Bücher mit dem Tag "kafka"

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153 Bücher

  1. Cover des Buches S. - Das Schiff des Theseus (ISBN: 9783462047264)
    J. J. Abrams

    S. - Das Schiff des Theseus

     (114)
    Aktuelle Rezension von: kathaeiapopeia

    Worum geht es? 

    Schwer in Worte zu fassen, was dem Leser hier geboten wird. 

    Die Geschichte des Buches versucht, sich erzählerisch an das Theseus-Paradoxon anzunähern. Das philosophische Paradoxon beschäftigt sich mit der Frage der Identität, indem es von einem Schiffen erzählt, dessen Einzelteile nacheinander ausgetauscht werden. Das Buch greift diese Geschichte auf. 

    Und jetzt kommt das Spannende: 

    Es versteckt sich eine weitere Geschichte in diesem Buch, die über die Randnotizen erzählt wird. Die zwei Protagonisten kommunizieren über ihre Notizen im Buch und lernen sich so immer besser kennen. 


    Meine Meinung:

    Ich liebe Bücher, die mit allen Sinnen erlebt werden. In den Händen hält der Leser einen Schatz, der entdeckt werden will. Es lohnt sich, sich darauf einzulassen. Die vielen Beigaben (alte Briefe, Postkarten, Bilder, eine Serviette) laden zum Entdecken der Geschichte ein. Hier werden die Sinne auf allen Ebenen angesprochen. 

    Mein Tipp: befolgt den Rat, den es unterschiedlichen Foren zu dem Buch zu finden gibt und lest das Buch mehrmals. 

    Für mich ist das Buch "S. Schiff des Theseus" ein Meisterwerk der Buchproduktion. Wer hier ein Buch erwartet, was man gemütlich im Sessel durchlesen kann, ist falsch am Platz. Wer sich allerdings fühlen möchte, wie jemand, der in einer alten Bibliothek sitzt und einem Geheimnis auf der Spur zu sein scheint, der sollte dieses Buch unbedingt zur Hand nehmen.

  2. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783442740437)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.059)
    Aktuelle Rezension von: Countofcount

    Für mich ist „Kafka am Strand“ sicherlich eines DER Bücher.

    Murakami breitet seine surreale und kafkaeske Welt so dicht und verwoben aus wie das allenfalls noch in „Die Aufziehvogel-Chroniken“ und „1Q84“ geschieht. 

    Mehrere Handlungsstänge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben (und jeweils für sich schon „verrückt“ genug sind), werden kunstvoll verwoben.

    Wie immer bei Murakami kann man das Ganze entnervt nach wenigen Seiten (oder einigen Kapiteln) in die Ecke pfeffern, oder aber man lässt sich drauf ein und erlebt ein (wie ich finde) sehr sensibel gezeichnetes Werk. Natürlich sind sprechende Katzen (oder gar Kühlschränke mit Katzenköpfen), regnende Meeresbewohner oder UFO-ähnliche Geschehnisse nicht jedermanns Sache, ist aber letztlich auch egal, weil Murakami das in der Summe total kunstvoll kombiniert und atmosphärisch verwebt. 

    Und so ist -wie eigentlich so oft bei Murakami- das Thema „Einsamkeit“ / „Suche“ / „Sehnsucht nach Ankommen“ vorherrschend. 

    Für mich persönlich -wie gesagt- eines DER Bücher. Möglicherweise sogar DAS Buch.

  3. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

     (308)
    Aktuelle Rezension von: KiraNear

    Titel: Die Ermordung des Commendatore II - Eine Metapher wandelt sich

    Autor: Haruki Murakami

    Erschienen in Deutschland: 2018

    Originaltitel: Kishidanchō goroshi. Killing Commendatore

    Erschienen in Japan: 2017 

    Weitere Informationen:

    Genre: Slice-of-Life, Übernatürliches

    Preis: € 26,00

    Seiten: 489

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 978-3-8321-9892-3

    Verlag: DuMont Buchverlag 

     

    Klappentext:

    Mit dem Porträt der 13-jährigen Marie wächst allmählich das Selbstvertrauen des jungen Malers in seinen eigenen Stil. Die wiedergewonnene Sicherheit hilft ihm, das Ende seiner Ehe zu verarbeiten. Während der Sitzungen freunden sich das Mädchen und der Maler an. Er ist beeindruckt und erschrocken zugleich von Maries Klugheit und Scharfsinn. Mit ihr kehrt die Erinnerung an seine kleine Schwester zurück, deren Tod er nie überwunden und nach der er in jeder Frau gesucht hat. Auch in seiner eigenen, die, wie er erfährt, schwanger ist. Als Marie verschwindet, ist er fest davon überzeugt, dass dies im Zusammenhang mit dem Gemälde "Die Ermordung des Commendatore" steht und dass nur das Gemälde und sein Maler ihm den Weg weisen können, um Marie zu finden. Ein Weg, der durch eine Luke in eine andere Welt führt. 

     

    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

    Den Vorgängerband habe ich schon vor mehreren Jahren gelesen und fand es ziemlich enttäuschend, dass die erste Szene, der Prolog, absolut nichts mehr mit dem Rest des Bandes zu tun hatte, vor allem, da das der Text auf dem Rücken des Buches war. Mittlerweile weiß ich, dass das ein Fehler des Verlags war und nehme es dem Buch nicht mehr übel. Allerdings wird erst in diesem Band erklärt, was es mit diesem Prolog aus Band 1 auf sich hat und das finde ich schade. Es gibt bestimmt noch mehr Menschen, die davon enttäuscht waren, aber Band 2 nie gelesen haben.  

    Wie Band 1 ist Band 2 nicht sonderlich aufregend, selbst die spannenden Szenen haben eine ruhige Atmosphäre an sich und sind so ruhig eine Stunde Yoga oder eine Teezeremonie. Zwar muss es in einem Buch nicht immer spannend und aufregend sein, aber so im Gesamten war das Buch dann doch ein wenig zu ruhig für meinen Geschmack. Auch habe ich nicht ganz den Zusammenhang verstanden, den der Maler zwischen Maries Verschwinden und dem Bild gesehen hat. Überhaupt war die ganze Reise, die er darauf hin unternommen hat, hat nicht wirklich Sinn gemacht. Hinterher wird durch Marie erklärt, wie und warum sie für mehrere Tage verschwunden ist; aber den Zusammenhang habe ich auch da nicht gesehen. Das fand ich dann doch etwas merkwürdig. 

    Das Lesen an sich hat schon Spaß gemacht, aber ich bin mir sicher, dass die beiden Bände zu der Sorte Buch gehören, die ich einmal lese und dann reicht es mir für den Rest des Lebens. Dass ich nicht das Bedürfnis habe, sie irgendwann wieder zu lesen. Wie auch schon beim Vorgängerband gefällt mir das bunte Cover, da das Buch jedoch nicht mir gehört und der Umschlag teilweise auf das Buch geklebt wurde, liegt an der Bibliothek, von der ich mir das Buch ausgeliehen habe. Zumindest bin ich mir jetzt sicher, dass ich den ersten Band nicht behalten werde. Das habe ich davon abhängig gemacht, ob mir der zweite Band gefällt oder nicht; oder wie sehr. Das hier sind die einzigen zwei Bücher, die ich von dem Autoren gelesen habe, ich weiß nicht, ob ich noch einem anderen Buch von ihm eine Chance geben werde, aber wenn, dann nicht so schnell.  

    Wie auch im Vorgänger wurde ich mit den Charakteren nicht warm, da es immer eine gewisse Distanz gab, sie waren mir nicht so vertraut oder nahe, wie ich es sonst von Bücher-Charakteren kenne. Zwar hat mir Marie am besten gefallen, aber auch sie war so weit weg beim Lesen. Das Ende hat mich ein wenig überrascht, aber doch erfreut. 

     

    Fazit:

    Wenn man mal Abstand vom Alltag braucht und einfach etwas komplett ruhiges lesen möchte, dass den Ruhepuls nicht beeinflusst; oder wenn man einfach mal ein Buch braucht für den Balkon/Strand, dann ist das hier wohl das richtige, wobei ich erstmal mit dem ersten Band anfangen würde. Ansonsten sollte man vom dem Buch eher Abstand nehmen. Wie auch schon beim Vorgänger fällt es mir schwer, eine Bewertung zu finden. Aber ich bin dann nach vielen Stunden an Überlegen schließlich doch noch auf einen Nenner gekommen und gebe dem Buch insgesamt 4 Sterne. Nochmal lesen werde ich allerdings wie gesagt nicht.

  4. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (272)
    Aktuelle Rezension von: Annilove

    für Geschichts- und Kunstliebhaber sehr zu empfehlen, wer aber nichts daran sieht der wird in dem Buch auch nichts finden

  5. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  6. Cover des Buches Die Kakerlake (ISBN: 9783257071320)
    Ian McEwan

    Die Kakerlake

     (50)
    Aktuelle Rezension von: milkysilvermoon

    Noch vor wenigen Stunden war sie unter unzähligen Artgenossen hinter der Vertäfelung im Westminster Palace. Nun findet sich die Kakerlake im Körper des britischen Premierministers Jim Sams wieder – und zwar in dessen Bett im obersten Stockwerk der Londoner Downing Street Number 10. Von einem gehassten oder bestenfalls ignorierten Insekt hat sie sich in den mächtigsten Politiker Großbritanniens verwandelt, und das nicht ohne Grund: Zusammen mit einigen anderen ihrer Art hat sie eine ebenso wichtige wie geheime Mission. Die Kakerlaken haben das Ziel, den Willen des Volkes durchzusetzen – um jeden Preis. 

    „Die Kakerlake“ von Ian McEwan wird vom Verlag als Roman, vom Autor als Novelle bezeichnet. 

    Meine Meinung:
    Unterteilt ist die Geschichte in vier Kapitel, die wiederum aus mehreren längeren Absätzen bestehen. Erzählt wird in meist chronologischer Abfolge aus der Perspektive der Kakerlake, die den Körper von Jim Sams übernommen hat. Dieser Aufbau funktioniert gut.

    Das Werk ist – wie vom Autor gewohnt – in einer gehobenen, pointierten Sprache verfasst und dennoch gut verständlich. Den Einstieg empfinde ich als sehr gelungen, danach fällt die Geschichte aber etwas ab.

    Interessant finde ich die Idee, Kafkas „Verwandlung“ umzudrehen und ein Insekt in einen Menschen zu stecken. In Jim Sams finden sich Eigenschaften und Eigenheiten von Theresa May und Boris Johnson vereinigt. Auch die übrigen Kakerlaken weisen Ähnlichkeiten mit anderen Figuren der britischen Politik auf. So originell die Protagonisten der Geschichte sind, so wenig erschließt es sich, wie es den Insekten glücken kann, in so kurzer Zeit so problemlos in die Rolle von Menschen zu schlüpfen. Eine absolute Realitätsnähe erwarte ich bei einem solchen Szenario nicht. Dennoch hapert es in punkto Rollentausch in der Geschichte an der Nachvollziehbarkeit und Logik. 

    Sehr kreativ ist auch das Übertragen des Brexit-Themas auf ein neues Wirtschaftssystem, den Reversalismus. Die recht abstrus anmutende Idee des umgekehrten Geldflusses verfügt über eine Menge Potenzial, das jedoch leider nicht ganz ausgeschöpft wird. An einigen Stellen hinkt die Analogie. Zudem erfordert dieser Einfall einige Erklärungen, die auf den nur rund 130 Seiten viel Raum einnehmen und für Langatmigkeit sorgen. Letztere entsteht auch dadurch, dass der Humor insgesamt zu kurz kommt. 

    Aufgrund der aktuellen Thematik rund um die Geschehnisse im Vereinigten Königreich war ich sehr auf das Buch gespannt. Aus der Tatsache, dass er die Abspaltung von der EU – in meinen Augen absolut berechtigt – für einen großen Fehler hält, macht Ian McEwan seit Längerem kein Geheimnis. Leider ist die ganze Geschichte jedoch recht durchschaubar und weniger pfiffig als erhofft. Viele Parallelen sind mehr als offensichtlich. Die Kritik am Brexit scheint nicht nur subtil durch, sondern schreit dem Leser förmlich ins Gesicht, auch ohne dass dieses Wort nur einmal fällt. Viel Nachdenken wird bei der Lektüre nicht verlangt. Das Ganze erscheint recht plakativ. Auch die Auflösung, weshalb die Kakerlaken den Reversalismus umsetzen möchten, ist schnell klar. Einige lose Enden werden gar nicht weiterverfolgt, Widersprüche und Unklarheiten in Kauf genommen. So ergibt sich insgesamt der Eindruck, dass die Geschichte mit viel Frust und in Eile geschrieben wurde und daher in Teilen eher plump und unausgegoren bleibt. 

    Das deutsche Cover, mit dem der Verlag seinem Stil treubleibt, gefällt mir sehr gut. Gelungen ist auch der einprägsame, knappe und sehr treffende Titel, der sich am englischsprachigen Original orientiert („The cockroach“). 

    Mein Fazit:
    In „Die Kakerlake“ von Ian McEwan steckt eine Menge kreatives Potenzial, das jedoch nicht in Gänze ausgeschöpft wird. Dass der Autor wegen der aktuellen politischen Entwicklungen unter großem Zeitdruck geschrieben hat, ist einleuchtend. Mit seiner Novelle, die etliche Schwächen offenbart und ich deshalb nur eingeschränkt empfehlen kann, bleibt er allerdings hinter meinen Erwartungen zurück.

  7. Cover des Buches In einem anderen Buch (ISBN: 9783423212946)
    Jasper Fforde

    In einem anderen Buch

     (272)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Man kommt sehr gut in die Geschichte rein. Wenn man noch weiß wer Thursday, Bowden und Landen ist, dürfte man keine Schwierigkeiten haben.

    Der zweite Teil ist sogar noch abgedrehter als der erste. Ich würde sagen, dass der erste Teil schon etwas Verrücktes an sich hatte, aber dieser Teil ist wirklich abgedreht.

    Das meine ich nicht mal negativ, weil ich sowas liebe! Aber das muss man mögen, sonst wird man mit diesem Buch nicht glücklich werden.

    Dieses Mal wird auch mehr Blick auf die Welt und Thursdays Familie gelegt. Die beide so einiges zu bieten und entdecken haben.

    Jeder hat in seiner Familie diesen einen verschrobenen, leicht verrückten Onkel oder Tante. Bei Thursday sind ALLE Mitglieder ihrer Familie so. Und das ist absolut sympathisch – man möchte ein Teil davon sein.

    Die Detailliebe für diese Welt/Gesellschaft ist unglaublich und wirklich alles fügt sich zu einem perfekten Bild zusammen – auch wenn es noch so abgedreht ist.

    Selbst vermeintlich alltägliche Dinge werden zum Erlebnis. Allein die Darstellung eines Buchverkaufes von stark reduzierten Büchern in einem modernen Antiquariat, war der Hammer!

    In diesem Band wurde viel Fokus auf Zeitreisen gelegt.

    Das Ganze auch mehr auf die fiktive, als wissenschaftliche Sicht. Es gab da durchaus Paradoxien, aber die wurden von dem Buch selbst aufgegriffen bzw. angesprochen und sehr charmant erklärt. Deshalb finde ich das wirklich gut gemacht und natürlich ist es auch sehr kreativ in Szene gesetzt. 

    Allerdings erlaubt dieses Konzept der Geschichte sehr viel. Auch außerhalb der Zeitreisesache gibt es ein paar Dinge, wo sich logische Fehler finden lassen. Die werden in aller Regel aber gut kaschiert.

    Man übertreibt bei dieser Reihe auch wirklich nicht, wenn man sagt, dass so ziemlich alles an dem Buch kreativ ist.

    Da wird auch nicht von Parallelwelten, Zeitrealitäten oder auch eine ganze Welt der Gedanken halt gemacht.

    Es werden allgemein sehr viele Themen an- oder besprochen. Wie z.B. Zeitreise, Ausmaß von Erinnerungen, Konzernmonopole, Überwachung, Zensur, der Frage was Kunst ist usw.

    Aber natürlich steht im Mittelpunkt, die Liebe zur Literatur, die man auch in diesem Band überall herauslesen kann – vielleicht sogar noch mehr als im ersten Band, weil sich hier nicht auf ein Roman fokussiert wird.

    Allerdings müsste man alle Werke gelesen haben, auf die hier angespielt werden, weil man sonst ein paar Raffinessen verpasst.

    Das dumme ist, dass man vorher nicht wissen kann, auf was für Werke oder Figuren angespielt werden. Denn es gibt keine Liste oder so etwas. Man merkt das Defizit also erst, wenn es zu spät ist (zumindest wenn man keine Lust hat das Buch zu unterbrechen und das betreffende Werk nachzulesen).

    Was ich auch etwas schade fand war, dass das Buch nicht so ganz in sich abgeschlossen ist – damit hatte ich aber gerechnet, weil es bei dem ersten Band der Fall war.

    Es ist auch nicht gänzlich offen, ich würde sagen es gab in dem Band zwei große Handlungsthemen – eine davon wurde aufgelöst, die andere nicht. Irgendwie fühlte ich mich da fast ein wenig halbherzig zurück gelassen – aber macht nichts, ich habe den dritten zum Glück bereits griffbereit.

     

    Fazit

    Insgesamt bin ich bisher sehr begeistert von der Reihe – ich finde den zweiten Band sogar noch etwas besser als den ersten.
    Es ist unglaublich kreativ, es ist vielschichtig, sehr unterhaltsam und eine Liebeserklärung an die Literatur.

  8. Cover des Buches Die Uralte Metropole - Lumen (ISBN: 9783453529120)
    Christoph Marzi

    Die Uralte Metropole - Lumen

     (341)
    Aktuelle Rezension von: Mizuiro
    Erst das Offensichtliche: Das Cover meiner Ausgabe von  Lumen passt schön in die Reihe und ist genauso hübsch wie das der ersten beiden Teile. Irgendwo habe ich es ja schon geschrieben,... Das Cover war ausschlaggebend dafür, dass ich den ersten Teil gekauft habe... Das kann schon einiges ausmachen...
    Die Figuren in  Lumen sind uns größtenteils schon aus  Lycidas und  Lilith bekannt. Emily ist jetzt  achtzehn und schon das mag ich an der Reihe sehr. Dass man als Leser mit den Figuren älter wird. So hängt man noch ein Stück mehr an ihnen. Leider ist man dann noch trauriger wenn man das Buch beendet hat...
    Auch sonst ist das Buch übrigens eine gelungene Fortsetzung seiner Vorgänger. Und ich meine sehr, sehr gelungen. Meistens finde ich es ja extrem schwierig Mehrteiler zu lesen. Da ist zwischen Teil X und Teil Y dann eine Menge Zeit vergangen und man kann sich nicht mehr gut erinnern und viele Autoren lassen einen diesbezüglich dann ja auch ziemlich im Regen stehen.Nicht so bei  Lumen! Immer wieder werden Bezüge zu den vorigen Bänden hergestellt, Personen bzw. Ereignisse ins Gedächtnis gerufen und Zusammenhänge erklärt. Und zwar in perfektem Ausmaß. Es ist nicht so, als würde man eine gesamte Zusammenfassung des bisher geschehenen auf 100 Seiten wiedervorgekaut bekommen, aber man wird eben auch nicht einfach so in die Handlung geworfen. Die Gedächtnisstützen sind unauffällig und unaufdringlich im Buch verteilt, sie helfen, aber stören nicht. Perfekt! 
    Der Schreibstil Marzis ist auch in Lumen ganz, ganz großartig wunderbar literarisch und schön passend. Unter anderen Umständen wäre mir der Stil vielleicht zu pathetisch vorgekommen, aber.. ich weiß auch nicht... Master Wittgenstein darf das. Tatsächlich glaube ich, dass es an dem mürrischen Erzähler selbst liegt, dass mich dieser Stil nicht stört. Große Worte und sich wiederholende Wendungen passen einfach zu ihm. Aber fragt nicht mich... 
    Dazu kommen wieder die altbekannten großartigen intertextuellen Verweise, die einem aus jeder Zeile entgegenhüpfen und die ich so liebe! Irgendwann werde ich die Bücher noch einmal lesen und allen Verweisen auf den Grund zu gehen versuchen... Eine schöne Aufgabe fürs hohe Alter.
    Was soll ich noch sagen... Ich bin einfach so richtig begeistert von diesem Buch. Perfekter Stil, perfekte Spannung und das Ende... DAS ENDE!!! Ich bin immer noch ganz fertig...Ich mache es einfach kurz: Ich gebe dem Buch fünf Punkte, was sogar mehr ist, als ich dem zweiten Teil gegeben habe. Auch wenn beide Teile gleichermaßen spannend und sich im Prinzip sehr ähnlich sind, hat mich  Lumen weniger verwirrt als  Lilith. Die Handlung war eine Spur besser nachzuvollziehen und  Lumen hätte in Wahrheit sowieso gleich zehn punkte verdient.
    Fairerweise möchte ich am Schluss noch anmerken, dass bestimmt nicht jeder die Uralte-Metropole-Reihe mögen wird. Der Schreibstil ist schon sehr eigen, weil ziemlich verschachtelt und die Handlungsstränge sind so verworren, das mag man... oder man mag es nicht. In jedem Fall ähneln sich die drei Teile sehr und ich wage zu behaupten: Wer  Lycidas nicht gemocht hat, dem werden auch  Lilith und  Lumen nicht gefallen. Alle anderen sollten  Lumen auf alle Fälle eine Chance geben!
  9. Cover des Buches Die Verwandlung (ISBN: 9783899196412)
    Franz Kafka

    Die Verwandlung

     (1.716)
    Aktuelle Rezension von: AntonWdN

    Gregor Samsa wacht eines Morgens in seinem Bett auf und hat sich in einen übergroßen Käfer verwandelt. Dieses ungewöhnliche Ereignis verändert das Zusammenleben mit Eltern und Schwester schlagartig und bestimmt es für viele Monate, bis zum Tod des Käfers. 

    Von Franz Kafka kannte ich bis jetzt nur eine kleine Erzählung (über einen Hungerkünstler), die mir nicht als besonders bemerkenswert aus der Schulzeit in Erinnerung geblieben ist. Ganz anders diese längere Erzählung über die Verwandlung des Gregor Samsa, sie ist umwerfend gut.  Sie wirkt abgrundtief verstörend, aus einem ganz einfachen Grund: Sie beginnt als Alptraum, aber der Alptraum endet nicht, wird nicht aufgelöst, es gib kein Erwachen. Der Alptraum geht in die Realität über, als Gregor, der Käfer, tot ist und die Erleichterung der übrigen Familienmitglieder, ihre Rückkehr ins normale Leben, geschildert wird. 

    Für mich ist das die beeindruckendste Erzählung die ich bislang gelesen habe und auf jeden Fall ein Grund dafür, mehr von Kafka zu lesen. 

    Was diese Ausgabe des Fischer Verlags zusätzlich so besonders lesenswert macht, ist das fast 60-seitige Nachwort von Vladimir Nabokov aus dem Jahre 1954. Es enthält eine ausführliche Textanalyse und offenbart auch interessante Ansichten Nabokovs (u.a. verachtet er Sigmund Freunds Psychoanalyse offenbar zutiefst:  "müssen ... wir alle Mythen außer Acht lassen, die Sexualmythologen unter Anleitung des Medizinmanns aus Wien in Kafkas Werk hineinlesen") sowie eine klare Einschätzung zur Bedeutung des literarischen Werks Kafkas ("Er ist der bedeutendste deutschsprachige Schriftsteller unseres Zeitalters; im Vergleich zu ihm sind Lyriker wie Rilke und Romanciers wie Thomas Mann (nur) Zwerge oder Gipsheilige.") Das nenne ich mal ein paar große Worte, gelassen ausgesprochen!! Ich teile nicht alle Ansichten von Nabokovs Analyse (seine Ansichten über Gregors Eltern und Schwester sind erschreckend negativ, was ich so beim Lesen nicht empfunden habe), aber allein die präzise Arbeit an / mit Kafkas Text beeindruckt mich so sehr, dass ich mir vorgenommen habe, demnächst ein Werk von Nabokov zu lesen.     

  10. Cover des Buches Der Prozeß (ISBN: 9783899195880)
    Franz Kafka

    Der Prozeß

     (996)
    Aktuelle Rezension von: lilr

    Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich derart in den Bann gerissen hat, wie dieser Klassiker von Franz Kafka! Ab dem ersten Kapitel wird man in die Gefühlswelt des Protagonisten Josef K. gerissen und fühlt am eigenen Leib die Verzweiflung, die Angst und das Elend die von dem Prozess ausgehen. Zeitweise musste ich das Buch beiseitelegen weil mich das Schicksal und die Wirrungen derart mitgenommen haben. Aber genau das ist die Meisterleistung Kafkas! Jeder neue Handlungsstrang überrascht mit neuen grotesken Elementen, die das Buch absolut "kafkaesk" machen. Ich empfehle einen Lektüreschlüssel für alle diejenigen, die das Buch ganz erschließen möchten, denn sowohl philosophisch, politisch, religionskritisch als auch autobiografisch überließ Kafka nichts dem Zufall. Ein Muss für alle Literaturfans! 

  11. Cover des Buches Franz Kafka: Die Verwandlung (ISBN: 9783123524721)

    Franz Kafka: Die Verwandlung

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Daniela8
    Ich lese die Verwandlung alle paar Jahre mal wieder. Und jedes Mal entdecke ich neue Bilder, Metaphern und Feinheiten in den Figuren und ihrer Interaktion. Dieses Mal hat mich besonders die oft so menschliche, doch eigentlich unmenschliche Verweigerung berührt, sich mit dem, was da ist zu konfrontieren, weil es eben da ist. Auch wenn es unangenehm ist.
  12. Cover des Buches Die Pest (ISBN: 9783499006166)
    Albert Camus

    Die Pest

     (481)
    Aktuelle Rezension von: HubertM

    Zur Zeit wieder Aktuell!

  13. Cover des Buches Der Prozess (ISBN: 9783861506904)
    Franz Kafka

    Der Prozess

     (53)
    Aktuelle Rezension von: la_vie

    In "Der Prozess" geht es um einen Mann, der angeklagt wird. Wofür? Ja, das weiß er selber nicht, aber das scheint auch keine große Rolle zu spielen, er ist einfach angeklagt. Er selbst ist ständig hin- und hergerissen zwischen Desinteresse und Interesse an seinem eigenen Prozess. Mal nimmt er sich einen Anwalt, mal feuert er ihn wieder. Bis zum Schluss kann er sich kaum entscheiden, aber die wichtigste Entscheidung wird ohnehin ohne ihn getroffen...

    Der Prozess ist durchaus nicht uninteressant. Er enthält einige interessante Szenen und Bilder, die einen zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel wird viel über das Gesetz und Recht diskutiert. Wie sinnvoll es ist und von wem es gemacht wird und gemacht werden sollte. Dazu enthält das Buch ein wirklich schönes Gleichnis über einen Wächter, der den persönlichen Eingang eines Mannes zum Gesetz bewacht und diesen zu Lebzeiten aber nicht durchlässt. Andere Szenen wiederum erschließen sich mir nicht ganz, was für das Verständnis nicht gerade hilfreich ist. Der Aufenthalt von Josef K. (dem Protagonisten) im Dom würde ich hier als Beispielszene anführen, denn dort trifft er den Gefängnisaufseher, der aber mehr wie ein Pfarrer auftritt. 


    Stellenweise ist es schwierig zu lesen und man kann sehr viel hineininterpretieren. Einige Ausführungen über das Gesetz sind sehr lang, wobei die Gedanken schon mal abschweifen können. Das Ende kommt sehr plötzlich, ist etwas verwirrend und ließ mich mit dem Gedanken "Das kann doch jetzt nicht sein..." zurück.
  14. Cover des Buches Die Herrlichkeit des Lebens (ISBN: 9783596193608)
    Michael Kumpfmüller

    Die Herrlichkeit des Lebens

     (68)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Hier geht es um das fiktive Leben von Franz Kafka und Dora Diamand. Sie treffen sich an der Ostsee zufällig und verlieben sich in einander. Sie teilen Tisch und Bett, was bis jetzt noch keine Frau vorher bei Kafka durfte. Und sie bleiben zusammen bis er an Tuberkulose stirbt (ca. 1 Jahr).

    Es wird fiktiv das Leben der beiden geschildert. Die harten Jahre der Inflation und das Zusammenleben in Berlin und wie sie sich in einander verliebt haben.

    Für mich blieben die Protagonisten fern und distanziert. Das Zusammenleben und das Ineinander verlieben ist für mich sehr vage und nicht greifbar. 

    Ich fühlte mich von diesem Buch gelangweilt und ich musste mich immer wieder überreden dieses Buch weiter zu lesen.

  15. Cover des Buches Die Tote im Götakanal (ISBN: 9783499244414)
    Maj Sjöwall

    Die Tote im Götakanal

     (84)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Wir haben sie vor acht Tagen aus dem Wasser gezogen. Mehr wissen wir nicht. Wir wissen nicht, wer sie ist, wir haben keinen Tatort und keine Verdächtigen. Wir haben nicht den geringsten Anhaltspunkt, der in irgendeinem sinnvollen Zusammenhang mit ihr stehen könnte.«

     

    Schweden, 1965. An einem herrlich sommerlichen Julinachmittag wird die Leiche einer Frau aus dem Kanal geborgen. Sie wurde grausam misshandelt, vergewaltigt und erwürgt. Über diese offensichtlichen Dinge hinaus wissen die Ermittler rund um Kommissar Martin Beck herzlich wenig. Die Tote kann nicht identifiziert werden, nirgends wird sie vermisst. Ein hartes Stück Arbeit…

     

    Vor einiger Zeit erfuhr ich von einem lieben Menschen, dass ich eine Bildungslücke hätte, weil ich noch nie einen Krimi von Sjöwall und Wahlöö gelesen hatte. Mit diesem ersten Band der Reihe machte ich mich an die Behebung und war schon nach wenigen Seiten begeistert.

     

    Die Schilderungen wirken in hohem Maß realistisch. Die Ermittlungen dauern, erstrecken sich über mehrere Monate, manchmal treten die Ermittler wochenlang auf der Stelle. Lange suchen sie nach den ersten Ansatzpunkten, immer wieder laufen sie in Sackgassen. Das zermürbt, Beck und seine Kollegen werden physisch und psychisch arg mitgenommen. Ich merkte beim Lesen, wie ich richtig mitlitt, während sie versuchten, ihr Puzzle zu lösen. Vernehmung reiht sich an Vernehmung, Beschattungen dauern gefühlt ewig… ich merkte, wie bei mir immer mehr die Spannung stieg. Wird dieses Mal der Durchbruch gelingen oder erfolgt eine erneute Enttäuschung?

     

    Jede Kleinigkeit ist bei einem solchen Puzzle wichtig. Daher werden auch akribisch Details und einzelne Vorgänge beschrieben, diverse Verhöre gibt es als vollständige Protokolle. Alles recht nüchtern und düster, Privates findet nur am Rande statt, die Ermittlungen haben Priorität. Die Bedeutung der Teamarbeit wird auch ganz deutlich, Kommissar Beck ist clever, aber kein Superstar und hätte ohne sein Team keinen Erfolg erzielt.

     

    Fazit: Ein klassischer Polizeikrimi. Hat mir sehr gefallen, hier lese ich weiter.

  16. Cover des Buches Naked Lunch (ISBN: 9783499256448)
    James Grauerholz

    Naked Lunch

     (85)
    Aktuelle Rezension von: jamal_tuschick
    Mütterlicherseits stammte er von Robert E. Lee ab, einem Guerillavirtuosen im konföderierten Generalsrang. William Seward Burroughs (1914 - 1997) fand in dieser verwandtschaftlichen Beziehung das Motiv für einen Avatar namens Bill Lee. Protagonisten mit Zügen des Autors begegnen allen Milieus mit Neugier und Hochmut. Vierzig Jahre nach meiner ersten Burroughs-Lektüre geht mir auf, in welchem Ausmaß sich dieser Schriftsteller selbst aristokratisiert hat, vielleicht mobilisiert von einer sagenhaften Herkunft. (Wie sehr er dem Süden verhaftet war.) Ich stelle mir Burroughs als einen lebenslang Alimentierten vor. Seine Leute waren vermögend, der von Gossen und ihren Typen auf allen Kontinenten faszinierte Spross hatte seinen Kumpanen immer einen Scheck voraus. Sein Habitus verband sich mit einer Förmlichkeit, die aus europäischen Vorstellungen von einer Privatgelehrtenexistenz gewonnen wurden. In den 1940er Jahren geriet er in Abhängigkeit. Dazu regte ihn Herbert Hunke an, der dem Beat und seiner Generation ein paar Präambeln der Verkehrsordnung diktierte. Burroughs Kaltblütigkeit im Verhältnis zur Sucht erscheint mir heute noch genauso großartig wie als Jugendlicher. Die Folgen blank vor Augen: setzte er sich den ersten Schuß. Das erzählt „Junkie“. In „Naked Lunch“ lebt Burroughs als Bill Lee nach den Junk-Gesetzen. Der Autor wähnt sich in einem Zustand äußerster Luzidität. Er erkennt, was die Welt im Innersten zusammen hält. Der amerikanische Alltagsanschein hält keiner Prüfung stand, in Burroughs´ Matrix löst sich das Raum-Zeit-Kontinuum auf. In diesem paranoiden Universum ist alles Lava aus Gier. Bekanntlich wollten nach Burroughs viele auf die andere Seite durchbrechen: Break On Through To the Other Side. Freeland heißt der Bezirk in „Naked Lunch“. Da trifft Alt-Ägyptisches auf humane und semi-humane Hybriden der Handlungsgegenwart in wabernden Prozessen und mit aztekischen Zimbelierungen. So lese ich heute das Buch. Einst diente es der Erweiterung meines Drogenhorizonts. Burroughs stieß als Feldforscher vor, er experimentierte und analysierte. Er schrieb sich mit Kapazitäten.

    Sein großer Groll galt amerikanischen Behörden: „Und ständig Cops: aalglatte Bundesstaatencops mit Collegebildung, einstudiert routinierte Sprüche, elektronische Augen mustern abwägend deinen Wagen ... knurrige Großstadtbullen, Sheriffs auf dem Land mit weicher Stimme und schwarzem drohendem Blick aus alten Augen von der Farbe eines verwaschenen grauen Flanellhemdes“.

    Kiffer und Säureköpfe lagen Burroughs nicht. Stumpf fand er den beatalarmierten Nachwuchs, der lärmend in Sonderzonen eindrang, die bis dahin gespenstisch stille Refugien genuiner Randgruppen gewesen waren. Die Abgesonderten der ersten Stunde, die Bestimmung folgt Burroughs‘ biografischer Warte, bewegten sich wie ferngesteuert auf geheimen Junkrouten, die New York mit New Orleans und Ciudad de México mit Tanger verbanden. Zumindest suggeriert das der Autor, nicht nur in „Naked Lunch“. Die Entstehungsgeschichte von „Naked Lunch“ ist ein Roman für sich, nachzulesen in der „ursprünglichen Fassung“, die bei Nagel & Kimche vor Jahren erschienen ist. In einem nachträglichen „Protokoll“ behauptete Burroughs, die neunjährige Entstehungsgeschichte seines eigenen Werks im Delirium verpasst zu haben: „Aber ich habe offenbar detaillierte Aufzeichnungen ... gemacht“. An einer anderen Stelle wird die Mystifikation entschleiert. „Wenn ich sage, ich könne mich nicht erinnern, wie ich „Naked Lunch“ geschrieben habe, ist das natürlich eine Übertreibung.“ Die Herausgeber James Grauerholz und Barry Miles weisen auf Verdienste von Allen Ginsberg und Jack Kerouac hin. Die Freunde überarbeiteten das Manuskript wieder und wieder, vermutlich rangen sie es Burroughs ab: „Seine finale Form erhielt es aber erst, als Maurice Girodias im Juni 1959 W.B. mitteilte, er brauche binnen zwei Wochen“ einen druckreifen Text. Der Verleger spekulierte auf den Skandal. Die vorliegende Ausgabe folgt der Edition, „nach der Olympia Press das Buch gesetzt“ hat.  

     

  17. Cover des Buches Das Schloß (ISBN: 9783746765839)
    Franz Kafka

    Das Schloß

     (302)
    Aktuelle Rezension von: Frau_J_von_T
    In Kafkas "Das Schloss" begleitet der Leser den angeblichen Landvermesser K., welcher in ein Dorf am Fuße eines Schlosses kommt um dort zu arbeiten. 
    Schnell merkt er, dass Fremde im Dorf nicht gern gesehen sind und dass man sich dem Willen des Schlosses zu fügen hat, egal wie langsam die Mühlen der Bürokratie auch mahlen.

    Mir hat das Romanfragment Kafkas sehr gut gefallen. Auch wenn es nicht immer ganz leicht und flüssig zu lesen und stellenweise wirklich langatmig war, so konnte ich mich der Sogwirkung des Romans nicht entziehen. Obwohl die Figuren eher oberflächlich bleiben und vor alles sehr surreal wirkt, so kann man sich doch auch selbst sehr gut in K. hineinversetzen. Das ewige Bemühen an sein Ziel zu gelangen und immer wieder Steine in den Weg gelegt zu bekommen... Sich ohne Erfolg abzustrampeln... jeder kennt es irgendwie. 

    "Das Schloss" ist ein Roman auf den man sich voll und ganz konzentrieren muss, um nicht darin unter zu gehen. Man liest es nicht einfach mal eben nebenbei. 
    In dieser Ausgabe des Manesse Verlags, die nicht nur super aussieht, befindet sich am Ende noch ein Nachwort von Norbert Gstrein welches ich sehr interessant fand.
  18. Cover des Buches Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen (ISBN: 9783548609362)
    Francesc Miralles

    Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

     (145)
    Aktuelle Rezension von: Marie1971
    Samuel hat sich den Menschen verschlossen und lebt allein und einsam sein Leben. Bis eine Samtpfote sich langsam aber sicher in sein Herz stiehlt. Als wenn diese eine Mauer Stein für Stein abtragen würde, erweckt sie Samuel wieder zum Leben. Was wär das Leben ohne wunderschöne Geschichten, die tief ins Herz gehen und die Seele auf wundersame Art streicheln. Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen ist eines dieser Bücher, dessen Inhalt sich einem so offenbart. Es ist, als ob es Gefühle regnen würde. Wort für Wort legt sich die Geschichte wie zarter Blütenstaub auf den Leser nieder und verschmilzt zu einem unzertrennbaren Ganzen in seinen Gedanken. Die Protagonisten fügen sich mit einer Selbstverständlichkeit ins Bild, wie wenn es keine andere Möglichkeit gäbe. Es ist als stünde man neben ihnen und könnte sie mit der Fingerspitze berühren. Zu keinem Moment wagt man zu zweifeln, dass sich alles genauso abspielen könnte. Die Fiktion ist sehr nahe an dem eigenen Wunschdenken. Für alle Leser, die mit dem Herzen sehen.
  19. Cover des Buches Die Frau in den Dünen (ISBN: 9783293208094)
    Kobo Abe

    Die Frau in den Dünen

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Knigaljub
    Mit dem 1962 erschienenen Roman "Die Frau in den Dünen" gelang dem japanischen Autor Kobo Abe der internationale Durchbruch.
    Die Geschichte handelt von einem Käfer sammelnden Lehrer, der spontan eine Nacht in einem Haus übernachten muss, das sich in einem Sandloch befindet und nur über eine Strickleiter erreichbar ist.
    Nicht nur der Protagonist bleibt (in der Haupterzählung) namenlos, sondern auch die Frau, auf die er im Haus trifft, sowie die Dorfbewohner, von denen die Frau über einen Seilzug versorgt wird. Lediglich durch die der Haupterzählung vorangestellte Vermisstenanzeige, durch die bereits die Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr des Protagonisten zum Platzen gebracht wird, kennt der Leser den Namen des verschwundenen Mannes.
    Durch diese Namenlosigkeit der Personen und auch des Handlungsortes ist das Buch nicht auf Japan festgelegt, sondern universal lesbar und scheint eher allgemeine Probleme des Menschen zu behandeln.

    Nachdem die Strickleiter weg ist, sind der Mann und die Frau vollkommen abhängig von dem, was ihnen geliefert wird. Wie der Mann damit umgeht und ob er irgendwann entgegen der anfangs erzeugten Erwartung wieder frei kommt, sind zentrale Fragen, die einen beim Lesen vorantreiben (und auch über kleinere Längen im Mittelteil hinwegkommen lassen). Zudem stellt sich die Frage, worauf dieser Roman eine Allegorie ist, denn nicht nur die Entwicklung des Mannes, sondern auch das rätselhafte Verhalten der anderen Personen sowie die absurde und wechselhafte Beziehung zwischen dem Mann und der Frau lassen viel Raum für Spekulation und Interpretation.

    Unheimlich genau beschreibt Abe das sandige Schicksal, sodass man als Leser gefühlt fast mit versandet, und spart auch keine expressionistisch anmutenden, unschönen Details aus - etwa, wenn wir erfahren, welche körperlichen Verfallserscheinungen durch den Sand hervorgerufen werden.

    Fazit:
    "Die Frau in den Dünen" ist ein echt abgefahrenes Buch, das sich mit all seiner Merkwürdigkeit sicher im Gedächtnis verhaftet. Wer gerne auch mal ein die Grenzen der Logik missachtendes Buch mit merkwürdig agierendem Personal liest, ist mit diesem japanischen Klassiker sicherlich gut beraten. Vor allem für Kafka-Fans empfehlenswert.
  20. Cover des Buches Dame zu Fuchs (ISBN: 9783442715572)
    David Garnett

    Dame zu Fuchs

     (31)
    Aktuelle Rezension von: june_london

    Inhalt: Ein junges Ehepaar lebt auf einem englischen Landsitz. Eines Tages verwandelt sich die Frau in einen Fuchs und ihr Mann versucht irgendwie damit zurecht zu kommen. Verfügt die Frau anfangs noch über ihren menschlichen Verstand und ihre Erinnerungen, wird sie mit der Zeit zunehmend scheuer und zu einem Wildtier. 

    Eindruck: Ich finde dieses Buch optisch wunderschön! Es könnte sogar eins der schönsten Bücher sein, die ich bisher besessen habe. (Ich beziehe mich auf die Hardcover-Ausgabe.) Der violette Leineneinband mit dem unaufgeregten und eleganten Cover, bildet einen schönen Kontrast zum hellgrün gemusterten Vorsatzpapier. Zusammen mit dem dunkelblauen Leseband, dem Format (ca. DinA5) und dem Satz (Textplatzierung im Buch), ergibt es ein kleines Kunstwerk. :D 

    Mir ist sofort die altmodische Sprache aufgefallen, was aber nicht verwunderlich ist, da das Buch erstmals 1922 erschien. Ich konnte mich schnell daran gewöhnen und der Geschichte problemlos folgen. Der Autor hat einen ungewöhnlichen Erzählstil gewählt. Er tut so, als hätte er selbst die Geschichte von verschiedenen Menschen erzählt bekommen, die unterschiedlichen Berichte sinnvoll zusammengefügt und würde sie nun dem Leser/der Leserin weiter erzählen. (Falls es dafür einen Fachbergriff gibt, ist er mir gerade leider nicht eingefallen. XD)

    Auf den ersten Blick wirkt die Handlung sehr simpel, doch ich bilde mir ein, dass der Autor in seiner Geschichte viele Metaphern verwendet und somit oft "zwischen den Zeilen gelesen werden muss". Zum Beispiel beschreibt der Autor, wie der Mann versucht, die Füchsin in Kleider zu stecken und mit ihr an einem Tisch zu essen, was aber gründlich schief geht. Ich denke, der Autor will damit auf die Unterschiede zwischen menschlichen und tierischen/natürlichen Werten anspielen. Und darauf, dass der Mensch meistens versucht, etwas (Tieren, der Natur etc.) seinen Willen und seine Werte aufzuzwingen, obwohl diese vielleicht gar keinen Sinn für das Gegenüber ergeben, anstatt zu versuchen, den Blickwinkel des Anderen einzunehmen. 

    Die Handlung ist nicht besonders spannend oder lang (< 200 S.), aber es hat mich trotzdem gut unterhalten. Zum Einen, weil ich Füchse liebe und zum Anderen, weil das Buch eine gute Botschaft hat. Ich empfehle dieses Buch allen Menschen, die gerne zwischen den Zeilen lesen. 

  21. Cover des Buches Zum Teufel mit Kafka (ISBN: 9783946762454)
    Zaffarana Maria

    Zum Teufel mit Kafka

     (22)
    Aktuelle Rezension von: xotil
    Hier war ich total gespannt was mich erwartet .
    Was soll ich sagen ich habe mich wundervoll unterhalten gefühlt .
    Die Autorin hat hier soviel Alltags Situationen mit sehr viel gutem Humor in die Geschichte gepackt ,das ich mehr als einmal tränen gelacht habe .
    Die verschiedenen Situationen erinnern einen immer wieder an Situationen die man selbst so oder ähnlich  mal erlebt hat .
    Man leg das Buch nach dem lesen zur Seite und kann im Rückblick über einiges immer noch schmunzeln , doch die Geschichte beinhaltet natürlich auch mehr als Humor hier geht es um eine Familie  wo jeder Charakter für sich steht.
    Die verschieden Charaktere sind der Autorin super gelungen in der Darstellung und man schließt diese verrückten ,chaotischen Haufen gleich ins Herz 
    Für mich ein gelungener Unterhaltungsroman 


  22. Cover des Buches Das Seil (ISBN: 9783423143455)
    Stefan aus dem Siepen

    Das Seil

     (90)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Am Rande des Waldes liegt ein Seil. Bauer Bernhardt findet sein Ende auch nach einem viertelstündigen Fußmarsch nicht. Alle Dorfbewohner kommen zusammen, denn es ist ein Seil von guter und stabiler Qualität, das jeder als Besitz begehrt. Alle Männer des Dorfes, befeuert durch die Reden des Lehrers, machen sich auf die Suche nach dem Ende des Stranges in den endlosen, nicht enden wollenden Wald. Als Richtschnur ein Seil, das immer weiterführt. Allen voran der Lehrer, auf der Flöte spielend, dem alle wie dem Rattenfänger folgen.
    Eine Parabel über die Natur des Menschen. Dem Streben nach Wissen, Macht und Gruppenzwang und das zeitlos und eindringlich erzählt.

  23. Cover des Buches EinFach Deutsch Textausgaben - Franz Kafka: Die Verwandlung, Brief an den Vater und weitere Werke (ISBN: 9783140222907)
  24. Cover des Buches Kafka (ISBN: 9783596161874)
    Reiner Stach

    Kafka

     (13)
    Aktuelle Rezension von: kingofmusic

    „Kafka war eine Aufgabe, eine Prüfung, […].“ (S. 338)

    Diesen einleitenden Worten kann und muss (nach meiner Auffassung) jeder, der sich ernsthaft mit Franz Kafka und seinem (literarischen) Vermächtnis beschäftigt, uneingeschränkt zustimmen.

    Ich muss zugeben, dass ich mich beim Lesen dieses zweiten (respektive ersten) Bandes von Reiner Stach´s Mammut-Biografie über Franz Kafka etwas schwer getan habe – noch schwerer als mit „Die frühen Jahre“ (dem chronologisch ersten, jedoch zuletzt veröffentlichten Band).

    Warum das so ist, will ich hier (kurz) erläutern *g*: Zum einen liegt es an der regelrecht ausschweifenden Erzählweise von Reiner Stach, die es dem geneigten Leser, der sich z. B. eher nicht für die politischen Verhältnisse in jenen Jahren interessiert (wobei ich mich von diesem Desinteresse ausdrücklich ausschließe!!!), nicht gerade leicht macht „am Ball“ zu bleiben und dazu verführt, in dem ein oder anderen Kapitel „quer“ zu lesen – was an und für sich schade ist, da man so wahrscheinlich die ein oder andere (wichtige) Information über- bzw. gar nicht liest.

    Zum anderen lag ein Schwerpunkt der Biografie auf dem (sehr schwierigen) Verhältnis zwischen Franz Kafka und Felice Bauer, dessen „Scheitern“ ich bereits lange bevor uns Reiner Stach davon erzählt hat, habe kommen sehen und dessen Verlauf bis auf das kleinste Detail wie eine Orange vor dem Auge des Lesers ausgepresst wurde. Irgendwann hat mich das ewige Hin und Her und „Ja/Nein/Vielleicht“ regelrecht gelangweilt und „aggressiv“ gemacht. Klar, das Verhältnis Kafka/Bauer gehört zu seinem Leben dazu wie die Tatsache, dass Franz Kafka Zeit seines Lebens ein potenzieller Selbstmörder war, aber wenn ich als Leser zum drölfzigsten Mal lese, wie schlecht sich Kafka gegenüber Felice selbst in seinem „Heiratsantrag“ und auch später zeichnet, kann ich irgendwann nur noch müde gähnend vor mich hin lesen, den Kopf schütteln und mit meinen Gedanken dazu einzuschlafen.

    Auf der anderen Seite (um jetzt zum positiven Teil dieser Rezension zu kommen *g*) glänzt „Die Jahre der Entscheidungen“ wiederum mit (hilfreichen) Hintergrundinformationen über das (literarische) Schaffen von Franz Kafka, welches ich nach der Lektüre dieser Biografie mit anderen Augen lesen und deuten werde. Was nicht bedeutet, dass ich Kafka je in seiner Gänze verstehen werde *g*. Wer das jemals schaffen sollte, hat in meinen Augen den Nobelpreis verdient ha ha ha. Aber zumindest hat der Leser jetzt schwarz auf weiß vor Augen, dass Kafka viel mit Bildern gearbeitet hat und er weiß, welche real existierende Person hinter der ein oder anderen literarischen Figur von Kafka steckt.

    Und ebenso gibt es wieder spannende Blicke in die (deutschsprachige) Literaturszene, die jüdische Kultur, das kulturelle Leben im Allgemeinen sowie erhellende Hintergründe zum Ausbruch des 1. Weltkrieges. Vermengt mit einigen lustigen Anekdoten aus dem Leben Franz Kafkas und den neu gewonnenen Erkenntnissen über ihn, bleibt am Schluss ein alles in Allem gutklassiger zweiter Teil, der es schafft, die Neugier auf den dritten Band aufrecht zu erhalten bzw. zu verstärken.

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