Bücher mit dem Tag "ketzer"
15 Bücher
- Petra Schier
Das Kreuz des Pilgers
(165)Aktuelle Rezension von: Buchsucht_deKoblenz im Jahr 1379: Handel blüht, Räuberbanden lauern, Fürsten ringen um Einfluss und die Kirche kontrolliert Denken wie Handeln. Mitten in diese Welt kehrt Reinhild zurück, eine junge Grafentochter, die im Schutz einer Handelskarawane mit ihrem Ehemann in ihre Heimat reist. Ein Überfall zerreißt ihr Leben, sie überlebt, ihr Mann nicht. Plötzlich Witwe, sieht sie sich in der patriarchalen Ordnung ihrer Zeit mit einer erneuten Zwangsheirat konfrontiert, obwohl ihr Herz längst Conlin vom Langenreth gehört, einem verarmten Grafensohn, der versucht, den Ruin seiner Familie durch Handel abzuwenden. Und dann ist da noch Palmiro, ein Pilger, der aus dem Heiligen Land mehr mitgebracht hat, als er zugibt, eine Reliquie, für die andere töten würden.
Genau dieser Palmiro-Handlungsstrang war für mich das erzählerische Herzstück. Petra Schier zeichnet ihn wunderbar ambivalent, weder edler Ritter noch klassischer Bösewicht, sondern ein Mann mit Schatten und Geheimnissen, die sich nur langsam entblättern. Das Motiv der Reliquie ist klug gewählt, weil es die reale Bedeutung solcher Objekte im Spätmittelalter aufgreift, als Machtmittel, Pilger-Anker und Vermögenswert. Aus dieser historischen Substanz baut Petra Schier einen Sog, der einen sofort in die Handlung zieht.
Auch Reinhild hat mich überzeugt. Sie ist eine starke Frauenfigur, ohne zur anachronistischen Feministin zu werden. Sie ist klug, entschlossen und findet Wege innerhalb der Grenzen, die ihre Zeit ihr setzt. Conlin wiederum ist ein spannender männlicher Gegenpol, ein Adeliger, der pragmatisch bricht mit alten Standesdünkeln und sich dem Handel zuwendet, weil er muss. Die Beziehung der beiden lebt von Hindernissen, Reinhilds drohender Zwangsheirat, Conlins finanzieller Not und einem Geheimnis, das ihre Liebe belastet.
Was das Buch für mich in die Spitzenklasse historischer Romane hebt, ist Petra Schiers Recherche. Kleidung, Ernährung, Handelsrouten, Rechtssystem, Alltag in einer mittelalterlichen Stadt, alles wirkt fundiert und immersiv. Man riecht förmlich die Marktszenen und spürt die Enge der Adelsburg. Das Personenverzeichnis zu Beginn ist ein praktischer Anker im großen Figurentableau. Wer die Kreuz-Trilogie kennt, trifft alte Bekannte in neuer Generation, alle anderen können problemlos hier einsteigen.
Ein echter Pageturner mit klugem Cliffhanger, der Lust auf die Fortsetzung macht. Für Fans von Rebecca Gablé, Sabine Ebert oder Ken Follett absolute Empfehlung, und ideal für gemütliche Herbstabende mit Tee und Decke.
- Tom Daut
Anno Salvatio 423
(20)Aktuelle Rezension von: Bookworm_MonsterchenIch dachte immer SciFi ist nicht so ganz mein Genre, doch Tom Daut belehrt mich zum zweitenmal eines besseren. 😍
Mit der Vorgeschichte "Die Sinistra", hat mich der Autor schon echt begeistert. Auch wenn es sehr militärisch war und ich dachte, na ob ich da nicht überfordert bin. Doch Pustekuchen. Tom Daut hat eine fantastische Schreibweise, die man auch in so einem Thema locker und leicht lesen kann.
Straßenpriester Desmond Sorofraugh hat die Gabe des heiligen Geistes und dient Gott, unter Papst Innozenz XIV. Doch die Kirche die das heilige Land regiert, ist nicht das was sie vorgibt zu sein. Und als Desmond in den Untergrund geht, gerät seine heile Welt ziemlich aus den Fugen.
Am Anfang musste man erstmal ins Buch reinzukommen. Da es viele Infos um diese für mich fremde Welt gab. Aber durch den guten Schreibstil klappte das recht schnell. Die Story ist mega klasse, sehr spannend und extrem Aktionreich. Einfach geil. Normal sind die ersten Teile von Reihen (hier sind 5 geplant) immer sehr seicht und erklären mehr die Welt und das drumherum, doch was Tom Daut hier schon rausballert, krass. Umso gespannter bin ich natürlich auf Band 2. Und keine Angst, auch wenn es um die Kirche geht, hier wird alles andere als nur gebetet, sondern die Kirche auch ordentlich hinterfragt. Ein Buch voller Intriegen, Machtspielchen und genialer Betrügereien...
Die Charaktere sind auch super gelungen. Ich mag Desmond total gerne. Auch wenn er ein Mann der Kirche ist, ihn daher das ein oder andere abschreckt, ist er doch offen für die Welt. Auch die anderen Protagonisten haben eine so schöne Tiefe, was diese Welt mehr als real erscheinen lässt.
Das Ende wirkte zwar etwas kurz und knapp, aber im anbetracht das da noch vieles offen ist, kann man das verkraften.
Also eine absolute und riesengroße Bookie-fizierte Empfehlung. ❤️ Gebt Desmond eine Chance.
- Iny Lorentz
Flammen des Himmels
(71)Aktuelle Rezension von: BluejayPrimeKlar, hohe Literatur sucht man bei diesen Schreibern eh vergebens, doch die meisten ihrer Bücher sind immerhin unterhaltsam und kurzweilig. Das hier zieht sich über Stunden als Wechsel zwischen völlig an den Haaren herbeigezogener, exzessiver Gewalt und langweiligen, "wir diskutieren mal die historische Lage"-Szenen zwischen den männlichen Charakteren hin. Die Protagonistin ist wie immer die einzige mit Durchblick, unfehlbar, wunderschön und schlau, aber das an sich kennt man ja ebenfalls schon und wäre kein Störfaktor, wären nicht diesmal auch wirklich alle anderen Charaktere absolute Parodien im Stil von Cartoon-Bösewichten, die nur mit ihrer Libido denken und ansonsten nichts zu tun haben. Persönliches Highlight sind Dinge wie "ach, der hat mich zwar mit seinem Kumpel zusammen abgefüllt und missbraucht, aber anfreunden können wir uns ja trotzdem, immerhin hatte der voll die schlimme Kindheit" und "wenn ich der Trulla nur lange genug nachlaufe, wird sie sich schon irgendwann in mich verknallen, richtig?", zusätzlich zu der Szene, wo die Protagonistin den nackten Körper ihres missbrauchten jüngeren Bruders (im Teenageralter) bespannert und Vermutungen über seinen Penis anstellt. Was zum Teufel bin ich lesend?
Das Thema "Inquisition" ist in seiner Aufarbeitung hier eine böswillige Karikatur, die mit historischer Realität kaum etwas zu tun hat. "Sauber recherchiert" sind hier nur die ganz, ganz groben Fakten, die man in ihrer Form so auch auf Wikipedia nachlesen kann. Man kann es lesen, um sich drüber lustig zu machen, aber dafür würde ich eher empfehlen, das Buch aus der Bücherei oder einem Bücherschrank zu angeln, anstatt Geld dafür auszugeben. - E. S. Schmidt
Die zweite Finsternis
(13)Aktuelle Rezension von: FuexchenIn der Endlosigkeit der kanadischen Wälder stürzt ein außerirdisches Schiff ab und entlässt seine gefährliche Fracht: Reaper – telepathische Raubechsen, groß wie Löwen, mit enormer Reproduktionsfähigkeit und unersättlichem Hunger.
Hinter hohen Mauern, zusammengedrängt in den ehemaligen Metropolen, harren die letzten Menschen aus. Die einzigen, die sich den Reapern entgegenstellen können, sind genetisch optimierte Krieger, die in Mönchsorden zu absoluter Disziplin erzogen werden. Doch als eine Stadt nach der anderen verstummt, befürchtet Bruder Kaleb, dass sich ein noch größerer Feind erhoben hat. Ein Feind, der nicht nur die zerbrechliche neu geschaffene Ordnung bedroht, sondern auch den einzigen Menschen, für den Kaleb sein heiliges Gelübde brechen würde.Ich kenne bereits ein paar Bücher der Autorin E. S. Schmidt und mochte diese. Daher war ich gespannt, was mich nun erwarten würde.
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Dystopie, die einen Touch Science-Fiction abbekommen hat. Ich mag beide Genre, aber hier ist mit ehrlich gesagt, der Einstieg nicht ganz so einfach gefallen, auch wenn der Prolog meine Neugierde wecken konnte.
Woran lag es also, dass ich etwas brauchte, bis ich in die Geschichte fand? Die Charaktere bekommen nach und nach ihren Auftritt, aber mir fiel es nicht ganz so leicht, sie schlussendlich zuordnen zu können, denn die Handlung ist auf mehrere Handlungsorte aufgeteilt. Vielleicht hätte mir ein Personenregister geholfen, vielleicht war mein Gehirn auch einfach überfordert. Ich weiß es nicht.
Die Handlung ist jedenfalls spannend, auch wenn ich mir mehr Informationen vom Mönchsleben inklusive deren Kampftechniken bzw. Können gewünscht hätte. Dass das immer subjektiv ist, ist mir mehr als bewusst, hätte mir aber auch bestimmt geholfen, mich mehr auf Kaleb einstellen zu können. So wirkte er anfangs auf mich eher unnahbar, als dass ich ihn greifen konnte.
Wen ich am meisten der Charaktere mag, ist Lucy. Sie kommt auf sich alleingestellt gut zurecht, was sie aber keineswegs zu einer Eigenbrötlerin macht.
Der Schreibstil ich angenehm zu lesen, wobei wie gesagt hier und da mehr Informationen nicht geschadet hätten.
Die Geschichte konnte mich gut unterhalten und bescherte mir spannende Lesestunden. Auch wenn ich kritisch klinge, mochte ich die Story. Die Basis stimmt, das ist die Hauptsache, der Rest Geschmacksache. Von daher gibt es von mir gute drei Sterne.
- Javier Sierra
Das geheime Abendmahl
(13)Aktuelle Rezension von: Renate1964Schon das wunderschöne Cover und die Gestaltung der Innenseiten weist auf den eigentlichen Mittelpunkt hin: das letzte Abendmahl
Wir befinden uns in Mailand 1497. Ludovico Sforza hat soeben seine junge Frau Beatrice im Wochenbett verloren. Von der Inqisition werden er und Beatrice schon seit längerem der Ketzerei verdächtigt. Gefördert von ihm gestaltet Leonardo da Vinci ein Bild des letzten Abendmahls im nahegelegenen Kloster. Auch er ist Rom verdächtig. Die Dominikaner des "Geheimdienstes" Bethania erhalten mysteriöse Briefe, die auf ketzerische Aussagen im Gemälde hinweisen und entsenden Augustin Leyre nach Mailand.
In raschen Tempo erzählt Sierra aus der Sicht des Inqusitors die nicht mühsame Suche nach den Geheimnissen, die das Gemälde verbirgt
Man erfährt über Leonardo, die Sforza, den Kampf um den rechten Glauben und die Katharer.
Die Sprache ist flüssig, leicht zu lesen, aber relativ oberflächlich und das Ende für mich eher unbefriedigend
Eine gute Lektüre für zwischendurch, kein Vergleich zu "der Name der Rose "
- Richard Dübell
Die Pforten der Ewigkeit
(84)Aktuelle Rezension von: DoschoDer Stauferkaiser Friedrich II. stirbt und hinterlässt seinem engsten Vertrauten kurz vor dem Tod ein Geheimnis. Gleichzeitig versucht die Zisterzienserin Schwester Elsbeth in Wizinsten ein Kloster zu errichten.
„Die Säulen der Erde für Arme“ – das war mein erster Gedanke beim Lesen von „Die Pforten der Ewigkeit“. Und stellenweise stimmt das tatsächlich: Das Buch ist mit rund 860 Seiten ein ziemlicher Wälzer, spielt im Mittelalter mit all seinen Intrigen und politischen Unruhen und es steht ein Bau eines Gotteshauses im Mittelpunkt der Handlung.
Doch das ist absolut kein Nachteil, im Gegenteil: Richard Dübell hat einen durchweg spannenden historischen Roman geschaffen. Nirgendwo hatte ich das Gefühl, dass die Handlung verflacht oder sich mit Nebensächlichkeiten aufhält, ich hatte eher im Gegenteil die Mühe, alle Handlungsstränge mitzubekommen und im Kopf zu behalten.
Zudem zeichnet sich das Buch durch seine starken Charaktere aus. Ob gute Hauptcharaktere, wie Rogers und Schwester Elsbeth oder die eher düsteren wie Meffridus oder der wirklich ekelhafte Rudolf von Habisburch – jede und jeder wurde überzeugend dargestellt, selbst wenn der Anteil an der Handlung eher gering ausfällt.
Ein weiteres Highlight ist das hochdramatische Ende, das sehr eindrücklich beschrieben wurde und für die Lesenden einige grausame, aber auch trotz der Ereignisse erfreuliche und überraschende Wendungen bereithält.
„Die Pforten der Ewigkeit“ ist für mich genau so, wie ein guter historischer Roman sein sollte: Eine spannende Handlung mit einem regelrechten Auf und Ab der Gefühle, tollen Charakteren und realem historischen Hintergrund. Dafür kann es nur die Höchstpunktzahl und eine klare Kaufempfehlung geben.
- Ivonne Hübner
Ketzerhaus
(17)Aktuelle Rezension von: Violet Baudelaire1517, Görlitz: die Magd Elsa lebt bei der Brauereifamilie Hinterthur als Luthers aufrührerische Thesen von Studenten in die Stadt gebracht werden. Einer dieser Studenten ist Andres Hinterthur, der eigendlich Prister werden wollte, sich aber durch die Lehre bei Luther gegen die römisch-katholische Kirche wenden. Zwischen beiden entsteht eine Freundschaft, die sich bald in Liebe entwickelt, doch Elsa soll, als Tochter eines verstorbenen Brauers, Andres Stiefbruder heiraten und Andres wird wegen Ketzerei gesucht. In den Wirren von Reformation, Inquisition und Pest versuchen beide ihren Weg zueinander zu finden.
Mir gefiel vorallem die Entwicklung der Figur "Elsa", ihren Weg von der unsicheren jungen Frau zur reifen und selbstbewussten Erwachsenen.
Durch Ivonne Hübner's Schreib- und Erzählstil liest sich dieses 500 Seiten-starke Werk sehr angenehm und ist dazu noch extrem spannend, so dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Einfach großartig!
- Ludger Gausepohl
Die heimliche Liebe der Friedensboten zu Münster: Roman
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Andreas Weinek
Nacht des Ketzers: Ein Roman um Giordano Bruno
(2)Aktuelle Rezension von: katja_pielGiordano Bruno war ein italienischer Priester und Philosoph. Er wurde durch die Inquisition der Ketzerei und Magie für schuldig befunden und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.
Andreas Weinek ist mit Nacht des Ketzers ein spannender Historien-Roman gelungen, den er auf seine ganz eigene Weise umgesetzt hat. Perfekt an die Fakten gehalten, hat Weinek darüberhinaus Giordano, Leben eingehaucht, seine Geschichte, Motivation und Hintergründe in einer spannenden Kulisse aufgebaut, so dass es dem Leser schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Immer wieder stellt man fest, wie bewandert Weinek mit der Historie ist. Excellent recherchiert führt er den Leser durch die Etappen, die der junge Philosoph Giordano geht, teilweise gehen muss.
Während seiner Reise will er doch nur eins: Seine Thesen verkünden, Zuhörer begeistern mit seiner Gedächtniskunst, Diskurse mit anderen Gelehrten führen. Dass er häufig auf Ablehnung trifft, gar der Ketzerei beschuldigt wird, davon will Giordano nichts wissen. Man fiebert mit, hofft, dass sich bis zum Ende alles zum Guten wendet...
Toller, flüssiger Schreibstil, dem leicht zu folgen ist, bei dem es gar Spaß macht, das Buch wieder zur Hand zu nehmen.
Nacht des Ketzers hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich hoffe, dass man noch mehr von Weinek lesen wird. - Peter Tremayne
Ihr Los ist Finsternis
(5)Aktuelle Rezension von: roxfourIch habe, wie viele andere Leser auch, alle Bücher dieser Reihe gelesen und bin durchaus immer noch angetan davon.
Am Vortag von Samhain wird ein Töter gefunden, der allem Anschein nach mit heidnischen Ritualen ermordet wurde. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ein furchteinflößender Fluch ausgesprochen wird, der bei vielen Bewohnern von Muman bleibenden Eindruck hinterlässt. Parallel dazu findet in Cashel ein Konzil von vier Abteien statt, in Rom wurde ein Buch entwendet und mehrfach wurde Silber von Booten entwendet. Hängen diese Vorfälle zusammen oder ist das ein oder andere für sich zu betrachten.
Leider fehlt ein Register für die fremden Ausdrücke, wohingegen das Pesronenregister am Anfang des Buches sehr hilfreich ist um einzelne Personen besser sortieren zu können.
Ich fand auch dieses Buch spannend und unterhaltsam, hatte aber auch den Eindruck, dass ein einmal bewährtes Schema wieder abgespult wurde. Vor allem bei Eadulf fehlt mehr die persönliche Weiterentwicklung.
- Mac P. Lorne
Das Banner des Löwen
(8)Aktuelle Rezension von: wampyBuchmeinung zu Mac P. Lorne – Das Banner des Löwen
„Das Banner des Löwen“ ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne, der 2019 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Robin-Hood-Reihe.
Zum Autor:
Mac P. Lorne ist Jahrgang 1957.
Aufgewachsen in der ehemaligen DDR studierte er aus politischen Gründen statt Geschichte und Literatur Veterinärmedizin.
Im Frühjahr 1988 gelang ihm die Flucht in die Bundesrepublik.
Gemeinsam mit seiner Familie baute er einen Reit-und Zuchtbetrieb in Bayern auf, aus dem sich auch Olympiareiter ihren Nachwuchs sicherten.
Heute lebt er zu Füßen einer mittelalterlichen Burg in einem der größten Waldgebiete Europas.
Er ist Co-Autor mehrerer Fach- und Sachbücher aus den Gebieten Veterinärmedizin und Pferdezucht.
Englische Geschichte ist die große Leidenschaft des Autors und seine Romanreihe rund um Robin Hood begeistert zahlreiche Leserinnen und Leser.
Klappentext:
Dem ehemaligen König der Diebe ist auch im Jahre 1218 kein beschauliches Leben vergönnt: Kaum aus England zurückgekehrt auf sein Landgut in der Gascogne, wird Robin Hood Zeuge, wie die Schergen Simon de Montforts ein Dorf niederbrennen. Im Auftrag des Papstes befehligt de Montfort den Kreuzzug gegen die Katharer, der mit äußerster Brutalität geführt wird – und mehr als ein politisches Ziel verfolgt. Gemeinsam mit seiner Frau Marian, seinem Freund Charles d’Artagnan und den alten Gefährten aus dem Sherwood Forest stellt Robin Hood sich erneut auf die Seite der Verfolgten
Meine Meinung:
In diesem Buch wird der Kreuzzug gegen die Katharer thematisiert. Da Marian ihr Landgut in der Gascogne nicht mehr missen mag, bleibt auch Robin dort und plant ein ruhiges Leben. Robin muss miterleben, wie Kreuzfahrer in einem Dorf, in dem auch Katharer gewohnt haben, gehaust haben. Robin greift ein und bestraft einige der Übeltäter und schon ist es mit dem ruhigen Leben vorbei. Zeitweilig wird sogar sein Landgut besetzt. Diesmal nimmt auch Marian an den Kampfhandlungen teil.Wie gewohnt geht es sehr spannend zu und Robin muss mit seinen Getreuen etliche Gefahren überstehen. Unterstützt wird er diesmal wieder von einigen alten Bekannten aus dem Sherwood Forest und von seinem Ziehsohn Falke. Auch wenn Robin etwas ruhiger agiert als in den Vorgängerbänden, so bleibt doch Raum für die ein oder andere Tat, die seine Fähigkeiten erstrahlen lassen. Mit einer gehörigen Portion Humor mildert der Autor die Grausamkeiten der Geschichte nachhaltig. Er bleibt der, zwar in die Jahre gekommene, sympathische Held, der unerschrocken für die Unterdrückten eintritt. Fast im Vorübergehen wird geschichtliches Wissen vermittelt. Man lernt einige Zeitgenossen, teils auch in Nebenrollen agierend, kennen. So zum Beispiel den Gründer des Dominikanerordens, der recht positiv geschildert wird, auch wenn der Orden später maßgeblich an der Inquisition beteiligt war. Die meisten Figuren sind vielschichtig gestaltet und leider gibt es auch Verluste im direkten Umfeld Robins. Es gibt mehr ruhige Momente als in den Vorgängern, und das tut dem Roman gut. Wie gewohnt gibt es als Beiwerk Karten, Zeittafeln, ein Personenverzeichnis und aufklärende Worte des Autors zur Geschichte. Er erläutert, was historisch belegt und was fiktiv ist, und auch, wann er korrigierend eingegriffen hat. Mich hat dieses Werk noch mehr als die Vorgänger überzeugt.
Fazit:
Wieder eine aufregend gestaltete Abenteuergeschichte mit sympathischen Helden und unglücklich agierenden Bösen. Die Mischung aus Historie und Fiktion ist erneut gelungen. Der etwas ruhigere Grundton hat mich vollends überzeugt. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus. - Titus Müller
Die Brillenmacherin
(43)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDieser mittelmäßige Roman spielt in der Regierungszeit von Richard II. von England und handelt von einer Gruppe Lollarden-Rittern, die die Reformation in England einführen wollen. Sie beschützen einen Schüler von John Wycliffe, der das alte Testament ins Englische übersetzt, was natürlich den Widerstand des Erzbischofs von Canterbury hervorruft. Inmitten dieses Kampfes ist die titelgebende Catherine, die einer der Hauptgründe ist, warum dieses Buch nur mittelmäßig ist - weil sie nicht wirklich einen Charakter hat. Sie wird von der treuen Katholikin zur standhaften Lollardin - im Handumdrehen! Sie ist verzweifelt, bemüht, sich um ihre kleine Tochter zu kümmern und bereit, für sie zu töten - und lässt sie dann am nächsten Tag inmitten einer tödlichen Schlacht allein.
Es gibt eine große Überraschung, die absolut vorhersehbar war, weil es so offensichtlich war. Ein weiteres Problem, das ich mit diesem Buch hatte, war, dass alles zu einfach war, vor allem für Catherine, die sich mehrmals plötzlich in einen Spion Extraordinaire verwandelte - bevor sie wieder zu einem dummen, naiven Dickkopf wurde. Außerdem fand ich es sehr unwahrscheinlich, dass der Erzbischof von Canterbury und ein paar enge Freunde des Königs von England im Grunde Krieg gegeneinander führen können, ohne dass der königliche Hof es bemerkt – Aufstieg der Appellanten oder nicht, das ist sehr unwahrscheinlich. Auch der ganze Gedanke, dass der König der Kirche Land wegnimmt und es dem Adel gibt, um neue Unterstützer zu gewinnen, entspricht nicht den Realitäten der Zeit. Sicher, die Bischöfe versuchten immer, die Rechte der Kirche zu schützen, aber sie waren in der Regel zuverlässige Unterstützer der Krone, zuverlässiger als der Adel, der an seine eigenen Familien und Dynastien denken musste.
Wie auch immer, abgesehen davon, ist dies eine sympathische und leicht zu lesende Geschichte, mit einer guten Handlung und einer insgesamt gut recherchierten, genauen Darstellung der Zeit. Es hätte ein Vier-Sterne-Buch mit interessanteren, weniger plakativen Charakteren sein können, aber vor allem Catherine hat es nie geschafft, mich einzufangen. - Deana Zinßmeister
Der Turm der Ketzerin
(29)Aktuelle Rezension von: Kerstin_LohdeBei diesem Roman habe ich erst später erkannt das es der zweite Band ist. Aber als ich mit dem Lesen begonnen hatte, war ich schnell in der Geschichte drin und auch fasziniert davon.
Denn wenn man einmal mit dem Lesen begonnen hat, kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen.
Hier vereinen sich Spannung mit einer Prise Action und etwas Gefühl zu einem gut geschriebenen historischen Roman, den man somit auch ohne Band 1 zu kennen lesen kann.
Denn es sind in sich abgeschlossene Geschichten.
Ich kann nur empfehlen, sich diesen Roman mal anzuschauen.
- Jeremiah Pearson
Die Täuferin
(39)Aktuelle Rezension von: schnegge1998Anfangs hat mich das Buch in den historischen Bann gezogen. Ich fande den Einstieg spannend und die ersten 200 Seiten habe ich sehr schnell weggelesen. Leider zog es sich für mich dann aber sehr lang. Ich hatte Schwierigkeiten dran zu bleiben. Ich habe mich dennoch durchgekämpft. Auch wenn das Buch ein teils trauriges, aber auch rührendes Ende hat, habe ich mir trotzdem noch mehr von dem Buch erhofft.
- Umberto Eco
Der Name der Rose
(26)Aktuelle Rezension von: irmakvakifliDer Name der Rose ist weit mehr als ein mittelalterlicher Kriminalroman – es ist ein intellektuelles Abenteuer, ein philosophisches Spiel mit Zeichen, Sprache und Macht. Umberto Eco entfaltet seine Geschichte in einer italienischen Benediktinerabtei des 14. Jahrhunderts, wo sich mysteriöse Todesfälle häufen und ein ehemaliger Inquisitor, der brillante William von Baskerville, gemeinsam mit seinem jungen Schüler Adso der Wahrheit auf die Spur kommen soll.
Was wie ein klassisches Ermittlungsnarrativ beginnt, wird schnell zur tiefgründigen Auseinandersetzung mit der Rolle des Wissens, der Dogmen der Kirche und der Macht des geschriebenen Wortes. Eco lässt seine umfassenden Kenntnisse der mittelalterlichen Theologie, Semiotik und Philosophie in die Handlung einfließen – elegant, nie belehrend.
Der Roman ist in sieben Kapitel – wie die sieben Tage der Schöpfung – gegliedert und entfaltet dabei eine dichte, atmosphärische Welt, in der der Leser sich wie in einer gotischen Bibliothek verlieren kann. Adso fungiert als naive, aber lernende Perspektive, während William – eine Hommage an Sherlock Holmes – mit Logik und Vernunft gegen den Schleier der Dunkelheit kämpft.
Ein Werk, das den Leser fordert und belohnt. Wer bereit ist, sich einzulassen, entdeckt ein Meisterstück, das sowohl spannend als auch geistreich ist – und das man nie ganz vergisst.
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