Bücher mit dem Tag "kaiserreich"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kaiserreich" gekennzeichnet haben.

272 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.223)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil I einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „Die Herrscher Europas haben etwas Schlimmes und Dummes getan, das zehn Millionen Menschen das Leben gekostet hat.“ (S. 899)

    Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt

    Der Auftakt STURZ DER TITANEN beginnt in den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts. In England spüren die Bergleute die Auswirkungen der Industrialisierung körperlich – nie ausbleibende Unfälle, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ein selbstgefälliger Adel, der die rechtelosen Bürger ausbeutet. Ausbeutung durch die privilegierten Fürsten spürt auch das russische Volk -nachdem 1905 ein Bürgeraufstand blutig niedergemetzelt wurde, brodelt es gefährlich im Zarenreich. Im deutschen Kaiserreich herrscht ein arrogantes Machtstreben nach einem „Platz an der Sonne“ -eine Vereinbarung mit dem Nachbarreich Österreich-Ungarn bringt die Schwarzpulverfässer in Stellung, ein Funke aus Sarajevo entzündet sie. Der Machthunger nach der Vorherrschaft in Europa unter den Obersten der Staaten entfacht einen verlustreichen Krieg und Revolutionen in Politik und Gesellschaft folgen.

    Tipp: lest nicht den Klappentext! Ich bin froh, dass ich ohne viel Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin.

    Schreibstil

    Downton Abbey trifft auf einen Politthriller. Ken Follett, der Stephen King des historischen Romans, erzählt authentisch und so charakterstark wie ein Lew Tolstoi. Seine unterschiedlich angelegten Figuren haben Tiefe, Ausstrahlungskraft und Gefühl. Die Charakterentwicklungen sind authentisch und machen Spaß zu Lesen. Die verwobenen Liebesgeschichten lockern den ernsten Hintergrund auf, aber wirken ab und an etwas zu seicht, schmachtend, groschenromanhaftig. Es hält sich aber noch in annehmbaren Rahmen.

    Protagonisten

    Der Einstieg gelingt leicht. Billy Williams, ein Junge aus dem englischen Volk, erlebt seinen ersten Arbeitstag untertage. Der Leser bekommt ein Gefühl für die miserablen Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen in der Industrialisierung und erlebt im Laufe der Geschichte wie sich eine Arbeiterbewegung etabliert. Billys Schwester, Ethel arbeitet im Gutshaus der adeligen Familie Fitzherbert, was bei mir ein Gefühl von Downton Abbey aufkommen ließ. Das Familienoberhaupt Earl Fitz engagiert sich im britischen Oberhaus, dem House of Lords. Seine Schwester Maud ist Frauenrechtlerin, abwertend: Suffragette. Politische Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Durch sein politisches Engagement unterhält Fitz Beziehungen zu Diplomaten und Attachés u.a. aus Deutschland, Österreich und Amerika. Die Männer treffen sich in England, bauen Bekanntschaften, sogar Freundschaften auf. Der Deutsche Sozialdemokrat Walter von Ulrich, der immer wieder gegen seinen konservativen Vater ankämpfen muss, verliebt sich in Fitz Schwester Maud. Walters österreichischer Cousin Robert unterstützt die beiden. Der Amerikaner Gus ist auch noch mit von der Partie, wird aber erst spät in der Handlung interessant.

    Durch seine Ehe mit der Russin Bea unterhält Fitz auch Beziehungen zum Zarenreich, in dem zwei junge Brüder durch das zaristische Regime zu Waisen wurden. Grigori musste schon früh lernen für sich und seinen jüngeren Bruder Lew aufzukommen. Während er unerbittlich für seinen großen Traum -nach Amerika zu emigrieren- schuftet, lebt Lew von einem Tag auf den nächsten und bringt sich in folgenreiche Schwierigkeiten.

    Nach und nach verschachteln sich die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten. Es ist ein Fest, diese Verbindungen nachzuverfolgen, noch dazu, weil auch historische Persönlichkeiten gekonnt einbezogen werden. So kann sich der Lesende über die Auftritte von Woodrow Wilson, König George V., David Lloyd George, Kaiser Wilhelm II, Trotzki und Lenin „freuen“.

    Contra: Gerne hätte ich auch noch eine französische Perspektive gelesen…aber wahrscheinlich hätte das doch den Rahmen gesprengt. Das Buch hat immerhin schon 1020 Seiten…nicht unbedingt ein Buch, dass man überallhin mitnimmt.

    Fazit

    STURZ DER TITANEN von Ken Follett ist ein opulentes Familiendrama rund um den ersten Weltkrieg (Zeit der Handlung: ca. 1911-1923)  mit differenzierten Charakterzeichnungen à la Tolstoi. Follett schreibt polithistorisch fundiert, spannend & gefühlvoll! Politische Spannungen wie in einem Politthriller, Geschlechter- und Standeskonflikte und tragische Liebesgeschichten sind vor dem historischen Setting authentisch verwebt. Dieser Roman ist eine Mahnung zum Frieden und ein Ruf nach Völkerverständigung ganz in der Tradition der Antikriegsromane, jeder sollte es lesen!

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 37 Std).

     

    STURZ DER TITANEN. Die Jahrhundertsaga. | Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher| Illustrationen von Tina Dreher| Bastei Lübbe Hardcover| 2010| 1020 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  2. Cover des Buches Die Schokoladenvilla (ISBN: 9783328103226)
    Maria Nikolai

    Die Schokoladenvilla

     (215)
    Aktuelle Rezension von: Villa_malLit

    Judith ist Anfang 20 und Tochter eines Schokoladenfabrikanten. Man könnte meinen, dass sie keine großen Sorgen habe, doch am Anfang des 20. Jahrhunderts wird ihr als Tochter einiges verwehrt und wiederum einige Pflichten auferlegt. 

    Eine Familientragödie in einer Gesellschaft voller Intrigen, pompöser Bälle und Feinde aus der Vergangenheit. Die Geschichte ist eine wahre Achterbahn der Gefühl und Emotionen. Durch die Rezepte lässt sich ein Stück der Schokoladenvilla aus dem Buch in die Realität holen. 

  3. Cover des Buches Der Winterpalast (ISBN: 9783458359708)
    Eva Stachniak

    Der Winterpalast

     (273)
    Aktuelle Rezension von: Phini

    Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich historische Romane liebe und ich über die russische Zarin "Katharina die Große" noch nicht viel gelesen hatte. Tatsächlich war es auch sehr interessant zu lesen wie es am russischen Hof unter der Herrschaft von Elisabeth zuging. Leider rissen mich Erzähl- und Schreibstil überhaupt nicht mit, auch die Protagonistin glitt mir irgendwie durch die Finger - was zwar zu ihrem Job passte, aber es mir als Leser wirklich schwer machte. An manchen Stellen konnte ich nicht mehr folgen: In welchem Palast sind wir jetzt gerade, in welchem Jahr!? Hat mich leider nicht ganz überzeugt.

  4. Cover des Buches Olga (ISBN: 9783257070156)
    Bernhard Schlink

    Olga

     (197)
    Aktuelle Rezension von: lostinbooks

    Leider musste ich das Buch bei der Hälfte abbrechen. Mir persönlich hat das Buch gar nicht gefallen. Es war sehr langweilig und es ist nichts passiert.

    Die Charaktere wurden nur oberflächlich angekratzt, so dass es mir unmöglich war eine Bindung zu den Protagonisten herzustellen. 

    Die Zeitsprünge waren teilweise sehr schnell und unerklärt. Teilweise wusste man nicht in welchem Jahr man sich befand und Charaktere waren plötzlich wieder da, die Kapitel davor weg waren.
    Leider eine Enttäuschung, obwohl die Thematik sehr viel Potential hatte. 

  5. Cover des Buches Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun (ISBN: 9783453316881)
    T.S. Orgel

    Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun

     (148)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. 

    Macht, Intrigen und geheime Bündnisse - alles ist vorhanden, wird sehr gut beschrieben und natürlich gibt es einige Überraschungen. Auch wenn es etwas länger dauert, bis man versteht wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenhängen.

    Der Kaiser ist tot. Lang lebe der Kaiser. So oder so ähnlich ließe sich die Ausgangssituation der fantastischen Trilogie „Die Blausteinkriege“ des Autorenduos T. S. Orgel beschreiben. 

    Das riesige Kaiserreich Berun, erstreckt sich über weite Teile der bekannten Welt und hat die absolute Machtstellung innerhalb der einzelnen Länder von Tertys. Doch der Löwe von Berun, so wie der Kaiser allgemein genannt wurde, ist längst verstorben und sein Erbe entpuppt sich als absolut unfähigen Herrscher, welcher außer Vergnügungen nichts im Sinn hat und das einstige Großreich Berun an den Rand des Untergangs regiert. Das durch eine enttäuschende Führung geschwächte Berun ruft die Kontrahenten auf den Plan, sowohl im eigenen Staat als auch in den angrenzenden Ländern. So gehören Machtspielchen und Intrigen zum alltäglichen Geschäft.

    Immer tiefer darin verwickelt werden drei Protagonisten, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Sara, ein junges Straßenmädchen, Thoren der Puppenspieler und Marten der Schwertmann. Trotz großer Unterschiede wird im Verlaufe der Geschichte deutlich, dass ihre Schicksale eng miteinander verwoben sind.

    Welche Rolle Marten spielt, ist lange unklar. Vor allem das Interesse des Puppenspielers an seiner Person bleibt im Dunkeln.

    Weitere Protagonisten sind im ersten Band der Blaustein – Trilogie Lebrec, Messer, Danil und Cajetan ad Hedin, am Rande spielt auch noch Cunrat ad Koredin seine Rolle. Noch weitere interessante Charaktere treten in Erscheinung. Nebencharaktere, die tragende Rollen spielen. 

    Es warten große Herausforderungen auf die Charaktere in einer Welt voller Gewalt, Macht und Magie.

    Die Blausteinkriege 1 – Das Erbe von Berun ist ein packender Auftaktroman, welcher zwar etwas die magischen Elemente unterschlägt und zwischenzeitlich etwas langatmig wird aber alles in allem mit einer sehr durchdachten Story und fantastischen Charakteren von sich überzeugen kann und mich definitiv neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.

    Ein Aspekt ist der Blaustein, ein besonderes Gestein, welches gekaut besondere Eigenschaften von "Gezeichneten" hervorrufen kann. Diese Eigenschaften können beispielsweise sein: Macht über das Wasser oder Schmerzen zu besitzen, die Unsichtbarkeit und noch einiges mehr. Oftmals wissen die Betroffenen gar nicht davon.

    Das Besondere: Im Kaiserreich, ein riesiges Reich, wird nicht darüber gesprochen beziehungsweise ist es verpönt.

    Auch die verschiedenen Religionen überzeugen vollkommen, die Religion der Reisenden ist äußerst ungewohnt, aber auch erfrischend. Das Erbe von Berun ist empfehlenswert, für all diejenigen, die Fantasy im Stile „The Games of Thrones“ lieben. 

  6. Cover des Buches Gut Greifenau - Abendglanz (ISBN: 9783426521502)
    Hanna Caspian

    Gut Greifenau - Abendglanz

     (133)
    Aktuelle Rezension von: NattensDrottning

    Abendglanz ist ein wirklich gelungener Auftakt der Reihe. 

    Ab Seite eins fühlt man sich direkt mitten in dem Geschehen um die Grafenfamilie, deren Bediensteten und den Dorfbewohnern. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, die Geschichten gut miteinander verknüpft und natürlich hat man direkt die Wohlfühlatmosphäre aus Downton Abbey.

    Im Verlauf des Bandes sind mir viele der Protagonisten ans Herz gewachsen. Die Autorin hat wundervolle vielschichtige Personen mit ihren eigenen Geschichten geschaffen. Keine einzige ist eindimensional. Ebenfalls hat die Autorin in mir so viele Gefühle beim Lesen erweckt. Ich habe Leid und Trauer empfunden, mich gefreut, war wütend und habe mit dem Kopf geschüttelt. Die Handlung ist so gut geschrieben, dass man sich einfach nur "mittendrin" fühlen kann.

    Ich fand, dass sie das Zeitgeschehen gut widergespiegelt hat. Durch den schnellen Wechsel der Perspektive zu einzelnen Personen hat man so zu identischem Thema aufgrund von verschiedenen Standpunkten verschiedene Meinungen erhalten.

    Der schnelle Wechsel war jedoch anfangs etwas schwierig. Ich bin bis Mitte des Buchs immer wieder mit den Namen durcheinandergekommen und sehr sehr dankbar für das Personenverzeichnis am Anfang.

  7. Cover des Buches Ein Reif von Eisen (ISBN: 9783499273568)
    Stephan M. Rother

    Ein Reif von Eisen

     (104)
    Aktuelle Rezension von: LenaSilbernagl
    Darum geht's:
    Im Kaiserreich der Esche herrscht Unruhe. Die Blätter des heiligen Baumes beginnen zu welken – ein Machtwechsel steht kurz bevor.
    Stammesfürst Morwa sucht in der düsteren Zeit die Völker des Nordens unter seinem Banner zu einen. Nur einen Stamm gilt es noch zu besiegen. Eile ist geboten, er spürt sein Ende nahen. Einzig die Kräfte einer geheimnisvollen Sklavin erkaufen ihm eine letzte Frist. Doch welchem seiner Söhne soll er den Reif des Anführers anvertrauen? Die falsche Entscheidung könnte die Welt in Dunkelheit stürzen.
    Zur selben Zeit will die junge Leyken aus dem Oasenvolk des Südens einen Schwur erfüllen: Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer Schwester Ildris und fällt dabei in die Hände von Söldnern. Kurz darauf findet sie sich in der kaiserlichen Rabenstadt im Netz höfischer Intrigen wieder.
    In der längsten und kältesten Nacht des Jahres spitzen sich die Ereignisse zu, das Schicksal der Welt liegt in den Händen dreier Frauen: Ildris’, die ein Geheimnis mit sich trägt, der ehrgeizigen Leyken und Morwas unehelicher Tochter Sölva. Können sie gegen die Dunkelheit bestehen? Kann eine von ihnen das Land aus der Dunkelheit führen?

    Das Buch:
    Das Buch ist in unterschiedliche Kapitel unterteilt, welche immer aus einer anderen Perspektive geschrieben sind. 
    Ich muss sagen, dass ich diese Erzählart schon aus "Game of Thrones" kennen und sie eigentlich ganz gern mag. So hat man in jedem Kapitel eine andere Person, deren Weg man verfolgen kann. 
    Das Reich, welches hier beschrieben wird, ist sehr groß und vielseitig. 
    Die Kate am Beginn des Buchs war sehr hilfreich für die Orientierung und ich konnte mir so viel besser vorstellen, wo einzelne Szenen spielen. 
    Die Erzählart war also gut gewählt, denn so kann man in fast jedem Kapitel etwas über ein anderes Gebiet des Reichs lesen. Und so auch die verschiedenen Facetten des Reichs kennenlernen. 
    Dazu gibt es für jedes Reich mindestens eine Figur, die dort angesiedelt ist. 
    Zum einen haben wir Sölva im Norden, Pol in Carcosa und Leyken in der "Hauptstadt" des Reichs. 
    Die Figuren könnten nicht unterschiedlicher sein. In den einzelnen Kapitel werden also nicht nur die einzelnen Ort beschrieben, sondern auch die Personen die darin angesiedelt sind. 
    Im Lauf des Buchs erfährt man sehr viel über die einzelnen Figuren. Sie erhalten auch viele Facetten und erleben unterschiedliche Abenteuer. Während Sölva damit kämpfen muss, dass sie keine rechtmäßig Tochter des Oberhaupts ist, kämpft Leyken tatsächlich in der Rabenstadt. 
    Und während Leyken mit dem Leben im Palast zurechtkommen muss, werden Sölva und das Volk ihres Vaters auf ganz andere Proben gestellt. 
    Im Hintergrund der ganzen Geschichte steht ein größerer Vorgang, der das gesamte Reich bedroht. 
    Die ganze Story ist sehr spannend und auch gut aufgebaut. Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch an einigen Stellen sehr langatmig und eher langweilig war. Obwohl mir das restliche Buch sehr gefallen hat, habe ich doch lange gebraucht, um über diese langatmigen Stellen hinwegzulesen. 
    Die Figuren waren mir alle sympathisch und auch ihre Geschichten fand ich spannend. Der Schreibstil hat mir auch gefallen und trotzdem gab es diese Stellen, die mich einfach im Lesefluss behindert haben.     

  8. Cover des Buches Im Schatten des Fuchses (ISBN: 9783453272057)
    Julie Kagawa

    Im Schatten des Fuchses

     (143)
    Aktuelle Rezension von: Roksana

    Das Cover von "Im Schatten des Fuches" hat mich direkt angesprochen, da es sehr aussagekräftig und schön gestaltet ist. Zunächst war ich etwas skeptisch, da das Buch von Julie Kagawa geschrieben und ich ihren Schreibstil in der Buchreihe "Plötzlich Fee" sehr gewöhnungsbedürftig fand. Mein erster Gedanke war, dass das Buch vielleicht auch etwas kindlich geschrieben wurde. Doch meine Befürchtung hat sich schon im ersten Kapitel nicht bewahrheitet. 

    In dieser Buchreihe nimmt Julie Kagawa uns auf eine herzzerreißende Reise ins fantasiegeprägte Japan der Frühzeit mit. Jene Leser, die sich für die japanische Kultur und vor allem für die Fabelwesen Japans interessieren, sind hier goldrichtig. Doch auch für Leser, die nie von den japanischen Oni, Kitsune und Shinobi gelesen haben, werden diese Buchwahl nicht bereuen!

    Mit der Zeit ist mir Yumeko-san (eine Halb-Kitsune und die Protagonistin dieses Romans) sehr ans Herz gewachsen. 

    Yumeko wurde als Halb-Kitsune in einem Mönchskloster in den Bergen des Kaiserreichs großgezogen und lebt dort behütet auf. Eines Tages wird ihr von ihrem Meister die wahre Bestimmung des Klosters erklärt: eine sehr gefährliche Schriftrolle (das Drachengebet) wird dort seit einem Jahrtausend sicher verwahrt und soll weiterhin beschützt werden. Viele sind auf der Suche nach der Schriftrolle, da der Tag des Drachenwunsches naht. Yumeko-san bekommt die Mission das Drachengebet sicher zu einem anderen Tempel im Kaiserreich zu bringen, da ihr eigener Tempel von Oni und anderen Monstern der "Unterwelt" angegriffen und vernichtet wurde. Unterwegs trifft sie auf den jungen Tatsumi, einen Dämonenjäger der Kage. Natürlich verlieben sie sich ineinander und lernen auf dem langen und gefährlich Weg neue Freunde kennen. 

    Die Geschichte um Yumeko, Tatsumi und ihre Freunde ist wunderschön und traurig zugleich! Ich konnte mich sehr gut in alle Charaktere versetzen und liebe dieses Buch! 

  9. Cover des Buches Im Westen nichts Neues (ISBN: 9783462046335)
    E.M. Remarque

    Im Westen nichts Neues

     (1.173)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe das Buch sowohl in der neunten Klasse als auch in der Universität im vierten Semester gelesen (ich studiere Germanistik/Geschichte). Beide Male wurde mir vor Augen geführt, wie wichtig dieses Buch ist und wie wichtig es auch ist, sich mit diesem auseinanderzusetzen.

    Es handelt sich nicht um eine biografische Erzählung, jedoch um eine Erzählung, die repräsentativ für die Erlebnisse der Soldaten im Ersten Weltkrieg stehen kann. Als Leser erhält man einen Eindruck, wie sich die Soldaten an der Front gefühlt haben, wie sie damit umgegangen sind, dass sie keinen persönlichen Bezug mehr zu den Gegnern hatten, und wie sie damit umgegangen sind, als sie dem Gegner erstmals von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und realisieren, dass sie genauso Menschen sind wie sie selbst.

    Verluste, Umgang mit Entfremdung (vor allem in der eigenen Heimat und auch in Bezug auf die Gegner) und der Kampf ums Überleben sind zentrale Themen des Romans.

    Der Protagonist Paul steht nicht für ein einziges Individuum, sondern für viele Soldaten im Ersten Weltkrieg, die gemeinsam diese Erfahrungen gemacht, gelitten und ihre Seelen und ihre Leben geopfert haben.

    Selbst, nachdem ich den Roman zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich sagen, dass es für mich immer noch ein 5-Sterne-Buch ist.

  10. Cover des Buches Shadowscent - Die Blume der Finsternis (ISBN: 9783748800125)
    P. M. Freestone

    Shadowscent - Die Blume der Finsternis

     (174)
    Aktuelle Rezension von: Chillysbuchwelt

    Cover:

    Ich finde es einfach total schön und ansprechend. 😍

     

    Meinung:

    Die Autorin P.M. Freestone hat einen besonderen und einzigartigen Schreibstil, welcher mich schnell verzaubern konnte.

    Die Autorin hat es geschafft, die Einzigartigkeit von Düften so zu beschreiben, wie ich es mir zuvor nicht hätte vorstellen können. 

     

    Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war ich total gespannt auf die Welt, gespannt darauf, was eine Dufthüterin ist und vor allem gespannt auf das Rätsel, welches Rakel und Ash lösen müssen. 

    Ihr merkt ich hatte richtig Lust auf diese Geschichte. 

    Generell finde ich es vollkommen okay, wenn der Klappentext vorgreift, ich denke, es ist zumeist sogar nötig. 

    Allerdings finde ich auch, dass es hier einfach ein wenig zu weit ist. 

    Zu Beginn lernen wir ein klein wenig die Welt von Aramtesch kennen, wobei ich hier ein klein wenig zu kämpfen zu hatte. 

    Es kommen so viele unbekannte Begriffe, Hierachieordnungen und Ähnliches vor, dass ich zunächst etwas irritiert war, denn die Beschreibungen zu jenen fehlen fast vollends.

     

    Das Setting in dieser Geschichte fand ich richtig, richtig cool.

    Wir bereisen unterschiedliche Orte mit verschieden Wetterverhältnissen und einzigartigen Faunen. 

    Wie auch bei uns herrschen an den unterschiedlichsten Teilen der Welt andere Regeln und Sitten.

    Auch wenn es sich hier um ein Kaiserreich handelt, sind die Unterschiede deutlich erkennbar.

    Der Weltenaufbau hat mich total fasziniert. 

     Leider fehlte es mir hier häufig an detaillierten Beschreibungen, ja es gab welche doch für meinen Geschmack deutlich zu wenig. 

    Auch hat mir hier auf jeden Fall eine Karte gefehlt. 

     

    Die einzelnen Charaktere haben mir gut gefallen, sie haben tiefe und konnten mich mit ihren eigenen Persönlichkeiten und Macken überzeugen.

     

    Generell fand ich die Geschichte sehr spannend hier und da wurde es mal etwas langatmig, dennoch wollte ich immer wissen, wie es weiter geht.

     

    Fazit:

    P.M. Freestone hat mit Shadowscent (1): Die Blume der Finsternis auf jeden Fall eine faszinierende und zum Teil atemberaubende Welt erschaffen. 

    Die Grundidee diese Geschichte fand ich extrem gut.

    Auch wenn einige Passagen etwas langatmig waren, wollte ich immerzu wissen, wie es weiter geht. 

    Die vielschichtigen Charaktere konnten mich begeistern und haben mich auch an der ein oder anderen Stelle zum Schmunzeln gebracht. 

    Mir fehlte es an vielen Stellen leider an Beschreibungen, sodass sich einigen für mich einfach nicht ganz rund angefühlt hat. 

    Auch an Erklärungen für viele wirklich spezielle Bezeichnungen mangelte es, sodass ich mit manchen Begriffen wirklich sehr lange leider nichts anfangen konnte. 

    Eine Karte in Büchern finde ich generell kein muss, wäre hier jedoch auf jeden Fall hilfreich gewesen.

    Ich möchte auf jeden Fall wissen, wie diese Geschichte endet und freue mich deshalb auf die Fortsetzung.

  11. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (269)
    Aktuelle Rezension von: Annilove

    für Geschichts- und Kunstliebhaber sehr zu empfehlen, wer aber nichts daran sieht der wird in dem Buch auch nichts finden

  12. Cover des Buches Die Ärztin - Stürme des Lebens (ISBN: 9783499274008)
    Helene Sommerfeld

    Die Ärztin - Stürme des Lebens

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Zum Inhalt:

    Was die Zeit nicht heilt…
     München, 1890: Die junge Ärztin Ricarda führt mit Brauereierbe Georg und Tochter Henny fern der Berliner Heimat ein beschauliches Leben. Mit der Eröffnung einer eigenen Praxis scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen. Doch kaum jemand nimmt die erste Ärztin der Stadt ernst. Als eine Diphteriewelle München erfasst und der 'Würgeengel' Hunderte von Kinderleben fordert, läuft Ricarda gegen Mauern. Denn ihre männlichen Kollegen halten das vielversprechende neue Heilmittel Emil von Behrings für Humbug. Die Ärztin ist entschlossen, für ihre Überzeugung und ihre Patienten zu kämpfen. Bis ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit Ricarda alles zu nehmen droht, was ihr am Herzen liegt. Ein Geheimnis, dessen dunkle Kraft auch die nächste Generation bestimmen wird.


    Cover:

    Das Cover hat mir wieder sehr gut gefallen. Zu sehen ist hier wieder im oberen Bereich das Portrait einer Frau in einem Kleid, wie es zu der damaligen Zeit Mode war, sowie mit einem Schirm in der Hand, während man im unteren Bereich des Covers wieder einen Straßenzug sehen kann. Das passt gut zum ersten Cover und hatte für mich einen Wiedererkennungswert, obwohl dieser Teil in einer roten Farbe präsentiert wird.

     

     

    Eigener Eindruck:

    Die junge Ärztin Ricarda lebt mittlerweile in München mit dem Großbrauer Georg und ihrer unehelichen Tochter Henny. Obwohl sie fachlich versiert ist, bekommt Ricarda aber kaum eine Möglichkeit, um in München zu praktizieren. Das ändert sich erst, als sie eine Praxis in den Räumen der Brauerei eröffnen kann und für die Mitarbeiter so zur Ansprechperson Nummer eins wird. Nachdem ihr gemeinsamer Sohn geboren wird, versucht Ricarda schnell wieder ihre Arbeit aufzunehmen, doch schon bald werden die Münchner durch eine Krankheit heimgesucht, die vor allem Kindern das Leben kostet. Ricarda entscheidet entgegen ihrer anderen Kollegen Impfungen durchzuführen und das kostet sie bald ihre Praxis, obwohl sie damit leben rettet. Schlimmer kommt es noch, als Georg tödlich verunglückt und ihr der Sohn fortgenommen wird. Ricarda flüchtet wieder nach Berlin, wo sie bald ihrer Jugendliebe gegenübersteht. Soll sie es wagen mit ihm nach Afrika zu gehen? Und was bedeutet das für sie und ihre Familie?

     

    Der zweite Teil rund um die Ärztin Ricarda war wieder sehr spannend und hat mir wirklich viel Spaß bereitet. Detailliert schreibt das Autorenpaar hinter dem Pseudonym Helene Sommerfeld über die damalige Zeit und den Wiederstand den vor allem Frauen erfahren haben. Schonungslos wird man in die Geschichte hineingezogen, bei der das Elend der damaligen Bevölkerung dargelegt wird. Dabei geht es nicht nur um medizinische Aspekte, sondern auch um ganz banale Familienkonstellationen. Besonders tief hat mich die Episode getroffen, als Ricarda ihren Sohn hergeben muss, weil sie kein Anrecht als Frau auf ihn hat. Das war so schlimm zu lesen, war aber damals Gang und Gebe. Dass sie schlussendlich doch zu ihrer Jugendliebe gefunden hat, das habe ich eigentlich erwartet, denn ich habe mich immer gefragt, warum sie einen völlig anderen Namen angenommen hat, als der, der die Buchreihe umschreibt. Bis es jedoch so weit ist, treffen wir immer wieder auf altbekannte Charaktere. Es sind schöne, aber auch tragische Begegnungen. Und je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr rückt der Fokus von Ricarda ab und wir bekommen einen Einblick in das Leben von Henny, welche auch Teile der Erzählung übernimmt. Das Henny erwachsen wird, erlebt der Leser hier also sehr nah mit und auch, wie sie sich tragisch verleibt. Und auch die Trennung der Geschwister, die Trennung von den Eltern, die Rückkehr und das Weiderfinden werden ganz groß thematisiert. Die Ereignisse überschlagen sich zum Ende des Buches hin und lassen den Leser nach Atem ringen. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Und man will immer wieder wissen, wie es mit all den Beteiligten weiter geht. Das gibt auch den Startschuss für den dritten Roman, denn Band zwei endet in einem absoluten Cliffhänger.

     

     

    Fazit:

    Wieder ein sehr gelungener Teil, welcher kaum Fragen offen lässt. Das Buch ist interessant, informativ und kann absolut süchtig machen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

     

    Idee: 5/5

    Charaktere: 4/5

    Logik: 4/5

    Spannung: 5/5

    Emotionen: 5/5

     

     

    Gesamt: 5/5

     

    Daten:

    ISBN: 9783499274008

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Flexibler Einband

    Umfang: 624 Seiten

    Verlag: ROWOHLT Taschenbuch

    Erscheinungsdatum: 20.11.2018

     

     

     

  13. Cover des Buches Wo wir Kinder waren (ISBN: 9783749900008)
    Kati Naumann

    Wo wir Kinder waren

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Anni_Booklover

    Die Fakten:


    Titel: Wo wir Kinder waren

     

    Autor: Kati Naumann 


    Reihe:  

    Verlag: HarperCollins 

    Seiten: 416


    Klappentext:

    „Vom Rückblick auf eine glückliche Kindheit

    Eva, Iris und Jan sind Erben der ehemals prächtigen Spielzeugfabrik Langbein in Sonneberg. In der Kaiserzeit gegründet, befand sie sich in der Weimarer Republik auf ihrem Höhepunkt, überstand zwei Kriege, deutsche Teilung und Verstaatlichung, nur um nach der Wiedervereinigung kläglich unterzugehen. Nun ist von der ehrbaren Langbein-Tradition nichts mehr übrig. Streit und Verbitterung haben sich auf die Hinterbliebenen übertragen. Doch als bei einer Internetauktion eine der seltenen Langbein-Puppen auftaucht – sorgfältig genäht und von ihrem Großvater persönlich bemalt –, rückt die verblasste Vergangenheit wieder heran und wirft unzählige Fragen auf: nach Schuld und Verlust, aber auch nach Hoffnung und Neubeginn.



    Rezension:


    Die Sprache ist sehr einfach gehalten. Leider sind die Figuren deshalb aber auch nur sehr oberflächlich dargestellt. Da hätte ich mir deutlich mehr Tiefe gewünscht. Ich hatte so meine Probleme mich in sie hineinzuversetzen und hier Handeln nachvollziehen zu könne.

    Das Buch spielt auf mehreren Zeitebene aber  die Rückblicke in die jeweilige Zeit sind recht kurz und bieten nur kleine Einblicke in das vergangene Familienleben. Insgesamt hätte ich mir einfach mehr Tiefgang gewünscht, denn die Geschichte hatte meiner Meinung großes Potential. 



    Die Orte im Buch werde vernachlässigt beschreiben so das es dem Leser recht schwerfällt sich dies Vorzustellen.



    Der Schreibstil der Autorin hat sich schwerfällig als auch zäh lesen lassen diese hatte zur folge das ich das Buch abgebrochen habe.
    Fazit:


    Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit den Buch es hat mich leider nicht begeister oder Packen können. Leider habe ich es auch nicht zu Ende gelesen. Ich hatte mir sehr viel von diesem Buch versprochen und bin leider sehr enttäuscht worden.
    Ich habe das Buch freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, dafür bedanke ich mich herzlich bei ihm. 















  14. Cover des Buches Die Hofgärtnerin − Frühlingsträume (ISBN: 9783328106807)
    Rena Rosenthal

    Die Hofgärtnerin − Frühlingsträume

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Annett_Wendt

    Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die in einer Zeit, in der an Emanzipation der Frau, bzw. Gleichberechtigung von Mann und Frau noch Fremdwörter sind, lebt. Sie ist voller Lebenslust, Träume und vor allem gefüllt mit der Liebe zu Pflanzen. Auffallend ist das farblich sehr ansprechende Cover, ein tolles Nachwort, eine Übersicht der handelnden Personen, Worterklärungen und Anleitungen zur Verwendung von Flieder.

    Marleene schlüpft in die Rolle eines jungen Mannes um die ersehnte Lehre in der Hofgärtnerei antreten zu können. So nimmt die Geschichte rund um die Fliedervilla ihren Lauf. Der Leser leidet, lacht und liebt nicht nur mit der Hauptprotagonistin, sondern alle Personen um sie herum werden mit ihren Sorgen und Freuden in die Entwicklungen einbezogen. So gelingt es der Autorin verschiedene Charaktere, Sichtweisen und Ereignisse ausführlich und gekonnt von unterschiedlichen Seiten zu diskutieren. Sie bedient sich dabei einer sehr anschaulichen Sprache, so dass man leicht in die Welt der Blumen und Pflanzen abtauchen kann. Die Handlungen sind meist nachvollziehbar, schlussendlich nicht immer ganz stimmig, aber äußerst unterhaltend und spannend. Schlussendlich ein gut recherchierter historischer Roman, der von mir gern weiterempfohlen wird. Das Ende lässt sogar hoffen, dass Marleenes Geschichte weitererzählt wird.

  15. Cover des Buches Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre (ISBN: 9783442205974)
    Marie Lacrosse

    Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre

     (59)
    Aktuelle Rezension von: cybergirll

    Wien in den 1880er Jahren,
    Sophie von Werdenfels fühlt sich zu Hause nicht wohl. Alles ist trist und steif.
    Ganz anders ist es im prächtigen Kaffeehaus ihres Onkels.
    So besucht sie ihn immer wenn es ihr möglich ist.
    Im Kaffeehaus lernt Sophie Richard von Löwenstein kennen und verliebt sich in ihn.
    Richard ist ein Freund des Kronprinzen Rudolf.
    Sophies beste Freundin ist Mary, sie interessiert sich für den verheirateten Kronprinzen.
    Trotz Warnungen seitens Sophie lässt Mary sich auf Rudolf ein.
    Wo das hinführt ist vielen bekannt.

    „Das Kaffeehaus – Bewegte Jahre“ ist der Auftakt einer neuen Saga von Marie Lacrosse.
    Ich kann nur sagen, was für ein Buch!
    Ich wurde nach den ersten Seiten schon völlig in die Geschichte hineingezogen.
    Vor einigen Jahren habe ich das Kloster in Mayerling (ehemaliges Jagdschloss des Kronprinzen Rudolf) besucht und mir auch das Musical Rudolf angeschaut.
     Von diesem Zeitpunkt an bin ich fasziniert von der Geschichte. Jetzt dieses Buch hier lesen zu dürfen ist wie ein Geschenk.

    Die Gestaltung des Buchs ist schon einmal wunderschön. Auf der Innenseite steht das Rezept der Mokka Prinzentorte. Es gibt einen Plan von Wien anno 1889 und einen Plan von Österreich-Ungarn.
     Dann natürlich auch ein Personenverzeichnis, geordnet nach Personengruppen was äußerst hilfreich ist.

    Anhand der fiktiven Charaktere Sophia von Werdenfels und Richard von Löwenstein macht man beim lesen die Bekanntschaft mir Kronprinz Rudolf und mit Mary Vetsera.
    In diesem Buch wird Rudolf allerdings nicht romantisiert. Er wird anders dargestellt wie ihn sich so mancher vorgestellt hat.
    Ich finde hier lernt man den wahren und echten Rudolf kennen.
    Die Liebesgeschichte die zwischen Rudolf und Mary entsteht und deren Ende ist ja hinreichend bekannt. Mir hat Mary oft sehr leidgetan. Sie konnte nicht hinter die Fassade von Rudolf blicken.
     Sie hat sich einem romantischen Traum hingegeben.

    Auch die Geschichte von Sophia hat mich berührt.
    Seit ihr Vater gestorben ist, ist das Leben für sie, ihre Schwester und ihrer Mutter nicht leicht.
    Ihre Mutter hat wieder geheiratet und der Stiefvater ist sehr streng. So flüchtet Sophie immer wenn es geht zu ihrem Onkel ins Kaffeehaus.
    Hier herrscht eine ganz andere Atmosphäre. Die Wiener Kaffeehausatmosphäre wird sehr gut vermittelt und ich habe mehr als ein Stück Kuchen beim lesen verzehrt.
    Hier lernt sie Richard kennen.
    Richard, ein Freund und Vertrauter des Kronprinz leidet unter dem was Rudolf ihm anvertraut. Auch Sophie spricht immer wieder Warnungen aus die Mary aber nicht hören will.
     So werden die beiden ungewollt in in eine furchtbare Tragödie hineingezogen.

    Es geht aber nicht nur um Liebe und Schmerz. Auch die politische Seite kommt nicht zu kurz.
     In Österreich-Ungarn stehen Veränderungen an. Ungarn möchte sich am liebsten von Österreich lösen.

    Man taucht in diesem Buch in das frühere Wien ein, in die Kaffeehauskultur und in die Geschichte Österreich-Ungarns.

    Es ist erstaunlich wie gekonnt hier historische Begebenheiten mit Fiktion miteinander verwoben werden.
     „Das Kaffeehaus – Bewegte Jahre ist mit über 700 Seiten ein umfangreiches und facettenreiches Buch. Ich kann gar nicht oft genug betonen wie begeistert ich von diesem Werk bin. Und das beste es folgen noch zwei Bände.

    Der zweite Band „Das Kaffeehaus – Falscher Glanz" liegt schon bei mir zum lesen bereit.


  16. Cover des Buches Das Haus zur besonderen Verwendung (ISBN: 9783492272650)
    John Boyne

    Das Haus zur besonderen Verwendung

     (167)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Mit gerade einmal siebzehn Jahren, wird der junge Georgi, nach einem Zwischenfall in seinem Heimatdorf, an den Hof des Zaren nach Sankt Petersburg gerufen. Er soll als Leibwächter des einzigen Sohnes des Zares dienen. Georgi trifft hier auch die schöne Anastasia und die beiden verlieben sich ineinander. Noch ahnen die beiden nicht, das diese Liebe auf eine harte Probe gestellt wird und welches Schicksal die beiden erwartet...

    Mit diesem Buch beweist John Boyne einmal mehr, dass er ein wunderbarer Autor ist. Der historische Roman, der das Leben der letzten Zarenfamilie aus der Sicht eines jungen Leibwächters beschreibt, kann mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und wunderbarer Wortwahl punkten. 

    Auch die Charakterdarstellung der verschiedenen Personen ist ihm wieder wunderbar gelungen, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann und gebannt den Ereignissen folgt, die hier beschrieben werden. 
    Jeder seiner Protagonisten ist mit viel Liebe gestaltet und wirkt rasch sympathisch, da viele Emotionen mit in die Beschreibung eingeflossen sind. Man möchte zusammen mit dem Protagonisten lachen, weinen und leiden. 

    Dieser fesselnde und schöne Erzählstil setzt sich auch bei den Landschaftsbeschreibungen fort. Die Örtlichkeiten sind detailliert und ansprechend zu Papier gebracht worden, sodass die Umgebung wunderbar bildhaft wirkt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Meine Bewertung fällt daher wie zu erwarten sehr gut aus. Ich bin wieder einmal begeistert, von dem eingängigen, fesselnden Schreibstil des Autors, den man schnell lesen kann, ohne den Zugang zur Handlung zu verlieren. 
    "Das Haus zu besonderen Verwendung" ist für mich eine Empfehlung wert!


  17. Cover des Buches Das Herz der Nacht (ISBN: 9783802584978)
    Ulrike Schweikert

    Das Herz der Nacht

     (142)
    Aktuelle Rezension von: Asbeah

    Wien im 19. Jahrhundert - Hier lebt Fürst Andras Bathory, ein Jahrhunderte alter Vampir. Um seine Geschichte soll es gehen, wie ich aus dem Klappentext entnahm. Aber eigentlich ging es mehr um ein Sittengemälde dieser Zeit. Ich habe den Eindruck, als hätte die Autorin einfach nur alle historischen Personen und Ereignisse im fraglichen Zeitraum aneinandergereiht und dann versucht, eine passende Geschichte darum herum zu stricken. Vorzugsweise mit einem Vampir, weil dies gerade in Mode war.

    Ein Zuviel an historischen Informationen um Politik, Kunst und Kultur machte mir das Lesen unerträglich, obwohl ich gern historische Romane lese. Kriminalfall und Vampir gerieten ins Hintertreffen, und zwar so sehr, dass mir lange, sehr lange nicht klar war, wohin das Ganze eigentlich führen sollte. Da dies die Vorgeschichte zu der Peter von Borgo Trilogie ist, welche ich noch lesen möchte, habe ich durchgehalten. Doch bis es endlich zu interessanten Kapiteln kam, verging  mehr als das halbe Buch. Als sich die Geschichte langsam auf den Vampir konzentrierte, war es für mich längst egal. Die Weitschweifigkeit der Belanglosigkeiten hat mein Interesse abgetötet und am Ende blieb mir nur ein Schulterzucken..Keiner der Charaktere konnte mein Interesse wecken. Selbst der Vampir blieb blass und wenig anziehend. Ich kann nur hoffen, dass die anschließende Trilogie nicht auf gleiche Weise geschrieben wurde...

    Fazit: Dieses Buch sorgt für reichlich Langeweile und schlechte Laune! Der Schreibstil ist allerdings professionell und flüssig, deshalb 2 Sterne (gefühlt 1 Stern)


  18. Cover des Buches Imperium (ISBN: 9783596185351)
    Christian Kracht

    Imperium

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Die volle Buchbesprechung gibt es in unserem Podcast:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-exid6-f399f7

    Aber Vorsicht, Spoiler!
  19. Cover des Buches Adular (Band 1): Schutt und Asche (ISBN: 9783038960362)
    Jamie L. Farley

    Adular (Band 1): Schutt und Asche

     (46)
    Aktuelle Rezension von: elvira

    Das Cover ist dunkel und sehr passend zum Auftakt dieser Reihe. Jamies Schreibstil ist für mich der größte Pluspunkt der Story. Sein Schreibstil ist wunderschön und trägt einen nur so durch die Geschichte. Die Geschichte rund um den Dunkelelfen Dûhirion ist nichts für schwache Nerven. Es wird sehr blutig, denn es geht um Assassinen und um Unterdrückung. An manchen Stellen war es mir ein bisschen zu langatmig bzw. es war ein wenig wie eine Einleitung. Nichtsdestotrotz habe ich große Erwartungen an Band 2. Denn ich glaube, die Geschichte nimmt an Fahrt auf und es wird von Band zu Band besser. Auch das Ende macht mir große Hoffnung. Es lässt einen sprachlos zurück, man möchte einfach wissen wie es weitergeht. Auf jeden Fall kann ich Band 1 'Schutt und Asche' weiterempfehlen!

  20. Cover des Buches Das Novembermädchen (ISBN: 9783492307413)
    Katrin Tempel

    Das Novembermädchen

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Pepale
    Das Cover gefällt mir gut. Durch die Abbildung des Brandenburger Tors fällt der Ort der Handlung sofort ins Auge. Die Abbildung der Frau im Vordergrund lässt vermuten, dass es sich bei der Hauptperson des Romans um eine starke Frau handelt.

    Schon im Alter von 18 Jahren gründete Lina den Pfennigverein, um mit den Einnahmen arme Kinder mit Lernmaterial zu unterstützen.
    Lina setzt trotz Bedenken der Eltern die Heirat mit Theodor Morgenstern durch. Die Bedenken beziehen sich darauf, dass die Eltern der Meinung sind, dass Theodor nicht in Lage sein wird, eine Familie zu ernähren. Tatsächlich erweist Theodor sich als Geschäftsmann auch nicht als besonders hilfreich, und scheitert schon an der ersten Chance, die er von Linas Vater bekommt, ein Modegeschäft zu führen.
    Als der Deutsch-Französische Krieg vor der Tür steht, beschließt Lina etwas gegen den Hunger in Berlin zu unternehmen und eröffnet unter viel ehrgeizigem Einsatz und Mut die erste Berliner Volksküche. Sie findet Wege Nahrungsmittel in großen Mengen kostengünstig einzukaufen, um sie in ihren Suppenküchen zu nahrhaften Mahlzeiten zuzubereiten. Nach der Zubereitung bietet sie die fertigen Mahlzeiten wiederum der armen Bevölkerung günstig an. Dabei muss sie viele politische Hürden überstehen. Das Privatleben kommt zu der Zeit der Gründung der Suppenküchen etwas zu kurz. Theodor kümmert sich derweil zu Hause um die fünf Kinder, stärkt Lina aber auch den Rücken und steht voll hinter ihr wenn er gebraucht wird.
    Wegen der Gründung der Suppenküchen wurde Lina Morgenstern „Suppenlina“ genannt.

    Mein Fazit:
    Das Novembermädchen ist ein großartiges Buch in dem es um die Geschichte von Lina Morgenstern geht. Es ist flüssig und interessant geschrieben und hat mich sehr beeindruckt. Ich konnte mir die Personen und Situationen gut vorstellen.
  21. Cover des Buches Im Schatten des Drachen (ISBN: 9783453272767)
    Julie Kagawa

    Im Schatten des Drachen

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Yuria
    • "Das Leben ist nicht gerecht, Yumeko-chan ... Das Leben ist Gleichgewicht. Vor dem Frühling muss der Winter kommen. Vor der Sonne muss es Dunkelheit geben. Was ist, ist das, was sein muss."


    "Im Schatten des Drachen" ist der finale Band der "Schatten"-Trilogie von Julie Kagawa. Die Autorin hat ja japanische Wurzeln und diese in die gesamte Reihe einfließen lassen. Eine absolut geniale Reihe, die ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern zählt.

    Inhaltsangabe: Eine uralte Beschwörung droht das Kaiserreich Iwagoto für tausend Jahre in düsteres Chaos zu stürzen. Allein der Gestaltwandlerin Yumeko und ihrem geliebten Samurai Tatsumi kann noch die Rettung gelingen. Dafür mussten sie bereits zahlreiche Gefahren überwinden – und schreckliche Opfer bringen. Doch der größte Kampf steht ihnen und ihren Weggefährten noch bevor. Denn im Verborgenen lauert ein Feind, mit dem niemand gerechnet hat ... 


    Das Cover des Buches ist, wie bereits seine Vorgänger, sehr hübsch und asiatisch angehaucht. Die englischen Cover finde ich aber noch ein bisschen besser, weil sie die düstere Stimmung der Bücher besser widerspiegeln. Das deutsche Cover wirkt etwas kindlich, obwohl das Buch einen recht brutalen Inhalt hat. Trotzdem ist das Buch sehr aufwändig gestalten und macht sich im Bücherregal sehr hübsch.

    Zum Schreibstil von der Autorin werde ich nicht viel sagen, der hat sich zu seinen Vorgängern nicht verändert und ist gleich toll geblieben. Im Gegenteil, er ist sogar noch etwas besser geworden. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und lebte in einer komplett eigenen Welt, in der ich rings um mich kaum mehr etwas mitbekommen haben. Diese Geschichte hat mich sofort in seinen Bann gezogen und wird mich wohl nie wieder loslassen. Ich war total beeindruckt von Julie Kagawas Talent.
    Auf Menschen, die keinerlei Ahnung von der japanischen Kultur haben, könnte die Geschichte und die Taten der Protagonisten etwas befremdlich wirken, auch werden ständig japanische Ausdrücke verwendet. Es gibt zwar ein Glossar am Ende des Buches, man sollte aber doch zumindest ein bisschen Ahnung haben. Die Autorin hat die japanische Kultur, mitsamt ihrer Weisheiten, Mythen und Gepflogenheiten so gut in die Geschichte eingebracht; alles erinnert an einen japanischen Action-Anime. Eine Anime-Serie davon wäre so genial und würde wahrscheinlich internationale Durchbrüche feiern.

    Ich habe gelacht, geweint, innerlich verzweifelt geschrien und war total fasziniert. Die Spannung ging nie verloren und auch die Liebe und Freundschaft kam nicht zu kurz. Die Charaktere waren einzigartig ausgearbeitet, kein Ei glich dem Anderen. Das Fuchsmädchen und der Meister der Dämonen, der Pfau und der Hund ... so viele Gefühle, die die Autorin perfekt in die Geschichte eingebaut hat. Gleichzeitig war die Geschichte aber auch düster und brutal und natürlich fanden auch wieder viele Wesen der japanischen Mythologie Einzug.

    Ich hätte mir kein besseres Ende wünschen können. Ich bin kein Fan von rosaroten Geschichten, in denen alles Friede-Freude-Eierkuchen endet. Für mich war dieses Finale perfekt gelöst, weil es kein allumfassendes Happy-End gibt.

    Sehr empfehlenswert für alle Anime- und Manga-Fans. Ich habe keinerlei Kritik an das Buch, es war für mich einfach perfekt!
    5 Sterne +++ Ich liebe diese Reihe 😍 

  22. Cover des Buches Der Untertan (ISBN: 9783423002561)
    Heinrich Mann

    Der Untertan

     (368)
    Aktuelle Rezension von: dot
    Im Roman " Der Untertan" von Heinrich Mann geht es um Diederich Heßling, der zur Zeit des Kaiserreichs am Ende des 19. Jahrhundert lebt. Diederich wächst in einem strengen Elternhaus in Netzig auf, wodurch er früh einen Einblick in die Machtverhältnisse bekommt und sie zugleich zu bewundern beginnt. Durch seinen Werdegang  im Schul- und Militärdienst, sowie im Studium und der Übernahme der Papierfabrik seines Vaters, wird aus ihm ein sehr selbstbezogener Mensch, der seine Vorteile auf Kosten anderer ausspielt und nur jene respektiert, die ihm übergeordnet zu sein scheinen. [...]


    " Der Untertan" ist ein Klassiker, der sehr gut die politischen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts verdeutlicht, der aber teilweise wohl auch noch immer als zeitgemäß betrachtet werden kann.
  23. Cover des Buches Schwert und Krone - Meister der Täuschung (ISBN: 9783426520161)
    Sabine Ebert

    Schwert und Krone - Meister der Täuschung

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    „Der Kaiser ist tot!“

    Seit Stunden hatten sie in Schnee und eisigem Wind auf diesen Ruf gewartet. Hunderte Männer in Rüstung, viele der Edelsten des Reiches, versammelt vor der erbärmlichen Hütte, die zum Sterbeort Lothars von Süpplingenburg geworden war. S.15

    Breitenwang in Tirol, anno domini 1137. Wie schreiben den vierten Dezember als Lothar III. Römisch-deutscher Kaiser und König auf der Heimreise über die Alpen stirbt. Auf seinem Sterbebett bestimmt er seinen Schwiegersohn zu seinem Thronerben, den Welfen Heinrich, der Stolze genannt, Herzog von Bayern und Sachsen sowie Markgraf der Toskana. Diese Nachfolgeregelung will die Kaiserinwitwe Richenza um jeden Preis durchsetzen. Doch dazu benötigt sie das Wohlwollen der deutschen Fürsten, die den neuen König bestätigen müssen. Es gibt jedoch noch einen anderen Thronanwärter, der nach überlieferten Recht ein Anrecht auf die Krone hat. Den Sohn Friedrichs I. Herzog von Schwaben – Konrad III. von Staufen 

    Doch jetzt war sie Kaiserinwitwe; fast fünfzig Jahre alt, fett und schmerzgeplagt. Und sehr bald, vielleicht schon heute, würden Menschen auf den Plan treten, die ihr die Stimme verbieten wollten – weil Frauen nichts galten. Nur Lothar verdankte sie es, dass sie an seiner Regentschaft teilhaben durfte. Jetzt lag er tot auf diesen rauen Brettern.

    Meister der Täuschung" ist der Auftaktroman zur Schwert-und-Krone-Reihe von Sabine Ebert. Dieser spielt im Mitteleuropa des 12. Jahrhundert und zeigt ein Stück deutscher Geschichte zu Zeiten der Herrschaftshäuser der Welfen und Staufer. Die Erzählung startet mit den Ereignissen vom vierten Dezember 1137 und handelt von den darauffolgenden Erbstreitigkeiten.

    Auf kurzweilige und spannende Art berichtet die Autorin über die damaligen Ränkespiele im Streit um die Kaiserkrone. Das Mittelalter ist ein finsteres, da fast überall der Tod zu lauern scheint. Jede Auseinandersetzung wird mit dem Schwert geführt. Die Menschen damals müssen sehr unter diesen ständigen Kriegen gelitten haben.

    Die Autorin hat intensiv recherchiert und das ist dem Werk anzumerken. Auch zu seinem Nachteil. Manchmal habe ich das Gefühl, ich würde ein fiktives Sachbuch lesen. Die Handlung besteht aus geschichtlich realen Splittern, die durch die Sicht unterschiedlicher Figuren der damaligen Zeit berichtet werden. Leider haben die Figuren größtenteils zu wenig Tiefe. Es hat den Anschein, als hätte die Autorin Hemmungen gehabt, den Figuren zu viel Fiktives beizumischen. So hat der Leser rasch einmal das Gefühl, ein Geschichtswerk in Händen zu halten.

    Teilweise ist der Text etwas verwirrend, dessen Schuld nicht die Schriftstellerin trägt, sondern die Einfallslosigkeit in der Namensvergabe der mittelalterlichen Fürstenhäuser. Im Buch kommen gefühlte zwanzig Konrads, dreißig Friedrichs, zwei Dutzend Heinrichs und eine Handvoll Adeles vor.

    In diesem Roman wird deutsche Geschichte spannend erzählt. Aus vielen Perspektiven erzählt, wird dem Leser die Zeit des frühen Mittelalters nähergebracht. Die häufigen Perspektivwechsel sind gewöhnungsbedürftig und hätten hier und da eine Vertiefung verdient. Andererseits wird hierdurch der Überblick überregional In einem eng beschriebenen Zeitraum gefördert.

    Es ist nicht nur das Leben der Adeligen, die den Leser beeindrucken. Vielmehr ist es das Schicksal Lukians und Hankas, welches bewegt. Als einige der wenigen fiktiven Personen, werden sie innerhalb der Handlung zum Spielball der Macht und der Intrigen. Der Spielmann Lukian ist als Spion und Überbringer von Nachrichten unterwegs. Sein Zweck ist es, Hintergrundwissen in die Handlung einzuflechten, was der Autorin mit Hilfe dieser Figur sehr gut gelungen ist.

    Eine weitere fiktive Figur ist Ulrich von Lauterstein. Der angebliche Vertraute von König Konrad. Der Tod seiner Familie erscheint mir sinnlos und allzu konstruiert. Auch er, eine Figur, um Hintergrundwissen zu vermitteln.

    Der Roman wird aus der Sicht der verschiedenen Häuser aber auch anhand dieser fiktiven Figuren erzählt. Am Anfang jedes Kapitels findet sich sowohl eine Orts- als auch Zeitangabe. Zudem werden die Figuren benannt, die in diesem Kapitel eine wichtige Rolle spielen.

    Als Kaiser Lothar stirbt, entbrennt der Kampf um die Thronfolge unter den Fürsten und der Geistlichkeit. Welfen und Staufer stehen sich gegenüber. Fürsten und Adelshäuser müssen auf die entsprechende Seite gebracht werden. Die Kirche mischt mit und Krieg überzieht das Land, darunter vor allem das einfache Volk zu leiden hat.
     Durch eine geschickt eingefädelte Intrige seitens der Geistlichkeit durch den Erzbischof von Trier Albero von Montreuil gelangt Konrad von Staufen auf den Thron. Da der König von den Fürsten bestimmt wird, gelingt die Intrige und Konrad III. wird die Krone aufgesetzt. Es sind zwar nicht viele Fürsten beteiligt, doch gewählt ist gewählt und gekrönt ist gekrönt. Den anderen Fürsten bleibt nichts übrig, als den König zu bestätigen. Konrad ist nun König und trägt eine Krone, die er nicht gewollt hat. Heinrich der Stolze hingegen besitzt die Insignien, die den Titel unterstreichen. Wird Heinrich sich das gefallen lassen? In beiden Lagern positionieren sich die mächtigen Herzöge und Markgrafen, es scheint alles auf einen Krieg um den Thron hinauszulaufen. 

    Interessant war, zu erfahren, dass der König nicht automatisch die Macht hat. Vielmehr muss er die Fürsten auf seine Seite ziehen, mit welchen Mitteln auch immer.

    "Meister der Täuschung" ist für einmal ein passend gewählter Titel für diesen Roman. Der Leser lernt nicht nur die verschiedenen Herrschaftshäuser kennen, sondern auch die ganzen Verflechtungen der Adligen, geschmiedet durch Bündnisse, Verlöbnisse und Heirat, aber auch durch den Segen der Kirche. Die Rolle der Frauen in der damaligen Gesellschaft, sowie deren Schicksale an der Seite der Männer wird ebenfalls Beachtung geschenkt. 

    Kapitelweise wird der Leser durch die verschiedenen Handlungsorte und den Perspektivenwechseln geführt. Dies erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit beim Lesen, aber lässt im Verlauf des Buches ein rundes Gesamtbild entstehen. Fiktive Personen und Geschehnisse ergänzen dabei die historischen Ereignisse und tragen zu einem spannenden und unterhaltsamen Roman bei. Dabei wird die Spannung nicht durch epische Schlachten erzeugt, sondern viel mehr durch die Ränkespiele zwischen den Protagonisten.

    Die zahlreichen Personen auseinanderzuhalten und zu sortieren hat bei mir am Anfang etwas gedauert. Gewisse Namen kommen zu häufiger vor. Die damalige Geschichte ist sehr umfangreich. Entsprechend viel hat die Autorin zu erzählen.  Kompliment an Sabine Ebert, die diese Zeit so gut recherchiert hat und zu einer verständlichen Handlung zusammengetragen hat.

    Erschreckend sind die Lebensverhältnisse. Die Frauen sind ohne Mann gar nichts und mit Mann eher schönes Beiwerk. Selten, dass eine etwas zu sagen hat. Kommt zwar vor, aber recht selten.

    Wettiner, Staufer, Askanier, Bayern, Slaven, Schweden und Welfen eine Menge Intrigen und Schachzüge bestimmen den Lauf der Geschichte. Wem muss die Treue gehalten werden? Wer wird die Krone letztendlich tragen

    Wohlüberlegt muss jeder Fürst sich für eine Seite entscheiden. Oft wird diese auch gewechselt. Die Gefahr, selbst entmachtet zu werden, ist gross, wenn er auf der falschen Seite steht. 

    Mächtige Frauen, ziehen im Hintergrund die Strippen, junge Mädchen werden verheiratet, um Bündnisse zu schließen. Der Krieg beginnt. Das ist sehr gut gelungen.

    Akribisch recherchiert und faktenreich, verpackt in eine spannende Handlung, präsentiert Sabine Ebert in diesem Mehrteiler den Aufstieg von Kaiser Barbarossa – der hier im ersten Band nur am Rande agiert, jung und noch bartlos. Staufer gegen Welfen, Fürsten und Klerus zündeln, Slawen rebellieren an den Ostgrenzen, da sie ihre Kultur beibehalten und sich nicht christianisieren lassen wollen.

    Insgesamt hätte ich mir eine andere Perspektive gewünscht. Mehr Raum für den Erzähler. Die Handlung ist ziemlich dialoglastig – und darum funktioniert die verwendete Perspektive nicht immer. Natürlich soll der Leser Hintergrundwissen erhalten – der Erzähler transportiert das wunderbar. Leider gibt es hier einen Dialog nach dem anderen – Protagonisten erzählen Dinge, die sie real nicht von sich geben würden – Wissen des Protagonisten und des Dialogpartners. Das ist schlichte Informationspolitik für den Leser und wirkt irreal und gestelzt. Aber insgesamt sind die Charaktere gut dargestellt, authentisch. Wer sich für diese Zeit interessiert, wird ein faktenreiches Lesevergnügen haben.

  24. Cover des Buches Im Schatten des Himmels (ISBN: 9783596035700)
    Guy Gavriel Kay

    Im Schatten des Himmels

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Jackie_von_Rolbeck
    Das ich mit diesem Werk nicht warm geworden bin, liegt wohl daran, dass ich kein Fan der Dichtkunst bin, sondern eher ein Freund von pragmatischen Texten, die kurz und knackig auf den Punkt kommen.
    All das macht dieser Autor nicht. 
    Sein Werk ist wahnsinnig verschnörkelt, mit viel Romantik und einer Menge an Dichtkunst. 
    Wer so etwas mag, der wird dieses Buch sehr lieben. 

    An sich ist dieses Werk echt gut, das Wordbuilding ist grandios, die Charaktere wirklich toll (wenn ich auch die weiblichen Charaktere viel besser fand), die Atmosphäre wahnsinnig schön.

    Daher, lasst euch von meinen 3 von 5 Sternen nicht abschrecken! 

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