Bücher mit dem Tag "kaffeehaus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kaffeehaus" gekennzeichnet haben.

48 Bücher

  1. Cover des Buches Alle sieben Wellen (ISBN: 9783442472444)
    Daniel Glattauer

    Alle sieben Wellen

     (2.174)
    Aktuelle Rezension von: GothicQueen

    "Alle sieben Wellen" von Daniel Glattauer ist der Nachfolgeband zu "Gut gegen Nordwind". Ich habe tatsächlich zuerst den Film gesehen und fand ihn richtig gut. Danach habe ich, mittlerweile typisch für mich, das Buch gekauft. Es war echt gut, auch wenn mir das Film-Ende besser gefallen hat, als das Buch-Ende. Es war mir zu offen und sowas mag ich ja gar nicht. Nicht ganz so befriedigt, habe ich das Buch also weitergeschenkt und kurz darauf - durch Zufall - dieses geschenkt bekommen. Ich wusste gar nicht, dass es einen zweiten Teil gibt.

    Es hat etwas länger gedauert, aber nun habe ich es doch endlich gelesen. Ja, es gibt endlich ein Ende. Aber dieses Buch wirkte mir doch dann etwas zu zäh. Ich habe mehr als einmal gedacht: Meine Güte, dieses Hin und Her können sich Emmi Rothner und Leo Leike doch auch einfach sparen. Sie treffen sich. Sie sagen wieder tschüß, schreiben sich weiter, reden um den heißen Brei herum. Ein ewiges Hin und her. Das hätte, finde ich, alles noch zu Teil eins dazugepasst. Dann wäre die Ausgabe dafür etwas länger ausgefallen. Dennoch habe ich es gern gelesen und bin froh, dass es jetzt doch kein offenes Ende im Buch gibt. 

    Also wenn dann, würde ich empfehlen beide Bücher in einem Rutsch hintereinander zu lesen. Den Film kann ich auch allen Romantik-Liebhabern ans Herz legen.

  2. Cover des Buches Im Café der verlorenen Jugend (ISBN: 9783423142748)
    Patrick Modiano

    Im Café der verlorenen Jugend

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Speziell, auf so mancher Ebene. Schöne Atmosphäre. Dennoch wären mir weniger Straßennamen und mehr Beschreibungen hilfreich gewesen, dann und wann. Recht frei und unvollendet fühlte es sich immer wieder an, als ob ich was verpasst oder überlesen hätte - was die Thematik der Geschichte wohl ganz gut ergänzt/spiegelt. Definitiv interessant zu lesen, für ein weiteres Buch des Autors (sppntan unterstellend, daß sein Schreibstil immer so ist) reicht es bei mir nicht. Es braucht, denke ich, auf jeden Fall eine gewisse Offenheit und Bereitschaft.

  3. Cover des Buches Die letzte Reise der Meerjungfrau (ISBN: 9783431040821)
    Imogen Hermes Gowar

    Die letzte Reise der Meerjungfrau

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Aischa

    So wie der Schutzumschlag, so ist auch die Erzählung, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt: glänzend, schillernd, verschnörkelt und zauberhaft, mit ganz eigener Ästhetik und Ausdruckskraft.

    Imogen Hermes Gowar, Archäologin, Anthropologin und Kunsthistorikerin, ist mit diesem Roman ein zu Recht preisgekröntes Debüt als Schriftstellerin gelungen. 

    Sie nimmt uns mit auf eine Reise ins London des späten 18. Jahrhunderts. Kaufmann Jonah Hancock kommt - wie der Untertitel bereits ankündigt - quasi über Nacht zu Reichtum und Ruhm. Der sensationelle Erwerb einer unglaublichen Rarität, einer echten Meerjungfrau, ändert sein Leben schlagartig. Und auch er selbst verändert sich, er wird vom eigenbrötlerischen ewigen Junggesellen zum späten Ehemann, mit dem wachsenden Besitz wachsen auch die Begehrlichkeiten.

    Gowar ist ein beeindruckender Genremix gelungen, das Buch ist ein Gesellschafts- und Historienroman über das viktorianische London, sie entwickelt großartige Psychogramme ihrer Protagonisten, die Geschichte ist ein Sittengemälde, gewürzt mit einem Schuss Mystik. Es geht um große Themen, um Leidenschaft und Liebe, Träume, Enttäuschungen und immer wieder: um das Streben nach mehr.

    Die Autorin spielt ihre schriftstellerische Klaviatur virtuos. Oftmals entstehen leise, zarte Töne, dann wieder setzt sie zu einem gewaltigen Fortissimo an, das einen völlig in die geschilderte Szenerie eintauchen lässt. Ich hatte einen wirklich sinnlichen Lesegenuss, sah förmlich einen Film ablaufen und schmeckte und roch Beschriebenes. 

    Einen kreativen Einfall stellen kurze mit der Grafik einer Jakobsmuschel gekennzeichnete Einschübe dar, die Gedanken der Meerjungfrau wiedergeben, in ganz eigener Sprache. Überhaupt ist die Sprache eine der ganz großen Stärken dieses Romans. Gowar schreibt, als wäre sie vor gut zweihundert Jahren aufgewachsen, man taucht auch dadurch wunderbar in die Epoche der Handlung ein.

    Für mich eines der Lesehighlights 2019!

  4. Cover des Buches Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre (ISBN: 9783442205974)
    Marie Lacrosse

    Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre

     (64)
    Aktuelle Rezension von: dieben

    Schade!

    Eigentlich habe ich mit auf eine Geschichte über ein Kaffeehaus in Wien gefreut, aber leider handelt es nur so am Rande davon. Die Autorin verliert sich in Nebensächlichkeiten, wie welches Kleid wo ein Kordel oder Band hatte, was absolut nichts mit der Handlung zu tun hatte. Auch sind Ereignisse (wie der Sprung über den Sarg) aufgeführt, die völlig unnötig sind und gänzlich weggelassen werden könnten. 

    Aber ein absolutes NOGO ist, das dieser Band nicht fertig ist! Die Geschichte hört einfach auf ohne einen wirklichen Abschluss. Da ich nun die anderen Bänder nicht mehr lesen will, ist dies für mich verlorene Zeit, welche ich besser für ein anderes Buch verwendet hätte.

  5. Cover des Buches Das Kaffeehaus - Falscher Glanz (ISBN: 9783442205981)
    Marie Lacrosse

    Das Kaffeehaus - Falscher Glanz

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Wer schon immer mehr über Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi, wissen wollte der sollte zu dem zweiten Band der Kaffeehaus-Saga von Marie Lacrosse greifen.

    Das Cover knüpft sehr gut an den ersten Teil der Saga an, nur das die junge Frau nun nicht mehr in blau gekleidet ist. Sie zeigt sich in einem zarten Rosa und hat eine andere Haltung als im ersten Band. Der Klappentext ist sehr unvorteilhaft gestaltet. Ich mag es überhaupt nicht, wenn der Klappentext so immens viel verrät, wie in diesem Fall, denn dass Sophie ins Kaffeehaus flüchtet passiert erst auf den letzten 100 Seiten des Buches. Sie nehmen uns Lesern sehr viel Spannung, dies muss nicht sein.

    Die Autorin schafft es auf ihre unnachahmliche Weise das Leben der Kaiserin Sisi in den Mittelpunkt zu stellen. Der Sumpf aus Intrigen, falschen Spielen und Machenschaft wird detailliert gezeichnet. Der Glanz, welcher das Hause Habsburg nach außen repräsentiert, sucht man im inneren vergeblich, hier herrschen Doppelzüngigkeit und Doppelmoral. Hier merkt man die exakte und genaue Recherche der Autorin, denn alle Ereignisse haben sich laut Nachwort so zugetragen und wurden zeitlich und örtlich aus dramaturgischen Gründen angepasst.

    Als weitere Themen sind die Arbeiterbewegung und der Zustand der Armee zu nennen. Die Passagen über die Arbeiterbewegung bescheren dem Leser ein Wiedersehen mit Irene Gerban, die viele aus der Weingut-Trilogie kennen werden. Sophie öffnet uns Lesern somit die Tür zu den Gemächern der Kaiserin, während Richard uns mit in die Armee nimmt und dort Missstände aufdeckt.

    Der Schreibstil der Autorin ist fantastisch, die überaus präzise und sehr gut gewählte Wortwahl machen das Buch zu einem Erlebnis. Die Beschreibungen sind treffend und emphatisch zugleich. Besonders gefreut hat mich die Weiterentwicklung von Sophie, die vor allen Dingen charakterlich stärker wird.

    Zudem ist die Verwebung von fiktiven und historischen Ereignissen wieder hervorragend. Vieles hätte sich genauso abspielen können und dies macht für mich einen guten historischen Roman aus.

    Der Roman wird stringent erzählt und es sind einige kleine Zeitsprünge zu verzeichnen. Insgesamt spielt der Roman über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren. Meist wird der Roman aus den Blickwinkeln von Sophie und Richard erzählt. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Sophie und ihrer Familie weitergeht, denn hier bahnen sich einige Veränderungen an. Aber auch Richards Werdegang scheint noch einiges an Potential für eine überraschende Wendung zu haben.

    Die Spannung des Romans zieht sich vor allen Dingen aus dem Werdegang Sophies, welche wir an den Hof von Kaiserin Sisi begleiten. Mit ihr und der Kaiserin erleben wir viele Ausflüge und schauen so hinter die Maske von Sisi. Denn die wahre Kaiserin von Österreich hat nichts mit der Sissi (gespielt von Romy Schneider) aus den Sissi-Filmen gemein. Vor jedem Abschnitt findet sich sowohl eine Orts- als auch Zeitangaben, welche eine sehr gute Orientierung ermöglicht.

    Eine Karte von Österreich-Ungarn und von Wiens näherer Umgebung, sowie ein Personenverzeichnis, ein Glossar, sowie ein Literaturverzeichnis und ein ausführliches Nachwort runden den Roman ab.

    Ich kann diesen Roman nur allen empfehlen, die sich gerne ein wenig genauer mit der Geschichte der Kaiserin Sisi auseinandersetzen wollen und dabei vor dicken Büchern nicht zurückschrecken.

    Eine insgesamt gelungene Fortsetzung, die die Vorfreude auf Band 3 (erscheint am 11.10.2021) noch zu erhöhen weiß.

  6. Cover des Buches Schönbrunner Finale (ISBN: 9783839222102)
    Gerhard Loibelsberger

    Schönbrunner Finale

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Zauberfluch

    Ich möchte gar nicht so weit ins Detail gehen. Wer diesen Band gelesen hat, hat wahrscheinlich auch die anderen Teile gelesen.


    Das Ende des Krieges ist somit auch das Ende des Bücher um Nechyba. 

    Jedes Buch war spannend zu lesen und durch jedes Buch konnte ich mehr über Wien lernen. Nebenbei gute Kochideen der alten Küche und natürlich ein Mord, welcher aufgeklärt werden muss.

    Wer diese Kombination mag und gerne dazulernt, ist bei diesen Wien-Krimis gut aufgehoben.

    Das Ende der Buchreihe ist sehr realistisch. Was mich als Leserin sehr freut, mich jedoch genauso mit den Charakteren mitfühlen lässt.


    Ich kann nur sagen: "Daumen hoch!"

  7. Cover des Buches Das Hotel New Hampshire (ISBN: 9783937793092)
    John Irving

    Das Hotel New Hampshire

     (722)
    Aktuelle Rezension von: PeWe

    "Das Hotel New Hampshire" (1981) ist ein Roman von John Irving, der die skurrile und schräge Geschichte einer US-amerikanischen Familie im gesellschaftlichen und politischen Umfeld der 1940er bis 1960er Jahre erzählt.

    Zum Inhalt:
    Der Ich-Erzähler, John Berry, der mittlere von fünf Geschwistern, erzählt die Geschichte seiner Familie aus seiner Sicht. Die Familie macht einige schlimme Erfahrungen, erlebt Unglück und Tragödien, aber auch viel Liebe, Glück und Zusammenhalt. Es ist eine Geschichte des Wachsens, des Erwachsenwerdens und des Über-sich-Hinauswachsens. Und auch die Geschichte derer, die dabei verloren gehen.
    Dabei müssen sie sich nicht nur mit den eigenen sondern auch mit politischen und gesellschaftlichen Spannungsfeldern auseinandersetzen.
    Und bei all dem spielen eigensinnige Bären, Klasse-Hotels und Freud eine herausragende Rolle.

    Persönliche Einschätzung:
    Der Schreibstil ist insgesamt flüssig und gut lesbar mit teils ausgefeilten Formulierungen, aber gerade in der ersten Hälfte des Romans durchzogen von einer Masse an vulgären Begriffen und Schimpfwörtern sowie abgehackten Dialogen.
    Der Einstieg ist etwas schwierig, da die ersten Seiten überladen sind von Informationen zu den verschiedenen Personen und der Familiengeschichte. Später folgen einige langatmige Passagen ohne richtiges Geschehen. In der zweiten Hälfte des Romans ändert sich das völlig bis hin zu einem großartigen Schluss.
    Anfangs ist das schwer einzuordnen, später wird klar, dass sich Schreibstil und Dynamik der Geschichte mit den Personen mitentwickeln. Die stilistischen und inhaltlichen Extreme machen den Wachstumsprozess umso deutlicher.
    John Irving hat einen ganz eigenen, ausgefallenen Stil.

    Nachdem ich das Buch zu Beginn ganz in Ordnung fand, dann zur Mitte hin aufgeben wollte, gefiel es mir in der zweiten Hälfte von Seite zu Seite immer besser – ganz so wie sich eben alles in diesem Buch entwickelt.

    Fazit: Ein gutes Buch, lesenswert, aber stellenweise etwas zu vulgär und langatmig. (3,5 von 5 Sternen)

    ---

    (1) Zitat aus dem Buch

  8. Cover des Buches Das Café zum Glück (Sweet Romance-Reihe 3) (ISBN: 9783960876199)
    Nadin Maari

    Das Café zum Glück (Sweet Romance-Reihe 3)

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Greenie_Apple

    Band 3 der Sweet Romance-Reihe von Nadin Maari.

    Diesmal geht es um Claire und ihr „Coffee To Stay“. Mitten im Herzen Berlins hat sie sich ein kleines duftendes Paradies erschaffen, das zum Verweilen einlädt. Eine Oase der Gemütlichkeit zwischen den ganzen sonst üblichen Coffeeshops mit ihren To-Go-Bechern. Und auch wenn es für Claire alles andere als gemütlich ist, da sie immer alle Hände voll zu tun hat, liebt sie ihren Laden. Doch dann sieht sie sich von einem auf den anderen Tag in ihrer Existenz bedroht, denn in ihrer unmittelbaren Nähe eröffnet die Konkurrenz. Vielleicht sollte sie doch ihrem Freund Tobias folgen, der ein tolles Angebot aus Amerika erhalten hat. Doch eigentlich möchte Claire das alles gar nicht aufgeben, aber sie möchte auch Tobias nicht verlieren. Schon gar nicht jetzt, nachdem sie erfahren hat, dass sie schwanger ist. Dummerweise findet sie nie den richtigen Moment, ihm das zu sagen…

    Mit dabei sind wieder, wenn auch nur am Rande, die ehemaligen Protagonistinnen der ersten Bände Miela und Sunny. Und auch hier kann man die Düfte direkt spüren, weil die Aromen mit so viel Liebe zum Detail beschrieben wurden und es gibt wieder wunderbare Rezepte am Ende des Buches. Besonders gut gefallen hat mir Claires Vater. Wäre es meiner, hätte er mich schon längst in den Wahnsinn getrieben, aber in dieser Geschichte war er einfach herrlich. Pensionierter Lehrer, anscheinend völlig lebensunfähig ohne seine Familie. Aber auch alle anderen Figuren waren wieder herrlich bezaubernd, erfrischend, absolut liebenswert und es fühlte sich an, als stände man mittendrin in diesem wunderbaren Café. Auch dieses Buch war ein Pageturner für mich, der viel zu schnell zu Ende ging. Wieder mal ein schönes Buch für zwischendurch.

  9. Cover des Buches Die Frau meines Lebens (ISBN: 9783455651072)
    Nicolas Barreau

    Die Frau meines Lebens

     (426)
    Aktuelle Rezension von: bookilicious_de


    Worum geht's? 

    Der Buchhändler Antoine Bellier sitzt eines Tages in der Mittagspause in seinem Pariser Lieblingscafé, als er dort die Frau seines Lebens trifft. Da er sich nicht traut, sie direkt anzusprechen, hinterlässt sie ihm beim Hinausgehen ein Kärtchen mit ihrer Telefonnummer. Aufgrund unglücklicher Umstände ist diese jedoch nicht mehr vollständig, als Antoine seine Traumfrau anrufen will. Die letzte Ziffer ist unleserlich. Ihm bleiben nun zehn Möglichkeiten und vierundzwanzig Stunden Zeit die Frau seines Lebens wiederzufinden…. 


    Dies ist der zweite Roman von Nicolas Barreau, den ich gelesen habe. Das Buch ist recht kurz gefasst und man könnte es auch fast als Kurzgeschichte betiteln mit gerade einmal 142 Seiten. Auch diese Story hat mich sehr gefesselt und mich direkt wieder nach Paris katapultiert. Die Geschichte des Buchhändlers Antoine Bellier hat mich direkt berührt. Handelt es sich doch um einen Augenblick, den wahrscheinlich mancher von uns schon einmal erlebt hat. Eine unbekannte Person treffen und sofort eine gewisse Anziehungskraft verspüren. Der Plot ist schön beschrieben und ich konnte mich sehr gut in den verzweifelt verliebten Buchhändler hineinversetzen. Trotz der Kürze der Geschichte ist es dem Autor gelungen den Charakteren Tiefe einzuhauchen und man fiebert regelrecht mit und will wissen, ob er am Ende die Frau seines Lebens kennenlernen und erobern darf.

  10. Cover des Buches Die Kaffeemeisterin (ISBN: 9783453290600)
    Helena Marten

    Die Kaffeemeisterin

     (49)
    Aktuelle Rezension von: LiesaB
    Johanna ist die Besitzerin der Coffeemühle in Frankfurt. Sie hat diese von ihrem verstorbenen Mann geerbt. Sie liebt die Zubereitung des Kaffees und ihr kleines Kaffeehaus. Ihr Widersacher ist der Apfelweinwirt Gottfried Hoffmann, der alles daran setzt, Johanna in den Ruin zu treiben. Lange Zeit sieht es so aus, als hätte er Erfolg, da bricht Johanna nach Venedig auf... Viel hatte ich über das Buch gehört, die Rezessionen versprachen ein wahres Lesevergnügen. Wie wurde ich enttäuscht! Die Figur der Johanna hat mich gar nicht überzeugt. Ich wurde nicht warm mit ihr. Einmal wird Johanna als starke Frau skizziert, dann wieder kommt sie unglaublich naiv daher. Niemals hatte ich ein Bild von ihr in meinem Kopf, sie blieb seltsam blutarm. Das gleiche gilt für die Handlung. Außer ein paar interessante Sätze über die Zubereitung und Entstehung des Kaffes, war die Handlung mehr als kalter Kaffee. In einem historischen Roman darf ein gewisser geschichtlicher Hintergrund erwartet werden. Fehlanzeige! Mir stellte sich beim Lesen die Frage: Warum wurde dieses Buch geschrieben? Welche Aussage, welcher roter Faden zieht sich durch diesen Roman? Die Handlung ist unglaubwürdig und gähnend langweilig. Ich habe mich regelrecht durch die Seiten gekämpft. Selbst die Liebesbeziehung zum Juden Gabriel ist hölzern. Ebenfalls langweilte mich das ewige aus kneten der Gefühle. Dem Leser bleibt kein Freiraum für eigene Gedanken. Alles wird bis ins kleinste beschrieben. Jedes Gefühl bis ins Detail aus gewalzt. Fazit: Die Kaffeemeisterin bleibt der einzige Roman, den ich von Helena Martens gelesen habe.
  11. Cover des Buches Vienna (ISBN: 9783442740406)
    Eva Menasse

    Vienna

     (52)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Ich wollte mehr über diese jüdische Familie in Wien erfahren, aber das dauernde Hin- und Herspringen der Autorin zwischen verschiedenen Erzählsträngen hat mich letztendlich doch sehr ermüdet, schade!
  12. Cover des Buches Darum (ISBN: 9783552063846)
    Daniel Glattauer

    Darum

     (235)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    Der nette Mörder von nebenan

    Stell dir vor, es ist Mord, und keiner glaubt dir. So geht es dem allseits beliebten Journalisten und Gerichtsreporter Jan Rufus Haigerer, der eines Abends einen Menschen niederschießt, um sich gleich darauf in die Hände der Justiz zu begeben. Dort will man ihn allerdings als Mörder partout nicht in Frage kommen lassen. Haigerer versucht mit allen Mitteln, endlich für seine Tat verurteilt zu werden. Doch sein Wille zur Sühne wird durch das unerbittliche Wohlwollen der Mitmenschen auf eine harte Probe gestellt …


    Ein paar lustige Stunden hatte ich mit diesem Roman. Wieso nicht mal alles andersherum? Der Täter stellt sich und keiner glaub ihm. 
    Ich mochte den Schreibstil und ich fand das Buch sehr kurzweilig :)
  13. Cover des Buches Die Vertreibung aus der Hölle (ISBN: 9783518468630)
    Robert Menasse

    Die Vertreibung aus der Hölle

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74
    "Ya basta mi nombre ke es Abravanel." Es reicht, dass mein Name Abravanel ist. Die Abravanels, eine jüdische Familie, die sich bis auf König David zurückführt, gilt als eine der angesehensten und bekanntesten Linien in der jüdischen Geschichte.
    Und von einem fiktiven Viktor Abravanel erzählt Robert Menasse in seinem Roman, der mit einer verunglückten Abifeier in den 1970igern beginnt und mit dem Tod des Rabbi Samuel Manasseh ben Israel im Jahre 1657 endet.
    Dazwischen verknüpft Menasse gekonnt Vergangenheit und Gegenwart, erzählt von Autodafés, Folter und Flucht, von den kleinen Gemeinheiten und Herabsetzungen im Alltag, davon, was es heißt, zu einem verfolgten und rechtlosen Volk zu gehören, zu dem verfolgten Volk, nicht nur zeitweise, sondern über Jahrhunderte hinweg.
    Viktor Abravanel ist ein Scheidungskind, geprägt durch die Zeit im Internat, das Gefühl des Abgeschobenwordenseins. Seine Mutter muss hart arbeiten, um zu überleben, der Vater ist ein weltgewandter Lebemann.
    Samuel Manasseh erlebt schon als Kind das Grauen der Judenverfolgung, flieht mit seinen Eltern in die Niederlande, wird dort angesehener Rabbi, Lehrer des Philosophen Baruch Spinoza und heiratet eine Abravanel.
    Was nach gänzlich unterschiedlichen Lebensläufen- und konzepten klingt, hat erstaunlich viele Parallelen. Zeitweise braucht man tatsächlich einen Moment, um zu erkennen, in wessen Geschichte man sich gerade befindet. Diese Art des Erzählens, gekoppelt mit einer wunderbar bildreichen Sprache und treffsicheren Formulierungen, hat eine Sogwirkung. Man möchte lesen und lesen, und das Buch keinesfalls beiseite legen müssen. Auch wenn die erzählte Geschichte in weiten Teilen naturgemäß erschreckend ist.
    Der Verdacht entsteht früh, der Autor habe seine eigene Familiengeschichte bearbeitet. Manasseh und Menasse, nur eine kleine Lautverschiebung unterscheidet die Namen. Inzwischen habe ich natürlich ein wenig recherchiert und die Bestätigung meiner Vermutung recht schnell gefunden. Für mich macht es den Roman noch eindringlicher. Auf der einen Seite ist es sicherlich ein besonderes Gefühl einer so alten und bildungsbewußten Familie zu entstammen, auf der anderen Seite: wie viel Leid wurde so über Generationen erlebt und überliefert.
    Nach diesem grandiosen Auftakt bin ich schon sehr gespannt auf den Roman, mit dem der Autor den Deutschen Buchpreis gewinnen konnte. "Die Hauptstadt" steht schon in meinem Bücherregal und die Erwartung ist hoch.
  14. Cover des Buches Der dritte Mann (ISBN: 9783864060762)
    Graham Greene

    Der dritte Mann

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74

    Den Film mit Orson Welles und Joseph Cotten und seine berühmte Titelmelodie kannte einst jeder. In meiner Kindheit liefen diese Filme noch beständig im regulären Fernsehprogramm. Da waren auch Schwarzweiß-Fernseher noch normal.
    Das schreibe ich nicht, um auf mein Alter hinzuweisen, sondern weil ich damals eine Liebe für diese teilweise großartig inszenierten Filme entwickelt habe.
    Umso irritierter war ich, den "Dritten Mann" in Buchform zu entdecken. Es gibt also eine Romanvorlage und dann auch noch von Graham Greene?
    Nein, gibt es genau genommen nicht. Es gibt ein Drehbuch, einen erfolgreichen Film und eine für das Drehbuch entwickelte Erzählung, die daher nicht in allen Szenen mit dem Film übereinstimmt. Und diese Erzählung ist nun also als Buch veröffentlicht worden.
    Der amerikanische Autor Rollo Martins kommt auf Einladung seines Freundes Harry Lime nach Wien. Der Zweite Weltkrieg ist beendet, Wien in fünf Sektoren aufgeteilt, vier werden von je einer Besatzungsmacht, der fünfte wird gemeinsam monatlich wechselnd verwaltet.
    Kurz nach der Ankunft erfährt Martins von einem tödlichen Unfall seines Freundes und kommt gerade noch rechtzeitig zur Beerdigung. Im Zuge seines Aufenthalts stößt er auf Ungereimtheiten den Unfall betreffend und beginnt nachzuforschen.
    Es geht um Schiebereien auf dem Schwarzmarkt, um gestrecktes Penicillin, um das Wien der direkten Nachkriegszeit. Dementsprechend düster ist die Stimmung.
    Um es gleich zu sagen, an den Film kommt die Erzählung nicht einmal andeutungsweise heran. Aber das war ja auch nie der Plan. Greene ging es um eine genauere Charakterisierung seines Personals, um eine Vorarbeit zum Drehbuch. Dementsprechend nüchtern ist der Text, der dabei aber immer noch besser ist als so mancher ambitionierte Krimi. Die Lektüre lohnt also durchaus, wenn man sich für das Thema interessiert, den Film gerade nicht zur Hand hat oder Graham Greene-Fan ist.
    Die Büchergilde Gutenberg hat übrigens eine Ausgabe herausgebracht mit Illustrationen von Annika Siems, die durch ihre schlichte Schönheit besticht und in jede vernünftige Krimisammlung gehört.

  15. Cover des Buches Küsse am Wiener Kongress (Die Lancroft Abbey Reihe) (ISBN: 9783955307769)
    Sophia Farago

    Küsse am Wiener Kongress (Die Lancroft Abbey Reihe)

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Buechermama85

    Ich bin ja eigentlich eher skeptisch an den 4 Teil der Reihe gegangen. Habe ich doch die Barnett Geschwister so lieb gewonnen, da hat mich die Cousine Agatha nicht wirklich interessiert. Im Gegenteil, sie war mir sogar irgendwie unsympathisch. 

    Doch mit dem 4 Teil lernt man sie und Ihre Geschichte kennen und ich bin froh das Buch gelesen zu haben. Aber auch die Geschichte um den lieben Bertram kommt nicht zu kurz und zeigt doch wieder, nichts ist wie es scheint ...

  16. Cover des Buches Tod am Zollhaus (ISBN: 9783644459410)
    Petra Oelker

    Tod am Zollhaus

     (69)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Der erste Teil der Krimireihe Rosina der Komödiantin, Claes Herrmanns dem erfolgreichen Kaufmann und Wagner dem neuen Weddemeister. Erfolgreich lösen die Drei in Hamburg Kriminalfälle auf die mehr oder weniger unkomplizierte Art und Weise.

    Als der Prinzipal der Beckerchen Komödianten des Mordes verdächtigt und verhaftet wird, geht ein Aufruhr durch die Truppe. Rosina beginnt auf eine Faust zu ermitteln und lernt dabei den angesehen hamburger Kaufmann Claes Herrmanns kennen, der so ganz und gar nicht dem gängigen Klischee eines Kaufmanns entspricht. Offenherzig wird Rosina als Freundin in die Familie aufgenommen und dann kommt noch Weddemeister Wagner ins Verzweifeln, weil sich die Beiden dann auch noch in seine Ermittlungen einmischen!


    Ein wunderbar spannender Auftakt einer historischen Kriminalreihe!
  17. Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Wien (ISBN: 9783492276795)
    Monika Czernin

    Gebrauchsanweisung für Wien

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Duffy

    Die Serie „Gebrauchsanweisung für ...“ vom Piper-Verlag verfolgt ein interessantes und sehr unterhaltsames Konzept. Hier werden Städte oder Regionen vorgestellt, aber nicht in der üblichen Reiseführer-mit-ausführlicher-Hintergrund-Version, sondern wirklich im Sinne einer Gebrauchsanweisung, wie man den Menschen dort begegnet, die natürlich mit anderen Traditionen aufgewachsen sind und daraus den Lebensstil pflegen, der gemeinhin als „regionaler Charakter“ bezeichnet wird. Dass der natürlich auch eine Menge „Schrullen“ enthalten kann, macht die Betrachtungsweise sehr amüsant und die Herkunft dieser eingebrannten Besonderheiten sind oft interessante Geschichten. Deshalb kommen in dieser Piper-Reihe auch immer Autoren zu Wort, die Belletristiker sind und das Material eben in diesem Stil schreiben, dass man bei einer Reise ins Zielgebiet auf diese Besonderheiten achten kann.

    Monika Czernin ist ebenfalls eine etablierte Autorin und Wien-Kennerin mit der Zutat, die so ein Buch braucht: Der Liebe zum Objekt. Doch leider kommt die Betrachtung der Wiener Mentalität, die man heute auch immer noch überall findet, obwohl sich Wien wie kaum eine Stadt in den letzten zwanzig Jahren verändert hat, etwas zu kurz. Natürlich liest man einiges, was den Wiener als solchen auszeichnet, aber im Prinzip macht die Autorin das, was man eigentlich nicht sucht: Einen Spaziergang durch Wien mit ausführlichen Informationen nebst Geschichte ihrer Stationen, dann einen sehr ausführlichen Abriss der Wiener Geschichte in Kunst, Politik und Stadtentwicklung. Das liest sich eben so wie ein Sachbuch. Viel Informationen, viele Daten. Die Betrachtung der typisch wienerischen Merkmale werden zu kurz abgehandelt, teilweise in schmalen Kapiteln, nüchtern und ohne großen Unterhaltungswert, der diese Reihe eigentlich auszeichnet.

    Es ist nichts verkehrt, was die Autorin macht, nur passt es nicht in diese Reihe. Es ist auch nicht wirklich ein Sachbuch, aber eines ist es ganz bestimmt nicht: Eine Gebrauchsanweisung. Dazu fehlt es an der Vitalität und dem Humor.

    Wer ein lockeres Buch über die wichtigsten Wiener Epochen und über die sehenswürdigen Orte der Stadt lesen will, der ist hier ganz gut aufgehoben. Wer sich allerdings mehr mit den Eigenarten des Wiener Lebens beschäftigen möchte, dem seien Bücher von „Ur-Wienern“ empfohlen, die sich mehr mit den Absurditäten dieser schönen und erlebnisreichen Stadt beschäftigen.

  18. Cover des Buches Horak hasste es, sich zu ärgern (ISBN: 9783903091405)
    Karoline Cvancara

    Horak hasste es, sich zu ärgern

     (14)
    Aktuelle Rezension von: 0Soraya0

    Zum Inhalt (Klappentext):
    »Und Ihr Name?«
    »Horak.«
    »Sie haben ganz gewiss auch einen Vornamen.«
    »Professor.«

    Eigentlich ist es nicht so schwer zu verstehen. Erwin Horak möchte einfach seine Ruhe haben. Warum kann das keiner respektieren? Seine Nachbarn nicht und ebenso wenig die Wiener Verkehrsteilnehmer oder seine nervigen Kollegen an seiner ebenso unleidlichen Schule, in der er als Professor sein Auskommen findet. Weil er nicht mal in seinen eigenen vier Wänden von ständiger Störung verschont bleibt, flieht er jeden Abend ins Wiener Traditionscafé Hummel. Dort kennt man ihn und hält respektvoll Abstand. Elfriede ist da ganz anders. Als die offene und lebenslustige Frau Horak gezwungenermaßen kennenlernt, irritiert sie sein schroffer Ton zwar erst, erweckt in ihr aber auch eine Art Forscherdrang. Gegen Horaks ausdrücklichen Widerstand prüft sie ihn mit ihrer Anwesenheit stark. Kann sie den Felsen brechen? Aufgeben kommt beiderseits keinesfalls infrage.

    Meine Meinung:

    Eins vorne weg bei "Horak hasste es, sich zu ärgern" handelt es sich wirklich um ein außergewöhnliches Buch, denn es spielt fast nur in einem Wiener Café bzw. genauer gesagt an einem Tisch. Aber das ist auch kein Wunder, da Horak ja jeden Abend an eben diesem verbringt. Jeden einzelnen Tag, bis Elfriede ihn stört.
    Der Schreibstil von Karoline Cvancara ist recht einfach gehalten und dennoch gelingt es ihr, sehr viel Gefühl, Atmosphäre und Emotionen zu transportieren. Auch zeichnet sie ihre Charaktere sehr detalliert, so dass man sich vor allem von deren Eigenschaften ein genaues Bild machen kann.
    Beim Lesen hatte ich permanent Horak vor meinen Augen, wie er grantelnd an "seinem" Tisch sitzt und versucht das störende Weib los zu werden. Ein richtiger Eigenbrödler, der mit niemandem so recht etwas zu tun haben möchte, abgesehen von seinem besten Freund, mit dem er sich jede Woche zum Karten spielen trifft.
    Elfriede scheint das genaue Gegenteil zu sein und möchte die harte Schale von Horak knacken. Dies tut sie aber auf charmante Weise, so dass einige lustige Szenen entstehen.
    Man hat beim Lesen das Gefühl, als würde man ebenfalls im Hummel sitzen und die beiden von einem benachbarten Tisch beobachten, so realistisch fühlt es sich an. Dadurch ist es wirklich ein interessantes Leseerlebnis, bei dem die fehlende Aktion keinen Abbruch tut.
    Das Ende kam dann aber doch etwas schnell und einfach daher. Hier hätte ich gerne noch ein bisschen erfahren, wie es weiter geht.

    Fazit:

    Ein wunderschöner Cafébesuche, der einem lustige aber auch nachdenkliche Lesemomente bescherrt.

  19. Cover des Buches Mein Sowohlalsauch (ISBN: 9783940767356)
    Renzo Spotti

    Mein Sowohlalsauch

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Stundenplan (ISBN: 9783407787095)
    Christine Nöstlinger

    Stundenplan

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Stundenblume
    Da geht man nichts ahnend in die Bibliothek und trifft auf ehemalige Lieblingsautoren für 50 Cent. Die kann man doch nicht einfach dort stehen lassen. Also hab ich mir nichts dir nichts den Stundenplan von Frau Nöstlinger in der Hand. Hmm erste Überlegung, ganz schön schmal das Buch, zweite Überlegung, du hast noch ganz schön viel vor dir, wann willst denn das dazwischen schieben? Dann hab ich es einfach mal dazwischen geschoben und es nicht bereut. Christine Nöstlinger erzählt kurzweilig eine schöne Geschichte über ein 14 Jähriges Mädchen namens Anika, mit all ihren alltäglichen Problemen, ob es nun Schule, Eltern oder Jungs betrifft. Wie geht man mit zu neugierigen, knauserigen Eltern um, ist Mama lieber als Papa, oder hat einfach immer jeder einen schlechten Tag? Der Junge den ich mag, der schaut die ganze Zeit eine andere an, was tut man da? Und wenn dann auch noch, der Junge, den man nicht so mag, einem Limonade aus gibt, dann sitzt man richtig in der Zwickmühle. Wie soll denn da der Geliebte noch wissen, dass man frei ist? All diese Probleme und Fragen beleuchtet Frau Nöstlinger in Ihrer Geschichte. Die Lesenswert wie gewohnt im Wiener Deutsch flott und flink daher getanzt kommt. Einen Punkt Abzug, weil es einfach nicht der Brüller ist, wo man mit voller Punktzahl daher kommt. Dazu fehlt noch etwas biss.
  21. Cover des Buches Philosophenpunsch (ISBN: 9783839211922)
    Hermann Bauer

    Philosophenpunsch

     (9)
    Aktuelle Rezension von: iamnomorningperson
    Also, DAS war ein wirklich gelungener Krimi! Gleich von der ersten Seite an hat mich die heimelige Kaffeehausatmosphäre in ihren Bann gezogen, weil sie total authentisch und echt beschrieben wurde, sodass ich gar die erste Schale Kaffee riechen konnte, die sich der Oberkellner Leopold aus der Maschine lässt, bevor er morgens das Café Heller aufsperrt und sich mit näselnder Stimme um die Kundschaft kümmert.

    "Philosophenpunsch" ist ja der vierte Band der Wiener Kaffeehauskrimis um den guten Leopold, aber es hat meinem Lesevergnügen keinerlei Abbruch getan, dass ich die Vorgänger noch nicht kannte. (Die Betonung liegt auf NOCH, weil ich sie nämlich schon nachbestellt habe *gg*) Man war sofort in der Geschichte und hatte einen guten Überblick.

    Der Autor schreibt flüssig, mit kleinen altmodischen, aber irgendwie typisch wienerischen Ausreißern. Sein Wiener Schmäh und Charme kommen gut durch und der bissige Humor lässt einen oft laut auflachen, selbst wenn grad eine Leich' im Schnee liegt.
    Die Dialoge und Gespräche, bei denen sich dann auch plötzlich Leute vom Nebentisch einmischen, sind unschlagbar gut geschrieben. Es ist, als wäre man mittendrin und würde lauschen, während man vorgibt, in der Zeitung zu blättern und seine Melange zu trinken.

    Der Fall, den Leopold zwischen dem Kampf um ein paar Netsch Trinkgeld und dem Kümmern um die liebe Tante, untersucht, war vielleicht ein wenig übertrieben dargestellt, aber das hat trotzdem super gepasst. Hermann Bauer hat da eine geniale Mischung von "Mundl" und "Sissi" geschrieben - halt bloß in Krimiform und im Kaffeehaus Heller statt beim Mundl daheim oder im Schloss Schönbrunn.

    Die Charaktere sind facettenreich und vielfältig. Ich denke da nur an den Inspektor Bollek, Leopolds besten Freund Thomas Korber oder das Muttersöhnchen Franz Jäger. Mein einziger Kritikpunkt sind die Frauen, die vielleicht etwas zu mannstoll sind *lach* Aber darüber kann man bei diesem Lesevergnügen getrost hinwegsehen. Ich will mehr von Leopold!


    Bewertung und mein Fazit

     

    Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus! "Philosophenpunsch" ist ein wirklich gelungener kleiner Krimi mit viel Kaffeehaus-Flair und witzigen Charakteren. Eine tolle Einstimmung auf den Advent, auch wenn meiner sicher etwas ruhiger verlaufen wird, als der vom Leopold.
  22. Cover des Buches Karnak-Café (ISBN: 9783293405844)
    Nagib Machfus

    Karnak-Café

     (4)
    Aktuelle Rezension von: monerl
    Meine Meinung
    Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Der Autor schafft Atmosphäre und verbreitet ein gutes Gefühl in Bezug auf das Karnak-Café und seine (Stamm)Gäste. Wenn man Ägypten bereits bereist hat, kann man sich diese Art von Café sehr gut vorstellen. Man hat die Gäste vor Augen, wie sie ihre Zeit dort genießen, über Politik, die Liebe und Gott und die Welt palavern. Das machen Ägypter in solchen Cafés tatsächlich mit riesengroßer Freude. Eher unüblich ist dabei die Anwesenheit von Frauen, sowohl als Inhaberin als auch als Gast. Dies muss jedoch an der Zeit liegen, in der das Buch verortet ist. In den 50er sowie 60er Jahren stellten Frauen in Cafés in Kairo durchaus ein normales Straßenbild dar.

    Der Erzähler stolpert ganz zufälltig über das Café und erkennt in der Inhaberin die in den 40er Jahren berühmte Bauchtänzerin Kurunfula. Ihr Name ist auf die Nelke zurückzuführen, die im Ägyptisch Arabisch “karanful” (قرنفل) heißt. Sie strahlt und er erinnert sich an die damalige Zeit, in der er Kurunfula bewunderte und freute sich nun umsomehr dieses Café gefunden zu haben, in dem er sich schnell sehr wohl und als einer von -ihnen- fühlte.

    “Was aber diesen Ort zu etws ganz Besonderem machte, war die innige Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart, von wehmütiger Erinnerung an schöne Zeiten und dem Stolz auf die rühmliche Jetztzeit. Über allem schwebte der Zauber des unerwarteten Zufalls. Da war einfach nur meine Uhr stehen geblieben, und schon erlebte ich einen so manigfaltigen Reiz. Oh ja, sagte ich mir, wann immer die Zeit es erlaubt, soll das Karnak-Café der Ort sein, an dem ich mich ausruhe und erhole.“ (S. 7f.)

    Doch dieser wundervolle Café-Alltag hällt nicht für immer. Drei junge Stammgäste, einer davon ist Hilmi Hamada, in den Kurunfula sehr verliebt ist, sind plötzlich für eine längere Zeit verschwunden. Irgendwann erscheinen sie wieder und es ist klar, dass sie Schreckliches erlebt haben, und dass das mit dem Geheimdienst zu tun hat.

    Die drei verschwinden noch zweimal und jedes Mal kommen sie älter und verstörter zurück. Und wenn das nicht schon schlimm genug wäre, widerfährt dem ägyptischen Volk in dieser harten, politischen Zeit eine schmerzhafte Niederlagen, bei der über 10.000 Soldaten den Tod fanden. Es ist die Niederlage im Kampf gegen Israel, der Ägypten durch den Sechstagekrieg/Junikrieg (05.-10. Juni 1967) den Stolz und die Söhne nahm.

    Nagib Machfus hat seine Novelle einige Wochen nach dem Sechstagekrieg geschrieben und man erkennt dabei, dass er diesen als auch die gesamte ägyptische Politik darin verarbeitet und kritisiert.

    Diese Novelle ist nicht sehr umfangreich. In den ca. 120 Seiten reduziert Machfus somit alles auf das Wichtigste. Als Leser kann man der Entwicklung folgen, wobei es ohne Kenntnisse zur ägyptischen Politik, der Revolution von 1952, dem Sechstagekrieg und den Gesellschaftsstrukturen nicht leicht fällt, das Gesagte zu verstehen. Das Buch muss in der zeitlichen Verortung gesehen und gelesen werden, damit Machfus’ Worte verstanden werden können.

    Meine Interpretation des Endes ist, dass sich das Volk verraten und vergewaltigt fühlte; von der Revolution, von den Versprechungen, von der Führungspolitik. Am Ende blieb ihnen nicht einmal mehr der Stolz – und der ist sehr wichtig für viele Ägypter. Wenn man schon in Ägypten war und die Gelegenheit hatte sich mich Einheimischen zu unterhalten, konnte man ganz bald erkennen, dass die meisten Ägypter stolz darauf sind, Ägypter zu sein. Was auch immer das im Grunde bedeuten soll.

    Der Autor hat noch etwas Hoffnung für sein Land. Dass er die aber durch den Mund des Folterers kundtut, der in den Kreis des Karnak-Cafés aufgenommen wird, spricht meiner Ansicht nach Bände.

    “Lasst mich in aller Kürze sagen, was für mich die Quintessenz dessen ist, was ich in der letzten Zeit gelernt habe. Mit der Niederlage war mein früheres Leben beendet, aber ich bin aus dieser Krise mit neuen Erkenntnisssen hiervorgegangen, die mir für mein zukünftiges Leben als Richtschnur dienen werden. Was für Prinzipien das sind? Erstens: Begib dich niemals wieder auf den Irrweg von Willkür und Diktatur. […]“ (S.116)

    Ich hätte mir insgesamt aber ein paar Seiten mehr gewünscht, auf denen die Charaktere ein bisschen näher beschrieben worden wären. Dies ist kein Entwicklungsroman. Das Buch beschreibt eigentlich den damaligen Ist-Zustand, wie der Autor ihn empfand.

    Sehr gut gefallen haben mir zum Schluss die Worterklärungen, die Infos zur Übersetzerin und eine Art Nachwort zum Buch von Roger Allen. Das alles gibt einem ein größeres Gefühl für das “Karnak-Café”.


    Fazit
    Ein sehr interessantes Buch über die ägyptische Gesellschaft bis Ende der 60er Jahre. Ein wahrlich historisches Buch, das die damalige politische Landschaft und Struktur beschreibt, in der es zum damaligen Zeitpunkt geschrieben wurde. Dies ist kein Buch, das man einfach so zwischendurch liest, um sich zu unterhalten. Ohne Vorwissen oder nachträgliche Recherche als auch Interesse an Ägypten und seiner Gesellschaft, wird sich dem Leser der Inhalt des Buches nicht richtig eröffnen. Es wird lediglich ein geschriebener Text bleiben, der nicht berührt. Dies finde ich sehr schade und wird dem Buch und dem Autor nicht gerecht. Deshalb sollte jeder die Finger davon lassen, der sich nicht für Klasser, nicht für Politik und nicht für Ägypten und seine Konflikte interessiert.
  23. Cover des Buches Bevor Max kam (ISBN: 9783492232173)
    Michael Köhlmeier

    Bevor Max kam

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ferrum
    Ich habe diese Sammlung von Kurzgeschichten das erste Mal als "Fortsetzungsroman" in der Samstagausgabe der Tageszeitung Kurier gelesen. Was soll ich sagen: Binnen weniger Folgen waren die Geschichten der Hauptgrund, überhaupt den Kurier zu lesen. Ein paar Wochen später hab ich das Buch erstanden. Die Geschichten lese ich immer noch hin und wieder. Den Kurier schon lange nicht mehr. Ich halte es für eines von Köhlmeiers besten Werken. Auch wenn er das vemrutlich nicht hören will...
  24. Cover des Buches Melange der Poesie (ISBN: 9783218010825)
    Alain Barbero

    Melange der Poesie

     (10)
    Aktuelle Rezension von: blaues-herzblatt
    Im Mittelpunkt steht bei diesem Bildband das Wiener Kaffeehaus in seiner ungebremsten Vielfalt. Alain Barbero und Barbara Rieger haben es sich zur Aufgabe gemacht den Charme der Wiener Kaffeehäuser und ihrer Besucher mit Kamera und Stift einzufangen (und ich kann vorab bereits sagen es ist ihnen gelungen).

    Das Buch setzt sich dabei zusammen aus jeweils zwei Doppelseiten pro Kaffeehaus, mit jeweils zwei in schwarz-weiß gehaltenen Fotografien von Alain Barbero, einem Vorstellungsbeitrag von Barbara Rieger und einer weiteren Seite mit lyrischem Beitrag von einem literarischen Besucher des Kaffeehauses.
    Meiner Meinung nach war diese Idee eine ausgezeichnete, die für mich als Leser abwechslungsreich war und das Blättern interessanter gestaltet hat.

    Direkt beim ersten Blick ins Buch fallen zwei Karten auf, eine zu Beginn, eine am Ende. Beim Lesen kann man diese aufsuchen und sich einen Überblick darüber verschaffen wo das Kaffeehaus bzw. der Literat auf der Wiener Landkarte zu verorten ist. Ein leicht zu überzeugender Charakter wie der meine fängt da schnell an eine Wienreise zu planen und die verschiedenen Etappen zu vermerken (hier ist Vorsicht geboten).

    Ich selbst hatte zwar schon viel und oft von den berühmten Wiener Kaffeehäusern
    gehört, aber keine genaue Vorstellung von Wienerkaffeehauskultur an sich. Das hat sich jetzt geändert. Dank der Vorstellungsseiten kann ich diese jetzt geschichtlich besser einordnen und habe eine genaue Idee wer dort verkehrte und wie die Stimmung zu verschiedenen Tageszeiten wechselte.

    Eine Sache bei der ich mir unklar bin ob ich sie mag oder nicht sind die schwarz-weiß Fotografien. Die Fotografien an sich halte ich für gelungen und vor allem einige der Porträtfotografien haben es mir angetan. Mir geht es um etwas anderes. Die Vorstellungsseite benennt die Rubrik „In Farbe“ und beschreibt die Farbigkeit des Innenlebens. Zum einen finde ich wird dadurch vortrefflich die eigene Fantasie gestärkt und gefordert, zum anderen finde ich den Kontrast zwischen der Fotografie und den Farben fast zu stark.

    Die lyrisch-literarischen Beiträge sind sehr unterschiedlich und füllen eine Bandbreite von Ideen aus. Ich denke da ist für jeden etwas dabei und dann auf anderen Seiten auch wieder gar nichts, aber ich habe mich daran nicht gestört und mich mehr darüber gefreut den ein oder anderen neuen Geheimtipp, den es zu erforschen gilt, für mich selbst heraus zu filtern.

    Die Texte von Barbara Rieger haben mir gefallen und eine Konstante zwischen den verschiedenen Künstlern geschaffen. Sie hat es in meinen Augen wirklich gut umgesetzt für jedes Kaffeehaus eigene Worte zu finden und dem Leser eine Vorstellung des Ambientes zu liefern.

    Fazit: ein ebenso aufschlussreicher wie gelungener und nach meinen ästhetischen Vorstellungen gestalteter Bildband, der sich sehen lassen kann. (;

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