Bücher mit dem Tag "kambodscha"
29 Bücher
- Eric Berg
Das Nebelhaus
(371)Aktuelle Rezension von: SatoVier ehemalige Freunde treffen sich nach vielen Jahren auf Hiddensee, um in Erinnerungen zu schwelgen, doch das Wochenende endet in einer schrecklichen Bluttat. Am Ende sind 3 Menschen tot und die mutmaßliche Täterin liegt im Koma.
Anlässlich des zweiten Jahrestages der Blutnacht bekommt die freie Journalistin Doro Kagel den Auftrag zu einer Reportage über das Geschehen. Eher widerwillig macht sie sich an die Arbeit, doch schon bald stellen sich Zweifel an den Abläufen der Nacht ein und sie nimmt die Spur auf – direkt am Ort des Geschehens, dem Nebelhaus.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt – einerseits begleitet der Leser Doro bei ihren Ermittlungen und parallel dazu ist man an besagtem Wochenende zu Gast im Nebelhaus.
Tolle Kombi, leider braucht die Geschichte aber lange, bis sie einen packt und mitnimmt. Das liegt vor allem in den ausgewalzten Gedankenspielen der Protagonisten, die sich wie zäher Honig endlos langsam seitenlang in die Geschichte ergießen. Man sucht bildlich das Gaspedal, um endlich voranzukommen. Nachdem in der zweiten Hälfte die Story endlich Fahrt aufgenommen hat, wird es richtig spannend – schon allein die bildhafte Beschreibung der Umgebung und der aufziehende Sturm sorgen für Gänsehaut, auch die vielen Wendungen bezüglich des Tatablaufs überraschen den Leser. Es war früh klar, dass die Tat anders ablief, als bisher bekannt und es gab den ein oder anderen Verdächtigen, auf den man sich einschoss – aber die Wahrheit am Ende – wow, das war schon heftig.
Und dieses Ende lässt mich 4 statt nur 3 Sterne vergeben.
- Friedemann Karig
Dschungel
(114)Aktuelle Rezension von: brimarEin junger Mann sucht seinen verschwundenen Freund Felix. Dafür muss er es wagen, allein in die Welt zu ziehen, ins Ungewisse, immer begleitet von der Präsenz seines Freundes tief in seiner eigenen Persönlichkeit. Er ist allein unterwegs und doch nie allein, denn die Erinnerungen an Felix, all die verrückten Dinge, die sie zusammen erlebt haben, sind quasi immer dabei und für den Leser in Rückblenden nachvollziehbar. Der Reisende kommt in abgelegene Ecken von Kambodscha, kommt mit der düsteren Geschichte des Landes und mit Drogen in Berührung, versucht bei anderen Travellern und Aussteigern ‚anzudocken‘, kämpft gegen das Aufgeben und die Hoffnungslosigkeit an und gibt doch nie auf.
Manchmal zieht sich die Schilderung, manchmal erscheinen die Situationen recht absurd und unglaubwürdig, manchmal meint man, der Protagonist sucht nicht seinen Freund, sondern sich selbst. Letztendlich findet er Felix, der z. T. erfolgreich sein bisheriges Leben vergessen hat und an einem entlegenen Ort unter Einheimischen von Tag zu Tag lebt. Wie man aufgrund der Vorgeschichte schon vermuten mag, ‚gewinnt‘ Felix einmal mehr, denn statt zurück ins ‚normale‘ Leben, nach Deutschland, zu reisen, bleiben die zwei Freunde dort, quasi am Ende der Welt, im „Dschungel“. Es ist eine recht ungewöhnliche Lektüre, eine Reiseschilderung durch die Welt und durch die Gedankengänge und Erinnerung des Protagonisten, mit Elementen, die an einen Entwicklungsroman erinnern. Ich habe mich manchmal bei der Lektüre ob der Naivität des Ich-Erzählers und seiner sklavischen Gefolgschaft und Verehrung seines Freundes regelrecht geärgert. Manche Passagen muss man aushalten können. Dennoch schafft es der Roman, zum Denken anzuregen und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Natur von Freundschaften kritisch zu hinterfragen.
- Jessica Clare
Wild Games - Mit einem einzigen Kuss
(39)Aktuelle Rezension von: Nardi_Da_VinciDer erste Teil der Reihe hat mir sehr gut gefallen. Von diesem Teil war ich aber etwas enttäuscht. Es hat sich keine Spannung zwischen den Charakteren aufgebaut. Sie sind für den Leser einfach plötzlich übereinander hergefallen. Das ist sehr schade, weil es viele Gelegenheiten gegeben hätte in denen Spannung hätte aufgebaut werden können. Die Show ist spannend und hat viele Möglichkeiten gegeben, die leider nicht genutzt wurden.
Insgesamt konnte man das Buch gut lesen. Es gibt keine großartige Spannungskurve, aber die Story ist eigentlich ganz schön.
- Johannes Klaus
The Travel Episodes
(14)Aktuelle Rezension von: WanderingBookwormIronischerweise bekam ich dieses Buch geschenkt, als eine Reise für mich endete. Meine erste große Reise, die in mir das unauslöschliche Fernweh ausgelöst hat. Als ich Anfang 2020 mit gebrochenem Weltenbummler-Herzen von Corona wieder nach Hause geschickt wurde, habe ich dieses Buch bekommen. Auf der ersten Seite steht "Willkommen zurück", und ich begann, meine Reise zumindest auf dem Papier fortzusetzen. Es wurde zum ersten Buch, in dem ich besonders schöne Sätze farbig markierte. Sätze, die von Fernweh, Begegnungen, Abenteuern und manchmal auch von Heimweh erzählten. Ich habe es sehr genossen, durch die verschiedenen Geschichten hinweg mit den verschiedensten Menschen zu reisen. Jeder Autor und jede Autorin hatte eine ganz eigene Sicht auf die Dinge, hat neue Perspektiven aufgezeigt und auf Dinge hingewiesen, die ich mir für zukünftige Reisen merken werde, um ebenso offen für das Unbekannte zu werden, wie diese Menschen.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es bietet Inspiration für Reisende, ein kleines Fenster für die, die Reisen wollen, aber nicht können, und einen Schubs für die, die sich nicht trauen. Auch nach drei Jahren nach wie vor einer meiner Lieblinge im Regal.
- Nic Jordan
Away
(33)Aktuelle Rezension von: Vanessa_HinzFangen wir mal beim optischen an, ich finde es sieht aus wie eine Urlaubs Lektüre und man bekommt direkt Spaß beim lesen. Was ich nicht so klasse finde, ist das die Schriftart viel zu klein für mich ist und zu nah beieinander.
Ich finde man kann sich gut in sie hineinversetzen und es liest sich als würde meine beste Freundin mit was erzählen und macht selber Lust auf reisen. Ich mag die Protagonistin Nic sehr gerne und habe das Buch gerne gelesen.Das Buch hat mir gezeigt, dass ich mehr in den Tag rein leben sollte und nicht alles hundert mal hinterfragen sollte, sondern einfach mal tun muss!
- Ole R. Börgdahl
Die Schlangentrommel
(21)Aktuelle Rezension von: Moe6245Der Roman „Die Schlangentrommel“ ist Teil der Krimireihe um Tillman Halls und Kurt Bruckner und ist doch so ganz anders als die anderen Romane.
In der Inhaltsangabe steht: „Tillman Halls ungewöhnlichster Fall, bei dem ihn Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner von einer ganz anderen Seite kennenlernt.“
Das trifft auf diesen Roman definitiv zu! Eigentlich ist es auch kein klassischer Kriminalroman, sondern eher ein Agententhriller.
Auch die Erzählform ist eine etwas andere. Tillman Halls erzählt Kurt Bruckner im Nachhinein von einem ungewöhnlichen Fall, bei dem auch er eine gewisse Rolle gespielt hat. Zwischendurch kommen Bruckner und Halls in der Gegenwart zu Wort und kommentieren die Erzählungen; das lockert die Erzählung ungemein auf und hat mir sehr gut gefallen.
Den Hintergrund der Geschichte fand ich sehr interessant und ich konnte wieder einiges durch das Lesen dieses Romans lernen. Das schätze ich immer sehr an den Büchern des Autors! Ansonsten steht bei diesem Roman keine Ermittlungsarbeit im Vordergrund, es geht vielmehr um die Verfolgung eines Mannes, der brisante Geheimnisse weitergeben möchte. Während dieser rasanten Hetzjagd, bei der es um Leben und Tod geht, kann man oft Gut und Böse nicht voneinander unterscheiden. Auf jeden Fall muss man sehr aufmerksam beim Lesen sein, damit man die verschiedenen Gruppierungen voneinander unterscheiden kann.
Ich muss gestehen, dass ich die „normalen“ Romane dieser Reihe etwas besser finde. Zum einen, weil mir die Ermittlungsarbeit gefehlt hat und es mir ein wenig zu viel Verfolgungsjagd war und zum anderen, weil es mir doch etwas zu brutal zugegangen ist. Aber Fans von Agententhrillern kommen absolut auf ihre Kosten.
- Nathalie Schaller
Der Stoff, aus dem die Freiheit ist
(11)Aktuelle Rezension von: BuchperlentaucherTue das, was du willst für dein Leben. Beende ungesunde Beziehungen. Mach etwas, worauf du Bock hast, auch wenn es verrückt erscheint. Vertraue deinen Gefühlen, wage Beziehungen. Lasse dich von deinen eigenen Fähigkeiten überraschen. (Seite 37 + 38)
Diese Tipps zum Glücklich sein stammen nicht aus einem der vielen Ratgeber-Bücher. Es ist das, was Nathalie Schaller immer gelebt hat. Mit gleicher Konsequenz hat sie ihr Ziel verfolgt, nicht dem Mainstream der Mode-Branche zu folgen.
Faire Mode ist deshalb teuer, weil beim Anbau von biologischer Baumwolle auf giftige Pestizide und chemischen Dünger verzichtet wird. Die Zulieferer garantieren existenzsichernde Löhne, eine feste Anstellung, Gesundheitsschutz, keine Kinder- und Zwangsarbeit und vernünftige Arbeitszeiten. (Seite 59)Wie man auch mit einem solchen Konzept erfolgreich arbeiten kann, zeigt Nathalie Schaller eindrücklich auf.
- Vann Nath
A Cambodian Prison Portrait: One Year in the Khmer Rouge's S21
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Mari Hummingbird
Träume fliegen mit dem Wind
(25)Aktuelle Rezension von: Claudia_Fischer_AutorinMari Hummingbird hat einen wunderbaren Roman geschaffen, der einen mit auf eine einzigartige Reise nimmt.
Man sieht alles klar vor sich, das Fernweh ist geweckt und die Sehnsucht und natürlich die Reue, einige Dinge im Leben bereits versäumt zu haben.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, das Buch hat mich von der ersten Seite an ergriffen und mit der letzten noch lange nicht losgelassen, denn es gab einiges zu überdenken.
Auch die Spannung kam nicht zu kurz, es wurde richtig dramatisch und ich fieberte mit.
Dieser Roman ist unbedingt zu empfehlen und ich werde mir die weiteren Bücher der Autorin beschaffen, denn diese Abenteuer will ich nochmal erleben.
Vollumfänglich verdiente 5 Sterne.
- Peter Fröberg Idling
Pol Pots Lächeln
(6)Aktuelle Rezension von: Almut_Scheller_MahmoudDas im Jahre 2006 veröffentlichte Buch ist eine hoch interessante Lektüre, wenn auch nicht einfach zu lesen, da sie zeitlich hin und her schwankt, sich auf vielen kleinen Impressionen aufbaut, die oft nicht leicht zuzuordnen sind. Gerade wenn man mit der Geschichte Kambodschas wenig vertraut ist.
Hoch interessant besonders auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene: die Entstehung einer sozialistischen Bauernrepublik, die sich auf den Umbau der Gesellschaft und Ausmerzung von „nicht passenden“ Menschen und Traditionen fokussiert. Ausgeübt durch einen kleinen Kreis von Mächtigen, während die Masse des Volkes ohne Stimme und Rechte bleibt.
Die Herrschaft der Roten Khmer im fernen Kambodscha verlief kaum wahrgenommen von der Welt, zu sehr war man noch mit den Relikten des Vietnamkrieges beschäftigt.
In den vier Jahren der Herrschaft eines steinzeitlichen Kommunismus werden fast 2 Millionen Menschen umgebracht, gefoltert, vernichtet. „Killing Fields“ der Grausamkeit einer Tabula rasa: Phnom Penh verschwindet vom Erdboden mit seinen Ärzten und Anwälten, Optikern und Künstlern, Lehrern und Studenten. Es gibt keine Gerichte mehr, keine Schulen, keine Kran- kenhäuser, Kinos, Cafés, keine Post und kein Telefon. Es gibt keine Gesetze mehr. Nichts Gedrucktes. Eine Revolution, die nicht zu einem bürokratischen Monster mit 1001 Formularen wird, sondern zu Überleben und Sterben. Menschen werden zu Dünger für die Reisfelder. Es gibt Zwangsarbeit, Krankheit, Folter, Hunger und Kannibalismus.
Vier Schweden aus dem Schwedisch-Kambodschanischen Freundschaftskreis bereisen 1978 das Land, berichten von fröhlichen zufriedenen Menschen, mit denen sie sprechen, sind begeistert von den Erfolgen und bemerken nicht, dass sie wie Journalisten heutzutage in vielen Krisengebieten „embedded“ sind. Sie sehen, was sie sehen sollen. Und was sie sehen wollen.
Peter Fröberg Idling ist ein Kenner Kambodschas, er hat selbst dort gelebt und versucht mit diesem Buch die Mixtur von ideologischer Blindheit, der Illusion Potemkin’scher Dörfer und gelungener Manipulation aufzuzeigen.
Er nimmt uns mit auf eine Tour d’horizon durch die Geschichte Kambodschas, vermischt seine eigenen intensiven Eindrücke mit denen seiner vier Landsleute: Reisende mit unterschiedlicher Optik - die berühmten Rosaroten Brillen.Es gelingt dem Autor, seine Eindrücke, Jahre später nach der Reise der „Polit-Touristen“, auf den gleichen Pfaden, teilweise sogar mit den gleichen Menschen von damals Gespräche führend, vergleichend zu vermitteln.
Die Lektüre zeigt klar, wie schnell man leichtgläubig auf ideologische Irrwege geraten kann, aber auch, dass nicht alle von dem einmal eingeschlagenen linksintellektuellen Pfad abweichen wollen: die heutige (2006) Reaktion der vier schwedischen Reisenden zeigt eine gewisse Engstirnigkeit.
Um die eigenen blinden Flecken in Erfahrungen und Beurteilungen von Menschen und Gescheh- nissen zu hinterfragen und aufzuspüren, ist dieses Buch eine Art Lehrbuch. Heute im Zeichen von Fake News und manipulierten Videos mehr denn je.
Die Puzzleteile von überbordenden, oft subjektiven Informationen und Nachrichten mit Skepsis sortieren. Wachen Auges. Mit offenem Geist. Und geschärftem Gehör.
- Benjamin Prüfer
Wohin Du auch gehst
(46)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDies ist eine wahre, ein ganz wunderbare Geschichte. Benjamin Prüfer flog für einige Wochen nach Kambodscha um dieses exotische Land zu entdecken und kennen zu lernen. In einer Diskothek tirfft er dann auf Sreykeo. Er ist fasziniert von ihrer Schönheit, Hingabe und doch auch ihrer Schüchternheit. Doch als er mit ihr nach Hause geht lernt er die andere Seite kennen. Sie muss für ihre Familie aufkommen, ebenso wie ihre Schwester. Sie leben auf engstem Raum und Luxus gibt es nicht. Benjamin verliebt sich aber in Sreykeo und will sie unbedingt heiraten. So einfach geht das aber nicht, denn es gibt in Kambodscha andere Sitten und Regeln und außerdem ist Sreykeo sehr krank.
Eine wunderbare Geschichte, ehrlich und ohne übertreibungen erzählt. Das Ja für die Liebe.
- Eric Berg
Das Nebelhaus
(16)Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1Die Journalistin Doro Kagel rollt einen zwei Jahre alten Mordfall auf Hiddensee neu auf.
Philipp hatte seine Studienfreunde Leonie und Timo, der alten Zeiten wegen, oder weil er mit dem was er erreicht hatte protzen wollte, zu sich in sein Haus nach Hiddensee eingeladen.
Dort kommen auf mysteriöse Weise 3 Personen ums Leben. Verdächtigt wird Leonie, die allerdings im Koma liegt.
Wird Doro Licht ins Dunkel bringen können?
Mir hat das Cover gut gefallen. EIn Strandhaus in den Dünen. Zweistöckig trotzt des Wind und Wetter.
Der Klappentext hörte sich spannend an,weshalb ich mir die 4 CD´s in meiner Bücherei auslieh.
Es gibt zwei Handlungsstränge. Der in der Vergangenheit wird von einem Mann - Jürgen Uter- gesprochen und die Gegenwart von einer Frau -Anneke Kim Sarnau.
So konnte man immer gut erhören wo der Wechsel war.
Was ich nicht so gut raushören konnte waren die unterschiedlichen Personen, so dass es mir hin und wieder, gerade in der Vergangenheit, schwer gefallen ist zu erkennen wer gerade sprach und ich einen Moment brauchte um zu realisieren wenn einer der Personen im Roman wechselte.
Zu den einzelnen Personen fand ich guten Zugang.
Leonie, Erzieherin im Kindergarten mit einer Persönlichkeitsstörung, die sich immer weiter herauskristallisierte.
Timo ein Schriftsteller. Eher ruhig. Von Leonie regelrecht verfolgt.
Philipp und Vev ( Genoveva) die zusammen mit ihrer kleinen Tochter Charlotte auf Hiddensee wohnen.
Nebenan die Familie ihrer Haushaltshilfe, die damals aus dem Mekong nach der DDR kamen. Vater, Mutter und erwachsener Sohn. Die ganze Zeit sehr mysteriös. Mit einem Schuppen der etwas zu verbergen scheint.
Dann Doro, die mehr in die Sache verstrickt wird, als es zu Beginn den Anschein hat.
Und dann ist da noch Jasmin, die von Timo aufgrund der gemeinsamen Studeinzeit auch mit nach Hiddensee geschleppt wird, ohne das sie eine Einladung hatte.
Nach der zweiten CD hatte ich schon so eine Ahnung wer die Menschen dort ermordet haben könnte.
Klar war ja auch bis zum Schluss nicht wer überhaupt ums Leben kam. Es war schnell klar das die Pistole 4 Schuss hatte. Eine bekam Leonie ab und dann kamen noch zwei Frauen und ein Mann ums Leben.
So nach und nach spann sich der Faden weiter und man konnte sich immer mehr zusammen reimen.
Mein Verdacht hielt bis kurz vor Schluss, doch dann kam doch alles so wie ich es nie erwartet hätte. - Loung Ung
Lulu in the Sky: A Daughter of Cambodia Finds Love, Healing, and Double Happiness (P.S.)
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Friedemann Karig
Dschungel
(8)Aktuelle Rezension von: gstSeit vier Wochen ist Felix verschwunden. Er ist nach Kambodscha gereist und hat sich nicht mehr gemeldet; SMS bleiben unbeantwortet. Felix Mutter Dorothee bittet seinen Freund, der namenlos bleibt, ihm hinterher zu reisen. Sie bezahlt dafür auch die Reise.
Als Zuhörerin wunderte ich mich, dass sich der Erzähler so eifrig in Abenteuer stürzt. Es zeichnete sich schließlich immer deutlicher ab, dass Felix nicht gefunden werden will. Doch Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit und Jugend machen die enge Verbundenheit zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Charakteren deutlich.
Ich bin mit dem Sprecher Fabian Busch sehr gern in die Ferne gereist, habe Inseln und verrückte Backpacker kennengelernt, von Leas Sehnsucht nach ihrem reisenden Freund erfahren. Bis zum Schluss fieberte ich mit, ob Felix wieder auftaucht, um schließlich nach zehneinhalb Stunden von einem unerwarteten Schluss überrascht zu werden.
- Patrick Deville
Kampuchea
(2)Aktuelle Rezension von: Almut_Scheller_Mahmoud
Im Jahre 2010 reist der Autor den Mekong vom Delta hinauf bis an die Grenze nach China. Er lässt uns teilhaben an seinen Impressionen von Straßen, Bars, Märkten, den vorbeifließenden Landschaften, der Kakophonie von Geräuschen, Gerüchen und Farben. An der grandiosen tropischen Natur, faszinierend und beängstigend zugleich.
Er führt uns ein in die Geschichte Indochinas, die den meisten von uns unbe-kannt sein wird bis auf Schlagworte vielleicht wie Angkor Vat, die französische Schlacht von Dien Bien Phu, den amerikanischen Vietnamkrieg, Coppolas Apokalypse Now, Pol Pot und die Killing Fields. Und vielleicht noch Marguerite Duras, die im seinerzeit französischen Indochina geboren wurde.
Durch die minimalistischen Kurzbiographien, teilweise miteinander verflochten, werden wir Zeuge von politischen und kulturellen Umwälzungen. Lebensepisoden von Henri Mouhot, ein Insektenforscher, der 1860 Angkor Vat (wieder) entdeckte, ergriffen von der verfallenen Imposanz der Tempel: ein Narrativ der Steine aus dem 9. Jahrhundert. Angeblich soll Angkor Vat im 12. Jahrhundert eine Million Einwohner gehabt haben, die größte Stadt der Welt. Ob es damals wohl schon Volkszählungen und statistische Auswertungen gab? Prinz Sihanouk von Kambodscha, der aus Phnom Penh das Paris des Fernen Ostens machen wollte und zu einem Verräter wurde und Salto War alias Pol Pot, der mit seinen Freunden und politischen Weggefährten in Paris studiert und das Leben des La douce France genossen hatte. Ho Chi Minh, der wie die Rote Khmer-Elite in Paris studiert hatte, ein Mann mit der unbeugsamen Geschmeidigkeit eines Bambus. Aber auch von Unbekannten wie dem Maler Vann Nath, der Portraits von Pol Pot in unermüdlicher Serienarbeit erstellen musste. Vielleicht hat er Farbverfremdungen wie später Andy Warhol mit seinen Marilyn-Bildern angewandt? Auguste Pari, der bei der Marine begann, an einem Post- und Telegraphenposten seinen Dienst tat, sich zum Naturkundler wandelte und später die Telegraphenverlegung von Phnom Penh beaufsichtigte und zum Königsberater avancierte. Francois Ponchaud, ein katholischer Priester, der die Khmer-Sprache erlernt und die Codes und Chiffren der Roten Khmer entziffert hatte. Sein anprangerndes, 1977 veröffentlichtes Buch „Kambodscha im Jahre Null“ fand weder bei Amnesty International noch in Washington Gehör. Wir erfahren von dem kambodschanischen Schriftsteller Kong Bunchhoeun, 2016 verstorben, der über 120 Bücher geschrieben hat, Filme gemacht hat, gemalt und gedichtet und komponiert hat.
Andere Namen fallen wie Blätter von einem Herbstbaum: Pierre Loti, André Malraux, Joseph Conrad mit Walter Kurtz und Lord Jim, Graham Greene und Der stille Amerikaner. Graf Pierre Savorgnan de Brazza, nach dem eine Hauptstadt benannt worden ist (Republik Kongo).
Und immer das verbindende Hauptthema. Die diktatorische und genozidale Herrschaft der Roten Khmer mit der Angka, einfach nur Die Organisation, allgegenwärtig, mysteriös. Mit ihrer ideologischen Vermischung von Rousseau und Marx und dem buddhistischen Denken. In den vier Jahren der Herrschaft eines steinzeitlichen Kommunismus wurden fast 2 Millionen Menschen umgebracht, gefoltert, vernichtet. Die Tötungsmaschinerie der Menschheit ist unersättlich. In den Gulags und im maoistischen China starben Millionen durch Arbeitslager und Verhungern, die Nazis vernichteten 6 Millionen Juden (von den politischen Gefangenen, den Homosexuellen, den Roma und Sinti und den russischen „Untermenschen“ abgesehen), in Ruanda in kürzester Zeit fast eine Million Menschen.
Massengräber der Grausamkeit einer Tabula rasa: Phnom Penh verschwindet vom Erdboden mit seinen Ärzten und Anwälten, Optikern und Künstlern, Leh-rern und Studenten. Es gibt keine Gerichte mehr, keine Schulen, keine Kran-kenhäuser, Kinos, Cafés, keine Post und kein Telefon. Es gibt keine Gesetze mehr. Nichts Gedrucktes. Eine Revolution, die nicht zu einem bürokratischen Monster mit 1001 Formularen wird, sondern dem buddhistischen Samsara-Rad folgt: Leben und Sterben. Menschen werden zu Dünger für die Reisfelder. Es gibt Zwangsarbeit, Krankheit, Folter, Hunger und Kannibalismus.
Aber Deville informiert den Leser auch über die Vorgeschichte dieser stein-zeitlichen Massaker. Der weiße Mann mit seinem wahnsinnigen europäischen Traum der Überlegenheit über alle anderen Kulturen und Völker. Vom Opium-krieg mit China, in dem die französischen und englischen Truppen wie die Vandalen den Pekinger Sommerpalast plünderten. Taliban und IS sind auch da nur Nachahmer.
Die Prozesse gegen Pol Pot alias Duch und Kaivag Gucke Eva, den Gefängnis-wärter, der für 14.000 Opfer verurteilt wurde. Ein unscheinbarer, gewissen-hafter mittlerer Beamter, der seine Pflicht erfüllte, pünktlich, streng und bieder. Da tauchen Assoziationen auf zur „Banalität des Bösen“ und Adolf Eichmann.
Eine Lektüre wie ein Kaleidoskop, bunt und farbig, aber eben nicht nur schön. So erliest man sich in kurzen Kapiteln, die Zeiten und Orte wechseln, die Ahnung eines Gesamtbilds einer komplexen kulturellen und politischen Andersartigkeit. Deville vereint in diesem Buch Reportage, Biographie, Prosa, Reisebericht und auch Autobiographisches. Seine Neugier auf das Heute und das Gestern, die Verknüpfungen von Menschen und ihren Biographien, Menschen, die sich oft nicht kannten und sich doch gegenseitig beeinflussten. Verknüpfungen von Tätern und Opfern. Von Kolonisierten und Kolonisatoren. Von den alten Eliten und den neuen Globalisierungsgewinnern. Für Deville sind Reisen und Schreiben unabdingbar miteinander verwoben, um so Knoten für Knoten des Heute und des Gestern knüpfen zu können. Für ihn gilt nicht das Zitat von Pascal’s Zimmer.
Die Geschichte vom Flügelschlag des Schmetterlings, der viele Tausend Kilometer entfernt und Jahrzehnte später eine Katastrophe auslöst, ist das perfekte Motto für diesen geschichtsträchtigen Roman.
- Vaddey Ratner
Im Schatten des Banyanbaums
(10)Aktuelle Rezension von: GruenenteDie Autorin Vaddy Ratner stammt aus Kambodscha. Sie war mit der Fürstenfamilie verwandt, die Mitte der 1970iger Jahre über das Land herrschte. Bis die roten Khmer die Macht an sich rissen und das Land in das totale Chaos stürzten. Dieses Buch erzählt die Geschichte des Mädchens Raami, Alter Ego der Autorin.
Raami ist ungefähr sieben Jahre alt, ist intelligent, lebt glücklich mit der Familie in einem palastähnlichen Haus in Pnom Phen. Sie ist umgeben von Liebe und steckt deshalb ihr eigenes Handicap aufgrund von Kinderlähmung gut weg. Ihr Vater entstammt der Fürstenfamilie und ist ein erfolgreicher Dichter. Die Mutter kümmert sich um den großen Haushalt und auch um Raamis kleine Schwester.
Raamis größtes Problem ist die Eifersucht auf ihre kleine, perfekte Schwester die sie trotzdem innig liebt und ihre eigene körperliche Beeinträchtigung, durch die sie stark hinkt. Ansonsten wächst sie glücklich und geliebt auf.
Es herrscht plötzlich Krieg. Die Revolutionäre zwingen alle Bewohner der Hauptstadt diese zu verlassen. Die Familie muss fliehen und alles zurücklassen: das Haus, die Bediensteten, die versuchen sich zu ihren eigenen Familien durchzuschlagen, den schönen Garten, den gesamten Hausrat.
Die Revolutionäre führen ihre Repressalien nicht nur gegen die Menschen aus, die Verbindungen zur Monarchie oder Republik hatten, sondern gegen alle Intellektuelle, Ausländer, jeden, der ein wenig Bildung ergattert hat. Sie bringen das Land auf einen Schlag zurück ins Mittelalter. Tausende von Menschen werden zwangsweise und willkürlich umgesiedelt. Wer lesen und schreiben kann wird exekutiert.
Raamis Familie wurde zerrissen, die meisten kamen um. Raami machte sich selbst für den Tod des Vaters und der kleinen Schwester verantwortlich.
Das Buch ist in einer fast poetischen Sprache geschrieben. Aus der Sicht eines Kindes und mit der Stimme einer Erwachsenen wird beschrieben, wie ein Land und seine Bewohner, dem Chaos preisgegeben werden und nur durch ausländisches Eingreifen befreit werden konnten.
Vor allem der letzte Teil, wo beschrieben wird, wie alle Arbeiter knapp vor dem Hungertot jeden Käfer einfach in den Mund steckten und mechanisch immer weiter arbeiteten, geht schon sehr unter die Haut. Ein wichtiges Kapitel der asiatischen Geschichte, das aus einer ungewohnten Perspektive dem Leser begreiflich gemacht wird.
Ausführlicher hier: http://leckerekekse.de/wordpress/im-schatten-des-banyanbaums/ - K. T. Medina
Das weiße Krokodil
(7)Aktuelle Rezension von: lievke14„Das weiße Krokodil“ von K.T. Medina ist ein Roman über eines der geschundensten Länder der Erde - Kambodscha.
Als ihr Exmann Luke bei einem Einsatz in einem kambodschanischen Minenfeld stirbt, glaubt die Engländerin Tess Hardy nicht an einen Unfall und macht sich selbst auf nach Battambang. Doch dort stößt sie auf eine Mauer des Schweigens, denn die Menschen haben Angst: Angst vor dem Weißen Krokodil, einem mythischen Todesboten, der in der Dämmerung durch die Reisfelder streift. Tess hat selbst schon in mehreren Hilfsorganisationen gearbeitet und kennt das Leid der Bevölkerung in Kriegsgebieten wie beispielsweise Afghanistan zur Genüge. Nun arbeitet sie -wie ihr Exmann- für den Mine Clearance Trust in Kambodscha.... Nach und nach häufen sich hier unerklärliche Todesfälle und Tess gerät in einen Strudel von Gewalt und Aberglauben….
Der Autorin ist mit diesem Roman ein atmosphärischer Thriller gelungen, der sowohl eine spannende Erzählstruktur aufweist, aber auch einen schonungslosen Blick auf Kambodscha und dessen politischen und geschichtlichen Hintergrund wirft.
In den Jahren 1975-1978 wurde Kambodscha von einer Terrorwelle überzogen, die kaum in Worte zu fassen ist. Wenn von den größten Diktatoren der Weltgeschichte erzählt wird, fallen in erster Linie immer die Namen Hitler, Stalin und Mao. Pol Pot, ein kommunistischer Politiker und späterer Herrscher Kambodschas gründete mit seiner Roten Khmer eine Guerillaorganisation, deren Willkür und Grausamkeit ihresgleichen sucht. Schätzungsweise 2,2 Millionen seiner eigenen Landsleute fielen dieser milizartigen Gruppierung zum Opfer.
Detailliert wird in diesem Roman zum einen die Arbeit der Minenräumer dargestellt; zum anderen wird Kambodscha unter dem Blickpunkt des reichlich florierenden Sextourismus betrachtet. Unter all diesen brisanten Gesichtspunkten entwickelt sich ein Spannungsszenario, dass ausgeklügelt und ausgebufft daherkommt. Die Protagonistin muss sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten und setzt jeden einzelnen Tag ihr Leben auf’s Spiel in dem sie sich auf die überall im Land verminten Felder wagt, um dort die Spuren des Terrors zu beseitigen.
Tess hat mir als Hauptcharakter sehr gut gefallen, zumal sie nicht auf den Typ der hartgesottenen und ultrataffen Heldin reduziert wird. In ihr vereinen sich sowohl Stärke und Schwäche, Zweifel und Unsicherheit und machen sie dadurch sehr menschlich und sympathisch.
„Das weiße Krokodil“ ist ein Thriller der etwas anderen Machart. Durchaus spannend erzählt beinhaltet er jedoch auch eine unglaubliche Erzähldichte und Eindringlichkeit, wodurch er sich von den „null-acht-fünfzig-Thrillern“ deutlich abhebt. Lediglich die Auflösung des Plots war für mich ein wenig unglaubwürdig. Dennoch kann ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.
- Ladina Bordoli
Der Schatzjäger: The Hunters Girl
(16)Aktuelle Rezension von: Anni_BookloverDer Schatzjäger: The Hunters Girl von Ladina Bordoli
Klappentext:
"Teil 2 der Reihe "Der Schatzjäger"
Valerio lässt Hanna über ihren nächsten Treffpunkt zunächst im Dunkeln. Die von ihm sorgfältig geplante Reise führt sie schließlich nach Dawson,einem kanadischen Städtchen nahe der Grenze zu Alaska. Was als romantischer Liebesurlaub in der unberührten Wildnis Kanadas gedacht war, endet jäh,
als Valerio von seinem Orden ein Telefonat erhält. Seine Dienste als Schatzjäger werden auf der Stelle gebraucht. Ausgehend von der Tempelanlage
Angkor Wat, Nordkambodscha, häufen sich sonderbare Vorkommnisse. Ein Mysterium, das in seinem Ausmaß völlig unbekannt ist, wird mit den „Roten
Khmer“, den ehemaligen kommunistischen Milizen, in Zusammenhang gebracht. Obwohl es gegen die Grundsätze von Valerios Bruderschaft verstößt,
beschließen er und Hanna, Siem Reap gemeinsam einen Besuch abzustatten. Ein gefährlicher Trip durch den kambodschanischen Dschungel und seine
verwitterten Sakralbauten beginnt … und endet beinahe tödlich."
Rezension:Der Schatzjäger – The Hunters Girl“ ist der zweite Teil der Kurzgeschichten-Reihe von der Autorin Ladina Bordoli es geht auch in diesem Teil um
den Schatzjäger Valerio und die mutige Hanna. Auch in diesem Teil der Reihe sind mir beide Protagonisten wieder sehr sympathisch. Hanna
ist sehr mutig und wirkt durch ihr Handeln sehr authentisch und sympathisch. Valerio bleibt auch in diesem Buch sehr undurchschaubar und wirkt eher distanziert und geheimnisvoll.
Das Abenteuer der beiden Protagonisten, sind in diesem Band in Nordkambodscha angesiedelt.Der Schreibstil ist wie im ersten Teil sehr gut zu lesen. Der Übergang von Band eins zu dem zweiten Band geht ohne Sprünge von statten, dies gefällt mir sehr.
Fazit:
Alles in allem, finde ich auch Band zwei der Reihe sehr lesenswert.Kritik muss ich jedoch auch äußeren, so stört immer noch ein wenig, dass es zwischen Valerio und Hanna so unrealistisch schnell geht und dass Valerio so ungreifbar und blass als Charakter bleibt.
Ich mochte beide Protagonisten beim Lesen sehr gerne. Die Story und die bildgewaltige Sprache der Autorin entführt den Leser an ferne Destinationen.
Auch wenn die eigentlich Geschichte der hier im Fokus stehenden Artefakten abgeschlossen ist, hat die Autorin das Buch mit einem Cliffhanger enden lassen. Der Leser wartet somit Sehnsüchtig auf Band 3.
Kann ich dieses Buch weiterempfehlen?
Ja, ganz klar ist dieses Buch weiterzuempfehlen. Es richtet sich wie Band 1 an alle Leser, die eine Mischung von Indianer Jones und Lara Croft einerseits, anderseits einer Brise Liebe, prickelnd finden.Diesen Roman erhielt ich freundlicherweise von Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, hierfür bedanke ich mich herzlich bei ihr.
- Judith W. Taschler
Das Geburtstagsfest
(65)Aktuelle Rezension von: NiWaZum 50. Geburtstag von Kim Mey planen seine Kinder eine Überraschung. Sie laden Tevi Gardiner ein. In ihrer Kindheit sind Kim und Tevi aus Kambodscha geflohen und er hat sie seit 25 Jahren nicht mehr gesehen. Doch statt Freude zeigen Kim und auch seine Frau Ines ein unerwartet abweisendes Verhalten. Lange Verborgenes über die dramatische Flucht vor den Roten Khmer und das tragische Ende einer großen Liebe kommen ans Licht.
Als ich mit diesem Buch begonnen habe, war mir nicht klar, dass ich in eine völlig andere Welt gezogen werde. Denn die Geschichte um ein scheinbar harmloses Geburtstagsfest, hat mich ordentlich gefordert und nachhaltig erschüttert.
Es ist die Geschichte um Kim Mey, der mit Tevi Gardiner als Kind aus Kambodscha nach Österreich flieht. Und es handelt von der Familie, die die beiden aufnimmt. Jahrzehnte später, an Kims 50. Geburtstag, bringt ein Überraschungsgast alte Geheimnisse und längst verdrängte Erinnerungen ans Licht.
Der Einstieg ist recht bodenständig beschrieben. Man erfährt, wie Monika auf die Idee kommt, Flüchtlingskinder aufzunehmen. Es ist keine heroische Geste, sondern geschieht aus Sorge um ihre Tochter Ines, der etwas im Leben fehlt. Gemeinsam mit ihrer resoluten Mutter Martha führt sie den Drei-Generationen-Haushalt und nimmt Kim und Tevi in ihren Alltag auf.
So gelangen Kim und Tevi aus Kambodscha in einen kleinen österreichischen Ort zu dieser „Drei-Mäderl-Familie“. Hier spürt man die Unsicherheit, das vorsichtige Herantasten und leise Veränderungen im Alltag aller Beteiligten.
Man bleibt aber nicht in Österreich, sondern wendet sich der Herkunft der beiden Flüchtlingskinder zu. Ich habe beim Lesen bemerkt, wie wenig ich über die 1970er-Jahre und über Kambodscha wusste. Der Unterricht hierzulande dreht sich meist um andere historische Schwerpunkte, und die Rote Khmer war für mich eher ein verschwommener Begriff. Judith W. Taschler schafft es, mir Zeit und Land vor Augen zu führen.
In einem Vergangenheitsstrang begegnet man den Familien Mey und Chang und sieht das Leben vor der Diktatur. Man erhält einen Blick auf Kambodscha, wie es vor der Machtübernahme aussah. Die Menschen hofften auf Besserung, sie strebten Wohlstand an und wurden abrupt in ein System gestoßen, das jede Menschlichkeit auslöschte.
Aufwühlend war für mich, wie radikal die Rote Khmer die Menschen entwurzelt hat. Familien wurden auseinandergerissen und Jugendliche sowie Kinder zu Werkzeugen der Gewalt gemacht. Die Autorin beschreibt all dies absolut mitreißend, ohne in Geschmacklosigkeiten zu verfallen. Dabei spart sie nichts aus. Sie führt klar vor Augen, was im Dickicht des Dschungels geschehen ist. Da spritzt Blut. Und Menschen sterben, sogar von Kinderhand.
Erst durch diese Rückblenden ahnt man, was Kim und Tevi mit sich herumtragen, und dass sich das einstige Leben nicht so leicht abstreifen lässt.
Die Frauen in Österreich bilden dabei den Ankerpunkt des Romans. Ines, Monika und Martha wirken so normal, dass man beim Lesen fast vergisst, wie außergewöhnlich ihre Situation mit den Flüchtlingskindern ist. Sie geben der Handlung einen soliden Boden und zeigen, wie dramatisch der Unterschied zu einem Leben in Kambodscha ist.
Und dann ist da dieser 50. Geburtstag im Jahr 2016, der eigentlich ein freudiges Familienfest sein sollte. Von Anfang an ist klar, dass die „schöne“ Überraschung alles in Bewegung setzen wird. Es ist kein lautes Drama, sondern eine drastische Wende, die auf unausgesprochenen Verletzungen und unvergessenen Erinnerungen baut.
Judith W. Taschler hat mich mit ihrem Stil durch den Roman getragen. Ich habe die Figuren und ihre Umgebung deutlich vor Augen gehabt, sodass ich bei Ines, Monika und Martha in der warmen Küche saß und mit Kim und Tevi im blutigen Morast im Dschungel mit dem Gesicht nach unten lag.
Die Atmosphäre wechselt zwischen Hoffnung und Bedrohung, zwischen österreichischer Idylle und erschütterndem Überlebenskampf. Die Geschichte lässt einen nicht los, fordert emotional und wühlt Seele und Geist gleichermaßen auf.
„Das Geburtstagsfest“ ist ein außergewöhnlich intensives Leseerlebnis. Ich habe mitgelitten, mitgefühlt und vor Entsetzen innegehalten. Und dann habe ich wieder die Wärme von Verbindungen gespürt, gesehen, was Menschen überleben, und wie sie eines Tages verzeihen. Absolute Empfehlung.
- Johannes Klaus
The Travel Episodes
(9)Aktuelle Rezension von: Buechergarten》INHALT:
Jeden Tag nach den eigenen Wünschen und Vorlieben leben? Die Freiheit, zu bleiben oder zu gehen, wie es einem beliebt? Im eigenen Tempo reisen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen? Diese Autorinnen und Autoren erzählen vom Reisen mit sich selbst und wie es die eigene Wahrnehmung verändert. Denn das Solo-Reisen öffnet verborgene Türen und fremde Herzen, es macht verwundbar, aber auch empfänglich für die Wunder der Ferne. Diese Geschichten zeugen von der Lust, einfach allein loszuziehen und doch nicht einsam zu sein. Für Alleinreisende und all jene, die es werden wollen.
》EIGENE MEINUNG:
„Es mag abgeschmackt klingen, aber alleine zu reisen hat mein Leben verändert - zum Guten. Und zwar insbesondere, weil es häufig wenig Spaß macht.“
Die Gestaltung dieses Buches hat bei mir gleich ein gewisses Fernweh ausgelöst: Das Titelbild macht Lust selbst an der Stelle zu stehen, die Beschriftung ist modern und schlicht, der Buchrücken in Sonnen-(National-Geographic)Gelb gehalten! Toll finde ich auch, die zu Beginn des Buches zweiseitig eingepflegte, Ansicht der Weltkarte – geteilt in Nördliche und Südliche Hemisphäre.
Der 4. Band der Travel Episodes-Reihe beschäftigt sich mit dem Thema Alleinreisen, was ich selbst nicht praktiziere. Mit Vorworten von Christoph Rehage und Johannes Klaus – besonders Ersteres fand ich mit den Worten zu Reisenden vs. Touristen besonders sympathisch – wird man in die Buchmaterie eingeführt. Im Anschluss folgen 19 Reiseberichte, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Sowohl der Stil, als auch Persönlichkeit und bereistes Land des Autoren. Naher Osten, Südkorea, Jamaika, Bolivien und viele weitere Orte konnten mich ebenso begeistern, wie die meisten der Geschichten. Weniger begeistert war ich immer dann, wenn es nicht um die eigenen Eindrücke oder Erfahrungen ging, sondern darum zu werten. Vor allem der erste Bericht ist mir hier eher negativ aufgefallen – vor allem im Vergleich zu den offenen Eingangsworten von Christoph Rehage. Auch nicht alle folgenden Berichte trafen meine Reisegeschmack oder Lebensstil, aber sie waren durchgehend spannend, interessant, lehrreich oder berührend! Ob Wüstentrip, Tage am Flughafen in Kuala Lumpur, Trekkingsreise, Erlebnisse in der Opiumhöhle, Selbsterkenntnis nach dem Jakobsweg oder Abschied in Kenia
Das titelgebende „Alleinreisen“ findet sich in den Erzählungen auf die unterschiedlichste Weisen wider. Manchmal ganz selbstbewusst, manchmal nachdenklich, bewusst, selbstreflektiert, traurig, einsam, gelangweilt, motivierend oder zur Bewältigung der eigenen Lebenssituation. Für mich aber stets authentisch und sehr gut beschrieben. Je nach Geschmack wecken sie Reiselust für das Land – manchmal überraschenderweise für eines welches man gar nicht auf dem Plan hatte, wie bei mir Südkorea.
Der Schreibstil war immer flüssig, der Text durch herausgestellte Passagen angenehm gegliedert und nie zu lang. Vor jedem Bericht finden sich Titel, Reiseort, Autorenname, kurze einleitende Worte und ein Schwarz-Weiß-Bild der Reise. Im Mittelteil des Buches gibt es ergänzend mehrere Seiten mit bunten Fotografien zur Ergänzung. Am Ende werden alle Autoren mit einem kurzen Absatz genauer vorgestellt; oft auch mit Hinweisen auf ihre weiteren Publikationswege, Blogs, etc.
"Diese Vollkommenheit des Augenblicks gehört nur mir. Deshalb reise ich allein. Nur alleine bin ich frei."
1 - Geschichten von Fernweh und Freiheit
2 - Neue Geschichten für Abenteurer, Glücksritter und Tagträumer
3 - Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt
4 - Über die Lust am Alleinreisen
》FAZIT:
Reiseberichte zum Thema Alleinreisen; sehr ausbalanciert, sowohl was Autoren, Beweggründe, Gefühlslagen, Philosophien und Orte betrifft.
- Patricia McCormick
Der Tiger in meinem Herzen
(9)Aktuelle Rezension von: Betsy„An einem einzigen Tag kann ein Mensch sich daran gewöhnen, Leichen zu sehen.“
Eine Geschichte über den Völkermord in Kambodscha, nach der Machtübernahme der Roten Khmer im Jahre 1975, aus Sicht des damaligen 11jährigen Arn, der überlebt hat und selbst wie so viele andere Opfer, aus Angst Dinge tat, auf die er nicht stolz ist und selbst auch zum Täter wurde. Er zeigt was es heißt zu überleben und auch was es einem abverlangt, aber auch, dass jeder dazu fähig ist zu töten, wenn es die Situation verlangt.
Zu meiner echten Schande muss ich gestehen, dass ich vor diesem Buch so gut wie keine Ahnung hatte was damals in Kambodscha geschehen ist und war deshalb mehr als erschüttert zu lesen was dort passiert ist und das vor gar nicht mal allzu langer Zeit. Es ist immer wieder traurig zu sehen, wie wenig wir aus der Geschichte lernen, selbst wenn man noch so betroffen ist und der Meinung ist so etwas darf nie wieder passieren, ist es leider ein Fakt, dass es auch heute noch passiert. Ein Buch, das definitiv nicht nur für Jugendliche zum Lesen empfehlenswert ist, da es wohl gerade in der heutigen Zeit gekonnt aufzeigt, was Krieg wirklich bedeutet und wie vor allem Kinder darunter zu leiden haben. Man fühlt sich stellenweise sehr an das Naziregime erinnert, mit den Arbeitslagern, den Exekutionen, den erzwungenen Geständnissen und den Denunziationen.
Was man hier des Weiteren auch gut sieht, ist wie unsinnig das radikale Vorgehen der neuen Machthaber wirkt, besonders weil sie ja das eigene Volk an den Rand des Ruins treiben auf lange Sicht gesehen. Wie so oft ist es schwer nachvollziehbar wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können.
„Sie töten alle, die reich oder wichtig waren. Alle mit einer guten Ausbildung. Soldaten, Lehrer, Ärzte und Musiker. Die Armen lassen sie in Ruhe. Die Welt steht Kopf. Auf einmal ist es nicht mehr gut, reich zu sein. Arm zu sein, kann dein Leben retten.“
Man wird gleich zu Beginn in die Geschichte aus Sicht von Arn hineingezogen, der teilweise gar nicht recht weiß was gerade wirklich passiert, aber schnell lernt, das nun alles anders ist.
„Einmal höre ich, wie ein Kind nach seiner Schwester fragt. Die Roten Khmer lachen und sagen, sie würde immer noch auf dem Feld arbeiten, nämlich als Dünger.“
Die Geschichte besteht quasi immer aus recht kurzen Handlungssequenzen, die aufzeigen wie die neue Herrschaft der Roten Khmer sich entwickelt und vor allem wie scheinbar alles zu deinem Tode führen konnte. Leider wirkt der Erzählstil aber dadurch etwas zu sprunghaft und abgehackt, vor allem durch die kurzen Sätze. Es lässt sich so zwar schnell und einfach lesen, aber kaum hat man sich auf die aktuelle Szene eingestellt und ist schockiert darüber was da passiert, geht es auch schon wieder mit der nächsten genauso bedrückenden weiter.
Ansonsten ist es eine Lebensgeschichte vor der man wirklich Respekt haben sollte und aufzeigt wie Angst einen Menschen prägen kann. Arn erlebt mit wie die Menschen um ihn herum verschwinden und nicht mehr wiederkommen, er hungert wie so viele andere, aber weiß sich zu helfen und hilft auch anderen, er sieht wie Kinder vor Erschöpfung sterben und wo sie, wie so viele andere schon vor ihnen letztendlich landen, nämlich in einem Massengrab, den sogenannen Killing Fields.
„Man denkt, man kann sich niemals daran gewöhnen, dass ein Kind stirbt, aber man tut es. Ich denke, ich will auch sterben. Aber ich sterbe nicht. Ich lebe nicht. Und ich bin nicht tot. Ich bin ein lebender Toter.“
Arn erfährt am eigenen Leib wie sehr die Angst den Alltag prägt und wie jeder versucht zu überleben, auch wenn dies heißt selbst zum Mittäter zu werden.
Wer ist gut und wer ist böse? Auch hier zeigt sich, es ist alles andere als leicht so einfache Einteilungen zu machen. Zwar gibt es auch hier welche die als Rote Khmer ihre Machtposition genießen, aber eben auch viele die es selbst nur tun um zu überleben. Man erfährt wie so oft bei einem Machtwechsel wie zuerst die Gegner der neuen Fraktion liquidiert werden und als dann bald niemand mehr übrig ist wie man sich untereinander denunziert und letztendlich niemand mehr sicher ist, denn auch innerhalb der Partei gehört schließlich das Übel ausgemerzt.
Arn hat es überlebt mit viel Glück, Verstand und Ausdauer. Besonders berührend fand ich dann die Zeit als die Roten Khmer von den Vietnamesen vertrieben wurden und wie er nach Amerika kommt. Alles ist neu für ihn und noch immer verfolgen ihn der Krieg und seine eigenen Taten, er hat Angst vor der Wut in seinem Innern und wie leicht er jemanden verletzen könnte, weil er immer noch im Überlebensmodus ist.
Es gibt einen schönen Epilog zum weiteren Lebensverlauf von Arn Chorn-Pond, wie er seine Geschichte erstmals der Welt offenlegte und auch wie er dank Hilfe endlich wieder einen Sinn fand, richtig leben zu wollen. Ein paar Bilder von Arn, sowie eine kleine geschichtliche Zeittafel wären noch nett gewesen bzw. ein wenig mehr historisches Hintergrundwissen zu den Roten Khmer, dann wäre das Buch wirklich perfekt abgerundet gewesen, aber so spricht die Handlung für sich selbst.
Fazit: Eine wirklich unglaubliche Geschichte, die nichtsdestotrotz wahr ist und aufzeigt, was Menschen alles ertragen können, wenn der Wille stark genug ist. Patricia McCormick hat in vielen persönlichen Gesprächen mit Arn und anderen Zeitzeugen, sowie weiterer Recherche versucht, seine Geschichte so unverfälscht wie möglich zu erzählen. Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der den puren Horror miterlebt hat und dazu genötigt wird Dinge zu tun, die er tun muss, um zu überleben, wie so viele andere auch. Seine Geschichte zeigt wie schnell ein Freund zum Feind werden kann, was es heißt Angst zu haben, aber auch, dass es dennoch immer Menschen gibt, die selbst in der hoffnungslosesten Stunde etwas Licht in diese finstere Zeit bringen und andere auf ihre Art und Weise beschützen. Das Ganze wird zwar etwas zu abgehackt für meinen Geschmack erzählt, aber dennoch wird man mitgerissen und ist schockiert darüber was in Kambodscha passiert ist. Man erlebt alles aus den Augen von Arn und es bricht einem fast das Herz wie er hier seine Lektionen lernt und wie schwer es ist nach dieser Zeit des Todes und Kampfes wieder in ein normales Leben zurück zu finden, zu sehr war sein Leben vom Hass, Wut und Krieg geprägt. Eine eindrucksvolle Lebensgeschichte, die wieder einmal zeigt, dass es Situationen gibt, in der ein jeder zum Täter werden kann und wie schwer es ist zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Aufwühlend und Schockierend. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte!























