Bücher mit dem Tag "kapitalismus"

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404 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.223)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil I einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „Die Herrscher Europas haben etwas Schlimmes und Dummes getan, das zehn Millionen Menschen das Leben gekostet hat.“ (S. 899)

    Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt

    Der Auftakt STURZ DER TITANEN beginnt in den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts. In England spüren die Bergleute die Auswirkungen der Industrialisierung körperlich – nie ausbleibende Unfälle, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ein selbstgefälliger Adel, der die rechtelosen Bürger ausbeutet. Ausbeutung durch die privilegierten Fürsten spürt auch das russische Volk -nachdem 1905 ein Bürgeraufstand blutig niedergemetzelt wurde, brodelt es gefährlich im Zarenreich. Im deutschen Kaiserreich herrscht ein arrogantes Machtstreben nach einem „Platz an der Sonne“ -eine Vereinbarung mit dem Nachbarreich Österreich-Ungarn bringt die Schwarzpulverfässer in Stellung, ein Funke aus Sarajevo entzündet sie. Der Machthunger nach der Vorherrschaft in Europa unter den Obersten der Staaten entfacht einen verlustreichen Krieg und Revolutionen in Politik und Gesellschaft folgen.

    Tipp: lest nicht den Klappentext! Ich bin froh, dass ich ohne viel Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin.

    Schreibstil

    Downton Abbey trifft auf einen Politthriller. Ken Follett, der Stephen King des historischen Romans, erzählt authentisch und so charakterstark wie ein Lew Tolstoi. Seine unterschiedlich angelegten Figuren haben Tiefe, Ausstrahlungskraft und Gefühl. Die Charakterentwicklungen sind authentisch und machen Spaß zu Lesen. Die verwobenen Liebesgeschichten lockern den ernsten Hintergrund auf, aber wirken ab und an etwas zu seicht, schmachtend, groschenromanhaftig. Es hält sich aber noch in annehmbaren Rahmen.

    Protagonisten

    Der Einstieg gelingt leicht. Billy Williams, ein Junge aus dem englischen Volk, erlebt seinen ersten Arbeitstag untertage. Der Leser bekommt ein Gefühl für die miserablen Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen in der Industrialisierung und erlebt im Laufe der Geschichte wie sich eine Arbeiterbewegung etabliert. Billys Schwester, Ethel arbeitet im Gutshaus der adeligen Familie Fitzherbert, was bei mir ein Gefühl von Downton Abbey aufkommen ließ. Das Familienoberhaupt Earl Fitz engagiert sich im britischen Oberhaus, dem House of Lords. Seine Schwester Maud ist Frauenrechtlerin, abwertend: Suffragette. Politische Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Durch sein politisches Engagement unterhält Fitz Beziehungen zu Diplomaten und Attachés u.a. aus Deutschland, Österreich und Amerika. Die Männer treffen sich in England, bauen Bekanntschaften, sogar Freundschaften auf. Der Deutsche Sozialdemokrat Walter von Ulrich, der immer wieder gegen seinen konservativen Vater ankämpfen muss, verliebt sich in Fitz Schwester Maud. Walters österreichischer Cousin Robert unterstützt die beiden. Der Amerikaner Gus ist auch noch mit von der Partie, wird aber erst spät in der Handlung interessant.

    Durch seine Ehe mit der Russin Bea unterhält Fitz auch Beziehungen zum Zarenreich, in dem zwei junge Brüder durch das zaristische Regime zu Waisen wurden. Grigori musste schon früh lernen für sich und seinen jüngeren Bruder Lew aufzukommen. Während er unerbittlich für seinen großen Traum -nach Amerika zu emigrieren- schuftet, lebt Lew von einem Tag auf den nächsten und bringt sich in folgenreiche Schwierigkeiten.

    Nach und nach verschachteln sich die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten. Es ist ein Fest, diese Verbindungen nachzuverfolgen, noch dazu, weil auch historische Persönlichkeiten gekonnt einbezogen werden. So kann sich der Lesende über die Auftritte von Woodrow Wilson, König George V., David Lloyd George, Kaiser Wilhelm II, Trotzki und Lenin „freuen“.

    Contra: Gerne hätte ich auch noch eine französische Perspektive gelesen…aber wahrscheinlich hätte das doch den Rahmen gesprengt. Das Buch hat immerhin schon 1020 Seiten…nicht unbedingt ein Buch, dass man überallhin mitnimmt.

    Fazit

    STURZ DER TITANEN von Ken Follett ist ein opulentes Familiendrama rund um den ersten Weltkrieg (Zeit der Handlung: ca. 1911-1923)  mit differenzierten Charakterzeichnungen à la Tolstoi. Follett schreibt polithistorisch fundiert, spannend & gefühlvoll! Politische Spannungen wie in einem Politthriller, Geschlechter- und Standeskonflikte und tragische Liebesgeschichten sind vor dem historischen Setting authentisch verwebt. Dieser Roman ist eine Mahnung zum Frieden und ein Ruf nach Völkerverständigung ganz in der Tradition der Antikriegsromane, jeder sollte es lesen!

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 37 Std).

     

    STURZ DER TITANEN. Die Jahrhundertsaga. | Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher| Illustrationen von Tina Dreher| Bastei Lübbe Hardcover| 2010| 1020 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  2. Cover des Buches Die Känguru-Chroniken (ISBN: 9783548372570)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Chroniken

     (1.146)
    Aktuelle Rezension von: MrAppletree

    Eines Tages klingelt es an der Tür des Ich-Erzählers und ein Känguru stellt sich als neuer Nachbar vor. Es leiht sich nicht nur sämtliche Zutaten für seine Pfannkuchen, nein, kurze Zeit später zieht das Känguru ein und wir Leser begleiten das ungleiche Paar durch seinen Alltag. 

    In recht kurzen Kapiteln von 2-3 Seiten, die zwar manchmal aufeinander Bezug nehmen, dennoch auch alleine als Kurzgeschichten stehen können, diskutieren Mensch und Känguru über Gott und die Welt, Politik oder Alltägliches. Das Känguru, vom Beruf "Kommunist" und Liebhaber von Schnapspralinen, provoziert dabei gerne, nimmt kein Blatt vor den Mund und packt auch schon mal seine roten Boxhandschuhe aus dem Beutel, wodurch Geschichten, welche mit ganz gewöhnlichen Handlungen beginnen, schnell eskalieren. 

    Hin und wieder merkt man den Geschichten die Jahre an, die diese auf dem Buckel haben, sei es wenn es um Klingelton-Abzocke geht oder die beiden Protagonisten sich in der Videothek nicht entscheiden können. 

    Dies tut der Unterhaltung jedoch keinen Abbruch. Das Buch liest sich flott, unterhält, und legt den Finger immer wieder in die Wunde politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Streitthemen. 

    In einigen Kapiteln wird an/mit der Sprache gespielt, wenn zB das Känguru kritisiert das alle Geschichten im Präsens geschrieben sind, und ein rasanter Wechsel der Zeiten im Text folgt. Auch Textschwärzungen, Fußnoten, Auslassungem, etc werden geschickt und stets passend eingebaut. 

    Humor ist sicherlich eine Geschmacksfrage, ich konnte hier nahezu auf jeder Seite lachen. 

    Inzwischen ost das Känguru ein Klassiker, ich bin froh diesen nun auch gelesen zu haben. 


  3. Cover des Buches Der Besuch der alten Dame (ISBN: 3257230451)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Besuch der alten Dame

     (1.743)
    Aktuelle Rezension von: Anna0807

    Klassiker! Puh! – Eigentlich sind die bisher nicht so mein Fall gewesen. Besonders die Klassiker aus der Schule haben es mir nicht unbedingt leichter gemacht das Genre zu mögen. 

    Vor kurzem habe ich dann aber einfach mal mutig aufgrund einer Empfehlung dieses Buch gekauft und damit es nicht auf meinem SUB einstaubt es auch recht zügig zu Hand genommen. Und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut. 

    Diese, als Drama verfasste Geschichte erzählt die Heimkehr einer nun sehr reichen alten Dame in ihr Heimatdorf Güllen. Güllen selbst ist ein kleines Dorf, dem es finanziell schon besser ging. Die Bewohner des Dorfes leiden an Hunger und Armut und hoffen, dass sich dies durch den Besuch der alten Dame ändert. Doch diese hat andere Pläne. Für das Unrecht, welches dazu geführt hat, dass sie das Dorf verlassen hat möchte sie nun Gerechtigkeit. Doch diese Gerechtigkeit hat es in sich. Und so entsteht für die Dorfbewohner ein Dilemma, dass zu viel Verwirrung und einiger Unsicherheit führt.

     

    Wie bereits erwähnt sind Klassiker eigentlich überhaupt nicht mein Fall. Aber dieses Buch hat es von Beginn an geschafft mich fabelhaft zu unterhalten. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass ich nicht wie in der Schule jedes kleine Detail analysieren musste. Dennoch habe ich regelmäßig beim Lesen inne gehalten um über verschiedene kleine Begebenheiten oder Dialoge nachzudenken und mich dabei köstlich zu amüsieren.

    Der Satzbau, die Wortwahl und der Aufbau der Dialoge war einfach toll. Die Wirrungen und Irrungen konnten mich abholen und auch der Humor hat mir zugesagt.   

     

    Insgesamt hat mir dieses Buch überraschend gut gefallen. Ich habe gelacht, geschmunzelt und mich wirklich gut amüsiert. Die Details konnten mich begeistern und die gesamte Situation hat mich doch nachdenklich gemacht. Ich bin froh, dieses Buch nicht im Unterricht gelesen zu haben und so nun noch einmal die Chance gehabt zu haben, relativ unvoreingenommen die Geschichte genießen zu können. 

  4. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (ISBN: 9783548373836)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest

     (542)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Wenn man sich mit den Käguruchroniken beschäftigt - das gilt für Band 1 bis 3 - dann sollte man politisch gesellschaftlich interessiert sein, um die Pointen und den Witz zu verstehen.


    Der Autor ist praktisch selbst gemeinsam mit dem Känguru die Hauptfigur. Das Känguru - kommunistischer Charakter - und der Marc-Uwe der unterforderte Kleinkünstler. Sie kämpfen gegen das Ministerium für Produktivität - sie machen alles, um Skandale und Intrigen zu enthüllen. Wundervoll witzige und schräge Geschichten - die sich super flüssig lesen. Trotz allem Witzes ist das Buch - so möchte ich behaupten - auch tiefgründig - und sinnig, weil hinter jedem Witz ein Stück Wahrheit steckt. 


    Ich kann nichts weiter sagen - als klare Leseempfehlung !!! 

  5. Cover des Buches QualityLand (ISBN: 9783548291871)
    Marc-Uwe Kling

    QualityLand

     (703)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Schoemer

    Qualityland ist nicht so lustig wie die Känguru Chroniken. Aber das macht nix. Mir hat es trotzdem gefallen. Ich mochte den Stil. Und ich mochte die Art, wie Konsum kritisiert wird. Habe es im Auto auf einer Rundreise gehört und es hat für viele kurzweilige Stunden gesorgt. 

  6. Cover des Buches Die Känguru-Chroniken (Känguru 1) (ISBN: 9783869091082)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Chroniken (Känguru 1)

     (338)
    Aktuelle Rezension von: mirja94

    Habe das Hörbuch beim Autofahren gehört und bin  bis Ende des Kapitels immer sitzen geblieben. Meistens lache ich bei Witzen in mich hinein oder schmunzel ein wenig. Hier musste ich an der einen oder anderen Stelle schallend lachen.

  7. Cover des Buches Momo (ISBN: 9783522202558)
    Michael Ende

    Momo

     (2.214)
    Aktuelle Rezension von: Dilan_Sahinkus

    Schönes Kinderbuch, aber auch als Erwachsener kommt man  nicht zu kurz. Einiges hat mir die Augen geöffnet. Z.B. Wie schwer und gleichzeitig wunderbar es ist, wirklich und aufrichtig zuhören zu können. Auch meine Ansicht auf die Zeit hat sich geändert und dafür bin ich Michael Ende wirklich dankbar. 

    Anbei ein Zitat aus dem Buch:,, Dieses Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. - Gefunden auf: https://www.myzitate.de/momo/

  8. Cover des Buches Die Känguru-Offenbarung (Känguru 3) (ISBN: 9783869091358)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Offenbarung (Känguru 3)

     (203)
    Aktuelle Rezension von: mirja94

    Besonders in der Audioversion sind einige Szenen leicht nervig. Es ist immer noch unterhaltsam und vertreibt mir Die Zeit im Auto, kann mit den ersten 2 Teilen auch inhaltlich leider nicht mithalten. Gut gefallen hat mir der rote Faden, der klarer war als in den vorangegangenen Teilen.

  9. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (Känguru 2) (ISBN: 9783869090757)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest (Känguru 2)

     (223)
    Aktuelle Rezension von: mirja94

    Die Forsetzung fand ich zwar nicht so gut wie den ersten Teil, trotzdem aber sehr lustig und kurzweilig. Am besten gefallen mir die Zitate. 

  10. Cover des Buches Ein plötzlicher Todesfall (ISBN: 9783548285283)
    Joanne K. Rowling

    Ein plötzlicher Todesfall

     (763)
    Aktuelle Rezension von: fayreads

    In der Kleinstadt Pagford stirbt Barry Fairbrother. Die AnwohnerInnen sind erschüttert über seinen plötzlichen Tod, doch mit dem Todestag wird der Abgrund der Stadt deutlich. Fairbrother war ein bedeutendes Gemeinderat-Mitglied und nun ist ein Platz frei, den viele wollen, aber nur einer bekommen kann. 


    Diese Streitereien bekommen auch die Kinder der Kleinstadt-PolitikerInnen mit und auch sie haben einige Schwierigkeiten in ihrem Leben. Doch sie können nicht tatenlos zugucken und hacken die Homepage des Gemeinderats und offenbaren nach und nach immer mehr Geheimnisse.

    Fazit: 


    Durch die Autorin hatte ich gewisse Ansprüche und wurde auch nicht enttäuscht. Anfangs hatte ich eine andere Geschichte erwartet, doch der Kleinstadt-Krieg, den ich bekommen habe, habe ich auch gerne gelesen. 

    Leider waren es mir zu viele Figuren, da ich die ersten 200 Seiten damit verbracht habe, mich zu fragen, welche Sicht ich gerade lese und wer das noch einmal war. 

    Außerdem waren mir die Jugendlichen etwas zu gewollt wild geschrieben. Sie dachten eigentlich immer nur an Sex oder wie sie ihre Eltern ruinieren können und das war mir etwas zu viel. Bei den Jugendlichen hätte ich auch gerne mehr über Gaia gelesen, die mir etwas zu kurz kam, obwohl sie eigentlich ein interessanter Charakter war. 

    Das Ende war extrem deprimierend. Zwischendurch hatte ich die Hoffnung auf ein Happy-End, doch dann wurde ich enttäuscht. Ich hätte mir eindeutig ein anderes Ende gewünscht und wenigstens ein paar Figuren ein schönes Leben gewünscht. 

  11. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783311220008)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

     (1.042)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Alle kennen die großen Partys des großen Gatsbys. Die Leute kommen von überall her und nehmen sogar uneingeladen an den berühmten Feiern teil, aber keiner kennt den Gastgeber Gataby wirklich. Deswegen ranken sich viele Gerüchte um ihn. Als Nick sein neuer Nachbar wird, lernt er ihn auf eine ganz andere Weise kennen und merkt, dass hinter dem bekannten Mann ein ganz anderer steckt.


    Dieses Buch ist einfach großartig. Allein wie es schon anfängt und man in diese lebendige und doch nachdenkliche Stimmung hineingezogen wird. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie Nick, der Protagonist, die Geschichte erzählt. Dabei lernt man die Personen immer besser kennen und sieht die Schichten ihrer Persönlichkeit tiefer werden und die komplexen Beziehungen untereinander bringen einen zum Nachdenken. Die Geschichte wirkt ziemlich einfach und simpel und doch schwingen so viele Themen des Lebens mit, die der Autor tragisch und auch zynisch beschreibt.

    Ich für meinen Teil liebe dieses Buch und da es so schnell durchgelesen ist, kann man es immer wieder lesen und stößt dabei immer auf neue Details. Außerdem hat es einen einfachen und schönen Schreibstil, sodass man perfekt für ein paar Stunden in der Geschichte abtauchen kann.

  12. Cover des Buches Goldschatz (ISBN: 9783257070545)
    Ingrid Noll

    Goldschatz

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Bibbey

    Inhalt

    Ganz im Sinne ihrer eigenen Gegenstrom-Bewegung will eine Gruppe junger Erwachsener eine WG gründen, ein Zeichen setzen in einer Welt, immer nur das Neuste haben muss, anstatt das Vorhandene weiter zu nutzen. Sie wollen aus Tante Emmas altem Haus einen Ort machen, in dem es sich wohnen lässt und es dabei allen beweisen. Beim Renovieren entdeckt ein Teil der Gruppe dann aber einen Schatz aus Goldmünzen – und damit gerät schließlich nicht nur die eigentliche Idee hinter ihrer Bewegung ins Wanken.


    Meinung

    Mein erster Roman von Ingrid Noll – ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt war, die Inhaltsangabe hat mich allerdings wirklich neugierig gemacht. Junge Menschen, in etwa mein Alter, die mit dem Gedanken, etwas bewegen zu wollen, handeln.

    Schnell wurde klar, dass hier einige Szenen vorkommen, die wie direkt aus dem Leben gegriffen wirken. Das hat das Buch für mich gleich sehr interessant gemacht. Ich mochte den unaufgeregten Schreibstil genauso gerne wie die Beschreibung der zwischenmenschlichen Beziehungen und muss vor allem im Nachgang sagen, dass mich vor allem das so nachhaltig an diesem Buch beeindruckt hat. Verschiedene Charaktere treffen hier im wahrsten Sinne des Wortes auf engstem Raum aufeinander und müssen mit diesem Umstand klar kommen – das bringt viel Stoff für Reibereien.

    Das Buch ist aus der Sicht einer der jungen Erwachsenen geschrieben. Und so sehr ich es mochte, dass man den Roman aus ihren Augen entdeckt, so muss ich auch sagen, dass das hier der einzige kleine Negativpunkt des Buches ist. Manche Handlungen und Gedankengänge haben mich persönlich eher an einen pubertären Teenager erinnert und nicht an eine junge Frau, was mich an der ein oder anderen Stelle ein klein wenig gestört hat. Auf der anderen Seite kam es gerade durch dieses Impulsive zu noch mehr vertrackten Szenen, die es anders vielleicht nicht gegeben hätte.

    Das Ende hat mich dann noch einmal sehr überrascht. Und es lässt mich auch immer noch darüber nachdenken. Wirklich ein sehr guter Roman, der in Erinnerung bleiben wird!

    Fazit

    Mein erstes Werk von Ingrid Noll und gleich ein Griff in die Schatzkiste – im doppelten Sinne. Wirklich ein empfehlenswertes Buch über die Wegwerfgesellschaft, in der wir leben, über die Geschichte, die uns alle miteinander verbindet und nicht zuletzt auch um das menschliche Miteinander in all seinen Facetten.

    4 von 5 Buchherzen ♥♥♥♥

    Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

  13. Cover des Buches Fight Club (ISBN: 9783442542109)
    Chuck Palahniuk

    Fight Club

     (424)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klopotek

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ever, ever!

    Viele werden den Film kennen. Ich werde im Text ein paar Zitate aus dem Film verwenden, der sehr nah am Roman gehalten Ist Chuck Pahlaniuk schafft es fast immer eine Welt zu erschaffen, die, wenn auch noch so abstrus, während des Lesens real erscheint.

    "Fight Club" ist kein Roman über einen Kampf-Club, wie oft beschrieben. Viel mehr geht es um den gesellschaftlichen Kampf, den Wunsch der Beste zu sein, indem man sich mit Konsumgüter brüstet, sich selbst verliert. "Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! [...] Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt." Gesellschaftskritisch, populistisch und teilweise auch kafkaesk "Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheiße die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen [...] Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten."

    Am Ende gibt es einen mega überraschenden Twist, der dennoch total schlüssig ist alles ergibt einen Sinn, erscheint es noch so abgedreht. “Ganz unten zu sein ist kein Wochenendausflug. Kein gottverdammtes Seminar. Hör auf alles kontrollieren zu wollen und lass los! LASS LOS!”

    Wenn ihr bis jetzt nicht darüber nachgedacht habt, was es bedeutet in einer kapitalistischen Konsumgesellschaft - sorry, wenn das zu marxistischen klingt - zu leben, wie dies unser ganzes Leben beeinflusst, werdet ihr es nach der Lektüre dieses herausragenden Romans tun. 

  14. Cover des Buches Gier (ISBN: 9783492303101)
    Arne Dahl

    Gier

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    „Gier“ von Arne Dahl bildet den Auftakt einer neuen Thriller-Reihe rund um die Ermittlertruppe Opcop, einer frisch einberufenen und eigentlich noch streng geheimen operativen Einheit der europäischen Polizeibehörde Europol.

    Das Arne Dahl auf seine „A-Team“ Reihe aufsetzt und einen Teil der Protagonisten übernimmt, war mir nicht bekannt – es ist mein erster Roman von diesem Autor – ich sehe es aber nicht als großen Nachteil. Die Vielzahl der Charaktere, 13 direkte Ermittler, dazu die Teams in den Ländern, ihre Partner und die vielen Protagonisten in den einzelnen Handlungssträngen erfordern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit um hier nicht den Faden zu verlieren.

    Zur Story, im Umfeld des G20 Gipfels in London kommen zwei Menschen auf ungewöhnliche und unterschiedliche Art zu Tode, zunächst stirbt ein junger Chinese bei einem seltsamen Unfall auf der Protokollstrecke - direkt in Armen eines Opcop Beamten, kurze Zeit später wird eine Frauenleiche, die wie ein Kunstwerk drapiert ist, in einem nahen Waldstück entdeckt. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Todesfällen? Die neue Einheit nimmt verdeckt die Ermittlungen auf und fördert Stück für Stück ein kriminelles Netzwerk zu Tage, das in seiner verschachtelten Komplexität schwer zu überblicken ist. Die Ermittler arbeiten in Teams an verschiedenen Orten und an unterschiedlichen Untersuchungsansätzen, welche nach und nach das Bild eines ungeheuerlichen, hochbrisanten Finanz- und Politikskandals ans Licht bringen und dabei geraten die Beamten auch selbst in Gefahr – einerseits durch Kompetenzgerangel wichtige Information vorenthalten zu bekommen und andererseits ins Visier mächtiger Gegner zu geraten.

    Dem Leser wird einiges abgefordert, „Gier“ ist kein Buch für zwischendurch, es ist anspruchsvoll, man muss sich konzentrieren um in die Handlung in Gänze zu erfassen, man sollte ein wenig Allgemeinwissen zur Finanzkrise haben und man darf kein „Friede, Freude, Eierkuchen Happy End“ erwarten.

    Dafür bekommt man einen beeindruckenden politischen Thriller mit dem Versprechen weiterer Teile.

  15. Cover des Buches GIER - Wie weit würdest du gehen? (ISBN: 9783734105586)
    Marc Elsberg

    GIER - Wie weit würdest du gehen?

     (150)
    Aktuelle Rezension von: MaternaKuhn

    Eigentlich mag ich Bücher, die in keine Kategorie passen. Verlage versuchen natürlich dennoch jedes Buch einem Genre zuzuordnen - Fachbuch, Roman & Erzählung, Erotischer Roman, Fantasy oder was immer. Die Welt der Literatur muss schließlich ihre Ordnung haben. Wie alles.
    Marc Elsberg’s neuestes Werk „Gier“ bietet auf den ersten Blick eine bunte Mischung unterschiedlichster Stilrichtungen. Vordergründig findet man sich schnell in einem Thriller wieder mit allem, was dazu gehört. Internationale Politik- und Wirtschaftsintrigen, böse Geschäftemacher a la Gordon Gekko/Michael Douglas in Wall Street, schöne Frauen, eine bärbeissige Einzelgänger-Kommissarin, wilde Verfolgungsjagden und Muskel bepackte, schießwütige Handlanger.
    So weit so gut, Thriller-Business as usual. Nett.
    Marc Elberg wäre jedoch nicht Marc Elsberg, wenn er nicht versuchen würde, auch in diesen Roman ein gesellschaftskritisches Thema zu integrieren, so wie wir es von Blackout, Zero und Helix bereits kennen. Dieses Mal hat sich Marc Elsberg das Ziel gesetzt, dem Leser nicht nur die fatalen Fallstricke und finalen Auswirkungen eines ungezügelten Kapitalismus zu erklären, sondern auch gleich die Lösung mitzuliefern.
    Und damit beginnt das Problem dieses Romans.
    Elsberg will - wie immer - seine Sache gut machen. Um die Crux des derzeitigen kapitalistischen Systems grundlegend aufzuarbeiten, lässt er seine Protagonisten seitenlang wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsmathematische Grundlagendiskussionen führen mit Stichworten wie Biases, Wahrscheinlichkeitsvernachlässigung, Irrationalitäten bei Verlustversionen, Hyperbolic Discounting, um nur einige zu nennen.
    Dagegen entwickelt er als genial einfaches Gegenmodell die Zusammenarbeit von vier Bauernhöfen bei der Weizenernte. Aber auch das läuft literarisch so sehr aus dem Ruder, dass es einer Vielzahl an Skizzen im Buch bedarf, um dem Leser überhaupt noch eine Chance des vagen Verstehens zu geben. Irgendwann ahnt man, dass es sich bei der zukunftsträchtigen und heilbringenden Alternative zur klassischen Ökonomie um die genossenschaftliche Kooperation handeln könnte. Ok… Gibt es das nicht auch schon seit geraumer Zeit mit all seinen Vorteilen, aber auch Schwächen….? Wie auch immer - seitenlang hat man eher das Gefühl, in einem Sachbuch für Ökonomie angekommen zu sein und bereut, dass man den Band Grundlagen der Ökonomie nicht vorher gelesen hat.
    Wir wissen seit Blackout, dass Marc Elsberg den Spagat aus spannender Handlung einerseits und heissen gesellschaftlichen Themen anderseits hervorragend beherrscht. Zeigte er bei Helix und Zero bereits leichte Schwächen, muss man jetzt resümieren, dass dies bei Gier leider ziemlich mißlungen ist. Unrund. Verkrampft. Bestenfalls - hat sich bemüht. Vielleicht mit zu heisser Nadel gestrickt, weil der Verlag die Marc Elsberg-Welle weiter abreiten will. So gesehen bekommt der Buchtitel dann doch noch einen Sinn.

  16. Cover des Buches Haben oder Sein (ISBN: 9783423195195)
    Erich Fromm

    Haben oder Sein

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    "Haben" oder "Sein" – das ist hier die Frage!

    Erich Fromm, 1900 in Frankfurt am Main geboren, war Psychoanalytiker und Sozialphilosoph. Er emigrierte 1934 in die USA, wo er an verschiedenen Instituten lehrte. Von 1950 bis 1974 lebte er in Mexiko und lehrte zuletzt an der Universität von Mexico City. Er starb 1980 in der Schweiz.

    Zum Inhalt: Dieses Buch ist neben „Die Kunst des Liebens“ das berühmteste und bedeutendste Werk des Autors. Dem „Haben“ als dem Übel der gegenwärtigen Zivilisation stellt er das „Sein“ als Möglichkeit eines erfüllten und nicht entfremdeten Lebens gegenüber. Erst wenn der Mensch, nicht mehr vom „Haben“, sondern vom „Sein“ bestimmt wird, kann er zu sich selbst kommen und seine Fähigkeiten produktiv einsetzen.

    Meine Meinung: Dieses Buch wurde zwar 1976 verfasst, ist aber thematisch aktueller denn je! Nach einer kurzen Einführung teilt Erich Fromm sein Werk in 3 Teile ein: Im ersten Teil stellt er die Unterschiede der beiden Lebensformen „Haben“ und „Sein“ am Beispiel der Dichtung, Sprache und Philosophie dar, leitet über zu alltäglichen Erfahrungen dieser beiden Formen (Lernen, Erinnern, Kommunikation, Lesen, Wissen, Glauben, Lieben) und endet mit einem Überblick im Alten/Neuen Testament und den Schriften Meister Eckharts.

    Im zweiten Teil bekommt der Leser eine sehr detaillierte Beschreibung der beiden Existenzweisen und im dritten Teil stellt er den „Neuen Menschen“ vor und erklärt, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit sich die Welt vom „Haben“ zum „Sein“ entwickeln kann.

    „Je weniger du BIST, je weniger du dein Leben äußerst, um so mehr HAST du, um so größer ist dein entäußertes Leben.“ (Karl Marx)

    Fazit: Die ist kein Buch, das man schnell mal nebenbei lesen kann. Obwohl die Sprache leicht verständlich ist, ist es teilweise doch sehr anspruchsvoll, aber wirklich hoch interessant! Ich habe SEHR viel gelernt, würde mir wünschen, dass irgendwann einmal ein Visionär daher kommt und Fromms Vorstellungen umsetzt, aber ich denke leider sind wir noch nicht so weit. Wir müssen in unserer Existenzweise des „Habens“ noch sehr viel mehr leiden, bevor wir zu begreifen beginnen, dass wir endlich eine Änderung herbeiführen müssten. Ich kann das Werk nur wärmstens empfehlen und vergebe die vollen 5 Sterne!

  17. Cover des Buches Der Untertan (ISBN: 9783423002561)
    Heinrich Mann

    Der Untertan

     (368)
    Aktuelle Rezension von: dot
    Im Roman " Der Untertan" von Heinrich Mann geht es um Diederich Heßling, der zur Zeit des Kaiserreichs am Ende des 19. Jahrhundert lebt. Diederich wächst in einem strengen Elternhaus in Netzig auf, wodurch er früh einen Einblick in die Machtverhältnisse bekommt und sie zugleich zu bewundern beginnt. Durch seinen Werdegang  im Schul- und Militärdienst, sowie im Studium und der Übernahme der Papierfabrik seines Vaters, wird aus ihm ein sehr selbstbezogener Mensch, der seine Vorteile auf Kosten anderer ausspielt und nur jene respektiert, die ihm übergeordnet zu sein scheinen. [...]


    " Der Untertan" ist ein Klassiker, der sehr gut die politischen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts verdeutlicht, der aber teilweise wohl auch noch immer als zeitgemäß betrachtet werden kann.
  18. Cover des Buches Hochdeutschland (ISBN: 9783608503807)
    Alexander Schimmelbusch

    Hochdeutschland

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Dieses Buch zu rezensieren fällt mir nicht so leicht. Die Sprache war sehr sarkastisch und bitterböse, was mir gut gefallen hat. Das Milieu rund um das Investmentbanking ist eigentlich nicht so sehr mein Thema und was Alexander Schimmelbusch beschreibt, macht es keinesfalls besser.

    Victor ist Investmentbanker, und ein sehr erfolgreicher dazu, Er hat eine riesige Villa im Wald, aber eine gescheiterte Ehe. Auch mit anderen Partnerinnen läuft es nicht, so dass er sich seinen Bedarfssex in einem Spar abholt. Victor hat eine Tochter namens Viktoria, die er sehr liebt und für die er alles tut. In diesem Bereich scheint er wirklich menschlich zu sein. Anders als in seinem Job. Er weiß, was die Leute hören wollen, damit sie ihm ihr Geld geben. Victor selbst kann seinen Job nicht mehr ernst nehmen und das einzige, was ihn zu befreien scheint, ist eine Schrift, die er verfasst, um eine populistische Bewegung zu gründen.

    Ein Blick in die Gesellschaft, die ziemlich verkorkst scheint: Wir können nicht mehr richtig kommunizieren, brauchen vielleicht einen radikalen Neuanfang, da unser System so nicht mehr funktioniert und durchdrungen ist von Versehrtheit. Das Ende hat mich dann doch ein wenig überrascht, möchte ich aber nicht weiter besprechen.

    Ein interessanter Roman, der eher eine Dystopie aufzeigt, als Chancen in unserer derzeitigen Gesellschaft, ein krasses Bild, bei dem es sich lohnt, einmal genauer darüber nachzudenken: Was will ich wirklich? Wann kann die Gesellschaft wollen? Inwiefern muss sie sich verändern?

  19. Cover des Buches Die Maschine steht still (ISBN: 9783455405712)
    E. M. Forster

    Die Maschine steht still

     (37)
    Aktuelle Rezension von: PoeEA1809

    "Die MASCHINE ernährt uns, kleidet uns und bietet uns Obdach. Durch sie sprechen wir miteinander, durch sie sehen wir einander, in ihr gründet unser Sinn." (Seite 61)

    Ersetzt man MASCHINE durch INTERNET beschreibt man de facto das Heute. Da bleibt nur zu hoffen, dass es für die Welt von heute nicht ganz so dick kommt, wie in Forsters Vision, wenn die Maschine plötzlich zum Stillstand kommt.  

    Ein interessantes Gedankenspiel des Autors. Allerdings hätte er mehr aus dieser Geschichte machen können. 

  20. Cover des Buches Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch (ISBN: 9783522185202)
    Michael Ende

    Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

     (918)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    1989 schrieb Michael Ende die Umkehrwünsche des bösen Duos aus Zauberer und Hexe nieder, sie sollten sich laut ihrem Plan ins Gegenteil verkehren. 

    Zeitlos, erschreckend aktuell, vor allem die beiden letzten Wünsche. Ein großartiges Buch! 

    "Punsch aller Pünsche, erfüll meine Wünsche: 

    Zehntausend sterbende Bäume im Wald sollen wieder treiben, 

    und die, die noch gesund sind, jung oder alt, sollen's auch bleiben.

    ... 

    Die Elbe, die Weser, die Donau, der Rhein und alle Gewässer

    sollen sauber und fischreich wie früher sein, oder noch besser.

    ... 

    Wer Brunnen vergiftet um Dreck zu verkaufen zum eigenen Nutz, 

    soll nie wieder Wein und Champagner saufen, nur den eigenen Schmutz. 

    ... 

    Wer mit Robbenfellen und Elfenbein und dem Fleisch von den letzten Walen

    Geschäfte macht, gehe jämmerlich ein, denn niemand mehr soll dafür zahlen. 

    ... 

    Keine einzige Tierart, ob nützlich oder nicht, soll mehr ausgerottet werden. 

    Sie soll leben, wie es ihrer Natur entspricht, im Meer, in der Luft und auf Erden. 

    ... 

    Und die Jahreszeiten, die warmen und die kalten, durch Smog und Gase gestört, 

    sollen wieder die alte Ordnung erhalten, so wie sich's gehört. 

    ... 

    Wer Zwietracht schürt zwischen Völkern und Rassen, um Krieg zu entfachen, 

    und mit Waffen handelt, zwecks klimpernder Kassen, soll pleite machen. 

    ... 

    Der Reichtum, mit dem man hierzulande prahlt, und den man verdient zu genießen glaubt, 

    sei nicht mit der Not andrer Völker bezahlt, die man durch Zinsen um alles beraubt. 

    ... 

    Verkauft soll nur werden, was gut ist und echt und menschlicher Arbeit entstammt. 

    Doch niemals das Leben, Gewissen und Recht und niemals Würde und Amt. 

    ... 

    Keine neuen Seuchen sollen entstehen, nicht natürlich, noch künstlich gemacht. 

    Und die alten sollen verschwinden, vergehen, und zwar über Nacht. 

    ... 

    Und den Kindern sei Hoffnung und Freude gestiftet, Vertrauen in die künftige Welt. 

    An Leib und Seele seien sie unvergiftet, ihr Wohl gelte mehr als Geld."


    Eine tolle Geschichte schon für Grundschulkinder zum Vorlesen, für ältere zum selber lesen und für Erwachsene natürlich auch! 

  21. Cover des Buches Freie Geister (ISBN: 9783596035359)
    Ursula K. Le Guin

    Freie Geister

     (19)
    Aktuelle Rezension von: -nicole-

    Der Science-Fiction Klassiker neu übersetzt

    Ursula K. Le Guins „Freie Geister“ ist eine der bedeutendsten Utopien des 20. Jahrhunderts, in der die Systemfrage – Kommunismus, Kapitalismus oder Anarchismus? – mit aller Deutlichkeit gestellt wird. Ältere Ausgaben sind unter den Titeln „Planet der Habenichtse“ und „Die Enteigneten“ erschienen.

    Der einzige Ort auf dem Anarres, der durch eine Mauer von seiner Umgebung abgetrennt wird, ist der Raumhafen. Von hier aus werden die Edelmetalle, die in den Minen des Planeten abgebaut werden, einmal im Jahr zum Nachbarplaneten Urras geflogen.
    Für die Herrschenden von Urras ist das anarchistische Anarres nicht mehr als eine abhängige Bergbaukolonie, die es möglichst effektiv auszubeuten gilt. Für die Bewohner von Anarres ist ihre Heimat jedoch der einzige Ort im ganzen Sonnensystem, wo sie wirklich frei sind – frei von Unterdrückung, aber auch frei von dem Zwang, künstlich erzeugte Bedürfnisse befriedigen zu müssen.
     Als sich auch auf Anarres erste Herrschaftsstrukturen zu bilden beginnen, begibt sich der Physiker Shevek auf eine riskante Reise nach Urras. Er möchte in Dialog mit dortigen Wissenschaftlern treten und gerät dabei zwischen alle Fronten. (Quelle: Klappentext)


    „Der Schwesternplanet schien auf sie hinunter, klar und hell, ein wunderschönes Beispiel für die Unwahrscheinlichkeit des Faktischen.“ – Seite 55


    „Freie Geister“ gehört zu den Klassikern aus dem Science-Fiction-Genre, den ich unbedingt mal lesen wollte. Erstmals erschien dieses Buch im Jahr 1974 unter dem Titel „Planet der Habenichtse“ (Originaltitel: „The Dispossessed“), im Jahr 2006 dann als korrigierte Neuausgabe unter dem Titel „Die Enteigneten“. 2017 hat der Verlag Fischer TOR dann eine Neuübersetzung veröffentlicht: „Freie Geister“, dessen Ausgabe ich auch gelesen habe.


    Positiv überrascht bin ich von dem Schreibstil Le Guins. Er ist klar und detailliert, aber nie überladen. Sie beschreibt die verschiedenen Lebensweisen der beiden Planeten Anarres und Urras sehr genau und man bekommt einen guten Einblick  - selbst Kleinigkeiten werden detailreich geschildert. Wir erfahren auch einiges über die Vorgeschichte der Planeten, z.B. wie es zu der Besiedelung von Anarres kam und wie dessen Hauptstadt Abbenay entstand.

    Hauptfigur hier ist der Physiker Shevek, der sich von seinem Heimatplaneten Anarres auf eine riskante Reise begibt: Er reist als erster Gast auf den Planeten Urras, um sich dort mit den Wissenschaftlern auszutauschen. Die Handlung wechselt regelmäßig zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Wir erfahren zum einem, wie es Shevek (in der Gegenwart) nach seiner Ankunft auf Urras ergeht. Zum anderen gibt es auch einen Blick in die Vergangenheit: Wie Sheveks Leben auf Anarres aussah und wie es dazu kam, dass er nun auf die andere Welt reist.

    Das Buch ist spannend geschrieben – neben Sheveks Weg erfährt der Leser einiges über die so verschiedenen Lebensweisen der beiden Welten. Nach einiger Zeit wird klar, dass auf Urras, wo es Güter im Überfluss zu geben scheint, auch nicht alles perfekt ist…


    „Er hatte den Mond als kleines Kind aufgehen sehen, mit Palat zusammen vom Fenster des Domiziels ‚Weites Land“. (…) Doch es war nicht dieser Mond gewesen. Um ihn herum wanderten die Schatten, doch er saß reglos da, während Anarres über den fremden Bergen aufstieg, auf seinem vollsten  Stand, mattgrau gefleckt und bläulich weiß, sanft leuchtend. Das Licht seiner Wellt füllte seine leeren Hände.“ – Seite 103


    Sehr lesesnwert ist auch das Nachwort von Karen Nölle – von ihr stammt die Neuübersetzung.


    Mein Fazit: Ein zeitloser Science Fiction-Klassiker, der interessant ist und auch nachdenklich macht. Ursula K. Le Guin beschreibt hier die Lebensweisen zweier Planeten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Begeistert hat mir ihr Schreibstil: Klar, detailreich und bildgewaltig, aber nie zu überladen. Die Handlung ist interessant und spannend zu verfolgen – lesenswert!

  22. Cover des Buches Gomorrha (ISBN: 9783423345293)
    Roberto Saviano

    Gomorrha

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Gomorrha ist ein Sachbuch, so wird es beschrieben und das sollte man auch im Hinterkopf behalten. Es wird an keiner Stelle echte Spannung aufgebaut, dessen sollte man sich bewusst sein, somit kann es sich an manchen Stellen etwas ziehen. Auch die vielen verschiedenen Personen sind durchaus etwas verwirrend. Allerdings war das Buch für mich auch ein sehr interessantes und auch schockierendes Buch, vor allem das Ende hat es noch einmal wirklich in sich, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen

  23. Cover des Buches Wächter des Tages (ISBN: 9783453316195)
    Sergej Lukianenko

    Wächter des Tages

     (511)
    Aktuelle Rezension von: Olaf_Raack

    Wie bereits beim ersten Band, unterteilt sich dieses Buch in drei einzelne Geschichten, die jedoch spätestens in der dritten wieder miteinander verknüpft werden. Auch Inhalte des ersten Buches werden neu beleuchtet, weshalb ein Quereinstieg in diese komplexe Geschichte aus Intrigen und strategischen, das Schicksal beeinflussenden Handlungen nicht empfehlenswert ist.

    Dieses Buch beschäftigt sich vermehrt mit den Dunklen. Magier, Hexen, Tierwesen und Vampire, die in der Tagwache ihren Dienst ableisten und das Gegengewicht zu den Lichten Wesen der Nachtwache bilden. Ein Gleichgewicht, das durch geschickte Schachzüge beider Seiten aus den Fugen zu geraten droht und nur von der regulativ eingreifenden Inquisition und der zwischenweltlichen Existenzebene des Zwielichtes wieder ins Lot gebracht werden kann. Spannend, intrigant, um Ecken gedacht, manchmal verwirrend und letztlich doch wieder schlüssig. Eine klasse Fortsetzung des ersten Teils und ebenso empfehlenswert.

  24. Cover des Buches Frühling der Barbaren (ISBN: 9783442748235)
    Jonas Lüscher

    Frühling der Barbaren

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Daniela8
    Ich mag ja Novellen, auch wenn jeder sie heutzutage tot redet. 
    Diese hier ist ganz exquisit. 
    Und der Autor schafft es mit seiner wundervollen Sprache, fein beobachteten Einsichten in die Figuren und dem regelmäßigen Perspektivwechsel innerhalb der Erzählung, mich für eine Geschichte zu begeistern, deren Themen (Tunesien, Staatsbankrott in England, zwei unterschiedliche Familien, die auf einer Hochzeit aufeinandertreffen) mich eigentlich überhaupt nicht ansprechen. 
    Ich kaufte das Buch nach längerem Abwägen dann doch, da die Leseprobe Lust auf mehr machte und ich blieb dran, ja ich muß sogar sagen, ich konnte mich gar nicht lösen von der immer absurder werdenden Geschichte. 

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