Bücher mit dem Tag "kanadische literatur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kanadische literatur" gekennzeichnet haben.

42 Bücher

  1. Cover des Buches Giants - Sie sind erwacht (ISBN: 9783453316904)
    Sylvain Neuvel

    Giants - Sie sind erwacht

     (101)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Als sie ein Kind war, stürzte Dr. Rose Franklin in ein Loch und landete auf einer riesigen Metallhand. Jahre später soll sie ein Team leiten, dass genau diese Hand untersucht, denn allem Anschein nach liegt diese schon seit Jahrtausenden vergraben auf unserer Erde. Gibt es noch mehr Teile davon und wer hat sie gebaut? 

    Giants“ ist ein sehr interessantes Buch, das in einer faszinierenden Form geschrieben wurde.

  2. Cover des Buches alias Grace (ISBN: 9783492313476)
    Margaret Atwood

    alias Grace

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Clarissa03

    Grace Marks hat es nicht einfach in ihrem Leben. Aus dem armen Irland im 19.Jahrhundert mit dem Schiff und ihrer Familie nach Kanada übergesiedelt, führt sie ein ziemlich trostloses Dasein als Hausangestellte. Bis sie eines Tages mit einem älteren Bediensteten flieht, weil ihr Arbeitgeber und eine anderes Dienstmädchen umgebracht worden sind. Die beiden werden gesucht und Grace entkommt dem Galgen, muss aber für Jahre ins Gefängnis, darf aber im Hause des Gefängnisdirektors Näharbeiten verrichten, bis ein Nervenarzt auf sie aufmerksam wird und sie für unschuldig findet.

    Margaret Atwood hat diese Geschichte, die auf eine wahre Begebenheit beruht, in einen fiktiven Roman verwandelt. In dem Buch beschreibt sie sehr ausführlich die damaligen Probleme der armen Leute und es wurde sehr bedrückend dargestellt.

  3. Cover des Buches Tanz der seligen Geister (ISBN: 9783596512195)
    Alice Munro

    Tanz der seligen Geister

     (45)
    Aktuelle Rezension von: parden
    VOM ERWACHSENWERDEN...

    Schon lange befindet sich dieser Band von 15 Erzählungen in meinem Regal - zufällig sogar das Debüt der kanadischen Schriftstellerin (Erstveröffentlichung 1968) -, und spätestens seit Alice Munro 2013 den Nobelpreis für Literatur erhielt, war ich neugierig auf dieses Buch. Doch erst jetzt nahm ich mir die Zeit für die Lektüre und kann schon so viel vorweg verraten: es wird für mich nicht das letzte Buch der 1931 geborenen Preisträgerin gewesen sein.

    Das verbindende Glied der 15 Erzählungen ist im weiteren Sinne der Abschied von der Kindheit, das Finden eines eigenen Weges. Angesiedelt sind die Geschichten etwa in den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der kanadischen Provinz, und wie ich gelesen habe, beinhalten sie zahlreiche autobiografische Erlebnisse der Schriftstellerin. Dies lässt die meist zwischen 20 und 30 Seiten langen Erzählungen in einem besonderen Licht erscheinen.


    "Es gibt nichts, was du im Augenblick tun kannst, außer die Hände in die Taschen zu stecken und dir ein unvoreingenommenes Herz zu bewahren." (S. 55)


    Aber auch ohne dieses Wissen konnte mich Alice Munros Schreibstil beeindrucken: präzise, unsentimental und intensiv, dabei oftmals poetisch und melancholisch, zeitweise ironisch, immer aber durchzogen von einer tiefen Ernsthaftigkeit. Die Unausweichlichkeit der geschilderten Situationen wird dem Leser vor Augen geführt, nur gelegentlich begleitet von einem leisen Bedauern, stets aber mit der immensen Bedeutung des Geschilderten für das Schicksal der jeweiligen Hauptperson im Fokus. In wenigen Sätzen skizziert Munro den oftmals eher tristen Ort, die Situation, das Geschehen und schafft so ein scharfes Bild, das ein Wegschauen unmöglich macht.


    "Wie die Kinder im Märchen, die gesehen haben, dass ihre Eltern mit furchterregenden Fremden einen Pakt schlossen, die entdeckt haben, dass unsere Ängste auf nichts als der Wahrheit beruhen, die aber nach wundersamer Rettung aus Gefahr heil nach Hause kehren, artig und wohlerzogen zu Messer und Gabel greifen und vergnügt bis an ihr seliges Ende leben - wie sie, von den Geheimnissen benommen und mit Macht begabt, sagte ich nie auch nur ein Wort." (S.79)


    Die einzelnen Geschichten hier vorzustellen, würde m.E. den Rahmen sprengen, und so schließe ich die Rezension mit der Erwähnung meines anfänglichen Erstaunens und der mit dem Lesen wachsenden Erkenntnis, dass auch und gerade das Schreiben von Kurzgeschichten eine Kunst ist - eine so hohe, dass Alice Munro, die 13 Erzählbände und nur einen einzigen Roman geschrieben hat, den Nobelpreis für Literatur in meinen Augen zu Recht gewonnen hat. Eben als "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte". Chapeau.

    Für mich mit Sicherheit nicht das letzte Buch dieser Schriftstellerin!


    © Parden

  4. Cover des Buches Oryx und Crake (ISBN: 9783492311311)
    Margaret Atwood

    Oryx und Crake

     (133)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Schneemensch kämpft ums Überleben. Dabei muss er sich vor der extremen Hitze und Sonneneinstrahlung ebenso schützen wie vor den im Labor entstandenen und inzwischen ausgewilderten Tierkreuzungen (Hunölfe, Organschweine, Schlatten). Andere Menschen scheint es nicht mehr zu geben. Dafür kümmert sich Schneemensch um eine Gruppe von menschenähnlichen Lebewesen, die Craker. Kreiert wurden sie von Schneemenschs Freund Crake, einem echten Überflieger. Er hat ihnen so tolle Dinge wie automatischen Sonnenschutz eingebaut.

    Wie es zu der desaströsen Situation kam, in der Schneemensch sich befindet, erfahren die Lesenden im Rückblick. Darin spielt auch Oryx eine wichtige Rolle. Oryx begegnet Schneemensch und Crake erstmals in deren Jugendzeit, als sie ihnen auf Pornoseiten auffällt. Später wird sie Crakes echte Freundin.

    Viel passiert nicht in diesem ersten Teil einer Trilogie. Das liegt an der Konstruktion mit den Rückblicken und der scheinbaren Tatsache, dass Schneemensch der einzige Mensch weit und breit ist. Eine klassische spannende Handlung sucht man hier also vergebens. Dafür gibt es einige echt lustige Passagen (z.B. über Toastbrot).

    Interessant wird der Roman durch die vielen düsteren Ideen für unsere Zukunft, die zunächst teilweise hanebüchen wirken, bei genauerem Nachdenken so unrealistisch aber nicht sind. Margaret Atwood selbst meinte in einer Lesung, dass sie sich rein gar nichts einfach so ausgedacht habe. Sie habe nur Dinge, die es tatsächlich schon gibt, übertrieben. Das kann einem ganz schön Angst machen.

  5. Cover des Buches Ausgesetzt (ISBN: 9783426508800)
    James W. Nichol

    Ausgesetzt

     (359)
    Aktuelle Rezension von: Julitraum

    Der Krimi spielt in Kanada. Man findet einen dreijährigen Jungen auf einer einsamen Landstraße in Ontario, der sich krampfhaft an einem Drahtzaun festhält. Die Identität wird nie festgestellt, obwohl man sich alle Mühe gibt. Der Junge scheint Walker zu heißen und er trägt ein altes Foto von 2 Mädchen bei sich und einen Brief eines Teenagers, der wohl an einen anderen Teenager gerichtet ist, bei sich. In dem Brief scheint es um Walker, seine Mutter und seinen Vater zu gehen, die die frühere Schulfreundin der Mutter besuchen wollen. Mehr Hinweise gibt es nicht und leider nutzen sie auch nichts. Man findet einfach nicht heraus, woher der Junge stammt, da ihn niemand vermisst.

    16 Jahre später ist Walker 19 Jahre alt und hat seine Schule abgeschlossen. Er lebte die letzten Jahre bei einer sehr liebevollen Familie, die ihn adoptiert hat. Er hat noch 6 weitere Schwestern, teilweise älter und schon verheiratet. Der Familienzusammenhalt ist innig und liebevoll, dennoch lässt Walker seine Vergangenheit, an die er sich natürlich nicht erinnern kann, nicht los. Mittels des Fotos und des Briefes, den man damals bei ihm gefunden hat, begibt er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln und dabei kommt er einem Geheimnis viel zu nahe. Einem tödlichen Geheimnis, bei dem es um Leben und Tod geht und bei dem sein Gegner ein gefährlicher Psychopath ist.

    Der Krimi ist ausgezeichnet geschrieben und ein guter Pageturner. Vor allem die verschiedenen Zeitebenen machen den Thriller sehr spannend. Erst nach und nach kann man den anderen Jungen aus der Vergangenheit zuordnen, ahnt da jedoch nicht die ganzen Umstände, die sich nach und nach erst eröffnen. Ein Krimi mit Thrillerelemten, den ich absolut empfehen kann. Was mir auch besonders gefiel war, dass der Autor die brutaleren Geschenisse nur am Rande streift und nicht wie manche Thriller-Autoren das gerne tun, in akribischster Weise beschreiben.

  6. Cover des Buches Gefrorene Seelen (ISBN: 9783426504543)
    Giles Blunt

    Gefrorene Seelen

     (194)
    Aktuelle Rezension von: Liz_Elisa
    Eins der wenigen Bücher das ich tatsächlich schon 3x gelesen habe. Es ist absolut großartig geschrieben & von der ersten Seite war ich sofort gefesselt. Viele spannende Wendungen & mit dem Ende habe ich bis zum Schluss nicht gerechnet.
    Absolute Leseempfehlung.
  7. Cover des Buches Washington Black (ISBN: 9783847900597)
    Esi Edugyan

    Washington Black

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Nadezhda

    Endlich bin ich mit diesem Roman fertig. Ich fand ihn durchwachsen! Sehr gute, wirklich überraschungsreiche Passagen, überzeugend eingebundene historische Hintergründe, Gedanken und Innensichten wechseln sich mit unnötigen Längen ab, und die Charaktere und Verhaltensweisen der Figuren wurden aus meiner Sicht nicht immer schlüssig entfaltet. Den Schluss fand ich völlig unausgegoren. Leider hätten auch das Lektorat und Korrektorat etwas mehr Aufmerksamkeit an den Tag legen können. Dennoch bin ich zufrieden damit, das Buch gelesen zu haben. 

  8. Cover des Buches Der Report der Magd (ISBN: 9783492303279)
    Margaret Atwood

    Der Report der Magd

     (751)
    Aktuelle Rezension von: Goldloeckchen

    Das Buch handelt von einer Frau, die in einer normalen Welt geboren wurde; sie sich aber nun in Welt befindet in der Frauen u.a. nur noch der Fortpflanzung dienen v.a. in ihrer Rolle als Magd. Es ist eine Zeit in der Fruchtbarkeit rar wird; Macht, Kontrolle und Abgrenzung eine große Rolle spielt und nicht zuletzt Gewalt.

    Ich wurde durch die Serie "The Handmaids Tale" auf das Buch aufmerksam. Im Grunde wurde das Buch verfilmt. Nicht nur die Serie ist super spannend und erschütternd. Das Buch bringt den Inhalt nochmal auf eine ganz andere Ebene. Die Autorin schafft es auf eine grandiose Art die Gedankengänge, den Wahnsinn der dort stattfindet und die Gefühle der Frau darzulegen. Es ist aus der Erzählperspektive der Frau geschrieben. Dadurch springen auch immer wieder die Erinnerungen in unterschiedliche Zeiträume - aus der Vergangenheit vor der "neuen Welt", der Vergangenheit als sie gelehrt wurden Magd zu sein und im Jetzt. Das hat mich jedoch nicht gestört. Es scheint als wären ihre Gedanken manchmal verschwommen bzw. als könne sie sich nicht mehr an alles erinnern oder reimt sich manche Geschichten zusammen, wie sie es will. Was es aber nach solchen Erlebnissen nur verständlich ist.

    Ich konnte nicht aufhören dieses Buch zu lesen. Es war super spannend aber auch erdrückend. Nichts für schwache Nerven. Nicht umsonst beschreibt "der Spiegel" das Buch als Nachfolge von Huxley und Orwell. 

  9. Cover des Buches Blutiges Eis (ISBN: 9783426507421)
    Giles Blunt

    Blutiges Eis

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Blutiges Eis von Giles Blunt hat mir von seinen Büchern am wenigsten gefallen. Durchaus spannend geschrieben, vorausgesetzt man mag den politischen Hintergrund in der Story.                                                                   Für meinen Geschmack dreht sich alles zu sehr um Politik. Ermittler haben eine politische Randgruppe im Visier, die in den 70er Jahren aktiv war und mit dem CIA zusammengearbeitet hat. Jetzt, in der Gegenwart, werden Morde begangen, um die vor Jahren verübten zu vertuschen.


  10. Cover des Buches Die Liebe einer Frau (ISBN: 9783104026855)
    Alice Munro

    Die Liebe einer Frau

     (46)
    Aktuelle Rezension von: kirara
    Nachdem mich die Seite gerade unerwartet hinausgeworfen hat, als ich die Rezi speichern wollte (das passiert übrigens öfters, langsam etwas nervig), hier nur noch eine abgespeckte Version:

    Ich hatte mich darauf gefreut die erste Kurzgeschichtennobelpreisträgerin zu lesen, aber schon während der ersten Geschichte die Enttäuschung.
    Ein detail- und schachtelsatzverliebter Sprachstil, der leider mehr auf Umgebungsbeschreibungen als auf Handlungsstärke Wert legt. Die meisten Figuren leben leider auch nicht durch das was sie tun, sondern über Beschreibungen und irgendwelche Erinnerungen. Mir kam es eher wie eine etwas eintönige Stadtführung vor.
    Einen verhältnismäßig großen Teil nahm auch Sex ein, dadurch dass dieser für die Geschichten gar nicht relevant war. Völlig unerwartet und teilweise auch ohne Zusammenhang gibt es eine sexuelle Berührung (oder eine die als so beschrieben wird) oder einen sexuellen Traum oder die erregende Vorstellung sich einer Kommune anzuschließen, die nach festem Zeitplan ihre Partner tauscht. Manchmal ist der Schreibstil entsprechend vulgär geworden.
    Vielleicht waren diese Darstellungen für Munro wichtig und ich bin einfach nur aus einer Generation, die sich davon eher nicht schocken lässt sondern fragt wozu das jetzt in der Geschichte auftaucht.

    Ich bin also eher enttäuscht und möchte kein weiteres Buch von ihr lesen. Ich empfand diese knapp 220 Seiten schon als anstrengend.
  11. Cover des Buches Wozu wollen Sie das wissen? (ISBN: 9783104026848)
    Alice Munro

    Wozu wollen Sie das wissen?

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Der Einstieg in Elf Geschichten aus meiner Familie, wie der Untertitel des Buches lautet, beginnt in Schottland. In diesen Teilen des Buches ist der Leser mehr gefordert als in den späteren. Manche Sätze muss man hier zweimal lesen, um ihren Bedeutungsgehalt ganz zu erfassen und für den Fortgang der Geschichte im Gedächtnis zu behalten. Aber auch der Autorin, die sich Nobelpreisträgerin nennen darf, dürften die Recherchen zu den Anfangsgeschichten einiges mehr abverlangt haben als zu spüren ist. Was angesichts des zeitlichen Unterschieds des Lebens der Autorin zu dem von ihren Vorfahren Erlebten auch verständlich erscheint. Die Teile der Geschichten, die in Kanada und in den USA spielen, lesen sich wesentlich leichter. Eventuell muss der Anfang sogar als literarisch qualitativ höherwertig angesehen werden. - Mehr Interesse möchte ich dem Haupttitel widmen. Will Frau Munro damit eine Interaktion zwischen ihr und ihren Lesern hervorrufen? Ähnlich wie es bei Theateraufführungen schon seit Längerem der Fall ist. Das dürfte allenfalls bei einer von ihr veranstalteten Buchlesung funktionieren, weil nur da, also unter Anwesenden, eine echte und gleichzeitige Aktion und Reaktion stattfinden kann und nicht bloß eine „Gefällt-mir-Button-Reaktion“. Für Rezensionen bedurfte es keines solchen Buchtitels. Sie kommen unaufgefordert. Die im Haupttitel ganz simpel verstandene Frage müsste sonach ganz banal mit „weil ich gerne lese“ oder „weil ich gerne Familiengeschichten lese“ beantwortet werden. Indes erklärt sich der Buchtitel noch einfacher. Die Autorin wurde bei ihrer Anfrage nach Kirchengeschichten in der Bibliothek des Colleges, an dem sie und ihr Mann studiert hatten, danach gefragt, wozu sie das wissen wolle. Weshalb sie diese Frage, die einem Benutzer eines deutschen Archivs eventuell genau so gestellt worden wäre, zum Buchtitel gewählt hat, bleibt ihr Geheimnis. Der Leser kann da nur spekulieren. - Nach diesem Vorgeplänkel nun doch auch noch ein paar Worte zum Inhalt des Buches. Einerseits bringt die Geschichte einer Auswanderer-Familie nichts Besonderes. Auswanderergeschichten kennt die Literatur viele, aus vermutlich allen "alten" Erdteilen und für wohl alle Kontinente. Solche Geschichten liegen angeblich derzeit sogar im Trend. Bemerkenswert ist jedoch die Art und Weise, wie sich Munro der inneren Verfassung ihrer Hauptfiguren annimmt. In den von ihr beschriebenen Charakteren kann jeder Leser Züge seiner Vorfahren und in gewisser Weise auch von sich selbst finden. Damit erfüllt das Buch die wichtigste Voraussetzung für ein reges Interesse ihrer Leserschaft, will diese doch in jedem literarischen Produkt in ihren eigenen Gedanken und Emotionen angesprochen werden. Ein zweiter Punkt, den ich hervorheben möchte, ist der treffende und manchmal lakonisch wirkende Schreibstil der Autorin. Ein Beispiel: Ihre an sich selbst gerichtete Frage, weshalb sie von der Familie Mountjoy, der sie in jungen Jahren als Dienstmädchen - gedichtet oder real - gedient hatte eine Art von Gleichgestelltheit eingefordert hatte, beantwortet sie mit dem Satz: „Alles, weil ich jung war und über Nausikaa Bescheid wusste“. Damit bin ich bei einem dritten, für mich erwähnenswerten Punkt angelangt. Am meisten besticht das Buch vermutlich durch die Darstellung dessen, wie sich die Lebensumstände und die Denk- und Lebensweise der Menschen im Laufe der verschiedenen Generationen, während der die Geschichte spielt, geändert haben. Man will kaum glauben, wie wenig einerseits und doch auch wieder wie stark sich anderseits nicht nur der technische und wirtschaftliche Fortschritt früherer Zeiten, sondern vor allem auch das Lebensgefühl der Menschen von heute gegenüber damals geändert haben. Munro macht einem die alte Weisheit, dass nur die Veränderung Bestand hat, eindrucksvoll bewusst. - Ein Buch, das vor allem wegen dieses zuletzt genannten Grundes wärmstens als Lektüre empfohlen werden kann.

  12. Cover des Buches Himmel und Hölle (ISBN: 9783104026541)
    Alice Munro

    Himmel und Hölle

     (100)
    Aktuelle Rezension von: rumble-bee
    Ich habe schon viel von Alice Munro gelesen. Immer - oder zumindest oft - geht es um ungewöhnliche Frauen und ihre Schicksale, um die Bedeutung von lebensverändernden Ereignissen, um die Verstrickungen innerhalb von Familie und Freundeskreis. Dieses Buch habe ich jedoch, aus welchem Grund auch immer, als "besonders" empfunden. Besonders düster in den Untertönen, besonders weitreichend in den Konsequenzen, die man gedanklich ziehen kann.

    Ungewöhnlich oft geht es in diesen neun Geschichten zum Beispiel um den Tod und das Lebensende. In "Trost" sucht zum Beispiel eine Frau nach dem Tod ihres schwer kranken Mannes verzweifelt nach einem Abschiedsbrief - und entdeckt dabei Unglaubliches. Vielleicht hat sie ihren eigenen Mann kaum wirklich gekannt...? In "Was in Erinnerung bleibt" begegnen sich ein Mann und eine Frau auf einer Beerdigung. Was nicht ohne Folgen bleibt.  In "Eine schwimmende Brücke" macht eine schwer krebskranke Frau eine charmante Spritztour mit einem jungen Mann. Und in "Der Bär klettert über den Berg" schließlich sieht sich ein alternder Universitätsdozent mit der schwierigen Situation konfrontiert, seine an Alzheimer erkrankte Frau in ein Heim geben zu müssen.

    Gerade letztere Geschichte hatte mich dazu bewogen, dieses Buch zu lesen. Denn sie ist vor einigen Jahren grandios verfilmt worden, mit Julie Christie in der Rolle der an Alzheimer erkrankten Frau. "An ihrer Seite" heißt der Film, soweit ich mich erinnere. Mich hat beeindruckt zu sehen, dass die Kurzgeschichte eigentlich mit einem Minimum an Worten und Szenen mindestens ebenso viel ausgedrückt hat wie der ganze Film! Das kann eine Alice Munro! Sie zieht einige Pinselstriche, porträtiert ihre Figuren gekonnt, und schon entstehen ganze Landschaften und Schicksale vor dem inneren Auge des Lesers. Auch die moralische Problematik fand ich hervorragend getroffen. Ist ein Mensch, der sich nicht mehr an mich erinnert, für mich überhaupt noch derselbe...? Ich hatte einen dicken Kloß im Hals.

    Ja, ich fand es diesmal nicht ganz leicht zu lesen, dieses Buch. Man musste schon nach jeder Geschichte pausieren. Manchmal auch mittendrin. Aber der Titel der Sammlung - zumindest der deutschen Fassung - ist ausgesprochen gelungen. (Das englische Buch wurde hingegen einfach nach der ersten Geschichte benannt. Nicht immer sind veränderte deutsche Buchtitel ein Fehler!) Denn wer definiert schon Himmel und Hölle? Immer ist auch ein Körnchen des einen im anderen enthalten. Das verdeutlicht diese Sammlung auf zutiefst berührende Weise.
  13. Cover des Buches Der englische Patient (ISBN: 9783446248298)
    Michael Ondaatje

    Der englische Patient

     (239)
    Aktuelle Rezension von: Ira086

    Vielleicht liegt’s an mir, vielleicht hab ich’s einfach nicht verstanden, aber ich fand dieses Buch so unfassbar langweilig, dass ich es nicht zu Ende lesen konnte. Ich mochte den Film schon nicht sonderlich, aber oft sind die Bücher ja besser. In diesem Fall leider nicht. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob ich es vielleicht einfach nicht verstanden habe, aber gefühlt, passiert im Buch absolut nichts. Vielleicht passierte noch etwas in der zweiten Hälfte, davon habe ich beim Durchblättern aber nichts gesehen. Ich lasse mich gern belehren an dieser Stelle 😄

  14. Cover des Buches Verletzungen (ISBN: 9783548606644)
    Margaret Atwood

    Verletzungen

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Rennie, eine junge Frau aus Toronto, hatte zuletzt einige Schicksalsschläge zu verkraften. Nach Krebsdiagnose wurde ihre Brust operiert, dann verließ sie ihr Freund und in ihre Wohnung wurde eingebrochen. So kam es sehr passend, dass der Journalistin angeboten wurde, einen Reisebericht über eine kleine Insel in der Karibik zu schreiben. Drei Wochen Entspannen, Sonne und Meer – und dazwischen ein bisschen über Land und Leute schreiben. Doch es sollte anders kommen. Auf der Insel finden die ersten Wahlen nach der Unabhängigkeit von Großbritannien statt. Rennie gerät zwischen die Fronten der politischen Lager. Nach einem Putschversuch wird sie der Spionage verdächtigt und landet im dortigen Gefängnis. Es beginnt ein Kampf ums Überleben …  

    Margaret Atwood, geb. 1939 in Ottawa, ist die wohl bekannteste Autorin zeitgenössischer kanadischer Literatur. Sie schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte, Kritiken und Essays. Nach ihrem Studium der englischen Sprache und Literatur, das sie 1962 mit dem Mastergrad abschloss, lehrte sie an verschiedenen Universitäten Literaturwissenschaften. Für ihre Romane erhielt sie einige Preise, am 13. Juni 2017 wurde ihr vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. 

    Die Gegensätze zwischen moderner westlicher Kultur und eines sich selbst überlassenen kleinen karibischen Inselstaates sind in dem Roman von 2007 deutlich hervorgehoben. Zunächst geht es aber um die äußerlichen und innerlichen „Verletzungen“, die die Protagonistin im Vorfeld erlitten hat. Ihre Gedanken kreisen immer wieder um Vergangenes, Erinnerungen quälen sie, die erhoffte Ablenkung stellt sich nur langsam ein. Als sie dann in das Chaos der Machtkämpfe mit hinein gezogen wird, treten diese Rückblicke in den Hintergrund – sie erleidet neue seelische Verletzungen und braucht nun ihre ganze Kraft und Konzentration, um zu überleben. 

    Neben dem interessanten und sehr aktuellen Thema und der spannend aufgebauten Story fasziniert besonders der bildhafte Schreibstil Margaret Atwoods. Die Art und Weise wie sie die Geschichte aufbaut, wie sie den Leser langsam an die Brutalität des Geschehens heranführt und wie die Stimmung allmählich immer bedrückender wird, ist beeindruckend. Schonungslos schildert sie auch die gewalttätigsten Vorkommnisse, beschreibt diese sehr präzise und ist dabei zurückhaltend in ihrer moralischen Wertung. Der Schluss ist stimmig, lässt den Leser aber dennoch etwas ratlos zurück.   

    Fazit: Nicht unbedingt was man vielleicht von Margaret Atwood erwartet, aber ein spannender Roman mit Elementen eines Thrillers. 

  15. Cover des Buches Die Räuberbraut (ISBN: 9783596139019)
    Margaret Atwood

    Die Räuberbraut

     (31)
    Aktuelle Rezension von: SandraWer
    Inhalt:
    Zenia ist die Hauptgestalt des Buches. Überall, wo sie erscheint, passiert ein Unglück. Sie zerstört die Menschen ohne Gewalt auf eine hinterhältige, manipulative Art und macht aus den Menschen, die mit ihr zu tun haben psychische Wracks. Die 3 Hauptprotagonistinnen im Buch fallen alle auf Zenias Lügengeschichten herein und verlieren dadurch alles, was ihnen lieb ist. Ihre Leichtgläubigkeit, ihr Glaube ans Gute, ist genau das, was ihnen zum Verhängnis wird. Zenia raubt all den 3 Hauptpersonen im Buch ihren Mann und zerstört so sowohl Schritt für Schritt das Leben der Frauen als auch das ihrer Männer. Nur Zenias Tod kann für die Frauen Erleichterung bringen, obwohl sie sich nicht einmal nach ihrem Tod wirklich sicher fühlen.

    Meinung:
    Man wird langsam in das Buch eingeführt. Die Geschichten aller drei Frauen beginnen in ihrer Kindheit. Es wird geschildert wie die 3 Frauen aufgewachsen sind und was sie geprägt hat, um zu verdeutlichen, was für Menschen sie sind, um ihre Charakterzüge zu verdeutlichen. Das gelingt der Autorin auch wirklich gut. Nur langsam wird man in die Geschichte Zenias eingeführt und bis zur Hälfte des Buches hat man noch immer nicht herausgefunden, was genau es denn ist, das so schlimm ist an Zenia. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass alle drei Frauen ein ähnliches Schicksal haben werden und in allen drei Fällen ist Zenia dafür verantwortlich. Auf eine manipulative Art, mit Lügen und ohne Rücksicht auf Verluste gewinnt sie zuerst das Vertrauen der Familie und nistet sich sogar dort ein, um dann den Mann im Hause zu verführen und der Familie zu entreissen. Eine Horrorvorstellung schlechthin.

    Hier zwei Textstellen, die ich exemplarisch für Atwoods Schreibstil finde, aber die inhaltlich nicht von Bedeutung sind. Das Buch ist angenehm zu lesen und lässt einen durchaus manchmal schmunzeln, trotz der unlustigen Thematik:

    „Sie hat eine Vision…, in der sie sich all ihrer weltlichen Güter entledigt. Sich von all ihren dreckigen Profiten trennt. Anschließend könnte sie einer Sekte oder etwas Ähnlichem beitreten. Ein Mönch werden. Eine Mönchin. Eine Mönchette. Von getrockneten Bohnen leben. Aber gäbe es dort elektrische Zahnbürsten? Mußte man, um heilig zu sein, Zahnbelag in Kauf nehmen?“

    „Sie tat das alles im Inneren ihres Kopfes, weil die Ereignisse dort ebenso real sind wie die Ereignisse sonstwo.“

    Fazit:
    Auf alle Fälle lesenswert. Es war mein erstes Buch von Margaret Atwood, aber nach diesem denke ich, dass es sich auszahlt einmal einen Atwood-Roman gelesen zu haben.
  16. Cover des Buches Die Penelopiade (ISBN: 9783423136129)
    Margaret Atwood

    Die Penelopiade

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Keksisbaby

    Alle kennen die Abenteuer des großen Odysseus, aber über seine Frau Penelope weiß man nur das sie so schlau war, die Verehrer an der Nase herumzuführen, indem sie das Leichentuch an dem sie tagsüber wob, des Nachts wieder auftrennte. Doch wie war es für sie, daheim zu sitzen, die Loblieder auf Odysseus zu hören und nicht zu wissen ob und wann ihr Mann zurückkehrt. Umgeben von Männern, die es nur auf den Reichtum abgesehen hatten und einem pubertären Telemachos der ihr die Schuld daran gab, dass die Freier sein Erbe verprassten.

    Genau das beleuchtet die Autorin Margarete Atwood in ihrem Roman „Die Penelopiaden“. Penelope erzählt nach ihrem Tod die Geschichte aus ihrer Sicht. Schon ihr Vater versuchte sie in der Kindheit zu ertränken. In Schönheit stets hinter ihrer Cousine Helena, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich auf ihren Verstand zu verlassen. Als Nebenstrang kommen die zwölf Mägde zu Wort, die Odysseus töten ließ, weil sie scheinbar untreu mit den Heiratsanwärtern gemeinsame Sache machten. Ein Buch das eine Geschichte die ein jeder kennt in ein anderes Licht rückt und die Frau hinter dem Helden zeigt. Sie kratzt ein bisschen an dem strahlenden Image des Helden und zeigt Odysseus als Mann mit all den Makeln, die einem Menschen anhaften. Schauerlich sind die zwölf Mägde, die ihr Schicksal beklagen und zu Gericht sitzen, über die Ungerechtigkeit, die ihnen widerfährt. Denn als Eigentum des Hausherrn, darf jeder Gast mit dessen Zustimmung die jungen Mädchen vergewaltigen oder misshandeln.

    Dieses Werk ist mein Stückchen Bildungsliteratur für diesen Monat. Einfach mal was total anderes.

  17. Cover des Buches Der blinde Mörder (ISBN: 9783492313483)
    Margaret Atwood

    Der blinde Mörder

     (58)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    Dieser Monat steht für mich ganz im Zeichen des SUB-Abbaus und das nächste, das ich mir gegriffen hatte, war dieses hier: „Der blinde Mörder“, ein Roman, für den Margaret Atwood im Jahr 2000 mit dem Booker-Preis ausgezeichnet wurde. Zu Atwood muss ich wohl nicht viel sagen, die meisten werden die kanadische Autorin durch ihren 1987 erstmals in deutscher Sprache erschienen Roman „Der Report der Magd“ oder durch den Nachfolgeband „Die Zeuginnen“ kennen.

    Ich habe schon mehrere Bücher dieser Autorin gelesen und finde sie nicht nur dadurch faszinierend, dass sie spannende und gute Geschichten erzählt, sondern auch dadurch, dass sie sich konsequent jeglicher Einstufung, ob nun ernsthafte oder Unterhaltungsliteratur entzieht. Ihre Geschichten sind immer fesselnd, doch dieses hier ist einfach nur genial. Kein Wunder, dass es zu den hundert bedeutendsten Romanen des Magazins „Time“ gezählt wird.

     

    Worum geht es?

    Die hochbetagte Erzählerin Iris Chase erinnert sich an ihre Jugend als Industriellentochter (ihr Vater besaß eine Knopffabrik) in der Provinz Ontario. Die Rahmenerzählung spielt in den Jahren 1998–1999, die Erinnerungen an die Jugend umfassen vor allem die 1930er und 1940er Jahre. Dieser Teil kann sowohl als Bildungsroman gesehen werden, da er die Geschichte der Geschwister Iris und Laura erzählt, als auch als historischer Roman, in dem wichtige Ereignisse der kanadischen Geschichte in ihren Auswirkungen auf die Familie Chase vorkommen. Während Iris eine lieblose Vernunftehe eingehen muss, verliebt sich Laura in einen Bolschewiken.

    Der Roman konfrontiert den Leser gleich zu Beginn in Form von fiktiven Zeitungsartikeln mit dem Tod von Laura, die Selbstmord begangen hat. Wir erfahren auch, dass sie als Autorin eines Romans mit dem Titel „Der blinde Mörder“ gefeiert wird. Bis in die „Jetztzeit“ wird Iris immer wieder angesprochen und angeschrieben, es werden Fragen zu der Autorin und dem Roman gestellt. Fragen, die Iris konsequent ablehnt, zu beantworten.

    Die Kapitel zu Iris und die Rückblicke auf ihre Jugend werden immer wieder durch Abschnitte unterbrochen, in denen eine Liebesgeschichte zwischen einer verheirateten Frau und einem Groschenhefte schreibenden Kommunisten (die namentlich nicht genannt werden), geschildert wird, die im wesentlichen erotischer Natur ist. Der eponyme „blinde Mörder“ ist eine Fantasy/Sci-Fi Geschichte, die von diesem Mann erzählt und von der Frau immer wieder hinterfragt und ergänzt und verändert wird. Man kann sie als Parabel lesen, es geht um Gewalt und Machtstrukturen.

    So, wer nun überlegt, ob dies zu „konstruiert“ ist, ob der komplexe Aufbau das Lesevergnügen verhindert, dem sage ich ganz klar „Nein.“ Atwood gleitet zwischen diesen Ebenen sanft hin und her, sie führt den Leser an der Hand mal in die eine, mal in die andere Erzählung hinein, knüpft Verbindungen, baut geschickt Spannung auf, löst diese auch mal wieder. Und das bis zu einem großartigen Finale, das für mich völlig unerwartet kam, und alle offenen Fragen aufgelöst hat.

    Ja, es waren in der englischen Ausgabe 600 Seiten, erfahrungsgemäß hat die deutsche Ausgabe noch mehr Seiten, doch 600 Seiten Atwood, lesen sich wie 200 von anderen Autoren aufgrund ihrer leichtfüßigen und brillanten Prosa.

    Zum Schluss noch kurz zu den Charakteren. Laura ist eine absolut faszinierende Gestalt, das wird natürlich dadurch verstärkt, dass man keinen Einblick in ihre Gedanken erhält, sie wird ausschließlich aus der Sicht ihrer älteren Schwester Iris im Rückblick nach mehr als vier Jahrzehnten geschildert. Sie ist ein ungewöhnliches junges Mädchen gewesen. Wenn Atwood bisweilen mal in die Klischeekiste greift, dann niemals tief, immer nur ein klein wenig und nur bei Charakteren, die ohnehin vermutlich keinem Leser etwas bedeuten. Sie schafft es, Personen auf dem Papier lebendig werden zu lassen, die niemandem gleichen.

    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Spaß an der Erzählkunst hat, der etwas Anspruchsvolles und Gehaltvolles Lesen möchte, das gleichzeitig so super unterhaltsam und spannend ist. Eigentlich so unmöglich wie eine Schachtel gesunder und kalorienfreier Pralinen.

    Wem könnte es nicht gefallen? Also ehrlich kann ich mir da im Moment niemanden vorstellen.

    So, nun habe ich meiner Begeisterung etwas Luft gemacht, aber spätestens nach diesem Roman denke ich, dass Margaret Atwood eine etwas höhere Auszeichnung für ihr literarisches Lebenswerk verdient hätte als „nur“ den Bookerpreis, den sie nun schon zweimal erhalten hat.

    Warum lungerte das bloß so lange auf meinem SUB?

     

     

     

     

  18. Cover des Buches Der Salzgarten (ISBN: 9783492313445)
    Margaret Atwood

    Der Salzgarten

     (5)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

                                                       

    Frauen, die für Poeten backen, die mit ihrem Buchhalter schlafen, oder die ihre Schwäche für grässliche Männer mit Furchtlosigkeit verwechseln – liebevoll, poetisch, melancholisch, aber nie sentimental, gelegentlich auch recht spöttisch erzählt Margaret Atwood in dreizehn Geschichten von der ersten Liebe, von notorisch brüchigen Beziehungen und seltenen lebenslangen Beziehungen.

                                      


                                  

                                                                      

                                  

                                                                                

                                  

                                                                   

                                  

                                        

                 


  19. Cover des Buches Divisadero (ISBN: 9781408800331)
    Michael Ondaatje

    Divisadero

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    Der Vergangenheit entfliehen Claire, Coop und Anna. Ein Trio als Ausgangspunkt für Michael Ondaatjes neuesten Roman "Divisadero". Der etwas eigenwillige Titel kommt, abgesehen davon, dass die Protagonisten Anna eine Zeit lang in der Divisadero Street in San Francisco gewohnt hat, auch eine noch wichtigere symbolische Bedeutung: es ist die von Victor Hugo erfundene Straße, bzw. Gasse, in der sich Jean Valjean in "Die Elenden" versteckte um seiner Vergangenheit zu entfliehen. Aus Fragmenten fügen sich schnell die Linien, sehr schnell ist man in dieser einzigartigen, poetischen Welt des Michael Ondaatje gefangen. Als die 16-jährige Anna sich in (den etwas älteren Ziehsohn) Coop verliebt, kommt es zum Eklat, der Vater erwischt sie mit Coop und schlägt ihn fast tot. Sie wird von ihrem Vater weggebracht, kann aber unterwegs fliehen und kehrt nie wieder nach Hause zurück. Coop wird von Claire gerettet und verlässt auch das Anwesen und wird zum Berufsspieler. So bleibt nur die Ziehtochter Claire mit dem Vater zurück. Dieses Ereignis ist die Keimzelle des ganzen Romans (also des ersten Handlungsstrangs, der aus den drei Linien Anna, Claire und Coop besteht), denn auch der zweite Handlungsstrang (der ab dem dritten Teil des Romans den amerikanischen Teil verdrängt hat- interessanterweise lässt Michael Ondaatje die beiden Linien von Claire und Coop offen, nachdem Claire zum zweiten Mal Coop das Leben gerettet hat) lebt von Variationen dieses Themas: Anna recherchiert im ehemaligen Haus eines berühmten Schriftstellers (Lucien Segura) in Frankreich dessen Leben, das mit einem vermeintlichen Selbstmord im eigenen Teich geendet hat. Ein großartiges Ensemble von Figuren, sowohl im "amerikanischen", als auch im "französischen" Teil und die faszinierende, melodische Prosa von Michael Ondaatje machen diesen Roman, in dem auf überaus kunstvolle Weise ganze sechs Liebesgeschichten miteinander verwoben sind, zu einem Ereignis allerhöchster Güte. "Nur das Wiederlesen zählt"- dieses Zitat von Vladimir Nabokov (das in diesem Buch vorkommt) stimmt in Bezug auf dieses Buch zur Gänze, denn dieser Roman ist so fein, ist eine Schatzkiste an Ideen und Anspielungen, so reich an wundervollen Figuren und vor allem, ein fantastisches Buch über die Liebe, das ohne je auch nur annähernd kitschig zu sein, trifft wie es nur große Kunst kann und das man ihn am liebsten gleich nach der letzten Seite neu beginnen möchte, um weiter (und wieder) zu entdecken und genießen. Absolute Leseempfehlung.
  20. Cover des Buches Der karibische Dämon (ISBN: 9783518420652)
    David Chariandy

    Der karibische Dämon

     (2)
    Aktuelle Rezension von: papalagi
    Der namenlose Ich-Erzähler verlässt als letzter mit 17 Jahren seine unter Demenz erkrankte Mutter und kehrt nach zwei Jahren reumütig zu ihr zurück. Wir erfahren wie die Familie gelebt hat, wie mühsam sich die Eltern - Vater Tamile, Mutter stammt aus Trinidad - eine Existenz aufbauten. Das heruntergekommene Haus, gelegen am äussersten Rand einer Sackgasse, nahe einer steilabfallenden Klippe, wurde liebevoll von der Mutter gepflegt. Sie hat immer die Kinder anderer Leute gegen ein Entgelt gehütet, bis auffiel, dass etwas mit ihr nicht stimmen konnte. Immer häufiger hat sie etwas vergessen, Dinge vertauscht. In der Nachbarschaft galt sie bald als die "Verrückte". Die Ärzte konnten auch nicht helfen und die Famiie konnte mit dem Wort Demenz nicht viel anfangen. Tatsache ist, dass die Mutter unter einer früh einsetzenden Demenz litt. Sehr früh starb dann auch der Vater und bald verliess der ältere Bruder das Haus. Er wollte immer Dichter werden. Nachdem der Ich-Erzähler zwei Jahre umhergereist ist, kehrt er wieder zu seinem Geburtshaus zurück. Die Mutter erkennt ihn nicht. In der Zwischenzeit hat sich eine junge Frau, Meera, um sie gekümmert. Hoffnungslos sieht der zurückgekehrte Sohn, wie es um seine Mutter steht, wie sie versucht zu kochen, dabei alles auf den Küchenboden verstreut, oder wie sie völlig verstört und nackt nach draussen geht. Ihm wird bewusst, dass durch ihr Vergessen auch seine Vergangenheit und Herkunft in Vergessenheit gerät. Wir erfahren auch den Grund, warum sich Meera um die alte Frau kümmert. Sie ist selber auch eine Einwanderertochter. Sie hat es in der Schule immer schwer gehabt und um von ihren Klassenkameraden anerkannt zu werden, hat sie ihre Nachbarin in tiefe Verzweiflung gestürzt. Schuldgefühle, Vergessen, die Vergangenheit, Familiengeschichte und Liebe prägen dieses Buch. Es zeigt die Probleme auf, die Einwanderer haben, wenn sie versuchen in einem neuen Land Fuss zu fassen, auch wenn es ein Land wie Kanada ist, das am meisten Einwanderer aufnimmt. David Chariandy ist selber Sohn schwarzer und südasiatischer Einwanderer aus Trinidad. Es ist sein erster Roman und er lebt in Vancouver.
  21. Cover des Buches Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger 3D, 1 Blu-ray (ISBN: 4010232059383)
    Yann Martel

    Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger 3D, 1 Blu-ray

     (1.028)
    Aktuelle Rezension von: Luthien_Tinuviel

    Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel kannte ich bislang nur aus dem Kino. Insofern hat der Einstieg mich etwas überrascht, letzten Endes war das Werk jedoch sehr interessant und auch philosophisch.

    Inhalt: Protagonist Pi Patel erzählt einem kanadischen Autor seine Lebensgeschichted über seine Jugend in Indien, seine Suche nach der spirituellen Erleuchtung und schließlich der größten Herausforderung seiner Jugend: Während einer Überfahrt von Indien nach Kanada sinkt das Schiff, auf dem sich Pi mit seiner Familie befand und er findet sich in einem Rettungsboot auf weiter See wieder. 

    Meine Meinung:

    Ich fand Schiffbruch mit Tiger  sehr interessant, auch wenn es eine Weile gebraucht hat, bis mich das Werk fesseln konnte. Wortwörtlich die ersten über 100 Seiten lesen sich wie eine lange Einleitung mit vielen religionsphilosophischen Gedanken. Das findet man interessant oder auch nicht. Aber spätestens ab dem Schiffbruch wird das Werk auch für die breitere Masse interessant und Pis Geschichte fesselt. 

    Fazit: Für Fans philosophischer Werke, die sich auch an religiösen Gedanken nicht stören, interessantes Werk.

     

  22. Cover des Buches Kalter Mond (ISBN: B004X2X6XY)
    Giles Blunt

    Kalter Mond

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Tapsi0709
    Das Buch liest sich ganz spannend und interessant, wird zwischendurch ein bisschen langatmig, was sich aber zum Glück in Grenzen hält.
    Es ist gut verständlich geschrieben und im typischen Stil des Autors.

  23. Cover des Buches Die Aussprache (ISBN: 9783455005097)
    Miriam Toews

    Die Aussprache

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Loonylovegood03
    Inhalt

    "Die Aussprache" ist ein Roman, der reale Vorkommnisse verarbeitet. In einer Mennonitenkolonie in Bolivien wurden zwischen 2005 und 2009 regelmäßig 300 Frauen und Mädchen nachts von acht Männern der Gemeinde betäubt und vergewaltigt. Nachdem den Frauen vielmals unterstellt worden war, dass sie sündhafte Gedanken gehegt hätten und deshalb vom Teufel misshandelt worden wären, wurde schließlich ein Mann bei den Misshandlungen erwischt. Dieser gab in Gefangenschaft die Namen von sieben weiteren Männern preis. Nachdem einige Frauen Angriffe auf die Männer verübt hatten, wurden diese schließlich zu ihrem Schutz von der Polizei in Gewahrsam genommen. Die restlichen Männer Molotschnas, so eben hieß die Kolonie, fuhren daraufhin in die Stadt um eine Kaution für die Freiheit der Sexualstraftäter zu hinterlegen. Das würde sie ungefähr zwei Tage kosten. währenddessen wogen die Frauen nun ab, wie ihre Zukunft auszusehen hatte. Es blieben ihnen drei Optionen: Nichts tun, Bleiben & Kämpfen und Gehen. Die Frauen können weder lesen, schreiben, und die Sprache des Landes sprechen, noch wissen sie, wo sie sich befinden. Um den Weg zu genau dieser Entscheidung dreht sich der Inhalt des Buches. 

    Meine Meinung

    Gerade die Charakterzeichnung hat mir sehr gut gefallen, da alle Frauen und Mädchen sehr starke und eigenwillige Persönlichkeiten aufweisen und sie den Leser oft mit ihrer Begabung für einen prägnante Audruck von ihren Gefühlen und ihrer Situation überraschen. Sie alle weisen eine eigene Art und Weise auf, mit dem Geschehenen umzugehen. 
    Der Aufbau des Buches ist, meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Es handelt sich um ein Protokoll des Gespräches der Frauen durch den ehemaligen Bewohner der Kolonie, August Epp, welcher aufgrund des revolutionären Verhaltens seiner Eltern, als Kind exkommuniziert wurde und in London aufwuchs, um im Erwachsenenalter, lebensmüde und sinnsuchend nach Molotschna zurückzukehren. Er schiebt oft Anmerkungen ins Protokoll ein, welche oft zum Verständnis der Umstände in Molotschna dienen, aber teilweise auch nur aus Tagträumen seinerseits bestehen. Dies gibt der Geschichte oftmals mehr Symbolik oder fügt ihr eine tragische Note hinzu. 
    Eine Plot-Entwicklung lässt sich nur schwer erkennen, da das Protokoll eher wie ein natürlicher Gesprächsfluss aufgebaut ist.
    Inhaltlich geht es vor allem um Glaubensfragen nach Frieden, Liebe und Gehorsam und ihre persönliche Auslegung durch die Frauen. 
    Insgesamt habe ich den Roman sehr gerne gelesen, da mich die einzelnen Charaktere sehr interessiert haben und ich mehr über sie, ihre Geschichte und ihren Glauben erfahren wollte. Das Buch lebt auf jeden Fall durch die besonderen Charaktere dieser Frauen. Außerdem hat mich ihr Mut und ihre Stärke sehr inspiriert und beeindruckt. Ich halte es also für eine gute Verarbeitung der Ereignisse.

  24. Cover des Buches Wintergewölbe (ISBN: 9783833306587)
    Anne Michaels

    Wintergewölbe

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Perle
    Klappentext:
    Jean durchstreift das verwaiste Bett des begradigten St. Lorenz-Stroms und sammelt Pflanzen, letzte Zeugnisse einer Landschaft, die es so nicht mehr geben wird. Avery ist Ingenieur und war maßgeblich an der Flussbegrafigung beteiligt. Als beide sich begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Dann erhält Avery den Auftrag, den gigantischen Abu-Simbel-Tempel zu versetzen. Jean begleitet ihn nach Ägypten. sie wollen sich der ungeheuren Aufgabe gemeinsam stellen, doch sie finden keine Sprache für ihr Unbehagen. Sie flüchten sich in die Beschwörung ihrer Nähe, ihrer Liebe. Nacht für Nacht erzählen sie einander die Geschichte ihrer Herkunft, ihrer Familien und kommen sich dabei abhanden, noch bevor sie selbst ein schwerer Verlust trifft, der alles verändert.

    Anne Michaels wurde 1958 in Toronto geboren. Mit ihrem ersten Roman Fluchtstücke gelang ihr ein internationaler Bestseller, der in 30 Sprachen übersetzt wurde.

    Eigene Meinung:
    Dieses Buch entdeckte ich vor einigen Monaten in einem Öffentlichen Bücherschrank. Das Cover gefiel ganz gut - es sprach direkt an - auch hinter dem Titel vermutete ich was interessantes zu lesen.

    Am 1. Dezember begann ich diesen Roman zu lesen, da ja Meteorologischer Winteranfang war und heute beendete ich es - schon nach vier Tagen., Man konnte es flüssig durchlesen, es war zart und gefühlvoll geschrieben. Ich fühlte mich wohl dabei und habe am nächsten Tag gerne weitergelesen. Es war wirklich interessant und bei manchen Textpassagen habe ich mich wiederentdeckt.

    Ich war wirklich ganz begeistert und kann es echt weiterempfehlen.
    Vergebe hierfür liebend gerne - gutgemeinte 4 Sterne!

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