Bücher mit dem Tag "kampanien"

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12 Bücher

  1. Cover des Buches Pompeji (ISBN: 9783453406957)
    Robert Harris

    Pompeji

     (328)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Im Jahr 79 n. Chr., kurz nach Beginn der Herrschaft des Imperators Titus kommt in Pompeji, der damals reichsten Stadt des römischen Reiches, der junge Wasserbaumeister Attilius einer Verschwörung auf die Spur. Sein Auftrag, seinen verschwundenen Vorgänger zu ersetzen und die Aqua Augusta, einen Aquädukt, zu reparieren, wird durch den nahenden Vulkanausbruch überschattet. Vier Tage begleiten die Leser den jungen Aquarius auf seinen nicht ungefährlichen Wegen.


    Robert Harris (*1957) ist ein britischer Journalist, Sachbuchautor und Schriftsteller. Dieses Buch erschien 2003 zum ersten Mal in Originalsprache. Ein Jahr später kam die deutsche Übersetzung von Christel Wiemken auf den Markt und stand fünf Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.
     Angeblich hatte Harris ursprünglich einen Roman über die USA geplant. Doch nachdem er in einer Zeitung die neuesten Erkenntnisse zum Untergang Pompejis gelesen hatte, war er sich des Potentials für eine spannende Geschichte über die erste Supermacht der Geschichte bewusst. „Rom fühlte sich so unverwundbar wie die USA vor dem 11. September“ soll er geäußert haben.


    Dank der überlieferten Aufzeichnungen von Gaius Plinius Secundus war es dem Autor möglich, den Vulkanausbruch detailliert zu beschreiben. Auch die Geschichte rundherum ist gründlich recherchiert, so dass man als Leser einen guten Eindruck vom Leben in Pompeji vor knapp 2000 Jahren erhält. Allerdings wird seit 2018, als in den Überresten einer antiken Baustelle der Stadt Pompeji ein Graffito gefunden wurde, das Datum des Vesuv-Ausbruchs vom 24. August auf den 24. Oktober 79 n.Chr. verschoben.


    Ich habe das Buch mit Interesse gelesen und empfehle es Lesern, die mehr über das Leben und die Baukunst der Römer erfahren wollen.

  2. Cover des Buches Dolce Vesuvio. Ein Italien-Roman. (ISBN: 9783745700596)
    Astrida Wallat

    Dolce Vesuvio. Ein Italien-Roman.

     (43)
    Aktuelle Rezension von: pemberley1

    Dolce Vesuvio von Astrida Wallat

    Jüngst war ich in Italien. Genauer gesagt in Pompeji. Ich streifte durch die antiken Anlagen, nahm die Gerüche, Geräusche, und das Leben um mich herum wahr, und auch auf. In dieser Stadt, in der alles Leben vernichtet wurde, und in der heute doch so viel Leben sprießt. Ich habe die Atmosphäre des Landes und der Landschaft eingesaugt. Bin durch Geschichte gewandelt. Und habe teilgenommen an einem Alltag von Menschen, deren Leben so schnell ausgelöscht und unvorbereitet beendet wurde. Ich wurde Zeuge der letzten Sekunden im Leben von Menschen, die nur kurze Zeit später unter Lavagestein vergraben wurden, an giftigen Dämpfen erstickten, oder in heißer Lava verbrannten. Und trotzdem sah ich das Leben, das sie vorher führten, weil just diese Gegebenheiten des Vulkans dafür sorgten, alles zu konservieren, und zwar genau im Moment des Todes, der Zerstörung, und der letzten Lebensaugenblicke. Somit bekamen wir Menschen einen Einblick, der auf der Welt wohl einmalig ist. Einblicke in ein Leben vor fast 2000 Jahren, ohne Verfall. So wie es eben zur damaligen Zeit war. Ihr glaubt mir nicht? Nun gut. Ich muss zugeben, dass ich natürlich nicht körperlich in Pompeji stand (was wahrscheinlich momentan auch gar nicht sooooo wirklich möglich ist), aber das vorliegende Buch mich gedanklich genau an Ort und Stelle versetzt hat. Dazu nun mehr.

    Die Geschichte, konserviert im Buch, um sie uns zu erzählen:

    Carlotta, auch Lollo, oder manchmal gar von einem unverschämten Kommilitonen, wegen ihrer Locken, Salatkopf genannt, ist Archäologiestudentin, und bekommt die Möglichkeit, zu ihrer theoretischen Erfahrung nun auch Feldforschungserfahrung zu bekommen. Doch wie es das Schicksal so will, soll diese Erfahrung im antiken Pompeji gemacht werden. Und ist das nicht gut? Doch, natürlich ist es das. Italien. Dolce Vita! Moment mal….. da ist ja nur diese Sache, dass Lollos Mutter seit jeher eine Abneigung gegen Capri hat (warum das denn eigentlich?!). Aber auf die Mutter muss man ja eigentlich nicht hören, wenn man etwas wirklich will. Und dann schlägt das Schicksal nochmal zu, und schickt ihr ausgerechnet jenen unverschämten Kommilitonen mit in die Nähe Neapels, da dieser als Jahrgangsbester die Assistenz der Grabungsleitung übernehmen darf. Ausgerechnet Alessandro, der selbst Italiener ist, und mit seinem Charme zu spielen weiß. Zumindest bei allen anderen Frauen. Wie die beiden miteinander auskommen, ob Lollo ihn erträgt, was sie in Pompeji ausgraben, wie man italienische Lebensfreude erlebt, welche Personen noch mit Einzug halten, und warum Lollos Mutter Capri so gar nicht mag, aber vielleicht dann doch….. das ist die Geschichte, die ihr selbst ausgraben dürft, und die in einem kleinen Vulkanausbruch der Gefühle endet.

    Cover:

    Locker, sonnig, und mit Bild des Vesuvs, merkt man, dass man einen Italien Roman vor sich hat, der gleich gute Laune macht. Mir gefällt das Cover auf alle Fälle. Vielleicht auch, weil es an Zitronen, Sonne, und damit Sommer erinnert.

    Fazit und Gedanken:

    Dolce Vesuvio als Titel sagt so viel aus. Die Süße des Vesuvs, der für einige Menschen so bitter war, der Leben vernichtet hat, aber irgendwie auch wieder welches hervorgebracht hat in Form von einer wachsenden Natur. Kommt schon. Sowas kann man leicht als Symbolik für Erneuerung und Neuanfang sehen. Und vielleicht, aber nur vielleicht, ist das genau das, was unsere Titelheldin Lollo braucht. Neue Erkenntnisse, neue Sinneseindrücke. Und vielleicht muss manchmal erst ein Vulkan ausbrechen, und altes Leben vernichten, um etwas völlig Neues zu gestalten. Wie ein Leben, oder eben eine Landschaft. Die Geschichte ist zeitlos, genauso wie die Liebe, und das Leben, und diese beiden Dinge begleiten uns dann auch über die Jahrtausende hinweg, in verschiedenen Formen. Es ist keine reine Liebesgeschichte, so wie wir sie kennen. Aber es ist definitiv eine Geschichte über die Liebe. Und diese kann so viele Formen haben. Sie kann verborgen sein, oder erst ausgegraben werden. Im Stillen wachsen, oder ganz laut. Heimlich stattfinden, enttäuschen. Beim einen richtig sein, beim anderen falsch. Oder aus Vernunftgründen stattfinden. Alles in allem entscheiden unsere Liebesentscheidungen auch unsere Zukunft. Und auch darum geht es im Roman. Ein Roman über die Liebe zu Menschen, zu Italien, zum Vesuv, der Vergangenheit, oder einfach zu alten Ausgrabungen, und den Geheimnissen, welche sich darin verbergen. Und dann handelt das Buch natürlich noch von den Beziehungen, die wir aus Liebe eingehen, die wir eingehen, weil es unsere Pflicht ist, die wir eingehen weil…… das wissen wir selbst manchmal nicht..... die wir eingehen, obwohl wir wissen, dass es ein Fehler ist, die wir eingehen aus Liebe, aus Gewohnheit, und die wir eingehen, trotz, dass wir andere immer noch lieben und sie nicht vergessen können, und dass uns das Leben, oder manchmal die Vergangenheit, zuflüstert, was in Sachen Liebe für unser Leben richtig ist. Diese Konstellationen im Buch gefallen mir, weil sie so bunt durchgemischt sind, wie es nur das Leben schreiben kann. Und dieses Feiern des Lebens wird uns ganz bewusst, als uns im Buch der Spiegel dessen vorgehalten wird, was das Gegenteil des Lebens ist. Nämlich eine Katastrophe, die den Tod bedeutet, einen mitten im Leben ereilt. Und da wird einem klar, oder in diesem Moment spricht das Buch zu uns, dass das Leben zu kurz ist, um falsche Entscheidungen zu treffen, zu kurz um mit den falschen Menschen das Leben zu verbringen, zu kurz um nicht jeden Tag zu nutzen. Kann uns doch jeden Tag eine Katastrophe ereilen. Und auch wenn es kein Vulkanausbruch ist, so kann diese ähnlich explosiv in unser Leben eingreifen, und alles zerstören, was uns je nahe und lieb war. Ja, die Vergangenheit und die Gegenwart verschmelzen hier miteinander. Statt Romantik stellt das Buch sich eher den Fragen, ob diejenigen, mit denen wir zusammen sind, die richtigen Menschen für uns sind, und das, durch die Gezeiten hindurch. Von der Antike bis in die Gegenwart, und zwischendrin. Denn es ist keine dieser durchgehend und unentwegt romantischen Geschichten in einem Buch, welche sich dauerhaft mit romantischen Gefühlen und durchkommender Leidenschaft beschäftigen. Nein, darum handelt es sich hier wahrlich nicht. Und doch wurde es hier geschafft, dass es diese zarten Gefühle unterschwellig zu spüren gibt. Denn was das Buch hat, das sind MOMENTE. Zwischen all der Asche und dem Stein werden Momente ausgegraben, die es schaffen in genau diesem das zu sein, wofür andere Bücher all ihre Seiten brauchen. Und diese Momente, festgehalten und konserviert im Buch für die Nachwelt, werden ja symbolisch auch ausgegraben.

    Ja, die Geschichte erscheint wie eine dieser lebensfrohen Komödien, die das Leben verehrt, und alles, was dieses Leben lebenswert macht. Verheimlicht dabei aber durch die Thematik von Pompeji auch nicht, wie bitter und schnell dieses lebenswerte Leben, mit all seinen Problemen aber auch Annehmlichkeiten, vorbei sein kann. Und alles läuft auf den Vesuv hinaus, diesen Vulkan, der die Süße des Lebens bringt, nachdem er so viel Tod geschaffen hat. So gesehen sehe ich darin eine kleine süße Lehre darüber, Respekt vor der Natur zu haben. Denn diese kann von einer Sekunde auf die andere nicht nur das eigene, sondern ALLE Leben verändern, und auch vernichten.

    Diese Verwebungen von Vergangenheit und Gegenwart gefallen mir außerordentlich gut. Nicht nur, dass man das Buch, auch wenn es im Heute spielt, nicht direkt einer Zeit zuordnen kann. Es spielt nicht mit moderner Sprache, will nicht cool und hipp sein, maßt es sich aber auch nicht an, in solch einer alten Sprache zu uns zu sprechen, dass wir sie als heutige Leser und Menschen nicht mehr verstehen. Und genau diese Aussage finde ich schön. Das Buch spielt in der Gegenwart, und zeigt uns das pralle Leben mit einer Leichtigkeit, und ausstrahlenden Fröhlichkeit. Und somit auch, dass das Leben immer davon gehandelt hat, egal in welcher Zeitepoche man gelebt hat. Dieser Hauch der Antike ist gar nicht so antik, wie manch einer glauben mag. Zusätzlich erhalten wir noch ein kleines Hintergrundwissen zu einigen Geschichten der antiken griechischen Mythologie. Nicht im Detail. Aber so, dass man erahnen kann, warum die Menschen zur damaligen Zeit diese Geschichten in Freskenform um sich haben wollten (gefunden in den Häusern von Pompeji). Weil sie wohl in irgendeiner Form umgeben sein wollten von „Geschichten“. Und ja, wer könnte das besser verstehen, als Lesende?! Die Verknüpfungen sind also grandios gelungen. Und das nicht nur, weil ich Bücher eben liebe, die an antiken Handlungsorten spielen. Was aus meiner Liebe zu den antiken Handlungsorten an sich liegen mag :D. Man wird eingesogen in die Welt des Buches, und somit ein bisschen auch in die Vergangenheit der Geschichte, und der Geschichten in ihr.

    Und wie einen Vulkan kann man auch Lollos Liebesleben sehen. Die Stille des ruhenden schlafenden Vulkans ist das, was sie mit Stoffel (schon wieder so ein Spitzname :D), ihrem Freund in Deutschland, erlebt. Sicher, nett, lieb…. Aber eben auch ohne vulkanischen Ausbruch und Leidenschaft. Was dies genau bedeutet lernt sie in der Kunst des Daseins und des Lebens in Italien. Und schon rumort das Liebesleben, es bebt, und man spürt, dass es sich bis ans Ende zu einem Ausbruch der Spannung aufbauen wird. Trotzdem. Lollo lernt natürlich nicht nur von den Menschen der Gegenwart, sondern auch aus der Vergangenheit. Und ganz besonders von den Menschen, deren Vergangenheit schon weit zurückliegt. Die damals ebenso wussten, wie leidenschaftlich sie ihr Leben verbringen mussten. Und das im Angesicht dessen, was ihr Leben so jäh beendete. Einem Vulkan.

    Der Schlagabtausch, der immer dann auftaucht, wenn Lollo und Alessandro aufeinandertreffen, macht ein wenig den Reiz der Geschichte aus, davon lebt sie. Lollo Rosso oder Salatkopf, Alexander der Große. Mit Namen und Namensbedeutungen wird hier gespielt. Ich hatte bei der Lektüre an diesen Stellen eine Menge Spaß. An vielen Stellen gibt es diese bildhaft beschriebene Situationskomik, die uns daran teilhaben lässt, gleichzeitig Augenrollen und Schmunzeln wahrzunehmen, weil es gar nicht anders geht. Die Macken der Figuren sind liebenswert, und nicht nervend. Tjaaa. Manchmal sogar mit Dingen aus unserem alltäglichen Leben vergleichbar. Auch fühlt man sich in der Gruppe der Archäologen wohl, weil sie alle bunt durchgemischt sind, und nicht blass bleiben, selbst wenn sie nur kurz erwähnt werden. Unndddd…Es gibt über jedem Kapitel eine schöne lateinische Weisheit, die zum Kapitel passt, und uns netterweise auch noch ins Deutsche übersetzt wird. Es gibt ständig, und das Buch ist durchzogen davon, Anspielungen auf Namen bekannter Römer, Dichter, antiker Geschichte, Götter, und Ereignisse einer Zeit, die trotzdem jeder versteht, der sich für Geschichte und Archäologie interessiert.

    Wäre ich in einem Fantasyroman, dann würde ich besonders die tolle Anschauung der Welt im Buch begrüßen und loben. Da ich mich aber im Buch in Italien befinde, würde ich das Ganze trotzdem beibehalten, und die Autorin loben, dass sie etwas so wundervoll beschrieben hat, dass man gerne sofort in einen Flieger steigen würde, um durch die Ruinen von Pompeji zu wandeln, um alles mit eigenen Augen zu sehen. Trotzdem schafft die Sprache im Buch zusätzlich, dass die Bilder im Kopf sich zumindest so bilden, dass man eine Vorstellung von Land, Leuten, und Landschaft bekommt und hat. Tatsächlich spürt man wirklich fast die Wärme der Sonne auf der Haut, die gnadenlos auf einen scheint, während man durch antike Ruinenanlagen läuft, oder dort gräbt, den Staub unter den Füßen, und das Gefühl, etwas zu betreten, und dort zu laufen, wo schon vor fast 2000 Jahren Menschen gelaufen sind. Und ich kann es nicht anders sagen: Ich habe mich im Buch, in der sommerlichen Atmosphäre Italiens, und gleichzeitig in den alten Ruinen, die doch noch zu uns sprechen, wohlgefühlt. Tatsächlich ist es so, dass man vollkommen von der Atmosphäre eingefangen wird, sich während des Lesens in Pompeji befindet, und nicht nur dort. Auch in Neapel, in den Straßen der Stadt, und dies alles mit dem Blick auf den Vesuv. Dieser Naturgewalt, die so viel Nutzen, aber auch so viel Leid bringt. Bringen kann. Gebracht hat. Wieder bringen könnte? Locker flockig von seiner Sprachwahl, macht es einem unheimlich Spaß, das Gelesene quasi mitzuerleben.

    Das Schöne ist, dass sich hinter einem beschriebenen Italienroman nicht nur das verbirgt, was draufsteht. Wir müssen graben, pardon, uns durch das Buch hindurchlesen, um die Geschichte zu erfahren.  Und es ist eine schöne Geschichte, eine die nicht nur von unserer Gegenwart zeugt, sondern durch das Thema und den Handlungsort auch ein wenig einen Hauch von Vergangenheit in sich hat. Die Liebe zur Archäologie, die Liebe zur Antike, Archäologie, Geschichte, zu Vergangenem, ist unumstößlich in fast jedem Satz zu finden. Grabungsanlagen entscheiden oft selbst, was sie uns heutigen Menschen von sich und der Vergangenheit preisgeben. Sie entscheiden nicht nur, was es zu sehen gibt, sondern auch wann sie sich offenbaren, und etwas ans Tageslicht fördern. Etwas, das uns die Vergangenheit näherbringt, und uns so manches Ding oder eine Erkenntnis zeigt, die bis ins Heute reichen kann, und meist auch tut. Ein bisschen auf dieser Schiene ist der Roman aufgebaut, denn neben der locker fröhlichen Grabungsgeschichte in Pompeji, geht es auch immer ein wenig um die Vergangenheit von Lollos Eltern. Und die Thematik, die alle Menschen durch alle Zeiten hindurch verbindet, nämlich die Liebe. So kann eine Ausgrabung sehr lange dauern, bis sie zu einem Erfolg kommt, eine Liebe aber genauso. So würde ich den Roman nicht unbedingt ins Liebesgenre einordnen, aber trotzdem behaupten, dass Gefühle und Liebe vorkommen. Eben vergraben unter einer Schicht aus Worten, viel Wortwitz, und Plänkeleien, die einfach nur göttlich sind, um beim Thema der alten Götter der Antike zu bleiben. Und so buddelt der Leser sich durch das Buch, was ihm allerdings ungemein leichtfällt, so wie der Archäologe sich durch den Sand und die Ascheschichten von Pompeji gräbt, um Geheimnisse der Vergangenheit zu finden. Mir gefällt das alles. Auch, dass es keine Geschichte ist, wie eine dieser tragischen Familiengeschichten, oder einfach rein auf das Thema Liebe bedacht. Es ist eine Geschichte, die vom bunten Leben erzählt. Und da gehört nun mal einiges dazu, um so ein Leben als schön zu beschreiben. So wird parallel zu einer Ausgrabung auch etwas Anderes ausgegraben. Ein neues Lebensgefühl, die eigene Geschichte der Familie? Ein kleines Geheimnis? Die Wandlung von Lollo? Ein bisschen italienische Lebensfreude? Oder gar alles? Das Schöne am Buch ist diese Klarheit, die uns vermittelt, was Archäologie bedeutet, und dass es nicht einfach nur das Ausgraben von alten Dingen ist. Dem kann ich als Archäologieliebhaber natürlich nur zustimmen. Und wie könnte man anders? Steht das Ganze doch für Erhalt und eine Einsicht in eine Zeit, sie uns so fremd scheint. Wie eine schützende Blase, etwas, das bewahrt hat, wo anderes zerfallen ist. Etwas das überdauert hat, aufgrund dessen, was es zerstört hat. Wir finden im Buch nämlich nicht nur die Liebe zu Ausgrabungen und Archäologie, sondern auch ein wenig die Liebe zu Pompeji an sich. Und wer es nicht liebt, wird es vielleicht nach der Lektüre lieben, oder es zumindest gerne mal näher in Augenschein nehmen. Denn ein kleiner Bonus des Buches ist, dass wir viel über die Arbeit eines Archäologen erfahren, und sehr viel an Infos über Pompeji, die Ausgrabungen, die Gebäude, die Menschen, die Anfänge, die Entdeckungen, das Leben und die Tragödien…….. und alles, was diese Stadt unter der Ascheschicht ausgemacht hat und immer noch ausmacht.

    Das heutige Rezensionslied hat mit Pompeji erstmal eines gemeinsam, nämlich seinen Namen. Und trotzdem beschreibt es auch eine Zerstörung, und die Vorstellung, dass man sich Bilder im Kopf zusammenreimt, wie etwas gewesen ist, und dass die Vergangenheit sich oft nicht so sehr von unserer Gegenwart unterscheidet:

    „And the walls kept tumbling down, In the city that we love. Grey clouds roll over the hills, bringing darkness from above.

    But if you close your eyes, does it almost feel, like nothing changed at all? And if you close your eyes, does it almost feel, like you've been here before?“

  3. Cover des Buches Gomorrha (ISBN: 9783423345293)
    Roberto Saviano

    Gomorrha

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Gomorrha ist ein Sachbuch, so wird es beschrieben und das sollte man auch im Hinterkopf behalten. Es wird an keiner Stelle echte Spannung aufgebaut, dessen sollte man sich bewusst sein, somit kann es sich an manchen Stellen etwas ziehen. Auch die vielen verschiedenen Personen sind durchaus etwas verwirrend. Allerdings war das Buch für mich auch ein sehr interessantes und auch schockierendes Buch, vor allem das Ende hat es noch einmal wirklich in sich, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen

  4. Cover des Buches Arrivederci, Roma! (ISBN: 9783548281438)
    Stefan Ulrich

    Arrivederci, Roma!

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    SZ-Mann Stefan Ulrich berichtet in seinem zweiten Buch von seiner Zeit als Auslandskorrespondent in Italien, von seiner sympathischen famiglia und von den Beneidungen seiner Kollegen in München, die meinen, Ulrich müßte im Paradies leben. Denkste! Er sieht auch die Schattenseiten der Stadt und ist dabei, die Faszination für diese einmalige Stadt zu verlieren, die ihn bei früheren Romreisen immer in ihren Bann geschlagen hat. Von den komischen Seiten des Lebens als "Halbrömer" berichtet er ebenso wie von ernsthaften Themen wie dem schrecklichen Erdbeben in L`Aquila, das Hunderte von Menschenleben kostete. Trotz allem bleibt Ulrich ein Glückspilz, der ein wunderbares Leben in einer atemberaubenden Stadt führen durfte!
  5. Cover des Buches Mord am Vesuv (ISBN: 9783442447732)
    John Maddox Roberts

    Mord am Vesuv

     (21)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Decius auf dem Weg in die Sommerresidenzen von Rom. Erst als eine erdrosselte Leiche auftaucht ist es mit dem Müßiggang zuende! Wer dachte, das Rom die Ausgeburt der Intrige sei, der war noch nie wie Decius in Süditalien. Spannung pur!
  6. Cover des Buches Pompeji (ISBN: 9783596299690)
    Mary Beard

    Pompeji

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Katzenauge
    Das Buch „Pompeji – Das Leben in einer römischen Stadt“ von Mary Beard lässt den Leser authentisch in das Leben im antiken Pompeji eintauchen.

    Der Leser begleitet die Autorin durch folgende Kapitel:

    Einführung (Seite 7 - 40)

    Das Leben in einer alten Stadt (Seite 41 - 76)

    Straßenleben (Seite 77 - 114)

    Heim und Herd (Seite 115 - 166)

    Malen und Dekorieren (Seite 167 – 207)

    Seinen Lebensunterhalt verdienen (Seite 208 – 255)

    Wer regierte die Stadt? (Seite 256 – 293)

    Die Freuden des Körpers: Speisen, Wein, Sex und Thermen (Seite 294 – 342)

    Spaß und Spiele (Seite 343 – 376)

    Eine Stadt voller Götter (Seite 377 – 421)

    Diesen schließen sich ein Epilog über die Stadt der Toten, sowie Informationen zur Besichtigung, Literaturhinweise, Verzeichnisse der Pläne und Zeichnungen, ein alphabetisches Register und ein Grundriss von Pompeji, an. (Seite 422 – 478)

    Dieses unglaublich interessante und umfangreiche Buch liefert einen spannenden und authentischen Wissensschatz über das Leben in Pompeji vor dem Vulkanausbruch.

    Die Autorin vermittelt Geschichte zum Anfassen, es gelingt ihr hervorragend, durch ihren lebendigen und bildhaften Schreibstil, Pompeji vor dem Auge des Lesers wie sprichwörtlich Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. Mary Beard beleuchtet interessante und teils überraschende Details aus dem Alltagsleben der Pompejaner. Sie widmet sich unter anderem Fragen die dem normalen Besucher oder Geschichtsinteressierten vielleicht noch gar nicht in den Sinn gekommen sind, wie, z.B., das nächtliche Leben auf den Straßen ohne Straßenbeleuchtung aussah etc.. Es finden sich auch immer wieder kleine Abbildungen, Fotografien und Pläne von Gegenständen, Kunstwerken und Häusern.

    Sehr gut gefällt mir auch, dass die Autorin nie stur nur ihre alleinige Meinung vertritt, im Gegenteil, sie diskutiert verschiedenste Thesen, Ansätze und Vermutungen der Forschung, lässt diese dann entweder so stehen, oder teilt dem Leser mit, zu welchem Ansatz sie eher tendieren würde. Bei Fragen die zweifellos geklärt wurden, gibt sie selbstverständlich auch ohne Diskussion die Lehrmeinung wider.

    Fazit: Ein faszinierendes Buch, das lebendige Geschichte und sehr interessantes Wissen vermittelt. Da ich Pompeji bereits besucht habe, konnte ich mir natürlich vieles real vorstellen bzw. mit Fotos vergleichen. Doch die Lektüre dieses ungemein interessanten und spannenden Buches hat mich noch mehr darin bestätigt dieser antiken Stätte auf jeden Fall noch einen, oder mehrere Besuche abzustatten, und durch das erworbene Wissen noch genauer hinzusehen. Der historische Schauplatz ist faszinierend, eine ganze Stadt konserviert für die Ewigkeit. Das Buch eignet sich hervorragend für alle Geschichtsinteressierten und (zukünftigen oder ehemaligen) Pompejibesucher.

    Mir wurde freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies nimmt keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung.
  7. Cover des Buches Das frühe Rom und die Latiner. (ISBN: 9783534075386)
    Andreas Alföldi

    Das frühe Rom und die Latiner.

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    Einleitung Einer der bekanntesten Historiographen, Alföldi, versuchte mit diesem Buch Licht in die Frühgeschichte Roms zu bringen, mit dem Schwerpunkt auf der Interaktion mit den Latinern. Zusammenfassung Selbstverständlich von römischen Historikern ausgehend, werden hier die Ereignisse der römischen Frühgeschichte analysiert, auf Widersprüche und Unmöglichkeiten untersucht. Mit Hilfe anderer sichererer Zeugnisse werden die Angaben überprüft. Beispielsweise mit der Geographie, den Jahresnägeln, den Niederschriften der Priester und Schriftstücken anderer Städte. Das zentrale Problem, das Alföldi mehr als deutlich sieht und folglich immer wieder aufgreift, ist Fabius Pictor. Pictor, als erster römischer Annalist überhaupt, war von vorneherein stark gefärbt, hatte keinerlei objektivischen Anspruch und wollte mit seinem Geschichtswerk gar Propaganda betreiben, sodass von ihm sehr viel mutwillig gefälscht wurde. Das 2. Problem, das aufgezogen wird, ist, dass alle (!) folgenden Historiker direkt oder über weite Umwege auf Pictor zurückgehen. Dementsprechend ist die römische Geschichtsschreibung durchzogen von Fehlangaben, un-/bewussten Lügen, Verfälschungen, Vertuschungen, Vertauschungen und mehr. Aus diesem Dickicht versucht Alföldi die wahre Geschichte herauszufiltern. Er beginnt konsequenterweise mit dem Latinerbund und Roms Rolle in ihm. Wie war er aufgebaut ? Welche Rolle übernahm er ? Welche Rollen übernahmen einzelne Städte ? Welche Städte dominierten ihn ? Das massiv zusammengefasste Fazit ist: Rom war nicht ganz so wichtig, wie die späteren römischen Historiker dem Leser Glauben machen wollen. Er versucht auch Licht ins Dunkel des Geschehens um das Ende der Königsherrschaft zu bringen. Wer mal Latein besuchte, wird die Namen eventuell noch kennen: Tarquinius, Porsenna, Was geschah hier wirklich ? Was er herausfindet ist, dass die Historiker gar verschwiegen, dass Rom sogar von den Etruskern beherrscht wurde. Und das etwa ein Jahrhundert lang, wovon in den Annalen nichts zu finden ist, weil es einer zukünftig die Welt beherrschenden Macht einfach nicht passt (so die vermutliche Sicht der Schreiber, die das vertuschten). Auch versucht Alföldi zu rekonstruieren, welche Städte denn im Laufe der Jahrhunderte so über Rom herrschten und welche es dominierten, ehe Rom erst im 4. Jahrhundetr beginnt sich in Latium auszudehen. Viel Später, als Pictor angab ! Worauf Alföldi jedoch zusätzlich großen Wert legt, ist das Verständnis, dass Rom keiner Lügengeschichten über eine angebliche mächtige Vergangenheit bedarf, um sich Ansehen und Respekt zu verdienen. Die Wahrheit und die echten Geschehnisse sind dennoch sehr beeindruckend, was in einem letzten Kapitel schön pointiert zusammengefasst wird. Fazit Stellenweise dachte ich wirklich, dass das Buch schlecht sei. Aber ich täuschte mich. Es ist schlichtweg höchst anspruchsvoll. Durchsetzt von Quellen- und Literaturangaben kann es sich durchaus einer durchgängigen Nachvollziehbarkeit rühmen. Leider erfordert es eines ziemlich umfassenden Vorwissens, was sogar mir stellenweise zu schaffen machte. Für Fachfremde wäre es bestimmt alles andere als spannend, nachvollziehbar uund lehrreich.Dennoch brauche ich gewiss nicht zögern, es als bahnbrechend zu titulieren. Sehr anspruchsvoll und sehr einleuchtend !
  8. Cover des Buches Die Pastakönigin (ISBN: 9783822505366)
    Maria Orsini Natale

    Die Pastakönigin

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    In dieser ausladenden Familiensaga wird die Entstehung der italienischen Nudelindustrie geschildert, von ganz einfachen Anfängen bis zur hohen Professionalität und USA-Export. Nebenbei aber erfährt man auch viel über die italienische Staatsgründung und die Entstehung der Camorra. Und so ganz nebenher-beiläufig wird über das Schicksal der Familienangehörigen berichtet, die im Satz zuvor noch die Hauptperson waren, eine sehr interessante Erzählperspektive, wie ich finde. Man taucht auch häufig nur ganz kurz in einzelne Zeitabschnitte ein, um die Veränderungen bis dahin zu erfahren, und ist schon wieder weg. Ein schönes Buch einer viel zu ubekannten Autorin!
  9. Cover des Buches Ferne Verwandte (ISBN: 9783442743025)
    Gaetano Cappelli

    Ferne Verwandte

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Cappellis wunderbarer Roman über einen Schlawiner, der durchs Leben findet, Kiffer Säufer Frauenschwarm, und doch ist das einzige, was ihn wirklich umtreibt, die Sehnsucht nach den USA. Unter der tyrannischen Großmutter Nonnilde aufgewachsen, vom Tagedieb Pit in die Freuden des Müßiggangs und des Kiffens eingeweiht, sind ihm bald alle Frauen willig (eine Verfilmung bekäme nur eine "Ab 18"-Freigabe!), triebgesteurt taumelt er durchs leben und machte so alle Phasen neuerer italienischer Geschichte mit (als Beatnik, Hippie usw.). Herlich komisch, mir wie viel Selbstironie hier die Italiener durch das gelato gezogen werden, ein großartiges Buch!
  10. Cover des Buches Sarahs Mörder (ISBN: 9783423141963)
    Andrej Longo

    Sarahs Mörder

     (8)
    Aktuelle Rezension von: widder1987
    Inhalt: Acanfora, ein naiver junger Polizist, findet in einem vornehmen Stadtviertel Neapels eine Leiche: ein Mädchen, so alt wie er selbst, mit einer Wunde auf der Stirn und nackten Füßen. Bislang war er leidenschaftslos und angepasst, wollte vor allem wenig Aufsehen erregen, doch dieses Ereignis reißt ihn aus seiner Lethargie: Acanfora verbeißt sich in den Fall, er legt sich mit den Etablierten und Wohlhabenden an, er erkennt, wie sehr alles um ihn herum von kriminellen Strukturen beherrscht wird. Und am Ende, als sich die überraschende Lösung offenbart, ist für ihn nichts mehr, wie es war. Wie in seinem preisgekrönten Erzählungsband "Zehn" erzählt Andrej Longo auch in "Sarahs Mörder" von den Bewohnern einer Stadt, in der das Verbrechen regiert. In wenigen, brütend heißen Hochsommertagen entfaltet sich die Geschichte eines Erwachens - und ein atmosphärisch dichter Kriminalroman, der zugleich eine Hommage an Neapel ist.

    Fazit: In "Sarahs Mörder" wird das Neapel des 21. Jahrhundert nach Christi im Hochsommer beschrieben als lebendige und emotionale italenischen Stadt am der Amalfiküste. Der Autor Andrej Longo schreibt mit Witz und Biss aus der Perspektive des Polizisten Acanfora in der Ich-Erzählform unkomplizerte und klare Sätze mit moderner Wortwahl gepaart.

    Auf knapp 200 Seiten wird die neapolitosche Art der Wahrnehmung mit leichter krimineller Handlung verküppelt, die aber leider etwas zu kurz kommt...3,25 Sterne
  11. Cover des Buches Eine Leiche zu Ferragosto (ISBN: 9783746626345)
    Diana Fiammetta Lama

    Eine Leiche zu Ferragosto

     (8)
    Aktuelle Rezension von: MissJaneMarple
    Rückentext: 
    Sonne, Strand und eine wunderschöne... Leiche 
    Mit der Sommerruhe des malerischen Örtchens Pioppica ist es jäh vorbei, als am Strand eine Frauenleiche gefunden wird. Bedauernd verlässt Maresciallo Santomauro seine einsame Bucht, in der er melancholischen Erinnerungen nachhängt, und macht sich an die Arbeit. Der Dorfklatsch liefert bald erste Hinweise: Unter den "Freunden" der Toten scheint es nicht einen zu geben, dem ihr Ableben nicht zupass käme. 

    Meinung: 
    Das Buch ist nicht richtig in Kapitel aufgeteilt sondern in die Tage vom Fund der Leiche bis zum Tag der Aufklärung des Falles. 
    Jeder Tag ist in kleinere Abschnitte, die die Blickwinkel der einzelnen Protagonisten zeigen! So erhält man nicht nur Informationen vom Ermittler, sondern auch vom Täter und allen anderen Beteiligten! 
    Die Charaktere sind toll beschrieben und man kann sich jeden einzelnen richtig gut vorstellen und Sympathien und Antipathien aufbauen! 

    Fazit: 
    Ein leicht zu lesender Krimi, der durch die verschiedenen Blickwinkel immer wieder auf eine andere Fährte führt. Ich hatte bis zum vorletzten Tag keinen blassen Schimmer, wer nun der Täter war! Die Lösung des Falles hat mich dann wirklich sehr überrascht! Ein rundherum gelungener Krimi, der an eine der schönsten Küsten Italiens führt!
  12. Cover des Buches Amore - Famiglia und andere Tragödien (ISBN: 9783958246478)
    Roberta Gregorio

    Amore - Famiglia und andere Tragödien

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ninasan86
    Zum Inhalt:

    Carla will nicht so recht in die bayrische Provinz-Idylle ihrer Eltern passen. Erst als sie erfährt, dass sie adoptiert wurde, ergibt alles einen Sinn. Auf der Suche nach sich selbst reist sie nach Italien – und findet eine glamouröse Mutter, einen liebevollen Großvater und eine geheimnisvolle, kettenrauchende Großtante. Das ist ihre wahre Famiglia … und fast zu viel Leidenschaft und Drama für Carla. Was sie nun mit Sicherheit nicht braucht, ist ein waschechter italienischer Galan. Doch dann stehen gleich zwei vor ihrer Tür und machen das Chaos perfekt. Grund genug, Hals über Kopf zu fliehen … oder?



    Über die Autorin:

    Roberta Gregorio ist durch und durch ein Kind des Südens. Bayern, wo sie ihre Kindheit und Schulzeit verbracht hat, und Kampanien, wo sie jetzt mit Mann und zwei Söhnen lebt, haben auf ihren Charakter abgefärbt. Sie liebt das Dolce far niente, mischt diese Einstellung aber oft mit deutscher Gewissenhaftigkeit. Ein Kontrast, der sich auch in ihrer Schreibe zeigt.
    Die Liebe zum geschriebenen Wort hat sie während ihrer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin entdeckt.
    Heute träumt sie von einem eigenen kleinen Hotel, in dem sie am liebsten nur Buchschaffende aus aller Welt beherbergen würde.


    Mein Fazit und meine Rezension:

    Dieser Roman ist nicht die erste Geschichte, die ich von Roberta Gregorio lese. Ich kenne ihren Schreibstil, der flüssig und auch humorvoll ist, langweilig wird dem Leser dabei nie! Doch ab und an kann das Ganze (Sprache und Geschichte) auch zu extrem sein, sodass man als Leser gar nicht mehr weiß, wie einem geschieht. Aber erst mal zur Geschichte als solche:

    Carla erfährt rein zufällig durch ihren betrunken Vater am Weihnachtsabend, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Mutter ist, sondern dass ihr Vater eine Liebelei mit einer berühmten Sängerin hatte, aus der sie entstanden ist. Das Kind wurde dann als Säugling Vater regelrecht in die Arme gedrückt und die berühmte Mutter war fort. Soviel mal dazu.

    Carla ist sich schon von klein auf bewusst, dass sie "anders" als ihre Mutter ist und will auch nicht so gänzlich in das schnöde Familienleben hineinpassen, bis nunmal das wohlbehütete Geheimnis platzt. Carla ist außer sich, da ihre Eltern sie Jahrzehnte im Glauben gelassen haben, sie sei die leibliche Tochter von beiden. Doch ziemlich schnell können die aufpeitschenden Wellen wieder gemildert werden. Durch die ungewollte Hilfe ihrer WG-Mitbewohnerin kommt es dann auch zu einem Treffen mit ihrer leiblichen Mutter, das in einen Kurzurlaub in Italien ausartet. Dort trifft sie nicht nur ihre Mutter, die etwas verhalten gegenüber ihr wirkt, sondern auch auf den Rest der Familie.

    Allen voran auf Massimo und Paolo, zwei rassige Männer, die mit dem Auftauchen von Carla um deren Aufmerksamkeit und Liebe buhlen. So kommt es zu mehreren prekären Situationen, aus denen nur der weise Großvater einen Ausweg weiß - erst, als auch dieser ratlos ist, erscheint auf wundersame Weise seine jüngere Schwester Zia Filomena auf der Bildfläche und wirbelt die Familie ordentlich auf.

    So viel erst mal zur Geschichte.

    Ich konnte ziemlich schnell und auch gut in die Geschichte einsteigen, doch einige Reaktionen der Charaktere kamen mir absolut fremd und nicht authentisch vor. Als beispielsweise Carla zufällig erfährt, sie sei nicht das leibliche Kind ihrer Mutter, ist ihre Reaktion verständlich. Sie rastet aus und will sofort die Wahrheit wissen. Die Eltern blocken ab - teilweise, weil sie bewusstlos vor lauter Alkohol im Bett liegen, teilweise, weil sie nicht fassen können, was gerade passiert. Als es am nächsten Morgen zur eigentlichen Aussprache kommen soll, beginnen im Laufe des Gesprächs alle zu lachen und alles ist wieder gut ... für mich ist das unverständlich und auch unbegreiflich.

    Andere Reaktionen, dass beispielsweise der Vater Carla nach Italien nachreist, da seine Ehefrau mit einem anderen Mann auf und davon ist und *ACHTUNG: SPOILER!* beide mal eben schnell neue Beziehungen eingehen, wollen mir auch nicht so wirklich in den Kopf gehen.

    Paolo, als schmieriger Italiener, der nur auf das Geld aus ist, ist meines Erachtens auch schnell zu durchschauen, doch vielleicht ist Carla einfach zu überwältigt von ihrem neuen Leben und der Mutter, von der sie dachte, sie wollte sie nicht, und sie dann mit einem Mal mit offenen Armen empfängt. Vielleicht ist es auch einfach nur die südländische Kultur, die für mich keinen Sinn ergibt...

    Alles in einem war es ein amüsantes Lesevergnügen mit Höhen und Tiefen, wunderbaren Momenten und Tragödien, nur ganz überzeugen konnte es mich leider nicht.


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