Bücher mit dem Tag "kein & aber"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kein & aber" gekennzeichnet haben.

35 Bücher

  1. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (417)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der junge Franz kommt in jungen Jahren aus seiner oberösterreichischen Heimat, einem kleinen Dorf, in die Grossstadt Wien, um dort bei einem Trafikanten seine Lehre zu beginnen. Das stundenlange Zeitungsstudium sind für den jungen Mann anfänglich oftmals ermüdend. Er lernt jedoch schnell und die drastischen Geschehnisse der Welt aber auch seine eigenen Sorgen im Umgang mit Frauen, insbesondere seiner ungestümen Liebe zu einer jungen Böhmin stimmen ihn nachdenklich und er ist verwirrt.

    Durch eine zufällige Begegnung lernt er den Psychoanalytiker Sigmund Freud kennen. Er sucht immer öfters seine Nähe und versucht in Gesprächen mit ihm die Lösungen seiner Lebensfragen zu finden.

    Ein ruhiges Buch, das trotz der tragischen Zeitgeschichte eine grosse Leichtigkeit ausstrahlt.

  2. Cover des Buches Der Club (ISBN: 9783036957531)
    Takis Würger

    Der Club

     (218)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Hans verliert sehr früh seine Eltern, entwickelt sich zu einem wortkargen und boxenden Einzelgänger und wird von seiner einzigen Verwandten, seiner Tante Alex, auf ein Internat nach Cambridge geschickt. Tante Alex verfolgt einen bestimmten Plan, sie erteilt Hans den Auftrag ein Verbrechen aufzuklären und Hans willigt ein, nichtsahnend auf was er sich dort einlässt. 

    Es erschließt sich ihm eine völlig neue Welt und er wird Mitglied in dem elitären Pitt Club, einem Club reicher Männer in den "Mann" nur auf Empfehlung und persönlicher Einladung gewählt wird. Eine exklusive Gesellschaft, die ihre eigenen Regeln aufstellt und danach lebt und Hans spürt nach anfänglicher Distanz den Sog, den diese Art zu leben auf ihn ausübt und welch Veränderung in ihm vorgeht. 

    Schließlich kommt er an den Punkt wo er sich entscheiden muss, ob er wirklich das Falsche tun muss, um das Richtige zu erreichen und ob Rache legitimiert ist um Gerechtigkeit zu erlangen.....

    Takis Würger ist ein sehr eindringlicher Kriminalroman gelungen, der auf eine ganz besondere Sprache Einblick in die Charaktäre gibt und in diese dem Normalbürger verschlossene Welt der Eliten, die sich aufgrund ihres Reichtums berechtigt fühlen eigene Gesetze aufzustellen, nach denen sie sich berechtigt fühlen zu leben. Doch die Wahrheit und die Gerechtigkeit finden immer ihren Weg.

  3. Cover des Buches Call Me by Your Name, Ruf mich bei deinem Namen (ISBN: 9783423086561)
    André Aciman

    Call Me by Your Name, Ruf mich bei deinem Namen

     (236)
    Aktuelle Rezension von: Lisa_Hofi
    Die Geschichte von Elio und Oliver hat mich innerhalb kürzester Zeit gefangen genommen. Das Buch ist in einem großartigen Stil geschrieben! Ich liebe die Sprache, die Art, wie der Autor die Szenen beschreibt, wie er mich dazu bringt, Dinge zu fühlen, zu sehen und zu riechen. Ich habe lange, wenn überhaupt schon irgendwann kein Buch mehr gelesen, das mich so gefangen gehalten, mich so viel fühlen lassen hat wie dieses.

    Jetzt, wo ich mit dem Buch fertig bin, bin ich traurig, dass es vorbei ist. Ich will mehr! Also, wer mir ähnliche Bücher empfehlen kann, immer her damit ;D

    Ganz große Empfehlung!


  4. Cover des Buches Ehre (ISBN: 9783036959320)
    Elif Shafak

    Ehre

     (90)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    In der Hoffnung ein besseres, erfüllteres oder sichereres Leben führen zu können, verlassen viele Menschen ihre Heimat und versuchen sich in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen. Ein sehr aktuelles Thema – jedoch spielt der Roman in einer früheren Zeitepoche. Wie schwierig eine Migration sein kann und welche kulturellen Unterschiede oft unüberbrückbar sind, zeigt dieses Buch sehr eindrücklich.


    Die Autorin, sie ist selbst Kennerin verschiedener Kulturen, erzählt die Geschichte eines Ehrenmordes. Sie vermag, den dramatischen Inhalt zu dieser archaischen Tradition offen anzusprechen. Der Roman wirkt aber nie anklagend, sondern vermittelt atmosphärisch dicht tiefe Einblicke in den nahöstlichen Kulturkreis, in dem andere Traditionen und Gesellschaftsnormen als in London den Alltag vieler Menschen bestimmen.


    Elif Shafak ist eine kluge und sensible Autorin und ich bin gespannt auf weitere Bücher von ihr.

  5. Cover des Buches Der Geruch des Paradieses (ISBN: 9783036957524)
    Elif Shafak

    Der Geruch des Paradieses

     (51)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Die Frage nach Gott ist so etwas wie der Überbau zu diesem Roman. Wir begegnen der türkischen Protagonistin auf zwei Zeitebenen: einmal in der Jetztzeit und einmal während ihrer Jahre zurückliegender Studienzeit.

    In der Gegenwart ist sie auf dem Weg zu einem Essen mit Bekannten. Dieser Erzählstrang wird beinahe in Echtzeit erzählt.

    Ihre Studienzeit verbringt die Protagonistin in Oxford. Dort freundet sich die strebsame und introvertierte junge Frau mit zwei Mädchen an, die sie etwas aus der Reserve locken wollen. Eine davon bringt sie dazu, ein Seminar bei einem umstrittenen Professor zu besuchen. Inhalt: Gott.

    Die beiden Erzählstränge wechseln sich ab und werden schließlich zusammengeführt. Das Erzählte ist ganz interessant. Aber das eigentlich Spannenden, zahlreiche angedeutete Fragen zu Gott, Religion und Gesellschaft werden mir zu wenig vertieft. Daraus hätte Shafak mehr machen können.

  6. Cover des Buches Die vierzig Geheimnisse der Liebe (ISBN: 9783036959122)
    Elif Shafak

    Die vierzig Geheimnisse der Liebe

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Stella_Stellaris

    Es handelt sich um einen Buch-im-Buch-Roman, bei dem das Thema Sufismus im Vordergrund steht. 

    Die vierzigjährige Ella führt ein wohlgeordnetes Leben mit Mann, Kindern, Haus und Hund. An der Oberfläche erscheint alles perfekt. Tief in ihrem Inneren ist Ella jedoch unglücklich. Durch ihre Arbeit lernt sie Aziz kennen und führt mit ihm einen regen Mailkontakt. Noch bevor sie sich zum ersten Mal gegenüberstehen, hat Ella sich in Aziz verliebt.

    Das Buch-im-Buch handelt von dem Gelehrten und späteren Dichter Rumi und seinem Freund Schams-e Tarizi, einem Sufi und Wanderderwisch.

    Ich habe mich vor Jahren schon einmal kurz mit Sufismus beschäftigt. Dann hat das Leben andere Themen nach oben gespült. Deshalb war es nun eine Freude für mich Rumi, dessen Gedichte mich stets auf´s Neue tief berühren, beim Lesen zu begegnen. Sein Gefährte Schams-e Tarizi war ein persischer Mystiker und Wanderderwisch; er lebte im 12./13. Jahrhundert. 

    Das Buch steckt voller Liebe und regt zum Nachdenken an.

    Obwohl mir das Buch-im-Buch sehr gefallen hat, hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin der Liebesgeschichte von Ella und Aziz mehr Raum gegeben hätte.

    Mein Fazit: Absolut lesenswert (und nicht nur einmal)!


  7. Cover des Buches Der Architekt des Sultans (ISBN: 9783036959467)
    Elif Shafak

    Der Architekt des Sultans

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Moni2506

    Elif Shafak erzählt in „The Architect‘ Apprentice“ vom Leben Jahans, der im 16. Jahrhundert zusammen mit einem weißen Elefanten nach Istanbul kam und Lehrling Sinans wurde, der als berühmtester Architekt des osmanischen Reiches in die Geschichte einging. Erschienen ist der Roman bei penguin im November 2014. Das Buch ist auf Deutsch unter dem Titel „Der Architekt des Sultans“ erhältlich. 


    Istanbul im 16. Jahrhundert: Jahan erreicht als 12jähriger Junge Istanbul an Bord eines Schiffes zusammen mit einem weißen Elefanten, der ein Geschenk für den Sultan ist. Während eines Feldzuges des Sultans trifft er auf den Architekten Sinan, der ihn fortan unter seine Fittiche nimmt. Auch Chota, der weiße Elefant, ist auf den künftigen Baustellen gerne gesehen und so bauen sie gemeinsam Moscheen, Aquädukte, Paläste und Mausoleen, die viele Jahrhunderte überdauern sollen. Doch nicht alles läuft so gut wie es den äußeren Anschein hat. Jahan muss lernen mit den Unwägbarkeiten des Lebens zurechtzukommen und nicht jeder ist ihm auf seinem Weg wohlgesonnen. 


    2019 auf der Buchmesse hatte ich mir vorgenommen ein Buch von Elif Shafak zu lesen und nun habe ich dieses Vorhaben endlich umgesetzt. Während der Literaturgala hat sie mich sehr beeindruckt und auch die kurze Lesung aus einem anderen Buch hatte mir sehr gefallen. Meine Wahl ist auf Grund der Zeit, in der es spielt, auf „The Architect’s Apprentice“ gefallen. 

    Der Schreibstil zieht einen sofort in seinen Bann. Ich konnte mir Istanbul und seine Bauten sowie die Leute, die in dieser Stadt leben, sehr gut vorstellen. Mit dem Englisch im Buch kam ich gut zurecht. Ich habe aber auch neue Worte gelernt, für die ich bisher andere englische Begriffe im Kopf hatte. 

    Der Erzählstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, aber es gibt auch jederzeit etwas fürs Leben zu lernen. Jahan kommt mit 12 nach Istanbul und die Geschichte endet am Ende seines Lebens mit fast 100 Jahren. Wir wachsen mit Jahan mit, mit seinen Erfahrungen, seinen Erfolgen, seinen Rückschlägen. Welchen Menschen kann er trauen und wem nicht. Ich habe Jahans Weg gerne verfolgt und mochte seine Freundschaft mit dem weißen Elefanten sehr. Es ist aber nichts, wo man total mitfiebert. Man verfolgt das Geschehen, genießt die tolle Sprache Elif Shafaks und versucht seine eigenen Schlüsse aus den Ereignissen zu ziehen. Ich glaube, jeder, der das Buch liest, wird etwas ganz eigenes für sich mitnehmen, je nachdem welchen Erfahrungshorizont diese Person besitzt. 

    Chota, den weißen Elefanten, mochte ich sehr gern. In jedem Teil der Geschichte hat er eine wichtige Rolle gespielt, war dabei aber nie Mittelpunkt der Geschichte. Er hat Krieg gesehen, auf Baustellen gearbeitet, Geheimnisse beobachtet, wurde von Jahan umsorgt und war ihm in allen Lebenslagen eine wichtige Stütze. Lediglich eine Sache fand ich sehr schade. Oft wurde Chota als Biest bezeichnet, selbst von Jahan, was ich sehr respektlos empfand. Es mag zu der Zeit so gewesen sein, dass man Elefanten oder große Tiere allgemein so bezeichnet hat und 1-2 mal im Buch hätte mich das in bestimmten Situationen auch nicht gestört. Meiner Meinung kam das zu häufig vor und hätte so manches Mal auch anders gelöst werden können. 

    In die Geschichte rund um Jahan und Chota ist die Stadt Istanbul und das Leben in dieser Stadt im 16. Jahrhundert eingewoben. Wir erfahren etwas über die Sultane jener Zeit und deren Kriege. Wir erleben, was es bedeutet, in einer Stadt zu wohnen, in der die unterschiedlichsten Menschen zusammen kommen und in der verschiedene Religionen ihren Platz finden müssen und dann ist da noch die Geschichte Sinans, des berühmtesten Architekten des osmanischen Reiches. Wir lernen etwas über seine Bauten, mit welchen Hindernissen er umgehen musste und wie lange er gelebt hat. Es ist viel Wissen in das Buch eingeflossen, dennoch werden nur selten Jahreszahlen genannt. Das hat mir gezeigt, dass man zwar viel Wissen für sich mitnehmen kann, es aber nicht so darauf ankommt, wann etwas genau stattgefunden hat. Dies wird im Nachwort so auch bestätigt. 

    Die Kultur des osmanischen Reiches wurde in diesem Buch zum Leben erweckt mit all seinen Facetten. Dazu gehören Bräuche und Verhaltensweisen, die einem eher fremd sind, aber man erkennt auch einiges wieder, was man in historischen Romanen liest, bei denen die Personen im Buch überwiegend christlich sind. So kommt in kleineren Abschnitten des Buches Antisemitismus und Hass gegenüber Roma zur Sprache, insbesondere in Situationen, wo ein Schuldiger für bestimmte Ereignisse gefunden werden muss. Es gibt aber auch Personen im Buch, die die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringen und gerade denen helfen, die es am schwersten im Leben haben. An mancher Stelle wirkte mir einiges ein wenig zu konstruiert und mit zu viel Glück im Spiel, insgesamt wurde ich von der Geschichte gut unterhalten. 

    Viel Zusatzmaterial gibt es nicht. So werden einige arabische Begriffe eingebracht, die über Fußnoten erklärt werden und zum Schluss gibt es noch ein kurzes Nachwort sowie eine Danksagung. Ein Personenverzeichnis sucht man hingegen vergeblich, was einem verraten könnte, welche Personen historisch verbürgt sind und welche nicht. Ein wenig wird das im Nachwort aufgenommen und ich denke, dass man in der Geschichte auch gut erkennt, wen es wirklich gab und wen nicht. 


    Fazit: Eine Geschichte, die mich gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt hat. Ich habe die Geschichte Jahan uns Chotas gerne verfolgt und mochte es sehr Gast im Istanbul des 16. Jahrhunderts zu sein. Empfehlenswert für Personen, die sich für Istanbul und seine Historie interessieren und es mögen, wenn Geschichten gleichmäßig dahinfließen und ein paar Weisheiten fürs Leben bereithalten.

  8. Cover des Buches Unerhörte Stimmen (ISBN: 9783036961095)
    Elif Shafak

    Unerhörte Stimmen

     (48)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die sonst von mir ausserordentlich geschätzte Autorin vermag mich mit diesem Roman nicht zu begeistern. Der Plot wirkt sehr konstruiert, abgründig bis ins Skurrile und weist trotz vielen weitsichtigen und klugen Gedanken eine fremdartige Sprache und Atmosphäre auf. Schade finde ich, dass die Protagonisten mit ihren aufgesetzten Dialogen ihre eigenen Werte und Vorstellungen der Gesellschaft, in der sie leben, wenig glaubwürdig verkörpern. Insofern ist absurderweise der Titel des Buches ganz stimmig.


    Die früheren Romane ‚Ehre‘ und ‚Der Geruch des Paradieses‘ sind dichter, überzeugender und offenbaren wesentlich mehr Tiefgang.


  9. Cover des Buches Der leuchtend blaue Faden (ISBN: 9783036959399)
    Anne Tyler

    Der leuchtend blaue Faden

     (67)
    Aktuelle Rezension von: gst
    Da fragt man sich, warum wir uns die Mühe machen, mehr und immer mehr anzuhäufen, wenn wir von frühester Kindheit an wissen, wie alles endet.“ (Seite 276)

    Anne Tyler erzählt in ihrem Roman die Geschichte einer Familie, die meint, etwas Besonderes zu sein. Da sind die Eltern Abby und Red, die mit ihren vier Kindern in dem Haus leben, das einst Reds Vater in dem Wissen gebaut hat, dass es eines Tages ihm gehört. Wir Leser erfahren, wie er es sich „unter den Nagel gerissen“ hat. Wir erfahren aber auch von den Eigenheiten der Kinder, vor allem vom Sorgenkind Denny, der am Ende des Buches Anzeichen vom Erwachsenwerden an den Tag legt. Sehr mitfühlend beschreibt die Autorin, wie die Eltern alt werden, aber auch, wie sie sich kennen und lieben lernten.

    Die einzelnen Episoden des Romans geben tiefe Einblicke ins Familienleben, sprechen die unterschiedlichsten Emotionen an und lassen sich sehr gut lesen. Trotzdem kann ich mich der allgemeinen Begeisterung nicht anschließen. Zu lange fühlte ich mich wie im offenen Wasser treibend, ohne zu wissen, wo ich wohl ankommen könnte. Mir fehlte der sprichwörtliche „rote Faden“; die Erzählung machte für mich zwischen den unterschiedlichen Abschnitten zu große Sprünge. Der Titel passt zwar sehr gut, wird aber erst zum Ende des Buches hin verständlich. Eines kann ich allerdings nicht leugnen: Die Autorin erzählt so, dass man sich mit den beschriebenen Personen sehr gut identifizieren kann.
  10. Cover des Buches Schau mich an (ISBN: 9783036958293)
    Elif Shafak

    Schau mich an

     (12)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Dieser Roman kreist um das Sehen in all seinen Facetten. Außerdem geht die Autorin der Frage nach, was schön und was hässlich ist und spielt mit der berühmten "Was wäre wenn"-Frage, die dem Buch im letzten Teil eine weitere, pointierte Ebene verleiht.

    Die Handlung ist indes schwierig zu beschreiben. Mehrere Handlungsebenen an verschiedenen Handlungsorten zu unterschiedlichen Zeiten sind kunstvoll ineinander geschachtelt. Dabei arbeitet die Autorin viel mit parallel aufgebauten Handlungssträngen sowie mit immer wiederkehrenden Motiven (z.B. Lippen, Schalen, Luftballons).

    Eine zentrale - wenn nicht gar DIE zentrale - Figur ist eine namenlose Ich-Erzählerin, die extrem dick ist, wodurch sie gleichzeitig von allen gesehen, aber auch absichtlich übersehen wird. Sie führt eine Beziehung mit einem kleinwüchsigen Mann, der ihre Probleme aufgrund seines Körperbaus perfekt nachvollziehen kann. Er verfasst ein Lexikon der Blicke, dessen Einträge in die Erzählhandlung eingestreut werden.

    Diese Lexikoneinträge regen stark zum Nachdenken an, sodass man den Roman schlecht einfach so runterlesen kann. Hinzu kommen die unzähligen Metaphern. Eine so bildreiche Sprache ist mir in einem Buch lange nicht mehr begegnet.

    Mir hat die Lektüre großen Spaß gemacht, wenn ich mir auch nicht anmaße, alles verstanden zu haben. Dazu müsste man das Buch wohl mehrmals lesen (oder deutlich mehr Zeit mitbringen). Aber auch mit nur einem Lesedurchgang empfand ich das Buch als Bereicherung mit guten Denkanstößen.

  11. Cover des Buches Der Bastard von Istanbul (ISBN: 9783036959245)
    Elif Shafak

    Der Bastard von Istanbul

     (32)
    Aktuelle Rezension von: LeaBeck

    Ein Roman über zwei Familien, eine türkische und eine armenische, verbunden durch eine in Vergessenheit geratene, geleugnete und nie aufgearbeitet Vergangenheit. Armanoush, eine amerikanische Armenierin, ist Anfang zwanzig als sie nach Instanbul zu der Familie ihres türkischen Stiefvaters reist, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen, unfähig eine der beiden die ihre zu nennen, trifft sie in Istanbul auf eine Familie die keinerlei Kenntnisse über die grausame Vergangenheit des eigenen Landes zu haben scheint. Gemeinsam mit Asya, dem jüngsten Familienmitglied, begibt sie sich auf die Suche nach Antworten. 


    Ein unglaublich wortgewaltiger, wunderschöner und gleichzeitig herzzerreißender Roman. Elif Shafak thematisiert unaufgearbeitete Traumata des armenischen Völkermordes, wodurch ihr drei Jahre Haft in der Türkei drohten. Ein beeindruckendes Buch über Familie, den Wunsch zu Vergessen, die Unfähigkeit zu Verzeihen, Liebe und Schuld. Nicht ohne Grund gilt Shafak als eine der bedeutendsten Autorinnen der Türkei. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben.

  12. Cover des Buches Am See (ISBN: 9783036957784)
    Bianca Bellová

    Am See

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Pialalama

    So schön ruhig und doch so kraftvoll, ist der Schreibstil von Bellová! Das Buch hat mich trotz geringer Spannung mit seinen Worten und der Atmosphäre in seinen Bann ziehen können, Und auch noch jetzt, einige Tage später, muss ich immer wieder an dieses Buch denken. Wir begleiten Nami dabei, wie er am See aufwächst. Ein See ohne Namen, fiktive Städte und Einwohner, deren Bezeichnung Uruborer ein Hinweis auf das Symbol der selbstverzehrenden Schlange ist, was wiederum wunderbar zurück auf das Buch übertragen werden kann. Die Atmosphäre dieses Landes ist trocken und träge. Und so träge diese Stadt ist, so tatkräftig ist Nami auf seiner Suche nach der Mutter. Der Junge übte auf mich eine gewisse Faszination aus. Er macht immer weiter, auch wenn ihm stets aufs Neue das bisschen Glück, das er zurückgewonnen hat, wieder genommen wird. Er trifft auf verschiedene Menschen, die für ihn eine wichtige Bedeutung erlangen und in gewissermaßen sein Leben lenken. Von diesen Menschen erfahren wir nicht allzu viel, doch es hat zu der Trägheit des lahmen Alltag gepasst. Niemand gibt zu viel von sich preis, jeder kümmert sich nur um sich selbst.

    An einigen Stellen haben mich Namis Erlebnisse, vor allem die, in denen er Gewalt begegnet, sehr betroffen gemacht. So wie ihm geht es vielen Kindern, solche Städte, Dörfer uns Seen gibt es noch immer viel zu viel. Und durch den namenlosen See wird dies meiner Meinung nach verdeutlicht. Das Einzige, das mich etwas gestört oder viel mehr verwundert hat, waren die russischen Soldaten. Die Orte, Namen und Bezeichnungen der Einwohner sind fiktiv, doch den Soldaten wurde eine real existierende Identität gegeben. Russische Soldaten gibt es wirklich. Ich hätte es passender gefunden, wenn auch hier einfach nur von Soldaten gesprochen worden wäre. Das hätte noch stärker verdeutlicht, dass dieses Szenario überall auf der Welt vorkommen kann.

    Fazit: Bellová hat mit ihren ruhigen und trotzdem starken Worten einen wunderbaren kleinen Roman geschrieben. Er mag nicht von größter Spannung sein und dennoch nimmt einen die Atmosphäre und das Schicksal von Nami ganz ein.

  13. Cover des Buches Lanny (ISBN: 9783036961057)
    Max Porter

    Lanny

     (14)
    Aktuelle Rezension von: ysmn

    Lanny ist ein eigenartiges Kind, das seine Umgebung und vor allem die Natur anders wahrnimmt. Er verbringt seine Tage damit, Objekte in der Natur zu sammeln, mit einem im Dorf lebenden Künstler zu malen, sich Geschichten auszudenken und Lieder zu singen. Als Lanny plötzlich verschwindet, gerät das Dorf in Aufruhr und seine Eltern verzweifeln. Und es scheint, als wäre das einzige Wesen, das weiß, wo Lanny ist, gar kein Mensch...

    Max Porter beschwört einen Chor aus Stimmen herauf, um seine Geschichte vom Zauber der Kindheit und von der Beziehung eines Kindes zur Natur erzählen zu können. Ich liebe es, wie Porter die Grenzen von Erzähltechniken auslotet und andere Klänge und Stimmen in die Erzählung mit einfließen lässt. Seine Sprache ist dabei poetisch und schafft eine Atmosphäre, die dicht und greifbar auf den Leser wirkt. 

    Bereits Max Porters Debütroman Trauer ist das Ding mit Federn hatte mich begeistert und ich kann beide Romane sehr empfehlen!

  14. Cover des Buches Keine weiteren Fragen (ISBN: 9783036959016)
    David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

     (131)
    Aktuelle Rezension von: joas
    ...
  15. Cover des Buches Launen der Zeit (ISBN: 9783036959962)
    Anne Tyler

    Launen der Zeit

     (25)
    Aktuelle Rezension von: KateRapp

    In diesem ruhigen und dennoch sehr unterhaltsamen Roman wird das Leben von Willa erzählt. Eine typisch amerikanische Kindheit in den sechziger Jahren, jung verheiratet in den siebziger Jahren. Nach dem Tod ihres ersten Mannes, den sie wohl auch aus trotz ihrer Mutter gegenüber geheiratet und bis zu einem Unfall eine mehr oder weniger glückliche Ehe geführt hatte, heiratete sie erneut. Sie zog die beiden Söhne groß, die sie verließen und sich nur noch selten melden. Sie musste mit ihrem zweiten Mann von Berufs wegen umziehen und Job und Freundinnen zurücklassen. Und als sie der Hilferuf einer Unbekannten erreicht, lässt sie alles stehen und liegen und eilt der alleinerziehenden Denise, Ex-freundin ihres Sohnes, und ihrer neunjährigen Tochter Cheryl nach einem Unfall zu Hilfe.

    Es ist ein schleichender Prozess, bis Willa klar wird, was die Leserin schon von der ersten Seite dieses Buches spürt: dass sie bisher ein fremdbestimmtes Leben geführt hat. Stets Rücksicht auf die Mutter nehmend, das Studium wegen des ersten Mannes und der Kinder aufgebend, den Job wegen des zweiten Ehemanns hintanstellend war sie zur Randfigur im eigenen Leben verkommen. Wieder gebraucht zu werden gab den Impuls zu dieser „unvernünftigen“ Aktion, doch plötzlich fühlt sie sich wahrgenommen, geschätzt und auch in ihren Stärken gesehen: „Willa kann ungefähr sechsundneunzig Sprachen“ prahlt die kleine Cheryl mit ihr.

    Sie registriert, dass sie sich zu sehr auf die Bedürfnisse ihrer vier Männer eingestellt hat und ganz allmählich schleicht sich mit den gewöhungsbedürftigen Nachbarn, der hilfsbedürftigen Denise und der liebenswerten kleinen Cheryl ein neues Lebensgefühl ein und sie muss sich fragen, ob sie den Rückflug zurück in ihr altes Leben überhaupt wieder antreten mag.

    Es ist kein Paukenschlag und es ist kein großes Drama. Ann Tyler breitet die alltägliche Banalität eines Frauenlebens vor uns aus, dessen Gebot es ist, dass sich alles nach dem Mann richtet. Bis heute werden Frauen geringer bezahlt, bleiben deshalb länger bei den Kindern zuhause, stecken im Job zurück, selbst wenn ein Umzug ansteht. Es ist die Kunst der leisen Töne, der Details, die dieses Buch lesenswert machen und jede Frau, die dazu erzogen wurde, sich zurück zu nehmen, kann sich darin wiederfinden. Es zeigt aber auch, dass es nicht einfach ist, auszubrechen, dass es dazu Zeit baucht und Mut und Gelegenheit. Und nicht jede von uns ist eine Superheldin. Dafür vermittelt diese Geschichte aber die Einsicht, dass es niemals zu spät ist und auch im Alter von einundsechzig Jahren ein Neuanfang möglich ist.

    Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich liebe seinen ruhigen Duktus und die Tatsache, dass es kein „besseres“ Leben ist, das dort gesucht und gefunden wird, sondern einfach ein anderes: eines, welches besser zu Walli passt. Und manchmal dauert es eben, bis man sich überhaupt auf die Suche danach macht. Dadurch gewinnt der Roman eine Realität, die diese einfühlsame und warmherzige amerikanische Familiengeschichte zur überzeugenden Geschichte einer selbst gewählten Familie macht.

  16. Cover des Buches Monster (ISBN: 9783036961071)
    Yishai Sarid

    Monster

     (26)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    "Monster" ist der fiktive Bericht eines Yad Vashem-Mitarbeiters an seinen Chef. Wer nicht wissen will, weshalb er diesen Bericht schreibts, sollte den Klappentext nicht lesen, denn dieser enthüllt bereits das Romanende.

    Der Ich-Erzähler wurde quasi aus einer Verlegenheit heraus Experte für Holocaust-Forschung. Um seine kleine Familie in Israel ernähren zu können, führt er Schülergruppen (und später auch andere) durch Polens Konzentrationslager. Was er dabei erzählt, wird im Roman detailliert wiedergegeben. Man spürt, dass diese Führungen zunehmend Spuren bei ihm hinterlassen.

    Eine interessante Frage, die der Roman aufwirft, ist, wie weit man beim Monster Erinnerung gehen darf. Was ist erlaubt? Wann überschreitet man eine moralische Grenze?

    Zudem sehe ich eine Verbindung zu Sarids aktuellem Roman "Siegerin". Die Einstellung der Protagonistin dort wird in "Monster" erklärt: Die Israelis wollen nie mehr Opfer sein und nehmen dafür in kauf, auch ein bisschen Nazi zu sein.

    Der Roman liefert definitiv Denk- und Gesprächsstoff.

  17. Cover des Buches Der Sinn des Ganzen (ISBN: 9783036961293)
    Anne Tyler

    Der Sinn des Ganzen

     (18)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Anne Tyler hat wirklich einen sehr schönen Schreibstil. Ich habe von ihr schon "Launen der Zeit" und "Der leuchtend blaue Faden" gelesen und ihre liebevollen Charakterzeichnungen berühren mich und dringen ein in mein Herz. Nur noch der letzte Rest des mich Anzündens fehlt hier, dieses letzte kleine Etwas für den fünften Stern fehlt hier leider. Aber diese, in meinen Augen richtig gute Autorin ist wirklich sehr nah dran und die Lektüre von Büchern aus Anne Tylers Feder macht einfach Spaß. Ich freue mich immer wieder darauf. Ich würde sie vergleichen wollen mit Kent Haruf, auch er schreibt ruhig und liebevoll und unaufgeregt.

    In "Der Sinn des Ganzen" beschreibt die amerikanische Autorin das Leben von Micah Mortimer, ein eigenwilliger und verzwängter und alleinlebender Mann um die Vierzig. Er schaut ins Gestern und zieht Resümee und er schaut auf sein Heute und kommt ins Sinnieren, über des Sinn des Ganzen, über seine Wünsche, über seine Möglichkeiten, über seine festen/starren Abläufe. Einfühlsam und leise und mit einem gewissen Humor beschreibt die Ausnahmeautorin ihren Charakter und dennoch bin ich voll dabei und ich kann nur sagen, mir gefällt sie, die Welt der Anne Tyler. Denn ihre Beobachtungsgabe auf Menschen und ihre Eigenheiten ist akribisch; ihre Kunst, dem Leser eine Welt/einen Menschen nahe zu bringen, ist bezaubernd, beides ist bei dieser Ausnahmeautorin ein Genuss. Nur eben der letzte kleine Rest zum mich Anzünden, der fehlt noch und deswegen vergebe ich "nur" 4 satte Sterne!

  18. Cover des Buches Die Hunde bellen (ISBN: 9783036959672)
    Truman Capote

    Die Hunde bellen

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Flüstern mit Megafon (ISBN: 9783036957265)
    Rachel Elliott

    Flüstern mit Megafon

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Archimedes

    „ Flüstern mit Megaphone“ von Rachel Elliot, erschienen im Kein &Abel Verlag, gebundener Roman auf 399 Seiten.

    Originalausgabe 2015 erschienen mit dem Titel „ Whispers Throught Megaphone“.

    Ralph und Sadie Swoon führen mit ihren beiden 16 jährigen Zwillinge eine ganz normale Ehe. Miriam fühlt sich gefangen, mit der Angst, jemanden weh tun zu wollen oder zu können oder zu tun. Sie ist seit drei Jahren freiwillig eingesperrt in ihrem Haus. Als Ralph seinen 37 Geburtstag feiern muss, erwischt er seine Frau im Schrank mit Kristin, als sie sich gerade küssen. Darauf hin zieht er sich in den Wald zurück, wo er eine neue Freundin findet- Treade- eine rote Katze. Drei Tage ist er dort alleine, bis zufällig Miriam auf ihn stößt. Miriam hat noch nie mit jemanden, außer Fenella- ihre beste Freundin, über ihre Ängste gesprochen, aber zu Ralph fasst sie gleich vertrauen. Heimlich werden in Miriams Briefkasten Postkarten mit Sprüchen geworfen. Ihr Nachbar Boo Hodgkinson versucht dem Schreiber aufzulauern, aber er verpasst hin. Der Junge, der die Postkarte eingeschmissen hat, ist auch nicht der Schreiber, sondern sein älterer Bruder Matthew. Er hat ein Gespräch seiner Eltern belauscht, durch das er erfahren hat, dass Miriam seine Halbschwester ist. Sie wohnen nur 20 Kilometer entfernt und doch so weit weg, aber er will das ändern. Sadie sucht ihre alte Freundin Alison auf. Ralph sucht seine alte Freundin Julie auf- damit sind Beide quitt. Miriam lernt ihren, als verstorben geglaubten, Vater kennen und ihre zwei Halbbrüder, sowie ihre Stiefmutter. Bei Sadie und Ralph gibt es leider keine Happy End. Genauso wirr, wie meine Rezension, ist auch der Roman!

    Fazit:

    Nicht mein Buch. Weder der Schreibstil noch der Inhalt waren für mich überzeugend. Ich mag das Hinundher nicht. Eine Seite mit Miriams Geschichte, die nächste Seite dann Ralphs Geschichte, das ganze Buch geht so dahin. Dann die Tragödie mit der Mutter und das Verhältnis mit dem Schuldirektor und immer wieder der lesbische Einfluss, was soll das? Erst Kristin, dann Alison und dann auch noch der betrunkene Taxifahrer, etwas zuviel! Trotzdem war ich es der Autorin schuldig, dass Buch zu Ende zu lesen und Geschmäcker sind auch verschieden- Gott sei Dank!

     

     

  20. Cover des Buches Der Wind in den Weiden 2 - Im Wilden Walde (ISBN: 9783906547466)
  21. Cover des Buches Der Wind in den Weiden 4 - Warum sich alles stets zum Guten wendet (ISBN: 9783906547893)
  22. Cover des Buches Truman Capote Werke (ISBN: 9783036992600)
    Truman Capote

    Truman Capote Werke

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Pu der Bär 2 - Ferkel trifft ein Heffalump (ISBN: 9783906547541)
  24. Cover des Buches Pu der Bär 3 - Christopher Robin lädt zur Pu-Party (ISBN: 9783906547688)

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