Bücher mit dem Tag "kanon"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kanon" gekennzeichnet haben.

60 Bücher

  1. Cover des Buches Das Lied der Dunkelheit (ISBN: 9783453524767)
    Peter V. Brett

    Das Lied der Dunkelheit

     (1.123)
    Aktuelle Rezension von: Leak

    Im Prinzip erhält man hier 3 Geschichten und so ist auch das Lesegefühl: Hin und her. Das Buch ist zwar ziemlich aufgeräumt und ich wüsste nicht, wie man es besser machen könnte, aber immer, wenn ich dann wieder drin war und mitgefiebert habe, gab es wieder diesen Schwenk zur nächsten Geschichte. Zwar konnte ich es nicht erwarten, die Geschichte weiterzulesen, zu der Geschwenkt wurde, ich hätte aber gerade doch lieber die andere Geschichte weitergelesen. Und so ging es mir ständig.

    Lesenswert ist es dennoch und die Geschichte(n) könnte(n) auch durchaus mit dem Ende dieses Buches enden, wenn man kein weiteres aus der Reihe mehr lesen möchte.

  2. Cover des Buches Das Flüstern der Nacht (ISBN: 9783453526112)
    Peter V. Brett

    Das Flüstern der Nacht

     (583)
    Aktuelle Rezension von: Magdalena_Efrt

    Der zweite Band startet überraschend, aber unheilverkündend: Der Leser lernt eine neue Dimension der Dämonen kennen: Horcling-Prinzen treten auf den Plan.

    Dann erstreckt sich der erste Teil über Jardirs Kindheit und seinen Aufstieg in Krasia. Krasia, seine Bewohner und Sitten erscheinen mir auch im zweiten Band fremd, obwohl man sehr viel über Sitten und Gebräuche der Wüstenspeerbewohner erfährt. 

    Erzählerisch geschickt gelingt es Brett, dass einem der Anführer dieses Volkes fast sympathisch erscheint, man sogar ein wenig mit ihm mitfiebert, obwohl er gegen Ende des ersten Bandes, alle Sympathiepunkte eingebüßt hatte. Teile seiner Kindheit und Ausbildung werden als Rückblick erzählt, während Jardir in der Gegenwart bereits in Thesa für Unruhe sorgt.

    Die rückblickend erzählte Geschichte knüpft geschickt an der Begegnung mit Arlen an und beleuchtet die Ereignisse aus dem ersten Band noch einmal in einem anderen Licht.

    Dann geht es im zweiten Teil des Buches direkt da weiter, wo der erste Band geendet hat: bei der Geschichte um Arlen, Leesha und Rojer. 

    Mit Renna sehen wir auch eine alte Bekannte wieder und werden zurück in Arlens Heimat aus Kindertagen entführt. Überhaupt dominieren im zweiten Teil die Begegnungen mit frühreren Figuren, die ich schon als Beiwerk abgeschrieben hatte und wir besuchen mit Leesha, Arlen und Co alte Schauplätze und treffen auf alte Bekannte.

    Erzähltechnisch ist 'Das Flüstern der Nacht' geschickt aufgebaut. Handlungsmäßig fehlen mir bis zum Ende hin jedoch die großen Höhepunkte. Gefühlt läuft für die Helden alles viel zu einfach, ihnen gelingt alles und sie lernen sehr schnell.

    Trotzdem verheißt das Ende, dass es noch spannend werden wird im Kampf gegen die Dämonen. Und immerhin steht ja noch das Wiedersehen zwischen den beiden Erlösern aus.

  3. Cover des Buches Die Flammen der Dämmerung (ISBN: 9783453524743)
    Peter V. Brett

    Die Flammen der Dämmerung

     (384)
    Aktuelle Rezension von: Maylaa

    Nachdem ich die ersten beiden Bücher regelrecht verschlungen habe, war ich richtig enttäuscht von Band 3. Zwischendurch war ich wirklich versucht, es abzubrechen und jetzt am Ende bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich die Reihe weiterlesen will. Vorsicht Spoiler! ;)
    Negativ:
    Während ich Jardir's Rückblick im letzten Buch sehr spannend fand und mir der Charakter seitdem auch mehr ans Herz gewachsen ist, fand ich Inevera's Geschichte nun einfach überflüssig. In ihrer Story gab es nichts, was einen irgendwie überrascht hätte, auch wenn man ein bisschen mehr über ihre Motivation erfährt, warum sie Jardir zum Erlöser machen will. Wobei ihre Motive auch nicht wirklich tiefgründig sind, was schade ist, da ich Inevera sehr interessant fand, da sie immer etwas mysteriöses, geheimnisvolle hatte. Bis Band 3 jedenfalls, denn nun wissen wir quasi alles von der Frau.
    Aber nicht nur das - die ganze Story entwickelt sich quasi bis zum Ende nicht weiter, die Charakter verhalten sich komisch und die Bewohner aus dem Tal sagen nur noch "Ay" anstatt "Ja". Sogar bei der Hochzeit von Arlen und Renna kann diese nur mit "Ay" antworten. Ist das überhaupt rechtsgültig? :D
    Außerdem hat mich Rojer extrem genervt, den ich eigentlich von den drei "Nordlingen" am liebsten mochte, da er nie ein Blatt vor den Mund genommen hat und Leesha auch mal seine Meinung sagen konnte. Abgesehen von seinem musikalischen Talent ist seine Entwicklung nun irgendwie stehen geblieben und er verhält sich nun hauptsächlich unreif und respektlos. Ich verstehe auch nicht ganz, wie Jardir seine Töchter an diesen Hampelmann gibt. Ja, er hat hat einzigartige Fähigkeiten mit seiner Fiedel, aber, aber... Und dann lässt er die Prinzessinnen auch noch im Gasthaus wohnen. Er verhält sich ihnen gegenüber unmöglich, teilweise respektlos und "zwingt" sie sozusagen, bei seiner Show mitzumachen. Nach so einer Demütigung hätte ich es verstanden, wenn die beiden Frauen ihm das so richtig heimgezahlt hätten (und damit meine ich etwas schlimmeres als dieses Abhörgerät in seiner Fiedel) und ich hatte eigentlich sogar mit einer Racheaktion gerechnet.
    Die allnächtlichen Dämonenkämpfe an sich haben auch ihren Reiz verloren, da man die Horclinge nun immer leichter niedermachen kann - es ist fast schon ein unfairer Kampf. Mal abgesehen natürlich von den Horcling-Prinzen.
    Es gibt noch andere Dinge, die ich erwähnen könnte, z.B, dass ich zwischendurch das Gefühl hatte plötzlich in einem Erotik-Fantasy-Buch gefangen zu sein; aber am meisten gestört haben mich die erwähnten Punkte.
    Positiv:
    Gegen Ende hin (die letzten 200 Seiten) kam dann doch Spannung auf, da die Handlung plötzlich eingesetzt hat, während sie vorher quasi stehen geblieben war. Gut gefallen haben mir auch die Abschnitte mit Abban's Sicht der Dinge und was er so ausheckt...
    Auch dass die Krasianerinnen nun langsam anfangen, sich zu emanzipieren, finde ich eine gute Entwicklung. Das sind auch die Gründe, weshalb ich das Buch nicht ganz abwerte und der Reihe vielleicht doch noch eine letzte Chance gebe. 

  4. Cover des Buches Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (ISBN: 9783596510979)
    Milan Kundera

    Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

     (1.128)
    Aktuelle Rezension von: Novella_Romana

    In Anbetracht der Tatsache, dass Geschichten mit ihren Figuren stehen und fallen, kann man diesem Roman nur 5 Sterne geben. Er ist sehr poetisch gechrieben und gespickt mit sinnvollen Weisheiten und Reflexionen. Zwar wird er für meinen Geschmack gegen Ende hin zu politisch, eine solche subjektive Empfindung zieht ihm aber bestimmt keinen Stern ab.

  5. Cover des Buches Good Night Stories for Rebel Girls (ISBN: 9783446256903)
    Elena Favilli

    Good Night Stories for Rebel Girls

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwandlerin

    ÜBER DAS BUCH

    Frauen sind still, brav und angepasst? In einer (besordniserregenden!) Menge von Büchern vielleicht schon, aber gewiss nicht in diesem.

    Im Buch werden 100 Frauen vorgestellt, die sich nicht mit der Rolle begnügen wollten, welche die Gesellschaft ihnen vorgegeben hat. Ob als Künstlerin, Bürgerrechtsaktivistin oder Piratin - die Frauen, die in diesem Buch auf je einer Text- und Bildseite vorgestellt werden, haben ihr Schicksal in die eigene Hand genommen.

    Der Schreibstil ist daher eher erzählerisch/märchenhaft - das Buch ist also kein Lexikon, sondern eine Art lose Sammlung inspirierender Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen.


    MEINE MEINUNG

    Auch als Erwachsene ist das Buch spannend, unterhaltsam und inspirierend. Von vielen der Frauen hatte ich vorher noch nie gehört - und habe auch im Nachgang durch zusätzliche Recherchen noch einiges gelernt. Das Buch weckt auf jeden Fall Neugierde!

    Der Schreibstil ist anschaulich und kindgerecht, ohne dass auf Fachwörtern oder Jahreszahlen herumgeritten wird. Der historische Kontext wird so umrissen, dass auch für Kinder ohne viel historisches Vorwissen verständlich ist, was die Herausforderung war, der sich die jeweilige Frau entgegengestellt hat. Die bunten Bilder - von verschiedenen Künstlerinnen weltweit gestaltet - machen die Geschichten noch anschaulicher. 

    Auch wenn das Buch "...for rebel girls" heißt, finde ich es nicht nur auch für Erwachsene spannend sondern definitiv auch für Jungs!! Die Ansprache und Aufmachung ist in keiner Weise "gegendert".

    In einigen Rezensionen wird die Auswahl der Frauen kritisiert. Im Buch werden nämlich Frauen vorgestellt, die dafür gekämpft haben, ihren eigenen und von ihnen selber gestalteten Weg zu gehen - sei er nun moralisch vorbildhaft (z.B. berühmte Ärztinnen) oder moralisch sehr zweifelhaft (z.B. mächtige Piratinnen). Ich verstehe die Kritik, finde diese Auswahl aber durchaus konsequent. Es geht im Buch darum zu zeigen, dass Frauen/Mädchen eben nicht nur angepasst und lieb sind. Und das bedeutet eben auch, dass sie genau wie Männer nicht nur durch "Gutes-Tun" berühmt werden können, sondern auch, indem sie Macht, Reichtümer oder kriegerische Fähigkeiten erlangen. Mit einem Kind würde ich dennoch die Implikationen von dieser Art des Ruhms kritisch diskutieren. 


    Insgesamt bleibt es aber ein inspirierendes Buch für Jung und Alt, Mädchen wie Jungs, das einem lautstark sagt: Egal, was dein Ausgangspunkt im Leben ist, du kannst deinen Weg finden; du kannst Dinge verändern; du kannst deine Träume verwirklichen; du kannst Einfluss nehmen auf dein Schicksal und das Schicksal anderer. 

    Und für diese Borschaft lohnt sich das Lesen allemal, finde ich.


  6. Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518188033)
    Max Frisch

    Homo faber

     (3.235)
    Aktuelle Rezension von: nicekingandqueen

    Ekelhaft. Mehr fällt mir kaum zu den Erinnerungen aus meiner Schulzeit ein. Warum ist solch ein groteskes Werk zum Standardprogramm jedes Schülers geworden?! Was stimmt mit dem Schulministerium nur alles nicht?!

  7. Cover des Buches Die Bibel. Altes und Neues Testament (ISBN: 9783451280009)

    Die Bibel. Altes und Neues Testament

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    Im Religionsunterricht in der Schule wurden wir gezwungen, uns mit der Bibel (Hl. Schrift) auseinanderzusetzen und die einzelnen Kapitel zu lesen. Wie wenig hat uns damals das alte Testament interessiert? So wenig wie Alexander der Große oder Echnaton im Geschichtsunterricht. Erst später wurde ich dankbar für diese, in der Schule ungeliebte Lektüre. Erst als ich erwachsen wurde, über den eigenen Tellerrand hinaus blicken konnte und die Hl. Schrift anfing zu verstehen, eröffnete sich mir eine unendliche Weite. Natürlich gibt es genügend ältere Menschen, die das Buch die "Bibel" noch immer nicht verstehen - sich weigern, darauf einzulassen.

    Man kann die Hl. Schrift nicht lesen wie einen Roman. Auf der ersten Seite anfangen, abarbeiten, auf der letzten Seite aufhören und  sagen, ich habe das Buch der Bücher gelesen. Dies ist kein Buch das man suchen muss, die Bibel sucht und findet ihre Leser von selbst. Es ist wohl auch kein Zufall, dass in den USA, in jedem M/Hotelzimmer  ein Exemplar in einer Nachttischschublade liegt. Wer schon öfters dort in Hotels/Motels unterwegs war und die dortige Bibel in Händen hielt weiß, dass sie von Übernachtungsgästen gelesen wird. Man sieht es den Seiten an. 

    Was ist an der Bibel, dass sie solche unterschiedlichen Reaktionen hervorruft, angefangen von Begeisterung bis hin zur Verteufelung und der Bezeichnung als "Märchenbuch"? Auf jeden Fall beunruhigt die Hl. Schrift die Gegner des christlichen Glaubens. Warum wohl? Lesen sie Dinge, die sie nicht lesen wollen weil es einen Nerv in ihrem Innersten trifft, den sie nicht getroffen haben wollen?

    In der Bibel wird Geschichtliches mit Überlieferung gepaart. Dass die Welt nicht in unserer Zeitrechnung von 7 Tagen erschaffen wurde, dürfte jedem klar sein. Man sagt, dass wir uns noch immer im 7. Tag befinden. Der 7. Tag, an dem Gott ruht. Mit dieser Auslegung wird vieles, was auf der Welt geschieht verständlich.

    Man unterscheidet erst einmal grob in "Das Alte Testament" und in "Das neue Testament". Geschichtliches wurde mit Überlieferungen gepaart. Zudem gibt es unterschiedliche Übersetzungen.

    Die Bibel erklären vermag ich nicht. Das können Priester, Religionswissenschaftler viel besser. Ich möchte mich auf 2 Beispiele von sehr vielen beschränken: Das Buch "Hiob" hat  in meinen Augen noch heute eine tiefe Bedeutung in unser aller Leben. Wer den Bibeltext Hiob in seiner Sprache nicht versteht - vielleicht weil die Übersetzung nicht zeitgemäß erscheint - sollte vielleicht einmal das Buch "Hiob" von Joseph Roth lesen, das in einer neueren Zeit spielt. Danach dürfte man auch da Buch "Hiob"  der Bibel verstehen. Manchmal bedarf es einer Hilfestellung.

    Oder eine meiner liebsten Passagen, das Buch "Kohelet". Das ist eine Schrift für Erwachsene. "Alles hat seine Zeit. Es gibt eine Zeit für......". Das dürfte wohl jeder Leser schon einmal gehört haben und auch verstehen. Man wundert sich, wieviele Zitate oder Sprüche unserer Umgangssprache biblichen Ursprungs sind.

    Ich kann nur jedem empfehlen, sich auf die Hl. Schrift einzulassen und sich suchen zu lassen. Dann hat einem die Bibel auch noch in der heutigen, modernen Zeit, sehr viel zu sagen - mehr als viele der auf dem Markt befindlichen Lebensratgeber. 
  8. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499267673)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (948)
    Aktuelle Rezension von: Kristin_Huber

    Ein Standardwerk mit wunderschön pochenden Satzkonstruktionen die nur Hemingway so hingebracht hat. Mich verzaubert die Geschichte des Fischers Santiago immer wieder aufs Neue.

  9. Cover des Buches Demian (ISBN: 9783518463536)
    Hermann Hesse

    Demian

     (585)
    Aktuelle Rezension von: Elbenwind

    Der Ich-Erzähler Emil Sinclair reflektiert prägende Momente seiner Kindheit und Jugend. Er beginnt mit dem Erlebnis, als er im Alter von 10 Jahren durch einen älteren Jungen erpresst wird, nachdem er vorgegeben hat an einem Apfeldiebstahl beteiligt gewesen zu sein.

    Erst der Schüler Max Demian befreit ihn aus dieser über Wochen dauernden Tortur. Ab diesem Zeitpunkt tritt Demian immer wieder in Sinclairs Leben und scheint ihn und sein Denken in eine bestimmte Richtung lenken zu wollen. 

    Das Hauptthema dieser Geschichte ist die Suche nach der Selbstverwirklichung. Man merkt, dass Hesse sich mit der damals neuen Psychoanalyse von Freud und Jung beschäftigt hat. Das Individuum und sein Platz in der Welt stehen im Mittelpunkt.
    Hesse arbeitet mit Symbolen („Der Vogel kämpft sich aus dem Ei“) und baut auch biblische Motive ein (Kain und Abel, Jakob Kampf mit dem Engel). 

    Es ist mein erstes Buch von Hermann Hesse. Spannend geschrieben ist es nicht wirklich, da die Geschichte sich eigentlich nur um Sinclair und dessen Selbstreflexion dreht. Es gibt wenig Nebenfiguren und auch die Handlung zielt auf nichts bestimmtes hin, außer Sinclairs Selbstfindung. In der Geschichte finden sich aber viele interessante Ideen und Interpretationsmöglichkeiten über die man lange brüten kann. 

    Zitate:

    „Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst.“
    [S.9, Suhrkamp]

    „Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bild etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.“
    [S.156, Suhrkamp]


  10. Cover des Buches Weltwissen der Siebenjährigen (ISBN: 9783442151752)
    Donata Elschenbroich

    Weltwissen der Siebenjährigen

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Ende der Neunziger Jahre hat Donata Elschenbroich, Expertin für Frühe Kindheit, Interviews mit Personen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten geführt und die Erkenntnisse daraus zu einem neuen „Bildungskanon“ zusammengefasst. Was sollte ein Kind in den ersten sieben Lebensjahren erlebt haben, können und wissen?
    Neben der Weltwissen-Liste werden einige der Interviews im Buch wiedergegeben, es folgend „Bildungsminiaturen“, die zeigen sollen, warum der Punkt auf der Liste ist, sowie Einblicke in den elementaren Erziehungsbereich anderer Länder wie USA, Großbritannien, Ungarn und Japan.

    Donata Elschenbroichs Buch ist vor mehr als zehn Jahren herausgekommen und somit sind Teile ihrer Ansichten schon wieder überholt. Sie bemüht sich, einen breiten „Bildungskanon“ vorzugeben, der nicht nur Fakten, sondern lebenspraktische, emotionale und kulturelle Bildung beinhaltet. Das ist löblich, denn Bildung umfasst nach pädagogischem Verständnis nicht nur Faktenwissen. Leider hatte ich immer das unterschwellige Gefühl, dass die Herausgeberin und auch die Interviewpartner, ihre natürlich subjektive Ansicht nicht verhehlen konnten, dass eben doch nur „Schul“bildung zählt und Erwachsene Kindern Wissen und Bildung vermitteln müssen a la „Nürnberger Trichter“. Wenn sie das heute anerkannte Konzept der „Selbstbildung“ von Kindern als „Heilslehre“ betitelt, hat das für mich einen negativen Beigeschmack, ebenso wie ihre eingeschränkte Sicht auf den Situationsansatz. Auch die hohe Selbstmordrate japanischer Schüler im nächsten Satz mit „harmlos“ zu beschreiben, ist mir aufgestoßen. Da zeigt sich meiner Meinung nach, dass Elschenbroich doch eine Pädagogin vom alten Schlag ist.

    Ich frage mich auch, an welche Zielgruppe das Buch gerichtet ist. Der Schreibstil ist sehr dröge und verkopft und dürfte für die meisten Eltern schnell frustrierend wirken. Außerdem wage ich zu behaupten, dass die Hälfte meiner Erzieherkollegen in meiner Einrichtung Vieles im Buch nicht verstehen (sorry, Leute).
    An Eltern gerichtet dürfte das Buch eher für Panik sorgen, dass ihr Kind Chancen verpasst, wenn es die Punkte der Weltwissen-Liste nicht erfüllt. Elschenbroich verpasst einfach, Beispiele zu geben, bzw. Eltern zu vermitteln, dass Zuwendung und breitgefächterte Aktivitäten mit Kindern diese bilden. Allerdings bilden sich Kinder selbst, das heißt, sie nehmen Dinge aus den Angeboten auf, die für sie wichtig sind, anderes wiederum nicht. Auch ein Besuch auf dem Spielplatz, freies Spiel untereinander oder das Klettern auf einen Baum ist Bildung. Vielen Eltern ist dies nicht bekannt, da Bildung=Schulwissen betrachtet wird und durch dieses Buch wird das auch nicht vermittelt.
    Andere wichtige Dinge, die Kinder für ihre weitere Entwicklung maßgeblich beeinflussen, wie das Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit erwähnt Elschenbroich mit keinem Wort. Stattdessen äußert sie sich lieber abfällig über Kindergärten in den USA oder träumt von einem „Orbis Sensualium Pictus“ wie das von Comenius aus dem 17. Jahrhundert, worüber sie ausführlich berichtet.

    Fazit: Als Ratgeber für Eltern ist das „Weltwissen der Siebenjährigen“ nicht zu gebrauchen, eher als wissenschaftliche Abhandlung. Vieles ist meiner Meinung nach zu subjektiv dargestellt und mittlerweile überholt.
  11. Cover des Buches Bildung (ISBN: 9783821839639)
    Dietrich Schwanitz

    Bildung

     (311)
    Aktuelle Rezension von: Caroline_Sesta

    Mir ist bekannt, dass Dietrich Schwanitz nicht wenige Kritiker hatte. Ich gehöre nicht dazu. Ich bin eine Bewunderin von ihm. Und dieses Buch gehört für mich zu den Büchern, die ich immer wieder in die Hand nehme. Im Wunsch, etwas faktisch nachzuschlagen oder einfach nur im Wunsch, mich köstlich und niveauvoll zu amüsieren.

    Nur in einem möchte ich widersprechen: Dietrich Schwanitz spricht diejenigen unter uns an, die sich mit kulturellem Wissen bereichern wollen, wenn man sie nur ließe. Ich sage: Jeder ist Herr seiner selbst. Und eigenständig ist jeder von uns in der Lage, sich Wissen anzueignen.

    Welch ein Jammer, dass Dietrich Schwanitz nicht mehr lebt. Man stelle sich vor, es gäbe HIER eine Leserunde mit ihm ...

  12. Cover des Buches Solaris (ISBN: 9783518461310)
    Stanislaw Lem

    Solaris

     (295)
    Aktuelle Rezension von: Goldilocks

    Dieses Buch ist, wie der Titel der Rezension es auch sagt, etwas ganz anderes als ich normalerweise lese. Ich habe es in irgendeinem altem, verstaubtem Regal meiner Verwandten ausgegraben und wäre wahrscheinlich auch gar nicht neugierig geworden wenn es nicht vom Weltraum handeln würde. Denn Exoplaneten und Raumfahrten mag ich einfach sehr gerne. Dieses Buch sollte also einer meiner ersten Sci-Fi Romane werden (wenn man von Star Wars Fan-Fiction absieht).

    Tatsächlich ist dieses Buch 1961 erschienen, was man auch an der Sprache des Autors merkt. Die Idee für die Geschichte war mir selbst in ähnlicher Form, davor noch nie untergekommen. Es handelt von einem Planeten namens Solaris auf dem physikalische Gesetze anders funktionieren als man gewohnt ist. Die Menschen versuchen schon seit über einem Jahrhundert den Ozean der den ganzen Planeten bedeckt zu erforschen. Als der Wissenschaftler Kelvin auf der Raumstation eintrifft ist er noch nicht bereit für all das, was ihm wieder fahren wird.

    Am Anfang und auch während der Geschichte hatte ich keine Ahnung wie sie enden würde. Alles war möglich. Genauso wie auf Solaris alles möglich ist. Aber ich muss sagen, dass Ende hat mir gefallen. Ich fand es sehr passend und ein guter Abschluss.

    Insgesamt weiß ich nicht wirklich was ich von dem Buch halten soll. Es war verstörend, ein Bisschen spannend aber nicht direkt fesselnd. Insgesamt weiß ich nicht wirklich was ich von dem Buch halten soll. Es war verstörend, ein Bisschen spannend aber nicht direkt fesselnd. Man musste es nicht sofort weiterlesen aber Abschnitt für Abschnitt wollte man es dann doch beenden. Es passieren merkwürdige Dinge im Lauf der Geschichte und irgendwie hat es mich auch ein Bisschen an Schulliteratur erinnert. Teilweise war es auch anstrengend zu lesen da viel sehr genau beschrieben oder spekuliert wurde ohne die Handlung wirklich voran zu treiben. Ganz komische Mischung.

    Es war definitiv nicht schlecht. Nur irgendwie ist es sehr schwer zu beschreiben. Die Charaktere waren gut, manchmal gruselig, man wusste nicht was sie tuen werden, zum Teil nicht mal was sie empfinden. Mit der Solaris hat Stanislaw Lem wirklich eine Bühne geschaffen auf der alles möglich war. Auf einem fremden Planeten gibt es keine Gesetze und Regeln und das hat er ausgenutzt.

    Allem in allem gebe ich dem Buch vier von fünf Sternen. Das Buch steht ein Bisschen für sich, es gibt keinen Vergleich, deshalb fällt es mir schwer zu sagen wie viele Sterne es verdient hat. Drei oder fünf würden meiner Meinung nach genauso gut passen. Es nimmt einen mit auf eine ein Bisschen verstörende Reise die einen zum nachdenken bewegt.

  13. Cover des Buches Bibliomania (ISBN: 9783257237818)
    Christian Detoux

    Bibliomania

     (51)
    Aktuelle Rezension von: seschat
    Das 160 Seiten starke Buch von Steven Gilbar ist ein wahres Kleinod für alle Büchernarren bzw. Bücherfreunde. Obschon es bereits 2014 erschienen ist, hat es nichts an Aktualität und Faszination eingebüßt. Im Gegenteil, hier kann der passionierte Leser noch einiges Spannendes wie Wissenswertes rund ums Thema "Buch" erfahren, was nicht nur Statistikfans jubilieren lässt. 
    Inhaltlich wird viel und vor allem Fakten in Listenform geboten. Ob es nun um die Entstehung des ersten Buchs, die ältesten Bibliotheken, das schwerste Buch, schreibende Mediziner, Autorenpseudonyme, Nobelpreisträger, die ISBN oder bekannte Zitate oder Begriffe aus der Literatur- und Verlagswissenschaft geht, der Autor Steven Gilbar hat an wirklich alles gedacht und sich dabei nicht ausschließlich mit der deutschen Literaturszene beschäftigt, sondern auch die internationale Buchkultur berücksichtigt. 

    Mich hat Gilbars detailreiche sowie sehr gut lesbare Liebeserklärung an das immer noch aktuelle Medium Buch ab der ersten Zeile begeistern können. Allerdings sei auch verraten, dass ich selbst an Bibliomanie und -philie leide :-)

    FAZIT
    Ein faktenreiches Buch für Büchernarren, das sich schnell und mit Gewinn lesen lässt. PS: Der Untertitel ist Programm. 
  14. Cover des Buches Über den Staat (ISBN: 9783150074794)
    Marcus Tullius Cicero

    Über den Staat

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Izara - Sturmluft (ISBN: 9783522506489)
    Julia Dippel

    Izara - Sturmluft

     (367)
    Aktuelle Rezension von: Chrisi3006

    Acht Monate nach dem Ende von Band 02 und Ari kämpft immer noch damit, das Lucian und sein Zeichen verschwunden sind. Lizzy ist sogar bei Ari eingezogen, weil sie ihre beste Freundin nicht allein lassen will. In ihrer Verzweiflung begibt sich Ari auf einen Rachefeldzug um Lucians Mörder zu finden. Auch Lucians Vater hat sie auf dem Plan und als dieser ihr eine Brachion auf den Hals hetzt, wird klar, er hat etwas verschwiegen. Wird Ari hinter das Geheimnis kommen und was ist wirklich mit Lucian passiert.

    Ich war sehr froh, dass ich direkt weiterlesen konnte und nun muss ich auf Band 04 warten. Hoffentlich lässt uns die Autorin nicht zu lange warten, denn ich bin wahnsinnig gespannt,

  16. Cover des Buches Instituto oratoria X. Lehrbuch der Redekunst (ISBN: 9783150029565)
    Quintilianus

    Instituto oratoria X. Lehrbuch der Redekunst

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Ines_Mueller
    Das zehnte Lehrbuch der Redekunst (instituto oratoria) habe ich mir für eine Hausarbeit für das Fach Latein besorgt. Das Buch ist in den lateinischen Originaltext und eine Übersetzung eingeteilt. Diese Übersetzung war meiner Meinung nach sehr gut und vorallem gut verständlich, was bei vielen Übersetzungen von lateinischen Texten ins Deutsche leider nur sehr selten der Fall ist. Das Thema an sich hat mich allerdings überhaupt nicht interessiert und auch Quintilian hat nicht gerade sehr zur Besserung beigetragen, indem er seitenlang die besten und berühmtesten Redner beschrieben hat. Dies führte übrigens dazu, dass ich "Instituto Oratoria" nur überflogen habe und mir deshalb auch kaum etwas im Gedächtnis haften geblieben ist. Von mir gibt es zwei Sterne.
  17. Cover des Buches Reden (ISBN: 9783150062456)
    Gautama Buddha

    Reden

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Aicher
    Warum immer nur über den Buddhismus lesen? In diesem kleinen Büchlein kommt der große indische Meister selber zu Wort und man kann sich selber ein Urteil bilden über das, was er seine Schüler gelehrt hat.
  18. Cover des Buches Der romantische Egoist (ISBN: 9783548267104)
    Frédéric Beigbeder

    Der romantische Egoist

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    Sehr gute Unterhaltung Frederic Beigbeder hat einen Tagebuch-Roman mit seinem alter ego Oscar Dufresne als Antiheld geschrieben. Köstlich witzig, zynisch, bitterböse, dann wieder fast sentimental und vor allem mit vielen Weisheiten gespickt. Die Society Schicht, in der sich die Geschichte abspielt ist eigentlich unwichtig für den Genuss dieses Romans, auch das "name-dropping" ist nicht weiter tragisch, da man die meisten Namen eh kennt, auch wenn man nicht in Frankreich lebt. Musste auf jeder Seite mindestens 1 mal schmunzeln oder gar lachen. Ich denke, "Der romantische Egoist" wird besonders folgendem Leser gefallen: männlich 30 bis 40 Jahre alt/jung geschieden und vielleicht etwas beziehungsgestört (aber trotzdem insgeheim auf die grosse Liebe wartend) (etwas) zynisch veranlagt Fazit: keine große Literatur, aber sehr unterhaltsam.
  19. Cover des Buches Das Geheimnis des Da-Vinci-Code (ISBN: 9783492246309)
    Marie-France Etchegoin

    Das Geheimnis des Da-Vinci-Code

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Wer sich mit den Hintergründen zum Da-Vinci-Code befassen möchte, sollte sich unbedingt zuallererst dieses Werk zu Gemüte führen. Im humorvollen Umgang mit den Auswirkungen des Phänomens Dan Brown ist dieses Buch ebenso unübertroffen wie in der Detailtreue und Genauigkeit.
  20. Cover des Buches Die Bibel, Einheitsübersetzung (ISBN: 9783451189883)

    Die Bibel, Einheitsübersetzung

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Loanica

    Ich bin als Katholikin aufgezogen und noch heute inspirieren mich die Geschichten und Weisheiten der Bibel; auch wenn ich keiner Religion mehr angehöre. Ich bin einfach nur spirituell.


    Die Bibel wurde von Menschenhand geschrieben und es ist interessant, die Weisheiten und Denkweise der damaligen Autoren zu lesen. Es ist schon beeindruckend, wie Die Schrift - die vor tausenden Jahren geschrieben wurde - unsere heutige Gesellschaft immer noch prägt. Ob gläubig oder nicht - lesen sollte man die Bibel schon getan haben. Egal ob in der vereinfachten oder langen Form. Was ich von der Bibel bestätige ist, dass der Mensch von Gutem und Bösen unterscheiden kann. Da kann man ja mal daraus lernen, so als Einführung der Gut-und-Böse-Moral. Es ist auch wichtig, das Verständnis zu ergreifen, wie die Bibel immer noch in unserer heutigen Gesellschaft relevant ist. Es müssen auch historisch korrekte Sachen dabei sein. Ob wahr oder nicht - die Stories sind inspirierend und motivierend, an sich selbst und seiner Fähigkeiten zu glauben.

    Empfehlenswert wäre, dass ihr die Textstellen mit "Teufel" und "Gottesstrafe" ignoriert, weil das Universum uns liebt und das Universum und damit auch uns erschaffen hat aus Gründen. Und ja, ich glaube an eine höhere Macht, die das Universum erschaffen hat. Wer oder was es war, ist ein Rätsel.

    Was ich aus der Bibel wirklich glaube ist, dass der Mann namens Jesus existiert und als ein wirklich äußerst vorbildlicher Mensch gewirkt hat.
  21. Cover des Buches Das periodische System (ISBN: 9783423113342)
    Primo Levi

    Das periodische System

     (38)
    Aktuelle Rezension von: olgica
    In 21 Kapiteln, benannt nach chemischen Elementen, schildert der jüdische Wissenschaftler Primo Levi interessantes aus seinem Leben. Angefangen bei "Argon" mit seinen Vorfahren, die vermutlich im 16. Jahrhundert nach Italien kamen und dort Seide produzierten, über seine Zeit während des Zweiten Weltkrieges, bis zu seinem Werdegang als Wissenschaftler bezieht er sich auf chemische Elemente und schreibt dazu Erlebnisse und Geschichten die er damit verbindet. Nur zu zwei Elementen finden wir Geschichten, die nichts mit Levis Vergangenheit zu tun haben. Im Anhang befinden sich Anmerkungen zu besonderen Ausdrücken, Personen und Werken die im Laufe des Buches erwähnt werden. Zwischendurch sind immer wieder Chemische Elemente bebildert dargestellt. Dies fand ich als Chemielaie gut, weil im Text auch oft die Rede davon war, wie sich einzelne Verbindungen zusammensetzen und mir die Bilder dies verdeutlichten. Primo Levis Sprache ist sehr angenehm, ich war positiv überrascht von der Leichtigkeit mit der er erzählt. Auch wenn viele der Geschichten tatsächliche Erlebnisse des Autoren beinhalten, ist das Buch keine eigentliche Biografie. Es ist auch kein Chemiebuch, trotz der Erkenntnisse dieser Naturwissenschaft, die man bei der Lektüre gewinnt. Der Autor selbst sagte, dass es keine Autobiografie sei, "aber irgendwie Geschichte ist es doch"
  22. Cover des Buches Die Bertinis (ISBN: 9783939716761)
    Ralph Giordano

    Die Bertinis

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Ralph Giordano wurde 1923 in Hamburg geboren und starb 2014 in Köln. Sein Vater war Sohn eines Italieners und einer Deutschen, seine Mutter Jüdin. Besuch des Johanneums. Schulverweisung nach Erlass der Nürnberger Gesetze. Verfolgung. Folter. Flucht. Versteck. Mai 1945 Befreiung. 1946 Beginn der journalistischen Arbeit. Ab 1964 Fernsehdokumentationen für den Westdeutschen Rundfunk und den Sender Freies Berlin und das Erscheinen zahlreicher Reportagen, Essays und Erzählungen. (Klappentext)

    Inhalt (Klappentext):
    (...) Die Vorgeschichte beginnt Ende des letzten Jahrhunderts, die eigentliche Handlung setzt vor 1933 ein und führt in die ersten Nachkriegsjahre. Ihr Schauplatz: Hamburg - von den Elbvororten bis zum Stadtpark, von Barmbek im Norden bis zum Hafen im Süden, mit unvergesslichen, in den dramatischen Ablauf verwobenen Gestalten, Bildern, Situationen. Der Autor hat mit seiner Phantasie die Realität überhöht; es ist ihm gelungen, eine Zeit zurückzurufen, die mit überwältigender Macht in das Leben aller eingegriffen hat. Er hat das Geschehen und die Figuren frei gestaltet. (...)

    Es handelt sich hier um eine beeindruckende Familiensaga und sie wäre wirklich lesenswert, wenn es nicht diesen schwer zu lesenden sperrigen Schreibstil gäbe. Meist sind es ausufernde Sätze, die immer wieder ins Nebensächliche abschweifen und keinen Lesefluss zulassen. Ich musste mich regelrecht durch das Buch durchkämpfen. 
    Der Autor beschreibt eigene Erlebnisse in diesem Buch und hat sich die literarische Freiheit genommen, vieles zu verfremden, allerdings sind viele der Figuren so extrem dargestellt, dass sie fast wie Karikaturen wirken, vor allem die Mitglieder der Familie wirken so manches Mal wie ein Haufen Irrer. Die Geschichte an sich ist, obwohl leider in vielen Punkten wahr, schon für sich allein total irrwitzig, da hätte es diese Überhöhungen nicht gebraucht  und es  hat leider dazu geführt, dass das Buch viel von seiner Eindringlichkeit verliert.
    Ich habe gelesen, das Ralph Giordano 40 Jahre an diesem Buch geschrieben hat und kann mir gut vorstellen, dass er diese Verfremdung auch gebraucht hat, um besser mit diesen Erinnerungen umzugehen und klar zu kommen. Das ist aber nur eine Spekulation meinerseits.

    Fazit: 
    Inhaltlich top, aber der sperrige Schreibstil lässt keinen Lesefluss zu. Dieses Buch muss man sich erarbeiten. 

  23. Cover des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum (ISBN: 9783462031454)
    Heinrich Böll

    Die verlorene Ehre der Katharina Blum

     (820)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Ich schreibe wahrscheinlich nichts neues, wenn ich über die verlorene Ehre der Katharina Blum berichte, es ist schließlich Heinrich Bölls bekanntestes Werk.

    Der Einstieg in die Lektüre fiel mir nicht leicht. Man wird direkt mit reichlich Namen bombardiert in einem literarischen Szenario, das an Prozessakten erinnert. Abschnittweise wird die Vernehmung der Katharina Blum nacherzählt, die einem flüchtigen Verbrecher Hilfe geleistet hat dem Zugriff der Polizei zu entkommen. Den Mann lernte sie auf einer Feier kennen, nahm ihn mit nach Hause und verliebte sich Hals über Kopf nach einer gemeinsamen Nacht in ihn. Die Loyalität zu ihm zu halten ungeachtet des Verbrechens, das er begangen haben mag, wird ihr zum Verhängnis, als ein sensationsheischendes Tageblatt (im Buch nur die „ZEITUNG“ genannt) ihren Anteil an der Flucht nicht nur veröffentlicht, sondern ihr Privatleben auf eine pervers tatsachenverdrehende Weise ausschlachtet. Aus einer unbescholtenen, unscheinbaren Bürgerin wird dann eine Täterin, als ihr Hass auf den Verantwortlichen der verdrehten Berichterstattung sie dazu treibt den Journalisten der ZEITUNG zu töten.

    Interessant ist wie wenig sich an manchen Methoden seit 1974 geändert hat, als Böll das Buch veröffentlichte. Sein in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verarbeitetes Thema ist in einer Zeit, in welcher der Begriff „Fake News“ entstanden ist, aktueller denn je.
    Ein wirklich gutes Buch trotz des gewöhnungsbedürftigen Anfangs!

  24. Cover des Buches Vier Reden gegen Catilina (ISBN: 9783150093993)
    Marcus Tullius Cicero

    Vier Reden gegen Catilina

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    M. Tullius Cicero hat hier in 4 Reden schriftlich festgehalten, was er für sein Vaterland alles bewirkte, um es vor der catilinarischen Existenz zu bewahren.


    Im Jahre 63 gipfeln Unruhen und Unzufriedenheit in Rom in einer beinahe Revolution unter Catilina und anderen hochgestellten Persönlichkeiten Roms. Andere namen, die fallen, sind P. Lentulus, T. Volturcius, L. Statilius., C. Cethegus, C. Manlius und noch mehr. Ich will euch nicht mit Namen langweilen, aber tatsächlich sind das alles Ritter doer Aristokraten, gehören also der Führungselite Roms an. Es geht aber noch weiter. Einige dieser Männer gehören bswp. zu den Familien der Manlier oder Cornelier und diese sind die absolute Spitze selbst innerhalb der Aristokratie. Das bedeutet, dass wir es hier evtl. mit einer evtl. wirklich schwerwiegenden Krise zu tun hatten.
    Wer uns hier als Augenzeuge, aktive Person und sogar als Konfliktpartei von dem misslungenen Putsch erzählt ist Cicero. 3 Jahre nach den Ereignissen, also 60 v. Z. hat er seine Reden, die er im Kontext dieses Putsches gehalten hat, aufgeschrieben, überarbeitet udn herausgegeben. Und diese liegen uns bis heute vor. Cicero selbst war nämlich in diesem Jahr (63, das Jahr des Putchversuchs) Konsul, also einer der beiden höchsten Regulären Beamten in Rom und vereitelte den Putch. Was er uns also hinterlassen hat sind 4 Reden, die subjektiv, aber zeitnah das Geschehene erzählen. Jeweils 2 der 4 Reden hat er vor dem Volk (Rede 2 und 3) und vor dem Senat (Rede 1 und 4) gehalten. Die 1. Rede thematisiert Catilina selbst, seine Kollaborateure udn die Ausweglosigkeit der Verschwörung. Hier ist noch nichts passiert, außer vielen Beratungen im Verschwörerkreis. Davon hatte Cicero allerdings erfahren und bluffte hier, um Catilina aus der Reserve zu locken. Das scheint geklappt zu haben, denn die 2. Rede (die ist vom folgenden Tag !), die er vor dem Volk hält, ist eine Rechtfertigung der Vertreibung Catilinas aus Roms. das heißt, dass Catilina wohl über Nacht Rom fluchtartig verlassen haben muss. Die 3. Rede hielt Cicero etwa einen Monat später (Dezember 63). Sie dokumentiert die gelungene Vereitelung des Putschversuchs vor Rom. Cicero hatte auch Beweismaterial sichergestellt. In der 4. und letzten Rede 2 Tage später vor dem Senat geht es um die Bestrafung um die inhaftierten Verschwörer selbst. In beiden Reden lobt sich Cicero amüsanterweise selbst doch recht ausführlich. Merkwürdigerweise sagt er in der letzten Rede kaum etwas zum Thema, wie die Inhaftierten zu bestrafen sind. Was hier durchschimmert ist eine gewisse Unsicherheit, da uns Cicero durch seine Reden nicht alles zu übermitteln scheint, was damals geredet wurde. Z.T. scheinen einige seiner Massnahmen doch umstrittener zu sein, als er uns direkt vermittelt. So verteidigt er sich in der 2. Rede vor dem Vorwurf, dass er Catilina unrechtmäßig vertrieben habe. Und dem Inhalt der 4. Rede kann entnommen werden, dass er in der Diskussion keine besonders wichtige Rolle spielt. Bei Sallust wird nicht gesagt, dass er eine Rede dazu hielt, wenn ihr euch an meine Rezension dazu erinnert. Das kann zwar heißen, dass Sallust eine Abneigung gegen Cicero hegte, aber es könnte auch bedeuten, dass er Ciceros Aktivität hier schlichtweg für bedeutungslos erachtete.



    Die Reden sind durchaus recht anspruchsvoll zu lesen, beweisen allerdings doch rhetorisches Feingefühl. Evtl. nervt das Selbstlob Ciceros immerwieder etwas. Ich habe zwar leider keine zweisprachige Ausgabe gelesen, sondern eine rein deutsche, aber die schien eine echt gute Übersetzung zu sein.
    Die Einleitung zu den Reden war auch gut ! Zum historischen Kontext, zu den einzelnen Reden, zur historischen Rezeption, etc. wurde etwas gesagt.


    Meine gelesene Ausgabe ist die von Fuhrmann, Zürich/Stuttgart 1970. Das ist eine deutsche Gesamtausgabe aller Reden Ciceros, doch ich hab nur die catilinarischen gelesen.

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