Bücher mit dem Tag "karl may"

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32 Bücher

  1. Cover des Buches Buttgeflüster (ISBN: 9783740801816)
    Ute Haese

    Buttgeflüster

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Corrado

    Kornkreise am Passader See, Hanna Hemlokks Heimat, sorgen dafür, dass Ruhe und Beschaulichkeit vorbei sind! In Scharen tummeln sich hier jetzt Esoteriker jedweder Couleur und Neugierige, um nach Außerirdischen oder übersinnlichen Kraftquellen zu suchen, obwohl sich Hanna fast sicher ist, dass sich jemand aus dem Dorf einen Spaß erlaubt hat oder dass der Tourismusverein das Geschäft beleben möchte. Vielleicht aber gibt es auch eine natürliche Erklärung, denn die Rehe sind gerade in der Brunft...

    Und als wäre das nicht genug, um Hannas Frieden zu stören, wird sie mit zwei Fällen beauftragt, deren Nachforschungen sich reichlich skurril gestalten: zum einen bittet sie eine Frau Schmale, den vermeintlichen Unfalltod ihres Mannes beim Joggen zu untersuchen, zum anderen erscheinen Freund Johannes und zwei Kornkreisjünger, die Juliane, eine der Ihren und selbsternanntes Engelmedium vermissen. Hanna, die sich zu allem Überfluss noch einer Stalkerin erwehren muss, hat plötzlich alle Hände voll zu tun...

    Hanna Hemlokk, hauptberuflich Schreiberin von Herz-Schmerz-Geschichten für Frauenzeitschriften und nebenberuflich Ermittlerin, dürfte einigen Lesern schon eine alte Bekannte sein.

    "Buttgeflüster" ist nämlich bereits der siebte Roman, dessen Protagonistin sie ist.

    Als Küsten-Krimi bezeichnet die Autorin ihre Geschichte - und ja, Hanna hat immer auch einige Kriminalfälle zu lösen, aber im Mittelpunkt stehen doch immer eher das private und soziale Leben der Hauptperson und die vielen Verflechtungen, die zwischen ihr und ihren Mitmenschen bestehen.

    Das ist auch so in "Buttgeflüster", dessen Titel auf ein spezielles Fischgericht zurückgeht, das auch hier im Roman kredenzt wird.

    Die beiden Fälle, die Hanna zu lösen hat, sind außerordentlich verwirrend und die Auflösung ist mehr als mühsam und letztendlich auch einigermaßen absurd.

    Als Krimi empfinde ich den Roman nur als mittelspannend, entschieden zu langatmig und leider wenig interessant, was aber mit dem gewählten Thema zu tun haben mag.

    Und wäre da nicht der ständig präsente Wortwitz, mit dem Ute Haese ihre Figuren ausstattet und der für das Fehlen einer zündenden Handlung ein wenig entschädigt, gäbe es nicht das mehr als ungewöhnliche und turbulente Privatleben der Ermittlerin und ihre Empfindungen, an denen uns die Autorin teilhaben lässt, dann müsste ich diesen Roman als langweilig und viel zu lang, zu ausführlich bezeichnen. Allzu oft verliert er sich stark in Nebensächlichkeiten und immerwährenden Spötteleien über die Schar der Esoteriker, der Engelmedien und gewisser unerträglicher Chauvinisten.

    Unter den zahlreichen Handlungssträngen ragt für mich einzig derjenige heraus, der der Stalkerin gehört, derer sich Hanna erwehrt, vor der sie auf der Flucht ist und wegen der sie sich gezwungen sieht, auf Schleichwegen ihr Haus zu verlassen. Hier zeigt sie ganz gewiss paranoide Züge, zumal die Stalkerin sich letztend als völlig ungefährlich herausstellt.

    Amüsant zu lesen war das gewiss. Und ein netter Einfall war es obendrein - und rettete für mich den Krimi ein wenig, mit dem ich ansonsten eher weniger anzufangen weiß. Dennoch wird er selbstverständlich seine Freunde finden....

  2. Cover des Buches Sklavin und Königin (ISBN: 9783780225054)
    Jacqueline Montemurri

    Sklavin und Königin

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Sindy_Nachtweih
    Sklavin und Königin ist der 5. Band einer Reihe, man sollte vorher die anderen Teile lesen, zwingend notwendig ist es aber nicht.

    4 Autoren führen die Geschichte weiter, daher sind Versch. Schreibstile im Buch vorhanden, was das Lesen abwechslungsreich macht. 

    Man ist schnell in der Handlung drin und kann sich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen. 
    Auch wenn man kein Karl May Fan ist, entführt das Buch einen schnell in seine Welt und man ist fasziniert. 

    Spannend, kurzweilig und nicht nur für Westernfans. . 

    Danke, dass ich das tolle Buch lesen durfte
  3. Cover des Buches Indianertod (ISBN: 9783865068460)
    Rainer Buck

    Indianertod

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Karl-May-Festpiele in Bad Espefeld: Winnetou und sein weißer Blutsbruder Old Shatterhand reiten nach gewonnenem Kampf gegen das Böse davon. Plötzlich greift sich Winnetou an die Brust und gleitet – vor den Augen des entsetzten Publikums - tödlich getroffen aus dem Sattel.

    Robert Falke, pensionierter Hauptkommissar und sein Freund Manuel Wolff, Pastor und Nebenjob-Journalist sitzen auf den Rängen als der Mord passiert.

    Neugierig geworden, beginnen sie zu ermitteln, zumal Wolffs Zeitungsherausgeber eine fette Story wittert.

    Was dann passiert ist das Ergebnis penibel recherchierte Polizeiarbeit. Der Autor gewährt uns einen Blick „hinter die Kulissen“ – das ist auch durchaus zweideutig gemeint. Nicht nur in den Alltag der Ermittler dürfen wir unsere Nase hineinstecken, sondern ein besonderer Fokus wird auf
    Die Schauspielertruppe gelegt. Hier ist nicht alles so wie scheint oder scheinen soll. Wie sagt schon Goethes Faust? „alles Chimäre“ – und hat recht damit.

    Das Ermittler-Duo wider Willen, Wolff und Falke (eine nette Anleihe in der Tierwelt hat der Autor hier genommen) ist sympathisch und wirkt kompetent. Auch die persönlichen Schicksale der Protagonisten sowie ihre unterschiedlichen Charaktere sind gut herausgearbeitet.

    Sehr gut haben mir die Ausflüge in die Welt von Karl May gefallen. Ich kann mich noch gut an meine Kindheit/Jugend erinnern, als Pierre Brice und Lex Barker Seite an Seite die Bösen bekämpft und manch unvorsichtiges Greenhorn gerettet haben (Terence Hill damals noch als Mario Girotti). Auch Ralf Wolters als Sam Hakwins wird mir ewig in Erinnerung bleiben, „wenn ich mich nicht irre“.

    Das einzige, was mich persönlich stört ist, das dauernde Hinweisen auf Manuel Wolff als Pastor. Ja, nach der x-ten Erwähnung hat es wohl jeder mitbekommen, dass er Pfarrer ist. Also ich kenne mehrere evangelische Pfarrer (auch Ehepaare), die ihrem Gegenüber nicht ständig ihre Profession unter die Nase reiben.

    Fazit:

    Eine gelungene Idee, abseits von Pater Brown, einen Kirchenmann ermitteln zu lassen.
  4. Cover des Buches Der Fluch des Skipetaren (ISBN: 9783780225023)
    Alexander Röder

    Der Fluch des Skipetaren

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar wollen eigentlich nur ihren Freund Sir David Lindsay verabschieden, doch in der britischen Botschaft findet Kara Hinweis auf seinen alten Feind: den Schut! Sollte der Schurke seinen Sturz in die Felsspalte damals wirklich überlebt haben? Zusammen mit der selbstbewussten albanische Freiheitskämpfern Qendressa, die auf der Suche nach dem Grabmal des Skipetarenfürsten Skanderbeg ist, reisen die Freunde durch den südlichen Balkan. Mysteriöse Ereignisse lassen  Kara immer mehr daran zweifeln, dass Magie wirklich ins Reich der Märchen gehört.

    Ein spannender zweiter Band der außergewöhnlichen Fantasyschöpfung aus der Welt Karl Mays. Zitate aus Werk, Leben und Werkgeschichte geben dem Buch Kennern eine interessante Dimension. Es wird nicht nur auf das Werk selbst, sondern auch auf die Filme angespielt. Diese sind so geschickt eingewoben, dass man sie oft zweimal liest, weil man beim ersten Mal eher unbewusst darüber stolpert.

    Den 5. Stern kann ich leider nicht vergeben, da die Diskurse zu Land und Leuten, Geschichte und Hintergrundinformationen zwar so wie von Karl May selbst umgesetzt wurden, die leichte Hand aber fehlt. Sie wirken oft sperrig, wenn nicht lächerlich. Zudem ist der Lehrer Lohse, der hier bei Halefs Haddeddihn europäisch – vornehmlich natürlich deutsche – Kultur vermitteln soll, und permanent im Munde geführt wird, äußerst nervtötend. Man würde diesen, gar nicht in Erscheinung tretenden, Mann gerne erwürgen. Wie vieles andere auch wird hier May nachgeahmt und sich ihm genähert, doch es fehlt das Geschick es angenehm in den Lesefluss einzubauen.

    Bis in das kleinste Detail wird hier Karl May mit all seinen Stärken und Schwächen aufgenommen und in ein spannendes Fantasyuniversum versetzt. So kommen hier nicht nur Fans des Abenteuerautors auf ihre Kosten, sondern auch Fantasyfreunde, die ein ungewöhnliches Abenteuer zu schätzen wissen.

    Spannend, außergewöhnlich und sehr lesenswert – nicht nur für Fans!

  5. Cover des Buches Durch die Wüste - Karl May´s Gesammelte Werke Band 1 (ISBN: B004W1ISZW)
  6. Cover des Buches Auf der Spur der Sklavenjäger (ISBN: 9783780225061)
  7. Cover des Buches Das magische Tor im Kaukasus (ISBN: 9783780225085)
    Friedhelm Schneidewind

    Das magische Tor im Kaukasus

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Statt sich bei den Haddedihn vom Abenteuer mit Kapitän Nemo erholen zu können, wird Kara Ben Nemsi von Mara Durimeh nach Georgien geschickt – und Halef lässt es sich natürlich nicht nehmen seinen Sihdi zu begleiten. Ein geheimnisvoller, reicher Amerikaner hat im Kaukasus ein Tor zur Geisterwelt geöffnet – und deren Schicksal steht jetzt auf dem Spiel, da die Magie aus diesem Riss blutet. Die beiden Freunde sollen den Amerikaner aufhalten. Dabei werden sie von alten Freunden unterstützt und es ist nur eine Frage der Zeit bis Kara Ben Nemsi wieder zu Old Shatterhand werden muss.

    Ich kenne die Vorgängerbände und hatte auch bei diesem achten Band befürchtet, dass ich die sprachlichen Schwächen wiederfinde, die die Lektüre der anderen etwas anstrengend gemacht haben. Das Gegenteil habe ich gefunden! Ich bin mitgerissen worden, von der ersten Seite an. Karl Mays Stil wurde exakt getroffen. Die Diskurse sind brillant, „Sachinformationen“ absolut genial eingebaut. Die Sprache trägt den Leser auf Händen. Die Motive aus Karl May sind unaufdringlich, mit Wiedererkennungswert und doch neu eingebaut. Alles ist vorhanden! Der Überfall auf eine „Hazienda“ – in diesem Fall ein kaukasischer Hof –, Anschleichen und „Dummheiten“ von Reisekameraden, die in bester Karl May-Manier den Helden glänzen lassen. 

    Das Buch erzählt ein eigenständiges Abenteuer, das sich unabhängig lesen lässt, aber ein paar Motive und Elemente aus den vorangegangenen Abenteuern aufnimmt. Diese werden allerdings erklärt soweit sie erklärungsbedürftig sind. 

    Der Magische Orient wartet immer wieder mit kleinen Überraschungsgästen auf, die mal mehr, mal weniger in das Abenteuer verwickelt sind. So kann man sich hier unter anderem auf Bertha von Suttner und die Pinkerton-Detektive freuen – ohne, dass ich damit schon zu viel verraten hätte.

    So hätte Karl May Fantasy geschrieben! Ich ziehe meinen Hut vor Friedhelm Schneidewind und hoffe, dass er noch viele Bücher für den Magischen Orient schreiben wird. Ich vermisse ihn schon jetzt! Alle Schwächen seiner Vorgänger hat er vom Tisch gefegt. Die Charaktere sind lebendig, die Geschichte überzeugend und sprachlich ist das Abenteuer einfach ein Genuss! Originalität, Fantasy und technisches Geschick treffen auf Karl May und seine bunte, aufregende Abenteuerwelt. Eine würdige Hommage!

    Für Fantasy- und Karl May-Fans ein absolutes Muss!

  8. Cover des Buches Moderne Helden (ISBN: 9783780205643)
  9. Cover des Buches Auch im Osten der Wilde Westen (ISBN: 9783780205629)
  10. Cover des Buches Die Winnetou-Trilogie (ISBN: 9783780205636)
    Helmut Schmiedt

    Die Winnetou-Trilogie

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Karl Mays berühmtester Roman mit dem der Indianerhäuptling bis heute Kultstatus gewann wird hier von Helmut Schmiedt genau unter die Lupe genommen – sachlich, respektvoll, und von unterschiedlichen Seiten. Sekundärliteratur von 1888 bis 2017 wird herangezogen, um auch die Rezeptionsgeschichte im Spiegel der Zeit mit einzubeziehen. Mit großer Detailkenntnisse nimmt Helmut Schmiedt die Trilogie vor und geht auch auf den nachgereichten vierten Winnetou-Band ein, der so anders und doch so konsequent die Geschichte noch einmal aufnimmt.

    Die Biografie Karl Mays wird noch einmal umrissen und aufgezeigt wie sie einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das Werk hat – wobei hier nicht nur bekannte Erkenntnisse wiederholt werden. Sehr interessant fand ich auch die ausführliche Auseinandersetzung mit dem ewigen Streitpunkt, wenn es um Karl May geht: Wie kam es zu der Legende, dass er diese Abenteuer selbst erlebt hat und warum wird es ihm bis heute zum Vorwurf gemacht? Gerade dieses Kapitel fand ich sehr spannend, da mich das Naserümpfen von Karl May-Gegnern und gerne als gehässiges Totschlagargument eingesetzte Faktum immer wieder nervt. Helmut Schmiedt setzt sich sachlich damit auseinander und zeigt überraschende Dinge auf. Jetzt bin ich sehr neugierig mich mit dem Genre „Der deutsche Amerikaroman des 19. Jahrhunderts“ auseinanderzusetzen. Da gibt es wohl noch einige Entdeckungen zu machen.

    Nicht nur bekannte Themen werden hier in einem neuen Licht beleichtet. Erzählstrategien, Text- und Rezeptionsgeschichte, Figurenkonzeption, Karl May- und Winnetou-Rezeption im 20. und 21. Jahrhundert und so vieles mehr.

    Ich habe dieses Buch verschlungen. Eine großartige Auseinandersetzung mit Karl Mays-Werk im Allgemeinen und der Winnetou-Trilogie im Besonderen. Im Fokus stehen selbstverständlich die drei Winnetou-Bände. Sehr detailliert wird das Werk auseinandergenommen, ohne es dem interessierten Leser zu verderben. Im Gegenteil. Man möchte es sofort noch einmal lesen. Es sollte allerdings schon bekannt sein bevor man zu dieser literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung greift. Man kann die Argumente dann besser nachvollziehen, findet sich hier besser zurecht und vor allem wird man dann nicht gespoilert. 

    Wer Hintergrundinformationen zu Mays Werk zu schätzen weiß und interessiert ist an Text- und Editionsgeschichte, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Winnetou verträgt es, dass man bei ihm auch mal kritisch hinschaut.

  11. Cover des Buches Nicht von dieser Welt (ISBN: 9783943767582)
    Arne Ulbricht

    Nicht von dieser Welt

    (9)
    Aktuelle Rezension von: trollchen
    Nicht von dieser Welt
    Herausgeber ist KLAK Verlag; Auflage: 1 (26. Februar 2016) und hat 290 Seiten.
    Kurzinhalt: Heinz ist ein Single, der gern liest, Schach spielt und seinen Hund verwöhnt. Ein Mann, der weder Handy noch Fernseher besitzt, nicht auf Facebook ist und sich nicht für Fußball interessiert. Seinen Lebenstraum, junge Menschen als Lehrer für Sprache und Literatur zu begeistern, hat Heinz eigentlich längst begraben…
    Doch plötzlich steht er in einem Klassenraum eines Gymnasiums der Generation Selfie und WhatsApp gegenüber. Dort sitzen Olaf und seine Freunde, die die Schüler gegen Heinz aufwiegeln und vor keiner Eskalation zurückschrecken. Aber da sind auch sein skurriler Kollege Sker und vor allem zwei Schüler, die seinen Schutz brauchen. Vor einer Klassenfahrt hofft Heinz auf einen Neuanfang. Doch es kommt anders und Heinz entschließt sich, den Schülern in diesem Psychokrieg eine grausame Lektion zu erteilen.
    Arne Ulbricht, "der Mann, der kein Beamter sein will" (Rheinische Post), hat mit Nicht von dieser Welt das eindringliche Psychogramm eines Lehrers geschrieben, der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht.
    Meine Meinung: Ich war am Ende sehr betroffen von dem Buch, denn wenn man sich überlegt, dass das eigentlich ein normaler Mann war, der Lehrer aus dem Grund geworden ist, dass er Kindern etwas beibringen wollte. Und am Ende bleibt davon nichts mehr übrig. Weil die Kinder seine ganze Lebenslust und Arbeit zunichte gemacht haben. Ich denke in der heutigen Zeit ist dieses Buch aktueller denn je, denn bei unserem Lehrermangel kann ich mir dieses Ausbrennen sehr deutlich vorstellen. Aber wiederum, in welchem job ist dies heute nicht der Fall.
    Was mich ein wenig gestört hat, waren die sehr langen Kapitel und manchmal diese nervigen ewigen Überlegungen von Heinz, die hätte man noch ein wenig kürzen können. Denn dies nimmt sehr viel von der Spannung weg. Ansonsten ist der Schreibstil sehr locker und leicht zu lesen.
    Mein Fazit: Ein sehr verstörendes Buch über die Psyche eines Lehrers, der auch kaum soziale Kontakte hat und auch kaum etwas mit den sozialen Medien zu tun hat. Dies alles wird zum Schluss ihm sehr deutlich und ein total überraschendes Ende, was mich sehr berührt hat. Ich vergebe 4 tolle Sterne.
  12. Cover des Buches Märchen und Visionen (ISBN: 9783780230881)
    Karl May

    Märchen und Visionen

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Flaventus

    Karl May war sicherlich ein sehr außergewöhnlicher Schriftsteller, der nicht nur die Welten von Winnetou und Old Shatterhand schuf, sondern sich auch abstrakteren Themen widmete. Einen kleinen Auszug dieser Schaffungsphase wurde vom Herausgeber Helmut Wörner in diesem Buch zusammengestellt, das insgesamt 11 kurze Erzählungen enthält.

     

    Mischung

    Dabei werden die Texte mit Fotografien von Timm Stütz ergänzt, so dass sich die Texte und Fotografien als Gesamtwerk präsentieren. Garniert werden die Fotografien mit passenden Zitaten aus den jeweiligen Texten. Bis auf ein, zwei Ausnahmen auch immer sehr stimmig und sehr ansprechender Motivauswahl.

    Die vom Verlag gewählte Schriftart unterstreicht den Charakter des Buchs ebenso wie die Modernisierung der Texte. Viele ältere Begriffe wurden zwar durch moderne ersetzt, an bestimmten Stellen finden sich dann allerdings doch etwas ältere Bezeichnungen. Eine gelungene Mischung, die dem Text etwas altertümliches bewahrt.

     

    Inhalt

    Inhaltlich sind viele der ausgewählten Erzählungen tatsächlich zeitlos. Dies findet seine Ursache teilweise in der Abstraktion, weswegen ich so manchen Text durchaus mehrmals lesen musste, um ihn in Gänze zu verstehen. Gleichzeitig schließt dies die Leserschaft aus, die Abenteuergeschichten erwartet. Vor allem Kinder und Jugendliche werden mit dem Verständnis der Texte ihre Probleme haben, weswegen sich das Buch eindeutig an Erwachsene richtet.

    Wie bei solchen Sammlung schon fast üblich, konnten mich nicht alle Erzählungen überzeugen. Bei so mancher habe ich mich schon gefragt, was mir der Autor damit sagen wollte. Andere hingegen sind wirklich klasse und haben durchaus noch aktuellen Bezug und der Leser merkt angesicht ihreres Entstehungsjahres ihr Alter in keinster Weise an.

     

    Fazit

    Diese Sammlung von kurzen und längeren Geschichten laden den Leser zum Nachdenken ein. Zusammen mit den exzellenten Fotografien ergeben sie ein stimmungsvolles Gesamtbild, das mir persönlich sehr gut gefallen hat. Vereinzelt passt zwar weder Text noch Bild, in Gänze ist dieses Buch allerdings für Leser abstrakter Texte eine Empfehlung wert.

    Dabei muss der Leser zwar nicht unbedingt die Werke von Karl May kennen, aber es hilft schon ungemein, wenn die Charaktere Kara Ben Nemsi oder Hadschi Helf Omar bekannt sind, damit sich im Kopf des Lesers das passende Grundgerüst zu den Erzählungen bilden kann.


    Diese Rezension findet sich auch auf meinem Bücherblog.

  13. Cover des Buches Orientzyklus (Gesamtausgabe - Durch die Wüste, Durchs wilde Kurdistan, Von Bagdad nach Stambul, ...) (ISBN: 9786050413144)
  14. Cover des Buches Die Berge der Rache (ISBN: 9783780225047)
    Alexander Röder

    Die Berge der Rache

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Der Tod ist nicht das Ende, dass muss Kara Ben Nemsi bitter erfahren, denn der finstere Magier Al-Kadir lässt sich davon nicht aufhalten. Den Freunden bleibt nichts anderes übrig als das Übel direkt in der Geisterwelt zu bekämpfen. Hilfe erhofft sich Kara dabei von der weisen Marah Durimeh. Aber auch die Hexe Qendressa ist noch lange nicht aus dem Spiel.

    Das große Finale des ersten Zyklus‘ gibt der Geschichte noch einmal einen völlig neuen Dreh. Man begegnet wieder Charakteren, die man aus Karl Mays Orientzyklus zu kennen glaubt und findet sie in einem völlig neuen Kontext mit ganz anderen, manchmal sogar unsympathischen Zügen wieder. Die Geisterwelt wartet dann noch mal mit völlig neuen Ideen auf, die schon ahnen lassen, dass die eine oder andere später wieder aufgegriffen wird. Leider war die Reise dahin manchmal etwas langatmig als wolle man den Leser mit Gewalt noch einmal zu bekannten Schauplätzen und Charakteren schleifen.

    Mit dem Ende des ersten Zyklus ist bereits klar, dass sich das nächste Abenteuer aus diesem entwickeln wird. Der ewige Reisende Kara Ben Nemsi wird weiterreisen und die nächste Fährte verfolgen. Seine Freunde lässt man zurück, um sie wiederzutreffen. Es gibt immer ein Rätsel, das ungelöst blieb, eine Fährte, die verfolgt werden muss. Wohin es die Freunde auch als nächstes verschlägt, ich werde dabei sein!

    Die phantastische Idee Karl May mit Fantasy zu kombinieren und neue Abenteuer zu gestalten hat sich bestens bewährt. Auch wenn der Schreibstil sich leider wieder den ersten beiden Bänden angenähert hat, mit seinen weitschweifigen, manchmal nervend unpassenden (und auch uninteressanten) Diskursen, liebe ich den magischen Orient und kann den nächsten Band nicht erwarten.

    Für Karl May Fans, Fantasy-Freunde und alle, die mal etwas andere Geschichten lesen wollen, ist diese Reihe genau das Richtige!

  15. Cover des Buches Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste (ISBN: 9783462054200)
    Philipp Schwenke

    Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Als Kind habe ich die Bücher von Karl May verschlungen. Ich habe mir – soweit ich mich erinnern kann – nie Gedanken darüber gemacht, ob es sich dabei um Tatsachenberichte handelte. Spätestens in meiner frühen Jugend war mir dann aber bekannt, dass sie der Phantasie eines kreativen Kopfes entsprungen sind. Enttäuscht hat mich das nicht, eher verwundert.

    Der Roman beginnt mit einem kurzen Rückblick in das Jahr 1862 als Prolog. Dann fokussiert er sich auf die Ereignisse von 1899 bis 1902, den Zeitraum in dem zunehmend ans Licht der Öffentlichkeit rückte, dass Karl May seine Abenteuer wohl gar nicht selbst erlebt hat. Um seinen Zweiflern, aber vor allem sich selbst zu beweisen, dass er es doch kann, macht sich in fortgeschrittenem Alter nochmals auf den Weg in den Orient und erstmals überschreitet er damit tatsächlich die Grenzen Europas. Dieses 'Abenteuer' stellt den einen Erzählstrang dar, im parallel verlaufenden zweiten, wird die zunehmende Zerrüttung seiner Ehe mit Emma und die zweifelhafte Rolle, die Klara, die Witwe seines besten Freundes Richard dabei spielt, in den Blick genommen.

    Im Erzählfluss wird ziemlich viel hin und her gesprungen zwischen den Zeitlinie. Dieses Stilmittel hat sicherlich seinen Sinn, doch ich finde, manchmal hat es mich doch ein wenig schwindelig gemacht. Ansonsten ist der Sprachstil gut und ohne viel Anstrengung zu lesen. Bei mir war es eine Urlaubslektüre. Ohne zu viel zu verraten, gibt es noch mehr Ebenen zwischen Fiktion und Realität, wie man zunächst denkt. Das ist dem Autor gut gelungen, damit zu überraschen. Manche Schilderungen der Zerwürfnisse zwischen den Eheleuten halte ich für zu ausführlich. Die 'gleichgeschlechtliche' Episode finde ich nicht so ganz nachvollziehbar.

    Philipp Schwenke stellt Kay May als größenwahnsinnigen, realitätsfremden, manipulierbaren und letztendlich psychisch stark angeschlagenen Menschen dar. Bei der Lektüre weiß man nicht so genau, ob man nun Mitleid für ihn oder Abneigung entwickeln soll. Die Aufschneidereien Mays haben immer auch eine peinlich-humoristische Komponente.

    Fazit: Ich habe diesen Wälzer mit relativem Vergnügen gelesen.

  16. Cover des Buches Dr. med. Karl May (ISBN: 9783780216366)
  17. Cover des Buches Im Banne des Mächtigen (ISBN: 9783780205018)
    Alexander Röder

    Im Banne des Mächtigen

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde
    Bei diesem Buch war ich sehr gespannt. Denn ich habe als Jugendliche sehr gerne Karl May Romane gelesen, und das ist bis heute geblieben. Darum hat es mich sehr intressiert, ob man Karl May‘s Orient mit magischen Fantasy Elementen kombinieren kann. Und wie ich finde, geht es ohne Probleme. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig am Anfang, aber so nach und nach verschmilzt es miteinander. Dadurch verliert es aber nicht an Spannung. Sondern ganz im Gegenteil, es wird dadurch sogar noch eine Prise Action hinzugefügt. Und die überraschenden Wendungen machen das Buch erst so richtig intressant.
    Ich würde allen Fantasy Fans empfehlen, das Buch wenigstens mal in die Hand zu nehmen und reinzublättern.
  18. Cover des Buches Im Reiche des roten Adlers (ISBN: 9783780201775)
    Anton Haider

    Im Reiche des roten Adlers

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Karl Mays Zeit in Tirol war mehr als nur Urlaub und Erholung. Hier traf er Fans zu denen er eine Bekanntschaft aufbaute, die in seinen Prozessen eine wichtige Rolle spielen sollten. Aber nicht nur das: diese Bekannten waren selbst Autoren, die Wert auf seine Meinung legten, die er ermunterte, rezensierte, denen er half. Wer kennt heute noch die Namen Henriette Schrott oder Leopold Gheri?

    Dieses Buch gibt keinen distanzierten Forschungsbericht, es publiziert Originaldokumente – Briefwechsel, Postkarten, Fotos – von Siegfried Augustin fachgerecht eingeleitet. Diese Briefe geben einen neuen Einblick in die turbulente Zeit als Karl Mays Stern vom Himmel geholt wurde. Wie seine Ehe zerbrach – durch Klara Plöhn, die sich wohl nicht zu schade war mit beiden (!) Mays ein Verhältnis anzufangen, um schließlich mit Karl ein neues Leben zu beginnen. Was wirklich geschehen ist, wo die Schuld lag, wer welche Motivation hatte – es wird wohl ein Geheimnis bleiben, das die Vergangenheit nicht mehr enthüllen wird. Dubios waren alle drei – Schuldzuweisungen sind heute müßig und jedem von ihnen ist von Forschern schon die Rolle des Schuldigen zugewiesen worden.

    Für mich war der Briefwechsel mit Leopold Gheri am interessantesten. Dieser Autor war ein damals bekannter Reiseschriftsteller, der im Gegensatz zu May tatsächlich in den Ländern, über die er berichtete, unterwegs war. Heute ist er vergessen – zu einer Neuauflage seines Werkes in den 1950ern – noch von ihm persönlich begleitet – kam es nicht mehr. Das ist sehr schade, denn die in diesem Band abgedruckten Texte von Gheri machen Lust auf mehr.

    Dieser Sonderband des Karl May Verlags gibt einen tollen Einblick in unbekannte Details aus Karl Mays Leben, in die Schizophrenie als seiner Stern sank und nicht nur er selbst fast unzurechnungsfähig begann, zu halten, was ihm Neider und Hüter der Gesellschaft gewaltsam entreißen wollten.

    Das Buch wartet mit vielen Pluspunkten auf: der vollständige Briefwechsel mit Leopold Gheri, reichhaltiges Bildmaterial (Postkarten, Fotos, Noten-, Manuskriptblätter, Briefe und Karten. Dazu kommen die sonst vergriffenen Geschichten von Leopold Gheri, die einen Einblick in das Werk eines großen, vergessenen Autors geben und dieses einzigartige Buch perfekt abrunden.

    Dieses Buch ist eine klare Leseempfehlung für Fans von Karl May, Interessierte an Briefwechseln und Biografien, an Literaturforschung, aber auch für Begeisterte von Reiseschriftstellern, Zeitgeschichte, Gesellschaft, Leben, Tourismus und Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Von meiner Seite aus, eine klare Leseempfehlung!

  19. Cover des Buches Ein Zöllner wie Matthäus (ISBN: 9783946169185)
    Ekkehard Walter

    Ein Zöllner wie Matthäus

    (2)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    Kreuz

    K einer half ihm

    R ömer kreuzigten ihn

    E rlösung war sein Ziel

    U mkehr predigte er

    Z ukunft gab er

    Das Buch enthält viele Gedichte, Aphorismen und ein paar Kurzgeschichten. Die Gedichte unterscheiden sich häufig in Thema und Aufbau. So wendet sich der Autor in etlichen Gedichten christlichen Themen zu, während er in anderen aktuelle Probleme unserer Zeit aufs Korn nimmt.

    Eines der Gedichte, die mir am besten gefallen haben, ist das oben zitierte. Hier kommt der Autor in kurzer und prägnanter Form sofort auf den Kern des Problems. In anderen fasst er Texte aus der Bibel in Verse, so das Gleichnis vom vierfältigen Ackerfeld oder den Kampf Davids gegen Goliath. Dabei nutzt er die freie Form der Poesie. Zwar gibt es meist Reime, aber die Länge der Verse variiert nach Bedarf.

    Einige der Gedichte regen zum Nachdenken an, in anderen ist ein feiner Humor zu spüren, zum Beispiel in „Aufstand in der Kaffeerösterei“.

    Es gibt Gedichte, da steckt eine gewisse Provokation dahinter, dass heißt, der Autor testet die Grenzen der sprachlichen Möglichkeiten aus.

    Auch die spezielle Form des Haikus kommt mehrmals vor.

    Die Vielfalt der Themen und die unterschiedlichen Stilelemente sprechen sicher jeden Leser ganz persönlich auf seine besondere Art an. Mich haben die Gedichte am meisten beeindruckt, die eine Botschaft enthielten und diese kurz und knapp auf den Punkt brachten.

    In den Versen ist zu erkennen, dass der Autor mit offenem Blick durch unsere Zeit geht, auch Kleinigkeiten registriert und sich Gedanken über die Lebenswirklichkeit macht. Das wird in einigen Gedichten gespiegelt im Licht des christlichen Glaubens.

    Die Prosastücke sind alle gut ausgearbeitet. Die handelnden Personen werden ausreichend charakterisiert. Das Geschehen wird logisch aufgebaut und hat fast immer eine überraschende Pointe.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Mit seinen Gedichten und Texten hat mir der autor einen Einblick in seine Gedankenwelt ermöglicht. Ich möchte mit einem Gedicht schließen, in dem sich sicher viele wiederfinden:

    Antriebslos

    Ich wollte

    Ich sollte

    gewisse Sachen

    wären zu machen

    doch irgendwie

    mach ich es nie

  20. Cover des Buches Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur (ISBN: 9783570553947)
    Sandra Richter

    Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur

    (1)
    Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-Pape
    Dichter und Denker aus der Sichtweise der „Welt“ hergesehen

    Einerseits heiß es traditionell über Deutschland, es sei „das Volk der Dichter und Denker“. Goethe, Schiller, Mann und dutzende andere Literaten gelten als „kulturelle Nationalheiligtümer“ und Vorreiter und Begründer des „Deutschen“ an sich.

    Und andererseits war zu weitgehend allen Zeiten und ist es in der Gegenwart noch in viel dichterem Maße, Literatur immer auch international wirksam (man Denke nur an Stefan Zweigs Hoffnung auf „Völkerverständigung“ und „europäischen Frieden“ durch die Kultur vor Beginn des ersten Weltkrieges im Rahmen des innereuropäischen Austausches der Literaten und derer Werke).

    So startet die Autorin ihren lebendigen, überaus informativen Blick auf die deutsche „Welt-Literaturgeschichte“ nicht ohne Hintergrund und treffend mit Boris Karloff als „Frankenstein“, der in einem Lederkoffer den „Werther“ entdeckt und einschneidend auf dieses Werk reagiert.

    Darin liegt die Grundfrage der Autorin, der sie im Werk nachgeht:

    „Warum ist sie (die deutschsprachige Literatur) außerhalb der deutschsprachigen Provinzen überhaupt von Bedeutung“ (und das zudem mit fast kultartigem, langanhaltendem Charakter in der Welt)?

    Liegen in der deutschen Literatur tatsächlich „allgemeine“ ästhetische Werte oder anthropologische Konstanten, die über den engeren Bereich des Zielpublikums heraus Bestand haben?

    Auf jeden Fall, und dafür liefert Richter vielfache Belege und Beispiele in ihrer opulenten „Werkschau“, „überwindet Literatur die Grenzen ihrer Sprache und Kultur“. Dieser geweiterte Blick aus nun anderer Richtung als die bisherigen Darlegungen ausgehend von einer „nationalen Angelegenheit“ kommt also eher von außen und dringt in das Innere der Wirkung deutschsprachiger Literatur vor, was im Buch als spannende, aber, dem Anspruch nach auch verständlich, auch anstrengende Lektüre vorliegt.

    Aber auch eine Weite des Blickes, denn neben den Werken und deren Autoren selbst geht es ja vor allem auch um die Rezeption außerhalb des „Kern-Sprachraumes“. Um Übersetzer, Gönner, Freunde, Fans, Lektoren, um Kritiker, dann auch, bei filmischen Adaptionen, um Regisseure und Schauspieler (hier drängt sich nachgerade Marlene Dietrich in der Verfilmung von Heinrich Manns Werk „Professor Unrat“ unter dem Titel „Der blaue Engel“ als Beispiel eines Werkes auf, dass gerade wegen, vielleicht sogar nur aufgrund der Verfilmung Weltruf erlangte.

    Von 1450 an bis in die Gegenwart reich dabei der zeitliche Blick der Autorin, von Beginn der „deutschen Kultursprache“ bis zu deren erster internationaler Beachtung als „heiße Ware“, 1450 bis 1700.

    Schelmenroman, Aufarbeitung von Zeitgeschehen (im „Simplicissimus), Verkündigung des Glaubens in Hymnen, deutschsprachig bis ins ferne Amerika hinein, in späteren Zeitabschnitten die entdecken der Innerlichkeit in exemplarischer Äußerlichkeit der Rahmung (Nathan der Weise), gesteigert ins tiefste Gefühl als „Weltgefühl“ im „Werther“, aber auch der Idealismus in der Literatur als „Korpus einer Idee“ (ja, auch „Winnetou“ wird hier mit aufgenommen), dann über die Literatur aus Ausdruck und Begleiter einer „Welt des Umbruchs“ um die Jahrhundertwende zum 20 Jahrhundert hin, als „miefige Heimatliteratur“ im dritten Reich, da aber auch als „Kundschafter des Deutschen in der Welt“ durch die zahlreiche Literatur der Emigration, es ist ein breiter und vielfältiger Blick, den Richter in diesem Werk dem Leser öffnet.

    Und in dem klar wird: „dass deutschsprachige Literatur in ein mehr oder minder globales Gespräch eingebunden ist, was uns alle angeht“. Wobei Richter eine gewisse Einengung nicht vernachlässigt, denn der „Sprachraum“ wird überwunden, aber nicht „weltweit“ unbedingt. Kulturelle gemeinsame Grundlagen bedarf es schon in nicht wenigen Fällen, um literarische Werke nicht nur der Sprache, sondern auch dem Sinngehalt nach erfolgreich „zu übersetzen“.

    Aber dennoch, in durchaus besonderer Form versteht es die deutsche Literatur seit Jahrhunderten bereits, aktuelle, wichtige, zeitgeschichtliche Themen ebenso wie „Archetypen“ menschlichen Seins mit internationaler Wirkung in sich einzubinden.

    Auch wenn ebenso für den eher größten Teil dieser Literatur gilt: „Jenseits der eigenen Sprache ist Nichtwahrnehmung der Regelfall“. Richter weist genügend, eigentlich eine Fülle von „Ausnahmen“ vor, die den Blick auf die deutschsprachige Literatur stark erweitern und dem Leser einen „weltweiten Blick“ ermöglichen.

    Eine anregende, nicht einfache, aber lohnenswerte Lektüre.
  21. Cover des Buches Winnetou I: Die Originale 9 (ISBN: B0B1QNCMW7)
    Karl May

    Winnetou I: Die Originale 9

    (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Schachmatt (ISBN: 9783946922933)
    Steve Heller

    Schachmatt

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    Aktuelle Rezension von: CarinaWarnstaedt

    Das Buch enthält insgesamt 10 Kurzgeschichten und ich muss sagen: Eine ist besser als die andere! Der Schreibstil ähnelt dem, was man von den Karl May Geschichten kennt, ist aber dennoch etwas moderner, was ich als sehr positiv ansehe. Die Geschichten sind alle sehr kurzweilig und angenehm zu lesen. Dabei kommen altbekannte Charaktere vor, die man genau so wiederentdeckt, wie man sie mal kennengelernt hat. Besonders finde ich dabei, dass nicht alle Kapitel aus der Sicht von Old Shatterhand geschrieben wurden, sondern auch ganz andere Charaktere zu Wort kommen und ihre Geschichten erzählen dürfen. Dabei reicht die Bandbreite von Humor bis hin zu sehr emotional. Es macht einfach nur Spaß zu lesen und ich freue mich schon wirklich auf eine Fortsetzung!

  23. Cover des Buches Ich bin nicht Karl May (ISBN: 9783938781425)
    Götz Alsmann

    Ich bin nicht Karl May

    (4)
    Aktuelle Rezension von: KarlMay
    Dieser Live-Mitschnitt eines Themenabends der lit.Cologne 2006 ist ein wunderbares Hörgernügen - nicht nur für Karl May Fans! Die 3 Sprecher haben bei Ihrem Vortrag mindestens ebenso viel Spaß wie das Publikum: Götz Alsmann führt gekonnt und mit viel Humor durch das Leben von Karl May, der am so genannten "Münchhausensyndrom"litt: Zwanghaft nahm er immer wieder neue Rollen an und hochstapelte sich durch sein gescheitertes Leben. Christian Brückner liest Texte des Autors, nicht nur aus den Roamanen, sondern auch aus Briefen und autobiographischen Schriften. Roger Willemsen schließlich liest eine Auswahl seiner Karl-May-Lyrik (Ein Schuß, ein Schrei - das meiste von Karl May).
  24. Cover des Buches Winnetou II: Die Originale 11 (ISBN: B0B1QR489P)
    Karl May

    Winnetou II: Die Originale 11

    (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

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