Bücher mit dem Tag "kiew"

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42 Bücher

  1. Cover des Buches Die Schwester des Tänzers (ISBN: 9783458361787)
    Eva Stachniak

    Die Schwester des Tänzers

     (115)
    Aktuelle Rezension von: Buchperlenblog

    Inhalt

    Ballett ist Eleganz, Leben, Kunst. In der Familie Nijinsky wird Ballett von den Eltern an die Kinder weitergereicht, eine Lebensaufgabe, der gerecht zu werden mit sehr viel Arbeit einhergeht. Stassik, Waslaw und Bronia, Brüder und Schwester, werden hineingeboren in dieses künsterische Millieu, tanzen bereits mit vier Jahren vor Zuschauern und hegen nur einen Wunsch: Der Welt zu beweisen, dass sie die besten sind.

    Während Waslaw die Kunstwelt sehr schnell zu Füßen liegt, hat Bronia mit allerhand Hürden zu kämpfen. In diesem Buch folgen wir ihren Spuren, sehen sie aufwachsen, sehen sie tanzen. Fühlen ihren Schmerz und ihre Freude.

    Rezension

    Ballett als Lebensaufgabe

    Bronia Nijiska wird Ende des 19. Jahrhunderts in Polen geboren, doch die Wege ihrer Familie führen sie schon bald nach Russland. Hier nun ist ihr erklärtes Ziel die Aufnahme in die kaiserliche Ballettschule, die vom Zaren gefördert wird und höchsten Ruhm verspricht. Während ihrem Bruder alles scheinbar mühelos in den Schoss zu fallen scheint, ihn jeder liebt und bewundert, steht sie lange Zeit im Schatten, ist immer nur „die Schwester von“. Doch auch in Bronia steckt der Wille, sich aus der Masse der Balletttänzerinnen hervorzutun. In rückblickenden Tagebucheinträgen verfolgen wir ihren Weg von der Tanzschule zu den ersten Schritten in neue Richtungen, denn ihr Bruder will das Ballett revolutionieren. Er will aus dem steifen Rahmen ausbrechen, will neues schaffen, für die Kunst und mit der Kunst leben. Dabei ist er sehr streng zu sich, und noch strenger zu Bronia. Er wendet sich gleichermaßen von ihr ab und zu ihr hin, so dass sie nie ganz genau weiß, wie seine Gefühle wirklich sind.

    Während der Lektüre schlug ich oftmals genannte Namen nach, suchte die Gesichter zu den Menschen, die wirklich lebten. Auch das Ballettstück „Der Faun“ von Waslaw Nijinsky kann gefunden und bestaunt werden. Und genau das machte für mich auch einen Teil des Reizes dieses Buches aus, diese erlebbare Geschichte, die noch immer gefunden werden kann. Bronia führt ein unstetes Leben. Reist von Ort zu Ort, immer auf der Suche nach Engagements und Auftritten. Festen Boden spürt sie nur selten. Immer an ihrer Seite ist ihre Mutter, Mamusia, die selbst Ballett tanzte und die Entbehrungen und Opfer kennt, die ein Leben als Tänzer unweigerlich mit sich bringen.

    Bronia lebt in einer aufregenden Zeit, einer Zeit voller Umbrüche und Kriege. Sie erlebt sowohl den ersten als auch den zweiten Weltkrieg mit, und spürt die Auswirkungen des Zarensturzes. Trauert sie dieser prunkvollen Zeit nach? Nein. Sie will neues kreieren, die Welt mit ihrem Tanz verändern, Augen öffnen, ähnlich ihrem Bruder. Persönliche Schicksalsschläge geben sich bei ihr die Klinke in die Hand, und dass Genie und Wahnsinn nur einen Fingerzeig voneinander entfernt existieren, muss sie an ihren beiden Brüdern hautnah miterleben.

    Fazit

    Auch wenn gegen Ende hin ein wenig Flaute einkehrte, sich die Abschnitte etwas zogen, so habe ich den Lebensweg Nijinskas sehr gern verfolgt und war völlig gefangen in einer Welt aus Übungsstunden, Choreografien und wechselnden Arrangements. Man liest dieses Buch jedoch nicht der historischen Momente wegen, sondern aus Liebe zum Ballett.

  2. Cover des Buches Die andere Hälfte der Hoffnung (ISBN: 9783426304839)
    Mechtild Borrmann

    Die andere Hälfte der Hoffnung

     (74)
    Aktuelle Rezension von: EngelAnni

    In "Die andere Hälfte der Hoffnung" werden eigentlich drei Geschichten parallel erzählt. Die eines Mädchens, welches aus den Fängen eines Menschenhändlers entkommt und bei einem Bauern Unterschlupf findet, die eines Polizisten, der zwei Mädchen sucht und sich auf die Spur der Menschenhändler begibt und die einer Mutter eines der verschwundenen Mädchen, die ihre Lebensgechichte in der Ukraine erzählt.

    Zwei der drei Geschichten gefallen mir richtig gut. Dem Polizisten konnte ich sehr gut folgen und ich fand es spannend, wie der Menschenhändlerring gejagt wurde und auch der Polizist kommt mir sehr sympatisch rüber.

    Auch die Geschichte der Mutter berührt mich, sie schreibt ihre Lebensgeschichte auf. Sie hat 1986 In der Nähe von Tschernobyl gelebt. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt.

    Leider gefällt mir die Geschichte von dem Mädchen, was fliehen kann nicht so gut.  Deswegen vergebe ich "nur" vier Sterne.

  3. Cover des Buches Herrscher des Nordens - Odins Blutraben (ISBN: 9783426520031)
    Ulf Schiewe

    Herrscher des Nordens - Odins Blutraben

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Odins Blutraben - ist der zweite Teil einer Trilogie, die das Leben und Wirken in einer so authentischen, bildgewaltigen und auch brutalen Weise wieder auferstehen lässt. 

    Ulf Schiewe hat hervorragend recherchiert und den Wikingerkönig Harald Hardrada auf eine so lebendige und spannende Art und Weise geschildert, dass ich das Buch von der ersten Seite nicht aus der Hand legen konnte. Es ist mein erstes Buch aus dieser Reihe und hat mich sofort neugierig auf den ersten wie auch auf den dritten Teil gemacht. Durch die bildgewaltige und spannende Sprache kann man auch zwischendrin einsteigen, denn jede Geschichte ist einmal in sich abgeschlossen, doch die Neugier auf die anderen beiden Teile ist geweckt.....

    Im Jahr 1035 hat sich Harald den Ruf eines mehr als kompetenten Söldnerführers beim Großfürsten der Rus erworben. Seine Fähigkeiten zu führen und zu kämpfen werden bei der Verteidigung Kiews auf eine fast unerträgliche und harte Probe gestellt, denn die wilden Steppenreiter kämpfen wild entschlossen. 

    Der Großfürst bietet ihm die Hand seiner Tochter und Harald nimmt. Doch seine Gier nach Beute treibt Harald immer weiter. Er ist völlig rastlos und landet schließlich in Konstantinopel, wo er wiederum seine Führungsqualitäten unter Beweis stellt und als Offizier auf jahrelangen Kriegszügen es rund um das Mittelmeer weiter zu Ruhm und Reichtum bringt.

    Doch Harald ist ein Mann, der es gewohnt ist, sich zu nehmen was er will und so bringt ihn die heimliche Affäre mit der Kaiserin Zoe in höchste Gefahr.

    Der Roman endet mit einem Cliffhanger, der einem sofort in die nächste Buchhandlung treibt um zu erfahren, wie es mit Harald weitergeht....

    Für Freunde des Nordens und der Wikinger ist dieser Roman eine Pflichtlektüre. Absolute Leseempfehlung!

  4. Cover des Buches Die Mächte des Feuers (ISBN: 9783492281065)
    Markus Heitz

    Die Mächte des Feuers

     (254)
    Aktuelle Rezension von: Eiswoelfin

    An diesem Buch habe ich eeecht lange gelesen. Das hatte verschiedene Gründe. Ich bin anfangs nicht reingekommen und hatte überlegt, das Buch abzubrechen. Vermutlich bin ich mit zu hohen Erwartungen eingestiegen. Heitz ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren und ich war davon ausgegangen, dass mir dieses Buch auch sofort gefallen würde. Nachdem ich mich einfach auf die Story konzentriert habe, ging es und die zweite Hälfte habe ich rasch durchgelesen.

    Die Protagonistin blieb leider das gesamte Buch sehr oberflächlich und war mir zu sehr Klischee (harte Schale, weicher Kern, mit wenigen Ecken und Kanten). Ich bin überhaupt nicht warm mit ihr geworden. Einige der Nebencharaktere haben dies allerdings wettgemacht. Ich mochte besonders den Fürst.

    Ich bin sonst ein totaler Fan von Drachen (egal, ob gut oder böse), aber Heitz hat es geschafft, sie dermaßen unsympathisch darzustellen, dass auch ich sie irgendwie eklig und mies fand. Dafür gibts definitiv Pluspunkte.

    Die Story und das Worldbuilding waren gut, ich mochte zudem den Flair des frühen 20. Jahrhunderts und die Steampunkeinflüsse. Manche Entscheidungen und Wendungen konnte ich dennoch nicht nachvollziehen.

  5. Cover des Buches Vielleicht Esther (ISBN: 9783518465967)
    Katja Petrowskaja

    Vielleicht Esther

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, studierte Literaturwissenschaft in Tartu (Estland) und promovierte in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin für russische und deutsche Print- Netzmedien. Seit 2011 ist sie Kolumnistin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Für ihre Erzählung Vielleicht Esther erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis 2013.  

    Zu Recht hat die Autorin dieses Buches den Preis erhalten.  

    Eine ungewöhnliche Familienrecherche hat Katja Petrowskaja hier aufgenommen und niedergeschrieben. Es ist keine Generationserzählung wie wir sie kennen. Hier werden die gefundenen Menschen oder die Spuren, die sich noch finden ließen erwähnt. Das Wenige, was es zu finden gab bei der Ukrainisch jüdischen Familie muss lebendig werden. Die Menschen dürfen nicht ausgelöscht bleiben. Die Autorin möchte sie noch einmal zum Leben erwecken. Sie waren mal die Vorfahren aus der die heutige Generation entstammt.  

    Die Sprache, die Katja Petrowskaja gewählt hat ist mitreißend und spannend. Sie hat den Blick für die kleinen Fügungen, sie sieht die Zusammenhänge aus dem Großen und erzählt diese zeitweise auch in  Prosasprache. Es ist mitunter auch bedrückend, wenn man sich das Ghetto in Kiew vorstellt.

    Vielleicht hieß die Großmutter ihres Vaters Esther oder auch nicht oder auch ähnlich, er weiß es nicht mehr. Seine Erinnerung ist eine andere. Babuschka hat er sie nur genannt. Sie musste zurück bleiben in Kiew, sie hätte die Flucht nicht mehr überlebt. Aber wie war ihr Ende. Sie konnte doch nicht mehr laufen?

    Auch hätte die Autorin nicht geahnt, was sie finden würde auf ihrer Reise nach Kiew, Berlin, Wien und Moskau. Es gab da einen Großonkel Judas Stern, der hatte ein Attentat 1932 auf einen deutschen Botschafter verübt. Seine Biografie sollte in der Familie nicht erwähnt werden, weil die Angst zu groß war mit ihm in Verbindung gebracht zu werden. Oder Simon, der ein Waisenhaus für jüdische taubstumme Kinder eröffnete und sich um sie kümmerte. Beklommen macht einen so manches Schicksal, aber auch bewundernswert,

    Die Autorin hat einige Gefangenenlager besucht, wo Familienmitglieder gewesen sind. Sie wandelte gedanklich den Menschen nach ohne Anklage an die Täter. Die unfassbare Zahl der Menschen bildlich zu erfassen schier unmöglich, außer man bedient sich einer bereits gesehenen Gruppe und lässt sie gedanklich wieder davon fließen. Ein beeindruckendes und nachhaltiges Buch.

  6. Cover des Buches Picknick auf dem Eis (ISBN: 9783257603194)
    Andrej Kurkow

    Picknick auf dem Eis

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Tommywien

    Klappentext

    Als Tagträumer hat es Viktor schwer im Kiew der Neureichen und der Mafia: Ohne Geld und ohne Freundin lebt er mit dem Pinguin Mischa und schreibt unvollendete Romane für die Schublade. Zum Überleben verfasst er für eine große Tageszeitung Nekrologe über Berühmtheiten, die allerdings noch gar nicht gestorben sind. Wie jeder Autor möchte Viktor seine Texte auch veröffentlicht sehen. Ein Wunsch, der beängstigend schnell in Erfüllung geht.

    Eindruck und Bewertung

    Andrej Kurkow war mir bisher noch kein Begriff. Mir ist aufgefallen, dass ich bisher die gesamte russische Literatur nicht auf meinen Radar hatte.  Dieses Buch aus dem Jahr 2000 ist mir zufällig in die Hände gefallen und schrie förmlich danach meinen Lesehorizont zu erweitern und ich bin dem Zufall unendlich dankbar.   

    Wenn man sich den Klappentext dieses Buches durchliest, stellt man sehr schnell fest, dass man sich auf die Geschichte einlassen muss. Ein Autor, der Nachrufe über noch lebende Persönlichkeiten verfasst und zusätzlich seine Wohnung mit einem Königspinguin teilt, den er vor einiger Zeit aus dem Kiewer Zoo bekommen hat – das schreit förmlich nach Fantasie. Ich muss zugegeben, ich war mir bei dieser Inhaltsangabe auch nicht sicher, ob das Buch etwas für mich ist. Aber ich war neugierig und habe mich auf das Experiment eingelassen.   Wenn man sich nämlich auf diese Geschichte einlässt, dann erwartet einen eine zeitlose, frische Geschichte die teilweise fern jeder Realität ist aber ihr gleichzeitig erschreckend nahe wirkt. Der Roman ist mit einer derartigen Leichtigkeit geschrieben, dass man als Leser nur von einem Kapitel zum nächsten fließt, ständig begleitet von dem traurig dreinblickenden Pinguin. Der Pinguin ist zwar eine Nebenfigur in diesem Roman, nimmt aber in der Wahrnehmung einen riesen Raum ein. Der Pinguin Mischa kommt beinahe in jedem Kapitel vor. Mit jedem Kapitel wächst die Neugier über Mischa. Mein Highlight ist aber die Hauptfigur Viktor. Anfangs wirkte er auf mich ziemlich teilnahmslos, doch dies ändert sich mit Fortdauer des Romans. Die aufbauende Entwicklung seines Wesens, wurde perfekt niedergeschrieben.  Ich empfinde die Art und Weise, wie dieses Werk geschrieben wurde als große Kunst. Wenn man es schafft, eine derart antirealistische Geschichte am Rande absoluter Absurdität dem Leser fesselnd als leichte Kost zu verkaufen, dann  gebührt dem Autor, aber auch der Übersetzerin Christa Vogel, mein tiefster Respekt. Eine ruhige Geschichte über das korrupte, mafiöse Kiew, deren melancholischer Stimmung man nicht entfliehen kann.  Gerne würde man den einen oder anderen Wodka mittrinken.

    Autor

    Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Er studierte Fremdsprachen (er spricht insgesamt elf Sprachen), war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach wurde er Kameramann und schrieb zahlreiche Drehbücher. Sein Roman ›Picknick auf dem Eis‹ ist ein Welterfolg. Kurkow lebt als freier Schriftsteller in Kiew und arbeitet auch für Radio und Fernsehen.

  7. Cover des Buches Pinguine frieren nicht (ISBN: 9783257234732)
    Andrej Kurkow

    Pinguine frieren nicht

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Rezension zum ersten Teil:  Picknick auf dem Eis

    Fast vier Jahre ist es her, dass ich Viktor und Mischa-Pinguin kennenlernen durfte. Allerhöchste Zeit also, in Erfahrung zu bringen, was aus den beiden geworden ist. Das Ende des ersten Romans möchte ich hier nicht verraten, jedoch nur soviel, dass die Handlung von "Pinguine frieren nicht" kurz darauf einsetzt.

    Grundsätzlich kann alles, was ich über das Picknick geschrieben habe, auch auf dieses Buch angewendet werden. Noch immer ist die Geschichte eine eher ruhige, dennoch geschieht hier eindeutig mehr, die Handlung ist kompakter und auf ein Ziel ausgerichtet: Mischa zu finden.

    Dabei nimmt die Geschichte die Grundzüge eines Road-Trips an. Viktor verschlägt es zuerst nach Kiew, dann nach Moskau, bis nach Tschetschenien. Dabei verliert Kurkow niemals seinen klaren Blick für die Lebensumstände der Menschen. Der Zusammenbruch der UdSSR ist noch nicht so lange her und viele sind noch immer auf der Suche nach sich selbst. Ausser Viktor, der sucht einen Pinguin.

    Während des Lesens mag man denken, dass sich Kurkow etwas verzettelt, aber schlussendlich sieht man das ganze Bild. Nämlich das, eines Landes und seines Zustandes. Wie es schon bei "Picknick auf dem Eis" war.
  8. Cover des Buches Die Wahrheit über Frankie (ISBN: 9783406590733)
    Tina Uebel

    Die Wahrheit über Frankie

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Babscha
    Wer ist Frankie? Er ist ein Phantom, ein Schattenmann mittleren Alters, der plötzlich ins Leben der drei jungen befreundeten norddeutschen Studenten Christoph, Judith und Emma tritt und diese mit ausgeklügelter Raffinesse und geheimnisvollen Andeutungen über seine angeblichen Verwicklungen in gefährliche Geheimdiensttätigkeiten und -verschwörungen um Hilfe bittet. Und die drei jungen, idealistischen und damit gut manipulierbaren Menschen sind bereits nach kurzer Zeit Feuer und Flamme und lassen sich nur zu gern von dem charismatischen Frankie rekrutieren. Aber was zunächst mit kleinen Botendiensten für Frankie beginnt, nimmt später zunehmend paranoide Verfolgungswahnstrukturen an. Ohne es bewusst wahr zu nehmen, entwickelt das Trio völligen Gehorsam und eine absolute Abhängigkeit von Frankie, bricht, immer auf der Flucht vor imaginären Verfolgern, gemeinsam mit ihm auf zu einer jahrelangen Odyssee quer durch Europa und lebt unter völliger Aufgabe der eigenen Persönlichkeit in immer wieder wechselnden Tarnidentitäten unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. Bis dann nach endlosen zehn Jahren aufgrund einen lapidaren Planungsfehlers alles zusammenbricht. In kraftvoller, authentischer Sprache lässt die Autorin ihre drei Protagonisten immer wieder abwechselnd zu Wort kommen und von jedem die ganze Geschichte im Stile eines Verhörs erzählen. Der besondere Reiz des Berichts liegt hierbei darin, wie sich im Laufe der Jahre die drei Personen unter dem Druck der Ereignisse zunehmend entfremden, sich hassen lernen und objektive Sachverhalte aus völlig unterschiedlichen, teils realitätsfernen Sichtweisen wiedergeben. Eine beklemmende, eindringliche Schilderung über die Macht von Manipulation, die auf der Basis eines konstruierten permanenten Bedrohungsszenarios und wohlweislich und geschickt an den individuellen menschlichen Schwachstellen ansetzend, in der Lage ist, empfängliche Menschen über kurz oder lang komplett und nach Belieben umzudrehen. Die Idee des Buches basiert tatsächlich auf einer wahren Begebenheit.
  9. Cover des Buches Der Duft der Unsterblichkeit (ISBN: 9783596184224)
    Anne Rice

    Der Duft der Unsterblichkeit

     (228)
    Aktuelle Rezension von: SnowWhiteApple
    Der Duft der Unsterblichkeit von Anne Rice thematisiert die Vergangenheit von Armand. Absolut lesenswert
  10. Cover des Buches Der Fall Kurilow (ISBN: 9783442736140)
    Irène Némirovsky

    Der Fall Kurilow

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski
    Der nach Frankreich geflohene ehemalige Kommissar der Tscheka, Léon M., erinnert sich im Jahr 1931 an seine Anfänge als kommunistischer Revolutionär. Im zaristischen St. Petersburg des Jahres 1903 schleicht er sich als Hausarzt getarnt in den Haushalt des verhassten Erziehungsministers Kurilow ein, um diesen zu ermorden. Entgegen seines Auftrages kommt Léon M. dem skrupellosen Minister näher und entwickelt Verständnis für die Positionen seines vermeintlichen Opfers. M. erkennt, dass Kurilow nicht nur ein skrupelloser Poltiker, sondern eben auch ein Mensch mit Stärken und Schwächen ist, der für seine große Liebe sogar die Gunst seines abgöttisch verehrten Zaren aufs Spiel setzt und verliert. Letztlich beginnt M. am Sinn seines Auftrages zu zweifeln und weigert sich schließlich diesen auszuführen. „Der Fall Kurilow“ zeichnet nicht nur ein ambivalentes Psychogramm von Opfer und Täter, sondern ist auch ein Spiegel der Gesellschaft des zaristischen Russlands zu Beginn der Russischen Revolution des Jahres 1905. „Der Fall Kurilow“ der in Kiew geborenen und während der Russischen Revolution von 1917 nach Frankreich emigrierten jüdischen Schriftstellerin Irène Némirovsky, ist ein gut lesbarer Roman über das Russland des beginnenden 19. Jahrhunderts, indem die unterschiedlichen gesellschaftlichen Modelle der zaristischen Systems und des Kommunismus in Gestalt zweier Charaktere gegenüberstehen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die in Némirovskys Roman aufgezeigten poltischen Mechanismen der Machtausübung und -erhaltung haben bis zur heutigen Zeit kaum geändert und haben somit nicht an Aktualität verloren.
  11. Cover des Buches Frühling auf dem Mond (ISBN: 9783518423639)
    Julia Kissina

    Frühling auf dem Mond

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas

    Eine Kindheit im Kiew der Breschniew-Zeit

    Der Roman "Frühling auf dem Mond" der 1966 in Kiew geborenen und mittlerweile in Berlin lebenden ukrainischen Autorin Julia Kissina, der nichtsdestotrotz im Original in russischer Sprache verfasst ist, ist ein spannendes Porträt eines etwas rebellischen und mit einer gehörigen Portion surrealistischer Gedanken ausgestatteten Mädchens, das wohl als zumindest fiktives alter ego der Autorin verstanden werden kann.

    "Man zwingt mich zu wachsen. Man zwingt mich, das papierene Rückgrat zu strecken. Man misst mich mit dem Lineal, ob mein Wachstum nicht stockt, man wiegt mich und spickt mich mit Vitaminen. Meine Eltern achten sorgfältig darauf, dass ihr mickriges Geschöpf Fleisch isst."

    Julia wächst im jüdisch-bürgerlichen Milieu auf. Ihr Vater schreibt Texte und Szenarien für den Zirkus, lebt in permanenter Angst, denunziert zu werden. Die Mutter gibt sich der Pflege von wirren alten Damen hin, und Julia erforscht und erkundet ihre Umgebung, ihre sich im Stadium des langsamen Zerfalls befindende Heimatstadt Kiew.

    Beeindruckend sind die Passagen dieses meist überzeugenden Textes, in denen Julia Kissina die schmutzigen, dunklen, schäbigen, zerkratzten und unschönen Seiten des spätkommunistischen Kiews zum Leben erweckt, indem sie mit wunderschönen Sätzen leicht surreale Stimmungsbilder erzeugt. So weckt sie verrostete Eisengestelle in einem Park zum Leben, zugewachsene, verwilderte Wiesen, oberflächlich schöne noble Straßenzüge. Das Kiew der jungen Julia ist eine wilde, verwunschene Welt, in der die kommunistische Gesinnung nur am Rande Einzug hält, was oft von der jungen Protagonistin unverstanden bleibt. So bleibt der Blick auf das wilde Treiben unschuldig, was die Beobachtungen umso interessanter für den Leser macht.

    Nachts unterhält sich die Protagonistin mit den Führern des Weltproletariats und trifft sich tagsüber oft mit einem älteren, sich als Pole ausgebenden Schriftsteller, der nunmehr Bücher über die französische Küche verfasst und Julia mit dem Anatomischen Institut aus der Zeit der Zaren und Weißgardisten bekannt macht. In dem Gebäude, versteckt in verwilderten Gärten, findet Julia zu ihren "lunatistischen" Gedanken. Der Zerfall des Materiellen und die Aura des Todes ziehen sie an und beleben ihre Selbstwahrnehmung, die den Text dieses eindrucksvollen Romans nährt.

    Nicht ganz so überzeugend ist leider die formale Gestaltung des Romans. In kurzen Kapiteln rast das Geschehen von einer Sache zur nächsten. So, dass man als Leser eher meint, eine Sammlung von Ereignissen, so wie knappe Erzählungen, die teilweise Schnittstellen haben, meistens aber nicht, zu lesen. So findet die Sprache in der Form keinen Partner, was den Roman noch stärker gemacht hätte. Auch die Personen dieses Romans bleiben teilweise überzeichnet und verschiedensten Klischees verhaftet, vom korrupten Onkel bis hin zur verrückten alten Dame in der Anstalt und den Anderen; das ist allerdings offensichtlich so gewollt, damit der Leser die Begleitfiguren eben nur als solche, gesehen durch die surreal-getönte Brille der jungen Julia, gesehen werden.

    Von Valerie Engler großartig übersetzt, ist Julia Kissinas erster Roman "Frühling auf dem Mond", ihre dritte Veröffentlichung, nach einem interessanten Erzählungsband "Vergiss Tarantino" und einem Kinderbuch, sicherlich eine wirkliche Empfehlung, auch wenn der Rezensent die eine oder andere Kleinigkeit bemängelt hat.

    (Roland Freisitzer; 04/2013)

  12. Cover des Buches Fremdgänger (ISBN: 9783462036237)
    Ronald Reng

    Fremdgänger

     (13)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Weggeworfen (ISBN: 9783960290001)
    Tina Voß

    Weggeworfen

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Drei
    Dieser Thriller macht Spaß und hinterläßt Neugier auf den zweiten Teil. Das kleine bisschen hannoversches Lokalkolorit machte mir besondere Freude.
  14. Cover des Buches Die grüne Bibliothek (ISBN: 9783492040341)
    Janice Kulyk Keefer

    Die grüne Bibliothek

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kaba
    Ich hab mir wiklich Mühe gegeben, aber so recht konnte ich mich für dieses Buch einfach nicht erwärmen. Zwar finde ich die dahinterstehende Thematik wiklich interessant, aber es viel mir bis zur letzten Seite schwer, das Buch zu lesen. Ich kann nicht genau sagen, woran das liegt, aber ich habe einfach kein "feeling" für die Geschichte bekommen. Die unterschiedlichen Erzählperspektiven haben mir dabei nicht gerade geholfen...
  15. Cover des Buches Ein fatales Erbe (ISBN: 9783455403077)
    Anna Shevchenko

    Ein fatales Erbe

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Karr
    "Ein fatales Erbe" ist ein aufregender History-Thriller um die Geschichte der Ukraine, erzählt anhand der Suche und der Jagd nach dem Zarengold Peters des Großen, das angeblich von den Kosaken gestohlen wurde. Taras Petrenko, Geheimdienstler beim FSB, dem KGB-Nachfolger. ist als Ukrainer dort kaltgestellt und ins Archiv abgeschoben. Da sortiert er Akten und findet dabei: die Akte N1247, die einen 200 Jahre alten Fall behandelt, aber trotzdem von aktueller Brisanz ist. Es fehlen allerdings drei entscheidende Dokumente - um sie zu besorgen reist er nach England. In England hat es unterdessen die Anwälin Kate mit dem Archivar Andrij zu tun. Der hat sich Kate Ausgesucht, weil sie ukrainishcer Abstammung ist und in einer Kanzlei arbeitet, die sich mit komplizierten Erbrechtsföllen auskennt. Denn um nichts anderes geht es Andrij bei seinem Auftrag, für den er Kate gewinnt: den "Erben" eines sagenhaften Vermögens aus der Urkraine ausfindig zu machen, damit das Testemant, das ihm vorliegt, durchgeführt werden kann: Das ist inzwischen von "acht Fässern Gold", die einmal in London deponiert wurden, zu einem unermesslichen Vermögen angewachsen und soll dem neuen, unabhängigen Staat Ukraine zugute kommen (Unabhängigkeit ist eine des Bedingungen des Testaments). Dass sich dich Wege des FSB-Agenten Petrenkeo und Anwältin Kate irgendwann kreuzen werden, ist klar. Doch das ist nicht die enizige Geschichte, die dieses Buch erzählt. Ganz intensiv und ausführlich wird auch erzählt, wie jenes Testament - und das zugrunde liegende Erbe - durch die Jahrhunderte das Schicksel der Menschen bestimmt hat, die mit ihm zu tun hatten. "Ein fatales Erbe" ist ein aufregender History-Thriller um die Geschichte der Ukraine, erzählt anhand der Suche und der Jagd nach dem Zarengold Peters des Großen, das angeblich von den Kosaken gestohlen wurde.
  16. Cover des Buches Reisen mit Russen und andere Unglücksfälle (ISBN: 9783426514689)
    Alexandra Fröhlich

    Reisen mit Russen und andere Unglücksfälle

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Christinagirl


    Ich finde dieses Buch ist der Autorin gut gelungen. Ich habe es gerne gelesen und hatte dabei immer wieder ein grinsen im Gesicht und musste dabei auch laut Lachen. 

    Inhalt des Buches: 

    Es geht um eine Deutsche. Sie hat einen russichen Mann geheirartet, dabei hat sie auch gleich die ganze Verwandschaft dazu bekommen. Eigentlich wollten Paula und Artjom einen Urlaub zuweit in der Ukraine machen, ohne Kind, ohne Verwanschafft oder irgendwelchen Verpflichtungen. So wie es der Zufall will kommt es ganz anderes, wie es Paula wollte. Aufeinmal ist ihr Mann verschwunden und sie weis nicht wo er ist. Da sie sich nicht anders zu helfen weis, ruft sie einen guten Freund ihres Mannes an. Er verspricht ihr, dass er ihr hilft... Dann im nächsten Moment stehen ihre Mutter, ihre russiche Schwiegermutter und ihre 2 jährige Tochter am Flughafen.... Ein guter Freund von ihrem Mann kommt auch noch zu dem Frauenquartett dazu. So erleben die 5 viele Abenteuer auf der Suche nach Paulas Mann... 

  17. Cover des Buches Sisterhood: Wie Frauen mit ganzem Herzen ihr Potenzial entdecken und die Welt zu einem besseren Ort machen. (ISBN: 9783957341945)
    Bobbie Houston

    Sisterhood: Wie Frauen mit ganzem Herzen ihr Potenzial entdecken und die Welt zu einem besseren Ort machen.

     (7)
    Aktuelle Rezension von: cho-ice
    „Hillsong“ ist inzwischen Christen weltweit ein Begriff und die meisten werden dabei wohl ans Erstes an die Lobpreis-CDs und Bands der großen Gemeinde in Australien denken. Vielleicht auch an die Tochtergemeinden, die es mittlerweile in Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt. Doch hinter „Hillsong“ verbirgt sich viel, viel mehr. Einen besonders wichtigen Teil davon, nämlich die Frauenarbeit, porträtiert die Senior Pastorin Bobbie Houston in ihrem Buch „Sisterhood“.

    Der Untertitel fasst den Inhalt und die Intention gut zusammen: „Wie Frauen mit ganzem Herzen ihr Potenzial entdecken und die Welt zu einem besseren Ort machen“. Houston schreibt über die Anfänge ihrer Arbeit, wie sie von Gott die Vision dafür erhielt, über die ersten Frauen-Colour-Konferenzen und die weiteren Entwicklungen. Sie erzählt von Gottes Führung, von seinem sanften Flüstern, von unsicheren Momenten, in denen sie auf dem Wasser gehen musste. Von Menschen, die sie auf diesem Weg begleitet und ermutigt haben, die ihre Vision teilten.

    Es ist jedoch nicht nur ihre Geschichte, sondern die Geschichte vieler Frauen, die sich ihrem Herzensanliegen angeschlossen haben: Frauen zu ermutigen, ihre Identität in Christus zu entdecken und miteinander, Seite an Seite, Jesus in die Welt hinaus zu strahlen. Und die Geschichte einiger Menschen, für die sie einen Unterschied machen durften, z. B. im Kampf gegen Menschenhandel.

    Inhaltlich hat dieses Buch zweifellos viel zu bieten und wäre 5 Sterne wert. Doch leider hatten Houstons Lektoren und Verleger scheinbar nicht genug Mut, ihr über 300 Seiten starkes Memoire zu kürzen, wo es nötig gewesen wäre. An manchen Stellen verliert sie sich in zu detaillierten und blumigen Beschreibungen. Für meinen Geschmack schweift sie zu oft in Nebengedanken ab. Manches wiederholt sich und hätte auch kürzer gefasst werden können. Bei der Übersetzung ins Deutsche ist es leider nicht gelungen, ihren Hang zu überfrachteten Sätzen auszugleichen. Vieles wirkt sperrig und zu kompliziert. Da hätte ich mir mehr Mut gewünscht, den Kerngedanken zu transportieren statt den Inhalt wortgetreu wiederzugeben.

    Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich wirklich nur 3 Sterne vergeben soll, aber da die „Verpackung“ so wenig ansprechend ist, bleibt mir leider keine Wahl. Wer Englisch gut beherrscht, sollte das Buch besser im Original lesen.

    Kurz gefasst ist „Sisterhood“ ein Buch, das viele gute Impulse und Weisheiten vermitteln kann – wenn man ein geduldiger Leser von Sachbüchern ist.
  18. Cover des Buches "Weltkriegs-Trilogie. Gesamtausgabe der Bände ""Roter Schnee"", ""Merci,... / Roter Schnee (ISBN: 9783373000099)
  19. Cover des Buches Liebesgrüße aus Minsk (ISBN: 9783890294636)
    Nadine Lashuk

    Liebesgrüße aus Minsk

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Von der Elite-UNI in Lille ausgebildet für Politik und Diplomatie, hat sich Nadine für Osteuropa einen Schwerpunkt gewählt. Sie erhält 1994 die Möglichkeit, bei der EU ein Praktikum zu absolvieren, kurze in Stippvisite Kiew, für ein paar Monate nach Minsk. Die junge Deutsche erhält bei der EU kein Praktikumsgehalt, muss sich ihre Reise selbst finanzieren, ebenso die Unterkunft, die noch zu finden ist.
    »... zeigte einen großen, kahlköpfigen Mann - man stelle sich Meister Propper vor -, der in einer lächerlich knappen Badehose an einem Krimstand eine Sandburg baute. ›Das ist mein Iwan!‹, sagte Wera, die vor Mutterstolz schier zu platzen schien. ... ›Er wohnt direkt neben den Klitschkos. Und er freut sich auf dich!‹«

    Nach einem Monat in Kiew fährt sie weiter nach Weißrussland. Schnell lernt sie, dass man diesen Begriff nicht verwenden sollte. Sie befindet sich in der Republik Belarus. Eine Diktatur hatte sie sich anders vorgestellt. Neugierig beginnt sie das Land zu erforschen, findet schnell Anschluss bei anderen Praktikanten und Studenten. Eines Tages trifft sie auf den Jurastudenten Aliaksei. Die beiden werden ein Paar.

    »Denn in Belarus bringt man nur eine einzige Frau mit nach Hause (wenn es gut läuft), und das ist die Frau, die man zu heiraten beabsichtigt.«

    Zum Ende des Praktikums stellt sich die Frage, ob man zusammenbleiben möchte. Nadine kann ohne Visum nicht bleiben, würde auch keine Verlängerung bekommen. Aliaksei wird kein Visum für Deutschland erhalten. Nur eine Heirat kann die Beziehung retten.

    »Die nun folgende Wohnungssuche wird zu einer neuerlichen Belastungsprobe für unser neues Eheglück.«

    Das Leben in Belarus ist nicht immer einfach, Schwiegereltern können auf die Nerven gehen, Behörden noch mehr. Nadine Lashuk berichtet in saloppen Tonfall humorvoll über ihr Leben in Belarus. Neben einem Bericht über Land und Leute kommt auch das Essen nicht zu kurz. Mayonnaise, saure Gurken, rote Beete, saure Sahne im Überfluss, ein Rezept findet man am Ende jedes Kapitels. Wie wäre es damit, die Pizza demnächst einmal neu zu belegen, mit einer dicken Schicht Majo und sauerer Gurken? Die Menschen scheinen zufrieden mit ihrem Leben zu sein, sich mit den politischen Mächten arrangiert zu haben. Allerdings wird ihnen viel vorgegaukelt, das nicht der Realität entspricht. Datschas und Babuschkas am Wochenende, viel Freude an der Natur, aber nicht nur das. In ihren Gärten ziehen die Menschen Obst und Gemüse, denn die Versorgung ist nicht immer gut gewährleistet. Stadt- und Landleben unterscheiden sich gewaltig. Auf dem Land gibt es keinen Strom, Wasser schöpft man aus dem Brunnen, Traktoren sind in der Landwirtschaft selten zu sehen.

    Dies Buch gibt auf lockere Art einen guten Eindruck in ein Land, das für uns Europäer recht unbekannt ist. Stilistisch nicht immer ganz sauber, aber darüber kann man als Leser hinwegsehen. Die Autorin berichtet von ihren Schwierigkeiten, sich anzupassen, zeigt aber auch ihre persönlichen Grenzen auf. Nicht immer wirkt sie dabei sympathisch, sie beschreibt sich selbst häufig als extrem launisch. In humorvoller Art erzählt sie von ihren Erlebnissen. Und darum ist das Buch interessant.

    Der Roman ist autobiographisch. Und genau das ist das Problem. Man berichtet ja nur darüber, was man fremden Menschen berichten mag ... Nadine Lashuk erzählt uns, wie verschiedene Mentalitäten aufeinanderprallen, die familiäre Nähe in Belarus gestaltet sich anders als die in Deutschland, besonders, wenn Kinder geboren werden. Man wechselt die Länder, hin und her. Wir erfahren viel über die Schwierigkeiten, die sich mit den Schwiegereltern ergeben. Aber welche Konflikte entstehen im Alltag der Ehe? Welche Anpassungsschwierigkeiten hat Aliaksei in Deutschland? Wie kommt er in der deutschen Gesellschaft klar, wie mit dem Essen, gibt es Konflikte mit seinen Schwiegereltern? Wie findet er eine Arbeitsstelle? Das alles bleibt offen. Eine Ehe in zwei Kulturen mit Unmengen von Reisekilometern, ein frisches Buch, das zur Verständigung unter den Kulturen beiträgt und den Horizont des Lesers erweitert. In der Mitte des Buchs findet der Leser einige Fotos, die visuell das Ganze abrunden. 
  20. Cover des Buches Russische Reise (ISBN: 9783940111845)
    John Steinbeck

    Russische Reise

     (3)
    Aktuelle Rezension von: philine

    „Russische Reise“ ist die bebilderte Aufzeichnung zweier US-amerikanischer Journalisten, John Steinbeck und Robert Capa, die 1947 ein paar Wochen in Russland verbracht haben. Also in der Zeit, als sich die Welt vor einem dritten Krieg gefürchtet hat. Amerikaner und Russen hatten Feindbilder im Kopf, die aus Vorurteilen, politischen Einflüssen und Ängsten bestanden. Steinbeck und Capa stellten an sich den Anspruch, bei der Reise die Menschen kennen zu lernen und nicht über Politik zu schreiben – nur insoweit, wie sie die Menschen beeinflusst. „Manchmal scheint es, als wären die Staatenlenker kleine Jungs, die sich gegenseitig die Spielsachen wegnehmen wollen.“ (s. 52) Sie waren vorwiegend in Moskau und in Georgien – da, wo alles besser sei.

    Als größter Unterschied zwischen Amerikanern und Russen stellte sich ihre Einstellung gegenüber Politik heraus. Die Russen standen loyal hinter ihrer Regierung, glaubten von Kindheit an, dass die Politiker das Richtige tun. Die Amerikaner waren immer skeptisch und erstmal eher gegen politische Entscheidungen als dafür. Russlands Bürokratie war undurchblickbar und viele weitere Dinge waren ganz anders. Zum Beispiel sind Taxifahrer sehr angesehen und vermögend. Der Grund: Nur wenige Leute schaffen den Führerschein, Ausländer eh nicht. Das kann daran liegen, dass man bei der Prüfung nicht weiß, womit man ein Auto nicht beladen darf. – Von den unzähligen Antworten gab es nur eine richtige: Schlamm…. Doch trotz aller kuriosen Unterschiede unterscheide sich das russische Volk kaum von den anderen Völkern.

    Steinbeck berichtet und Capa liefert die Bilder. Steinbecks Schreibstil ist sensationell: klar und mal mehr, mal weniger zynisch. Besonders amüsant sind die gelegentlichen Passagen, wenn er über ihren Dolmetscher oder Capas Eigenheiten herzieht: „Sweet Joe ist ein wunderbarer Tänzer, Capa jedoch führt weite Kaninchensprünge aus, amüsant, aber gefährlich.“ (s. 150)

    Das Buch ist 2013 erneut erschienen. Es ist ein beeindruckendes Portrait des russischen und georgischen Volkes vor 60-70 Jahren.

  21. Cover des Buches Zwölf Ringe (ISBN: 9783518458402)
    Juri Andruchowytsch

    Zwölf Ringe

     (6)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Ein Fall für Schröder: Der Spieler (ISBN: 9783961481989)
    Doris Heinze

    Ein Fall für Schröder: Der Spieler

     (9)
    Aktuelle Rezension von: JanaMP
    Dieses Buch ist als E-Book mit 272 Seiten erschienen und ist Teil einer Buchreihe, allerdings kann man dieses auch gesondert von den anderen gut lesen. 

    Der zurückgezogen lebende Ermittler Schröder wird in einem Fall von Internationalität durch einen englischen Finanzermittler hinzugezogen. 
    Das Programmier Genie Rahul Meta hat mit seiner Software eine neue Möglichkeiten der illegalen Aktivitäten der Finanzbranche erschaffen. Allerdings Platz diese Blase und ein Teil der involvierten möchten sich aus der Affäre ziehen und ihre illegalen Aktivitäten verstecken. Doch auch die Geschädigten wollen das nicht so auf sich sitzen lassen. 
    Und an diesem Punkt wird es spannend, wird der Erschaffer der Möglichkeit, Rahul Meta, als Sündenbock benutzt, oder gibt es eine Möglichkeit diese ganze Geschichte mit seiner Hilfe umzukehren? 

    Obwohl gerade im ersten Teil immer wieder neue Personen zu der Geschichte hinzukommen, kann man diese gut auseinander halten da sie sich zu Beginn der Geschichte an unterschiedlichen Orte auf der Welt aufhalten. So gewinnt man pro Charakter einen Einblick. 
    Alle Personen stehen in einer Beziehung zueinander. Hier gewinnt man den Eindruck, dass alle Personen unterbracht werden wollten und man die Geschichte dann hin und wieder darauf aufgebaut hat. Dennoch gefällt mir die Tiefe die die Charaktere haben, keiner ist einfach oder stupide beschrieben sondern sie können tatsächlich realistische Menschen sein. 
    Auch gab es eine schöne Einbindung kultureller Unterschiede und moralischen Zwischenmenschlichen Handlungen. 
    Nach der Hälfte des Buches ist die eingangs vorhandene Internationalität nicht mehr vorhanden und die Handlung spielt sich vorwiegend in London und später in Nordstrand ab. 

    Der Schreibstil ist gut zugänglich und das erschaffene Finanzproblem so beschrieben, dass man kein Nerd in diesem Fach sein muss um die Geschichte verstehen zu können. 

    Der Spannungsaufbau ist gut und aufbauend, sodass man das Buch auch gut in kurzer Zeit durchlesen kann. 

    Es ist ein netter Krimi den man auf jeden Fall gut lesen kann.
  23. Cover des Buches Der Gärtner von Otschakow (ISBN: 9783257242478)
    Andrej Kurkow

    Der Gärtner von Otschakow

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    In der Nähe von Kiew lebt der 30jährige Igor mit seiner Mutter. Sein Leben verläuft ereignislos, denn mit dem Arbeiten hat er es nicht unbedingt eilig. Dann taucht Stepan auf und arbeitet als Gelegenheitsgärtner gegen eine Unterkunft. Schon kommt Bewegung in Igors Leben, als es ihm gelingt, eine fast verblasste Tätowierung des Gärtners mittels moderner Technik zu entziffern. Diese führt die beiden zu einem geheimnisvollen Koffer und Igors Anteil am Fund ist eine alte Milizuniform, die ihn, wenn er sie anlegt, in das Otschakow ins Jahr 1957 entführt. Dort erlebt er einige Abenteuer, kehrt immer wieder zurück in die Gegenwart und verknüpft so die Leben aller Beteiligten der zwei Zeitzonen.
    Kurkow ist bei uns mit den Geschichten um den Pinguin Mischa bekannt geworden und darf mit Recht als einer der führenden Satiriker im osteuropäischen Raum bezeichnet werden. Sein Stil und seine flotte Erzählweise lassen auch in diesem Buch keine Wünsche offen, er führt den Leser durch die Geschichte mit zwei Spielorten, flicht eine Menge ein, um die gute Unterhaltung nicht zu kurz kommen zu lassen. Dennoch - dieses Buch kann nicht ganz mit seinen früheren Werken mithalten, ist zwar sehr gut geschrieben und genauso gut zu lesen, doch irgendwie hat man das Gefühl, als würde dem Ganzen ein wenig die Würze fehlen. Es ist zu überschaubar, was sich ereignet, die liebevollen und gewitzten Überraschungen aus seinen letzten Büchern kommen hier etwas zu kurz. Es ist kein schlechtes Buch, aber auch nicht das, was man von Kurkow gewohnt ist. Eigentlich ganz knappe vier Sterne, doch um die Tendenz anzuzeigen, gibt es hier nur drei.
  24. Cover des Buches Mein russisches Abenteuer (DuMont Reiseabenteuer) (ISBN: 9783770184651)
    Jens Mühling

    Mein russisches Abenteuer (DuMont Reiseabenteuer)

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86

    Klappentext:

    „Weit hinter Moskau liegt das echte, das »russische« Russland

    Fast ein Jahr lang reist Jens Mühling durch Russland und porträtiert aus ganz persönlicher Perspektive eine Gesellschaft, deren Lebensgewohnheiten, Widersprüche, Absurditäten und Reize hierzulande nach wie vor wenigen vertraut sind. Auf seiner Reise erlebt er unglaubliche Begegnungen: Eine Einsiedlerin in der Taiga, die erst als Erwachsene erfahren hat, dass es jenseits der Wälder eine Welt gibt. Ein Mathematiker, der tausend Jahre der russischen Geschichte für erfunden hält. Ein Priester, der in der atomar verseuchten Sperrzone von Tschernobyl predigt. Ihre Lebensgeschichten fügen sich zu einem faszinierenden Porträt der russischen Seele.“



    Das Buch von Jens Mühling ist ein echter Bestseller mir über 25.000 verkauften Exemplaren und hier mit dieser Neuauflage dürfen wir Leser wieder abtauchen. Ich war und bin ein großer Fan russischer Literatur, russischer Reportagen (gerade von Gerd Ruge), egal ob mit politischen Hintergrund oder einfach nur der Natur wegen - Russland ist ein höchst interessantes Land. Mühling geht in diesem Buch auf äußerst viele Themen ein, die Einem nunmal beschäftigen. Die Geschichte mit der Einsiedlerin kenne ich schon sehr lange und ihre Geschichte verfolge ich seit Jahren. Mühling nimmt das alles hier nochmal auf und beschreibt das sehr gefühlvoll und spannend. Ja, auch das ist Russland. Aber das ist nur eine von ganz vielen Geschichten hier. Jens Mühling will dem Leser auf ganz ruhige und auch sachliche Weise die Vielfältigkeit Russlands näher bringen. Bei mir hat er es geschafft. Sein Buch liest sich spannend, amüsant, geheimnisvoll und auch irgendwie aufklärend. Ich vergebe hier sehr gern 5 von 5 Sterne und dazu eine Leseempfehlung!

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