzähler. Er soll endlich und gut 2000 Jahre nach seinem Tod, sein Evangelium schreiben.

    Witze auf Kosten Jesus zu machen wird wahrscheinlich dem einen oder anderen christlich-religiösen Menschen sauer aufstoßen. Humor und Religion vertragen sich nicht immer mit einander. Vor allem dort wo Fundamentalismus und Religion aufeinanderstoßen. Hier schon und genau das macht den Reiz der Geschichte aus. Aber es geht nicht nur um eine humorvolle Erzählung des turbulenten Lebens von Josh aka Jesus. Christopher Moore schafft es, ein lebendiges und authentisches Bild der Zeit vor 2000 Jahren zu zeichnen und den Leser tief in den Alltag eines einfachen jüdischen Jungens zu erzählen. Näher geht er darauf im Nachwort ein. Der geneigte Leser sollte daher auch jenes lesen. Wem nun diese göttliche Satire auf Jesus Leben gefallen hat, dem kann ich auch wärmstens John Nivens „Gott bewahre“ oder „Jesus liebt mich“ von David Safier empfehlen.

  10. Cover des Buches Der Buchhändler aus Kabul (ISBN: 9783548604305)
    Asne Seierstad

    Der Buchhändler aus Kabul

     (46)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    Dieses Buch zu beschreiben ist nicht einfach. Die Geschichte des Buchhändlers wurde von der Journalistin Åsne Seierstad aufgrund eigener Erlebnisse aufgeschrieben. Fünf Monate hat sie bei dem Sultan Khan und seiner Familie, seinen Frauen und seinen Kindern verbracht. Ihre Erlebnisse hat sie in einem lesenswerten Buch festgehalten.

     

    Mit großem Einfühlungsvermögen und schonungsloser Klarheit schildert sie den Alltag einer afghanischen Familie, die Wirren des Krieges, das Leben unter der Herrschaft der verschiedenen Regimes, die Härte der Taliban und der eigenen Landsleute erlebt.

    Das Gesetz ist das Familienoberhaupt und alle haben sich seinen Anweisungen zu fügen, so antiquiert sie auch sein mögen. Einerseits ist Sultan ein belesener Mann, andererseits ein diktatorischer Herrscher im eigenen Haus. Menschenrechte, Frauenrechte, Selbstständigkeit, Freiheit – Fehlanzeige.

    Die Frauen haben keinerlei Rechte, nicht einmal das Recht auf eine Intimsphäre. Der Wert der Frauen misst sich an ihrer Arbeitskraft, an ihrer Jungfräulichkeit und später an der Anzahl der Kinder, bevorzugt der männlichen Nachkommen. Sie beten zu Allah und hoffen auf seinen Beistand, damit das nächste Kind ein Junge sein möge, nicht noch eine Tochter.

     

    Schon im Kindesalter ist die Aufgabe der Mädchen zu putzen, die Wünsche der Männer zu erfüllen, sei es der älteren Verwandten oder der jüngeren Brüder. Eine 7jährige geht bei uns selbstverständlich zur Schule, sie muss weder um 4 Uhr aufstehen um sauber zu machen oder zu kochen, noch die Kleidung der männlichen Familienmitglieder waschen und bereitlegen.

     

    Sehr früh werden die Kinder verheiratet, ohne jegliches Mitspracherecht; entscheidend ist allein der Stand des Bräutigams und seine Gebote für das Mädchen. 14-jährige die sich schlechte ‚vermitteln‘ lassen müssen sich dann mit einem dreimal so alten Mann und den bereits vorhandenen Kindern abfinden, für die sie nun zu sorgen hat.

     

    Der Autorin ist ein sehr facettenreiches Bild gelungen von einem Land, dessen Moralvorstellungen bei mir zu Irritationen geführt hat. Immer wieder habe ich mich gefragt: wie ist das möglich ?

     

    Die Unterschiede zwischen Afghanistan und Deutschland könnten krasser nicht sein. Wird in dem einen Land in Bildung investiert besteht die Hauptaufgabe im anderen Land in Unterdrückung. Den Frauen wird von klein auf keinerlei Wertschätzung entgegengebracht, sie sind Arbeitskraft und Geburtseinrichtung und versteckt vor den Blicken der Männer. Was macht es mit einer Frau die die Welt nur durch ein Fadengitter wahrnimmt, den Blick begrenzt, die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ? Vielleicht ist unser Blick auf Burkatragende Frauen auch einseitig, denn sie scheint nicht nur eine Last, sondern bietet auch Schutz und manche Frau scheint völlig überfordert, wenn sie diesen Schutz ablegen soll.

     

    Die Wertvorstellungen und das Rechtsverständnis könnte zwischen dem einen und dem anderen Land nicht unterschiedlicher sein. Ich habe das Buch immer wieder weglegen müssen, um das Gelesene zu sacken zu lassen, so unglaublich ist die Schilderung.

     

    Insgesamt gab das Buch einen tiefen Einblick, der manchmal verwirrend und manchmal abstoßend war, der aber auch deutlich machte, dass eine Veränderung nur durch Bildung möglich macht. Die Integration der Menschen die Afghanistan verlassen um in Europa eine neue Heimat zu finden kann nur durch Bildung, Aufklärung und Vermittlung der hiesigen Werte gelingen.

     

    Männer sollten lernen, dass Frauen nicht ihre billige Arbeitskraft ist, dass sie nicht für sie zur Verfügung stehen, wann immer es ihnen passt, sie lassen jeden Respekt vermissen und verhalten sich so unglaublich, dass es schmerzt.

     

    Und die Frauen müssen ermutigt werden in ihrem Selbst-Bewusstsein, ihrer Selbstwahrnehmung, ihrem Recht auf Respekt.

     

    Das Buch wurde (zu Recht) mehrfach ausgezeichnet und es ist gut, dass sich die Autorin nicht hat einschüchtern lassen und die Veröffentlichung trotz 13 Jahre andauernder Prozesse gelungen ist. Der wahre Buchhändler fühlte sich in seiner Ehre verletzt, wobei es wohl eher um die schonungslose Ehrlichkeit ging, die er der Autorin anlastete.

     

    Der Buchhändler aus Kabul war aufschlussreich und bot einen Einblick in afghanische Lebensweise und Traditionen, soweit dies durch ein Nichtfamilienmitglied überhaupt möglich ist.

  11. Cover des Buches Die Löwen (ISBN: 9783404113880)
    Ken Follett

    Die Löwen

     (182)
    Aktuelle Rezension von: Moni 3007
    Sie kennen sich aus gemeinsamen Tagen in Paris: die schöne, selbstbewußte Engländerin Jane, ihr französischer Mann Jean-Pierre und der Amerikaner Ellis. Zufällig begegnen sie sich während des Afghanistankrieges im Hindukusch wieder - und verstricken sich in ein unsichtbares Netz aus Stammesfehden, Großmachtinteressen, Intrigen und persönlichen Leidenschaften. Hier hat Ken Follett einen spannenden Thriller verbunden mit einer Liebesgeschichte geschrieben. Allerdings hat er schon bessere Bücher geschrieben. Ich fand zum Beispiel seinen Roman "Die Nadel" weitaus bewegender und mitreißender. .
  12. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783886985586)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Gartenfee-Berlin
    Dass der Islam für uns westliche Frauen sehr frauenfeindlich anmutet, war mir ja in Teilen schon vorher bekannt. Aber was Hosseini hier über die beiden Frauen Mariam und Leila erzählt, hat mich doch stellenweise tief erschüttert. Nicht nur musste Mariam mit 15 Jahren einen 30 Jahre älteren Mann heiraten, er misshandelte sie auch noch, genauso wie etliche Jahre später seine Zweitfrau Leila. Nach anfänglichem Misstrauen wurden die beiden Frauen Freundinnen und erlebten Krieg, strenge Regeln unter den Taliban sowie den gewalttätigen Ehemann gemeinsam. Die Geschichte umfasst gute 30 Jahre und gibt einen Einblick in die leidvolle afghanische Geschichte, über die ich bisher nicht allzuviel wusste. Die Sprecherin hat die Geschichte für mich sehr gut rübergebracht.
  13. Cover des Buches Afghanistans verborgene Töchter (ISBN: 9783455503494)
    Jenny Nordberg

    Afghanistans verborgene Töchter

     (6)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Aufgerollt an der Geschichte von Azita, die es bis zur Abgeordneten in Kabul gebracht hat, erzählt uns Jenny Nordberg in diesem Buch von afghanischen Frauenschicksalen. Sie führt uns in eine völlig fremde Kultur ein und ich hatte beim Lesen das Gefühl, mich plötzlich im Mittelalter zu befinden. Mädchen gelten in diesem Land oft als „dumm von Geburt“ und auf Seite 64 steht, dass Frauen „nicht vernunftbegabt“ sind und daher „einem Tier gleich kommen“.

    „In Afghanistan muss man sein Inneres abtöten und sich an die Gesellschaft anpassen. Nur so kann man überleben“ (Seite 88).

    Die einzige Aufgabe von Frauen ist das Gebären vieler Nachkommen  („alles vor der Pubertät dient nur der Vorbereitung auf die Fortpflanzung“ - Seite 42) und Töchter gelten weniger als Söhne. Familien mit vielen Mädchen und keinem Sohn kommen ins gesellschaftliche Abseits, werden denunziert. Um dieser Brandmarkung zu entgehen, wird eines der Mädchen in Jungenkleider gesteckt und bekommt all die Freiheiten der männlichen Nachkommen. Sie dürfen unbeschwert draußen spielen, Sport treiben, andere offen anschauen und lernen, sich ungehindert durch Konventionen in der Gesellschaft zu bewegen. Erst mit Beginn der Pubertät werden diese basha posh zurückverwandelt und müssen sich dann ins Haus zurückziehen, um ihren weiblichen Charakter zu entwickeln.

    Die Autorin hat sich mit unterschiedlichen Altersgruppen unterhalten. Während sie kleine Wildfänge nur von außen beobachtete, erfuhr sie von Jugendlichen, die sich weigerten, zu Mädchen zu werden. Zahra möchte beispielsweise nie eine afghanische Frau werden. „Das sind Bürger zweiter Klasse“, erklärt sie, „immer an die Männer gebunden und von ihnen beherrscht.“ Manche dieser basha posh müssen, wenn sie von den Eltern verheiratet werden, sehr mühsam das Frausein lernen. So wie Shukria, die plötzlich nur noch in Burka auf die Straße darf, aber dennoch wegen ihrer guten Ausbildung als Krankenschwester den Unterhalt der Familie bestreitet. Nader dagegen hat es geschafft, auch als 35jährige noch „frei“ zu sein. Heiraten will sie nicht: „Ich will in kein Gefängnis“ (Seite 252).

    Dank gründlicher Recherche und dem Versuch einer Analyse von allgemeinen Unterschieden zwischen Mann und Frau ist der Autorin ein umfassendes Werk gelungen. Sie hat das Phänomen geschichtlich und geografisch aufgegriffen und erklärt, warum in Ländern mit strenger Geschlechtertrennung Frauen der Weg zur Bildung verwehrt wird. 

    Dieses Buch hat mich tief beeindruckt. Anfangs konnte ich nur kleine Abschnitte verdauen, doch ab etwa der Hälfte las ich es wie einen spannenden Krimi. Ich habe sehr viel neues über eine mir völlig fremde Kultur erfahren und möchte es nicht nur Frauen ans Herz legen, die mit ihrem Leben unzufrieden sind. 


  14. Cover des Buches Afghanische Reise (ISBN: 9783596510726)
    Roger Willemsen

    Afghanische Reise

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Protea
    Ein echter Willemsen!
    Poetischer Blick aus dem Flugzeug hinunter auf die malerischen Farben des Landes. Dann kommt das allmähliche Erwachen des Kriegsgeschehens. Nicht direkt, sondern auf leise Weise, wie es nur ein Willemsen konnte. Er beschreibt die Menschen und ihr Leben,  das durch weltpolitische Machenschaften aus den Fugen gerät. Mit offenem Blick auf die Wahrheit, ohne zu werten, nimmt Willemsen den Leser mit auf die Reise durch das Land. 
  15. Cover des Buches Vier Tage in Kabul (ISBN: 9783499273865)
    Anna Tell

    Vier Tage in Kabul

     (127)
    Aktuelle Rezension von: wiechmann8052

              Amanda Lund ist in Afghanistan um die dortige Polizei auszubilden. Sie unterstützt sie gegen die Taliban. Gleichzeitig arbeitet sie als Unterhändlerin bei Geiselnahmen oder ähnlichen Aktionen. Der Job ist gefährlich und geht jedes mal ans Limit. Jetzt sind zwei Botschaftsmitarbeiter entführt worden. Aber niemand weiß wer dahinter steckt. Gleichzeitig wird daheim in Stockholm ein Außenministeriumsmitarbeiter getötet. Gehören die beiden Fälle zusammen. Amanda und ihr Vorgesetzter Bill haben vier Tage Zeit die Geiseln zu befreien.

    Das Buch ist spannend aber es fehlt an Tiefe. Es wird vielfach gehandelt ohne das Hintergründe erklärt werden. Wer ist das Team außer Amanda, die meiste Arbeit wird in Stockholm erledigt aber dort passieren eklatante Fehler die sehr unwahrscheinlich sind. Gleichzeitig mischt die Politik mit, es darf nichts nach außen dringen. Ausführlicher wäre besser gewesen.

    Jedes Kapitel endete mit einem Cliffhanger, dadurch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich musste wissen wie es weitergeht. Das Privatleben der einzelnen Figuren  wird immer mal kurz erwähnt es ist nicht einfach, aber es wird nicht breit in allen Einzelheiten ausgewalzt. Diese Mischung ist sehr ausgewogen. Die Nebenfiguren sind etwas klischeehaft, damit kann man leben weil es auch Überraschungen gibt.

            

  16. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783886980123)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (47)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka
    Inhalt
    Besonders gut an der Geschichte gefällt mir, dass wir das Land Afghanistan aus zwei Perspektiven kennenlernen und uns ein Afghanistan gezeigt wird, das mir bisher noch unbekannt war. Khaled Hosseini spricht in Drachenläufer verschiedene Themen an, auf die ich nun eingehen möchte:

    Kommen wir zuerst zur gesellschaftlichen Norm: Die Geschichte beginnt in den 70er Jahren. Unser Protagonist Amir stammt aus einer wohlhabenden Familie. Er lebt mit seinem Vater und zwei Dienern in einem großen Haus und hat eine scheinbar unbeschwerte Kindheit, die er größtenteils mit seinem Diener Hassan verbringt, der ungefähr im selben Alter ist. Während die Diener in Amirs Familie sehr gut behandelt werden, wird schnell deutlich, dass nicht alle Afghanen ihren Dienern wohlgesonnen sind und es auch Leute unter ihnen gibt, die ihre Diener ganz klar auf die unterste Stufe der Hierarchie stellen. Amir befindet sich also in einem Konflikt: Er kennt Hassan von Klein auf und verbringt gerne Zeit mit ihm. Doch ist es ihm wichtig, die Grenze zwischen Diener und Herr nicht zu überschreiten. Hassan hingegen bringt ihm nicht nur Vertrauen, sondern auch unglaubliche Treue entgegen.

    Der zweite Konflikt - und dieser ist auch heute noch ziemlich präsent - ist die Sache mit der Religion: Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, was einen guten Muslim ausmacht und wie sich die Gesellschaft in Afghanistan aufgrund der Religion und Machtergreifung der Taliban verändert.

    Was mir gut gefallen hat war, dass Religion in der Geschichte zwar Raum eingenommen hat, aber nicht primär die Haupthandlung bestimmt hat. Obwohl der Autor ein Afghanistan beschreibt, das von Angst und Terror bestimmt wird, schafft er es dennoch, nicht moralisch zu werden und diejenigen zu verteufeln, die Anderen Gewalt antun.

    Das dritte - und auch heute noch präsente - Thema ist die Migration. Es gibt Charaktere, die im Laufe der Geschichte ihr Land verlassen und sich gezwungenermaßen eine neue Heimat suchen müssen. Während sie in Afghanistan ein gutes, wohlhabendes Leben geführt haben, befinden sie sich in der neuen Heimat in der Arbeiterklasse. Keine Diener, kein Haus mit Garten, sondern eine 1-2 Zimmerwohnung, ein schlecht bezahlter Job und eine ihnen fremde Sprache und Kultur.

    Das Spannende fand ich, dass wir die Flüchtlingsproblematik hier aus einer anderen Perspektive erleben: Wir lernen Charaktere kennen, die froh sind, in der neuen Heimat bekannte Gesichter und Menschen aus der selben Kultur wiederzutreffen. Wir erleben Generationenkonflikte: Die Alten, die an den Werten und Normen der alten Heimat festhalten und diese im neuen Land fortführen wollen. Die Jungen, denen die Werte zwar wichtig sind, die aber auch offen für die neue Kultur sind, die ihnen begegnet.

    Ich bin mir noch etwas unschlüssig, was ich über die Handlungsstränge der Geschichte denken soll. Amir und Hassan erleben in Afghanistan eine Situation, die das Leben der beiden verändern wird. Beide holt diese Situation Jahre später wieder ein. Einerseits fand ich die Handlungsstränge sehr gut miteinander verbunden. Andererseits schwankte ich gegen Ende auch ein bisschen, weil ich mir unschlüssig war, ob die Wendung in der Handlung nicht doch etwas konstruiert gewesen ist.

    Der Inhalt von Drachenläufer wird nicht nur durch die Themen Gesellschaft, Religion und Migration bestimmt, sondern auch durch die Situation, die unsere beiden Charaktere miteinander erleben. Beide Merkmale sorgen für einen spannenden Inhalt.

    Khaled Hosseini beschreibt die beiden wichtigen Charaktere - Protagonist Amir und seinen Diener Hassan - sehr gelungen. Amir macht sich viele Gedanken und ist sich oft nicht sicher, ob oder wie er in einer bestimmten Situation handeln soll.

    Hassan hingegen denkt nicht groß darüber nach: Für Menschen, die er liebt, macht er sich ohne zu zögern, stark. Amir nimmt das wahr und hat Mühe, Hassans Treue zu begreifen, da diese Treue Hassan auch in brenzlige, für ihn gefährliche Situationen bringen kann.

    Nicht ganz schlau geworden bin ich hingegen aus Amirs Vater Babak, der ab einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte mehr Raum einnimmt. Seine Entwicklung wurde mir nicht schlüssig genug herausgearbeitet.

    Fasziniert bin ich diesmal von der Hörbuch Gestaltung: Laut der Website des Verlages ist Drachenläufer in der Taschenhörbuch-Edition erschienen. Hier versuchte der Verlag eine Zeit lang, spannende Geschichten zu einem möglichst günstigen Preis anzubieten und somit ein ähnliches Medium, wie das Taschenbuch zu schaffen. Die Verpackung konnte mich aber nicht ganz überzeugen. Inzwischen scheint der Titel in haptischer Form auch vergriffen zu sein und ich habe schon befürchtet, dass es das Hörbuch gar nicht mehr im Buchhandel gibt. Doch bei meiner Recherche für die Rezension machte ich eine überraschende Entdeckung: Drachenläufer gibt es sowohl in gekürzter als auch in ungekürzter Fassung. Hier bin ich wirklich positiv überrascht, weil ich es von Hörbüchern gewohnt bin, dass man sich entweder für eine der beiden Fassungen entscheidet, oder die ungekürzte Fassung ausschließlich über audible erhältlich ist.

    Das Hörbuch wird von Markus Hoffmann gelesen, der mir als Sprecher sehr gut gefallen hat. Er hat eine angenehme, helle Stimmfarbe und hat die Geschichte für mich lebendig werden lassen. In Drachenläufer spielt sich vieles zwischen den Zeilen ab. Markus Hoffmann hat es geschafft, diese Stellen so gut zu betonen, dass mir das Wesentliche aufgefallen ist.

    Schreibstil
    Khaled Hosseini erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und wählt dafür aber nicht, wie beispielsweise bei Jugendbüchern sehr beliebt, die Zeitform der Gegenwart, sondern schreibt Drachenläufer in Präteritum.

    Ich war positiv überrascht, wie gut diese Mischung aus Perspektive und Zeitform hier funktionierte. Es gab keine langen "war"- und "hatte"-Absätze. Die Geschichte ließ sich unglaublich flüssig hören.

    Besonders gut gefallen haben mir die sprachlichen Bilder mit denen Khaled Hosseini die Geschichte ausschmückt. So schafft er es, das Wesentliche aus der Geschichte herauszuarbeiten, ohne dabei moralisch zu werden, oder Partei für eine bestimmte Gruppe zu ergreifen.

    Gesamteindruck
    Ich habe Drachenläufer ohne Erwartungen begonnen und war einfach gespannt, um was es in der Geschichte geht. Dem Titel nach zu urteilen, hätte ich tatsächlich mit einem Fantasyroman gerechnet. Etwas schmunzeln musste ich, als wir dann erfuhren, was der Drachenläufer tatsächlich ist.

    Drachenläufer erzählt eine Geschichte, die nicht nur von Freundschaft, sondern auch grenzenloser Liebe und Treue handelt. Außerdem bekommen wir einen Einblick in eine uns fremde Kultur. Wer also eine spannende Geschichte sucht, sollte unbedingt zu dem Titel greifen. 
  17. Cover des Buches Tanz zwischen zwei Welten (ISBN: 9783471360095)
    Mariam T. Azimi

    Tanz zwischen zwei Welten

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Tanzmaus

    Die junge Wana freut sich schon sehr auf ihren ersten Schultag. Endlich dürfte sie auch mal das Haus verlassen und mehr von der Welt sehen, als immer nur ihren geliebten Granatapfelbaum. Doch dann kommt alles ganz anders und plötzlich befindet sich Wana mit ihren Eltern und ihrer großen Schwester auf dem Weg von Kabul nach Deutschland.

    In Deutschland erlebt sich dann auch ihren heißersehnten ersten Schultag. Doch leider ist er ganz anders als in ihren Träumen. Wana versteht die Sprache nicht, die in der Schule gesprochen wird. Die Kinder starren sie an und als alles beginnt schief zu laufen, möchte Wana eigentlich nur noch nach Hause zu ihrem Granatapfelbaum. Doch das geht nicht.

    Jahre später erwacht eine Frau Anfang vierzig nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus. Wana ist erwachsen geworden, hat Freund und Kind, einen festen Job. Eigentlich steht sie fest im Leben, doch der Unfall verändert vieles und Wana muss sich einmal mehr fragen: wo gehöre ich hin? Wo bin ich wirklich zu Hause?

     

    Als Leser spürt man, dass die Autorin einiges an eigenen Erfahrungen und Emotionen verarbeitet hat. Die Protagonistin Wana ist sehr sympathisch und man kann ihren inneren Konflikt, ihre Suche nach einer Zugehörigkeit gut nachfühlen und verstehen. Das Buch wird in mehreren Zeitebenen erzählt. Immer wieder kommt es zu Zeitsprüngen in die Vergangenheit, in der man nach und nach Wanas Lebensweg kennenlernt.

     

    Diese Rückblicke runden das Bild von Wana und ihrem inneren Konflikt ab, schaffen Verständnis und Einblicke in eine für mich eher unbekannte Welt.

     

    Der Schreibstil ist flüssig, etwas ungeübt und wirkt manchmal sehr distanziert und gezwungen neutral, als würde die Autorin eine gewisse Nähe oder gar Emotionen vermeiden wollen. Im Einband ist zu lesen, dass die Autorin in diesem Buch eigene Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet hat, was diese Distanzierung erklären würde.

     

    Fazit:

    Mir hat das Buch gut gefallen. Es liefert Einblicke in eine mir unbekannte Welt, schafft Verständnis, gibt Anreize, die Welt neu zu betrachten und ist dabei sehr aktuell.

  18. Cover des Buches Du sollst nicht töten (ISBN: 9783570101827)
    Jürgen Todenhöfer

    Du sollst nicht töten

     (32)
    Aktuelle Rezension von: my-book-addict-world

    So viele Wahrheiten die man hierzulande gar nicht mehr sieht oder erkennt. Jürgen Todenhöfer recherchiert an Ort und Stelle,  bereist den nahen Osten,begibt sich in Gefahr und sammelt Erkenntnisse die so real sind, wie sich hier kaum jemand vorstellen kann.  Dieses Buch sollte als Pflichtlektüre im Unterricht gelesen werden, denn unsere Kinder lesen in der Schule kaum was aktuelles, kaum was wichtiges.  Hier geht es um die Tatsache dass abtrünnige nichts mit dem wahren Glauben zu tun haben, denn du sollst nicht töten ist auch ein Grundsatz im Islam. Radikale gibt es überall in jeder Gruppe,  Religion etc.  Dieses Buch macht deutlich die westliche Fehlsichtigkeit,  die falsche Politik für eigene Vorteile und wie es den Menschen geht. Die Hintergründe,  die Beweggründe, Ursachen und Wirkung.  Es ist wie ein Thriller der leider das wahre Leben schildert, man bekommt eine neue Sichtweise und gesteht sich vielleicht danach ein dass nichts so ist wie man uns hierzulande vorlügt.

  19. Cover des Buches Mauertänzer (ISBN: 9783746626017)
    Andrea Busfield

    Mauertänzer

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62
    Fawad hat im Krieg gegen die Taliban Vater und Bruder verloren, die Schwester wurde entführt. So leben er und seine Mutter leidlich geduldet bei deren Schwester und ihrer Familie in Kabul. Während Fawad das abenteuerliche und gefährliche Leben in den Straßen Kabuls genießt und mit seinen Freunden versucht, an die Devisen der Ausländer in der Chicken Street heranzukommen, leidet die Mutter sehr unter den unwürdigen Lebensbedingungen.

    Doch dann findet sie eine Stelle im Haushalt einer WG dreier westlicher Ausländer. Der Kulturschock für Fawad, der die drei von einer Mauer aus beobachtet, ist gewaltig: Die Engländerin George raucht, trägt Jeans und hat dazu noch ein Liebesverhältnis mit einem mächtigen Paschtunen, der trinkfeste James liegt mit nacktem Oberkörper im Garten und May liebt Frauen. Fawad ist hin- und hergerissen zwischen Schock und Faszination.

    Mauertänzer ist kein Buch über den Krieg, sondern eines über das Leben der Menschen in Afghanistan, spannend, tragisch, aber auch voller Humor, und wirkt authentisch durch die Perspektive des Kindes. Es lässt uns auch verstehen, warum unsere gut gemeinte Unterstützung so oft scheitert.

    Ein sehr empfehlenswertes Buch zum Thema Afghanistan, das meiner Ansicht nach jedoch nicht ganz an Drachenläufer heranreicht.
  20. Cover des Buches War on Peace: The End of Diplomacy and the Decline of American Influence (ISBN: 0191092371021)
  21. Cover des Buches Das Leuchten in der Ferne (ISBN: 9783869710532)
    Linus Reichlin

    Das Leuchten in der Ferne

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Monsignore
    Er ist in die Jahre gekommen und beruflich gescheitert. Den erfahrenen, zähen Kriegsreporter will keiner mehr. Bis ihm eine Frau in Berlin eine hochbrisante Story anträgt: ein Mädchen, das als Mann verkleidet bei den Taliban mitkämpft und ihre Geschichte anbietet, als Gegenleistung will sie das Land verlassen können.
    Natürlich verliebt sich der Reporter in die Berliner Frau. Natürlich ahnt der Leser, dass er sich benutzen lässt, dass er letztlich wieder scheitern wird.
    Doch all das macht nichts. Denn es geht in einer hochspannenden Story nach Afghanistan, in die Wirren des Krieges, in die geheimnisumwitterten Berge, die keine Macht der Welt bislang bezwingen konnte. Und es wird eine sehr menschliche, anrührende Story, ohne Sentimentalität und ohne Kriegsromantik.
    Einer der wenigen wirklich guten Romane über den Afghanistankrieg und die deutsche Beteiligung daran.
  22. Cover des Buches Amina (ISBN: 9783764170851)
    Carolin Philipps

    Amina

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Claudia107

    Inhalt: Amin ist eigentlich Amina, aber da ihr Vater sich einen Sohn wünscht wird Amina von Geburt an wie ein Sohn behandelt und genießt somit alle Freiheiten, die Mädchen vorenthalten werden. Als "Bacha Posh" (wörtlich übersetzt: "als Junge verkleidet") kann Amin mit Freunden Fahrrad fahren, Fußball spielen und Drachen steigen lassen. Allerdings muss Amin auch dem Vater helfen bei der Arbeit. 

    Als Amin langsam in die Pubertät kommt drängt die Mutter, dass aus Amin wieder Amina wird, aber der Vater will seinen Sohn behalten. Amin's Vater plant sogar für Amin eine Frau zu suchen und das nötige Brautgeld zu zahlen. Aber was will Amin/Amina?

    Irgendwann landet Amin im Frauengefängnis und fängt an "seine" Geschichte zu erzählen. 

    Diese Geschichte hat mich in einer völlig anderen Welt hinein katapultiert und sie ist faszinierend, aber erschreckend zugleich. Soviel Brutalität wie in Afghanistan durch die Taliban verbreitet wird, aber auch die Sitten dieses Landes haben mich teilweise kopfschüttelnd zurückgelassen. Trotzdem und vielleicht gerade deshalb konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Das Buch ist ein Jugendbuch, was man aber auch als Erwachsener sehr gut lesen kann und es gibt ein Glossar, welches ich sehr hilfreich fand. Zudem gibt es am Ende des Buches auch einen historischen Ablauf zur afghanischen Geschichte. 

    Wer sich für fremde Kulturen interessiert, der ist mit diesem Buch bestens bedient und ich kann hier nur eine klare Leseempfehlung geben.

  23. Cover des Buches The Kite Runner (ISBN: 9781408850251)
    Khaled Hosseini

    The Kite Runner

     (148)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    Achtung, Spoiler-Warnung! Trotz aller Bemühung gelingt es mir nicht, die Rezension ganz spoiler-frei zu halten.


    Kurz-Inhalt:

    Ich-Erzähler-Amir erlebt eine glückliche Kindheit im Kabul der 60-er und 70-er Jahre. Diese endet, als er mit 12 eine schreckliche Schuld auf sich lädt, die sein weiteres Leben überschatten wird. Viele Jahre später - er hat sich in Amerika ein gutes Leben aufgebaut - kehrt er ins Afghanistan der Taliban zurück um die Schuld zu begleichen.


    Mein Lese-Erlebnis:

    Der erste Teil des Buches beschreibt die Kindheit des Erzählers. Gut und lebendig erzählt, lernt man hier viel über das Leben im Afghanistan vor dem Krieg. Nicht alles ist eitel Wonne, aber der junge Amir betrachtet Standesunterschiede und Rassismus aus seiner unschuldig-kindlichen Perspektive. *****

    Dann kommt der traurige Teil: Amir lädt eine Schuld auf sich, und macht durch seine Vertuschungs-Versuche - nicht nur für sich selbst - alles nur noch schlimmer. Viele Rezensenten schreiben an dieser Stelle, dass ihnen die Figur unsympathisch wurde. Mir nicht: er ist ein Kind, kein Held! Und die meisten Erwachsenen würden nicht anders handeln. Ich zumindest kann gut mit Amir mitfühlen und habe mehr als eine Träne vergossen beim Lesen. *****

    Der Autor überspringt dann viele Jahre und nimmt den Faden erst wieder auf, als Amir aus Afghanistan nach Amerika flieht, und sich dort ein neues Leben aufbaut. Auch hier gibt es noch interessante Stellen - vor allem über das Leben der Exil-Afghanen in den Staaten - aber die Erzählweise ist hastiger, action-reicher. ****

    Und dann kommt das enttäuschende Ende. Ab hier fühlt es sich an, als ob plötzlich der orientalische Autor von einem Amerikaner beim Schreiben abgelöst worden wäre. Amir kehrt zurück nach Afghanistan. Die Beschreibung der Situation unter den Taliban ist kurz und schlaglicht-artig. Er ist als Tourist dort, nicht als Einwohner - das merkt man. Dann gleitet die Geschichte eindeutig ins Fiktive ab, wird für einige Seiten zum Action-Thriller, um als Kitsch-Roman zu enden. Dieses Ende ist nicht mehr als 3 Sterne wert. ***


    Fazit: lesenswert. Man lernt viel über die Kultur des früheren Afghanistans und der Afghanen im Ausland. Eine herzergreifende Geschichte über Verrat und Schuld. Aber wegen des schwachen Endes nur 4 statt 5 Sterne.

  24. Cover des Buches Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will (ISBN: 9783462045369)
    Kurt Krömer

    Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Buecherseele79
    Ich denke dass dem ein oder anderen Kurt Krömer bekannt ist und mit seiner frechen, direkten Art die auch mal unter die Gürtellinie
    geht kann bestimmt nicht jeder etwas anfangen.
    Ich persönlich mag die Art von Kurt Krömer und somit war ich auch gespannt was er in diesem ersten Buch nun zu berichten hat.
    Denn aussergewöhnlich ist es ja schon dass ein "Komiker" nach Afghanistan reist weil die Bundeswehr in ihren Lagern
    sich einen Auftritt vom ihm wünscht.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig, leicht und Kurt Krömer spart natürlich im ersten Teil nicht mit frechen Sprüchen und seinen
    privaten Ansichten über den Flug, das ganze Hin und Her um nach Afghanistan zu kommen, über die Bundeswehr.
    Denn Herr Krömer hat den Zivildienst sowie den Dienst in der Bundeswehr komplett verweigert, aus welchen Gründen und wie
    es dazu kam erzählt er ganz offen in seinem Buch.

    Vorweg muss gesagt werden- das Buch ist "nur" mit ca. 180 Seiten bestückt, also hier einen grossen Ratgeber oder eine
    halbe Lebensgeschichte was Herr Krömer dort erlebt hat darf man nicht warten.
    Trotzdem zolle ich Herrn Krömer meinen Respekt dass er diese Reise dann gleich 2x angetreten ist, einmal um eben die
    Bundeswehr zu unterhalten und dann nochmals weil er Afghanistan selbst kennenlernen wollte, die Leute, deren Leben unter Terror und Krieg, was hätte man besser machen können, wo bringen die verschiedenen Lager und Stellungen aus dem Ausland
    der Bevölkerung etwas?

    Welche Gefahren dort lauern, auch für die Bundeswehr zeigt Kurt Krömer hier in seinem Buch auf.
    Und umso mehr man liest, umso tiefer man in die Geschichte eintaucht umso mehr merkt man auch wie dieses Land
    Kurt Krömer zu reizen beginnt aber auch wie gewisse Situationen ihm zusetzen.
    Da ist dann erstmal Schluss mit Lustig und das kommt für mich auch sehr persönlich herüber, nichts ist gestellt oder übertrieben,
    weder in der Beschreibung noch mit seinem Humor.

    Das Gespräch gegen Ende des Buches finde ich am interessantesten als Kurt Krömer mit seinem "Fremdenführer" in Afghanistan spricht und von ihm wissen möchte was gut gelaufen ist, wie hat der Terror und der Krieg das Land und die Leute
    verändert, wie leben sie damit, wie gehen sie mit den ständigen Warnungen wegen Selbstmordattentätern um?
    Welche Fehler hat auch das Ausland gemacht?
    Wo hätte man besser, anders ansetzen müssen?

    In meinen Augen scheut Kurt Krömer nicht die Konfrontation und gibt es so von sich wie er die Reise gefühlt und erlebt hat.
    Ein kurzweiliges aber sehr interessantes und bewegendes Leservergnügen mit einem spritzer Humor.

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