Bücher mit dem Tag "kanadischer autor"
11 Bücher
- Yann Martel
Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger 3D, 1 Blu-ray
(1.039)Aktuelle Rezension von: Fiona_CamarsEines der schönsten und ungewöhnlichen Bücher, die ich je gelesen habe. Das Setting ist merkwürdig, mit einem indischen Zoobesitzer Sohn. Die Geschichte mäandern erst hier hin und dorthin, bis plötzlich der (im Deutschen) namensgebende Schiffbruch passiert, bei dem sich der Junge auf einem kleinen Rettungsboot mit einer Handvoll bedauernswerten Tieren wiederfindet. Ungewohntes Ende. Tolle Geschichte!
- Michael Ondaatje
Der englische Patient
(245)Aktuelle Rezension von: AukjeDie junge kanadische Krankenschwester Hana befindet sich ende des Zweiten Weltkriegs in der Toskana, Italien. Sie pflegt dort in einer zerbombten Villa einen nicht transportfähigen Patienten, der sich beim Absturz mit seinem Flugzeug über der Libyschen Wüste unheilbare Verbrennungen zuzog. Da man seine Identität nicht kennt wird er ‚Der englische Patient‘ genannt. Doch sie bleiben nicht allein, da der italienische Spion Caravaggio und der indische Minensucher Kip und sein Freund der Soldat Hardy sich auch in der Villa eiquartieren. Obwohl sie dort zusammen leben bleibt jeder der vier meist mit seiner Vergangenheit und den jeweiligen Kriegstraumata allein. Abends liest Hana dem ‚englischen Patienten‘ meist aus seiner Ausgabe ‚Historien‘ von Herodot vor, dass für ihn so eine Art Tagebuch ist, da es persönliche Briefe, Zeichnungen und Notizen von ihm enthält. Hana und Kip freunden sich nach und nach an und beginnen eine Affäre, während sich Caravaggio als Morphin süchtig herausstellt und anscheinen eine gemeinsame Vergangenheit mit den ‚Englischen Patienten’ hat. Während Hana dem ‚Englischen Patienten‘ vorliest beginnt dieser sich zu erinnern und man erfährt nach und nach er ist … Er heißt László de Almásy und ist ein ungarischer Wüstenforscher, der für eine britische Gruppe von Kartographen in Afrika arbeitete und beschloss, seine Herkunft und Identität zu vergessen. Auch erfährt man über die Liebesgeschichte zwischen ihm und der Britin Katherine, der Ehefrau einer der Kartographen, Geoffrey Clifton. Genauso erfährt wie und warum er mit seinem Flugzeug abgestürzt ist und in welcher Beziehung er irrtümlicher weise mit Caravaggio steht.
Ein unheimlich schönes und tragisches Buch. Natürlich habe ich den Spielfilm zum Buch gesehen den ich wirklich gut finde, aber das Buch ist wie in den meisten Fällen viel tiefgründiger. Auch wenn es mittlerweile zu den älteren Büchern gehört, beschreibt es einfach eine wunderschöne Liebesgeschichte in komplizierten Zeiten unter komplizierten umständen. Liebe das Buch!
- Michael Ondaatje
Kriegslicht
(41)Aktuelle Rezension von: mabo63Im Jahr 1945 gingen unsere Eltern fort und ließen uns in der Obhut zweier Männer zurück, die möglicherweise Kriminelle waren"
Nachkriegszeit in London. Die von der Mutter verlassenen Kinder Nathdaniel und Rachel bleiben im Haus zurück und kommen unter den Schutz zwielichtiger Gestalten namens Boxer oder Falter.. "Das Haus wirkte eher wie ein nächtlicher Zoo, mit Maulwürfen und Dohlen und allen möglichen herumtapsenden Tieren, die zufällig Schachspieler waren.“ Der Boxer wird zu einer Art Vaterfigur für den Jungen. Er zieht ihn in die aufregende nächtliche Abenteuerwelt seiner lichtscheuen Geschäfte hinein, darunter Sprengstoff-Transport und Schmuggel von Windhunden für illegale Hunderennen.
Der erste Teil des Buches in dem noch alles unklar erscheint fand ich sehr aufregend und spannend.
Das neblige London, keiner traut dem andern, die nächtlichen gefährlichen Fahrten mit dem Boot auf der Themse, beschrieben aus der Sicht des Jungen, das hat mich richtig reingezogen.
Nicht so gelungen fand ich den letzten Drittel des Buches, zuviele Personen werden in den Plot geführt und schaden eher dem Roman.
- Michael Ondaatje
Katzentisch
(65)Aktuelle Rezension von: lesezeitmitmamaMichael, auch Mynah genannt begibt sich in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts auf eine Schiffreise. Die Überfahrt von Colombo, Sri Lanka nach London, England dauert drei Wochen - genügend Zeit also um mit seinen Freunden Cassius und Ramadhin unzählige Abenteuer zu erleben...
Das Buch "Katzentisch" besteht primär aus Beschreibungen der Passagiere und ihren Geheimnissen, sowie deren Zeitvertreib bis zur Ankunft in London. Die Geschichte selbst war sehr langatmig und konnte mich nicht fesseln.
Die Aktion "Eine STADT. Ein BUCH." bietet die einmalige Gelegenheit auf Bücher aufmerksam zu werden, die man höchstwahrscheinlich nicht lesen würde. Bedauerlicherweise hat auch dieser Roman nicht meinen Geschmack getroffen (wie bereits das Buch "Letzte Nacht" von Stewart O'Nan).
Eine Geschichte, die sich in endlosen Beschreibungen verliert und mich ziemlich rasch ermüden ließ.
- Elan Mastai
Die beste meiner Welten
(23)Aktuelle Rezension von: annalenadielEs gibt Bücher, bei denen hat man keine Ahnung, wo sie einen hinführen werden - aber sie sind so gut, dass man sich bereitwillig an die Hand nehmen und sich ins Ungewisse führen lässt. Dieses Buch gehört dazu und ich habe jede Sekunde dieser Reise genossen.
- Lawrence Hill
Ich habe einen Namen
(40)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeAminata ist elf Jahre alt, als sie ihrer zufriedenen Kindheit in Afrika entrissen wird und entführt und als Sklavin nach South Carolina gebracht und verkauft wird. Nie vergisst sie ihre Herkunft, nie ihre Heimat. Sie versucht zu lernen, was zu lernen ist, zu überleben und einen Weg in die Heimat zu finden. Aber am Ende geht es um so viel mehr.
Zu lesen, wie grausam Menschen gegenüber anderen Menschen sein können, mit dem Wissen, dass Aminatas Geschichte nur eine von unendlich Vielen ist, macht dieses Buch um so beeindruckender. Denn während die elfjährige Aminata dank ihrer Jugend die Überfahrt in die Sklaverei überlebt, ist es später ihr Wille und ihre Intelligenz, die sie stetig wachsen lässt, den Horror ertragen, ihm zu entrinnen und ihm gar die Stirn zu bieten. Aminata entwickelt sich über die Jahre zu einer starken Persönlichkeit, die immer wieder eintritt um anderen zu helfen. Dem Autor gelingt es punktgenau Aminatas Entwicklung aufzubauen, den richtigen Ton beim Erzählen zu treffen und die Stärke seiner Protagonistin wirken zu lassen. Schon nach kurzer Zeit mag der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand nehmen, ist beeindruckt, noch während er sich vor Abscheu schüttelt.
Mein Fazit: Im Rahmen einer Lesegruppe bin ich nur zufällig über das Buch gestolpert und konnte es von Anfang an kaum noch aus der Hand legen. Ich kann nur Jedem empfehlen, sich die Muße für dieses rundum stimmige, beeindruckende, erschreckende und deutliche Werk zu nehmen. Warum haben wir solche Bücher nicht in der Schule gelesen?
- Tom Rachman
Die Gesichter
(79)Aktuelle Rezension von: wandablueCharles Bavinsky betet seit seiner Kindheit seinen berühmten Vater an, der ein Künstlerdasein führt, wie man es sich vorstellt. Frauen überall, Kinder überall, Verantwortung für nichts übernehmend. Komisch, dass er nicht in Paris lebte, wo der Bohemien zuhause gewesen ist. Aber nein, Baer Bavinsky lebt in New York, in Italien, in Frankreich, wo er ein Ferienhaus in einer abgelegenen Gegend besitzt und sich ein guter Teil der Handlung abspielt. Aber das sind schon Einzelheiten.
In „Die Gesichter“ zeigt Tom Rachman Abhängigkeiten auf. Es ist nie leicht, Kind einer Berühmtheit zu sein. Man wird immer an der Celebrity gemessen, schwer ist es, aus dessen Schatten zu treten. Charles Bavinsky gelingt dies nicht nur nicht, er will es auch nicht. Mit Bravour und mancher Volte gelingt es Rachman das Leben eines Mannes zu zeigen, der schwer Zugang zu sich selbst findet, da er sich nicht abgrenzen kann von seinem „Vorbild“. Doch Baer Bavinsky ist leider ein durch und durch egozentrischer Mensch, der zerstört, was sich in seinem Umfeld befindet; Charles durchschaut dies freilich nicht. Und dann ist es zu spät.
Der Kommentar und das Leseerlebnis:
„Die Gesichter“ ist ein faszinierender Roman über eine Verblendung, die jahrzehntelang anhält. Die vielen Facetten fataler psychischer Abhängigkeit, die von einer Überfigur ausgelöst wird, werden von Rachman in einer abwechslungsreichen Handlung präsentiert. Es ist schwer zu ertragen, wie und dass Charles Bavinsky sich nicht von seinem Vaterbild lösen kann. Ein Leben lang will er nur die Anerkennung des Vaters, alles andere ist ihm eigentlich egal. Auch wenn Rachman die Sehnsucht nach Anerkennung durch den Vater in einen Künstlerroman packt, ist das Problem doch ein modernes und allgemeingültiges und dürfte vielen Menschen bekannt sein.Schließlich findet Charles Bavinsky doch noch einen für ihn gangbaren Weg, sich zu behaupten und seine Künstlerseele zu nähren und zu retten, doch moralische Skrupel machen ihn fertig.
Fazit: Was ich soll ich sagen? Ein Rachman eben. Mausert sich allmählich zu einem Lieblingsautor. Nicht nur seine Hauptfiguren, auch die Nebendarsteller haben Gesicht, Charakter und Kontur.
Kategorie: Anspruchsvolle Literatur
Verlag dtv, 2018 - Andrew Kaufman
Geborene Freaks
(19)Aktuelle Rezension von: Jessica-buchmomentLeider konnte mich dieses Buch nicht wirklich überzeugen. Die fünf Geschwister erhielten bei ihrer Geburt von ihrer Großmutter jeweils eine spezielle Gabe. Als die Großmutter im Sterben liegt, ist es ihr letzter Wunsch, diese Gabe wieder von ihren Enkelkindern zu nehmen, damit diese ein normales Leben führen können. Diesen Wunsch teilt die Großmutter – auch „der Hai“ genannt, Angie mit, als diese sie im Krankenhaus besucht.
Angie macht sich sodann auf den Weg, ihre Geschwister davon zu überzeugen, mit ihr ins Krankenhaus zu kommen, damit alle fünf Geschwister am Bett der Großmutter versammelt sind, sobald diese sterben muss und so handelt dieses Buch insgesamt dann von einer Familienzusammenführung der etwas anderen Art.
Mich konnte dieses Buch nicht überzeugen, da es mir irgendwie einfach zu wirr und zu freakig ist. Nicht alle der Geschwister scheinen unbedingt gut aufeinander zu sprechen zu sein, jedoch wird nicht so ganz aufgeklärt, warum dies so ist. Die Hintergründe werden zwar etwas angerissen, kommen aber einfach zu kurz.
Auch die Kategorisierung in den Bereich Humor ist für mich nicht so recht nachvollziehbar. Ich wüsste jetzt zwar auch nicht, welche Bezeichnung so richtig passend ist, aber besonders lustig fand ich es jedenfalls nicht. Vielleicht geht dieser Humor auch einfach nur weit an meinem vorbei.
- Alexi Zentner
Die Hummerkönige
(77)Aktuelle Rezension von: taonoui
Die Geschichte schippert am Anfang etwas vor sich hin, nimmt dann jedoch immer mehr Fahrt auf, um dann am Schluß mit einer fulminaten Explosion zu Enden.
Auch wenn die Geschichte anfangs etwas unaufgeregt ist, ist sie alles andere als langweilig und zieht einen von Beginn an in den Bann. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen.
Mir hat vor allem die Andeutungen vom magischen und mystischen, das die Insel, das Meer und die Familie umgibt sehr gut gefallen. Diese geben der Geschichte einen kleinen Schlenker in die Fantasiewelt, bleiben aber so leicht, das die Geschichte nichts reales verliert. Eine Geschichte über die Welt der Hummerfischerei und vielen persönlichen Tragödien und auch Freuden. - Daniel Griffin
Rettung
(4)Aktuelle Rezension von: reneeAm Anfang des Buches "Rettung" von Daniel Griffin dachte ich, das wird ein Drei Punkte Buch, so ein paar nette Gedanken zum Thema Umweltschutz und gut, aber nein, ich sollte eines Besseren belehrt werden, je mehr ich las, desto mehr entwickelte sich ein ganz starker Sog. Die Art und Weise wie die verschiedenen Charaktere mit diesem Thema umgehen und auch die Art wie die Gattung Mensch gezeichnet wird, hat schon etwas besonderes und mich in den Bann ziehendes. Und auch die Sprache hat etwas, nicht unbedingt Poesie, aber es wird viel mitgeteilt/gesagt/wieder gespiegelt.
Zum Inhalt: Im Westen Kanadas, auf Vancouver Island gab es 1993 Proteste unter Mitwirkung von Greenpeace gegen die Abholzung, und das geschah in der realen Welt. Der Autor macht mit seinem Roman eine Fiktion daraus. Ein Roman, der zu Zeiten der Proteste im Hambacher Forst, vielleicht noch einen ganz anderen Hintergrund findet. Ebenso wie im Heute ist auch im Roman die Wirtschaft/Holzindustrie mit der Politik gemeinsam an der Abholzung/am gemeinsamen Gewinn interessiert. Auf die Ressourcen unserer Erde wird dabei weniger geschaut. Wichtig ist nur der Mammon/der Profit/das Wachstum. Naturschützer kämpfen dagegen an, machen Aktionen/Demonstrationen und bemerken irgendwann die Sinnlosigkeit ihres Handelns. Weil es sowieso alles nur so weiter geht, ohne irgendeine Veränderung, ihre Demonstrationen nichts nützen, bzw. nie jemanden, der die Macht hat etwas zu verändern, interessieren. Und vier junge Naturschützer geraten über die Wut darüber auf den falschen Weg, werden militant, planen Anschläge. Und es geschieht das Unfassbare, dass was nicht geschehen sollte, ein Mensch wird schwer verletzt. Die vier jungen Umweltschützer geraten in eine Ausnahmesituation und jeder geht auf seine Art damit um. Es wird der Mensch geschildert, in all seinen Facetten, und das für mich in einer sehr wahrheitsgetreuen Art und Weise.
Und man kommt selbst ins Grübeln. Wo steht man selbst? Diese ganze Ausbeutung unserer Welt, es ist leicht sich darüber zu echauffieren und zu schimpfen. Aber wenn man sich wirklich ehrlich Gedanken macht. … Wo steht man selbst? Als Konsument in unserer westlichen Welt, die sich wirtschaftlich versucht über den Rest der Welt zu stellen, wirtschaftliche Macht zu haben über die Anderen und die Ressourcen unserer Erde. Als Konsumenten tragen wir doch das Ganze mit, oder? Das Verschwinden unserer Ressourcen/das Verdrecken unseres Planeten/die Klimaveränderung/die weitere Ausbeutung der wirtschaftlich Schwächeren/die Flüchtlingsströme, all das erwächst auch aus unser aller Handeln. Und ich glaube nicht, dass eine Änderung des eigenen Konsumverhaltens allein ausreicht. Es hilft definitiv, keine Frage. Aber da würden glaube ich insgesamt nur noch sehr weit greifende Veränderungen in der ganzen Welt helfen. Und eine Sicht auf das WIR bei allen Menschen der Erde. Aber politisch sieht es ja in weiten Teilen der Welt nicht so aus, leider.
Sich der Gesellschaft zu entziehen und ein Aussteigerdasein zu führen. Hätte ich die Kraft dazu? Ich weiß nicht, bzw. ich will das eigentlich gar nicht. Dazu liebe ich den Komfort und auch gewisse Sicherheiten viel zu sehr.
Und noch etwas. Nicht das Jemand auf den Gedanken kommt, hier geht es um Lösungen zum Thema Verschwendung unserer Ressourcen. Nein. Das Hauptthema ist wie die Betroffenen damit umgehen, mit einer Situation klarzukommen, in die sie nie wollten. Und dieses Thema wurde gut umrissen. - Jacques Poulin
Volkswagen Blues
(42)Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-PapeAmerikanische Franzosen oder französisches Amerika
Es ist ein langer Weg. Und es ist eine Art zu Reisen, die in der Regel eher jungen Leuten mit Abenteuerlust zugeschrieben wird und nicht mittelalten Schriftsellern, wie Jack es ist.
Mit einem alten VW „Bulli“ ist er auf Fahrt. Auf der Suche. Nach seinem Bruder, von dem wenig mehr aktuell geblieben ist als eine alte Postkarte.
Es beginnt in Gaspé, genauer in der Meeresbucht etwas außerhalb des kleinen Ortes.
„Vor der Abfahrt prüfte er wie immer drei Dinge: dem Ölstand, das Eis im Kühlschrank und den Keilriemen des Lüfterrads.
„Der VW war uralt und verrostet, aber der Motor lief bestens“. Was sogar die Heizung im Bulli angeht, wo der Kenner weiß, dass nicht wenige der alten Camping Gefährte Probleme mit den Heizbirnen haben.
Aber um den Wagen muss man sich erstmal keine Sorgen machen. Alt aber zuverlässig, wenn man gewisse Regeln beachtet. Mit hochklappbarem Dach versehen und gemütlich.
Eine Fahrt, auf der Jack nicht lange, eigentlich nur zwei Seiten zu Beginn der Lektüre, alleine bleibt. Ein junges Mädchen in Begleitung einer Katze steigt ein. Eigentlich nur für fünf Kilometer in die Stadt, aber auch das wird anders werden, als was sich Jack eigentlich vorgenommen hatte.
Wie das junge Mädchen, so ist die Fahrt mit verschiedenen Begegnungen versehen, kreuz und quer durch den Nordamerikanischen Kontinent und damit kreuz und quer durch die Zeit, durch die Traditionen, die Klischees, die Träume und Visionen ebenso, wie durch abgehalfterte Realitäten und Menschen mit je eigener Geschichte, die Spuren hinterlassen hat.
Und allmählich schält sich ein roter Faden der Erzählung heraus. Jack, der Bulli , die Katze und das Mädchen finden Spur um Spur längst vergangener Zeiten. Zeiten der Gewalt gegen Indianer, Zeiten der französischen Dominanz in verschiedenen Gebieten, die eine Spur der Verwüstung damals hinterlassen, die in der Gegenwart mehr als nur zu ahnen noch ist.
„Das „Feld“, wie sie es nannten, war eigentlich nur eine von Grasbüschelnd bewachsene Brachfläche hinter dem Trailer Park. Der Kater streunte dort gerne herum. Offenbar hatte er nicht sehr viel übrig für Asphalt“.
Vielleicht auch nicht viel über für die Trostlosigkeit, die an manchen Stellen dem Land wie ein Geruch aus den Poren dringt in anonymen und verwahrlosenden Trailerparks genauso, wie im latent Gewaltgeschwängerten Chicago.
Und doch bietet diese Kulisse an Landschaften, Schönheit und Hässlichkeit, Moderne Erfolge und längst versiegte Träume den Hintergrund für nicht nur eine „Reise zu sich selbst“, die auch Leser außerhalb Amerikas an ihre Träume und die Veränderungen der Welt im Lauf der Jahrzehnte erinnert mitsamt der Frage, was das eigentlich ist, die eigene Person. Wie man so geworden ist, wie man ist und ob es einen Ausgang hinein in erfülltere und glücklichere Zeiten hingeben kann. Es ist dabei nicht unerheblich, dass Jack genau 40 Jahre alt geworden ist. Halbzeit im Leben quasi. Und Zeit für das eigene Erwachsenwerden, was in diesem Werk heißt, sich auf die Reise zu vielen orten hin zu begeben und am Ende darauf zu achten, ob und was all die Begegnungen innerlich auslösen.
Ein „privaten Talk“ mit einer „nackten Frau“, auch wenn dieser nur einen Dollar kostet, wird da nicht sonderlich hilfreich sein. Außer einen schalen Geschmack zurückzulassen.
In kurzen Kapiteln und sehr flüssig im Stil zieht Pulin den Leser unentwegt tiefer in die Persönlichkeiten und Lebensgeschichten seiner Protagonisten herein und bietet so am Ende eine wunderbare Lektüre über das Leben selbst und die große Reise, die dieses an sich darstellt.
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