Bücher mit dem Tag "kalter krieg"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kalter krieg" gekennzeichnet haben.

148 Bücher

  1. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

    (494)
    Aktuelle Rezension von: Japanophilie

    Der dritte Band der Jahrhundert-Trilogie begleitet die nächste Generation der bereits bekannten Familien durch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Lebenswege führen sie unter anderem nach Ost- und Westberlin, in die USA und in die Sowjetunion. Der Bau der Berliner Mauer, die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die Kubakrise, der Vietnamkrieg, die Watergate-Affäre und der Kalte Krieg bilden den historischen Hintergrund des Romans.

    Thematisch hatte „Kinder der Freiheit“ für mich zunächst viel zu bieten. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war von zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt. Besonders der Mauerbau, die Kubakrise, der Kampf von Martin Luther King und der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, der Vietnamkrieg sowie die Watergate-Affäre sind Ereignisse, über die ich gerne mehr gelesen habe.

    Allerdings empfand ich die Gewichtung der einzelnen Themen als unausgewogen. Manche Ereignisse werden ausführlich behandelt, während andere überraschend schnell abgehandelt werden. Vor allem der Vietnamkrieg kam für meinen Geschmack deutlich zu kurz. Bei einem Roman dieses Umfangs hätte ich mir an einigen Stellen eine stärkere Konzentration auf weniger Themen gewünscht.

    Gleichzeitig wurde das ohnehin große Figurenensemble erneut erweitert. Inzwischen begleitet man mehrere Generationen zahlreicher Familien, wodurch die Beziehungen und Verwandtschaftsverhältnisse für mich immer undurchsichtiger wurden. Die Vielzahl der Figuren führte außerdem dazu, dass einzelne Lebensgeschichten nicht mehr dieselbe Tiefe erreichten wie im ersten Band.

    Wenig überzeugen konnten mich auch einige private Handlungsstränge. Die Sexszenen wirkten für mich nicht immer passend zu den jeweiligen Situationen. Zudem fand ich es auf Dauer anstrengend, wie viele Beziehungen an Trennungen, Untreue oder neuen Affären zerbrachen. Auch dass erneut auffällig viele Figuren sehr wohlhabend oder gesellschaftlich einflussreich sind, ließ die dargestellte Welt stellenweise weniger vielfältig erscheinen.

    Trotz dieser Kritik bleibt Ken Folletts Schreibstil flüssig und zugänglich. Der Roman vermittelt einen umfangreichen Überblick über wichtige politische Ereignisse und bietet durchaus einige spannende Abschnitte. Als Abschluss der Trilogie war mir die Handlung jedoch zu überladen und zu wenig ausgewogen.

    „Kinder der Freiheit“ behandelt faszinierende historische Themen, verliert sich aber zunehmend in der großen Zahl an Figuren, Beziehungen und Ereignissen. Für mich ist es der schwächste Teil der Trilogie.

    Für Leserinnen und Leser, die umfangreiche historische Romane, generationenübergreifende Familiensagas und die politischen Umbrüche der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mögen.

    Knappe 3 von 5 Sternen

  2. Cover des Buches Verdammnis (ISBN: 9783453442047)
    Stieg Larsson

    Verdammnis

    (2.592)
    Aktuelle Rezension von: Welpemax

    Das Buch "Verdammnis" ist für mich wesentlich besser als der erste Teil "Verblendung". Die Fehler, die im ersten Teil auftauchten, hat Stieg Larsson im zweiten Teil einfach nicht mehr gemacht. Der Erzählstil ändert sich nicht, was auch gut ist, denn Stieg Larsson steht für erzählerische Dichte, Detailgenauigkeit und für Charaktere die Profil haben. Das Buch ist sehr spannend geschrieben, was nicht zuletzt daran liegt das ein Dreifachmord vorliegt und die Polizei einfach irgendwie immer mehr Details bekommt aber nicht wirklich in der beweisführenden Ermittlung weiterkommt. Vielmehr geht es darum, was man selbst vermutet, auch wenn es teilweise sehr schwer vorstellbar ist. Das ist es auch, was mich wirklich fasziniert hat und was der Autor auch gut dargestellt hat, daß es bei einer scheinbar aussichtslosen Konstellation es doch noch eine Hintertür gibt, die man nicht für möglich hält. Ich muss dennoch betonen, dass mir das Buch sehr viel mehr Spaß bereitet hat als  der erste Teil und es war auch diesesmal kein Kampf es bis zum Ende zu lesen. Aber ganz lassen konnte es der Autor auch dieses Mal nicht, man muss erwähnen das Stieg Larsson sehr gern vom Thema abschweift und  er allzugern noch unwichtige Dinge in seine Geschichte mit einfügt, wie in diesem Buch das Intermezzo mit dem Fuchs, im Prinzip total unnötig. Und auch negativ anzumerken ist für mich, dass ein Cliffhanger vorliegt, dass hätte man mit 3 oder 4 Seiten länger noch zu einem normalen Abschluss bringen können.

  3. Cover des Buches Das Damengambit (ISBN: 9783257246704)
    Walter Tevis

    Das Damengambit

    (192)
    Aktuelle Rezension von: FrauFehrmi

    Obwohl sich ein großer Teil der Geschichte um Schach dreht, geht es eigentlich um etwas viel Größeres. Um Ehrgeiz. Einsamkeit. Talent. Selbstzweifel. Und darum, seinen eigenen Platz in einer Welt zu finden.


    Beth Harmon ist für mich eine der faszinierendsten Figuren, die ich je kennengelernt habe. Sie ist unglaublich klug und gleichzeitig verletzlich. Selbst in ihren größten Erfolgen wirkt sie nie unnahbar oder perfekt. Gerade ihre Fehler und inneren Kämpfe machen sie so menschlich. Ich habe mit ihr mitgefiebert, mich über ihre Siege gefreut und gehofft, dass sie ihren eigenen Dämonen irgendwann entkommt.


    Besonders beeindruckt hat mich der Schreibstil. Walter Tevis schafft es, Schach so spannend zu beschreiben, dass ich selbst als Anfänger jede Partie mit angehaltenem Atem verfolgt habe. Es geht nie nur um Figuren auf einem Brett, sondern um Menschen, Strategien und Emotionen. Jede Partie erzählt ihre eigene Geschichte.


    Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist seine Ruhe. Es braucht keine spektakulären Wendungen oder künstliches Drama. Stattdessen entwickelt sich die Geschichte ganz natürlich und zieht einen immer tiefer hinein. Fast unbemerkt wächst einem Beth ans Herz, bis man das Gefühl hat, sie schon ewig zu kennen.


    Als ich das Buch beendet hatte, blieb nicht das Schach in Erinnerung, sondern Beth. Ihre Entwicklung, ihre Stärke und ihr unermüdlicher Wille, trotz aller Rückschläge immer wieder aufzustehen. Genau solche Figuren liebe ich.


    „Das Damengambit“ ist für mich weit mehr als ein Roman über Schach. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über Genialität, über Einsamkeit und darüber, dass selbst die stärksten Menschen manchmal Hilfe brauchen. Ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat und das ich jederzeit wieder lesen würde.

  4. Cover des Buches The Shape of Water (ISBN: 9783426523070)
    Guillermo del Toro

    The Shape of Water

    (102)
    Aktuelle Rezension von: Nathaly_Schuster

    Allerdings fande ich Elisa wirklich toll und konnte mich gut in Sie hineinversetzen, mir hab der Geschichtenaufbau  auch gut gefallen und ich fande Elisa ihren Ehrgeiz und Mut sehr beachtenswert,  auch Zelda hat  wirklich einen tollen Charakter und auch ihr handeln  und ihren Mut zu sehen war sehr toll 

    Allles in allem eine gutbe Geschichte aber als Buch konnte sie mich nicht abholen was aber nicht heißen soll, dass das Buch Schlecht ist.

  5. Cover des Buches Die Kampagne (ISBN: 9783751783422)
    David Baldacci

    Die Kampagne

    (63)
    Aktuelle Rezension von: ScriptumFelicis

    Klappentext:

    Die verwackelten Bilder eines gefolterten Russen, der seine letzten Worte in die Kamera spricht, versetzen die ganze Welt in Entsetzen. In rasender Geschwindigkeit verbreitet sich das Video über das Internet - und mit ihm die alarmierende Botschaft des Mannes: Er ist ein Opfer der russischen Regierung. Und er ist nicht das Einzige. In großem Stil räumt Russland sein eigenes Volk aus dem Weg. Kurz darauf spitzen sich die Konflikte zwischen den Großmächten der Welt zu. Ganze Armeen rüsten auf - es droht ein neuer globaler Krieg in nie da gewesenen Ausmaßen.

    Meinung:

    Ein herausragender und temporeicher Thriller, bei dem der Leser kaum Zeit hat zu verschnaufen. Langeweile kommt hier definitiv keine auf, da immer etwas geschieht und neue Ereignisse auf den Leser zukommen.

    Ich habe regelrecht mit den beiden Hauptprotagonisten (Agent Shaw und Katie James) mitgefiebert und wollte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Charakter Agent Shaw ist zwar keine "Weltneuheit" und lässt sich gut mit dem Charakter James Bond vergleichen, dennoch ist er sehr interessant und gut dargestellt. 

    Gut gefallen haben mir vor allem auch die Ansichten/Sichtweisen des Antagonisten und die Erläuterungen seiner Beweggründe/Ziele. Dem Leser ist also von Anfang an klar, mit wem er es hier zu tun hat. Wer also raten möchte, wird hier wohl enttäuscht werden.

    Die Geschichte an sich ist sehr spannend aufgebaut und bietet einige interessante Wendungen. Zudem ist die Handlung so realistisch aufgebaut, dass es durchaus auch im echten Leben so passieren könnte. Tatsache ist doch, dass bereits heute Medien, Menschen oder gar ganze Länder manipulieren und manipuliert werden.

    Fazit:

    Ein wirklich spannender Thriller, welcher auch aufzeigt, wie die Menschheit manipuliert werden kann. Diese Geschichte regt durchaus zum Nachdenken an.

  6. Cover des Buches Zeiten des Aufbruchs (ISBN: 9783499272141)
    Carmen Korn

    Zeiten des Aufbruchs

    (138)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Ein Roman über die Nachkriegsjahre bis zur Wirtschaftswunderzeit in Hamburg. Unsere Eltern oder Großeltern wurden von dieser Zeit geprägt

  7. Cover des Buches Kältezone (ISBN: 9783404187898)
    Arnaldur Indriðason

    Kältezone

    (166)
    Aktuelle Rezension von: JochenBender

    Ein langsam erzählter Krimi ohne Knalleffekte, bei dem der Autor gekonnt Schritt um Schritt die Spannung aufbaut. Mein Kopfkino sprang sofort an und ich folgte dem bärbeißigen Kommissar mit Vergnügen bei seinen Ermittlungen quer durch Island. Dabei erfuhr ich auch viel persönliches über ihn und seine Kollegen. Dies störte jedoch nicht, sondern machte die Figuren lebendig, zu echten Menschen.

    Auf ziemlich skurrile Weise wird ein noch skurrilerer Fall aufgedeckt: Weil nach einem Erdbeben der Spiegel eines Sees um über vier Meter sinkt, geben die Fluten eine seit Jahrzehnten dort liegende Leiche frei. Der Tote wurde an ein russisches Spionagegerät aus den frühen Sechzigern gebunden im See versenkt. So lebte nicht nur der kalte Krieg in Island wieder auf, sondern wurde ich als Leser mit der Geschichte isländischer Sozialisten bekannt gemacht, die zum Studium nach Leipzig durften. Dort wurden die Idealisten mit dem real existierenden Sozialismus konfrontiert, der wenig bis nichts mit ihren Wunschvorstellungen gemein hat. An dessen Schattenseiten wie Stasi statt Freiheit, Dogma statt Demokratie zerbrachen manche und kehrten desillusioniert heim. Ich wünschte, junge deutsche Fans von Frau Reichinek und ihrer Linken würden das Buch lesen. Vielleicht würden sie dann manche Lügen leichter durchschauen.

    Ein spannender und absolut lesenswerter Krimi.

  8. Cover des Buches James Bond 01 - Casino Royale (ISBN: 9783864250705)
    Ian Fleming

    James Bond 01 - Casino Royale

    (97)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12

    "Casino Royale" ist der erste Band der James-Bond-Reihe von Ian Fleming. Der sowjetische Agent Le Chiffre steht unter großem Druck. Er hat einen sehr großen Geldbetrag, den der von der Vorläuferorganisation  des KGB, SMERSCH genannt, zur Unterwanderung französischer Gewerkschaften erhalten hat, leichtsinnig durch eine Fehlinvestition verloren. Seine letzte Chance sieht er darin, dass Geld am Spieltisch zurückzugewinnen. Der junge James Bond, der erst kürzlich seinen Status als Doppelnull-Agent erhalten hat, wird auf ihn angesetzt. Seine Aufgabe ist es Le Chiffre am Spieltisch zu besiegen und diesen zu ruinieren. So würde dieser von seiner Organisation fallengelassen werden und als Gefahr gebannt sein. Der Autor Ian Fleming erdachte die Figur James Bond und diese wurde sowohl als Romanfigur wie auch in den Verfilmungen weltberühmt. Die Verfilmungen erschienen dabei in anderer Reihenfolge als in der chronologischen Reihenfolge der Bücher und weichen auch teils sehr stark von den Romanvorlagen ab. "Casino Royale" erschien als erster Band bereits 1953 im Original, in Deutschland erstmalig 1960. Zum 50-jährigen Filmjubiläum sind die Bond-Romane jetzt erstmalig chronologisch mit den originalen Kapitelabschnitten und -überschriften in einer ungekürzten Neuübersetzung im Cross Cult Verlag veröffentlicht. Daher für jeden Fan des britischen Agenten eine Freude und als Besonderheit gibt es alle vierzehn erschienenen Originalromane in einem Sammelschuber. Diese Neuübersetzung von "Casino Royale" zu lesen bereitete mir große Freude. Man erlebt den jungen James noch teils unerfahren und mit Selbstzweifel, sowie verletzlich und doch wieder sich und anderen gegenüber hart. Auch sein amerikanisches Pendant Felix Leiter erscheint in diesem Roman zum ersten Mal auf der Bildfläche. Die Story im Roman ist nicht so actiongeladen, wie dies in der Verfilmung dargestellt ist. Dennoch gefällt mir die Romanvorlage sehr gut und ich freue mich nach langer Zeit wieder in die Romanwelt von Ian Fleming einzutauchen und seinen britischen Agenten dabei zu begleiten.

  9. Cover des Buches Codename Eisvogel – »The Kingfisher Secret« (ISBN: 9783453272170)
    Anonymous

    Codename Eisvogel – »The Kingfisher Secret«

    (44)
    Aktuelle Rezension von: belli4charlotte

    Kann man Menschen unbewusst so beeinflussen, dass sie einen anderen gehören und wie eine Art Marionette sein?

    Besitz eines Menschen?


    In Codename Eisvogel ist genau dies der Fall. Menschen werden von Kindheit an trainiert andere Menschen zu manipulieren und zu beeinflussen, damit man diese in der Hand hat. Und das auf ganz hoher Ebene: Politiker, Wirtschaftsmongule oder gar Präsidenten.

    Dazu werden kleine Mädchen regelrecht ausgebildet und es gibt Versprechungen und immer wieder eine kleine Erinnerung, dass es eben "nur" ein Job ist. Doch was ist mit Unabhängigkeit und Liebe?

    Als plötzlich eine Journalistin auf eine heiße Spur dieser Machenschaften trifft und eine riesige Story wittert, gerät sie selbst in Gefahr.

    Denn die hat keine Ahnung mit wem genau sie es hier zu tun hat. Es geht um Leben und Tod.

    Spionage und Verschwörungen sind plötzlich Alltag.



    Dieser Roman erscheint regelrecht real oder doch nicht?

    Es gibt einfach verdammt viele Passagen, wo man meinen könnte, dass dies so eben wirklich geschieht und das unter vorgehaltener Hand. Man ist regelrecht fasziniert. 

    Die Geschehnisse sind sehr wechselhaft, so dass man zwischenzeitlich verwirrt ist und man hier und da nochmal die Zusammenhänge sich vor Augen führen muss. Das macht den Lesefluss schwierig, aber dennoch ist es spannend.

    Eine Welt tut sich hier auf, welche zwischen den Welten ist.

    Empfehlenswert und spannend.



  10. Cover des Buches Die Company (ISBN: 9783596185924)
    Robert Littell

    Die Company

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Arun
    Klappentext: Robert Littell entfaltet in seiner fesselnden CIA-Saga die Geschichte des US-Geheimdienstes über mehrere Generationen. Jack, Leo und Jewgeni haben zusammen in Yale studiert und sind beste Freunde geworden. Nach dem Examen werden Jack und Leo von der CIA angeworben, Jewgeni, der russische Austauschstudent, kehrt nach Moskau zurück. Und bald auch wieder in die USA, mit falscher Identität. Alle drei kämpfen 45 Jahre lang an den Frontlinien des Kalten Krieges, angefangen mit der legendären Berliner Basis über das Desaster der Schweinebucht bis hin zum sowjetischen Einmarsch in Afghanistan und dem Sturz Gorbatschows ... Ein virtuoses, hoch spannendes Epos über Macht und Moral, Mord und Verrat, Liebe und Verlust.

    Meine Meinung: Ein Buch wie ein Paukenschlag, bisher eines der Besten auch dem Bereich Agenten-Spionage-Verschwörungsthriller das ich gelesen habe.
    Auf 1000 Seiten breitet der Autor ca. 50 Jahre Spionage, Gegenspionage und Politische Ränke aus, auf eine Art und Weise welche auch der Wirklichkeit entnommen sein könnte.
    Die Hauptthemen sind: Berlin der vier Sektoren 1951, der Ungarnaufstand 1956
    der Invasionsversuch auf Kuba - Bahia de Cochinos (Schweinebucht) 1961
    und der Putschversuch in Russland während der Gorbatschow - Regierung 1991
    Was mir besonders zugesagt hat ist das fast jedes politische Ereignis bei dem die USA die Hände im Spiel hatte kurz erwähnt oder angedeutet wird und dabei auf politische Korrektheit nicht immer Wert gelegt wird.
    Alles schön verpackt in eine durchgängig gelungene Saga über Agenten aus verschiedenen Himmelsrichtungen.
    20 Stunden beste Leseunterhaltung von einem der Großmeister dieses Genres.
    Für Freunde des Politthrillers eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
  11. Cover des Buches Die Toten vom Djatlow-Pass (ISBN: 9783442716043)
    Alexej Rakitin

    Die Toten vom Djatlow-Pass

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Angelsammy

    Neun junge, sowjetische Menschen fanden in der Nacht vom 1. auf den 02.02.1959 am nordöstlichen Hang des Cholat Sjachl (Toter Berg 1097 m) den gewaltsamen Tod. 

    Dieser Berg ist im nördlichen Ural zwischen der Republik Komi und der Oblast Swerdlowsk. 

    Sie wollten nur eine harmlose Bergwanderung unternehmen. Wirklich? 

    Die Toten wurden barfuß gefunden, halb nackt, einige hatten gebrochene Rippen und zertrümmerte Schädel. 

    Das Mysterium gilt bis heute als ungelöst. Diverse Theorien kursieren aber, die jede für sich schlüssig klingt. 

    Alexej Rakitin soll Zugang zu Akten des KGB gehabt haben. Drei der Wanderer sollen mit dem KGB liiert gewesen sein, in besonderer Mission unterwegs, eben als Wanderer getarnt. 

    Aber jene Mission ist dann aus gewissen Gründen absolut schief gelaufen ....

    Das Buch ist sachlich geschrieben, vermeidet Reißerisches und enthält auch Bilder. 

    Es ist sehr spannend und auch unheimlich, was der Autor hier präsentiert. Durchaus plausibel klingend, aber natürlich ist nicht klar, ob das der Weisheit letzter Schluss ist. 

    Infraschall, eine Lawine und Indigene werden ebenso verantwortlich gemacht. Jede für sich ist ebenso hypothetisch möglich. Wahrscheinlich wird man nie die Wahrheit erfahren. 

    Yetis und Außerirdische kann man wohl getrost ausschließen. Oder? Superbes Buch. 

  12. Cover des Buches Duell (ISBN: 9783404172207)
    Arnaldur Indriðason

    Duell

    (54)
    Aktuelle Rezension von: Chiarra

    Nachdem ich die komplette Krimiserie um Erlendur gelesen habe, war ich neugierig auf deren „Vorgeschichten“. Dieser erste Teil der Vorgeschichten hat mir leider nicht gefallen. Es kam nicht so viel Interessantes über das "Vorleben" der Protagonisten der Erlendur-Serie heraus wie ich es mir erhofft hatte. Der Kriminalfall selber wird um ein historisch stattgefundenes Ereignis herum aufgebaut: das „Match des Jahrhunderts“ im Schachspiel zwischen dem amerikanischen Herausforderer Bobby Fischer gegen den Russen und Weltmeister Boris Spasski. Dieses Ereignis wird für den Hintergrund der Geschichte verwendet, aber ist wohl leider teilweise auch dafür verbogen worden. Aus meiner Sicht war die Idee für die Geschichte zwar gut, aber zu konstruiert und ein wenig als Revolver-Pistole umgesetzt. Selten, dass ich die Zeit lieber für das Lesen eines anderen Buches verwendet hätte. Hier ist es der leider der Fall gewesen.

    Gelesen und bewertet 01.05.2023 

  13. Cover des Buches Über uns Stille (ISBN: 9783473584529)
    Morton Rhue

    Über uns Stille

    (93)
    Aktuelle Rezension von: PiLLaZ

    Wie wird es uns ergehen im Fall der Fälle? Nach einer Zeit der Entspannung und des Abrüstens nimmt die Brisanz der aktuellen Weltlage wieder zu und damit auch die Aktualität dieses Buches.

    Man findet sich schnell in einer der Rollen wieder, nur durch das Älter werden jetzt in einer Rolle der Erwachsenen Protagonisten. Wie würde ich handeln? Bin ich vorbereitet? Was wird geschehen.

    Ein Jugendbuch, auch für Erwachsenen. Lediglich jedes zweite Kapitel aus der Vergangenheit ist für Erwachsene Leser vom Inneren nicht so brisant, vom literarischen her führt es die Geschehnissen jedoch geschickt zusammen und mit jedem Zeitsprung erklärt es die Handlungen der Protagonisten mehr. 

  14. Cover des Buches Wolfszeit (ISBN: 9783499633041)
    Harald Jähner

    Wolfszeit

    (23)
    Aktuelle Rezension von: Viv29

    Diese Buch stand eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal. Keineswegs aus Mangel an Interesse, sondern weil ich mir angesichts des Umfangs und Themas eine zwar lohnenswerte, aber doch schwergängige Lektüre erwartete, der ich mich nicht nebenbei widmen wollte. Nun kann ich sagen: lohnenswert ist diese Lektüre absolut, schwergängig dagegen keineswegs! Ich war sofort gebannt von der Erzählweise des Autors. Hier wird Geschichte so erzählt, wie ich es schätze: fundiert, respektvoll und trotzdem eingängig. Das Buch vermittelt auf ungemein unterhaltsame Weise eine Vielzahl interessanter Fakten, darunter zahlreiche, die mir auch als Geschichtsfan neu waren. Harald Jähner kündigt im Vorwort an, den Nachkriegsjahren den Schleier der Düsternis ein wenig nehmen zu wollen und tatsächlich gelingt es ihm, aufzuzeigen, wie viel positive Stimmung es trotz der Not und dem Leid gab. Überhaupt wohnt der Erzählweise eine Leichtigkeit inne, die das Lesen angenehm gestaltet. Dabei mangelt es ihm aber nie an Ernst und Respekt, wo dieser angebracht ist und natürlich ist den tiefdunklen Aspekten ebenfalls Raum gewidmet. Es wird nichts beschönigt, die allgemeine Ausrichtung des Buches ist aber von einem erfreulichen Facettenreichtum, welcher die emotionale Vielfalt dieser Zeit hervorragend widerspiegelt.

    Jähner zitiert zahlreiche Zeitgenossen, die uns teilweise im Laufe des Buches immer wieder begegnen, was eine angenehm persönliche Komponente in das Buch bringt und auf den Blick auf das eröffnet, was ich immer am interessantesten finde: wie sich geschichtliche Ereignisse auf die Menschen auswirkten. Auch die zahlreichen Fotos sind anschaulich, während umfangreiche Quellenangaben im Anhang die sorgfältige Recherche beweisen. Wir erfahren über Politik ebenso wie über Liebesbeziehungen, über den Schwarzmarkt ebenso wie über die Begründung ungewöhnlicher Karrieren wie z.B. der Beate Uhses, oder der Entwicklung Volkswagens, von den Schicksalen derer, die nach einem entwurzelten Leben in Lagern den Weg in einer bürgerliche Existenz nicht (mehr) fanden. Es gibt unterhaltsame Informationen, so mußte ich schmunzeln, daß es gerade Frankfurt gelang, als einzige Stadt die Trümmerbeseitigung so durchdacht anzugehen, daß sie damit noch Gewinn machten. Vereinzelt wechselten mir die Themen zu schnell, hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, aber das waren Ausnahmen. Es ist beeindruckend, welche Themenvielfalt hier versammelt ist, ohne daß es auf Kosten der Tiefe geht.

    „Wolfszeit“ ist Geschichtsvermittlung, wie es sein soll: unterhaltsam wie ein Roman, dabei bestens recherchiert und von unglaublicher Informationsvielfalt. Rundum gelungen!

  15. Cover des Buches Hoffmans Hunger (ISBN: 9783257610277)
    Leon de Winter

    Hoffmans Hunger

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Von 350 auf 430 Pfund. Für die männliche Klammer, für all die vergebliche Gier in einer vom großen Fressen (mit Verstopfung uns Ausspeien) geprägten Welt, sorgt, so beiläufig, so real wie sinnfällig ein US-amerikanischer Waschsalonbesitzer auf Reisen. Sein gewichtiger Pedant, der niederländische Botschafter in Prag, bildet indes den Dreh- und Angelpunkt dieser sowohl spannend als auch erhellend geschilderten Geschichte.

    Spannend, weil sie am Vorabend des Mauerfalls spielt, und noch einmal die Implikationen des „Kalten Krieges“ eindringlich darstellt, zusammen mit Spionage, Agenten und Co. sowie all den Wirrnissen, die sich daraus ergeben. Erhellend, da sie die elementaren Such- und (möglichen) Findeprozesse eines Mannes im Angesicht von Tod und Verzweiflung so schildert, dass es einen nicht unberührt lässt. Zumal dieser Prozess mit Hilfe der Philosophie Baruch Spinozas erfolgt, explizit anhand seines Buches: „Abhandlungen über die Verbesserung des Verstandes und über den Weg, auf dem er am besten zur wahren Erkenntnis der Dinge geleitet wird.“

    Manchmal sind diese Dinge, über das große Fressen und seine psychischen Hintergründe sowie damit einhergehenden körperlichen Vorgänge (alles, was hineingestopft wird, muss auch irgendwie wieder raus) nicht so „einfach“ zu lesen, von tiefgründig bis eklig reicht hier die Spannbreite. Zur Verdeutlichung der tragischen Momente (Verlust der Kinder), des Risses, der hierdurch bei den Eheleuten entsteht, sowie der Sehnsucht nach Heilung von einer Schuld, die erst im Nachhinein deutlich wird, ist diese Spiegelbild gut geeignet – und wird hier überaus gekonnt in Szene gesetzt.

    Es sind aber nicht nur die persönlichen Geschichten, die hier glänzen, sondern auch allgemeingültige Betrachtungen, die den Nerv der Zeit treffen, aber genauso zeitlos sind, wie das folgende Beispiel verdeutlicht: „Wir müssen die Welt in ihrer eigenen Dynamik sehen, in ihrer eigenen Gesetzmäßigkeit. Nicht von unserer subjektiven Besessenheit aus.“ Und auch Spinoza trägt einen guten Teil am Gelingen dieses Buches bei: „Denn alles auf einmal zu begreifen, ist etwas, das die Kräfte des menschlichen Verstandes bei weitem übersteigt.“

    Es gibt Bücher, die kann man ein zweites oder gar ein drittes Mal lesen; dieses Buch gehört auf jeden Fall dazu.

    (14.09.2022)

  16. Cover des Buches Stieg Larssons Erbe (ISBN: 9783958902251)
    Jan Stocklassa

    Stieg Larssons Erbe

    (68)
    Aktuelle Rezension von: trinity_41

    Jan Stocklassa recherchiert in 2013 in diversen Archiven und stößt dabei auf interessante Fakten zu Stieg Larsson. Letzterer hatte sich intensiv mit dem 1986 verübten Mord am damaligen schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme beschäftigt. Leider konnte der Fall damals trotz großer Bemühungen nicht aufgeklärt werden.
    Jan Stocklassa beschließt, auf Basis der Ergebnisse von Larsson noch einmal Alles neu aufzurollen und zu rekonstruieren. Die folgende Story ist True Crime vom Feinsten. Die Spuren, die Stocklassa wieder aufnimmt, führen ihn bis nach Südafrika. Es tauchen neue Verdächtige und damit neue Mutmaßungen auf, er ermittelt im Namen von Stieg Larsson weiter, der in 2004 leider viel zu früh verstorben ist.
    Alles in Allem präsentiert sich hier eine True Crime-Story nach meinem Geschmack: packend, spannend und authentisch.
    Fazit: 5 Sterne!

  17. Cover des Buches Guter Mann im Mittelfeld (ISBN: 9783312006694)
    Andrei Mihailescu

    Guter Mann im Mittelfeld

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Angelsammy

    Ich hatte vor circa drei Monaten dieses Buch schon einmal rezensiert, es nun aber noch einmal gelesen. Deswegen habe ich die alte Rezension gelöscht und veröffentliche nun eine revidierte. 

    Es ist äußerst spannend sowie fesselnd, über Rumänien und die unheimliche Securitate zu schreiben. Deswegen ist dieser Komplex auch einer meiner bevorzugten Themen meines eigenen schriftstellerischen Schaffens. Andrei Mihailescu weiss, einen zu inspirieren, auf eine faszinierende und düstere Weise. 

    Der DSS (Departament Securitatii Statului). Es heißt, dass auf fünfzig Rumänen ein Securist (Secu) kam. Wenn man die Einwohnerzahl Rumäniens von 1980 zugrunde legt, ist die Zahl leicht auszurechnen. Geschweige die endlose Schar an informellen Mitarbeitern, von denen allerdings viele zur Mitarbeit gezwungen worden sind 

    Bukarest 1980: Journalist Ștefan Irimescu ist in seinen Dreißigern, Single und lebt bei seiner Mutter. Das goldene Jahrzehnt Rumäniens ist vorbei und Land wie Leuten geht es immer schlechter, nur nicht der kommunistischen Nomenklatur, natürlich unter seiner Hoheit Fürst Nicolae Ceaușescu und Fürstin Elena.

    Ștefan arbeitet für eine renommierte Zeitung und sein Chefredakteur steht hinter ihm – zunächst. Aber die Dinge wenden sich zu seinen Ungunsten..

    Verstrickt in einem immer erstickenderen Netz der berechtigten Paranoia, kann man sich wohl zurecht immer und überall beobachtet und verfolgt wähnen. Augen all überall. 

    Natürlich ist bei dieser Zeitung auch ein Secu nebst eigenen Büro vertreten, der ein scharfes Auge auf alles Unbotmäßige hat. Of! 

    Ștefan, der in sich einen Rebell verborgen hat, wagt es, kritische Leserbriefe nicht an jenen Offizier weiterzugeben, wie es eigentlich vorgesehen ist. Das ist seine Art des Widerstands, um zumindest etwas Widerstand gegen das System zu leisten. 

    Allerdings zeitigt das äußerst bittere Folgen für ihn, denn er wird für eine Woche verschleppt, festgesetzt im Gefängnis und von dem DSS gefoltert. 

    Als er freikommt, lernt er durch Zufall lernt er die Architektin Raluca kennen. Sie bringt den Verletzten ins Hospital. 


    Sie lernen sich näher kennen und beginnen eine Affäre. Ilie Stancu ist Ralucas Ehemann, aus der Provinz und ein aufstrebender Parteisekretär.

    Dieser hat ohnehin Minderwertigkeitskomplexe seiner gebildeten und urbanen Frau gegenüber und kaschiert das dadurch, daß er sie verspottet und fordert, dass sie nach der Geburt des Sohnes zu Hause zu sein hätte. Sie verhielte sich im Namen des Sozialismus für eine Frau unangemessen. Sie habe gefälligst noch die Quote zu erfüllen und vier weitere Kinder zu bekommen.

    Er erfährt jedoch und dennoch von jener Affäre seiner Frau mit Ștefan. Er zieht die Scheidung durch. Ein Freund von dem DSS  macht ihm ein verführerisches Angebot, wie er an Ștefan Vergeltung üben kann. Der tiefe Fall Ștefans und Ralucas hat damit gerade erst begonnen ...

    2015 wurde dieses Debüt von Andrei Mihailescu veröffentlicht. Er ist 1965 in Bukarest geboren und floh 1981, mit seiner Familie, in die Schweiz. 

    Er hat Informatik, Politikwissenschaften und Ethnologie studiert. 

    Er schafft es hier, die Beklemmung und Bedrückende jener Epoche exzellent und sehr authentisch wiederzugeben. Es passt, gerade jetzt in diesen Tagen dieses Buch gelesen zu haben, weil sich nun die ( unvollendete ), verratene Revolution von Spätdezember 1989 zum 32. Mal gejährt hatte, was Ceaușescus Sturz und Exekution nach sich zog. 

    Anfang der 80er Jahre erkannte der im Größenwahn gefangene "Vater" des Landes offenbar nicht, wie er das Volk ausblutete. Kaum noch Lebensmittel, die für alle ausreichten, stundenlanges Anstehen, Schwierigkeiten mit Wärme und Strom. 

    Und dann überall die unerbittlichen Machtstrukturen, auf die der Diktator noch zählen konnte. Der offizielle DSS ( Securitate ) mit seinen nicht wenigen Mitarbeitern und den bereits zahllosen Spitzeln im ganzen Land. Kein Wunder, dass das dazu führte, dass alles in Auflösung begriffen war, eine auszehrende Krankheit namens Regime. 

    Und dann das Eingesperrtwerden wegen kleinster Kleinigkeiten, Denunziation, Folter der psychischen und körperlichen Art. Quälende Verhöre, bei denen die betreffende Person nur verlieren konnte. Grausam und inhuman. Nach wie vor steht eine Aufarbeitung dieser Jahrzehnte aus. Lieber wird verdrängt und vergessen, inklusive der verratenen Revolution, über die man ebensowenig sprechen will. Sogar Schreibmaschinen mussten registriert werden, sonst galten sie als illegal und waren mit Gefängnisstrafe zu ahnden.

    Dieses Überwachungsapparat und der staatliche Terror hat für immer kollektiv etwas zerstört, das nie mehr heilen kann. Es ist in die Seelen der Menschen damals gedrungen und hat sie im Grunde zerschmettert. Kein Wunder, wenn man dann sogar Angst vor dem eigenen Schatten bekam und absolut niemandem traute. Absolut nachvollziehbar. 

    Das Buch ist packend und wühlt auf, ist emotional und weist ein unerwartetes Ende auf. Ich mag Ștefan und Raluca sehr. Secus wurden auch das blaue Auge genannt – wegen der blauen Aufnäher auf dem Kragenspiegel und der blauen Umrandung der cascheta (Offiziersmütze).

    Andrei Mihailescu schreibt in einem fließenden und becircenden Schreibstil, der durchaus sehr einnimmt. Ein äußerst wichtiges Buch, weil viele über diese Zeit kaum etwas wissen oder über Rumänien wissen. Was schade ist, denn das Land hat viele faszinierende Facetten. Aber leider ist ein Teil des Westens noch zu sehr von sich selbst eingenommen, arrogant und paternalistisch. Zu sehr kreist der westliche Blick um den eigenen, egozentrischen Bauchnabel. Dafür ist aber ein anderer Teil des Westens umso engagierter, wissbegieriger und schaut weit über den eigenen ach so harmonischen Tellerrand hinaus. Wird endlich Zeit, dass ärgerliche Vorurteile, die nicht nur über Rumänien kursieren, sondern insgesamt über Südosteuropa passé sein werden. 

    Mulțumesc! An Andrei Mihailescu, daß er dieses Buch geschrieben hat. Wäre das schön, das Buch in Rumänisch lesen zu können.

  18. Cover des Buches Agent 6 (ISBN: 9783442475032)
    Tom Rob Smith

    Agent 6

    (167)
    Aktuelle Rezension von: die_solveig_liest

    Im dritten Band der Reihe führt uns die Geschichte zunächst zurück ins Jahr 1950. Stalin ist an der Macht, sein Terrorregime hält das Land fest im Griff. Leo Demidow, ein junger, aufstrebender Geheimdienstagent, erhält den brisanten Auftrag, den schwarzen amerikanischen Sänger und bekennenden Kommunisten Jesse Austin während eines Besuchs in Moskau zu betreuen. Trotz all seiner Bemühungen, den wahren Alltag der Menschen zu vertuschen, kommt es beinahe zu einem großen Eklat.

    Fünfzehn Jahre später findet in New York ein gemeinsames Konzert sowjetischer und amerikanischer Schüler statt - ein inszeniertes Symbol der Annäherung und Völkerfreundschaft. Auch Demidows Frau und seine beiden Töchter reisen in die USA. Dort werden sie ungewollt zu Spielfiguren eines politischen Komplotts. Der Abend des Konzerts endet mit mehreren Toten und einem erschütternden Vorfall, der Leo Demidow zutiefst trifft.

    Agent 6 ist der Einzige, der weiß, was wirklich geschehen ist, und für Leo beginnt eine traumatische Suche nach der Wahrheit. Doch wird er sie jemals erfahren?

    Was hat mich dieses Buch gefesselt, mitgerissen und zutiefst berührt. Selten hat ein Buch so viele unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst. Es ist kein Thriller für zwischendurch, aber wer sich darauf einlässt, wird durch eine ganz besondere Tiefe belohnt. Dieses Buch erzählt von Hass, Grausamkeit und Entsetzen – aber auch von bedingungsloser Liebe.
    Selten hatte ich beim Lesen ein solches Herzklopfen, dass mir beinahe der Atem wegblieb.

    Ein großartiger Abschluss der Reihe um den russischen Agenten Leo Demidow.

    𝗪𝗼𝘄.

  19. Cover des Buches Eskapaden (ISBN: 9783257243949)
    Martin Walker

    Eskapaden

    (52)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Bruno Chef de Police aus Saint Denis ist begeistert. In Begleitung der roten Komtesse und ihrer Urenkelin darf er die Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des Patriarchen besuchen. Der Patriarch war als Fliegerass und Kriegsheld weithin bekannt. Eine Welt, zu der Bruno sonst keinen Zugang hat. Er kommt aber schnell auf den Boden der Tatsachen als am anderen Morgen ein Toter gefunden wird. Dieser wohnte auf dem Land des Sohns des Patriarchen und war bekannt für seinen übermäßigen Alkoholkonsum. Es scheint klar, dass sein Tod eine Art Unfall war, der durch den betrunkenen Zustand ausgelöst wurde. Bruno wird allerdings misstrauisch als er feststellt, dass der Verstorbenen schon nach wenigen Tagen eingeäschert wird.


    In seinem achten Fall ermittelt Bruno Chef de Police in den oberen Kreisen. Das heißt, er ermittelt nicht. Es gibt ja keinen Fall, da der Tote offensichtlich wegen seiner Trunksucht gestorben ist. Aber Fragen stellen muss doch erlaubt sein. Nebenbei muss Bruno miterleben wie sich seine Freundin Pamela von ihm wegentwickelt. Gefordert ist Bruno dagegen durch einen Wildunfall in einem privaten Revier. Die Besitzerin wurde schon vor längerem aufgefordert, die Tiere auf ihrem Besitz zu dezimieren oder einen Zaun zu errichten. Das eine will sie nicht, für das andere hat sie nicht genug Geld.


    Ein eigentlich unverdächtiger Todesfall führt zu einer Geschichte, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Ein Held des zweiten Weltkriegs, dessen Vergangenheit Fragen aufwirft. Bruno, der Verdacht schöpft und in die ungewöhnliche Situation kommt, nicht wirklich ermitteln zu können. Und dann noch die Kontroverse Naturschützer gegen Jäger, wobei der Autor beide Standpunkte interessant darstellt. Wenn man dann noch bedenkt, dass Bruno auch in seinem Privatleben einiges zu knapsen hat. Auch wenn die Lösung vielleicht nicht total überrascht, liest sich dieser Kriminalroman unterhaltsam, flott und spannend. 


    3,5 Sterne

  20. Cover des Buches Maragossa (ISBN: 9783934432062)
    Harry Theodor Master

    Maragossa

    (59)
    Aktuelle Rezension von: TinoDietrich

    Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig, regt die eigene Fantasie an und ist insgesamt gut lesbar. Die Handlung ist im wahrsten Sinne märchenhaft und das Cover mag ich besonders gern. Ich stehe auf gezeichnete Buchcover. Die Buntstiftoptik gefällt mir sehr und spricht mich positiv an. Es hat etwas Friedliches.

    Die Geschichte nimmt erst so richtig Fahrt auf, sobald ›Bobby‹ in Erscheinung tritt. Von da an mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die romantischen Szenen sind schön dargestellt. Einzig und allein die politische Schwarz-weiß-Darstellung könnte man als Kritikpunkt ansehen. Doch werte ich das eher als ›künstlerische Freiheit‹ des Autors. Es ist schließlich seine Geschichte, die ihm wirklich gut gelungen ist. Wenn man bedenkt, wie alt diese Geschichte in Wirklichkeit schon ist, kann man auch die politischen Aspekte in einem anderen Licht betrachten.
    Den Zusatz »… Zielgruppe sind politisch interessierte Leser ab einem Alter von …« finde ich persönlich nicht so optimal.
    Aber alles in allem ein sehr schöner Science-Fiction-Roman. Ich kann mit ruhigem Gewissen meine Leseempfehlung geben.

  21. Cover des Buches Kriegslicht (ISBN: 9783446259997)
    Michael Ondaatje

    Kriegslicht

    (41)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Im Jahr 1945 gingen unsere Eltern fort und ließen uns in der Obhut zweier Männer zurück, die möglicherweise Kriminelle waren"


    Nachkriegszeit in London. Die von der Mutter verlassenen Kinder Nathdaniel und Rachel bleiben im Haus zurück und kommen unter den Schutz zwielichtiger Gestalten namens Boxer oder Falter.. "Das Haus wirkte eher wie ein nächtlicher Zoo, mit Maulwürfen und Dohlen und allen möglichen herumtapsenden Tieren, die zufällig Schachspieler waren.“ Der Boxer wird zu einer Art Vaterfigur für den Jungen. Er zieht ihn in die aufregende nächtliche Abenteuerwelt seiner lichtscheuen Geschäfte hinein, darunter Sprengstoff-Transport und Schmuggel von Windhunden für illegale Hunderennen. 

    Der erste Teil des Buches in dem noch alles unklar erscheint fand ich sehr aufregend und spannend.

    Das neblige London, keiner traut dem andern, die nächtlichen gefährlichen Fahrten mit dem Boot auf der Themse, beschrieben aus der Sicht des Jungen, das hat mich richtig reingezogen.


    Nicht so gelungen fand ich den letzten Drittel des Buches, zuviele Personen werden in den Plot geführt und schaden eher dem Roman.

  22. Cover des Buches Alles, was wir sind (ISBN: 9783746638072)
    Lara Prescott

    Alles, was wir sind

    (111)
    Aktuelle Rezension von: Simone1985

    Ich habe das Buch geschenkt bekommen und war anfangs etwas unwillig ein Buch über ein mir unbekanntes (berühmtes) Buch zu lesen. Dr. Schiwago war mir ein Begriff, aber ich kannte die Geschichte nicht. Das tut jedoch dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

    Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und sehr ansprechend.
    Der Schreibstil ist packend und informativ, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Man lernt viel über die Zeit des Kalten Krieges. Ich mag es, wenn man beim Lesen nebenbei noch etwas über Geschichte lernen kann.

    Es geht um Liebe, Spionage und Gegenspionage, Frauen, Politik und Macht.

  23. Cover des Buches Glück und Glas (ISBN: 9783734104701)
    Lilli Beck

    Glück und Glas

    (101)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde

    Dieser Roman hatte ein interessantes Cover und dazu klang der Klappentext nicht schlecht. So habe ich es angefragt und hatte das Glück ein Rezensionsexemplar zu erhalten.


    Neugierig habe ich dann mit dem Lesen begonnen. Es lässt sich flüssig lesen, nur hatte ich kleine Schwierigkeiten mit den Zeitsprüngen. Aber ansonsten ist es ein spannender und interessanter Roman über 2 Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.


    Wer gut geschriebene Romane mit einem Hauch historischem mag und mit Zeitsprüngen in den Büchern klar kommt, sollte sich zumindest den Klappentext mal anschauen. Und eventuell auch mal in das Buch reinlesen damit man selber weiß ob das Buch was wäre.

  24. Cover des Buches Kranichland (ISBN: 9783499274015)
    Anja Baumheier

    Kranichland

    (114)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Kranichland ist ein Sehnsuchtsland; dorthin ziehen die Kraniche im Herbst und Marlene beneidet sie um diese Freiheit. Sie hat 1968 in Ost-Berlin nicht die Möglichkeit zu reisen, wohin sie möchte. Gemeinsam mit ihrem Freund Wieland plant sie die Flucht über Prag, dort werden sie jedoch von der Stasi abgefangen. 

    Die Autorin öffnet ein Nähkästchen voller Geheimnisse und Schweigen in einer Familie, die an den sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat glauben möchte, jedoch letztlich daran zerbricht. Erst mit der Enkelgeneration wird das Schweigen gebrochen und nun müssen alle mit den Scherben leben. Dem Genre wird der Roman gerecht, er unterhält und hat durchaus spannende Momente. Leider hatte er für mich aber auch einige Schwächen. Die Charaktere sind recht platt und klischeehaft. Ich konnte mit keiner Figur richtig mitfiebern, sie blieben mir fremd. Es passiert viel, was ohne Bezug zur Handlung bleibt und dann einfach im Sande verläuft. Außerdem waren einige Szenen und Charaktere einfach nicht glaubhaft, da wird der gute Wille schon sehr strapaziert.

    Interessant sind die Bezüge zur Geschichte der DDR, Fluchtversuch, Austausch politischer Gefangener etc. Das wird gut vermittelt. Von einer Bekannten habe ich mir sagen lassen, dass auch die häufig erwähnten Einrichtungsgegenstände absolut typisch gewesen seien, die hätten ihre Eltern auch gehabt, u. a. das Pastellgemälde des Wiener Schokoladenmädchens oder eine Vase aus Meißner Porzellan. Diese Objekte spielen im Roman eine wichtige Rolle und gerade die Symbolik der Vase ist wirklich gut gemacht.

    Alles in allem ein Unterhaltungsroman, der mir etwas zu "leicht" in der Sprache war, stellenweise einfach unglaubwürdig und mit Geheimnissen und Verschwiegenheit überfrachtet. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und dieser Roman hat eine große Fangemeinde. Mir hat "Die Erfindung der Sprache" von der Autorin wesentlich besser gefallen, das Buch kann ich sehr empfehlen, es ist völlig anders geschrieben. 

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