Bücher mit dem Tag "katholizismus"
42 Bücher
- Cody McFadyen
Das Böse in uns/Ausgelöscht
(2.008)Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee3,5 Sterne
Dieses Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Einerseits fand ich es sehr spannend, andererseits aber auch oftmals etwas zu drüber. Ich mag Thriller und Psychothriller, aber hier waren mir manche Szenen oder Beschreibungen einfach zu brutal und zu abartig. Das wirkte irgendwie schon nicht mehr authentisch, zumal auch gefühlt alle Charaktere irgendwie belastet waren.
Es war von allem etwas zu viel, trotzdem hat mich die Geschichte aber gefesselt. Ein gutes, aber schwieriges Buch für mich...
27.09.2024
- Donna W. Cross
Die Päpstin
(4.398)Aktuelle Rezension von: MarcelineZur historischen Genauigkeit: Mir ist bewusst, dass nicht alles so war, wie in dem Buch. Ich betrachte es eher als eine sehr gute und inspirierende Geschichte einer starken Frau, von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod. Dabei geht es mir gar nicht darum, ob die Welt in der Vergangenheit wirklich so ar***ig gegen Frauen war, sondern
dass es in diesem Buch so ist. In diesem Buch, dass in einer fiktiven Vergangenheit spielt, ist die ganze Welt gegen eine gelehrte Frau. Und in dieser Welt ist Johanna eine unglaublich beeindruckende Frau mit einem unglaublich beeindruckenden Leben.
mich liebe ihre Geschichte, ich liebe ihre Gedankengänge, ich liebe ihre Schlagfertigkeit und ich liebe ihre Liebe zum Wissen.
Eine Geschichte, die mich im Herzen berührt und die ich immer wieder gerne lese. - Heinrich Böll
Ansichten eines Clowns
(472)Aktuelle Rezension von: Friedrich_SchoenhoffImmer wenn ich nicht begreife, warum ich so bin, wie ich bin, brauche ich nur das Buch zur Hand nehmen und mich an die Moral der Wirtschaftswunder-Gesellschaft erinnern. An Marie, die ihre Liebe Hans verlässt, weil er sich weigert, die Kinder, die sie bekommen könnten katholisch taufen zu lassen. Und Hans selbst, der, ohne sich hätte anstrengen müssen, in Wohlstand alt geworden wäre.
Statt dessen beschließt er, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, und Clown zu werden.
Er verachtet seine Eltern, die überzeugte Nazis waren und zeigt dem Spießertum erfolgreich den gestreckten Mittelfinger, bis Marie ihn verlässt
Nun wird er der traurigste aller Komödianten, ist völlig mittellos und blickt sentimental auf sein Leben zurück.
Das Buch reflektiert in Ansätzen eine Zeit, deren Macher mich groß gezogen haben, bis ich selbst gemerkt habe, wohin das Streben nach immer mehr führt und welchen Preis ich dafür bezahlen müsste.
Jeder ist ein Kind seiner Zeit und die, die folgen, bleiben Zeit ihres Lebens ein Stück Zeuge der Zeit, ob sie wollen oder nicht. Berührend und damals 1963 skandalös, als jemand sich traute, das Gesicht des Katholizismusses zu entlarven.
Der steht heute vor ganz anderen Problemen und löst sich gerade selbst auf
- Detlef M. Plaisier
Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras
(11)Aktuelle Rezension von: HarpoDie Originalgeschichte, welche aus den sogenannten Memoiren des Vaters des "Autors", bezogen wurde, hätte eigentlich das Potential zu einer wahrhaft erzählenswerten sein können. Leider macht es der Autor - wir mögen ihn so nennen - einem unmöglich die Geschichte zu genießen. Der Grund: Langweilig und überaus langatmig erzählt. Dazu auch noch schriftstellerisch wenig ausgereifte Stil, der es fast schon zum Kraftakt macht, sich durch das Ganze durchzuarbeiten.
- Andrea Maria Schenkel
Tannöd
(821)Aktuelle Rezension von: XirxeDie Bewohner eines Einödhofes werden tot aufgefunden, selbst vor den zwei- und achtjährigen Kindern und der Magd, die erst am Tag zuvor ihren Dienst antrat, machte der Mörder keinen Halt. Auf ungewöhnliche Art und Weise nähert sich der Krimi den Geschehnissen: Ein früherer, zeitweiliger Bewohner des Dorfes kehrt zurück und ihm, 'einem Fremden und doch Vertrauten', erzählen die Bewohner ihre Gedanken, Vermutungen, ihre Sicht der Ereignisse. Nachbarn, Bekannte, Freunde usw. kommen zu Wort, und so kristallisiert sich nach und nach das Bild einer Familie heraus, die manches zu verbergen hatte. Zwischen diesen Berichten fließen immer wieder die Beschreibungen ein, was genau kurz vor dem Tode der einzelnen Bewohner geschah, so dass man sich Schritt um Schritt der eigentlichen Tat nähert. Das Ganze ist eher eine Reportage als ein herkömmlicher Kriminalroman: Der Ton ist knapp und karg - entsprechend den Personen, meist bäuerlicher Herkunft, deren Sichtweise gerade vermittelt wird. Dennoch ist es spannend wie ein Krimi, der einen mit seiner düsteren Atmosphäre, die diese Gegend umgibt, voll und ganz gefangennimmt. Ungewöhnlich - aber gut!
- Hans Rath
Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!
(135)Aktuelle Rezension von: ChristinagirlDer Psychotherapeit Jakob Jakobi hat wieder mal einen schwierigen Patienten. Anton Auerbach meint er wäre der Teufel höchst persönlich und möchte seine Seele kaufen. Seine Seele wäre für ihn etwas ganz besonderes, da er Gott getroffen hat. Durch den Kauf seiner Seele möchte er unter anderem Gott ärgern. So passieren viele komische Dinge, die mit dem natürlichem Universum nicht zu erklären sind. Unter anderem zeigt Anton Auerbach Jakob die Höhle, nur ist sie nicht so, wie man sie sich vorstellt. Auch sie hat sich in den vielen Jahrhunderten verändert... Seine Ex- Frau fängt eine Affaire mit seinem Patienten, dem angeblichen Teufel an und möchte von ihm auch noch schwanger werden. Jakob Jakobi fängt wieder mal zu zweifeln kann, ob sein Patient krank ist oder ob er wirklich das ist, was er verspricht...
Ein sehr lustiges und amüsantes Buch. Ist eine gute Vortsetzung vom ersten Buch.
- Andrew Michael Hurley
Loney
(91)Aktuelle Rezension von: SarahBIch muss vorweg sagen: Komplett habe ich die Geschichte wohl nicht verstanden. Das macht aber nichts, da ich glaube, dass das in Teilen auch so gewollt ist. Nicht auf alles wird in diesem Roman geantwortet, viel bleibt im Dunklen, vage angedeutet, der Phantasie überlassen.
Das Buch ist kein Horrorbuch, aber dennoch lassen einen die mystischen, teils mysteriösen Vorkommnisse schaudern. Die außergewöhnliche Sprache tut ihr Übriges, damit man denkt: nein danke, bei dieser Pilgerreise möchte ich nicht gerne dabei sein.
Das Buch ist ganz sicher kein Urlaubs-oder Wohlfühlbuch. Es regt zum Nachdenken an, ich denke jetzt manchmal noch an dieses Buch zurück und habe es auch schon zweimal gelesen. Es hinterlässt etwas beim Leser, was bei mir nicht viele Bücher schaffen. Außergewöhnlich geschrieben, ich habe bisher nichts vergleichbares gelesen. Der Auto erschafft eine unheimliche Atmosphäre und man weiß nie so ganz genau, was Einbildung ist, was Realität und was dazwischen liegt. Eine eindrucksvolle Geschichte, die unter die Haut geht. Klare Empfehlung ( nur nicht für den Strand :) ).
- John Boyne
Cyril Avery
(36)Aktuelle Rezension von: herr_hygge"Ich hatte keine Vorstellung davon, wie es war, einen Geliebten in den Armen zu halten, Worte der Zuneigung und Zärtlichkeiten mit ihm auszutauschen und sanft und sorglos in den Schlaf zu fallen."
Cyril Averys leben steht bereits vor seiner Geburt unter keinem guten Stern. Mit 16 wird seine Mutter vom örtlichen Priester aus ihrem Heimatort gejagt, weil sie unverheiratet und schwanger ist, undenkbar im konservativen Irland der 40er Jahre. Sie geht nach Dublin und gibt Cyril direkt nach der Geburt weg.
Ein exzentrisches Ehepaar nimmt ihn bei sich auf, doch die beiden nehmen nur wenig Notiz von ihm. Alles ändert sich als Cyril im Alter von sieben Jahren Julian Woodbead begegnet, denn mit dieser Begegnung beginnt für ihn das große Abenteuer, das man Leben nennt...
Und was für ein Leben John Boyne in seinem Roman "Cyril Avery" da vor uns ausbreitet. Über mehrere Jahrzehnte begleiten wir seinen Protagonist durch all die Höhen und Tiefen seines Daseins. Der Autor erzählt von dem Gefühl nirgendwo richtig dazuzugehören, den inneren Kampf gegen die eigene Natur, das Schwulsein, nur weil es in der damaligen Gesellschaft als verpönt gilt und unter Strafe gestellt worden ist. Es geht um ein Leben im verborgenen, um Akzeptanz und darum der Bigotterie den Spiegel vorzuhalten.
Es ist eine Geschichte voller Emotionen und Tragik, gespickt mit skurrilen Situationen und Dialogen und voll mit überzeichneten Charakteren welchen Cyril auf seinem Weg begegnen oder ihn begleiten. Auch wenn Boyne's Schreibstil auf den ersten Blick recht schmucklos wirkt, schafft er mit wenigen Worten eine Emotionalität zu kreieren die beeindruckt und sich nachhaltig in den Gedanken der Leser*innen einbrennt. Dabei lässt sich die Geschichte trotz der 733 Seiten überaus leicht weglesen.
- Maria W. Peter
Eine Liebe zwischen den Fronten
(137)Aktuelle Rezension von: binchen79Man merkt, dass die Autorin sehr ausführlich recherchiert hat und so lernt man beim Lesen des Romans noch einiges über den deutsch-französischen Krieg. Mir hat der Schreibstil der Autorin gefallen, so kann man sich alles sehr gut bildlich vorstellen. Zudem lässt sich der Roman sehr flüssig lesen.
Die Verbindung von fiktiver Liebesgeschichte und Historie ist sehr gelungen.
Mir hat das Buch sehr gefallen.
- Maria W. Peter
Die Melodie der Schatten
(189)Aktuelle Rezension von: kupfis_buecherkisteFiona soll mit ihrer Tante in die Highlands, doch da wird sie nicht angkommen. Ihre Kutsche wird überfallen, Fiona kann als einzige fliehen, der Kutscher und ihre Tante kommen um. Fiona flüchtet sich auf ein Anwesen, wo sie mürrisch empfangen wird. Das Hauspersonal ist verhalten, der Hausherr verhält sich sehr mürrisch ihr gegenüber. Zudem schleicht ein schwarzer Mann im Haus herum, und erschreckt Fiona nicht nur einmal. Zudem hört Fiona stimmen und Melodien im Haus. Trotz Unmut des Hausherren fängt Fiona an zu forschen, was es mit dem Haus und deren Besitzer auf sich hat. Nach und nach kann sie Vertrauen zum Hauspersonal, aber auch zu den Einwohnern des Ortes aufbauen. Dabei erfährt sie die Geschichte, die nicht nur den Hausherren betrifft, sondern auch ihren Vater – und sie muss sich entscheiden, zu wem sie hält.
Die Handlung dieses Buches findet im Jahre 1837 in den schottischen Highlands statt. Fiona entspricht nicht der typischen Rolle einer Frau, die man gewinnbringend verheiraten kann. Sie leidet an Fallsucht, und ihr Vater möchte sie zwar verheiraten, ist aber nicht ganz glücklich, weil er weiß, dass sich keiner seiner kranken Tochter annehmen möchte. Zudem ist er Richter, und möchte sein Ansehen waren. Dagegen hat Aidan Thristan als Hausherr keinen Ruf mehr zu verlieren. Seine Geschwister und sein Vater haben in der Region viele Menschen gewaltsam vertrieben, er selbst war als Verurteilter in Australien. Fiona versucht jedoch, Aidan von der Familienschuld zu befreien, weil sie erkennt, dass er ein gutes Herz hat. Dabei stößt sie aber in ein Wespennest, und muss sich nachher entscheiden, auf wessen Seite sie steht. Denn sie muss feststellen, dass ihr Vater die Finger im Spiel hatte, als Aidan verurteilt wurde.
Das Buch hat mir grundsätzlich gut gefallen. Es lässt sich gut und einfach lesen, und man kann gut dabei bleiben. Das Buch wird mit Schauerliteratur beworben. Hier muss ich leider sagen, die habe ich vergeblich gesucht. Ja, der Mord am Kutscher und an Fionas Tante sind grausam gewesen. Auch der beschriebene schwarze Mann hat durchaus seinen Hang zur Spannung. Aber unter einer Schauerliteratur verstehe ich mehr Gruselfaktor, den ich einfach für meinen persönlichen Lesegeschmack vermisst habe. Ich würde das Buch eher als Historienroman bewerben. In dieses Genre passt das Buch perfekt. Denn die Autorin Maria W. Peter beschreibt eindringlich, wie Highland Clearances abgelaufen sind. Auf grausame Weise wurden die Highlands geräumt, um den Platz für die Schafzucht zu bekommen. Die betroffenen Menschen wurden gewaltsam auf Auswanderschiffe geschafft, die nach Australien oder auch nach Nordamerika gebracht wurden. Die Autorin erzählt diese Geschichte nahbar am Fall von Aidan Thirstane, und webt Fiona als Liebesgeschichte wunderbar mit ein. Zugegeben, aufgrund des Klappentextes war ich auf eine andere Geschichte eingestellt, die vielleicht auch etwas mehr mit Fantasy oder wirklicher Schauerliteratur zu tun hat. Ich fahr eigentlich auf ein Schlossgespenst oder ein Fluch eingestellt. Doch letzterer Fluch offenbarte sich als Geschichtsroman, dessen Geschichte ich aus Schottland nicht kannte. Das hat mich positiv überrascht und ich konnte durch dieses Buch recht viel lernen. Also lasst euch vom Klappentext nicht irritieren und lest dieses Buch, das leicht zu lesen ist, auch wenn es eine anspruchsvolle Geschichte verbirgt. Definitiv lesenswert.
- Heinrich Böll
Gruppenbild mit Dame
(61)Aktuelle Rezension von: Marla_HumiZwar drehen sich die Recherchen des "Verfassers" vorrangig um Leni Gruyten/ Pfeiffer, aber die zu Wort kommenden Freundinnen und Bekannten Lenis erzählen selbst auch ihre eigenen Geschichten und berichten von ihrem Über-Leben während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit in Köln.
Böll präsentiert eine Fülle von Episoden und Eindrücken. Indem er die Figuren in ihrer eigenen Sprache reden lässt, werden die unterschiedlichsten Charaktere und Milieus lebendig. Alle vereint die schrecklichen und traumatischen Erfahrungen des Krieges, sei es als sowjetischer Kriegsgefangener oder als versteckte Jüdin, als Zivilisten, die irgendwie die Bombenangriffe auf die Stadt Köln überstehen, als Väter, Mütter, Frauen, die ihre Liebsten betrauern. Geschickt wird dokumentarisches Material eingeflochten.
Aber bei aller Tragik und Trauer werden auch lustige Episoden eingebaut, z.B. der "Tote-Seelen-Skandal", der dazu führt, dass Lenis Vater sein gesamtes Vermögen verliert und nur mit Mühe der Todesstrafe durch die Nazis entgeht.
Der "Verfasser" geizt nicht mit ironischen und unterhaltsamen Kommentaren zu seinen Gesprächspartnern und ihren Marotten, wobei er sich selbst nicht ausnimmt. Allein die stellenweise Neigung zu unnötigen Abkürzungen und Ausuferungen schmälert den Lesegenuss.
Schade, dass Böll vielen nicht mehr bekannt ist.
- Alexander Demandt
Alexander der Große
(8)Aktuelle Rezension von: AdmiralBevor ich mit Euch, werten Lesern, über dieses Buch plaudere, solltet Ihr evtl. wissen, dass ich das Buch nicht vollständig gelesen habe. Das hat 2 Gründe. Erstens hat dieses Buch von Alexander (!) Demandt "Alexander der Grosse. Leben und Legende" (2009) satte 483 Seiten Fließtext, mit Anmerkungen, Zeittafel, Karten, Stammbäumen, sonstigen Verzeichnissen, Bibliographie und Register sogar 655 Seiten. Zweitens wollte ich von vorneherein lediglich über Rezeption und Quellenlage Alexanders lesen, da ich für die Person Alexanders des Großen bereits andere Bücher gelesen habe. Doch eines will ich Euch, werten Lesern, von vorneherein sagen. Dieses Buch hier ist mit bisher das sympathischste.
Denn mal abgesehen davon, dass die Darstellung der Quellenlage ("Die Quellen", S. 1-32) gut strukturiert und die Erforschung der Alexanderrezeption ("Alexander im Spiegel der Nachwelt", S. 405-455) sehr nachvollziehbar dargelegt ist, schimmert der Autor Alexander Demandt mit einer sehr positiven und einnehmenden Art durch. Damit schafft der Autor die schwierige Brücke zwischen seriöser Wissenschaftlichkeit und gut lesbarerer Literatur.
Beide Kapitel, die ich gelesen habe, sind international angelegt, bearbeiten also intensiv Quellen und Perspektiven, die den lateinischen Westen hinaus gehen.
Da mir das Wenige so gut gefiel, habe ich noch das Fazit des Buches ("Alexander der Große?", S. 457-483) gelesen, in dem Demandt scheinbar alle bisherigen Themen und Einzelaspekte zusammenfasst und Alexander somit unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet und bewertet (?). Dazu gehören Alexanders Politik, Alexanders Entdeckungen, Alexanders Persönlichkeit als Mensch und mehr.
Besonders positiv an dieser Biographie ist mir die alte römische Verhaltensorientierung der "variatio" aufgefallen, nach der römische Literaten nicht einfach ihr Thema abarbeiten sollten. Stattdessen sollten sie mit Exkursen (zB Geographie, Ethnologie, Anekdoten, etc.) Freude auf seiten des Lesers hervorrufen. Ähnliches macht Demandt auch, wenn er zB am Ende des Buches die Aporie des Historikers thematisiert, einerseits einen Mörder und (nach heutigen Maßstäben) Verbrecher als "Groß" zu bezeichnen und andererseits doch etwas Achtung vor dieser Person zu haben, da Gewalttaten in allen Zeiten durchaus üblich gewesen waren (und zT noch sind !), was jedem Historiker mehr als bewusst ist.
Das Thema "Alexander der Große" hatte mich bisher noch nie wirklich interessiert, obwohl Euch das etwas paradox anmuten könnte, wenn Ihr mal in meine Bücherlisten reinschaut (viel mit Antike und so). Doch ganz besonders dieses Buch hat es mir angetan und sollte sich nochmal die Zeit und Gelegenheit bieten, werde ich es nachholen, es in seiner Gesamtheit zu lesen. Denn in einem Punkt zweifle ich nicht: dass es sich lohnen würde.
Bisher ist mir Alexander Demandt schonmal positiv aufgefallen. Evtl. habt Ihr das Buch in meiner Liste schon gesehen: "Das Attentat in der Geschichte" (hg. von A. Demandt). Auf diesen Namen werde ich in Zukunft auch vermehrt achten. :) - Lisa Jackson
Pain
(178)Aktuelle Rezension von: BlutmaedchenNachdem ich vor einigen Jahren "Shiver" von Lisa Jackson gelesen, super gefunden und fälschlicherweise für den ersten Band der New Orleans Reihe gehalten habe, bin ich froh doch noch entdeckt zu haben, dass vor Shiver noch zwei andere Bände dieser Reihe sind - auch wenn man sie wohl problemlos unabhängig voneinander lesen kann, da jedes für sich abgeschlossen ist.
Nun habe ich auch Band eins - "Pain - Bitter sollst du büßen" - gelesen und auch wenn ich die Detectives Bentz und Montoya bereits kannte, war ich etwas enttäuscht, dass sie in diesem Reihenauftakt bestenfalls als Randfiguren vorkamen. Zwar wichtige Randfiguren, aber leider ohne große Erklärung, wer die Beiden überhaupt sind. Außer, dass Bentz der ältere ist, Probleme in Los Angeles hatte und seither als Springer zwischen den verschiedenen Einheiten in New Orleans eingesetzt wird, und Montoya gerne schnell fährt und trotz seiner lateinamerikanischen Vorfahren der katholischen Kirche abgesagt hat, gibt es nicht viel nennenswertes über die Beiden zu erfahren. Bentz' Familiensituation wird noch kurz beschrieben, damit man den typisch abgehalfterten Cop besser verstehen konnte, aber über Montoya weiß man nur, dass auch gerne mal mit gutaussehenden Zeuginnen flirtet.
"Pain" beschäftigt sich hauptsächlich mit Dr. Samantha Leeds, die Psychologin, die im Radio die Sendung Mitternachtsbeichte moderiert und als Dr. Sam den Leuten am Telefon zu verschiedenen Problemen des Lebens Ratschläge gibt oder einfach nur zuhört. Die meisten Charaktere kommen aus ihrer Arbeitswelt: Ihr profitgieriger Chef George, ihre fordernde und doch beschützerische Chefin Eleanor, ihre ehrgeizige Assistentin Melanie, der stark in sie verknallte Techniker Tiny und der neidische Gator, der vor ihr die Sendung moderiert und auf ihren Sendeplatz scharf ist. Ihre beste Freundin Corky, weit weg wohnend in Houston, hört sie nur via Telefon und bekommt von ihr zum ersten Mal nach Jahren Informationen über ihren Bruder Peter, den sie schon so lange nicht gesehen hat, dass sie ihn auch für tot halten könnte. Die dahinterstehende traurige Familiengeschichte wird abwechselnd in Telefonaten mit ihrem Vater nur kurz angeschnitten. Über die bisherigen Männer in ihrem Leben - Ex-Mann und ihr damaliger Professor, Jeremy Leeds, sehr von sich selbst eingenommen und neidisch auf Sams Erfolg, und David Ross, von Beruf Erbe und gewohnt alles zu bekommen, der nicht wahrhaben will, dass Sam ihn nicht heiraten möchte, sogar die Beziehung mit ihm beendet - bekommt man einen guten Einblick in die Wahl ihrer Männer. Einzig der neue, geheimnisvolle Nachbar Ty Wheeler mit seinem Boot, das ihn in den Wahnsinn treibt und einem treuen Hund an der Seite, scheint für Sam etwas Gutes zu bedeuten.
Neben den sehr ausschweifenden Erzählungen zu Sams Arbeitstag, lässt die Autorin auch Platz für das Böse, dass in New Orleans lauert und auf fanatisch-religiöse Weise Prostituierte ermordet. Die Erzählweise aus seiner Sicht macht dem Leser deutlich, wie intelligent und skrupellos er ist. Und wie wichtig es ihm ist während des mordens Dr. Sams Radiosendung zu hören. Es scheint eine Verbindung zu geben zwischen dem Mörder und Father John, wie er sich selbst, wenn er mit Dr. Sam telefonisch in Kontakt tritt und ihr droht, dass sie büßen und beichten muss. Auch Verfolgung, Einbruch und Sachbeschädigung nutzt er um Samantha Angst einzujagen. Er ist immer da und sie weiß nicht, was er wirklich von ihr will. Eine Sache steht aber fest: Trotz ihrer Arbeit als Psychologin ahnt Samantha nicht, wie sehr die John unterschätzt...
Fazit:
"Pain" ist ein eindeutiger Titel, doch wirklich voller Schmerz ist dieser Thriller nicht. Für mich war es auch nicht das nervenaufreibende Thriller-Werk wie es "Shiver", "Cry" und "Angel" gewesen sind. Die Handlungen waren leider schnell vorhersehbar, weshalb es sich irgendwann nur noch sehr zäh lesen lies. Samantha ist nicht die Protagonistin, für die man Feuer und Flamme werden kann. Natürlich gehört eine gewisse Selbstsicherheit zu ihrem Auftreten, aber auch ihre Angst ließ sich nicht ganz verleugnen. Trotz Jacksons intensiver Charakterdarstellung mit gewissen familären Hintergrundinfos, war Sam für mich nicht greifbar. Wahrscheinlich war die dadurch entstehende Unberechenbarkeit in ihren Handlungen der einzige große Nervenkitzels dieses Buches.
- Gabrielle C. J. Couillez
Die Frucht des Ölbaums
(4)Aktuelle Rezension von: Vampir989Klapptext:
Anno 1230 im Languedoc/Südfrankreich. Der Baron Olivier de Termes hat wie sein Lehnsherr, der Graf von Toulouse, wieder Hoffnung die Heimat vor dem Zugriff des französischen Königs und der Kirche Roms zu befreien. Doch dann gerät er in die Fänge der Inquisition! Im Ränkespiel mit den Mächtigen sucht er Halt in der Ehe und bangt um sein Leben, als er zum Schutz seiner Familie und seines Besitzes die vom Erzbischof auferlegte Buße erfüllt. Er wechselt wiederholt die Seiten und der weltliche Lohn, den Olivier für seine Kollaboration mit den Feinden seiner Rebellenfreunde erhält, weckt den Neid seines langjährigen Gefährten. Es kommt zu einem tiefen Bruch. Der Verlust seiner großen Liebe und die Gewalt gegen sein Volk lässt Olivier an seiner Lebensaufgabe als Ritter zweifeln und bricht ihm sein Herz. Während Olivier seine wahre Gesinnung und den Schatz der Katharer vor der Welt verbirgt, muss er als vogelfreier Raubritter für das Auskommen seiner Familie sorgen .
Meine Meinung:
Dies ist der zweite Teil einer historischen Reihe.Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse des Vorgängers lesen.Zum besseren Verständnis empfehle ich aber den ersten Teil zu lesen.Zudem ist dieser auch wahnsinnig interessant.Ich kannte den Vorgänger schon und war total begeistert.Deshalb hatte ich natürlich auch große Erwartungen an diese Lektüre.Und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde.Wieder einmal hat mich die Autorin mit dieser Lektüre in den Bann gezogen.
Der Schreibstil ist einfach einzigartig.Sehr leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin.Und ich konnte das Buch kaum noch aus den Händen legen.
Ich wurde nach Südfrankreich in das Jahr 1230 entführt.Dort freute ich mich Olivier wieder zu treffen.Natürlich begleitete ich ihn eine Weile und erlebte dabei viele aufregende Momente.
Die Protoganisten wurden sehr authentisch und sehr gut beschrieben.Ich konnte sie mir klar und deutlich vorstellen.Besonders Olivier hat es mir wieder angetan.Aber auch alle anderen Personen egal ob nun bösartig oder liebenswert waren interessant.
Die Autorin hat eine bedrückende Atmosphäre geschaffen.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt.Vor meinen Augen sah ich die arme Bevölkerung,die Schlachtfelder,Burgen und Ritter.Durch die fesselnde und packende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Ich erlebte die vielen Schicksalsschläge von Olivier mit.Es hat mich sehr bewegt und berührt wie er dies alles verkraftet hat.Nie hat er aufgegeben und immer gekämpft.Das fand ich sehr mutig.Immer wieder gab es unvorhersehbare Wendungen und Ereignisse.Dadurch blieb es einfach wahnsinnig aufregend und dramatisch.Zu keiner Zeit wurde mir langweilig.Durch die sehr guten Recherchen der Autorin habe ich wieder neue Informationen über die damalige Zeit,die Inquisition,die Kirche und die Katharerkreuzzüge erhalten.Ich habe beim Lesen gemerkt mit wie viel Liebe und Herzblut die Autorin dieses Buch geschrieben hat.Natürlich hat sie auch die Romantik und etwas Humor in die Geschichte eingebaut.Dies ist ihr hervorragend gelungen.Gerade diese Mischung aus geschichtlichen Ereignissen,Spannung,Humor und Romantik haben für mich diesen Roman so lesenswert gemacht.Fasziniert haben mich auch die sehr ansprechenden und bildhaften Beschreibungen der einzelnen Schauplätze.So hatte ich das Gefühl selbst an diesen Orten zu sein und alles mit zu erleben.Viel zu schnell war ich am Ende des Buches angelangt.Ich hätte noch ewig weiter lesen können.Nun freue ich mich aber schon auf den nächsten Teil denn ich möchte unbedingt wissen wie es mit Olivier weiter geht.
Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.Für mich rundet es das brillante Werk ab.
Ich hatte viele spannende und interessante Lesestunden mit dieser Lektüre.Natürlich vergebe ich glatte 5 Sterne und danke der Autorin für dieses Meisterwerk..
- Robin Lane Fox
Augustinus
(3)Aktuelle Rezension von: Cornelia_Ruoff„AUGUSTINUS“ VON ROBIN LANE FOX
2. ZUM INHALT
Die „Confessiones“ sind wohl das meistgelesene Werk des Kirchenvater Augustinus (354-430) sind ca. 400 n. C. erschienen. Das Werk setzt sich aus 13 Büchern zusammen. Die ersten 9 Bücher stellen somit die erste Autobiographie in der Geschichte der Literatur dar und beschäftigen sich mit der Vergangenheit. Buch 10 betrifft die memoria und die Suche nach Gott. Es ist von Augustinus aus gegenwärtigem Zeitpunkt geschrieben, denn es ist ein gerade ablaufendes Zwiegespräch mit Gott. Das 11. Buch beschäftigt sich mit der Zeit und der Zeitlichkeit. Die Bücher 12 und 13 klären Fragen der Schrift.
Robin Lane Fox macht uns darauf aufmerksam, dass Augustinus nicht einmal, sondern mehrfach bekehrt wurde. Er war ein sinnlicher Mann und scheiterte oft am „Feuer seiner Lust“.
Robin Lane Fox zeigt uns in ihren Gedanken zur memoria, eine „Phänomenologie des Gedächtnisses“, Gedächtnis und Gedächtnisinhalt müssen sich dem weiten Sinn von Bewusstsein- bzw. Bewusstseinsinhalt annähern. Die Transzendenz der memoria – was liegt über der memoria – wird aber dennoch in der memoria erfahren? – Gott und beatitudo. Die memoria gilt bei Augustinus als Prinzip der Einheit des Menschen: Gefühlsbewegungen, Geistestätigkeiten, seiner Erfahrungen im Ganzen.
Feinfühlig interpretiert Lane Fox, das Zwiegespräch von Augustinus zu Gott. Er ist selbst Protagonist. Die Ich-Erzählung bestimmt einige Kapitel. Das Ich steht für den einzelnen Menschen.
Der Autor erweckt den Menschen Augustinus anhand der Confessiones zum Leben und zeigt uns, dass die Gedanken von Augustinus über das Leben, die Manichäer, seine Bekehrung und vor allem über die memoria und die Zeit sind auch aus der heutigen Sicht heraus, noch als beachtlich anzusehen, wenn man sie als Beschreibung des menschlichen Bewusstseins sieht. Die Gedanken sind nicht nur rhetorisch eine hohe Leistung, sondern auch so anschaulich geschildert, dass selbst ein philosophischer Leie einen guten Einblick erhält.
4/5 Punkten
3. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG
„Augustinus“ von Robin Lane Fox hat 746 Seiten, einen festen Einband und ist am 14.10.2017 unter der ISBN 9783608981155 bei Klett-Cotta, im Genre Sachbücher erschienen und kostet 39 €.
4/5 Punkten
4. FAZIT
Der Autor zeichnet eine Charakteristik Augustinus und schildert die Confessiones so anschaulich und einfach nachzuvollziehen. Sein Weg über die Manichäer zu Gott war kein einfacher Weg. Er war dem Leben sehr zugetan und auf Sex zu verzichten, war nur eines seiner menschlichen Probleme dabei.
Es gefällt mir, dass es hier nicht um den Kirchenvater, sondern um einen Menschen geht, der viel reflektiert, gelesen, gelernt und recherchiert hat, um seine Bekenntnisse nieder zu schreiben und das Dilemma seines Lebens, hin hergerissen zwischen dem Leben und seiner Liebe zu Gott in ein Gleichgewicht zu bringen, um ein gottesfürchtiges Leben zu erfüllen.
Es ist vermessen zu sagen, dass der Mensch in der Antike nichts mehr mit uns zu tun hat. Gerade in den Confessiones finden wir heute noch viel, was auf den heutigen Menschen zutrifft. Augustinus hat keinesfalls an Aktualität verloren.
Über Augustinus gibt es viel Literatur, vor allem gibt es viel Sekundärliteratur über die Confessiones. Ich gebe nicht die volle Punktzahl, weil ich gerne die memoria oder auch die Gedanken zur Zeit, also Buch 10 und 11 intensiver beleuchtet hätte.
@Klett-Cotta: Ich bedanke mich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.
- Heinrich Böll
Ansichten eines Clowns. Roman
(55)Aktuelle Rezension von: Novella_RomanaVerschlungen und geliebt. Das Buch hat mich direkt hineingezogen sodass ich jede Figurenemotion 1:1 mitgefühlt habe. Man möchte meinen, dass sich die Gesellschaft, speziell unter dem Gesichtspunkt der Religion, bis heute weiterentwickelt hat. Aber jeder, der vielleicht vom Land kommt und/oder Großeltern hat, die noch tief im Glauben verwurzelt sind wird wissen, dass das eigentlich nicht so ist.
Absolut lesenswerter Klassiker!
- Gilbert Morris
Das Schwert der Wahrheit
(17)Aktuelle Rezension von: BuchbloggerinIch möchte euch heute einen historischen Roman vorstellen, der sehr empfehlenswert ist! Mir war nicht klar, dass mich Das Schwert der Wahrheit von Gilbert Morris so sehr umhauen würde, denn ich muss zugeben, es hat etwas gedauert, bis die Geschichte mich für sich eingenommen hat. Die zweite Hälfte hatte es dann aber wirklich in sich.
Autor: Gilbert Morris, Verlag: SCM Hänssler, Seitenzahl: 458, Ausgabe: gebunden, erschienen am: 16.05.2019, Neupreis: 19,99 €, Originaltitel: The Sword of Truth
Der erste Band der Wakefield-Saga! England im 16. Jahrhundert. Durch tragische Umstände lernt Myles, unehelicher Sohn einer Magd, seinen adeligen Vater kennen: Sir Robert Wakefield. Plötzlich findet Myles sich im schillernden Hofleben voller verwirrender Liebesaffären und Machtkämpfe wieder. Als er in die Auseinandersetzungen um William Tyndale gerät, der die Bibel ins Englische übersetzt, muss er sich entscheiden zwischen der Frau, die er liebt, und dem Glauben, dem er seinen Lebenssinn verdankt.
Wie bereits erwähnt, verlief die erste Hälfte des Romans eher unspektakulär. Es war nicht langweilig, aber die Erzählweise war ruhig und im Vergleich zum späteren Verlauf der Handlung war es einfach noch nicht so „spannend“. Nach und nach lernt man all die Charaktere kennen, und auch wenn es viele waren, hat der Autor es geschafft, diese so in die Handlung einzubinden, dass es mir nicht schwer fiel, die Personen zuzuordnen und mir zu merken, wer wer war.
Ich habe bisher noch keinen Roman gelesen, in dem einem die Historie (hier: die Geschichte Englands) nebenbei, aber doch interessant und prägnant nahegebracht wird wie in Das Schwert der Wahrheit. Mir sind viel mehr Einzelheiten über die Zeit des Heinrich VIII. in Erinnerung geblieben, als früher im Geschichtsunterricht zu Schulzeiten. Nachdem ich den Roman beendet hatte, habe ich mir den Wikipediaeintrag zu Heinricht VIII. durchgelesen und musste feststellen, dass der Roman sehr nah an der Wahrheit steht (außer was die fiktiven Personen angeht :)).
Wer also auf „spielerische“ Weise etwas Geschichte lernen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.Doch nicht nur, dass man vieles daraus lernen konnte, hat mir gefallen. Der Autor hat kein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, unschöne, teils schreckliche Szenen zu beschreiben. Es werden Folterungen, Stierkämpfe (aber auch Kämpfe unter anderen Tieren) beschrieben usw., Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Und wenn dann noch reale Schauplätze erwähnt werden, z. B. der Tower of London, fühlt man sich beim Lesen schon ganz anders – oder?
Das, was ich besonders spannend fand, war, dass in diesem Roman eine sehr berühmte Persönlichkeit auftaucht: William Tyndale. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Bibel zu übersetzen, und er war der erste, der für die mehrere Länder umfassende Verbreitung der Bibel gesorgt hat. In diesem Roman war Myles, der Protagonist, Teil dieser geheimen und sehr gefährlichen Aktion. Einige Jahre hatte er mit Tyndale zusammengearbeitet und die Bibeln aus Deutschland nach England geschmuggelt. Wenn man bedenkt, dass jeder heutzutage (jedenfalls bei uns in Europa) so viele Bibeln haben kann, wie er nur möchte, ist es wirklich krass, was früher alles dafür getan wurde, dass man eine Bibel zumindest einmal in der Hand halten konnte.
Ihr seht also, dieser Roman ist spannend und informativ. Ich wünsche mir, dass jeder dieses Buch lesen würde, denn darin erfährt man nicht einfach nur viel über die Geschichte Englands, sondern auch einen Teil der christlichen Geschichte. Und Morris hat es geschafft, dies auf eine so spannende Art zu erzählen, dass man das Buch irgendwann nicht mehr weglegen möchte. Eigentlich ist es ein 5-Sterne-Buch, doch ich vergebe 4 von 5 Sterne, denn ich gehe davon aus, dass die folgenden Bände mindestens genau so gut sind (hoffentlich)!
Also: eine mega Leseempfehlung!! - John Boyne
Die Geschichte der Einsamkeit
(36)Aktuelle Rezension von: AukjeOdran wird Anfang der 70er als Priester in Dublin ausgebildet. Etwa vierzig Jahre später wird sein katholischer Glaube an den Prüfstand gestellt, da einer seinen ehemaligen Mitschüler und auch bester Freund, wegen sexuellen Missbrauchs an Jugendlichen angeklagt wird, und somit vor Gericht steht.
Sehr gutes Buch! Es macht einem ziemlich deutlich, wie die katholische Kirche, sexuelle Missbräuche durch Priester bewusst ignoriert und unter den Teppich gekehrt wird.
- Edoardo Albinati
Die katholische Schule
(2)Aktuelle Rezension von: wandablueRom in den 70ern des 20. Jahrhunderts.Das Verbrechen von Circeo, die brutale Vergewaltigung und der Mord von einer der zwei entführten jungen Frauen in Rom in den 70ern durch (ehemalige) Schüler des katholischen Jungeninternats San Leone Magno, abgekürzt SLM, einer geistlichen Schule, die auch der Autor himself durchlaufen hat, nimmt Albinati zum Anlass, ein Sittengemälde Roms, seiner Stadtviertel, seiner Gewohnheiten, Denkweisen und Gebräuche vorzustellen. Zeitlich liegen wir im wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, sind zentriert in den 70er Jahren und bilden Ausläufer bis in die Gegenwart.
Der mit mehr als 1200 Seiten umfangreiche Roman ist sowohl eine Art Autobiografie wie auch eine Abrechnung mit der Gesellschaft. Eine Abrechnung mit allem: Familie, Erziehung, Tradition(en), Kirche. Religion. Regeln. Ethik. Erwartungsdruck und männliche Identität. Und gleichzeitig eine Aufarbeitung. Wie es Maike Albath auf „Lesart“ (vom 2.11.2018) schreibt „changiert der Roman zwischen Psychogrammen, Essays, regelrechten Erzählungen und Gegenwartssplittern“.
Da der Autor so viele Seiten zur Verfügung hat, stellt er sehr gemächlich, von einem Thema zum anderen springend, die Umgebung seiner Jugend vor: die Schule, die Lehrer, die Schüler, die Familien und sich selbst. Es gibt nicht sehr viel echte Handlung, vielmehr ist der Roman eine Art Vorwärtsphilosophieren, ein Nachdenken über sich, die Zeit, die Ethik allgemein und im besonderen im Lichte christlicher Betrachtung (keineswegs richtig verstanden), über Verantwortung, Schuld und Geschichte. Ein Nachdenken über Prägung. Der Versuch, etwas zu begreifen. War das Geschehen zwangsläufig? Etwa den Umständen, der Zeit, der Schule, der Ausbildung, der Vereinnahmung durch die Religion, der Unterdrückung von Sexualität geschuldet? Verlustängsten.
Ein raumgreifendes Thema ist die Pubertät und männliche Sexualität sowie die misogyne Haltung der männerdominierten Gesellschaft Italiens sowie des Katholizismus.
Dieses umfassende Sittengemälde aus Autors Sicht verlangt dem Leser viel ab. Er muss sich in die Gedankenwelt des Autors hineinversetzen, ist ihr ausgeliefert und will doch gar nicht alles Private wissen. Überdies ist er womöglich nicht mit jeder Deutung einverstanden. Vielmehr erliest er auch eine Menge Wehleidigkeit und falsche Opferrolle.
Fazit: Edoardo Albinati schrieb ein ausuferndes, objektive wie subjektive Elemente enthaltendes, Sittengemälde Italiens um ein brutales Verbrechen herum. Gleichzeitig dient der Roman der Aufarbeitung und dem Erklärungsversuch männlicher brutaler Sexualität. Dennoch bleibt das Geschehen unmenschlich und unfassbar. Vor allem wäre es vermessen, eine überreligiöse Erziehung für alles verantwortlich zu machen, wiewohl sie durchaus eine (untergeordnete) Rolle gespielt haben mag.
Kategorie: Philosophischer Roman. Anspruchsvoll.
Berlinverlag, 2018.
- Volker Reinhardt
Pontifex
(5)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEs ist ein Wälzer dieses Buch. Was mir sehr gut gefallen hat, ist das Inhaltsverzeichnis, das bietet auch mit der zeitlichen Einteilung eine gute Möglichkeit gezielt nach zu lesen, zB. Bei einer bestimmten Zeitabschnitt zu suche oder einem bestimmten Papst.
Den Stil im Buch fand ich durchaus anspruchsvoller. Der Autor verwendet auch Fachbegriffe, Fremdwörter, aber auch als Laie fand ich das Buch interessant zu lesen, aber es ist kein Buch, das so liest, es ist für mich eher eine Art Nachschlagewerk, in dem man gezielt nach Informationen suchen kan, nachlesen kann und auch entdecken kann und sich festliest in Zeiten, die einen als Leser interessieren.
Ich hätte mir das Kapitel zu den Päpsten des 20. Jahrhunderts etwas ausführlicher gewünscht, aber da kann der Leser ja auch auf aktuelle Biographien der Päpste zurückgreifen.
Es auch ein Nachschlagewerk für mich, wie sich das entwickelt hat, mit dem Papsttum. Die Einleitung zeigt dem Leser einen guten Überblick, aber sie macht auch neugierig auf die Geschichte der Päpste. Das ist eine wissenschaftliche Abhandlung über die Geschichte der Päpste. Es sind Fakten in dem Buch, es geht nicht um die Religion, das macht der Autor auch hier gleich deutlich.
Im ganzen Buch verteilt finden sich Fotos, Abbildungen, das lockert den Text sehr gut auf und finde, es rundet so ein Sachbuch auch perfekt ab.
Es werden z. B. auch die Wahlgänge beschrieben, wie viele der Papst jeweils benötigte, bis zur Wahl. Kleine Details, die ich spannend und interessant finde. Kurze Lebensläufe der jeweiligen Päpste, die runden das Bild sehr gut ab. Welche Werke haben sie verfasst, der Autor geht kurz auf die Inhalte ein. Aber auch die Reaktion der Gesellschaft auf den jeweiligen Papst wird dargestellt.
Sehr gelungen finde ich auch den Anhang des Buches. Eine Karte von Roms historischem Zentrum findet sich hier. Auch historische Karten, die Provinzen des Kirchenstaates zeigen.
Es findet sich eine lange Liste mit Päpsten und Gegenpäpste, die auf dem vom Vatikan veröffentlichen Angaben passieren. Und ein reichhaltiges Literaturverzeichnis schließt sich hier an.
Da hat mir sehr gut gefallen, dass es auch nach Epochen gegliedert wurde. Sehr gelungen auch die Bibliographie, hier hat der Autor Hinweise gegeben für aktuelle Literatur zur Papstgeschichte. Abschließend gibt es ein Bildverzeichnis und ein Register.
Ein umfassendes Buch über die Papstgeschichte. Lädt ein zum Stöbern, zum interessierten Lesen und
- Nina Blazon
Die Königsmalerin
(58)Aktuelle Rezension von: AnnaKatharinaKathiDas Buch habe ich durch Zufall in einer Kiste mit Mängelexemplaren gefunden und als erstes viel mir das Cover auf, welches ich wirklich wunderschön finde. Auch der Klappentext hörte sich sehr vielversprechend an, obwohl ich sonst eher wenig mit historischen Romanen anfangen kann.
Da das Buch von Nina Blazon geschrieben wurde, wollte ich der Geschichte eine Chance geben, da mir andere ihrer Bücher (u.a. Faunblut) sehr gut gefallen haben.
Als ich zuhause dann in dem Buch geblättert habe, sind die mir die Titel der einzelnen Kapitel aufgefallen: Jedes Kapitel ist nach einer anderen Farbe benannt. Kohlschwarz, Indigo, Purpur, Ultramarin usw.
Vermutlich war es genau dieses Detail, was mich endgültig neugierig gemacht hat, also habe ich noch am gleichen Tag mit dem Lesen angefangen und wurde sofort von dieser wirklich farbenfrohen und bildgewaltigen Geschichte mitgerissen. Gleich im ersten Kapitel werden wir in ein buntes Italien entführt, in dem Vorbereitungen für ein Fest zu Ehren des Königs von Spanien laufen.
Die Hauptperson der Geschichte, die Malerin Sofonisba Anguissola, ist vom ersten Augenblick an sympatisch und der Leser wird von ihrer eigenen Begeisterung für die Kunst und die Malerei sofort angesteckt.Im weiteren Verlauf der Handlungen können wir uns immer mehr mit dieser lebensfrohen und freiheitsliebenden Italienerin identifizieren, da sie im steifen, konservativen Spanien mehr als nur ein Tabu bricht. Dass das nicht immer ohne Folgen bleibt und welchen Gefahren sich Sofonisba gegenüberstellen muss, erfahren wir im zweiten Teil des Buches, in dem die Geschichte zunehmend an Fahrt aufnimmt, sodass es schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen.
Alles in allem ist dieses Buch ein grandioses Werk, dass Lust auf mehr macht und einen am Ende nachdenklich, aber doch glücklich zurück lässt. Für mich daher ein klares 5-Sterne-Buch. - Doris Wagner
Nicht mehr ich: Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Emma Donoghue
Das Wunder
(51)Aktuelle Rezension von: HerbstroseWir befinden uns in Irland in der Mitte des 19. Jahrhunderts, wo die katholische Bevölkerung noch tief gläubig ist. Die englische Krankenschwester Lib (Elizabeth) Wright ist auf dem Weg nach Athlone, einem Dorf, in dem sich angeblich ein Wunder ereignet. Die elfjährige Anna O’Donnell soll seit dem Tag ihrer Firmung vor vier Monaten keine Nahrung mehr zu sich genommen haben, mit Gottes Hilfe aber immer noch gesund und munter sein. Zusammen mit einer Nonne hat Lib den Auftrag, das Mädchen zwei Wochen lang zu überwachen und danach einem Komitee Bericht zu erstatten. Als sie aber nach einigen Tagen die Bewachung abbrechen will, da sie nicht länger zusehen kann, wie sich ein kleines Mädchen unter den Augen des Priesters, des Arztes und der bigotten Eltern zu Tode hungert, findet sie nirgendwo Gehör. Doch dann bekommt sie unverhofft Hilfe von William Byrne, einem ebenfalls angereisten Journalisten …
„Das Wunder“ (2016 The Wonder) ist der neunte Roman der kanadischen Schriftstellerin irischer Herkunft Emma Donoghue. Sie wurde 1969 in Dublin geboren, verlegte nach ihrem Studium in Dublin und Cambridge ihren Wohnsitz 1998 nach Kanada. 2004 erwarb sie die kanadische Staatsangehörigkeit und wohnt heute mit ihrer Lebensgefährtin und ihren Kindern in London/Ontario.
Wie die Autorin in einem Nachwort erwähnt ist die Geschichte frei erfunden, wirkte jedoch auf mich beim Lesen sehr realistisch. Die damalige Zeit in Irland, die nach der großen Hungersnot noch immer vom Elend geprägt war und in der sich Glaube, Aberglaube und religiöser Wahn ausbreiten konnte, ist ausgezeichnet beschrieben und sehr anschaulich geschildert. Unvorhersehbare Wendungen verleihen dem manchmal beunruhigend realen Geschehen seine Spannung und lassen den Leser seine eigenen Vermutungen anstellen. Warum verweigert Anna die Nahrung? Täuscht sie vielleicht ihre Umgebung? Steckt ihr jemand heimlich Essen zu? Wird das Mädchen vom Arzt oder gar vom Priester beeinflusst? Oder ist es vielleicht doch ein Wunder?
Die einzelnen Charaktere sind sehr lebensecht dargestellt, besonders die Beziehung zwischen Lib und Anna ist berührend in ihrer allmählichen Entwicklung. Anfangs bezeichnet die Krankenschwester das Kind noch als Betrügerin, doch nach und nach wächst Anna ihr immer mehr ans Herz und sie sorgt sich um ihr Wohlergehen. Es machen sich auch andere Emotionen breit, besonders Hass auf die gleichgültige Mutter und Ärger auf die Umgebung des Kindes, die sich offenbar keiner Schuld bewusst sind. Man ist als Leser ganz bei Lib und ihren Gefühlen und hofft ständig, dass sich alles noch zum Guten wenden wird. Sprachlich ist das Buch ganz dem Geschehen angepasst, anfangs ist der Schreibstil noch recht nüchtern, mit Fortschreiten der Geschichte wird er mehr und mehr emotional.
Fazit: Ein außergewöhnliches Thema ist hier mitreißend und spannend umgesetzt worden. Schwer verdaulich, dennoch kann ich das Buch wärmstens empfehlen!
- Thomas Frings
Aus, Amen, Ende?
(3)Aktuelle Rezension von: peedeeThomas Frings ist seit 1987 Priester und von 2009 war er als Pfarrer in Münster tätig. Nach dreissig Jahren Pfarrberuf war für den Autor vorerst Schluss – es war „Zeit für eine révision de vie“. Durch die Amtsniederlegung und seinen Rückzug in ein Kloster erlangte er nationale Bekanntheit. Ist nun alles aus?
Erster Eindruck: Das Cover mit dem Foto des Autors ist schlicht, durch den plakativen Titel jedoch sehr auffällig. Gefällt mir gut.
Ich interessiere mich sehr für Glaubensthemen und dabei insbesondere für Erfahrungsberichte. Da hat mich der provokative Titel natürlich gleich angesprochen. Nicht nur der Titel ist auffallend, sondern auch die einzelnen Kapitel sind es, wie z.B.: „Berufen oder verdammt zur Hoffnung?“; „O Gott, mein Kind will Priester werden!“ oder auch „Christ ist man am Sonntag um zehn.“
Dem Autor ist es wichtig, zu betonen, dass es sich hier nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, sondern er über seine persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen berichtet.
Thomas Frings stellt unwahrscheinlich viele Fragen, die mich als Leser sehr zum Nachdenken gebracht haben, z.B.:
- „Was vermag jemand bei uns entdecken, für das wir längst betriebsblind geworden sind?“
- „Ist es nicht verwunderlich, dass erst dann über notwendige Veränderungen nachgedacht wird, wenn entweder kein Geld oder kein Mensch mehr da ist?“
- „Was aber sind die Chancen der bisherigen Katechese, die es zweifelsohne gibt?“
Während dreissig Jahren im Beruf (oder in der Berufung) erlebt man allerlei Veränderungen. Aber auch in der Kirche? In einer Kirche, in der die Abläufe seit so vielen Jahren gleich sind? Wie schnell kann sich eine Kirche eigentlich ändern? Soll sie es überhaupt? Mich haben die zitierten Zahlen über die aktiven Kirchgänger sehr überrascht – ich hätte nicht gedacht, dass die so tief sind. Im April 2016 hat Thomas Frings seinen Abschiedsgottesdienst gestaltet und im Februar 2017 ist das Buch erschienen. Gemäss Informationen im Internet (Juli 2018) hat der Autor im Sommer 2017 seinen Aufenthalt im Kloster beendet und ist in den Dienst des Bistums Münster zurückgekehrt. Ich finde den Entscheid von Thomas Frings, sich ins Kloster zurückzuziehen, sehr mutig. Und da er wieder zurückgekommen ist, zeigt sich auch, dass dieser temporäre Rückzug für ihn das absolut Richtige war.
„Ich sage Aus und Amen, aber eben nicht Ende. Denn ich liebe diese Kirche.“























