Bücher mit dem Tag "karolinger"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "karolinger" gekennzeichnet haben.

43 Bücher

  1. Cover des Buches Projekt - Babylon (ISBN: 9783442368327)
    Andreas Wilhelm

    Projekt - Babylon

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Frank1
    Klappentext:

    Wage zu wissen!

    Im Languedoc verfällt ein Schäfer plötzlich dem Wahnsinn. Und drei Forscher geraten in Lebensgefahr, als sie der Lösung des Rätsels um eine geheimnisvolle Höhle in Südfrankreich immer näher kommen...

    Blitz und Donner über den Bergen des Languedoc reißen einen Schäfer aus dem Schlaf. In einer Felshöhle sucht er Schutz vor dem drohenden Unwetter – doch als er sie wieder verlässt, ist er dem Wahnsinn verfallen. Sofort wird das Gebiet um die Felsen abgesperrt und streng bewacht.

    Was hat es mit der geheimnisvollen Höhle auf sich, deren Wände mit rätselhaften Botschaften in allen Sprachen der Welt versehen sind? Und woher rührt das eigenartige Leuchten tief in ihrem Inneren? Im Auftrag der UN machen sich ein englischer Historiker, ein französischer Ingenieur und eine attraktive, aber eigenartig unnahbare deutsche Sprachwissenschaftlerin daran, die mysteriösen Inschriften zu entschlüsseln.

    Schon bald heften sich Freimaurer und okkulte esoterische Zirkel an ihre Fersen. Und je näher die drei Forscher der Lösung des Mysteriums kommen, desto bedrohlicher wird ihre Lage. Da wird die junge Deutsche plötzlich von einer skrupellosen Sekte entführt...

    Das fulminante Romandebüt eines jungen deutschen Autors: Voller Spannung, Action, Abenteuer und Mystik!


    Rezension:

    Ein französischer Schäfer stößt auf eine unbekannte, mysteriöse Höhle. Wenige Tage später bekommen ein in Hamburg lebender britischer Professor und ein französischer Ingenieur überraschend Post von der UN. Als sie der Einladung nach Genf folgen, wird ihnen gegen eine fürstliche Bezahlung angeboten, die neuentdeckte Höhle zu erforschen. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Das Projekt ist streng geheim, und sie dürfen ihre Forschungsergebnisse demzufolge nicht veröffentlichen. Nachdem sie den Auftrag angenommen haben, müssen sie jedoch schnell feststellen, dass diverse Geheimgesellschaften überraschen gut informiert sind. Da die Höhle zahlreiche Inschriften in verschiedenen alten Sprachen birgt, wird schließlich noch eine deutsche Sprachwissenschaftlerin hinzugezogen.

    Der Autor schafft es, den Leser in ein von Anfang bis Ende spannendes Abenteuer zu entführen, wobei er zahlreiche relativ aktuelle wissenschaftliche und historische Erkenntnisse geschickt in die Handlung einflicht. Leider opfert er die Logik dabei teilweise dem Spannungsaufbau. Da wird unter dem Vorwand, eine lokale Tollwutepidemie zu erforschen, ein ganzer Berg inklusive der umgebenden Wälder einfach eingezäunt und durch schwerbewaffnete ‚Ranger‘ bewacht. Doch von der örtlichen Bevölkerung und Presse wird das anscheinend völlig ignoriert und führt zu keinerlei Verwunderung oder gar Widerstand. Selbst den – offensichtlich nicht eingeweihten – offiziellen französischen Stellen fällt offenbar nichts auf. Auch davor, dass die Tollwut, wenn sie wirklich aufgetreten wäre, den Metallgitterzaun überwinden könnte, scheint niemand Angst zu haben. Während viele der im Zusammenhang mit der Höhle und den Geheimbünden aufgeworfene Fragen zum Ende des Buches aufgeklärt werden, gibt es für diese Logikschwächen leider nicht den Ansatz einer Erklärung. Ansonsten bietet dieses Buch dem fantasyliebenden und wissenschafsbegeisterten Abenteuerfan eine spannende Unterhaltung.

    „Projekt: Babylon“ stellt den 1. Band einer Trilogie dar. Da dies jedoch weder im Klappentext noch im Nachwort des Autors erwähnt wird, darf man wohl vermuten, dass die beiden Fortsetzungen ursprünglich nicht vorgesehen waren. Angemerkt sei hier auch noch, dass der Verlag den Klappentext anscheinend von einem Mitarbeiter verfassen lies, der das Buch überhaupt nicht richtig gelesen hatte. Im Laufe der Handlung wird nämlich nicht die Sprachwissenschaftlerin, sondern der Historiker entführt.


    Fazit:

    Ein spannendes Abenteuer mit Verschwörungselementen und einem sich im Laufe der Handlung steigernden Anteil Fantasy.



    Alle meine Rezensionen jetzt auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: rezicenter.wordpress.com

  2. Cover des Buches Bevor es Deutschland gab (ISBN: 9783404641888)
    Reinhard Schmoeckel

    Bevor es Deutschland gab

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Saralonde
    Wie auch in “Die Indoeuropäer” erzählt Reinhard Schmoeckel uns in diesem Buch von der europäischen Frühgeschichte, indem er an den Anfang jeden Kapitels eine fiktive Episode setzt, gefolgt von dem jeweiligen Bericht über unseren Kenntnisstand. Hierdurch wird Geschichte besonders anschaulich und spannend. Es geht um die Entstehung von Deutschland im ersten Jahrtausend nach Christus. Die Texte sind ganz besonders gut recherchiert und bieten so manche Theorie, die die meisten, auch mich, in Staunen versetzen wird. Beispiele: Litt Siegfried an Ichthyosis und war das die Erklärung für seine “Panzerhaut”? oder ”War der vermeintliche Attila der Hunne aus dem Nibelungenlied nicht viel mehr Attala, der Häuptling des germanischen Volkes der Hunen (sehr plausibel!)? Da ich ja aus dem Bereich der Sprach- und Übersetzungswissenschaft komme, fand ich die Beispiele für frühe germanische Sprachen besonders spannend, so konnte ich ein Beispiel für die altsächsische Sprache deutlich besser verstehen als ich in der Regel Alt- oder Mittelhochdeutsch verstehe, da es dem Englischen erstaunlich nahe war. So fand sich darin etwa ”forsaco”, ein Wort, das in unserer hochdeutschen Sprache nicht mehr vorhanden ist, aber jeder, der der englischen Sprache mächtig ist, erkennt dahinter das heutige englische Wort “forsake”.Das Einzige, das mir an diesem Buch Probleme bereitet hat, ist die schiere Informationsfülle auf den 900 Seiten, die wohl auch schuld daran war, das ich so lange für dieses Buch gebraucht habe. Man kann einfach nach 50 Seiten nicht mehr viel mehr aufnehmen. Doch gleichzeitig zeigt dies, wie umfassend dieses Buch informiert. Ich kenne persönlich kein Buch, das unterhaltsamer und aufschlussreicher von der Entstehung unseres Landes berichtet. Daher gebe ich diesem Punkt die vollen 5 Sterne, die es verdient.
  3. Cover des Buches Die Geschichte der Germanen (ISBN: 9783593378008)
    Arnulf Krause

    Die Geschichte der Germanen

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  4. Cover des Buches Das Reich im Mittelalter (ISBN: 9783406723971)
    Stefan Weinfurter

    Das Reich im Mittelalter

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Viv29
    Dieses Buch von Stefan Weinfurter führt den Leser auf denkbar unterhaltsame Weise durch 1.000 Jahre deutscher Geschichte. Der Schreibstil ist ausgesprochen angenehm zu lesen, auch komplexe Sachverhalte werden verständlich und umfassend erklärt. Geschichte ist so spannend und vielfältig, und in diesem Buch merkt man das auf hervorragende Weise. So gut wie nie liest es sich trocken, an manchen Stellen habe ich gebannt wie bei einem spannenden Roman die Geschehnisse verfolgt. Zuerst war ich ein wenig überrascht, wie kurz das Buch ist - der reine Text nimmt nur etwas 240 Seiten in Anspruch. 1.000 Jahre auf 240 Seiten...wird das nicht arg oberflächlich sein? Nein, das ist es keineswegs. Die Erzählweise ist komprimiert, aber beinhaltet alles Relevante. Dem Autor gelingt es, den relevanten Ereignissen und Personen hinreichenden Raum zu geben und an keiner Stelle hatte ich das Gefühl, daß wichtige Informationen fehlten.

    In fünf Kapiteln stellt Stefan Weinfurter die geschichtlichen Entwicklungen des Mittelalters dar, bringt uns die wichtigsten Personen durchaus auch persönlich nah, beschreibt Lebensumstände der Bevölkerung und die sich ändernden Ansichten und Gedankenströmungen. Beeindruckend ist es, wie er berühmte Gestalten der deutschen Geschichte zurück ins Leben holt. Karl der Große, Barbarossa, Friedrich II und andere sind hier nicht nur bekannte Namen, sondern werden hier auch Jahrhunderte - teils über ein Jahrtausend - nach ihrem Tod wieder zu Menschen, die man sich recht gut vorstellen kann. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir die ausgezeichnete Darlegung von Zusammenhängen und Bedeutungen - wir können heute meist nicht mehr ermessen, welche symbolhafte Wirkung die Verwendung eines einzigen Wortes, einer kleinen Geste damals hatte. Stefan Weinfurter erklärt es uns. So werden viele Ereignisse und Entscheidungen verständlicher, erschließt sich uns ihre Relevanz ganz anders. Geschichte auf so knappen Raum so anschaulich und verständlich darzustellen, das ist sicher nicht leicht und ich war beim Lesen immer wieder beeindruckt, wie gut es gelungen ist.

    Dem Text schließt sich ein Anhang mit diversen Karten und den Stammbäumen der wichtigsten Herrscherhäuser jener Zeit an, ebenso wie natürlich ein umfangreiches Literaturverzeichnis. So hat man hier wirklich alles, was man braucht und lernt auf angenehme Weise sehr viel. Das gebundene Buch selbst ist ansprechend gestaltet, weist einige Abbildungen auf und ist optisch erfreulich. So sollten alle Bücher über Geschichte sein!
  5. Cover des Buches Das Spiel der Königsmacher (ISBN: 9783426305447)
    Priska Lo Cascio

    Das Spiel der Königsmacher

     (11)
    Aktuelle Rezension von: thebookpassion
    Heinrich I. greift nach der Macht. Nach dem Tod von Ludwig IV. ist das Land im Umbruch. Heinrich I. ergreift seine Chance und beruft ein Treffen der Adligen und Stammesführer des Ostfränkischen Reiches zusammen. Doch die Pläne von Heinrich I. werden nicht nur sein Leben verändern, sondern auch derer, die ihm die Treu geschworen haben oder durch familiäre Bande an Heinrich I. gebunden sind. So ändert sich auch das Leben des sächsischen Kriegers Liuthar und der fränkischen Adligen Sarhild. Schnell werden die Menschen für Heinrich I. zu einem Spielball. Werden Freundschaften und Bündnisse halten?
    Aus reinem Zufall habe ich mich mit dem Genre auseinandergesetzt und tatsächlich habe ich bis jetzt in diesem Bereich nur Bücher von Rebecca Gable gelesen. Ich war daher umso gespannter, ob mir auch Romane von anderen Autoren oder Autorin in diesem Genre gefallen. Ich kann nur sagen: Ja! Auch Priska Lo Cascio konnte mich mit einem unglaublich guten Roman begeistern, der durchtränkt ist von politischen Spielen, Kämpfen und tragischen Schicksalen. Aber auch Freundschaft, Liebe und das ganz normale Leben zu dieser Zeit erhalten Raum. Trotz der vielen Machtspielchen und den politischen Rangeleien ist es mit leicht gefallen dem Geschehen zu folgen und alles zu verstehen, denn die Autorin überfordert und unterfordert die Leser und Leserinnen nicht. Für mich wurde die Geschichte einfach in einer perfekten Schnelligkeit erzählt, sodass ich mir wichtige Sachen gut einprägen konnte und es dennoch nicht langweilig oder zäh wurde.

    Schnell sind mir die Figuren ans Herz gewachsen, denn sie wirkten auf mich einfach sehr realistisch, denn die Autorin hat sich Zeit dafür genommen diese zum Leben zu erwecken. Die Figuren haben Hoffnungen aber auch Ängste und stehen oft im Zwiespalt mit ihren Gefühlen oder Entscheidungen. Sie treffen nicht immer die richtigen Entscheidungen, haben Vorurteile und auch die unterschiedlichen Schicksalsschläge haben Auswirkungen auf die Entwicklung der Figuren. Insgesamt wirken die Figuren dadurch sehr authentisch. Vor allem Sarhild und Thankmar, ein Sohn von Heinrich I., habe ich ins Herz geschlossen. Es hat mir einfach unglaublich Spaß gemacht zu beobachten, wie sich die Beiden weiterentwickeln und ihren ganz eigenen Weg gehen. Sarhild kann wirklich stur und gleichzeitig auch sehr liebevoll sein. Durch ihre intelligente und leidenschaftliche Art hat sie es zu dieser Zeit nicht immer ganz so einfach. Beide Figuren scheinen etwas verloren zu sein und Thankmar findet in Sarhild eine zweite Mutter, die seine aufgeweckte Art wirklich versteht.

    Insgesamt konnte mich der Roman absolut überzeugen und ich war tatsächlich etwas traurig, als ich die letzten Seiten gelesen habe und so die liebgewonnenen Figuren wieder verlassen musste. Eine absolute Empfehlung, auch für Neulinge in diesem Genre, von mir!
  6. Cover des Buches Karl der Große (ISBN: 9783492306126)
    Stefan Weinfurter

    Karl der Große

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Noch ein Buch über Karl den Großen? Erst vor zwei Monaten ist Johannes Frieds Biographie des Frankenkönigs und Kaisers erschienen. Im Vorfeld des nahenden Jubiläums - Karls des Großen Todestag jährt sich im Januar 2014 zum tausendzweihundertsten Mal - hat nun auch der Mediävist Stefan Weinfurter, eigentlich ein Experte für hochmittelalterliche Geschichte und die Zeit der Salier, ein Buch über Karl den Großen vorgelegt. Allein schon aufgrund seines schlanken und handlichen Formats ist es eine willkommene Alternative zu den sehr viel umfangreicheren Darstellungen von Dieter Hägermann und Johannes Fried.

    Weinfurters Buch bietet wenig Überraschendes. Es fasst knapp und mit dem Blick für das Wesentliche zusammen, was sich anhand der begrenzten Quellen über Persönlichkeit und Herrschaft Karls des Großen sagen lässt. Auch Weinfurter sieht in der Zeit Karls des Großen eine Schlüsselepoche, eine Zäsur in der Geschichte des Mittelalters. Nicht die Ausdehnung des Frankenreiches erwies sich als Karls bleibende und fortwirkende Leistung, sondern der von ihm geförderte Aufschwung des Geisteslebens und der Wissenschaften. Mit der sogenannten Karolingischen Renaissance, die eine lange Phase kulturellen Verfalls im lateinischen Europa beendete, leisteten Karl der Große und die Gelehrten an seinem Hof einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur Wiederaneignung, Bewahrung und Weitergabe antiken Wissens und antiker Literatur. Ohne diese Karolingische Renaissance wäre die Verbindung Europas zum geistigen Erbe der Antike vielleicht vollständig abgerissen.

    Wie andere Autoren betont auch Weinfurter, dass die von Karl und seinem Umfeld ausgehenden Bildungsreformen kein Selbstzweck waren, sondern in erster Linie dazu dienten, das religiöse Leben auf eine solide intellektuelle Grundlage zu stellen. Karl war ein dezidiert christlicher Herrscher, der sich den Schutz der Kirche sowie die Pflege, Vertiefung und Ausbreitung des christlichen Glaubens auf seine Fahne geschrieben hatte. Der dreißigjährige Unterwerfungskrieg gegen die Sachsen hatte zweierlei Ziele: Ausdehnung des Reiches und Bekehrung eines bislang heidnischen Volkes. Weinfurter macht keinen Hehl daraus, dass Karl ein gewalttätiger Herrscher war, ein Mann, der dem Geist seiner Zeit entsprechend Gewaltanwendung im Dienst Gottes und des christlichen Glaubens als legitim und notwendig erachtete. Weinfurter ist jedoch weit davon entfernt, Karl als "Sachsenschlächter" zu verurteilen. Stattdessen plädiert er dafür, den Frankenkönig an den Normen und Wertvorstellungen seiner eigenen Zeit zu messen. Geist, Glaube und Gewalt ließen sich damals in einer Weise miteinander verbinden, die uns heute befremdet.

    Geleitet vom Bestreben, Karl aus seiner eigenen Zeit und Kultur heraus zu verstehen, zeichnet Weinfurter ein in sich schlüssiges und überzeugendes Bild seines Protagonisten, auch wenn der relative Mangel an Quellen einer Annäherung an Karl und seine Persönlichkeit von vornherein Grenzen setzt. Was Karls Größe, von der schon die Zeitgenossen sprachen, ausmachte, wird immer zu einem Gutteil rätselhaft bleiben. Der Mensch Karl ist für uns im Grunde kaum zu fassen, ein Dilemma, mit dem jeder Historiker leben muß, der sich mit den Herrschern des Früh- und Hochmittelalters auseinandersetzt. Weinfurter setzt gleichwohl eigene Akzente, die sein Buch von anderen Karlsbiographien abheben. Er vertritt die These, der Kirchenvater Augustinus habe mit seinem Werk vom "Gottesstaat" ("De civitate dei") Karls Herrschaft als König und Kaiser nachhaltig beeinflusst. Augustinus als Ideengeber Karls des Großen? Fachleute werden dieses Diskussionsangebot vielleicht interessiert aufgreifen, während Laien damit sicher wenig anfangen können. Gerade an diesem Punkt zeigt sich, dass ein gewisses Maß an Vorwissen bei der Lektüre des Buches hilfreich ist.

    Weinfurter behandelt alle Aspekte, die in einer Biographie Karls des Großen vorkommen müssen. Im Zentrum der Darstellung stehen erwartungsgemäß die Herrschaftspraxis des Königs und Kaisers, seine Kriege, seine Beziehungen zum Papsttum. Was die Annahme des Kaisertitels im Jahre 800 angeht, so hält sich Weinfurter an den Konsens der heutigen Forschung: Karls immense Machtfülle, die im lateinischen Europa ihresgleichen suchte, sollte endlich mit einem passenden Titel versehen werden, und dafür kam nur der Kaisertitel in Frage. Das fränkische Reich brach schon wenige Jahrzehnte nach Karls Tod auseinander. Das im Dezember 800 wiederbegründete westliche Kaisertum hingegen bestand für ein ganzes Jahrtausend. Karl der Große kann heute nicht mehr ohne Weiteres als "Vater" oder "Baumeister Europas" bezeichnet werden. Versuche, West-, Mittel- und Südeuropa in einem Großreich zu vereinen, sind seit den Zeiten Karls des Großen immer wieder gescheitert. Insofern ist das Karolingerreich kein Modell oder Vorbild für eine europäische Ordnung. Dass Karl der Große dennoch einen Platz in unserem historischen Gedächtnis besitzt, verdankt er seiner Bedeutung als Impulsgeber für die Rückbesinnung auf das kulturelle Erbe der Antike und als Erneuerer des westlichen Kaisertums, einer Institution, die die europäische und deutsche Geschichte für Jahrhunderte prägte. Diese Leistungen finden in Stefan Weinfurters gut lesbarem Buch ihre verdiente Würdigung. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im November 2013 bei Amazon gepostet)

  7. Cover des Buches Duden. Was jeder wissen muss. Deutsche Geschichte (ISBN: 9783411740116)
  8. Cover des Buches Historischer Atlas Deutschland (ISBN: 9783850331951)
    Manfred Scheuch

    Historischer Atlas Deutschland

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Der Heilige Gral und seine Erben (ISBN: 9783404601820)
    Henry Lincoln

    Der Heilige Gral und seine Erben

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurmchaos
    Gibt es etwas spannenderes als die Frage, war Jesus tatsächlich tot am Kreuz? Oder lebte er in Südfrankreich ein Leben nach der Kreuzigung? Was fand Bérenger Sauniere in Renne-le-Château? Was waren die Templer? Und was haben sie mit dem Christentum zu tun? Welchen Schatz hüteten sie? Hammerspannend, für jeden Interessierten der Geschichte des Christentums zur Zeit der Kreuzigung und der Geschichte des Grals.
  10. Cover des Buches Geschichte der Stadt Zerbst: 2 Bde. (ISBN: 9783910192669)
  11. Cover des Buches Die Zeitdetektive - Unter Grabräubern und Giftmischern (ISBN: 9783473543526)
  12. Cover des Buches Deutschlands unbekannte Jahrhunderte (ISBN: 9783938176412)
  13. Cover des Buches Der große PLOETZ (ISBN: 9783869414188)

    Der große PLOETZ

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Mahomet und Karl der Grosse (ISBN: B0000BMDGZ)
    Henri Pirenne

    Mahomet und Karl der Grosse

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Henri Pirenne, Historiker-Schwergewicht der französischen Geschichte, hat mit seinem bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorgelegten Studie "Mohammed und Karl der Große" seine Kernthese für das Verständnis des Mittelalters vorgelegt. Für ihn hat nicht die Völkerwanderung das Ende der Antike und den Beginn des Mittelalters bewirkt, sondern die Expansion des Islam nach Kerneuropa. Erst mit diesem Kulturbruch begann eine Diskontinuität, ein Abbrechen der antiken Traditionen und ein Abfall ins "Dunkle Mittelalter". - Die These wurde bis in die 1980er Jahre kontrovers diskutiert. In der mir vorliegenden Ausgabe hat Jacques LeGoff Ende der 1960er Jahre die These Pirennes noch recht milde kommentiert. Aber er verweist bereits zu diesem Zeitpunkt auf eine sehr breite Forschungsdiskussion, die in vielen Facetten eben gerade Pirennes Position nicht folgt. Die aktuelle Forschung jedenfalls sieht Pirennes These mittlerweile kritisch. Unabhängig hiervon bleibt dieses Buch lesenswert, weil es Pirenne gelingt, eine gute Gesamtdarstellung der im Frühmittelalter relevanten Entwicklungen aufzuzeigen und Vernetzungen herzustellen.
  15. Cover des Buches Pope Joan (ISBN: 9780704380844)
    Donna W. Cross

    Pope Joan

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Marcus_Krug
    Unterhaltsam und kurzweilig ist es allemal, das Buch „Pope Joan“ von Donna Woolfork Cross. Aber es will auch noch mehr sein! Es will sich auch an historische Fakten gehalten haben. Also ein feministischer Roman in historischem Gewand. Zum Inhalt: Joan bzw. Johanna, die spätere Päpstin, wird am 28. Januar 814 (am Todestag Karls des Großen) als Tochter eines Kanonikers und Missionars und einer errettenswerten sächsischen Heidinnenseele geboren. Schon früh zeigt sich Johannas Wissensdurst, der sich darin äußert, dass sie schon in jungen Jahren neben Theodisk auch noch Latein und Griechisch lesen, schreiben und sprechen kann. Trotz der misogynischen Tendenzen des Dunklen Zeitalters schafft es Johanna alsbald bis an die Schola des Bishofs von Dorstadt, wo sie mit ihrem Können brilliert und sich eine mehr oder weniger zarte Liebesgeschichte mit ihrem Gönner Gerold entspinnt. Gerolds einfallsreiche Gattin Richild allerdings arrangiert eine Hochzeit Johannas mit dem Sohn des örtlichen Hufschmieds. Während der Trauung in der Kathedrale und durch den Bischof kommt es zu einem Überfall durch die Nordmänner/Wikinger. Unter den zahlreichen Opfern ist auch Johannas Bruder Johannes. Da Johanna durch die Heirat ihren Platz in der Schola verloren hatte, musste auch ihr Bruder diese verlassen – als weiterer Schritt war für ihn vorgesehen, als Mönch dem Kloster in Fulda beizutreten. So flieht Johanna – sich kurzum die Identität ihres kürzlich verschiedenen Bruders leihend – als Johannes Angelicus verkleidet nach Fulda. Dort wird sie zum Arzt ausgebildet, erkrankt aber später selbst an der Pest und flüchtet dann als Rekonvaleszenz nach Rom. Dort macht sie sich als Heiler(in) einen Namen und wird alsbald in die Dienste des Papstes Sergius gestellt. Dann folgt noch Papst Leo bis sie schließlich selbst zum Papst ernannt wird. Pope Joan Superstarlet. Ein feministischer Roman in historischem Gewand also. Die historischen Fakten möchte und kann ich hier nicht in Frage stellen. Die Kirche sollte schon im Dorf bleiben, denn ohne Fakt keine Geschichte (zumindest für einen historischen Roman), die es hier doch zu rezensieren gilt. Für feministisch halte ich das Buch deshalb, weil Johanna als Heldin stilisiert wird, die ihrer zutiefst frauenfeindlichen Epoche hier mit allen Mitteln die Stirn zu bieten versucht. Das kann man mögen, muss es aber nicht. Denn obwohl Frau Cross hier unentwegt die damaligen Misogynität zur Schau stellt, nutzt sie dafür doch nur Johanna und jede Menge Klischees. So ist Johanna zwar sehr gewandt im Umgang mit Sprachen, Büchern und Gelehrten aber mit dem Sticken will es nicht so recht klappen. Auch wird sie nicht selten als knabenhaft und weniger ansehnlich als ihre Artgenossinnen beschrieben. Dafür kann sie aber lesen und schreiben und muss sich keine Gedanken über eventuelle Hochzeitskleider machen. Aber das ist eben das Dilemma Frau Cross', denn etwas anderes, was der Autorin weiterhin noch zur Last gelegt werden sollte, ist die leidliche Zweidimensionalität der Charaktere. Genauso wie zur dunkelsten aller Dunklen Zeitalter für alle Beteiligten feststand, dass Bildung für Frauen etwas widernatürliches darstellt, so kämpft im Buch das Gute gegen das Böse, die Schönen sind dumm und die Schlauen würdigt aufgrund ihres unvorteilhaften Äußeren niemand eines Blickes – eben weil es geschrieben steht. Johanna erinnert eher an eine Frau am Ende des 20 Jahrhunderts (Entstehungszeit des Buches) und so hält sich aber auch leider die Sprache in dieser Epoche auf. Vergeblich sucht man sprachliche Anlehnungen ans 9. Jahrhundert. Aber was verlange ich da? Wenn schon die Charaktere schablonenhaft durch die Geschichte schweben und die Protagonistin eher aus dem vorigen Jahrhundert zu stammen scheint, kann man nicht auch noch auf getreue Stilistik hoffen. Ein Grund, warum diese Schmonzette mit historischen Anleihen trotz seiner knapp vierhundert Seiten kurzweilig bleibt, liegt eben in den Defiziten begründet. Die zweidimensionale Charaktere, eine unnötig hinein gefriemelte Liebesgeschichte, die modernen Lösungsansätze für mittelalterliche Konflikte und die moderne Sprache lassen einen nie zu tief in die Geschichte eintauchen und beschleunigen so den Lesefluss (und somit auch den Übergang zum nächsten Buch).
  16. Cover des Buches Die Geburt Europas im Mittelalter (ISBN: 9783406671579)
  17. Cover des Buches Das Erbe des Papstes (ISBN: 9783442463923)
    Edgar Noske

    Das Erbe des Papstes

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Die Völkerwanderung (ISBN: 9783491961272)
    Magdalena Maczynska

    Die Völkerwanderung

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Dieses Buch enttäuscht in vielerlei Hinsicht. Die Autorin stellt die Geschichte verschiedener germanischer Stämme die an der Völkerwanderung beteiligt waren nur nebeneinander dar, ohne eine überzeugende Verbindung herzustellen. Ebenfalls fehlt es an Interpretationen, was bedeutet das meist nur Faktenwissen wiedergegeben wird. Darüberhinaus sind viele dieser Fakten bereits veraltet und von der neueren Forschung überholt.
  19. Cover des Buches Die Territorialgeschichte des preußischen Staates im Anschluß an zwölf historische Karten (ISBN: B004MBZRFG)
  20. Cover des Buches Deutsche Geschichte für Dummies (ISBN: 9783527715879)
  21. Cover des Buches Die Karolinger (ISBN: 9783491960961)
    Pierre Riché

    Die Karolinger

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Eine gute Einführung in die Karolingerzeit des Mittelalters. Es wird damit der historische Rahmen zwischen 800 und 1000 abgedeckt, begleitet von kulturhistorischen Einflechtungen. Riché schreibt angenehm, lebendig und wirft nicht mit historischen Daten um sich. Damit ist das Buch insbesondere für historische Laien empfehlenswert, die eher eine Einführung denn eine fundierte Vertiefung lesen möchten. Zeitlos und bis heute ein Klassiker der Mediävistik.
  22. Cover des Buches Mittelalter (ISBN: 9783817485680)
    Christa Pöppelmann

    Mittelalter

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Karl Martell (ISBN: 9783828976733)
    Thomas R. P. Mielke

    Karl Martell

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Schmetti
    Schönes Buch über den Großvater von Karl dem Großen, der quasi dessen Wegbereiter war. Historische Fakten in eine Romanform gepackt. Lässt die Zeit wieder aufleben. Kann ich Geschichtsinteressierten nur empfehlen.
  24. Cover des Buches Die deutsche Königswahl. Ihre Rechtsgrundlagen bis zur Goldenen Bulle (ISBN: 9783534053407)

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