Bücher mit dem Tag "kenia"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kenia" gekennzeichnet haben.

67 Bücher

  1. Cover des Buches Die Sonnenschwester (ISBN: 9783442491728)
    Lucinda Riley

    Die Sonnenschwester

    (407)
    Aktuelle Rezension von: naevia

    Im 6. Band der Reihe, geht es um Elektra, die Jüngste von Pa Salts Töchtern. Sie lebt ihn New York als Supermodel, hat ihr Leben aber nicht im Griff. Durch eine Entzug, kommt ihr Leben wieder in die Reihe und sie beginnt sich mit sich selbst und ihrem Umfeld auseinanderzusetzen. 


    In der zweiten Zeitschiene geht es um Cecily, einer jungen Dame aus New York, die kurz vor dem zweiten Weltkrieg zu ihrer Tante nach Kenia geht. 


    Wie die Geschichten zusammenhängen wird nach und nach im Buch aufgeklärt. 


    Wie in den anderen Bänden auch, wird auch hier viel Wert auf Details gelegt und auch gesellschaftliche Probleme aufgezeigt und beleuchtet. 


    Was jedoch den Lesefluss gestört hat, dass es ein paar „lose Ends“ gab. Dinge, die nicht aufgeklärt wurden, oder im weiteren Verlauf nicht wieder drauf eingegangen wurde. So wurde die Geschichte teilweise unnötig in die Länge gezogen. 

  2. Cover des Buches Rote Sonne, schwarzes Land (ISBN: 9783596700974)
    Barbara Wood

    Rote Sonne, schwarzes Land

    (365)
    Aktuelle Rezension von: MelLila

    Es hat mich sehr gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Habe mir auch sofort den zweiten Band bestellt. Es fängt schon mega spannend an, mit der Größenverteilung dunkelhäutiger, ortsansässig geborener Menschen und hellhäutiger, hinzugezogener Menschen und dass die "Weißen" meinen, weil sie zivilisierter sind, sie könnten die Macht über die "Schwarzen" übernehmen und sehen sich auch noch im Recht, wie sie da die Eingeborenen unterdrücken und übervorteilen. Es treffen wirklich zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander. Aber anstatt sich aufeinander einzustellen und offen für die andere Kultur zu sein (gegenseitig, meine ich jetzt) gibt es beiderseits nur den Gedanken, den anderen schon zu zeigen, was "richtig" ist. Das ist ja leider auch heutzutage noch so, und nicht nur in Afrika.

    Zur Hervorhebung und Verdeutlichung zeichnet die Autorin sozusagen Stellvertreter beider Seiten, also Hauptfiguren, und um die geht es auch im Folgeband noch weiterhin. Bin gespannt auf Band 2!

    In diesem Band geht es übrigens erstmal um Deborahs Vorfahren, von ihr selbst erfährt man nur am Anfang ein wenig und dann eigentlich nichts mehr. Ich meine aber, dass es in Band 2 dann um Deborah, ihre Geschichte und ihre Generation geht.

  3. Cover des Buches Jenseits von Afrika (ISBN: 9783328115236)
    Tania Blixen

    Jenseits von Afrika

    (78)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    1913 Tania Blixen zog nach Afrika um dort eine Kaffeeplantage zu betreiben. Sofort war sie gefangen genommen von der Schönheit des Landes, von der faszinierenden Landschaft, den seltenen Pflanzen und den großen und auch kleinen Tieren. Das besondere Licht am Morgen, die flirrende Hitze am Mittag und die sternenklaren Nächte, alles hat seine Faszination. Die Liebe trägt sie, aber lässt sie auch leiden und ihr Herz fängt dann bei einem anderen an zu schlagen. Dieses Buch ist so toll geschrieben, so faszinierend und vielschichtig und Tania Blixen hat eine ganz besondere Kraft und Erzählkunst. Hier wird das Leben in Afrika lebendig, ohne Kitsch, ohne Verklärt zu sein und ohne Rosarote Brille. Einfach, Leben pur!

  4. Cover des Buches Die weiße Massai (ISBN: 9783426788004)
    Corinne Hofmann

    Die weiße Massai

    (689)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Hermann

    Sehr gute Geschichte, erzählt und aus der Tiefe des eigenen Seins gelebt, jemanden ohne Bedingung oder Überzeugung zu lieben, Trost zu verlassen und in eine unbekannte Welt einzutreten und das Schwierigste ist der Kulturschock, jetzt, wo ich mein Land verlassen habe und in einem anderen lebe Land, in dem ich lebe, ich bewundere sie als Frau, ihren Mut und ihren Mut, nur jemand, der sie geliebt hat, wird sie verstehen, mehr als einer wird sie für verrückt halten, aber sie werden einer dieser Mund sein, der um ihrer selbst willen redet Reden, ich hoffe, ich kann ihn eines Tages treffen, ich bin für diese Dinge sehr klein, denke ich Sie wäre nach Jesus Christus die erste Person, die ich bewundere, weil ich ihre Geschichte gelesen habe. Ich hoffe, eines Tages in die Schweiz zu gehen und mit ihr zu sprechen ist mehr als ein Krieger ohne Gewehr. Nur aus Liebe.

  5. Cover des Buches Im Bann der Masken - Roman (Die Abenteuer von Aguila und Jaguar 3) (ISBN: 9783518737842)
    Isabel Allende

    Im Bann der Masken - Roman (Die Abenteuer von Aguila und Jaguar 3)

    (160)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Eine afrikanische Safari steht an und Nadja, Alex und seine Großmutter freuen sich auf eine abenteuerliche Reise. Fremde Tiere, neue Umgebung und viel Natur. Mitten im Urwald treffen sie auf Fernando, einen Missionar. Er sucht zwei seiner Ordensbrüder, denn sie sind seit einigen Tagen spurlos verschwunden. Die Umstände sind sehr merkwürdig und Nadja und Alex befinden sich mitten in einem neuen spannenden Abenteuer.

  6. Cover des Buches Ashford Park (ISBN: 9783499247019)
    Lauren Willig

    Ashford Park

    (76)
    Aktuelle Rezension von: Frechmopsi
    Die Geschichte spielt parallel zu Beginn und am Ende des 20. Jahrhunderts und wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen geht es dabei um Addie, die nach dem Tod ihrer Eltern bei ihren adeligen Verwandten auf Ashford Park aufgenommen wurde und zum anderen um ihre Enkelin Clementine. Die Perspektive ändert sich mit jedem Kapitel und beleuchtet zunächst die Lebensumstände beider Frauen. Die Charaktere von Addie, Bea und Clementine sind sehr facettenreich beschrieben und auch die Lebensumstände und gesellschaftlichen Zwänge der damaligen Zeit finden ihren Platz.

    Nach und nach erkennt man, wie sich die Familiengeschichte entwickelt, die Vergangenheit sich mit der Gegenwart verbindet und das Geheimnis immer weiter vertieft und seine Auflösung vorangetrieben wird.

    Alles passiert irgendwie sanft und ohne großes Tamtam und spektakuläre Überraschungsmomente. Trotzdem hat es mich total gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

    Für mich persönlich eine wunderschöne Familiensaga, die ich jederzeit weiterempfehlen würde.
  7. Cover des Buches Ein kleines Stück von Afrika - Aufbruch (ISBN: 9783404193035)
    Christina Rey

    Ein kleines Stück von Afrika - Aufbruch

    (38)
    Aktuelle Rezension von: Lisa_Warth


    Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an tief berührt. Ein kleines Stück von Afrika – Aufbruch ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine wunderschöne Liebeserklärung an das Land Afrika selbst. Christina Ray beschreibt Landschaft, Menschen und Emotionen so lebendig, dass ich beim Lesen den warmen Wind spüren und die Farben Afrikas vor mir sehen konnte.


    Ich habe das Buch mit auf meine Reise nach Kenia genommen – und es war, als würden sich Realität und Geschichte miteinander verbinden. Während meiner Safari fühlte ich mich den Figuren ganz nah und konnte mich wunderbar in die Zeit Anfang des 19.Jahrhunderts hineinversetzen. Ich war völlig gefesselt und habe das Buch innerhalb von vier Tagen gelesen.


    Kaum war ich fertig, musste ich sofort den zweiten Band der großen Afrikasaga beginnen. Christina Ray versteht es auf besondere Weise, Herz und Seele zu berühren und die Magie Afrikas spürbar zu machen.


    Ein absolutes Herzensbuch – für alle, die Afrika lieben oder sich davon verzaubern lassen möchten. 🌍❤️


  8. Cover des Buches Nirgendwo in Afrika (ISBN: 9783453811294)
    Stefanie Zweig

    Nirgendwo in Afrika

    (122)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Familie Redlich muss 1938 vor den Nazis aus Deutschland fliehen und landet in Kenia. Walter, der Vater, findet Arbeit auf einer abgelegenen Farm. Jettel, seine Frau, hadert anfangs mit dem einfachen Leben fernab der Zivilisation, während die kleine Regina sich schnell mit ihrer neuen Heimat anfreundet. Ihr Herz gehört bald den Menschen, der Natur und den Tieren Afrikas, die ihr eine neue, faszinierende Welt eröffnen.

    Regina lernt Suaheli und schließt Freundschaft mit dem einheimischen Hausboy Owour, der sie mit der afrikanischen Kultur vertraut macht. Durch ihre Augen erleben wir die Farben, Gerüche und Klänge Afrikas, die von Zweig in poetischen Bildern beschrieben werden. Doch die Vergangenheit holt die Familie immer wieder ein, und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht die Frage im Raum: Zurück nach Deutschland oder in der neuen Heimat bleiben?

    Stefanie Zweig erzählt diese autobiografische Geschichte mit einer Sprache, die manchmal fast philosophisch wirkt. Das Buch verlangt dir Geduld ab, denn die Sätze sind oft lang und detailreich, was den Lesefluss gelegentlich hemmt. Doch genau diese Sprachmelodie fängt die Stimmung der Zeit und den Zauber Afrikas ein.

    „Nirgendwo in Afrika“ ist keine leichte Kost, aber eine zutiefst bewegende und authentische Erzählung. Es ist beeindruckend, wie Zweig die Zerrissenheit der Flüchtlinge, die Suche nach einer neuen Heimat und die Herausforderungen des Exils darstellt. Ihre Schilderungen sind so lebendig, dass du dich fast selbst in der afrikanischen Savanne wiederfindest, umgeben von den warmen Farben des Sonnenuntergangs und dem Duft von frisch gemahlenem Kaffee.

    Besonders berührend ist, wie die Kinder – allen voran Regina – sich schneller an das neue Leben anpassen als die Erwachsenen. Ihre Unbefangenheit und Neugierde stehen im starken Kontrast zur Verzweiflung und dem Heimweh der Eltern. Diese Gegenüberstellung zeigt eindrücklich, wie schwer es für die ältere Generation ist, ihre Wurzeln zu vergessen und in einer neuen Kultur Fuß zu fassen.

    Doch so wunderbar die Beschreibungen auch sind, ein paar Kritikpunkte bleiben. Manche Leser könnten den Stil als etwas altmodisch und langatmig empfinden. Die Handlung verläuft stellenweise zäh, was die Geduld auf die Probe stellt. Außerdem bleiben einige Handlungsstränge unvollendet, was etwas unbefriedigend sein kann.

    Fazit: Wenn du ein Buch suchst, das dir nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern dich auch zum Nachdenken bringt und dir eine neue Perspektive auf historische Ereignisse bietet, dann ist „Nirgendwo in Afrika“ genau das Richtige für dich. Es ist ein Werk, das sich Zeit nimmt, um seine Figuren und ihre Emotionen tiefgehend zu beleuchten, und dir dabei ein Gefühl für die Schönheit und die Herausforderungen des Lebens in Afrika vermittelt. Also, gönn dir diese literarische Reise und entdecke die Magie, die zwischen den Zeilen auf dich wartet!

  9. Cover des Buches Der Preis des Todes (ISBN: 9783499273063)
    Horst Eckert

    Der Preis des Todes

    (52)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Sara Wolf ist erfolgreicher Host eines Polittalks im ARD. Sie spielt damit in der ersten Liga der Medienwelt in Deutschland und ist ein Vollprofi, der mit allen Wassern gewaschen ist. Erfolgreich, selbstsicher, gut aussehend bewegt sie sich gekonnt in den obersten Machtzirkeln von Politik, Wirtschaft und Medien. Das geht solange gut bis ihr neuer Freund, daselbst Staatssekretär bei der SPD, in seiner Wohnung tot aufgefunden wird. War es wirklich ein Suizid oder vielmehr Mord? Und nun beginnt die Glitzerfassade der ach so erfolgreich scheinenden Showmasterin Risse zu bekommen. War der von ihr heiss geliebte Staatssekretär etwa in dreckige Geschäfte verwickelt gewesen? Wir lernen nun eine ganz andere Sara Wolf kennen, eine, die in einer von älteren Männern dominierte Medienwelt um ihren Job kämpfen muss, da die Einschaltquoten ihrer Sendung nicht mehr gut genug sind. Eine Frau, die keinen Kontakt mehr hat zu ihrem todkranken Vater hat, die sich in dieser Situation daran erinnert, warum sie einmal Journalistin geworden war, und die der Ursache für den Tod ihres Freundes auf den Grund gehen will.


    Der Autor siedelt die Story in der schnelllebige Welt der Medien an, in der es um Quoten,  Beziehungen und Macht geht. Eine Welt, die gleichzeitig faszinierend und abstossend ist. Mir gefällt, wie Herr Eckert den Blick hinter die Kulissen einer Politshow gestaltet, wie er einerseits die Professionalität der Produktion und andererseits die Verfilzung von Medien, Politik und Wirtschaft beschreibt. Nur schon deswegen lohnt es sich, das Buch zu lesen. Und auch der Plot des Krimis hat es in sich, wenn man sich das am Ende der Lektüre noch einmal vor Augen führt. Etwas schade ist nur, dass es irgendwann - für meinen Geschmack etwas zu früh- absehbar wird, auf was die Geschichte nun hinausläuft. Ansonsten hat mich der Krimi mitgerissen, da die Story sehr spannend daherkommt und alle (!) Figuren ein glaubwürdiges Eigenleben und eigene, vielschichtige Persönlichkeiten haben. 


    Fazit: Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite.

  10. Cover des Buches City of Thieves (ISBN: 9783423719049)
    Natalie C. Anderson

    City of Thieves

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Kolja und Lew werden im belagerten Leningrad 1942 verhaftet. Wegen Nichtigkeiten werden sie eingesperrt und lernen sich kennen. Der zuständige Oberst ist verblüfft und begeistert von den beiden unterschiedlichen aber mutigen jungen Männern. Seine Tochter heiratet bald und es soll trotz allem Elend ein großes Fest werden. Er beauftragt die Beiden ein Dutzend Eier für die Hochzeitstorte zu besorgen. Ein schier ummögliches Unterfangen denn Lebensmittel sind knapp und jeder muss nach sich selbst schauen. Auf dem Weg durch die zerstörte Stadt lernen sie Freunde und Feinde und vorallem sich kennen. Die Beiden werden ein Team, Freunde und schließen sich einer kleinen Gruppe an die weiß wo man evtl. Eier her bekommt. Frauen sind ein großes Thema für die beiden jungen Männer und schürt Diskussionen und erotische Gedanken. Das Ziel aber ist es, die Eier zu bekommen und man macht alles möglich und spielt sogar Schach mit einem hohen General um ans Ziel zu gelangen. David Benioff ist ein großartiges Buch gelungen. Ein Roman der so einzigartig ist und die eigentliche traurige und tragische Ausgangsstimmung auch in etwas positives wendet. Denn zwischen Krieg, Leid und Elend gibt es doch Menschen die sich vertrauen, die hoffen, man lernt was echte Freundschaft ist und auch das es die große Liebe und wahre Gefühle wirklich gibt. Etwas ganz besonderes.

  11. Cover des Buches Was wir getan haben (ISBN: 9783596034857)
    Karen Perry

    Was wir getan haben

    (73)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Der Klappentext versprach viel Spannung. Leider konnte mich das Buch dann doch nicht überzeugen. 

    Die Geschichte spielt in 2 Zeitzonen. Einmal sind wir im Jahr 1982 in Kenia, die Hauptprotagonisten des Buches Katie, Nick und Luke sind hier noch Kinder und dicke Freunde.

    Die andere Zeitzone ist die Gegenwart. Aus den Kinder sind Erwachsene geworden, sie haben sich lange nicht mehr gesehen doch dann gibt es ein unschönes Ereignis dass sie wieder zusammenkommen lässt. Katie erhält eine Drohung in Form eines toten Vogels. 

    Erzählt wird die Geschichte aus 2 Sichten, einmal aus der Sicht von Katie und einmal aus der Sicht von Nick. Beide Sichtweisen lassen sich gut lesen und stimmen überwiegend überein. Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz greifen. Für mich sind die Stellen im Buch teilweise zu ausführlich und unspektakulär erzählt worden und sind dadurch leider sehr langatmig geworden. 

    Mir hat hier der Pep gefehlt und ich hatte große Probleme das Buch zu Ende zu lesen. Wäre ich nicht so neugierig, hätte ich es defintiv abgebrochen.

  12. Cover des Buches Der Ort, an dem die Reise endet (ISBN: 9783832164249)
    Yvonne Adhiambo Owuor

    Der Ort, an dem die Reise endet

    (54)
    Aktuelle Rezension von: leselea

    Hätte ich Der Ort, an dem die Reise endet direkt in seinem Erscheinungsjahr 2016 gelesen, so hätte ich niemals zu Yvonne Adhiambo Owuors zweitem Roman Das Meer der Libellen gegriffen. Denn alles, was ich ihrem Folgeroman so gemocht habe – die Nähe zu den Figuren, eine besondere Atmosphäre beim Lesen, eine gute Verflechtung der Story mit politischen und historischen Bezügen – geht dem Debüt leider so gänzlich ab: Nicht greifbare Figuren, die auch nach fast 500 Seiten Fremde bleiben; eine Story, die ich nur in Grundzügen verstanden habe; Andeutungen zur Unabhängigkeitsbewegung Kenias und zur jüngsten Entwicklung der Nation, die ich trotz Wikipedia und Glossar nicht enträtseln konnte. Kurzum: Eine Lektüre, die mir leider gar nicht zugesagt hat.

    Was gibt es also noch zu sagen? Vielleicht der Versuch einer Plotskizzierung: Der junge Odidi Oganda wird in den Straßen Nairobis erschossen. Seine Schwester Ajany kehrt deswegen aus Brasilien und überführt den Leichnam gemeinsam mit ihrem Vater Nyipir in den Norden des Landes. Dort wartet die Mutter Akai, die vor Schmerz über den Tod ihres Sohnes zusammenbricht und in die Wüste flüchtet. Dafür taucht ein Engländer namens Isaiah Bolton auf, der mit Odidi in Kontakt war, um mehr über seinen Vater Hugh Bolton zu erfahren, der in Ajanys Elternhaus für sie nicht erklärbare Spuren hinterlassen hat.

    In den wenigen starken Momenten ist Der Ort, an dem die Reise endet eine Familiengeschichte, die eng mit der jüngeren Geschichte Kenias verbunden ist. Es geht um Schuld, die die Elterngeneration während der Zeit der Unabhängigkeitsbewegung angehäuft hat – sei es, weil sie auf der Seite der Kolonialisten, der Befreier oder irgendwo dazwischenstanden. Um das zähe Schweigen, das sich danach über die junge Nation legte und noch heute für Korruption, Misswirtschaft und eine Politik sorgt, die nur ihr eigenes Interesse im Blick hat und nicht das der Bevölkerung. Und es geht um Kinder, die von alldem nichts wissen, jedoch eine Schwere in sich spüren und an ihrer Familie, ihrem Land und ihrem Schicksal bisweilen verzweifeln.

    Dies ist, was ich glaube, verstanden zu haben. Yvonne Adhiambo Oquor schreibt sehr verhüllend und kreiert Sprachbilder, die zwar einmalig und durchaus poetisch sind, jedoch nicht weniger sperrig. Hinzu kommt eine Fülle von Sätzen und Ausdrücken in Swahili, die leider in dem umfangreichen Glossar nicht übersetzt werden, sodass kurze Passagen unverständlich bleiben bzw. nur über Umwege erschlossen werden. Es ist maßgeblich dieser Stil, der die Distanz zu den Figuren kontinuierlich aufrechthält und der einen bei den geschilderten politischen Verhältnissen damals wie heute im Dunkel tappen lässt.

    Vielleicht ist Der Ort, an dem die Reise endet einfach kein Buch für westliche Leser:innen. Dies gilt es zu akzeptieren und es reicht sicherlich völlig, wenn der Roman von Menschen mit ostafrikanischen Wurzeln gelesen und entschlüsselt werden kann. Meine Bewertung kann dann als nichtig betrachtet werden. Für mich persönlich bleibt der Roman jedoch als besonders zähe und unbefriedigende Lektüre im Gedächtnis, durch die ich mich den Großteil der Zeit gequält habe. 2 Sterne.

  13. Cover des Buches Kenia Valley (ISBN: 9783455006681)
    Kat Gordon

    Kenia Valley

    (70)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    Ein Stück Kolonialgeschichte Kenias der 20er und 30er Jahre lässt Kat Gordon mit ihrem Roman "Kenia Valley" aufleben.

    Die Geschichte beginnt 1925. Theos Vater ist Direktor der Eisenbahn und wird mit seiner Familie nach Kenia versetzt. Seit 1920 gehört Kenia nun offiziell zu den Kronkolonien nachdem es zuvor schon 25 Jahre ein Britisch-Ostafrikanisches Protektorat war und letzendlich 1902 von der britischen Regierung zur Besiedlung freigegeben wurde. Dort lernt der vierzehnjährige Theo Lebemann Freddie und seine Geliebte Sylvie kennen. Beide sind deutlich älter als er, eigentlich jeweils mit jemand anderem verheiratet, und führen Theo nun in das ausschweifende, glamouröse und dekadente Leben der reichen und mächtigen Briten ein. Es ist eine Welt, die der Junge kaum begreifen kann und der er auch kaum gewachsen ist, doch seine unberechenbare Mutter treibt ihn nur weiter in die Arme diese Welt...

    Zum Studieren wird Theo nach England zurückgeschickt und kehrt 1933 wieder nach Kenia zurück. Doch das Land hat sich verändert, genauso wie seine alten Freunde. Ihr Leben dreht sich zwar noch immer um Partys, Sex und Drogen, aber Freddie mischt nun in der Politik mit und es dauert nicht lange bis Theo die Augen öffnet und sieht, was wirklich vor sich geht und wie Freddie und Sylvie ihn benutzt haben.

    Die Geschichte von Theo, seiner Schwester Maud und einigen anderen Charakteren des Buches hat mich wirklich gefesselt. Während sich Theo sehr von anderen blenden lässt und ihnen absolut verfällt, sieht seine Schwester doch was alles falsch läuft. Sie sieht die Kenianer und wie ihnen die britische Lebensweise aufgedrückt wird und wünscht sich doch viel mehr, dass ihr Land den Kenianern hilft, sich selbst zu helfen. Beide erleben ihr Erwachen. Theo sieht Freddie eines Tages wirklich. Er schaut hinter die glamouröse Fassade und die Fratze, die ihm dann entgegenblickt erschüttert ihn entsetzlich. All die Jahre, die Theo zu Freddie aufgeschaut hat, in denen er sich gewünscht hat eines Tages wie Freddie zu sein. Doch die tragischsten Figuren sind definitiv Theos Schwester Maud und Sylvie.

    Insgesamt eine sehr interessante Geschichte, die im Ansatz vielleicht auch ein wenig an "The great Gatsby" von Fitzgerald erinnert, die sich jedoch am Ende mehr mit den menschlichen Beziehungen und Abgründen denn mit der Historie beschäftigt.

  14. Cover des Buches Weißer Tod (Ein Annika-Bengtzon-Krimi 9) (ISBN: 9783548290126)
    Liza Marklund

    Weißer Tod (Ein Annika-Bengtzon-Krimi 9)

    (61)
    Aktuelle Rezension von: Pantoffeltier

    Die Journalistin Annika Bengtzon beschäftigt sich gerade mit einer Reihe von Morden an Frauen, als sie eine erschreckende Nachricht erreicht: ihr Mann Thomas wurde an der somalischen Grenze entführt. Die Geiselnehmer prangern die Flüchtlingspolitik der EU an und fordern 40 Millionen Dollar Lösegeld. Eine Summe, die Annika unmöglich aufbringen kann. Verzweifelt versucht sie, ihren Mann zu retten. Unterstützt wird sie von Staatssekretär Halensius, einem alten Bekannten, der eine verstörende Anziehungskraft auf Annika ausübt.


    Auch in diesem Thrilleruniversum gilt wohl, dass ein skandinavischer Protagonist nur dann etwas taugt, wenn er ordentlich durchtraumatisiert ist. Annika ist in nach acht anderen Bänden schon ordentlich durch die Mangel gedreht worden. Entführung, Missbrauch, untreuer Ehemann, Brandstiftung... Und es soll noch schlimmer kommen. Diesmal geht es ihrem Mann Thomas an den Kragen. Einen Teil des Romans erlebt der Leser aus seiner Sicht. Und das ist nichts für schwache Nerven, die Entführer gehen brutal mit ihren Geiseln um. Diese Technik, die Marklund oft anwendet, geht mir diesmal nicht so ganz bei. Irgendwie konnte ich den hier beschriebenen Thomas nicht so recht mit der Person verbinden, als die er sonst immer dargestellt wurde. Seine Verherrlichung von Annika (er denkt auffällig selten an die Kinder), mit der er sonst meistens nur streitet, kam mir komisch vor. Überhaupt wirken die Nebenhandlungen um Annikas natürlich zerrüttete Familie, ihre falsche Freundin Anne und den Ärger in der Redaktion eher störend (das Abendblatt ist zu einem Boulevardblatt verkommen und setzt auf Sensationsgier statt sorgfälige Recherche). Der Mordfall geht völlig unter und wird am Ende eher lieblos gelöst. Man wünscht sich, die Autorin hätte sich auf eine Handlung konzentriert. Und langsam bekomme ich wirklich Mitleid mit Annika. So viel Unglück für eine Person ist wirklich schwer vorstellbar. Leider macht es Annika auch als Person ziemlich bitter und unleidig. Teilweise ist es schon sehr bedrückend zu lesen.

    Mir war das Buch etwas zu sehr zwischen Somalia und Schweden. Es gibt viele interessante Informationen über Frontex, gescheiterte Entwicklungshilfe, Vorurteile gegenüber Afrikanern/Muslimen, Gewalt gegen Frauen, Macht der Medien, Vorgehen bei einem Entführungsfall etc., die sich aber nicht recht zu einem Gesamtbild fügen. Die Autorin hat sichtlich aufwändig recherchiert, konnte sich aber nicht so recht entscheiden, Annika kein typisches Gewalt-gegen-Frauen-Szenario zu bieten. Insgesamt nicht schlecht, aber die Vorkommnisse hätten Stoff für zwei ordentliche Bücher geliefert. So bleibt es leider unausgegoren. 

  15. Cover des Buches Nirgendwo in Afrika (ISBN: 9783784481746)
  16. Cover des Buches Machete (ISBN: 9783426508367)
    Nick Brownlee

    Machete

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Harte Fakten: Brownlee, Nick: Machete / Nick Brownlee. Aus dem Engl. von Wibke Kuhn. – Dt. Erstausg., 1. Aufl. – München : Knaur, 2012. – 382 S. ISBN 978-3-426-50836-7 Klappentext: Der »Kopfjäger« macht Mombasa unsicher. Er enthauptet seine Opfer mit einer Machete und schickt die Köpfe anschließend den Angehörigen. Als ein alter Freund ermordet wird, schwört Jake Moore Rache. Zusammen mit dem kenianischen Ermittler Daniel Jouma setzt er alles daran, den grausamen Killer unschädlich zu machen. Über den Autor: Nick Brownlee wurde 1967 in Blyth, Northumberland, geboren und ist freier Journalist für verschiedene britische Zeitungen und Magazine und Autor mehrerer Sachbücher. Während des Hochseefischens vor Kenias Küste kam ihm die Idee zu “Mord in Mombasa”, seinem ersten Roman mit dem Ermittlerduo Daniel Jouma und Jake Moore. Mit seiner Frau und seiner Tochter lebt er heute in Cumbria im Nordosten Englands. Meinungsbildung: Ich habe das Buch vom Knaur Taschenbuchverlag als Rezensionsexemplar bekommen, danke nochmals dafür! Ich muss sagen, im ersten Moment habe ich auf geseufzt, weil es wieder ein Nachfolgeband einer Reihe ist (in diesem Fall Band 3) und das ist mir in letzter Zeit öfter passiert. Doch in diesem Fall ist das kein Problem. Die Geschichte begann zwar sofort im Handlungsgeschehen, gestört hat das aber nicht. Der Autor hat es geschafft mit dieser Taktik mich sofort zu fangen und ich wollte wissen wie es weiter geht. Die Charaktere sind interessant, verschroben wie viele Charaktere in Thriller-Romanen, aber damit komme ich klar. Die Geschichte ist blutig, wenn man bedenkt das die Leute mit einem Machetenschlag enthauptet werden, aber auch das mag ich. Es ist nicht übertrieben Splatter wie z.B. Cody MacFadyen, sondern kann auch vor den Otto-normal-Thrillerfan bestehen. Das einzige was etwas verwirrend für mich war und weswegen der Roman auch kein A bekommt, ist das die Handlungsstränge untereinander etwas durcheinander sind. Am Ende kommen sie zusammen, doch bis dahin ist es ab und zu ein HÄ? warum erzählst du mir das jetzt. Es hat mir aber Spaß gemacht es zu lesen! Fazit: Für mich eine etwas späte Zusammenführung der Handungsstränge, doch ein super spannender Roman. Ich wollte nur das Ende erfahren! Note B!
  17. Cover des Buches Kleine Vogelkunde Ostafrikas (ISBN: 9783499267567)
    Nicholas Drayson

    Kleine Vogelkunde Ostafrikas

    (101)
    Aktuelle Rezension von: MartinA

    KLEINE VOGELKUNDE OSTAFRIKA klingt wie ein Führer durch die Vogelwelt Ostafrikas, ist es aber bei weitem nicht. Vögel wie Wiedehopf, Perlhuhn, Flughuhn und andere, die auch in Ostafrika (oder genauer gesagt in Nairobi, dem Schauplatz dieses Romans) vorkommen, spielen zwar durchaus eine Rolle, aber es sind die menschlichen Protagonisten, die diesem Roman Leben einhauchen. Und so erzählt Nicholas Drayson nicht nur einen bezaubernden Liebesroman, dessen Liebesgeschichte zwar omnipräsent aber eher nebensächlich ist, auch wenn sie der Grund für eine aberwitzige Wette ist. Und so stellt der Hauptteil des Buchs die „Jagd“ auf Vögel dar. Und während Harry Kahn und Mr Malik versuchen, innerhalb eines festgelegten Rahmens so viele Vogelarten zu sehen wie möglich, gibt der Erzähler, der sich hin und wieder auch zu Wort meldet, Lebensgeschichten der Protagonisten wieder. Und natürlich erleben die beiden Kontrahenten durchaus auch ihre eigenen Abenteuer beim Birdwatching.
    Tatsächlich stellt KLEINE VOGELKUNDE OSTAFRIKAS ein kurzweiliges Buch dar, dessen Handlung manchmal etwas gemütlich, dann wieder rasanter (wenn es um Diebstahl und Hausfriedensbruch geht) daher kommt, aber nie langweilt. Manchmal ist man etwas überfordert, wegen der Anzahl und der Namen der Vögel (über die sich der Autor/Erzähler auch lustig macht, wenn er beispielsweise von Turners Eremomela spricht), da tauchen doch einige weniger bekannte Arten auf (Turners Eremomela allerdings nur als Beispiel), aber man erfährt nicht welche Vögel letztendlich Harry Khan und Mr. Malik sehen. Aber die „Jagd“ der beiden liest sich auch so sehr amüsant und natürlich verrate ich nicht allzu viel, wenn ich sage, dass das Ergebnis letztendlich nicht eindeutig ist.
    Auf der einen Seite ein sehr ruhiger Roman, der mit feinem Humor erzählt wird, auf der anderen Seite eine Liebeserklärung an die afrikanische Vogelwelt und dadurch eine Liebesgeschichte in mehr als einer Hinsicht. Ein Roman für Vogelfreunde und jene, die sich an Liebesgeschichten jenseits jeglichen Kitsches erfreuen können. Nicht Hollywood, nicht Bollywood, einfach nur schön (und ja, in gewisser Weise etwas vorhersehbar aber … wen stört’s).

  18. Cover des Buches Mord in der High Society: Band 1 (Im Auftrag Ihrer Majestät-Reihe) (ISBN: B095PVQ8FM)
    Rhys Bowen

    Mord in der High Society: Band 1 (Im Auftrag Ihrer Majestät-Reihe)

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Stefanie_Mauer

    Mittlerweile der 13. Band dieser Reihe und der Autorin fällt immer wieder etwas neues ein. Georgie und Darcy befinden sich in ihren Flitterwochen in Afrika. Dort lernen sie viele Menschen kennen, die einen sehr unmoralischen Lebenswandel führen. Unter anderem Bwana Hartley. Dieser wird kurze Zeit später tot aufgefunden. Zuerst wird ein Löwenangriff vermutet, aber Bwana kannte sich sehr gut aus und wäre nicht so leichtsinnig gewesen. Also war es Mord? 

    Ich war beim Lesen sehr schnell in der Geschichte und konnte mich gut in die Protagonisten, allen voran Georgie, hineinversetzen. Das Buch ist spannend bis zum Schluss. 

  19. Cover des Buches Walking Home - Der lange Weg nach Hause (ISBN: 9783868739268)
    Eric Walters

    Walking Home - Der lange Weg nach Hause

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Nirtak_Ehcstuk
    Dem Kinderbuchladen "Serifee" sei Dank ist mir wieder ein ungewöhnliches Buch vor die Nase gekommen, das ich unbedingt empfehlen möchte. Walking Home – Der lange Weg nach Hause wurde vielleicht für jüngere Leser geschrieben, doch auch mich hat es gepackt und nicht mehr losgelassen. Diese Geschichte ist berührend und bleibt mit Sicherheit lange im Gedächtnis. Zugleich eindringlich und realistisch wird die momentan allgegenwärtige Flüchtlingsthematik angesprochen, indem der beschwerliche Weg zweier Geschwister im von Bürgerkriegen zerrissenen Kenia geschildert wird.

    Dem 13-jährigen Muchoki und seiner kleinen Schwester Jata ist fast nichts mehr geblieben. Ihr Heimatdorf Eldoret wurde dem Erdboden gleichgemacht und sie haben nahezu ihre gesamte Familie verloren. Zusammen mit ihrer an Malaria erkrankten Mutter konnten sich die beiden in ein entferntes Flüchtlingslager retten, doch ihre Zukunft ist ungewiss. Als ihre Mutter stirbt, sollen die beiden Kinder voneinander getrennt werden. Um zusammen bleiben zu können, verlassen sie das überfüllte Flüchtlingslager Hals über Kopf. Voller Hoffnung folgen sie der Spur einer überlieferten Familien-Geschichte, die zu ihrem unsichtbaren Faden wird. Durch wüstes Land und die gefährliche Stadt Nairobi soll er sie ins ferne Kikima zu ihren Großeltern führen, die von ihrer Existenz gar nichts wissen. Um ihre unbekannte Familie zu erreichen, müssen die Geschwister zu Fuß mehr als 200 km überwinden. Im Gepäck haben sie nur einen Kanister mit Wasser, zwei Decken sowie Essbesteck und etwas Nahrung. Zuversichtlich beginnen sie ihren anstrengenden Marsch ins Unbekannte.

    Das Buch ist, passend für Leser ab 12 Jahren, in eher kurzen, doch wohl formulierten Sätzen verfasst. Die vom Autor verwendete Sprache ist einfach und schön, an keiner Stelle wirkt sie gewöhnlich oder ungeschliffen. Die Wanderung wird hierbei aus der Perspektive von Muchoki beschrieben. Obwohl er selbst noch ein Kind ist, hängt das Wohlbefinden seiner Schwester von ihm ab. Durch diese Umstände wird er in die Rolle eines Erwachsenen gedrängt und zeigt sich äußerst verantwortungsbewusst. Trotz seiner generellen Skepsis bleibt er allerdings neuen Erfahrungen gegenüber offen und ist am Ende sogar bereit, umzudenken. Im Kontrast zu ihrem Bruder verkörpert Jata kindliche Unbefangenheit und Herzlichkeit, die ihm fehlen. Diese Verschiedenheit geht unter die Haut und man fühlt unweigerlich mit den Geschwistern, wenn sie müde und hungrig, doch unbeirrbar auf staubigen Straßen immer weiter gehen. Aufgeben ist für Muchoki ohnehin keine Option, denn Jatas Vertrauen in ihn ist unerschütterlich. Nicht umsonst bedeutet sein Name „derjenige, der zurückkehrt“.

    Warmherzig schildert der Autor eine abenteuerliche Reise, in der es ums Überleben und Verzeihen geht. Der Leser begleitet einen Jungen, der Angst und Zweifel beiseite schiebt, um seine kleine Schwester zu beschützen und nach Hause zu bringen. Anfangs ist Muchoki noch voller Bitterkeit und Wut den Angehörigen der Stämme gegenüber, die seine Familie getötet haben. Doch unterwegs erkennt er gemeinsam mit dem Leser, dass es überall gute und schlechte Menschen gibt – und dass Hilfsbereitschaft auch an unerwarteten Orten zu finden ist.

    Eine große Stärke des Buches ist auf jeden Fall seine Realitätsnähe. Es zahlt sich daher aus, dass der kanadische Autor Eric Walters den Weg seiner fiktiven Protagonisten selbst zurückgelegt und dokumentiert hat. Ergänzend verweisen verschiedene Symbole am Rand des Buches auf eine Internetseite, die zahlreiche Zusatzmaterialien zur Verfügung stellt – von englischen Kommentaren und Videos bis hin zu Fotos oder Karten. Diese ermöglichen es, die Reise nachzuverfolgen und offenbaren Wissenswertes über Land und Leute. Das ist definitiv interessant, doch denke ich, ein enhanced E-Book hätte die Inhalte sogar besser zur Geltung bringen können, als das gebundene Buch. So lenken die Symbole anfangs eher ab und stören den Lesefluss etwas.

    Prägnant und kompromisslos ehrlich schildert der Autor Leid und Hoffnung, ohne dass er sich in reißerischen Darstellungen oder Formulierungen verirrt. Alle Hindernisse, denen die Hauptfiguren begegnen, sind sicher nach westlichen Maßstäben nicht alltäglicher Natur, jedoch nie auf Sensation heischende Art übertrieben. Ungeachtet der ruhigen, fast sachlichen Erzählweise gibt es immer wieder kleine Spannungsmomente, die mitreißen und eine Verbindung zu den zwei einsamen Kindern entstehen lassen. Dazwischen bleibt stets genügend Raum, damit die Eindrücke der Erzählung auf einen wirken können.

    Walking Home ist ein Jugendbuch, dessen Thematik selbst Erwachsene nicht kalt lassen dürfte. Da manche Passagen garantiert zum Diskutieren anregen, eignet es sich auch sehr gut zum gemeinsamen Lesen. Die Geschichte ist gleichermaßen zum Weinen traurig, wie zum Seufzen schön, an einigen Stellen spannend, an anderen wiederum nachdenklich stimmend. Unaufdringlich, aber überzeugend vermittelt sie den hohen Wert von Familie, Zusammenhalt, Toleranz und Hilfsbereitschaft. Letztendlich bleibt also nur eine Frage offen: Wer möchte den Geschwistern auf ihrem langen Weg nach Hause Gesellschaft leisten?

    Katrin, www.inkunabel.wordpress.com
  20. Cover des Buches Kenia (ISBN: 9783861538363)
    Ingrid Laurien

    Kenia

    (2)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Reihe Länderporträts, Kenia: Was wusste ich bisher über Kenia? Klar, Kenia liegt in Afrika, die Hauptstadt ist Nairobi, liegt in der Nähe des Äquators… - eigentlich wusste ich somit also gar nichts. Die Autorin, die seit Jahrzehnten in Afrika lebt und arbeitet, erzählt von „ihrem“ Kenia.

    Erster Eindruck: Ein zweigeteiltes Cover; oben einen Strand mit farbenfroh gekleideten Frauen, die Lasten auf dem Kopf tragen; unten nur der Buchtitel und Autorenname – gefällt mir.

    Die Autorin kam in den 1980er Jahren nach Nairobi, um an der dortigen Universität Deutsch zu unterrichten. Sie hätte wohl selbst nicht gedacht, wie nachhaltig ihre Bindungen an Kenia werden würden, da sie später einen Kenianer aus Kisumu geheiratet hat. Dies ist bereits mein fünftes Länderporträt (nach Israel, Indien, Russland und China). Wie auch bei den anderen Länderporträts bin ich von der Fülle der Informationen schier überwältigt. Die Notizen, die ich mir gemacht habe, würden den Rahmen einer üblichen Rezension sprengen (zudem soll sich ja jede/r selbst einen Eindruck verschaffen und das Buch lesen). Hier ein paar Beispiele:
    - Ein Land mit 48 Mio. Einwohnern; die Asiaten, Europäer und Araber machen nur 1% aus (Vergleich: Ausländeranteil in der Schweiz 25%, in Deutschland ca. 13%). 70% der Kenianer sind Christen; es sollen über 8‘000 unterschiedliche Kirchen und Sekten registriert sein! Englisch ist die Amtssprache, Kisuaheli die Landessprache, dazu kommen weitere 40 Sprachen. Die Unterschiede von Arm und Reich sind auch in diesem Land gross.
    - Es gibt zig unterschiedliche Volksgruppen und es ist für jeden Kenianer wichtig zu wissen, zu welcher Gruppe sein Gegenüber gehört.
    - Die Politik und die Korruption scheinen leider Hand in Hand zu gehen. Diesen Eindruck gewinnt man aus den Erzählungen. Es ist tragisch, dass die Kenianer den eigenen Landsleute dadurch schaden. Aber wer nur auf eigenen Profit aus ist… „Die führenden Politiker, so sagt man in Kenia, entstammen noch immer der colonial cradle und sind immer noch durch den Kolonialismus geprägt: Selbstbezogen, autoritär fixiert und unfähig zu eigenständigem politischen Denken, sind sie nicht in der Lage, sich auf internationaler Bühne zu bewegen.“
    - Sehr beeindruckt hat mich Wangari Maathai (ich gebe zu, der Name hat mir leider nichts gesagt): Sie war eine Umweltaktivistin, die 1977 das „Greenbelt Movement“ gegründet hatte und 2006 den Friedensnobelpreis erhielt. Unbedingt mal nach ihr googeln!

    Für den Smalltalk eignet sich übrigens immer der Zustand der Strassen, denn es gibt kaum einen Kenianer, der sich nicht darüber zu beklagen wüsste!
  21. Cover des Buches Happy Valley (ISBN: 9783779500513)
  22. Cover des Buches Der lange Weg zum Wasser (ISBN: 9783845812373)
    Linda Sue Park

    Der lange Weg zum Wasser

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Linda Sue Park hat hier für junge Leser die Fluchtgeschichte des jungen Salva Dut aus dem südlichen Sudan aufgeschrieben.

    Im Alter von 10 Jahren vor Kriegshandlungen in den afrikanischen Busch geflohen – ohne Familie und Freunde – wird seine Odyssee viele Jahre dauern, bis er in den USA eine neue Heimat findet.

    Der Bericht über monatelange Märsche, den Kampf um das tägliche Überleben und die Nahrungssuche gibt eindrucksvoll wieder, welche täglichen Anforderungen Salva zu bewältigen hat. Gleichzeitig lernt der Leser etwas über Salvas Kraftquellen und dass sein Überleben von vielen günstigen Umständen abhing.

    Eine zweite Geschichte hat die Autorin in einer anderen Zeitebene eingefügt: Das sudanesische Mädchen Nya ist täglich acht Stunden unterwegs, um für ihre Familie das notwendige Trinkwasser zu beschaffen. Diese elementare Notwendigkeit bestimmt den Alltag der ganzen Familie und verhindert einen Schulbesuch der Kinder.

    Am Ende des Buches kreuzen sich die Lebenswege von Nya und Salva.

    Salva hat seine Lebensaufgabe darin gefunden, sich für die Menschen in seinem Herkunftsland einzusetzen und ihnen eine Zukunft vor Ort zu ermöglichen.

    Es ist ein langer Weg, den Nya täglich zurückzulegen hat.

    Und ein überaus langer und weiter Weg liegt hinter Salva bis zu seinem zweiten Leben in den USA.

    Für beide gibt es aber auch beglückende Momente in ihrer Geschichte.

    Dieses Buch, das die Erinnerungen des Salva Dut aufnimmt, überzeugt durch eine Sprache, die sachlich und unsentimental eine fast unglaubliche Erfolgsgeschichte beschreibt.

    Jedem Leser – auch ohne politische Detailkenntnisse – wird vor Augen geführt, wie dramatisch Salvas Flucht verlaufen ist und jeder wird sich mit ihm über den guten Ausgang freuen.

    Gleichzeitig öffnet sich der Blick in Richtung Afrika und die Nöte dieses Kontinents.

    Ein schönes Buch, um den Blickwinkel der Leser ab ca. 12 Jahren zu weiten. Mit diesem Werk kann man Kindern und Jugendlichen auch die Literaturgattung „Biographie“ recht gut nahebringen.

    Für junge Leser sind zunächst die getrennten Erzählstränge und verschiedenen Zeitebenen schwierig zu durchschauen. Hier bedarf es wohl einer Besprechung oder Erläuterung.

    Ansonsten natürlich lesenswert und auch für ungeübte Leser geeignet, da die Kapitel überschaubar sind und die Textmenge insgesamt nicht allzu groß ist.

  23. Cover des Buches Wiedersehen mit Afrika (ISBN: 9783453409200)
    Stefanie Zweig

    Wiedersehen mit Afrika

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Diesem Roman nur zwei Sterne geben zu können, tut mir wirklich leid. Und es überrascht mich auch. Afrika ist so faszinierend und schön und vielfältig. Ich lese gerne Bücher, die hier angesiedelt sind. Und doch konnte mich dieses Buch überhaupt nicht packen. Mir fehlte Handlung. Ich fand es zumeist leider einfach langweilig und musste auch immer wieder zurückgehen, weil ich mit meinen Gedanken schnell nicht mehr beim Buch war. 

    Einerseits hatte die Geschichte an sich zu wenig Handlung für mich, aber andererseits konnte mich auch der Schreibstil nicht packen. 

    Ich konnte zu den Charakteren keine Verbindung aufbauen. Ich habe außer Langeweile eigentlich gar nichts gefühlt beim Lesen. 

  24. Cover des Buches Nairobi Heat (ISBN: 9783887472993)
    Mukoma va Ngugi

    Nairobi Heat

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Gruenente
    In der amerikanischen Stadt Madison, in der der KuKluxKlan ein großes Zentrum unterhält hat Ishmael es als schwarzer Polizist nicht leicht.
    Da wird eine junge blonde Frau tot vor dem Haus eines wohlhabenden Schwarzen aufgefunden.
    Dieser Mord führt Ishmael zum ersten Mal in seinem Leben nach Afrika. In Nairobi sucht er nach den Hintergründen für den Mord an dem Mädchen und gerät in einen Sumpf aus Gewalt, Völkermord, Korruption. Aber er lernt auch Leben, Liebe, Gastfreundschaft und Leidenschaft kennen.
    Das Buch ist sehr brutal, die meisten Toten sterben so nebenbei, die Protagonisten schweben ständig in Lebensgefahr.
    Der Stil ist unpoetisch, knapp aber nicht blutig.
    Das Buch bot mir einen Einblick in das Leben in einem von Völkermord geschütteltem Land.
    Ich fand das Buch nicht schlehct, eignetlich auch interessant, aber es hat mich nicht gepackt, wie ich das von einem guten Krimi erwarte.
    Die Moral: Geld regiert die Welt und das Leben geht weiter, selbst wenn alle tot sind die man kannte.

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