Bücher mit dem Tag "kaiserreich"
83 Bücher
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.303)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?
Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.
Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.
Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.
Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.
Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.
- Julia Dippel
Cassardim 3: Jenseits der Tanzenden Nebel
(376)Aktuelle Rezension von: Um_Buchseites_BreiteAchtung, hier handelt es sich um Band 3. Diese Rezension wird Spoiler auf die Vorgängerbände enthalten.
Zusammenfassung
Amaia und Noar haben geheiratet, doch das Chaos greift wieder an und die Wolkenfürstin hat den Thron Cassardims an sich gerissen. Ein Plan muss her, der sowohl einen Krieg zwischen Wolkenreich und Schattenreich verhindert und der das Chaos zurückdrängt.
Charaktere und Schreibstil
Die Geschichte hatte für mich zu keiner Zeit eine Länge. Jeder einzelne Kapitel hat Amaia und Noar näher an eine Lösung gebracht. Es war spannend geschrieben.
Auch die Charaktere waren wieder einmal wunderbar aufgearbeitet. Ich habe mit allen mitgefiebert und das ein oder andere Tränchen verdrücken müssen.
Fazit
Die Rezension hat ich bewusst etwas kürzer gehalten um ja nicht zu viel vorweg zu nehmen. Die Story hat mir vorallem gefallen, weil der Zusammenhalt sehr gut gezeichnet waren. Die Geschichte hat mich mitgenommen, wegen den Charakteren, der Handlung, der Wendungen, der Kämpfe und der Gefühle. Ein gelungener Abschluss der Reihe. - Eva Stachniak
Der Winterpalast
(285)Aktuelle Rezension von: WolfhoundDie junge Varvara kommt als Dienstmädchen in den Winterpalast und ist plötzlich so viel mehr. Denn schnell sieht sie sich in der Rolle einer Spionin wieder und wird zu einer Art Vertrauten von Sophie von Anhalt-Zerbst, der zukünftigen Katharina die Große.
Wenn man so ein bisschen die Geschichte von Katharina kennt, wird man nicht viel Neues mehr erfahren, jedoch steht hier auch mehr das Leben "hinter den Kulissen" im Vordergrund.
Leider hatte ich mit dem Buch selbst ein paar Problemchen, da meiner Meinung nach viele Füllsätze genutzt wurden und auch Dinge lang und breit ausgeführt wurden, die nicht wirklich zur Handlung beigetragen haben. Deshalb bin ich zwischendurch aufs Hörbuch umgestiegen, das es tatsächlich überall nur in gekürzter Version gibt. Ein Vergleich hat gezeigt, dass in diesem Fall definitiv sinnvoll gekürzt wurde ohne den Kern der Geschichte zu verfälschen oder den Hörer durch zu starke Kürzung zu verwirren und dadurch zu verlieren. Auch hat Anna Thalbach wieder mal einen tollen Job als Sprecherin gemacht.
Immer wieder erschreckend finde ich, wenn ich etwas über die Zarenzeit lese, wie willkürlich mit Menschenleben umgegangen wurde. Natürlich ist dies in allen Monarchien, sei es England, Frankreich, Spanien oder auch Deutschland, genauso geschehen, aber in Russland wirkt alles immer nochmal extremer und willkürlicher. Das hat dieses Buch wieder einmal deutlich gezeigt. - Julie Kagawa
Im Schatten des Fuchses
(194)Aktuelle Rezension von: Maura99"Versprochen, Yumeko. Egal, wie lange es dauert, wie weit ich reisen muss, selbst wenn es mich mehrere Leben kosten sollte, ich werde immer nach dir Ausschau halten. Mein Äußeres mag sich ändern, mein Name ein anderer sein, aber du bist die andere Hälfte meiner Seele. Sie wird nicht aufhören, nach dir zu suchen, bis ich dich wiedergefunden habe." - S 387 Im Schatten der Drachen
Für mich war diese Reihe ein reread und noch immer ein Genuß. Vor allem: sehr ihr diese Ausstattung 😍
Tasumi und Yumeko trafen sich und brauchten sich, auch ohne es selbst zu wissen.
Zwei sehr junge Menschen die irgendwie in ihre Pflichten gerutscht sind und jetzt umdenken müssen.
Über drei Bände hindurch lernen die beiden zusammen mit ihren Gefährten sich zu entwickeln, über sich hinaus zu wachsen und sich sogar aufzuopfern.
Es ist durch die Bände hinweg eine wirklich wundervollen Reise voll von Legenden, Dämonen, liebe und opfern.
Die kämpfe waren grandios. Die Finale Auflösung absolut begeisternd.
Die Tragik passt zu den japanischen Geschichten und der Mut den es hier braucht war so schön dargestellt.
Ein angenehmer Schreibstil und ein tolles Feeling was will man mehr. - Maria Nikolai
Die Schokoladenvilla
(256)Aktuelle Rezension von: InaRomStuttgart, Anfang des 20. Jahrhunderts:
Judith Rothmann ist die Tochter eines angesehenen Schokoladefabrikanten und führt mit ihren jüngeren Zwillingsbrüdern ein privilegiertes Leben. Da sie sich sehr für die Herstellung von neuen Schokoladekreationen interessiert, ist es ihr größter Wunsch einmal die Firma ihres Vaters zu übernehmen. Wilhelm Rothmann hat aber andere Pläne für seine Tochter und arrangiert gegen ihren Willen die Hochzeit mit einem reichen Bankierssohn. Judith wehrt sich mit aller Kraft gegen diese Verbindung mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Von ihrer geliebten Mutter Hélène kann sie auch keine Hilfe erwarten, da sich diese in ein Sanatorium am Gardasee abgesetzt hat. Doch dann tritt Victor Rheinberger in ihr Leben …
Nachdem ich den Zweiteiler „Little Germany“ von der Autorin Maria Nikolai gelesen hatte, wollte ich unbedingt dieses Buch lesen und wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich flog nur so durch die Seiten und genoss wieder diesen flüssigen, wunderbaren Schreibstil. Die einzelnen Kapitel von insgesamt einundsechzig, haben eine angenehme Länge und ermöglichen somit ein gemütliches Lesen. Ich finde die Dialoge der verschiedenen Charaktere sehr gelungen. Besonders bei dem verbalen Schlagabtausch zwischen Victor und Judith`s Vater musste ich sehr schmunzeln. „Ich stelle Sie auf der Stelle wieder ein, Rheinberger! Sie würden meine Lieferanten in Grund und Boden verhandeln.“ (Zitat: Seite 611).
Die Protagonistin Judith ist mir sehr sympathisch, denn sie verkörpert eine junge, willensstarke Frau, die trotz eigener Schwierigkeiten nie auf das Wohl ihrer jüngeren Brüder vergisst. Alle Charaktere wurden sehr gut vorstellbar gezeichnet. Die Autorin hat wieder toll recherchiert und somit habe ich einiges über das Stuttgart der Jahrhundertwende erfahren. Dass die sogenannte „Zacke“ noch heute fährt, fand ich sehr interessant. Am Ende der Geschichte findet man ein Personenverzeichnis, ein Glossar und Hinweise auf den geschichtlichen Hintergrund. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und konnte es kaum zur Seite legen. Ich empfehle dieses Buch unbedingt allen Lesern die gerne Familiengeschichten mit historischem Hintergrund bevorzugen.
- Christoph Ransmayr
Cox
(108)Aktuelle Rezension von: LeserstimmeDieses Buch hatte sehr große Wirkung auf mich. Ich erwartete ein historisches Buch, wurde aber teils eines Besseren belehrt.
Allister Cox (im historischen James Cox) wird als Uhrmacher und Maschinenbauer mit seinem Helfer in die Verbotene Stadt Bejing eingeladen. Der Kaiser Quianlong erwartet von ihm den Bau einer Uhr, die die Unendlichkeit messen kann. Kiang, ihr ständiger Begleiter und Bediensteter warnt Cox, diese Uhr jemals zu bauen, könne eine solche Uhr doch den Herrscher der Zeit, den Gottkaiser beleidigen und die Maßlosigkeit eine solche zu bauen, die Todesstrafe fordern. Quianlong, der sich selbst "Herrscher der Zeit" nennt, lebt maßlos, zügellos, hat über 300 Konkubinen und etliche Ehefrauen. Ihn anzusehen und den Blick des Kaisers gar zu erwidern, würde die Todesstrafe bedeuten. Strenge Regeln herrschen am Hofe des Kaisers und niemand, der dort verweilt und dient, hat gar einen Freund. Jeder misstraut jedem, der kleinste Fehler könnte dem Kaiser mitgeteilt werden, um sich selbst hochzudienen. Je unsinniger diese Regeln zu sein scheinen, desto mehr Nachdruck und Kraft wird ihnen gegeben. Wer hier eine historisch belegte Geschichte erwartet, liegt falsch. Der Uhrmacher hieß mit Vornamen James und hat niemals den Kaiser getroffen. Beleuchtet wird hier eine Zeit, in der es noch abgeschnittene Nasen als Kennzeichnung eines Verbrechens gab und sich jeder dem Willen des Kaisers zu fügen hatte. Die Sprache ist meiner Meinung nach etwas konstruiert, erfordert aufmerksames Lesen, passt aber sehr gut zum Buch. Quianlong ist 1711 geboren, mit 24 Jahren an die Macht gekommen und blieb offiziell bis 1796 Kaiser. Ransmayr geht es hier eher um die Beleuchtung der Gestalt des Kaisers und die Auswirkungen seiner Strenge auf die Fremden und den Hof, als um historische Fakten. Sehr empfehlenswert, wird aber sicher eher von Männern gelesen. Mir hat das Buch trotzdem sehr gefallen, da es außergewöhnlich ist und ich mich freue dann so etwas zu finden.
- Rena Rosenthal
Die Hofgärtnerin − Frühlingsträume
(103)Aktuelle Rezension von: MarinaHIch habe das Buch Gesche ja bekommen, ehrlich gesagt denke ich, dass ich dieses Buch ansonsten gar nicht gelesen hätte.
Doch der Schreibstil und die Geschichte konnten mich direkt packen und haben einige schönes Lesestunden gestaltet.
Marleene fand ich insbesondere anfangs schwer einzuschätzen, manche Charaktere waren so link, ich konnte keinen Zugang zu ihnen finden. Leider bin ich am Anfang mit den vielen Namen und Figuren durcheinander gekommen, das Personenregister ist also genau passend.
Mit jeder weiteren Seite sind die Charaktere mir ans Herz gewachsen, manche selbstverständlich mehr als andere…Der Schreibstil war frisch, angenehm und unterhaltsam. Leider wurde er mir an manchen Stellen zu langatmig. Manche Passagen haben sich stark gezogen, man hätte einige Dinge kürzen können.
Die historische Darstellung hat mir sehr gefallen, ich hatte das Gefühl, in der Zeit mitzuleben. Außerdem sind mir historische Genauigkeiten immer äußerst wichtig. Hier hat die Autorin den richtigen Ton getroffen.Der Roman liest sich einfach und ist ein leichtes Werk, wenn man einfach ein bisschen abschalten will.
Wenn man die Tuchvilla-Reihe mag, wird diese Trilogie einem auch gefallen. So war das jedenfalls bei mir!Die Rezeptideen am Ende sind eine sehr süße Idee. Leider bleiben bei mir nach diesem Band so viele Fragen offen, dass ich kaum abwarten kann, den nächsten Teil anzufangen.
Insgesamt ein liebevoll gestaltetes und wunderschönes, leichtes Buch.
- Christian Kracht
Imperium
(169)Aktuelle Rezension von: Lorenz1984Die Art wie Herr Kracht Romane schreibt, ist eine ganz besondere.
Vorallem in diesem Roman aber, unterscheidet sich die Schreibweise von seinen anderen Werken wie Eurotrash oder Faserland.
Denn der Wahnwitz, die Brillanz der Worte, und die Beschreibung der Ereignisse, ist in so einer unglaublich fantastisch, wunderbar signifikanten Art beschrieben, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe. Nämlich eine unbarmherzige Ironie, die mir alle paar Sätze ein Schmunzeln in Gesicht zaubert.
Andere Personen würden wohl abschrecken vor Sätzen, die eine halbe Seite lang sind, aber das nehme ich bei diesem Genuß liebend gerne in Kauf.
"Die Toten" von Kracht war mein Einstieg in die Sucht namens Christian Kracht, und ich hab tatsächlich mittlerweile 90% seiner Werke gelesen.
- Allison Pataki
Sisi – Kaiserin wider Willen
(101)Aktuelle Rezension von: PMelittaMDer Roman erzählt vom Leben der österreichischen Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, von 1853, kurz bevor sie die Braut Kaiser Franz Josephs wird, bis 1867, ihrer Krönung zur Königin von Ungarn. In dieser Zeit hat Sisi kein einfaches Leben, sie heiratet sehr jung, findet sich schwer in die Regeln am Hof in Wien ein und hat Schicksalsschläge zu verkraften.
Ich bin mit den Sissi-Filmen mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm aufgewachsen, und hatte immer schon ein gewisses Interesse an Sisi, die mir immer einmal wieder beim Lesen über „den Weg läuft“. Ein Buch, das sich speziell mit ihr beschäftigt, hatte ich bisher allerdings noch nicht gelesen, dieses sollte mein erstes sein, auch wenn es nicht das einzige ist, das ich im Regal habe.
Ein bisschen gewundert hat mich, dass eine amerikanische Autorin den Roman verfasst hat, ich hätte mir eher eine deutsche oder österreichische vorstellen können. Aber nun, die Recherche ist das ausschlaggebende, und das kann man von überall leisten. Und diese erscheint mir leider etwas fraglich. Parallel zum Lesen des Romans habe ich, wie üblich, selbst ein bisschen recherchiert und zum Beispiel immer wieder gelesen, dass es keine Belege dafür gibt, dass Sisis ältere Schwester Helene zuerst als Braut für den jungen Kaiser vorgesehen war – leider spielt aber das eine große Rolle im Roman, Sisi hat hier deshalb große Schuldgefühle gegenüber Helene.
Zu Beginn konnte ich noch gut mit Sisi mitfühlen, das hat sich allerdings im Laufe des Romans etwas verflüchtigt. Da aus ihrer Sicht erzählt wird, werden andere Charaktere aus dieser Perspektive betrachtet.
Ich hätte mir ein bisschen mehr Hintergründe über die kaiserliche Familie gewünscht. Beim Lesen kann man meinen, dass Franz Joseph ein Einzelkind war, nur einmal wird im Nebensatz einer seiner Brüder erwähnt. Immerhin erfährt man ein bisschen über den historischen Hintergrund jener Zeit, wie die Probleme mit Ungarn.
Sicher, es ist keine Biografie, sondern ein Roman, dennoch erwarte ich, dass sich an den realen Leben der historischen Persönlichkeiten orientiert wird. Hier hatte ich eher das Gefühl, dass, auch wenn ich die bereits oben erwähnten Filme schon lange nicht mehr gesehen habe, der Roman eher auf diesen basiert, die bekanntlich historisch nicht allzu genau sind (noch nicht einmal Sisis Name ist richtig geschrieben).
Leider hat mir der Roman auch keine neuen Erkenntnisse gebracht. Der Roman lässt sich aber zügig lesen, und wer nicht so viel Wert auf die historischen Tatsachen legt, wird möglicherweise gut unterhalten.
Vielleicht habe ich von diesem Roman zu viel erwartet, am Ende habe ich nichts Neues erfahren, aber ein paar altbekannte Klischees gelesen und teilweise an der historischen Akkuratesse gezweifelt, so dass sich mein Lesevergnügen im Rahmen hielt. Ich vergebe 2,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde. - Kristin Briana Otts
Shadow Dragon
(115)Aktuelle Rezension von: Ninja_TurtlesMeinung:
Der Schreibstil ist flüssig und ohne Holpersteine zu lesen. Das Wordbildung ist super gelungen!😎
Die Protagonisten haben eine gute Tiefe bekommen, sodass ich immer mitgefiebert habe, ob das denn alles so klappt, wie es klappen soll.
Kai, die Kämpferin, war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat einfach etwas an sich, dass man lieben muss.❣️
Die Nebencharaktere kommen hier auch gut zur Geltung. Keiner war blass und ohne Tiefe. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. An manchen Stellen wird es brutal, aber das gehört hier dazu. Ging nur alles ziemlich schnell vonstatten. Und der Drache - der ist der Wahnsinn. Ich mochte den Shadow Dragon voll und ganz!❣️
Hier wird auch das Thema Selbstfindung und Selbstzweifel thematisiert, das fand ich gut.
Zur Geschichte werde ich nichts sagen, da ich hier nur spoilern würde. Verzeiht mir das also.😉
Fazit:
Ein Jugendbuch, das mich voll überzeugen konnte. Von der Kämpferin zur falschen Prinzessin bis hin zu ... Das verrate ich nicht.😉
- Konrad Jarausch
Zerrissene Leben
(16)Aktuelle Rezension von: SatansbratenDas Buch schafft, was Geschichte sonst oft fehlt, es es ist lebendig, zum Anfassen, verstehbar, nachvollziehbar. Es erzählt anhand von konkreten Schicksalen die Geschichte des letzten Jahrhunderts. Die Befragten Menschen haben unterschiedliche Hintergründe, der Sohn wohlhabender Juden, das Kind eines Pastors, andere aus Arbeiter Familien, kommunistischen Familien. Sie erleben daher die Vorkriegszeit sehr unterschiedlich, auch die Zeit des Krieges und die Jahre danach sind neben den politischen Ereignissen auch durch persönliche Entscheidungen geprägt. Gleichzeitig wird auch sehr viel erklärt, das wichtig ist, um Hintergründe und Geschehnisse besser einordnen zu können. Mir hat das Buch erstaunliche Einblicke in diese Zeit gegeben, selbst wenn man mit den geschichtlichen Fakten vertraut ist, bringt diese Herangehensweise ganz neue Einsichten! Lesenswert ! - Ulrike Schweikert
Die Charité: Aufbruch und Entscheidung
(141)Aktuelle Rezension von: Saphir610Als absolute Ausnahme fängt Rahel Hirsch 1903 in Berlin in der Charite als erste Ärztin an. Sie bekommt zu spüren, dass Gleichberichtigung in diesem Berufsstand noch einen weiten Weg vor sich hat. Auch die Arbeiterin Barbara bekommt zu spüren, dass Männer Frauen oft als eine Art Besitz betrachten. Rahel und Barbara werden Freundinnen und beide engagieren sich für Frauenrechte. Dann beginnt der erste Weltkrieg und stellt alles auf den Kopf.
Der Roman behandelt eine interessante Zeit und Thema. Man muss sich mal vorstellen als Frau kein Wahlrecht zu haben und als Ärztin eine Rarität zu sein.
Leider hat mir beim Lesen der entsprechende Funke gefehlt um mich in die Geschichte rein zu ziehen. Die Protagonisten konnten mich nicht abholen. Vielleicht habe auch einfach etwas anderes erwartet. Auch hätte ich gerne mehr über die Charite, die Fortschritte in der Medizin erfahren. Im Ganzen hat der Roman eine eher bedrückende Stimmung, die dann mit dem ersten Weltkrieg und am Ende mit dem Jahr 1938 seine Berechtigung findet.
- Stephan M. Rother
Ein Reif von Eisen
(106)Aktuelle Rezension von: Elenas-ZeilenZauber‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Der Auftakt der Trilogie besitzt ein hübsches Worldbuilding, welches in die Handlung eingearbeitet wurde. Allerdings war es zu Beginn schwierig, die wichtigen Charaktere zu identifizieren, denn es gibt sehr sehr viele Figuren und manchmal verlor ich ein bisschen den Überblick. Drei Handlungsstränge erleichterten die Zuordnung auch nicht wirklich. Aber der Hälfte des Buches hatte ich mich akklimatisiert und dann startete auch endlich die Spannung, die vorher nur leicht angestiegen war.
Die Hauptcharaktere waren klasse. Die drei Frauen sind jede auf ihre Art stark und gehen ihren Weg, der nicht unbedingt einfach ist. Endlich mal Fantasy, in denen die Frauen nicht nur Beiwerk sind. Obwohl sie nicht zu den Herrschern gehören.
Rothers Schreibstil ist eine hübsche Mischung aus detailfreudigen Beschreibungen und kurz-knackigen Action-Szene. Deshalb war es mir auch egal, wenn ich mal nicht genau wusste, wer mit wem wie zusammenhängt. Die Handlung wurde vorangetrieben und nur das zählte.
Alles in allem hat mir der Auftakt gefallen und ich halte mal die beiden Folgebände im Hinterkopf. Es gibt klare 4 Eisen-Sterne.‘*‘ Klappentext ‘*‘
Im Kaiserreich der Esche herrscht Unruhe. Die Blätter des heiligen Baumes beginnen zu welken – ein Machtwechsel steht kurz bevor.
Stammesfürst Morwa sucht in der düsteren Zeit die Völker des Nordens unter seinem Banner zu einen. Nur einen Stamm gilt es noch zu besiegen. Eile ist geboten, er spürt sein Ende nahen. Einzig die Kräfte einer geheimnisvollen Sklavin erkaufen ihm eine letzte Frist. Doch welchem seiner Söhne soll er den Reif des Anführers anvertrauen? Die falsche Entscheidung könnte die Welt in Dunkelheit stürzen.
Zur selben Zeit will die junge Leyken aus dem Oasenvolk des Südens einen Schwur erfüllen: Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer Schwester Ildris und fällt dabei in die Hände von Söldnern. Kurz darauf findet sie sich in der kaiserlichen Rabenstadt im Netz höfischer Intrigen wieder.
In der längsten und kältesten Nacht des Jahres spitzen sich die Ereignisse zu, das Schicksal der Welt liegt in den Händen dreier Frauen: Ildris’, die ein Geheimnis mit sich trägt, der ehrgeizigen Leyken und Morwas unehelicher Tochter Sölva. Können sie gegen die Dunkelheit bestehen? Kann eine von ihnen das Land aus der Dunkelheit führen?
- Sabine Ebert
Schwert und Krone - Meister der Täuschung
(96)Aktuelle Rezension von: LennyIch mag es Mal etwas historisch zwischendurch, doch hatte ich etwas Schwierigkeiten alles auseinander zu halten, wer welche Ländereien bekommt, welche Kinder mit wem verheiratet werden und warum.... Viele Namen.... Aber das ist ja eher mein Problem, die Autorin hat es gut gemacht und auch Übersichten mitgeliefert! Ich habe den Lucian sehr gemocht und seine Story sehr gern gelesen. Hätte noch mehr von ihm sein können!
- P. M. Freestone
Shadowscent - Die Blume der Finsternis
(188)Aktuelle Rezension von: LissiannaDie Geschichte spielt in einer faszinierenden Welt, in der Düfte eine besondere Macht besitzen und sogar über Leben und Tod entscheiden können. Im Zentrum stehen Rakel, eine talentierte Dienerin mit außergewöhnlichem Geruchssinn, und Ash, der loyale Leibwächter des Kronprinzen. Nachdem dieser durch ein Gift aus den geheimnisvollen Gärten schwer erkrankt, beginnt für die beiden eine gefährliche Suche nach einem Heilmittel, die sie tief in verborgene Geheimnisse und persönliche Wahrheiten führt.
Der Roman punktet mit einer originellen Grundidee und einem angenehm flüssigen Schreibstil. Besonders die Dynamik zwischen Rakel und Ash wirkt zunächst lebendig und unterhaltsam, ihre Gespräche tragen eine gewisse Spannung und auch humorvolle Momente in sich. Die Welt wirkt durch die detaillierten Beschreibungen der Duftkunst gut durchdacht, auch wenn sich genau diese Ausführlichkeit stellenweise als zweischneidig erweist.
Gerade der Einstieg gestaltet sich eher zäh, da viele neue Begriffe, Namen und Hintergründe auf einmal präsentiert werden. Das erschwert das Eintauchen in die Handlung und bremst den Lesefluss spürbar. Auch im weiteren Verlauf treten immer wieder Längen auf, in denen sich die Geschichte weniger vorwärts bewegt. Während die Düfte sehr intensiv beschrieben werden, bleiben andere Aspekte der Umgebung vergleichsweise blass.
Erst im späteren Teil gewinnt die Handlung deutlich an Spannung und die zahlreichen Geheimnisse entfalten ihre Wirkung. Dennoch bleibt die emotionale Tiefe, insbesondere zwischen den Hauptfiguren, hinter den Erwartungen zurück. Einige Entwicklungen wirken nicht ganz stimmig und lassen die Figuren weniger greifbar erscheinen.
Insgesamt bietet das Buch interessante Ansätze und eine kreative Welt, kämpft jedoch mit erzählerischen Schwächen. Dadurch ergibt sich ein gemischter Eindruck, der zwar neugierig macht, aber nicht vollständig überzeugen kann.
- Bernhard Schlink
Olga
(221)Aktuelle Rezension von: BuecherkopfkinoDurch dieses Buch bin ich für meine Verhältnisse wirklich sehr schnell durch gekommen. Der Schreibstil und die kurzen Kapitel haben mir sehr gut gefallen.
Anfangs dachte ich, es sei nicht viel spektakuläres passiert; 100 Seiten vor dem Ende dachte ich, dass es eigentlich auch hier zu Ende sein könnte und dann kamen Olgas Briefe an Herbert, die Lücken füllten, neue Erkenntnisse brachten und das Drama um Olga aufzeigt.
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen.
Es zeigt wie stark eine Liebe sein kann, auch wenn man sie nie wirklich ausleben konnte. Beeindruckende Geschichte um Olga, mit vielen Verlusten aber auch viel Nähe. Ihre große Liebe Herbert erschien meistens unerreichbar, obwohl sie auf Gegenseitigkeit beruht hat. Olga findet aber auch mehrfach Familie in Freundschaften.
Ich fand dieses Buch ganz wunderbar und der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Eine Geschichte über eine wunderbar starke Frau namens Olga.
- Jamie L. Farley
Adular (Band 1): Schutt und Asche
(62)Aktuelle Rezension von: ENIDûhirion ist ein Dunkelelf und Meuchelmörder. Er arbeitet für die Gilde und tötet wenn er einen Auftrag erhält. Er hat sich in eine Waldelfin namens Elanor verliebt. Diese Liebe führt zu Problemen, denn sie steht im Widerspruch zu seinen Aufgaben und seinem Wesen.
Die Geschichte ist spannend geschrieben. Ich war mir nicht bewusst, dass sie in die Kategorie “Dark Fantasy” gehört. Das ist ist nichts für mich, denn der Inhalt ist mir zu grausam. Eine Reihe, die ich nun abbreche. Das muss ich mir nicht noch einmal antun.
- Tobias Damaschke
Der Kreis des Blutes: Die Schatten des Krieges
(34)Aktuelle Rezension von: AquilaCaesarDie Geschichte beginnt (wenn wir kurz vom Prolog absehen) mit den Geschwistern Taron und Nira. Die Beziehung zwischen den Geschwistern ist stark und von zentraler Bedeutung – für die Geschwister und die Geschichte. Zusammen mit den beiden macht der Leser sich auf den Weg in die Hauptstadt Mathaliens zum Drachenturnier. Hierbei kontrastiert Niras Realismus und ihr Ziel, ihren Bruder um jeden Preis zu beschützen, immer wieder mit dem Charakter ihres Bruders Taron, der weitaus idealistischer und naiver denkt als sie.
Beginnend in dem kleinen Stück der Welt, in der die beiden Geschwister leben, wird der Leser immer mehr in diese Welt mit jahrhundertealten Traditionen eingeführt und mit jedem weiteren Charakter, dem er begegnet erweitert sich diese Welt.
Dabei hat jeder Protagonist, dem man begegnet, seine ganz eigene Persönlichkeit und seine eigenen Ansichten und Beweggründe – und auch seine ganz eigene Geschichte, über die der Leser anfangs oft im Dunkeln gelassen wird. Erst nach und nach lernt er mehr über die Charaktere, ihre Geschichten und ihre Welt.
Dabei herrscht eine gute Balance zwischen actionreichen Kämpfen und Abschnitten, in denen der Leser etwas über die Reichspolitik und Machtstrukturen Mathaliens lernt – dies geschieht meist aus der Sicht von Oberst Tiroh. Dieser erste Teil der Reihe führt den Leser in die Welt ein und schafft eine Grundlage, auf der die folgenden Teile aufbauen, ohne dass dabei jemals Langeweile aufkommen würde.
- Beate Sauer
Das Haus in Charlottenburg
(34)Aktuelle Rezension von: ErikHuyoffVor kurzem habe ich auch "Das Haus in Charlottenburg" von Beate Sauer gelesen. Das Buch ist 2026 im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Deutsches Kaiserreich um 1890: Die junge Elise träumt davon, sich als Schneiderin einen Namen zu machen und erreicht es, in einem renommierten Modeatelier angestellt zu werden. Die krassen sozialen Ungerechtigkeiten sind in Berlin unübersehbar. Elise kann sie nicht gutheißen, nimmt sie aber als unabänderlich hin. Bis sie den Architekten Johann kennenlernt, der um genossenschaftliches Bauen kämpft. Die beiden verlieben sich ineinander. Als ein Schicksalsschlag Johann davon abhält, den Wohnungsbau selbst voranzutreiben, werden seine Pläne fortan zu ihren. Sie will eine Heimat für bedürftige Menschen schaffen. Dieses Ziel verfolgt sie trotz ihrer skrupellosen und zu allem entschlossenen Gegnerin, Baronin von Rienäcker, die Elise das Liebste zu nehmen droht – ihre und Johanns kleine Tochter.
"Das Haus in Charlottenburg" ist nach "Wunder gibt es immer wieder", dem ersten Band der Fernsehschwestern-Saga, mein zweiter Roman von Beate Sauer, die auch unter den Pseudonymen Felicia Otten, Bea Rauenthal und Paula Bach publiziert. Dabei lässt er sich klar als historischer Roman einordnen, spielt er doch im Gegensatz zu den Fernsehschwestern weiter in der Vergangenheit - und zwar in den 1890er Jahren des Deutschen Kaiserreichs. Erzählt wird er hierbei aus vielen, verschiedenen personalen Perspektiven, die vielleicht etwas zu häufig, teils auch innerhalb der Kapitel wechseln.
Die Handlung ist spannend, abwechslungsreich und wartet auch mit der ein oder anderen überraschenden Wendung auf, lediglich den zwischenzeitlichen Zeitsprung habe ich als etwas zu krass empfunden. Allerdings konnte mich das Ende wieder vollends überzeugen, selbst der Epilog trug noch zur Handlung bei und rundete diese ab. Dabei scheut sich Beate Sauer auch nicht, für das Genre unübliche Tropes wie ein Love Triangle einzubauen, auch wenn es nur angedeutet ist und nicht vollends auflebt.
Das Setting kann ebenfalls auf ganzer Linie glänzen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen - wie bereits angedeutet - ins Deutsche Kaiserreich in die Zeit um 1890, nach Berlin und dessen Umgebung, die von der Industrialisierung und Zentralisierung geprägt und enorm gewachsen sind. Dabei greift Beate Sauer auch heute noch relevante Probleme wie Immobilienspekulation, Mietwucher und Wohnraumknappheit auf und zeigt, dass sich Geschichte durchaus wiederholen kann.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem Leonora von Rienäcker, Louis und Elise, während Johann teils etwas blass verbleibt und nicht zwingend nachvollziehbar handelt. Beate Sauers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen. Zudem zeugt er von guter Recherche, auch wenn sicherlich zu Gunsten der Lesbarkeit auf das ein oder andere Detail verzichtet wurde.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Fehler durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Der Umschlag ist mit Klappen versehen, das Covermotiv setzt sich auf dem Buchrücken fort. Insgesamt sind Cover, Coverrückseite und Buchrücken aber eher einfach gestaltet und farblich kein Eyecatcher, auch fehlt mir beim Covermotiv etwas der Anklang zur Handlung.
Mein Fazit? "Das Haus in Charlottenburg" ist ein spannender und abwechslungsreicher historischer Roman, der wichtige Themen anspricht und an Aktualität daher kaum zu übertreffen ist. Für Leser:innen des Genres somit bedenkenlos zu empfehlen - ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.
- Helene Sommerfeld
Die Ärztin - Stürme des Lebens
(114)Aktuelle Rezension von: JoennaDie Ärztin Stürme des Lebens
Von Helene Sommerfeld
Das Buch schreibt 24 Jahre: von 1890 bis 1914 von Riccardas Leben.
Die junge Ärztin führt in München mit Georg und Hanny ein beschauliches Leben. Bald kommt auch der Stammhalter Georg junior auf die Welt. Leider sind ihr aber nicht alle so zugetan die Frau von Georgs Bruder lässt Riccarda spüren das sie nicht erwünscht ist. Das Schicksal schlägt wieder zu und ein Paar Jahre später trieft sie auf ihre erste Liebe und beginnt mit ihm ein neues Leben in Afrika. Aber auch Afrika macht Ricca und ihre Kinder nicht glücklich. Sie geht wieder nach Berlin zurück und hofft die Liebe kommt auch zurück. Ein paar Jahre später kommt er als ein kranker Mann zurück und Ricca pflegt in Gesund. Natürlich packt in das Reisefieber wieder und das mal ist es China...
- Guy Gavriel Kay
Im Schatten des Himmels
(24)Aktuelle Rezension von: Punix"Im Schatten des Himmels" ist ein chinesisch angehauchter Fantasyroman. Allerdings gibt es hier keine richtige Magie oder wundersame Tierwesen und der fantastische Anteil ist sehr gering.
Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb mich das Buch so fesseln konnte. Beim Lesen hatte man das Gefühl, dass es ein historischer Roman ist, auch wenn Figuren und Länder frei erfunden waren.
Der Schreibstil war etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit hat er mir richtig gut gefallen.
Genauso ging es mir auch mit den Charakteren. Sie sind oft ziemlich nüchtern beschrieben, aber ihre Handlungen und ihre Entwicklungen haben sie nahbar gemacht und vor allem authentisch. Es gab sehr viele Perspektiven, aber jeder Perspektivwechsel war klar erkennbar und haben geholfen einen Überblick über die verschiedenen Handlungsstränge zu bekommen.
Insgesamt war es erfrischend anders, was vor allem an dem Schreibstil und der Atmosphäre lag. Empfehlenswert.
- Hanna Caspian
Gut Greifenau - Abendglanz
(173)Aktuelle Rezension von: chipie2909Als riesiger Downton Abbey Fan habe ich nach Büchern gesucht, die eine ähnliche Thematik haben und bin dabei auf "Abendglanz" der Reihe Gut Greifenau gestossen. Der Klappentext klang für mich vielversprechend und ich war sehr gespannt auf die Story. Meine Neugier ließ aber leider zum ersten Mal nach, als ich erfahren habe, wie jung Katharina ist. Klar, die Zeiten waren damals anders, aber das war mir persönlich dann doch zu enorm. Verstärkt wurde es noch dadurch, dass Katharina viel zu viele "erwachsene" Gedankengänge hatte. In meinen Augen wirkte dies einfach nicht wirklich authentisch. Auch die Geschichte zwischen Konstantin und Rebecca konnte mich nicht emotional erreichen. Der Sohn des Gutsherren war mir zu affektiert, zu unecht. Der einzige Strang, der als einziges mein Interesse zumindest ein wenig fangen konnte, war die Geschichte um den Kutscher Albert. Aber auch da konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen und er blieb mir komplett fremd.
Fazit:
Wahrscheinlich habe ich einfach zu viel erwartet und gehofft, dass mich die Erzählungen genauso mitreißen wie Downton Abbey. Leider hat das überhaupt nicht funktioniert und ich bin nur auf flache Charaktere ohne wirklichen Tiefgang gestoßen. Deshalb werde ich die Reihe natürlich auch nicht weiterverfolgen.
- Julie Kagawa
Im Schatten des Drachen
(79)Aktuelle Rezension von: Drachenbuecherhort„Im Schatten des Drachen“ schließt Julie Kagawas epische Schatten-Trilogie mit einem Finale ab, das zugleich kraftvoll, bewegend und unerwartet still wirkt. Inmitten einer Welt voller Dämonen, Samurai, göttlicher Wesen und finsterer Machenschaften bleibt der Fokus bis zuletzt dort, wo er am stärksten leuchtet: bei Yumeko – einer Heldin, die sich wohltuend von den bekannten Mustern klassischer Fantasyfiguren abhebt.
Yumekos Reise, die mit „Im Schatten des Fuchses“ ihren Anfang nahm, ist weit mehr als ein gewöhnlicher Fantasy-Plot um eine gefährliche Mission. Sie ist eine stille, aber tiefgreifende Metamorphose – eine Wandlung, die sich nicht durch spektakuläre Machtentfaltungen oder blutige Schlachten vollzieht, sondern durch kleine Gesten, durch unerschütterliche Loyalität und durch eine immer wieder gelebte Entscheidung für das Gute.
Als Halbkitsune vereint Yumeko die schelmische Cleverness eines Fuchsgeistes mit einem zutiefst menschlichen, warmherzigen Wesen. Von Beginn an weigert sie sich, in das enge Korsett der klassischen Heldinnenrolle zu schlüpfen. Sie ist keine geborene Kämpferin, keine Auserwählte mit übermenschlichen Kräften – und doch wächst sie über sich hinaus. Nicht, indem sie sich verhärtet, sondern indem sie ihre Sanftmut bewahrt. Ihre größte Stärke liegt nicht im Angriff, sondern im Vertrauen. Ihr Humor, ihre Neugier, ihre mitfühlende Sicht auf andere – all das wird zu ihrer Art, der Welt zu begegnen und sie zu verändern. Gerade im dritten Band, in dem das Schicksal der gesamten Welt am seidenen Faden hängt, bleibt Yumeko eine Konstante. Während rings um sie herum Machtgier, Opfer, Verrat und Dunkelheit alles zu verschlingen drohen, wählt sie konsequent einen anderen Weg. Sie wird nicht zur Schwertkämpferin, nicht zur kalten Strategin – sondern zur Verkörperung eines neuen Heldentums. Eines, das nicht auf Zerstörung, sondern auf Verbindung setzt. Auf Vertrauen statt Misstrauen. Auf Herz statt Härte.
Und gerade darin liegt ihre wahre Größe: Trotz allem, was sie verliert, trotz der Prüfungen und Opfer, die sie bringen muss, gibt sie niemals sich selbst auf. Sie bleibt diejenige, die an das Gute glaubt – und genau das macht sie zu einer der ungewöhnlichsten und bewegendsten Heldinnen der modernen Fantasyliteratur.Im dritten Band entfaltet sich die volle mythologische Tiefe Japans wie ein kunstvoll gewebter Wandteppich – reich an Symbolen, alten Legenden und spiritueller Kraft. Yokai steigen aus dem Nebel vergessener Zeiten empor, Götter greifen in das Schicksal der Sterblichen ein, und uralte Seelen erwachen, um alte Rechnungen zu begleichen. Die Welt, durch die Yumeko reist, ist durchdrungen von mystischer Energie – gefährlich, vielschichtig und von einer fast greifbaren Ehrfurcht durchzogen. Doch all diese Elemente sind nicht bloß eindrucksvolle Kulisse. Julie Kagawa nutzt die mythologische Tiefe nicht als ornamentales Beiwerk, sondern als integralen Bestandteil der Geschichte. Jedes Wesen, jede Legende, jede Begegnung spiegelt auf subtile Weise Yumekos inneren Weg wider. Die äußere Welt reagiert auf ihre Entwicklung – sie stellt sie auf die Probe, konfrontiert sie mit Versuchungen, Wahrheiten und Visionen, die mehr über sie selbst offenbaren als über die Welt um sie herum. So wird das Worldbuilding zur Spiegelung der Seele – nicht statisch oder dekorativ, sondern lebendig und sinnstiftend. Die mythischen Elemente unterstützen nicht nur die Spannung, sie vertiefen auch die Frage nach Identität, Schicksal und freiem Willen. Und sie geben Yumekos Heldenreise genau das, was sie braucht: einen würdigen Rahmen, in dem ihre leise, aber kraftvolle Geschichte nicht untergeht, sondern umso heller leuchtet.
Was dieses Finale so außergewöhnlich macht, ist die feine, fast schmerzhaft ehrliche Balance zwischen Hoffnung und Tragik. Julie Kagawa erzählt keine Geschichte, in der das Licht das Dunkel einfach vertreibt. Stattdessen zeigt sie eine Welt, in der das Licht manchmal nur ein Flackern ist – zerbrechlich, bedroht und dennoch unermüdlich. Kagawa schreckt nicht vor Verlust zurück – im Gegenteil. Sie lässt ihre Figuren scheitern, zweifeln, verlieren. Sie konfrontiert sie mit Entscheidungen, die keine einfachen Auswege bieten, mit Opfern, die wehtun, weil sie endgültig sind. Doch nie wird der Schmerz romantisiert, nie wird das Leid als notwendiges Ritual auf dem Weg zur Größe dargestellt. Es ist einfach da – roh, real, unausweichlich. Und gerade deshalb berührt es so tief.
Yumekos Geschichte ist keine klassische Heldensaga, in der das Böse klar benannt und am Ende besiegt wird. Es gibt kein einfaches Gut gegen Böse, keine Heldenpose, die alles rettet. Stattdessen zeigt sich wahre Stärke bei ihr im Stillen – in der Weigerung, zu hassen, auch wenn sie allen Grund dazu hätte. In der Entscheidung, zu vertrauen, selbst wenn die Welt sie verrät. In der unerschütterlichen Hoffnung, dass Mitgefühl mehr verändern kann als Gewalt. Diese Form des Heldentums ist leise, aber gewaltig – gerade weil sie nicht auf Triumph aus ist, sondern auf Menschlichkeit. Und so wird „Im Schatten des Drachen“ zu einer Geschichte, die lange nachhallt: nicht, weil das Böse spektakulär besiegt wurde, sondern weil eine junge Frau trotz allem nicht aufgibt, was sie im Innersten ausmacht.
Selten fühlt sich ein Fantasyfinale so ehrlich, so tief traurig und gleichzeitig so hoffnungsvoll an. Es ist ein Ende, das wehtut – aber genau dadurch wahrhaftig ist. Und genau deshalb bleibt es im Herzen. Und genau deshalb hinterlässt das Ende Gänsehaut. Es ist nicht nur ein Sieg – es ist eine still flammende Erkenntnis: dass ein reines Herz die Welt genauso verändern kann wie ein mächtiges Schwert.
- Ulf Schiewe
Land im Sturm
(66)Aktuelle Rezension von: Doscho„Land im Sturm“ ist eine wirklich ausgedehnte Geschichtsreise. Vom Zehnten bis hinein ins neunzehnte Jahrhundert werden verschiedene Familien vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse beleuchtet.
Mit „Land Im Sturm“ hat sich Ulf Schiewe ein wahres Mammutprojekt vorgenommen. 900 Jahre Geschichte auf knapp ebenso vielen Seiten, das ist eine klare Ansage. Natürlich kann man hier nicht jedes Jahr behandeln, stattdessen wurden sich fünf Jahre herausgegriffen und episodenartig aneinandergereiht. In jedem dieser Teile stehen eine Familiensituation bzw. eine Situation eines Paares im Vordergrund, hinzu wird das Ganze mit wirklich gut recherchierten und detailliert beschriebenen geschichtlichen Hintergründen angereichert.
Das Unterteilen des Buches in einzelne Abschnitte ist einerseits vorteilhaft, denn theoretisch kann man dann „Land Im Sturm“ dementsprechend einteilen, was vielleicht hilfreich für diejenigen ist, die vom Umfang des Romans abgeschreckt sind. Andererseits bietet dieses Vorgehen auch Raum zur Kritik. Mir kam es nämlich oft so vor, dass ich aus einer Epoche herausgeworfen wurde, nur, um in die nächste geworfen zu werden. Zwar hat sich Ulf Schiewe bemüht, durch konsequent gleiche Namen der Hauptcharaktere durch die einzelnen Teile hinweg so etwas wie Konsistenz zu schaffen, dennoch sind die Übergänge lose bis praktisch nicht vorhanden.
Zudem bemerkte ich in der Mitte des Romans ein leichtes Absteigen der Handlung. Gerade im dritten Teil war für mich die Handlung etwas zäher als in den anderen Teilen, bei denen praktisch ständig etwas passiert.
So ist „Land Im Sturm“ ein wunderbarer Historischer Roman für diejenigen, die mal Geschichte im Schnelldurchlauf erleben wollen. Die eher episodenartige Erzählweise sollte einen dabei jedoch nicht abschrecken.























