Bücher mit dem Tag "kennedy"

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62 Bücher

  1. Cover des Buches Der Anschlag (ISBN: 9783453437166)
    Stephen King

    Der Anschlag

     (650)
    Aktuelle Rezension von: Buecherqueen125

    Ein eher untypischer King und daher meines Erachtens eines seiner besten Bücher. Zunächst denkt man: Was kann Stephen King zum Attentat auf Kennedy schon noch Neues erzählen? Und als ich hörte, dass es um Zeitreisen geht, dachte ich auch hier, ob nicht alle Geschichten hierzu bereits erzählt sind. Aber: Nein! Stephen King schafft es, einen in seinen Bann zu ziehen. Es ist nicht nur ein Thriller sondern auch ein Gesellschaftsroman über das Amerika der 60er Jahre. Mit vielen Wendungen und Einfällen. Und Stephen King zeigt wieder einmal, dass er einfach einer der besten (amerikanischen) Erzähler ist. Topp! Klare Kaufempfehlung.


  2. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (432)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Ferienlektüre - nun ist auch der dritte Teil der Trilogie da. Liest sich auch gut weg, und wie gewohnt, erfährt man vieles noch einmal im Zusammenhang, was geschichtlich wichtig ist - nun auch in die Zeit hineinreichend, die man schon selbst erlebt hat. Von daher hat es durchaus Spaß gemacht, dies zu lesen.
    Trotzdem war der nicht ganz ungetrübt. Sprachlich vor allem ist es nicht so ganz erfreulich. Wie viel an der auch nicht ganz fehlerfreien Übersetzung liegt, ist schwierig zu sagen - soo stilistisch platt war es mir in den ersten beiden Teilen nicht aufgefallen, zumindest Band 2 hatte ich auf Englisch gelesen. Aber auch die Plots sind ja recht einfallslos und geradeaus, die Frauen sind fast alle rasend schön, die Männer geben, je nachdem, Chrustschow, Kennedy oder auch Genscher (wobei, vielleicht dem auch nicht), praktische Ratschläge und Informationen, die dann die Welt verändern, immer ist praktischerweise jemand vor Ort eben dies eintritt. Ach ja, und außerdem ist man dauernd mit irgendwem im Bett.

  3. Cover des Buches Einfach. Liebe. (ISBN: 9783442382163)
    Tammara Webber

    Einfach. Liebe.

     (922)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Statt auf ein Konservatorium zu gehen, war Jacqueline Wallace ihrem Freund aufs College gefolgt. Als er ihr vor zwei Wochen den Laufpass gab, brach ihre Welt zusammen. Nun wird sie nach einer Party beinahe von einem Verbindungsbruder vergewaltigt, im letzten Moment aber von einem älteren Studenten gerettet. Statt ihren Angreifer anzuzeigen, will sie nur vergessen, was ihr aber schwergemacht wird. Zum einen begegnet sie Lucas, ihrem Helfer, in ihrem Wirtschaftsseminar wieder, außerdem verbreitet ihr Peiniger Gerüchte über sie. Dabei bemüht sie sich gerade, ihren Kurs zu bestehen, in dem sie wegen ihres Liebeskummers hinterherhinkt. Ihr Professor empfiehlt ihr die Hilfe seines Tutors Landon Maxfield, der ihr per E-Mail gute Tipps gibt. Jacqueline beginnt die virtuellen Unterhaltungen zu genießen, aber da ist auch noch der mysteriöse Lucas, der ständig um ihr Wohlergehen besorgt ist, ihr aber einiges verschweigt.

    Tammara Webber gehörte 2012 zu den ersten Selfpublishern, die im trendigen Liebesroman-Untergenre New Adult veröffentlichten und dabei so erfolgreich wurden, dass sie einen Verlagsvertrag erhielten. „Einfach. Liebe.“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was diese Art von Büchern ausmacht und was den Hype um sie auslöst. Ich-Erzählerin Jacqueline erzählt eine moderne Coming-of-Age-Story, in der sie kurz hintereinander zwei schwere Schläge einstecken muss. Ihre unbeschwerte Jugend ist damit endgültig vorbei. In dieser schwierigen Phase, in der ihr der Ernst des Erwachsenenlebens erstmals richtig bewusstwird, ist sie besonders empfindsam, entwickelt aber auch allmählich eine Stärke, die sie sich selbst nicht zugetraut hätte. Und sie findet heraus, was wahre Liebe wirklich bedeutet. Um den Helden macht die Autorin ein kleines Geheimnis, was die Atmosphäre zusätzlich anheizt. Dazu packt sie Themen an, die zum Nachdenken anregen. Dem Drama verleiht sie die nötige Tiefe, während sie mit der Liebesgeschichte auch die Schmetterlinge im Bauch flattern lässt. Zusammen mit den lebensechten Charakteren ergibt das eine unschlagbare Kombination. (TD)

  4. Cover des Buches Vom Winde verweht (ISBN: 9783548269337)
    Margaret Mitchell

    Vom Winde verweht

     (740)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3

    Ich liebe "Vom Winde verweht" sehr und bewundere Scarlett, weil sie von Anfang an eine Rebellin ist. Sie nörgelt an den ganzen sinnlosen Vorschriften herum: Welches Kleid sie wann anziehen darf, dass eine Frau einem Mann keinen Antrag machen darf, dass sie nicht selbst entscheiden darf, wie lange sie Trauer empfindet usw.

    Alle anderen scheinen die Regeln der damaligen Gesellschaft zu akzeptieren bis auf Rhett, den sie deshalb interessant findet.

    Ich mag sehr, wie pragmatisch Scarlett ist, meine Lieblingsstelle ist die, als sie ein Kleid braucht und ihr Blick auf die alten Vorhänge fällt. Sie hat Upcycling gemacht!

    Sie ackert auf dem Feld, sie versucht Geld aufzutreiben und heiratet als Mittel zum Zweck noch einen Mann, den sie nicht liebt. Sie boxt sich und ihre Familie durch.

    Sehr rührend finde ich, wie sie sich um Melanie kümmert, obwohl sie sie eigentlich zu hassen glaubt, aber Ashley hat sie halt drum gebeten und ihm zuliebe kümmert sie sich sogar um ihre "Feindin" als Beweis ihrer angeblichen Liebe. Ich glaube gar nicht, dass sie Ashley liebt. Ich glaube, sie wurde als Mädchen zu sehr verwöhnt, ihr war langweilig und da alle anderen Männer um sie geworben haben, wollte sie natürlich den einen haben, den sie nicht haben konnte. Warum sollte sie einen Mann begehren, der ihr schon die Tür einrennt? Interessanter ist doch der, um den sie sich bemühen muss. Aber Liebe ist das nicht und das findet sie ja auch später heraus.

    Mies finde ich, dass Rhett sie immer wieder in Situationen bringt, in denen sie gegen die Regeln verstoßen soll und als sie endlich nachgibt und mit ihm zusammen gegen die Welt rebelliert, ändert er plötzlich seine Meinung und biedert sich der feinen Gesellschaft an. Angeblich geht es dabei um die Zukunft ihres Kindes, aber ich habe das Gefühl, dass Rhett nie zufrieden ist, sondern immer wieder neue Kampfschauplätze sucht, auf denen er sich austoben kann. Das, was er haben kann, will er nicht. Deshalb geht er am Ende auch.

    Ich mag den Film auch sehr, weil es einfach ein Meisterwerk ist. Die Bilder, die Kostüme, die Darsteller sind so wunderbar. Aber die deutsche Synchronisation ist leider schlimm. Da gibt es die Stelle, als der kleine Junge sagt: "Warum soll ich denn ins Bett, es ist doch schon Morgen?" und sein Papa sagt: "Nein, es ist noch nicht Morgen." Aber am Fenster sieht man, dass die Sonne scheint. Im Original ist es ein Wortspiel mit "morning" und "mourning", also "Morgen" und "Trauer".

  5. Cover des Buches Der Anschlag (ISBN: 9783837111071)
    Stephen King

    Der Anschlag

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Panobbi

    (Hörbuch-)Empfehlung: Kings - Der Anschlag. Ich mag Kings -non Horror- ja für die Welten, die er baut. Bei King ist es ja eher immer die Reise, als das Ende. Hierbei finde ich das reine Ende toll. Die Auflösung eines der Grundthemen lahm. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass mich das letzte Viertel langsam verliert. War dieses Mal nicht der Fall. Und die ohne Auflösung angenehm knapp gehalten.

  6. Cover des Buches The Legion - Der Kreis der Fünf (ISBN: 9783570162705)
    Kami Garcia

    The Legion - Der Kreis der Fünf

     (101)
    Aktuelle Rezension von: AnnaSalvatore

    Der Anfang war zwar ziemlich spannend, man ist sehr schnell im Geschehen drin, doch richtig packen konnte mich das Buch zu Beginn nicht. Die Geschichte schien mir so farblos, nicht ganz greifbar. Doch dann, ab S. 100 ca., wurde es viel besser. Man lernt alle Mitglieder der "Legion" kennen, mir haben sie alle gefallen, sie sind sehr facettenreich.

    Die Handlung war größenteils über die Suche nach bestimmten Scheiben, und ich fand die Begegnungen mit den verschieden Geistern so toll.

    Vieles über dieses Thema wusste ich bereits, da ich die Serie "Supernatural" kenne, und habe (leider) auch viele Parallelen entdeckt. Doch trotzdem waren das immer echt unterhaltsame und manchmal auch gruselige Szenen :-)


    Die Protagonistin, Kennedy, gefällt mir ziemlich gut, sie wird im Laufe des Buches viel mutiger.

    Die beiden (Zwillings-!)Brüder, Lukas und Jared, sind schön ausgearbeitet. Man kann sie beide sehr gut voneinander unterscheiden, und man erkennt schon vom Schreibstil immer, wer wer ist. Die Beziehung zwischen den Beiden ist ziemlich durchwachsen, einmal durch die unschöne Vorgeschichte und dadurch das sich BEIDE Brüder in Kennedy verlieben.

    Manchmal ging mir das Dreieck ein bisschen auf die Nerven, aber oft hat dies der Geschichte erst den richtigen Kick gegeben.

    Kennedy's Unentschiedenheit kann man bei den Beiden echt nachvollziehen :/

    Alara und Priest haben mir sehr gut gefallen, bei diesen 5 stimmt einfach die Chemie, und es bringt Spaß über sie zu lesen.


    Der Schreibstil ist einfach gehalten. Es gab einige Bilder, von Skizzen zu meist, und oft Rückblenden.


    Das Ende war gut, definitiv ein kleiner Cliffhanger, der einen unruhig zurücklässt.



    Fazit: Das Buch hat mich, trotz des schleppenden Anfangs, überzeugt. Ich weiß nicht warum, es war eigentlich ziemlich toll, und solche Geschichten um Geister lese ich nicht wirklich oft, aber irgendetwas hat mir gefehlt.

    Vielleicht hatte ich auch nur zu hohe Erwartungen aufgrund der "Sixteen Moons" -Reihe.

    Die Reihe werde ich trotzdem weiterverfolgen.



    Hier die ganze Rezi
  7. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783785750049)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (42)
    Aktuelle Rezension von: MamaSandra

    In Amerika hält Martin Luther King seine berühmte Rede und die Schwarzen lassen sich nicht länger unterdrücken. Präsident Kennedy und später die Watergate-Affäre werden thematisiert.

    Währenddessen wird in Berlin die Mauer errichtet. Rebecca und auch später Walli fliehen in den Westen. Mehr oder weniger geglückt, läuft die Flucht ab. Der russische Handlungsstrang hat mich hier etwas weniger interessiert.

    Insgesamt ist es wirklich erstaunlich was in 100 Jahren der Geschichte alles geschehen ist. Mit der Jahrhundert-Saga hat Follett 2 Weltkriege und die Trennung Deutschlands thematisiert sowie bahnbrechende Ereignisse der amerikanischen Geschichte. Allein deshalb sind ist diese Reihe interessant und Band 3 vielleicht noch etwas mehr, weil es einen selbst noch betroffen hat oder zumindest die Eltern. Ich bin ein Kind der Wende, aber habe viel erzählt bekommen. Da gibt es immerhin noch wesentlich mehr Zeitzeugen als vom 2. Weltkrieg.

    Sehr gut gelungen ist Follett die Verknüpfung der historischen Fakten und Persönlichkeiten mit seinen fiktiven Charakteren der Bücher.

    Der Erzähler des Hörbuches hat eine sehr angenehme Stimme.

  8. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (344)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    April 1964: Das dritte Reich hat den Krieg vor zwanzig Jahren gewonnen. Die Nazis beherrschen Europa und Deutschland, insbesondere Berlin, bereitet sich auf den 75. Geburtstag des Führers vor. Ausgerechnet jetzt wird die Leiche eines hochrangigen SS-Offiziers gefunden. Xaver March, Ermittler der Mordkommission, wird auf den Fall angesetzt. Doch überall wird gemauert, er findet keinen Zugang zu dem Fall und plötzlich mischt sich auch noch der Sicherheitsdienst ein und entzieht ihm das Ganze. Doch Xaver hat Blut geleckt und je tiefer er gräbt, desto scheußlicher werden die Verbrechen und desto lauter schreit sein Gewissen.

    Ich mag ja diese Was-wäre-wenn-Szenarien sehr. Mit diesem Buch hat der Autor wohl vor 25 Jahren in Deutschland einen Skandal heraufbeschworen, hat er doch Ängste und Schuldbewusstsein ordentlich wieder aufgewühlt. Andererseits finde ich das Ganze gar nicht abwegig, schon gar nicht im Licht heutiger Ereignisse betrachtet. Es war eine beklemmende, spannende und durchaus authentische Lektüre, die zwischendrin manchmal ein bisschen langatmig daherkam, ganz besonders, wenn es um das amerikanische Loveinterest von Xaver ging. Dafür riss der Schluss vieles wieder heraus; er war unglaublich intensiv, hoffnungslos, realistisch und vor allem - offen. Nicht was das Schicksal einzelner Beteiligter angeht, aber dafür das Schicksal der ganzen Welt. Fast wie im echten Leben. 

  9. Cover des Buches Das Geheimnis der Kennedys (ISBN: 9783776623895)
    Edward Klein

    Das Geheimnis der Kennedys

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Tabu (ISBN: 9783499256646)
    Casey Hill

    Tabu

     (67)
    Aktuelle Rezension von: _Dark_Rose_
    Eine Serie grauenhafter Morde erschüttert Dublin. Ein Serienmörder zwingt seine Opfer gesellschaftliche Tabus zu brechen bevor er sie tötet. Anfangs deutet nichts auf einen Serientäter hin, im Gegenteil, die ersten Morde wirken wie Selbstmorde. Erst die vor kurzem nach Irland gezogene CSI-Ermittlerin Reilly Steel erkennt die Zusammenhänge und versteht die kryptischen Botschaften des Killers. Die Polizei hält ihre Theorien für abwegig, bis es immer neue Opfer gibt und so versucht Reilly zusammen mit dem Ermittelnden Polizisten Chris Delany den Mörder zu fassen, bevor er ganz Dublin in Angst und Schrecken versetzt und die Stadt in Blut taucht. Doch bald erkennt Reilly, dass der Serienmörder das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu kennen scheint und sie persönlich herausfordert. Ein tödliches Katz und Maus Spiel beginnt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Handlung ist interessant gestaltet und die Hinweise auf Täter, Zusammenhang und Opfer endlich mal nicht allzu offensichtlich sondern wirklich nicht ganz einfach zu erkennen. Allerdings lässt das Buch zum Ende hin ein wenig nach, sodass man bereits vor der großen Enthüllung sicher zu wissen scheint, wer der Serienmörder ist. Das Ende ist für meinen Geschmack ein wenig zu plötzlich gekommen, nachdem im Mittelteil teilweise sehr gestreckt wurde. Ein paar Seiten mehr fürs Ende wären besser gewesen und dafür ein paar Seiten im Mittelteil weniger, der zum Teil etwas langatmig war. Trotzdem, ich kann das Buch nur empfehlen, es ist mal etwas anderes.
  11. Cover des Buches The Help (ISBN: 9780241956540)
    Kathryn Stockett

    The Help

     (142)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    In einem Tag und einer Nacht ausgelesen. Das ist mir schon lang nicht mehr passiert, dass ich ein Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen konnte.

    Kurz-Zusammenfassung:  weiße Plantagenbesitzer-Tochter im Missisippi der 60-er Jahre möchte ihre Journalisten-Karriere mit einer Reportage über schwarze Haushaltshilfen beginnen. Wie gefährlich das für sie alle werden kann, das wird ihr erst nach und nach klar. Abwechselnd erzählen 3 Frauen die Geschichte. Dabei erfährt man viel über die Lebensumstände der schwarzen und weißen Südstaaten-Bevölkerung in der Zeit der Segregation.

    Die Hauptpersonen (und auch viele der Nebenfiguren) sind liebevoll gezeichnet, man fühlt sich als Leserin in ihr Leben hineingezogen und wünscht ihnen einfach nur in jedem Augenblick das Allerbeste. Einzig die "Bösewichtin" ist einfach nur böse, aber ohne sie wäre die Geschichte vermutlich nicht spannend genug geworden.

    Die Geschichte ist unglaublich spannend. Ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert vom ersten bis zum letzten Augenblick. Aber was wirklich berührt, sind die Dialoge. Diese kleinen Bemerkungen, die den Weißen immer wieder entschlüpfen, ohne dass ihnen ihr Faux-Pas überhaupt bewusst wird. Man erkennt, wie die Verlogenheit einer ganzen Gesellschaft sich auf das Leben jedes einzelnen auswirkt - und alle unglücklich macht.

    Volle Lese-Empfehlung: easy reading zu einem schweren (und leider immer aktuellen) Thema.


  12. Cover des Buches I Am the Messenger (ISBN: 0375836675)
    Markus Zusak

    I Am the Messenger

     (47)
    Aktuelle Rezension von: liebling
    Zum Inhalt: Ed Kennedy ist fast 30 und kann nicht gerade auf ein von Erfolg gekröntes Leben zurückblicken. Er schlägt sich als Taxifahrer durch, lebt in einer runtergekommenen Hütte mit seinem Hund, dem "Doorman", all seine Geschwister sind auf der Überholspur unterwegs und seine Mutter mag ihn nicht, nutzt ihn aber trotzdem gern als Haussklaven und Packesel. Glücklich machen ihn eigentlich nur sein Hund und seine drei Freunde, mit denen er sich regelmäßig zum Kartenspielen trifft. Doch eines Tages wird seine mühsam konstruierte Routine durchbrochen, als er Zeuge und Geisel bei einem Banküberfall wird und den Räuber stellt. Kurz darauf bekommt er die erste Spielkarte zugeschickt, auf welcher sich Hinweise befinden. Mal sind es Adressen, mal Rätsel, die Ed lösen muss. Dahinter verstecken sich Menschen, deren Leben er beeinflussen und verbessern soll. Wie, das muss er selbst rausfinden. Der ersten Karte folgen weitere und sie füllen Eds Leben, das bisher vor sich hingeplätschert ist, mit Inhalt. Meine Meinung: Ich weiß immer noch nicht so recht, was ich von der Geschichte halten soll. Eins weiß ich: Ich liebe dieses Buch.Warum genau und wie ich das in Worte fassen soll, das gibt mir ähnliche Rätsel auf wie die, die Ed lösen musste. Stellenweise ist das Buch sehr bizarr, wenig realistisch und dadurch trotzdem auf seltsame Weise real und urkomisch. Ed selbst ist ein wahnsinnig lustiger Protagonist, sarkastisch und mit einem herrlichen Humor gesegnet, die es ihm auch erlaubt, alles mit einer gehörigen Portion Selbstironie zu betrachten. Dennoch merkt man, welche Menschen ihm etwas bedeuten, welche Dinge ihm nah gehen und was ihn verletzt. Mit dem Verlauf der Geschichte macht Ed eine Wandlung durch, die ich sehr schön beschrieben finde. Man merkt, wie er anfangs alles auf die leichte Schulter nimmt, sich später aber mit immer mehr Herzblut seiner unfreiwilligen Aufgabe widmet. Und ganz nebenbei tut er dies auch mit sich selbst und seinem Leben. Dinge, die er anfangs nur störend am Rande wahrgenommen hat, rücken immer mehr in sein Blickfeld, bis er sich schließlich dazu aufrafft und ihnen entgegen tritt, Probleme löst und Dinge klärt. Die Story an sich finde ich einfach großartig und originell. Jede Aufgabe wird mit soviel Detail beschrieben. Selbst kleinere davon sind so originell und erscheinen so wichtig, dass man den Einfluss Eds auf die Leben der anderen förmlich spüren kann. Häufig sind es nur kleine Anstöße, die, wenn wir mal ehrlich sind, wir alle hier und da gut gebrauchen könnten, ein kleiner Hinweis auf das, was zählt und richtig ist. Ich hatte beim Lesen unglaublich viel Spaß, obwohl es natürlich auch jede Menge "WTF"-Momente gab. Aber gerade die brachten mich dazu, noch mehr über die Handlung nachzudenken und noch mehr von den vielen schönen Details wahrzunehmen. Ich kann wirklich jedem das Buch ans Herz legen. Nur darf man nicht voreingenommen an das Buch rangehen, wenn man zuvor "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak gelesen hat. Die beiden Bücher haben so gar nichts miteinander zu tun, mal abgesehen von der Tatsache, dass der Autor auch hier wieder keine Berührungsängste zeigt, was vermeintliche Tabuthemen angeht. Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog: http://rabbitholereading.blogspot.com
  13. Cover des Buches BLACK STILETTO (ISBN: 9783958351622)
    Raymond Benson

    BLACK STILETTO

     (20)
    Aktuelle Rezension von: LukeDanes

    Superhelden in Romanform habe ich bisher immer recht kritisch beäugt. Zum einen sind die gewohnten Helden (Marvel, DC & Co.) nicht interessant genug um auch einen Roman - ohne die gewohnten Bilder - meines Erachtens nach tragen zu können, zum anderen sind die Pulp-Abenteuer der Helden der Vierzigerjahre aus den USA nicht in deutscher Sprache erschienen, oder besser: man bekommt die Romane nicht mehr.

    Warum also nicht eine eigene Heldin erfinden und sie vollkommen unkonventionell zum Leben erwecken? Das scheint sich Autor Raymond Benson gedacht zu haben und so erschuf er seine eigene Superheldin: Black Stiletto.

    Black Stiletto erinnert in vielen Dingen an eine Mischung aus Daredevil und Catwoman. Daredevil, da sie die Kampfkunst, mit der sie ihre Gegner auf die Bretter schickt von der Pike auf lernen muss. Catwoman, weil sie viele Eigenschaften einer Selina Kyle in sich vereint, hätte Selina sich für die Seite des Guten entschieden.

    Die ganze Story beginnt in der relativen Jetztzeit und man fragt sich, was nun kommen wird: Geht es im kompletten Buch nur um die Tagebücher von Judy Talbot – der Black Stiletto, oder driftet man ab und schafft auf Grundlage der Urversion eine Jetztzeitheldin?

    Erfreulicherweise beschränken sich die Abenteuer und das Origin der Black Stiletto auf die Tagebucheinträge, welche Martin Talbot – der Sohn von Judy „Black Stiletto“ Talbot – liest und für sich selbst visualisiert.

    So hat man stets das Gefühl in die Zeit von The Shadow oder Doc Savage zurückversetzt zu werden, nur das sich diesmal die Leading Lady der Geschichte nicht wie die übliche „Damsel in Distress“ verhält, sondern dem organisierten Verbrechen eigenhändig den Kampf ansagt. Dabei geht sie nicht zimperlich zu Werke, den ihre Gegner gehen auch nicht gerade wie Gentlemen mit ihr um.

    Benson schafft den Spagat zwischen Coming-of-Age-Story, Liebesgeschichte, knallharter Heroaction und einem sehr augenzwinkernden Final im Jetzt mit Leichtigkeit. Die Heldin wächst einem sehr schnall ans Herz und die ganze Story ist definitiv nicht als eine Art „Female Fantasy“ gedacht, sondern geht in den großen Fußstapfen ihrer Vorbilder (Shadow, Savage, Miss Fury) ihren eigenen eindrucksvollen Weg.

    Der erste Band ist ein Pageturner. In den USA sind mittlerweile fünf Bände um die Lady mit den hochhackigen Schuhen erschienen. Der Luzifer Verlag hat davon bisher „The Black Stiletto“ und „The Black Stiletto: Black & White“ ins Deutsche übersetzt.

    Ich würde mir wünschen, dass man sich bei Luzifer ein Herz nimmt und auch „The Black Stiletto: Stars & Stripes“, „The Black Stiletto: Secrest & Lies“ sowie „The Black Stiletto: Endings & Beginnings“ („Black Stilettos Autograph“ dabei bitte nicht vergessen) ebenfalls dem deutschsprachigen Publikum zugänglich macht.

  14. Cover des Buches Über uns Stille (ISBN: 9783473584529)
    Morton Rhue

    Über uns Stille

     (91)
    Aktuelle Rezension von: 0_Lavender_0

    Zuerst wird sie belächelt, die Familie Parker, die als einzige in der Umgebung einen Schutzraum hat. So unnötig. Doch dann wird es während der Kubakrise in den USA 1962 ernst. Ein Atomkrieg zwingt die Parkers den Schutzraum aufzusuchen.
    Nun versuchen auch die Nachbarn in letzter Minute den Schutzraum zu erreichen. Es beginnt ein Überlebenskampf zwischen Moral, Vernunft und Mitleid. Der Autor schildert die Lebensbedingungen und die Zweifel der Menschen, die sich im Schutzraum eingefunden haben und deren Zukunft äußerst ungewiss ist.

  15. Cover des Buches Total Recall (ISBN: 9783455502787)
    Arnold Schwarzenegger

    Total Recall

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Rodrik-Andersen

    In dieser Biografie gewährt Arnold Schwarzenegger auf über 650 Seiten einen tiefen Einblick in seinen Werdegang. Dabei wird vor allem auf seine berufliche Laufbahn eingegangen, wohingegen die Abschnitte über sein Privatleben deutlich kürzer gehalten sind.

    Für mich hielt die Biografie so einige Überraschungen bereit. Nicht, dass ich mich im Vorfeld mit der Person Arnold Schwarzenegger näher auseinandergesetzt hätte. Mir ist „Arnie“ vor allem aufgrund seiner Filme ein Begriff, die mich in meiner Jugend begleitet haben. Besonders die Action-Streifen wie Terminator, Total Recall, Predator oder True Lies sind mir nachhaltig in Erinnerung geblieben, in denen er die Hauptrolle gespielt hat. So überraschte es mich, zu erfahren, dass er ganz am Anfang seiner Filmkarriere sogar einen Golden Globe als bester Newcomer gewann. Und wie zielstrebig, wandlungsfähig und einfallsreich Arnie zugange war, als es darum ging, Geschäfte zu machen und Geld zu verdienen. Zu seinen großen Stärken zählt gewiss die Selbstvermarktung, aber auch das Knüpfen wertvoller Kontakte, die ihm oftmals bei der Erreichung der gesteckten Ziele geholfen haben. Seiner Frau Maria kommt gerade hier eine wichtige Rolle zu, die im Buch auch immer wieder gewürdigt wird.

    Neben den aufschlussreichen Passagen, die sich mit seinem Aufstieg zum Hollywood-Filmstar beschäftigten, konnte ich mich auch für jene Kapitel begeistern, die sich mit Arnies Wahl zum Gouverneur von Kalifornien und dem politischen Alltag in Sacramento auseinandersetzten. Hier empfand ich das Lesen als besonders unterhaltsam, wenn nicht sogar spannend. Beim Thema „Bodybuilding“ hätte ich mir wiederum eine Straffung gewünscht, da mich diese Abschnitte nicht sonderlich fesseln konnten. Natürlich waren seine Erfolge in diesem Sektor ausschlaggebend dafür, dass es ihn in die USA und zum Film verschlagen hat, wo sein eigentlicher Siegeszug begann. Trotzdem wäre hier weniger mehr gewesen.

    Fazit: Respekt! In „Arnie“ steckt wohl mehr, als man gemeinhin glaubt: Panzerfahrer, Bodybuilder, Handwerker, Immobilien-Investor, Schauspieler, Initiator der zivilen Humvee-Ausführung, Politiker und Gouverneur, etc. Was er auch anpackte, es wurde in der Regel zum Erfolg. Dies passt natürlich zum Mythos der USA, welches sich als „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ rühmt. Dank eines eisernen Willens, einer beachtenswerten Wandlungsfähigkeit und eines großen Netzwerks gelang es ihm, in den verschiedensten Bereichen erfolgreich zu sein und sich einen Namen zu machen, der Menschen auf der ganzen Welt ein Begriff ist. In Summe liegt also eine lesenswerte Biografie vor – einfach, weil es sich um einen erfrischend abwechslungsreichen Werdegang handelt, den Arnie da eingeschlagen hat. Dass sein Privatleben und seine Fehltritte dabei größtenteils im Dunkeln verbleiben, ist zwar schade, störte mich aber nur am Rande.

  16. Cover des Buches Die Liebhaberin (ISBN: 9783453352346)
    Douglas Kennedy

    Die Liebhaberin

     (7)
    Aktuelle Rezension von: gurke
    Rick ist vom Schicksal, gelinde ausgedrückt ganz schön gepiesackt worden. Von der Frau wurde er wegen Verleumdung verlassen. Natürlich hat diese bereits einen neuen Liebhaber und Rick gleich den Umgang mit seiner über alles geliebten Tochter verboten. Völlig pleite sieht er nur noch enien Ausweg: Frankreich. Er macht sich also mit seinen letzten Habseligkeiten und dem letzten wenigen Geld auf nach Paris, um dort vergessen zu können. Hier versucht er sein Glück und will endlich in Ruhe sein Buch schreiben. Aber auch dort ist ihm sein Glück nicht hold. Er wird weiterhin vom Pech verfolgt und gerät mitten in Intrigen, schmutzige Geschäfte und Verbrechen. Als er die schöne Margit kennenlernt und eine leidenschaftliche Affäre mit ihr beginnt, scheint sich das Blatt zunächst zu wenden. Aber weit gefehlt - der Horror geht jetzt erst richtig los... Der Thriller überzeugt nicht durch Spannung und enorm viele Wendungen. Die Geschichte plätschert vor allem am Anfang eher vor sich hin. Das ist aber hier kein Kritikpunkt, denn das Buch zeigt andere Qualitäten. Wir lesen von einem sympathischen Menschen, der sehr viel Pech in seinem Leben hatte und von einem bösen Fettnäpfchen ins nächste tritt. Begleitet wird seine tragische Geschichte von Stimmung, die man von den hinterletzten Ecken in Paris erwartet: depressiv, melancholisch, kalt und dreckig. So nach und nach steigert sich die Spannung dennoch und man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil man einfach wissen muss, wie es mit unserem Helden weitergeht und wie er wieder aus der Verstrickung der Umstände herauskommt und ob er sich überhaupt aus dieser schlimmen Lage hinausmanövrieren kann. Gleichzeitig ist der Schreibstil so flüssig, dass man gut durch die Handlung kommt und richtig in den Sog und der düsteren Stimmung von Paris gezogen wird. Da es nur einen Handlungsstrang aus der Sicht des Hauptprotagonisten gibt, kann man dem Verlauf ohne Verwirrungen folgen. Mit "Die Liebhaberin" halten wir einen sehr geradlinigen Thriller in den Händen. Alles in allem war ich sehr positiv überrascht. Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich Revue passieren lassen, was alles in der Geschichte passiert ist. Es geschieht gar nicht so sehr viel und auch die Spannung steigt nur langsam. Dennoch konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und ich bin einfach nur begeistert von der düsteren Stimmung. Ich habe mich von dem Sog der traurigen Gefühle mitziehen lassen und kann abschließend nur sagen, dass es sich hier um einen Thriller handelt, der mal etwas anderes ist!
  17. Cover des Buches Wer erschoß John F. Kennedy? (ISBN: 9783785706268)
    Jim Garrison

    Wer erschoß John F. Kennedy?

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch hat mich zum nachdenken animiert, aber die Wahrheit ist auch mir bis heute nur schattenhaft klar.
  18. Cover des Buches Die Berliner Mauer (ISBN: 9783861536499)
    Hans-Hermann Hertle

    Die Berliner Mauer

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Die 50 größten Verschwörungen aller Zeiten. Komplotte und Intrigen von JFK bis Lockerbie (ISBN: 9783893657360)
  20. Cover des Buches CIA (ISBN: 9783596190591)
    Tim Weiner

    CIA

     (24)
    Aktuelle Rezension von: eskimo81
    CIA - Amerikanischer Geheimdienst, wer kennt ihn nicht?

    Tim Weiner offenbart in über 600 packenden Seiten, was die CIA ist.
    Ein unorganisierter Haufen Menschen, die denken, sie können alles und dabei so ziemlich alles vermasseln, was es zu vermasseln gibt. In wie weit weiss der jeweilige Präsident Bescheid? Ein Buch, das Details offenbart, die einen sprachlos, wütend, enttäuscht und einfach nur - ja, wie sagt man dem, geschockt? zurücklassen.

    Einziger Kritikpunkt; es gibt sehr viele Anmerkungen zu den jeweiligen Kapiteln. Mir fehlte einfach der Bezug dazu. Es wurde nicht mit Nummern gearbeitet oder anderen Hinweisen, so dass ich nun etliche Seiten Anmerkungen habe, aber irgendwie nicht weiss, wo ich diese dazu packen soll, das finde ich sehr, sehr schade.

    Der Schreibstil von Tim Weiner ist hervorragend, man merkt, dass er sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat und was mich persönlich am meisten überraschte, ein Geschichtsbuch, dass auch noch spannend und fesselnd geschrieben ist. Das muss man mal schaffen. Es ist schwere Kost und man kann es nicht einfach "durchfuttern", es ist aber nicht lahm oder zäh, dass man kaum vom Fleck kommt, es ist spannend in einer eigenen sehr speziellen Art und Weise. Man braucht einfach Lesepausen um das ganze zu verdauen.

    Fazit: Wer sich für die Geschichte Amerikas und den Geheimdienst interessiert muss dieses Werk lesen. Jedoch Vorsicht; man liest vielleicht vieles, das man lieber nie gelesen / erfahren hätte. Der Blickwinkel zu Amerika könnte sich auf einmal verdüstern oder die schöne heile Traumwelt platzen...
  21. Cover des Buches Umweg zur Hölle (ISBN: 9783895812583)
    Ross Thomas

    Umweg zur Hölle

     (11)
    Aktuelle Rezension von: WortGestalt
    In den etwas härteren Kriminalromanen ist nicht selten die Hauptfigur der raue, einsame Wolf. Ich lese das zum Beispiel richtig gern. So ein hartgesottener Typ, raue Schale, rauer Kern, lakonisch in Wort und Tat und ein richtiger "lonesome cowboy", verlassen von der Welt, mit großer Gelassenheit unterwegs. Coole Sache. Besser kann es dann eigentlich nur noch werden, wenn eine Geschichte plötzlich mit zwei von diesen Typen aufwartet, wie in „Umweg zur Hölle“. Da gibt es nämlich Artie Wu und Quincy Durant und ja, das, was die beiden haben, würde heutzutage als echte Bromance durchgehen, eine Männerfreundschaft dicker als Blut und solider als so mancher Stahlträger. Und ohne großes Tamtam.

    Es geht an die Westküste der USA, Malibu, Kalifornien Mitte der 1970er Jahre. Und es beginnt mit einem toten Pelikan. Der Aufhänger ist so schön, man hätte den ganzen Roman danach benennen können. Da joggt also Arthur Case Wu, ein an Körpergröße und Körperumfang sehr stattlicher Chinese jeden Morgen am Strand von Malibu, in einem blauen Trainingsanzug. Und stolpert doch tatsächlich an diesem einen Tag im Juni über einen toten Pelikan. Während Artie fällt und sich nur denkt „Scheiße“, sieht ein Spaziergänger ihn fallen und denkt sich „Da fällt der dicke Chinese“.

    Aufmerksam wie der Spaziergänger ist, der jeden Morgen am Strand von Malibu mit seinen sechs Windhunden Gassi geht und übrigens Randall Piers heißt, eilt er dem gestürzten Artie Wu zu Hilfe und geleitet ihn und seinen verstauchten Knöchel in das nahegelegene Strandhaus von Arties Partner Quincy Durant, ein langer, magerer Typ, braungebrannt, aber kein Sunnyboy. Und dann kann die Show auch schon beginnen. Es entspinnt sich ein perfekter Gauner- und Ganoven-Thriller/Krimi mit vielen krummen Geschäften, dubiosen Gestalten, der Mafia und der CIA, Politikern, Folk-Sängerinnen, viel Korruption und dem ein oder anderen Auftragsmord. Großes Kino.

    Herausragend waren für mich in "Umweg zur Hölle" die Komplexität des Plots und die Figurenzeichnung, beides ist so voller Feinheiten, Verstrickungen und Verbindungen erzählt, dass es ein wahres Fest ist. Ich konnte die Handlung nie weiter als bis zum nächsten Wort durchschauen. Es sind viele kleine Rädchen, die das Getriebe dieser Geschichte am Laufen halten und jedes einzelne scheint mit der Präzision eines Schweizer Uhrmachers gefertigt zu sein. Man darf sich ruhig jeden einzelnen Namen der zahlreichen Figuren merken, die im Laufe der Handlung auftauchen, jeder könnte später noch die eine entscheidende Rolle spielen.

    Auch sprachlich ist Ross Thomas Roman ein schieres Vergnügen, die Dialoge sind lakonisch und pointiert, der Erzähltext passt dafür gerne auch mal kleine Details ab, sodass die Figuren mit kurzen und sorgfältig ausgewählten Anekdoten bestückt werden, die nicht selten ein Schmunzeln provozieren. Und alles, was in diesem Roman vor sich geht, geschieht mit einer lässig-entspannten Attitüde, keiner dreht durch, na ja, kaum einer, doch alle  haben ihre feste Rolle und erfüllen diese erhobenen Hauptes. Nicht zuletzt, weil sie sich oftmals für Drahtzieher halten, obwohl sie nur Marionetten sind.

    In dieser Geschichte, in der es um viel Geld und Macht, aber auch um persönliche Motive geht, wird unendlich viel getrickst. Dieses Konstrukt ist dem Autor so gut gelungen, dass sich der Leser nie sicher sein kann, wer hier eigentlich mit offenen Karten spielt.

    Fazit: Es ist diese Mischung aus lässigem Humor und raffinierter Intelligenz, die den ersten Fall von Artie Wu und Quincy Durant auszeichnet. Der komplexe Plot und die phänomenale Figurenzeichnung machen „Umweg zur Hölle“ zu einem Ganoven-Thriller mit einem ausgebufften Pokerface.

    Bewertung: 4,56 Punkte = 5 Sterne
    Stil: 5/5 | Idee: 5/5 | Umsetzung: 4/5 | Figuren: 5/5 | Plot-Entwicklung: 5/5
    Tempo: 4/5 | Tiefe: 4/5 | Komplexität: 5/5 | Lesespaß: 4/5 | = 4,56 Punkte

    © http://wortgestalt-buchblog.blogspot.de
  22. Cover des Buches The Kennedys (ISBN: 1893554317)
    Peter Collier

    The Kennedys

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Das Attentat in der Geschichte (ISBN: 9783806236682)
    Alexander Demandt

    Das Attentat in der Geschichte

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    Auf über 500 Seiten erzählt der Sammelband (eine Verschriftlichung einer universitären Ringvorlesung ?) "Das Attentat in der Geschichte" des Herausgebers Alexander Demandt aus dem Jahr 2000 die Geschichte mehrerer Attentate, wobei Personen unterschiedlichster Fachbereiche zu Wort kommen.

    Zeitlich reichen die Attentatsbeschreibungen von der Antike (Darius, Caesar) bis in die Neuzeit (Gandhi, Kennedy). Thematisch betrachtet reichen die Aufsätze auch relativ weit, betrachtet man beispielsweise das Endkapitel (von Alexander Demandt selbst) über das Ereignis des Attentats an sich, in dem er von der Etymologie (lat. attemptare, nicht dt. Tat !) ausgeht, anschließend die unterschiedlichsten Motivationen differenziert betrachtet, unterschiedliche Rezeptionen andeutet und auf den interessanten Aspekt der kontrafaktischen Geschichtsschreibung hindeutet (S. 503-518). Ein anderes thematisches Feld berührt Halm (S. 75-89) mit seinem Aufsatz, da er kein spezielles Attentat beschriebt, sondern eine Attentatsgruppe, nämlich die Assassinen.

    Besonders interessant sind jedoch die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen heraus die einzelnen Themen betrachtet werden. Überraschend war da der kunsthistorische Ansatz Gaethgens (S. 211-240), der das Attentat auf Marat mit einer Analyse des Gemäldes "Marat" von David verknüpft. Besonders interessant hat auch Steinbach (S. 406-441) in seiner Darstellung zum 20. Juli 1944 methodische und strukturelle Exkurse zum Ereignis des Attentats speziell in einer Diktatur und zur Abhängigkeit der nachträglichen Bewertung der Attentäter von moralisierenden Wertvorstellungen und persönlichen Tendenzen untergemischt.

    Etwas enttäuschend andererseits waren die Aufsätze von Krippendorff (Sand, Kotzebue und das Blut des Verräters. 1819, S. 241-260) und Barbara Demandt (Das Attentat auf Kaiserin Elisabeth von Österreich am 10. September 1989, S. 299-329, die entweder eine eigenartige religiös/spirituelle Perspektive einnehmen (Krippendorff), oder sich auf eine prosopographische (ohne Quellenverweise wohlgemerkt) und biographische Sicht beschränken, ohne eine Struturanalyse zu betreiben, den Kontext zu erläutern, oder Auswirkungen ausführlich darzustellen (Barbara Demandt).


    Was fast allen Aufsätzen positiv anzumerken ist, ist die mehr oder weniger wissenschaftliche Herangehensweise und gute Lesbarkeit. Auch ist durch die (oben angedeutete) thematische und perspektivische Vielfalt eine Herausfilterung von eigenen "Lieblingen" (mir mangelt es gerade an treffenderen Formulierungen, aber ihr versteht schon !) möglich.
    Leider beschränkt sich der Band größtenteils auf europäische Attentate und einige Ereignisse (Pulververschwörung von 1605 !) fehlten schmerzlich. Doch lässt sich das verkraften.
  24. Cover des Buches Washington, 20. Januar 1961 (ISBN: 9783423306102)
    Robert D. Johnson

    Washington, 20. Januar 1961

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Die Buchreihe widmet sich markanter historischer Daten der neueren Geschichte, so hier dem 20. Januar 1961 in den USA, als John F. Kennedy das Amt des amerikanischen Präsidenten übernahm. Gut und verständlich geschrieben und die amerikanische Gesellschaft der frühen 1960er Jahre mit all ihren Sorgen und Krisen besprechend. Ein Spezialthema, in die Tiefe gehend, also gelungene Sachliteratur für Historiker.

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