Bücher mit dem Tag "kinderarbeit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kinderarbeit" gekennzeichnet haben.

65 Bücher

  1. Cover des Buches Der Zug der Waisen (ISBN: 9783442481613)
    Christina Baker Kline

    Der Zug der Waisen

     (180)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Die 17-jährige Molly lebt bei ihren Pflegeeltern in Maine. Aufgrund ihrer schwierigen Kindheit ist sie zur Rebellin geworden und muss wegen Diebstahl 50 Sozialstunden ableisten. Diese verbringt sie offiziell beim Auf- und Ausräumen des Speichers bei der 91-jährigen Vivian. Doch eigentlich will Vivian gar nichts wegschmeißen und so erzählt sie anhand der Gegenstände auf dem Speicher ihre Geschichte. Das Buch war wie angepriesen ein Pageturner und es gab keine Minute in der es mich gelangweilt hat die Geschichte von Vivian und Molly zu erfahren. Teilweise war es mir etwas zu "amerikanisch", vorallem zu Beginn. Zwischen 1854 und 1929 gab es tatsächlich diese Orphan Trains und die Waisenkinder aus NYC wurden nicht als Kinder adoptiert, sondern als billige Arbeitskräfte in die Familien geholt. Ein furchtbarer - und kaum bekannter - Teil der amerikanischen Geschichte...

  2. Cover des Buches Bittere Schokolade (ISBN: 9783462050738)
    Tom Hillenbrand

    Bittere Schokolade

     (57)
    Aktuelle Rezension von: efell

    Mir hat dieser kulinarische Krimi gut gefallen. Man erfährt viel über Kakao und wie er produziert wird, die Verhältnisse auf den Plantagen in Afrika, die harte Arbeit und den vielfältigen Einsatz von Kinderarbeit. Und dann kommen noch die Probleme kranken, von Pilz befallenen Pflanzen. Wahrscheinlich werde ich nun jedes Stück Schokolade noch bewußter genießen. Schlimm der Hinweis, dass die Plantagenarbeiter noch nie Schokolade gekostet haben!

    Die Handlung ist auch gut aufgebaut, aber doch etwas verwirrend - einerseits Kakao, andererseits Diamanten, dann zwei Morde - etwas schwierig den Überblick bei diesem Wirtschaftskrimi zu bewahren.

    Xavier Kieffer, der Koch, war wiedereinmal in Bestform und hat alles riskiert, um das Versprechen an seine lang verflossene, gerade sterbende Freundin zu erfüllen

  3. Cover des Buches Das verlorene Medaillon (ISBN: 9783492309820)
    Ellen Marie Wiseman

    Das verlorene Medaillon

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Miii

    Die 19-jährige Emma verliert ihre Eltern bei einem Brand und muss nun bei ihrer Tante und ihrem Onkel unterkommen. Dass sie dort eigentlich nicht willkommen ist und man auch oftmals versucht, sie lediglich auszunutzen, wird doch von Anfang an sehr deutlich.

    Die Gegend in der sie lebt, ist geprägt von Armut, Ausbeutung und Tod. Mit Grauen muss Emma feststellen, dass Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingung und Todesfällen hier zum Alltag gehören. 

     

    Es war auf jeden Fall ein ergreifendes Buch, das die Grausamkeiten mehr als einmal sehr deutlich gemacht hat. Mit Emma hatten wir einen Charakter der sehr tapfer, stark, mutig und auch selbstlos ist. Das Schicksal der Kinder geht ihr sehr zu herzen, sodass sie sich mehr als einmal in Gefahr bringt um ihnen irgendwie helfen zu können. Dabei begegnet sie auch dem Arbeiter Clayton Nash, der genauso für die Rechte der Arbeiter und Kinder kämpft.

     

    Der Einstieg ins Buch ist gut gelungen aber bis es spannend/interessant wurde hat es dann doch gedauert. Ich fand das Buch einfach sehr langatmig und in vielerlei Hinsicht auch sehr vorhersehbar.

    So einige Sachen, die passiert sind, haben halt nicht unbedingt überrascht. Mir hat vor allem ein wenig der Bezug zum Titel gefehlt. Ja schon klar, Emmas Bruder ist gestorben als er am gleichen Ort vor Jahren das Medaillon seiner Schwester aus dem See holen wollte und mit seinem Leben zusammen ist auch das Medaillon verloren. Aber der Zusammenhang wollt sich mir trotzdem nicht so richtig erschließen.

    Auch die Sache mit Clayton Nash, vor dem sie vor allen gewarnt wird und dem sie entsprechend erstmal eher zickig begegnet nur um dann später festzustellen dass er einer von den „Guten“ ist, war dann doch nicht unbedingt schockierend.

    Und das Ende war nun wirklich so weit hergeholt… Das war dann doch zuviel des Guten.

     

    Insgesamt ein schönes Buch, das wichtige Themen behandelt und durchaus Potential hatte, letzten Endes aber doch nur mittelmäßig geworden ist.

  4. Cover des Buches Das Kindermädchen (ISBN: 9783442475452)
    Elisabeth Herrmann

    Das Kindermädchen

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Lillianne

    Zum Buch :: Rückentext

    Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikow einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische  Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows haben im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäfigt, lässt das Fmilienoberhaupt sie kurzerhand rauswerfen - nur wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal gefischt. Vernau beginnt, unangenehme Fragen  zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau, sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur. ... 

    Mein Kommentar:

    Wow, das war ein Krimi! Zum Schluss ging es dann doch noch etwas hektisch zu, so als ob die Autorin auf die Seitenzahl achtete. Viele Themen wurden aufgegriffen wie die verschleppten Ukrainerinnen, die in Deutschland als Zwangsarbeiterinnen ausgebeutet wurden und auch als Kindermädchen bei hochrangigen Nationalsozialisten arbeiten mussten sowie  von beschlagnahmten Kunstwerken oder auch Restitutionsansprüche der Jewish Claim. 

    »Mach' die Welt, wie sie dir gefällt« - so scheint  sich die Freifrau über die Jahrzehnte ihr Leben schöngeredet und das verdrängt hat, das ihren Sohn prägte: [S. 382] »Utz schwieg. Ich hoffte, dass er eines Tages Mitleid empfinden konnte mit dem verführten und manipulierten Kind, das er gewesen war. So vieles   war verborgen unter dicken Schichten des Schweigens. Er hatte gelebt und geliebt, aber immer mit halber Kraft, gebremst von etwas Unausgesprochenem, das ihn ungewollt zum Täter gemacht hatte. Die bitterste Erkenntnis aber kam jetzt erst hinzu: Das Gefühl,  auch eines der Opfer zu sein.«

    Ein paar Kleinigkeiten möchte ich allerdings doch erwähnen, weil sie einige Erinnerungen zurücklassen:
    [S. 18] Die Freifrau entfernt als einzige Reaktion auf Musik, die sich nicht hören wollte, ihr Hörgerät. Ich habe mich auf einer Zugfahrt auch dieser Taktik bedient.
    [S. 133] Im Halbschlaf hörte ich, wie irgendwo ein Hund bellte. Ein Auto angelassen wurde. Ein Feuerzeug klickte, und das Licht biss sich sekundenlang hinter meine geschlossenen Lider. <i>Ein Hinweis auf eine Zitatesammlung zu diesem Thema.</i>
    Und dann nach langen Abschnitten, in denen wir Sigruns Wahlkampf mit verfolgen, dann auf
    [S. 224] Die Umfragewerte sind katastrophal. Wir haben auch Wahlen im September 2021, der Wahlkampf hat angefangen, die Plakate hängen an den Masten. Der Spruch passt heute auch auf einige Parteien.
    [S. 384] Ich starrte auf den Kachelofen, eine wunderschöne Jugendstilarbeit aus Velten. Auf Pferdewagen nach Berlin gebracht, als der Bauboom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts dem kleinen Ort hinter der nördlichen Stadtgrenze eine kurze Blütezeit bescherte. Velten und das Kachelofenmuseum wird eines meiner nächsten Ausflugsziele sein.

    Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bände. Offensichtlich ist der Autorin die Verknüpfung geschichtlicher Fakten, eingebettet in einen Fall, mit dem Rechtsanwalt Joachim Vernau befasst ist, wichtig. Auch für mich hochspannend zu lesen.

  5. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783764171186)
    Dirk Walbrecker

    Oliver Twist

     (681)
    Aktuelle Rezension von: dieNachteule

    Ich verzichte einmal darauf eine weitere Inhaltsangabe zu schreiben und möchte sogleich zu meinem Resümee gelangen. Zugegebenermaßen habe ich den Roman ,,Oliver Twist“ aus nur einem Grund gelesen, und zwar, dass es sich hierbei um einen Literaturklassiker handelt, der den Leser aufklärt über das alltägliche Leben bestimmter Gesellschaftsschichten im viktorianischen Zeitalter Großbritanniens. Gleichermaßen handelt es sich um das erste Werk, welches ich von Dickens gelesen habe. 

    Die altmodische Sprache stellt kein Stolperstein da, der Lesefluss wird dadurch nicht beeinträchtigt. Schachtelsätze, die Orte, Situationen oder Figuren detailreich schildern, sind vorherrschend. Dasselbe gilt für die Dialekte gewisser Figuren, die überwiegend vorzufinden sind. Diese beiden Aspekte haben dafür gesorgt, dass ich mich durch manche Kapitel regelrecht durchkämpfen musste. Möglicherweise hätte ich das nicht getan, wenn die Geschichte spannungslos gewesen wäre. Anlässlich der Haupt- und Nebencharaktere kann ich behaupten, dass Oliver Twist in seinem Leben eine enorme Menge an Menschen kennenlernt, welche ebenfalls weitere Bekanntschaften schließen. Infolgedessen geben prinzipiell die Nebencharaktere Aufschluss über das Leben des Waisenkindes, zugleich werden deren Schicksale mal mehr und mal weniger beleuchtet. Jedenfalls wurde ich mit vielen Eindrücken und Lebensgeschichten überhäuft, sodass diese Mehrsträngigkeit meine Konzentrationsfähigkeit herausgefordert hat – und das ist gut so.
    Die Darstellung dieses Zeitalters ist meisterlich, deshalb hat sie mich des Öfteren in schieren Schock versetzt. Die düstere Atmosphäre, die sich über mehr als die Hälfte des Romans erstreckt, hat mir gut und gerne zugesetzt. Das trifft auch auf die Verhältnisse, in denen Oliver seine ersten Lebensjahre verbringt, zu. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, wenn er an Personen geraten ist, die ihm ausnahmsweise nichts Böses wollen, doch stets mit einer Spur von Misstrauen. 

    Alles in allem bin ich ebenfalls der Meinung, dass das Buch mit Sicherheit empfehlenswert ist, um einen Einblick in die britische Gesellschaft des neunzehnten Jahrhunderts zu bekommen. Nichtsdestotrotz reden wir hier von einem Roman, der zum Nachdenken anregt und keinen einfachen Lesegenuss für zwischendurch darstellt. 

  6. Cover des Buches Frühling der Barbaren (ISBN: 9783442748235)
    Jonas Lüscher

    Frühling der Barbaren

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Daniela8
    Ich mag ja Novellen, auch wenn jeder sie heutzutage tot redet. 
    Diese hier ist ganz exquisit. 
    Und der Autor schafft es mit seiner wundervollen Sprache, fein beobachteten Einsichten in die Figuren und dem regelmäßigen Perspektivwechsel innerhalb der Erzählung, mich für eine Geschichte zu begeistern, deren Themen (Tunesien, Staatsbankrott in England, zwei unterschiedliche Familien, die auf einer Hochzeit aufeinandertreffen) mich eigentlich überhaupt nicht ansprechen. 
    Ich kaufte das Buch nach längerem Abwägen dann doch, da die Leseprobe Lust auf mehr machte und ich blieb dran, ja ich muß sogar sagen, ich konnte mich gar nicht lösen von der immer absurder werdenden Geschichte. 
  7. Cover des Buches Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben (ISBN: 9783442490745)
    Marie Lacrosse

    Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

     (53)
    Aktuelle Rezension von: ingaburg

    Ich bin im Leseflow einer tollen Familiensaga im Elsass des 19. Jahrhunderts: eine verbotene Liebe, eine mächtige Familie mit Intrigen und vielen Dramen und alles im historischen Rahmen um 1870  - mit interessanten Einblicken in die gesellschaftlichen Verhältnisse. Der Roman ist ziemlich umfangreich, aber der Schreibstil ist leicht und fesselnd. Man findet problemlos in die Geschichte hinein, denn die Figuren sind authentisch und lebendig. Mich hat die Geschichte berührt und mitgerissen, deshalb meine Leseempfehlung für alle historisch interessierten Lesenerds

  8. Cover des Buches Ich wollte Liebe und lernte hassen! (ISBN: 9783257300536)
    Fritz Mertens

    Ich wollte Liebe und lernte hassen!

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Nadine_Riede
    Wem empfiehlt man ein Buch, dessen Inhalt fast ausschließlich aus Hass und Gewalt besteht, das eine schonungslose Geschichte eines schonungslosen Lebens erzählt? "Ich wollte lieben und lernte hassen" ist für mich die tragische Erkenntnis, dass man sich nicht immer aussuchen kann, zu welchem Menschen man wird. Wo keine Liebe ist, kann keine Liebe wachsen. Ein Lebensbericht, den ich trotz allem Schmerz ans Herz legen möchte.
  9. Cover des Buches Dunkelkinder (ISBN: 9783426521939)
    Nora Luttmer

    Dunkelkinder

     (13)
    Aktuelle Rezension von: abuelita
    Mixed Emotions löste dieses Buch in mir aus. Einerseits ist das Thema wirklich sehr interessant, andererseits ist es in meinen Augen schlecht geschrieben.

    Ermittlerin Mia Paulsen wurde von einem Fall so mitgenommen, dass sie in psychologische Behandlung musste und ist nun zurück in ihre Heimatstadt Hamburg. Dass Ihr neuer Chef ein Ex-Freund von ihr ist, erleichtert ihren Start nicht und dass sie nur alte Fälle zugeschoben bekommt, spricht für sich.

    Auch dass sie sich damit nicht zufrieden gibt und selbst zu ermitteln beginnt, weil sie eine Verbindung von einem alten Fall zu einem neuen sieht, finde ich reichlich unglaubwürdig.

    Die ständig wechselnden Perspektiven von vielen verschiedenen Personen waren nicht schlecht, aber da hier auch die Täter zu Wort kommen, weiß der Leser viel mehr als die Ermittler und das nimmt einfach die Spannung, die so oder so nicht groß da ist.

    Wie gesagt, ich weiss nicht so recht, ob ich das Buch empfehlen soll oder nicht…am besten macht Ihr Euch doch selber ein Bild davon.

  10. Cover des Buches Ein neuer Anfang für die Liebe (ISBN: 9783765507632)
    Susan Anne Mason

    Ein neuer Anfang für die Liebe

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Furbaby_Mom

    Das im Januar 2021 beim Brunnen Verlag erschienene Werk von Susan Anne Mason ist ein wunderbar atmosphärischer, historischer Roman mit christlichem Fokus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor englischer und kanadischer Kulisse spielt und Werte wie (familiäre) Loyalität, Aufrichtigkeit, Güte, Nächstenliebe und Vergebung zelebriert. Im Laufe der Handlung werden zudem (soziale) Ungerechtigkeit angeprangert und die Hintergründe der realen Zwangsverschiffung von englischen Kindern nach Kanada, die Mitte des 19. Jahrhunderts begann, näher beleuchtet. Zuvor hatte ich zwar von ähnlichen Fällen gehört - dass während der viktorianischen Ära beispielsweise Kinder nach Australien verschifft worden waren -, aber die Begriffe British Home Children und Dr.-Barnardo-Heime waren mir neu.

    Julia Holloway hat mit ihrem adeligen Onkel gebrochen und ist gegen seinen Willen nach Kanada gereist, um einen befreundeten Patienten zu pflegen. In Toronto ist ihr das Glück allerdings nicht hold; die junge Frau muss zum ersten Mal in ihrem Leben harte Arbeit verrichten, lebt von der Hand in den Mund und kann kaum die Avancen ihres schmierigen Vermieters abwehren. Für eine saubere, sichere Unterkunft fehlt ihr das Geld und nach den verletzenden Worten ihres Onkels hat sie nicht vor, sich jemals wieder bei ihm zu melden; zu groß ist ihr Stolz. Im Moment größter Bedrängnis wird sie ausgerechnet von Quinn gerettet – einem bekannten Gesicht aus ihrer Heimat. 

    Quinn Aspinall, ergebener Kammerdiener ihres Onkels, ist eigentlich auf der Suche nach seinen drei Geschwistern, die während seines Kriegseinsatzes von der verarmten, kränklichen Mutter in einem Waisenhaus untergebracht worden waren - und in der Zwischenzeit ohne Wissen der Familie nach Kanada verschifft worden sind. - Offiziell, um ein besseres Leben zu haben; tatsächlich werden sie jedoch als billige Arbeitskräfte gnadenlos ausgebeutet und z.T. sogar körperlich misshandelt. 

    Was Julia nicht ahnt: Ihr Wiedersehen mit Quinn ist kein Zufall, ihr Onkel hatte ihn mit der Suche nach ihr beauftragt und ihm eine satte Belohnung für ihre Rückkehr versprochen. Bald steckt Quinn in einem moralischen Dilemma, denn Julia und er entwickeln Gefühle füreinander. Wie wird die junge Frau reagieren, wenn sie die Wahrheit erfährt? Hat ihre Liebe, die in England aufgrund der Standesunterschiede undenkbar wäre, am anderen Ende der Welt eventuell eine reale Chance? Und als wäre dies nicht dramatisch genug, wird Julia mit einer tragischen Situation konfrontiert, die ihr Leben für immer verändern soll – während Quinn auf der Suche nach seinen Geschwistern eine ernüchternde Erfahrung nach der anderen machen muss…

    Ich habe diesen fesselnd geschriebenen Roman geradezu verschlungen und immer wieder über die enorm treffende Wortwahl der Autorin gestaunt, die so sehr dem damaligen Sprachgebrauch entspricht, ohne altertümlich zu wirken. Susan Anne Mason hat zahlreiche liebenswerte Hauptfiguren und Nebencharaktere erschaffen, die allesamt sehr in ihrem Glauben verwurzelt sind. Manchmal machen sie sich das Leben etwas schwerer als nötig, aber letztlich halten sie stets an ihren Überzeugungen fest und schaffen es mit der Kraft ihres Vertrauens auf Gott, aus schwierigen Lebenslagen gestärkt hervorzugehen. Meine Lieblingsfigur war die warmherzige und selbstlose Mrs. Chamberlain, über deren Nebenplot ich mich ganz besonders gefreut habe.

    Der Erzählstil der Autorin ist gleichermaßen harmonisch wie emotional, trotz einiger kurzer Gebetspassagen nicht religiös überladen und ermöglicht uns einen Einblick in sowohl Julias als auch Quinns Perspektive. 

    Erst im Nachhinein habe ich zufällig erfahren, dass es sich um den 3. Band einer Buchreihe (Canadian Crossings) handelt und bin nun gespannt auf die Vorgängerromane, von denen einer bereits ohnehin auf meiner Wunschliste stand.

    Als kleines Minus empfand ich die Tatsache, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema der Kindesverschiffung gerne noch etwas intensiver hätte erfolgen können; zudem erschien mir das Verhalten gewisser Antagonisten (bzw. deren plötzlicher Sinneswandel gegen Ende der Geschichte) zu unrealistisch. 

    Fazit: Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und empfehle das Werk gerne weiter an Fans von historischen Liebesromanen mit christlichem Background.

  11. Cover des Buches Die unheimliche Mühle (ISBN: 9783570220863)
    Lemony Snicket

    Die unheimliche Mühle

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Marcsbuecherecke
    Inhalt:
    Die Baudelaire Waisen werden mal wieder zu einem Neuen Vormund gebracht, doch diesmal scheint es das Schicksal besonders übel gemeint zu haben: die drei Kinder werden nicht zu einem liebenswerten Menschen gebracht. Nein, sie werden nicht nur nicht von ihrem neuen Vormund begrüßt, sondern müssen auch noch in seinem Sägewerk arbeiten. Eine Arbeit, die nun wirklich nicht für Kinder und schon gar nicht für Sunny, doch ihr gesetzlicher Vertreter findet die Situation mehr als normal. Doch die Baudelaires möchten sich nicht unterkriegen lassen, immerhin ist Graf Olaf nicht in der Nähe ...
     
    Meine Meinung:
    Da es sich bei der "Reihe betrüblicher Ereignisse" primär um eine Reihe für die jüngere Leserrschaft handelt, dachte ich anfangs, dass  spätestens jetzt die Geschichte vorhersehbar wird, doch Snicket hat es irgendwie geschafft, auch in diesem Band noch einige Überraschungen bereit zu halten.
    Die drei Waisen sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen und finde es immer wieder herzzerreißend, wenn den Dreien etwas geschieht und sei es auch noch so banal.
     Generell kann ich zu diesem Buch nicht mehr viel Neues sagen, bis auf die Tatsache, dass ich danach sofort den nächsten Teil geschnappt habe und innerhalb eines Tages gelesen habe.
     
    Fazit:
    Wer die Reihe noch nicht kennt: unbedingt anfangen! Auch Band 4 kann noch vollends überzeugen.
     
    Viel Spaß beim Lesen!
     Bis bald! 
  12. Cover des Buches Totenreich (ISBN: 9783499253713)
    Ines Thorn

    Totenreich

     (26)
    Aktuelle Rezension von: SigiLovesBooks

    Ich habe den Eindruck, dass die Autorin sich gesteigert hat: stilistisch und auch im inhaltlichen und dem Spannungsbogen, da es sich bei den von mir gelesenen Werken um "die Verbrechen von Frankfurt" handelt, die teils historisch belegt sind. Nach "Teufelsmond" und "Totenreich" war nun das frühere Werk der Autorin etwas absehbar, die Figuren etwas oberflächlicher gezeichnet, aber mit Lokalkolorit und dem, wie mir scheint, stetigem Bemühen, die Aufklärungsarbeit in der "criminalia" ohne Frauen ad absurdum zu erklären. Dies ist teils gelungen und amüsant beschrieben, teils auch etwas unrealisitisch dargestellt, da es keiner Recherche bedaf, wie die Stellung der Frau im Mittelalter in Deutschland war: ob es in Frankfurt oder einem pfälzischen oder auch hessischen Dorf war - "dem Manne untertan" sicherlich... Dennoch gebe ich gerne 82 Punkte für den "Höllenknecht", da ich das Buch unterhaltsam fand, allerdings eher stilistisch schlicht und das Bemühen um eine mittelalterliche "Emanzipation" und deren Darstellung in Form solch kämpferischer Frauen wie Gustelies, Jutta Hinterer und Hella als positiv empfinde, der emanzipatorische Gedanke zieht sich durch alle von mir bisher gelesenen Bücher der Autorin. 

    (gelesen im September 2012) - Original auf der "Histo-Couch"


  13. Cover des Buches Köln 300 °C (ISBN: 9783740807924)
    Marco Hasenkopf

    Köln 300 °C

     (16)
    Aktuelle Rezension von: AngelaK

    Judith Mertin und Markus Kaiser werden zu einem Autobrand gerufen. Hinterm Steuer ist ein Mann verbrannt. Ein Unfallgeschehen kann ausgeschlossen werden. Im Fußraum des Autos bemerkt Judith Mertin ein verkohltes Etwas, das aussieht wie ein Brikett. Keiner hat eine Ahnung, um was es sich dabei handelt. Und wer ist der Tote? Gibt es Parallelen zu anderen Bränden in Köln?

    Etwa dem in dem Heim für unbegleitete Flüchtlinge? Irgendwie scheint alles zusammenhanglos.

    Das Ermittlerteam Mertin/Kaiser kann man nicht als harmonisch bezeichnen. Judith fühlt sich von Kaiser im Stich gelassen. Kaiser nervt gerade jeden. Er kann sich selber nicht ausstehen. Judith, die sehr gut in Selbstverteidung ist, schießt manchmal etwas übers Ziel raus. Das Ganze gipfelt darin, daß Judith um eine Versetzung bittet, obwohl sie doch gerade erst begonnen hat mit Kaiser zu arbeiten.

    Neben der eigentlichen Krimihandlung und dem Hickhack des Ermittlerteams sind die Hintergründe der im Heim für unbegleiteten Flüchtlinge interessant. Sie sind wie Judith im Kongo aufgewachsen. Die Flüchtlingskinder haben unter menschenunwürdigen Bedingungen in einer Coltanmine gearbeitet, einem für die Handyproduktion notwendigem Rohstoff.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Protagonisten waren überzeugend dargestellt, die Handlung sehr spannend. Klare Leseempfehlung von mir.

  14. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9781407145457)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Caro_Lesemaus
    Der Waisenjunge Oliver Twist wächst in elenden Verhältnissen im Armenhaus auf und flieht nach einer missglückten Anstellung bei einem Sargbauer nach London. Dort gerät er in die Fänge einer Diebesbande, deren Meister Fagin auch Oliver Tricks beibringt. Beim ersten Diebeszug wird Oliver von seinen Kameraden im Stich gelassen und versteht eigentlich erst dann, wozu die ganzen erlernten Tricks nützlich sein sollen. Oliver ist erschüttert und wird von einem netten älteren Herren, Mr. Brownlow, in dessen Haus aufgenommen. Doch Olivers neu gewonnenes Zuhause soll ihm nicht lange vergönnt sein. Mr. Brownlow schafft es schließlich, Olivers Identität ans Licht zu bringen und damit seinem Leben die entscheidende Wendung zu geben.

    Dieser Klassiker stand schon lange auf meiner Leseliste, musste aber häufig hinter anderen Büchern zurück stehen. Umso mehr freue ich mich, ihn nun endlich kennen gelernt zu haben. Die Sprache ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, wie es meistens bei Klassikern der Fall ist. Dickens vermag es allerdings, eine wirklich schöne Geschichte zu erzählen. Die Erzählung wurde ursprünglich als Fortsetzungsroman in Zeitungen veröffentlicht, sodass die Kapitel recht kurz und durch inhaltszusammenfassende Überschriften gekennzeichnet sind. So kommt es vermutlich auch zustande, dass es zwischendurch Kapitel gibt, in denen Olivers Schicksal keine Rolle spielt und man keine Informationen erhält, wie es mit ihm weitergeht. Für mich waren diese Kapitel reine Verzögerungen, die nicht den Effekt hatten, einen Spannungsbogen aufzubauen. Zum Teil entstanden dadurch leider sogar Längen, die als Nebengeschichte für die eigentliche Handlung nicht unbedingt notwendig waren. Für diese Phasen der aufkommenden Langeweile zwischendurch muss ich einen Stern abziehen.
    Die Figuren des Buches sind in ihren Charakteren vielfältig und werden so eindrücklich beschrieben, dass man sie sich lebhaft vorstellen kann. Überraschend war für mich, dass die berühmte Figur des "Artful Dodger" eigentlich nur eine kleine Nebenrolle einnimmt. Ich hatte irgendwie die ganze Zeit noch auf seinen großen Auftritt gewartet. So kann man sich mit seinen Erwartungen insbesondere bei einem berühmten Werk täuschen...

    Fazit:
    Ein absolut lesenswerter Klassiker, dessen Geschichte jeder kennen sollte. Leider kommt er nicht ohne Längen daher und erhält von mir deshalb auch nicht die volle 5-Sterne-Bewertung. Dickens versteht es jedenfalls, Geschichten zu erzählen und ich freue mich schon auf den nächsten Klassiker, der im Regal wartet.
  15. Cover des Buches Sauglück (ISBN: 9783740800550)
    Veronika A. Grager

    Sauglück

     (25)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    "Sie wies durch das Fenster nach draußen, wo Dornröschen eben wieder einen seiner sagenhaften Auftritte bot" - Wie sieht dieser sagenhafte Auftritt aus? Was verpasse ich da gerade? Wieso beschreibt das die Autorin nicht, sondern lässt den Leser im Dunklen tappen? Wenn das hier nur einmal vorkommen würde, würde ich das ja irgendwie noch verkraften, aber es passiert ständig.

    "Tumultartige Szenen waren die Folge." Die Autorin beschreibt nicht, was passiert, sondern kürzt es mit einem Satz ab. Die meisten Beschreibungen gehen daher verloren. Man kann nicht damit argumentieren, dass der Leser selbst interpretieren soll, denn wenn ich das ständig mache, kann ich auch beginnen, zu fantasieren und brauche dafür kein Buch.

    Die Figuren werden schnell in Schwarz und Weiß geordnet. Das sind die Guten, das sind eindeutig die Bösen. Keine einzige Figur ist vielschichtig, sondern jeder begrenzt auf Gier oder Mitgefühl. Das macht die Figuren unsympathisch, vor allem langweilig.

    Ihr schlichter Stil sorgt nicht für eine Atmosphäre und wie sie die Geschehnisse hinunterrattert, macht sie den Eindruck, als wollte sie so schnell wie möglich zum Kern der Geschichte kommen. Darunter leidet der Spannungsbogen und gerade in einem Krimi ist die Spannung das Wichtigste.

    Als man die Leiche entdeckt, werden die Geschehnisse bis zu dem Zeitpunkt stichwortartig erzählt. Statt eine Szene aufzubauen, überspringt sie alles und schafft es nicht, irgendein Bild herzustellen. Dabei wird die Leiche in einer Jauchegrube entdeckt, wo der alte Mann in Tierurin schwimmt, was ein übles Bild ist, erschreckend und ekelhaft, aber darauf geht sie nicht ein. Leiche gefunden, nächste Szene und plötzlich sind die Polizisten da, die das Sauwetter kritisieren.

    Die Dialoge wirken meistens gekünstelt, wie bei einem Protokoll, beschränkt auf das Eigentliche, ohne auf die Reaktionen der Figuren einzugehen. Meistens sind sie kalt formuliert. Erst als die Autorin den Dialekt ins Spiel bringt, bekommen die Dialoge zwar etwas Farbe, aber das lag wohl eher daran, dass ich mir beim Lesen einen richtigen Wiener vorgestellt habe und ich große Schwierigkeiten hatte, ihn auch zu verstehen.

    In meinen Augen funktioniert das Buch nicht. Man merkt, dass da eine richtige Anfängerin dran war, die leidenschaftslos und ohne jegliche Liebe geschrieben hat.

  16. Cover des Buches Pünktchen und Anton (ISBN: 9783855356065)
    Erich Kästner

    Pünktchen und Anton

     (365)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Die Geschichte teilt sich in Kapitel, in denen von Anton und Pünktchen erzählt wird sowie kurzen Abschnitten, in denen der Autor den Leser direkt anspricht, Fragen stellt, die zum Nachdenken anregen sollen. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig und bestimmte Wörter und Schreibweisen inzwischen ungebräuchlich geworden. Doch wer sich einmal darauf einlässt, wird das Buch kaum aus der Hand legen wollen.

    Das Buch ist inzwischen 90 Jahre alt, doch die Geschichte nach wie vor aktuell, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Über Respekt, Mut, Freundschaft und das Glück mutige Freunde zu haben. Tatsächlich sind ein paar Ansichten im Buch reichlich altmodisch und längst überholt.

    Doch für seine Zeit ist es eine wunderbare Geschichte mit vielen wunderbaren tiefen Botschaften. Dafür runde ich 4,5 auf 5 Sterne auf.

    „Seid nicht allzu verwundert, wenn euch das Leben einmal bestraft, obwohl andere die Schuld tragen.“ (S.158)

  17. Cover des Buches Wie Marshmallows mit Seidenglitzer (ISBN: 9783551520241)
    Sophia Bennett

    Wie Marshmallows mit Seidenglitzer

     (50)
    Aktuelle Rezension von: leas_leseliebe

    Krähes erste Kollektion verkauft sich bestens und die junge Designerin wird sogar darum gebeten, noch eine zweite Kollektion für Miss Teen zu entwerfen. Bei Nonie und Krähe herrscht also fabelhafte Stimmung und auch Jenny befindet sich im siebten Himmel, da sie eine Rolle in einem großen Londoner Theaterstück bekommen hat. Nur bei Edie läuft es im Moment alles andere als rund. Jemand hat sich in ihre Website gehackt und verbreitet dort Gerüchte, Krähes Kollektion sei durch Kinderarbeit hergestellt und Edie nutze ihre Seite nur, um berühmt zu werden und die Wohltätigkeitsorganisationen seien bei allem nur ein Mittel zum Zweck. Edie ist verzweifelt und weiß nicht, was sie tun soll, vor allem als sie dann noch ein Foto erreicht, auf dem man Kinder unter schrecklichen Bedingungen an Krähes Entwürfen arbeiten sieht. Ist das Foto nur eine Fälschung? Können sie den Produzenten von Miss Teen überhaupt noch vertrauen?
    Um die Wahrheit herauszufinden gibt es nur eine Möglichkeit: Die Freundinnen müssen selbst nach Indien reisen und sich dort einen Überblick über die Arbeitsbedingungen verschaffen.

      

    Nachdem "Wie Zuckerwatte mit Silberfäden" für mich eine geschlossene Handlung war, konnte ich mir erst nicht vorstellen, dass man noch eine sinnvolle Fortsetzung schreiben kann, doch "Wie Marshmallows mit Seidenglitzer" konnte mich vom Gegenteil überzeugen. Der zweite Teil hat mir genauso gut gefallen wie der erste und in diesem Roman hat mir vor allem zugesagt, dass die Produktion von Billigmode, die Arbeitsbedingungen in ärmeren Ländern und Kinderarbeit im Vordergrund standen. Es war nicht einfach nur wieder ein fantastisches Modemädchen, in dem junge Mädchen großartige Dinge auf die Beine stellen, sondern hat auch auf die Problematik in der Realität hingewiesen und es wurde an den Leser appelliert, dass auch er etwas tun kann. Diese Mischung fand ich überaus gelungen und so konnte mich das Buch sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken bringen. Auf jeden Fall bin ich jetzt schon unheimlich gespannt auf den dritten Teil.

    Bei der Rezension von "Wie Zuckerwatte mit Silberfäden" hatte ich angemerkt, dass die Bücher vor allem für Mädchen bis 14 Jahre adressiert sind, aber bei diesem Buch hatte ich nun den Eindruck, dass die Zielgruppe doch etwas breiter ist und die Bücher auch für 15- und 16-Jährige noch gut geeignet sind, zumal die Protagonistinnen im zweiten Teil auch schon um die 16 Jahre alt sind. 

    Generell kennt eine gute Geschichte meiner Meinung nach auch keine Altersbegrenzung (also nach oben hin, nach unten hin ist es natürlich schon oft sinnvoll) und so würde ich diese zauberhafte Reihe an all diejenigen von euch weiterempfehlen, die Mode lieben, ganz egal wie alt ihr seid.

     

  18. Cover des Buches Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte (ISBN: 9783442718474)
    Mikael Bergstrand

    Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Das scheußliche Titelbild und der schreckliche Titel samt Schrift fallen sofort auf, der Klappentext klingt zudem langweilig. Trotzdem griff ich nach diesem schwedischen Bestseller, weil ich das typisch entspannte skandinavische Lebensgefühl und nordische Geschichten so gern mag. Die Leseprobe begeisterte und packte mich sofort.


    Der Werbetexter Göran reist nach seiner Kündigung nach Indien und beschreibt Land, Leute und seine Erlebnisse auf derart ungewöhnliche und erfrischende Weise, dass es mir immer schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Die recht seltsame und trotzdem nachvollziehbare Geschichte ist über 400 Seiten hinweg spannend und flüssig erzählt. Überflüssig fand ich nur die vielen Namen und Beschreibungen von Görans Freunden, die ohne jede Bedeutung für den Roman waren.


  19. Cover des Buches Die Detektive vom Bhoot-Basar (ISBN: 9783499000850)
    Deepa Anappara

    Die Detektive vom Bhoot-Basar

     (70)
    Aktuelle Rezension von: KateRapp

    Jai ist neun und lebt mit Eltern und Schwester in einem einzigen Zimmer in einem Armenviertel in Indien. Er besucht zwar die Schule, aber seine Familie ist arm, seine Schuluniform zerrissen und eigentlich hat er die ganze Zeit Hunger. Als ein Klassenkamerad von ihm verschwindet, beginnt er, der Detektivserien im Fernsehen liebt, gemeinsam mit seinen Freunden Faiz und Pari zu ermitteln.

    Während sie noch auf der Suche sind, verschwinden zwei weitere Kinder.

    An einem wahren Kriminalfall ist diese Geschichte orientiert, in der Korruption, Prostitution und Drogen, Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie Alkoholismus ebenso vorkommen wie Lebenslust, Tapferkeit, Neugier und Hoffnung. Deepa Anappara hat dabei einen leichtfüßigen Stil mit hübschen Bilder und zaubert damit in die an sich trostlose Geschichte das pralle Leben des Basars, eine würzige und familiäre, mitunter magische Atmosphäre.

    „Ein Straßenhändler schüttelte Knoblauchknollen in einem Bambuskorb, und die losen Schalen wirbelten durch die Luft wie weiße Schmetterlinge.“

    Dass dieser Fall aus der kindlich naiven Perspektive erzählt wird, ist ein gelungener Trick, den Themen Kindesmissbrauch und Menschenhandel die Ausweglosigkeit zu rauben und durch die Beobachtung der Erwachsenen und dem Infragestellen ihrer Urteile und Handlungen ein wenig Komik zu erzeugen. 

    Mich hat der Roman von Anfang an in seinen Bann geschlagen. Auch wenn es kein Page-Turner im eigentlichen Sinn ist, fiebert man mit der kleinen Rasselbande mit.

    Modern, bunt und widersprüchlich wird ein gelungenes Bild der indischen Gesellschaft mit ihren Abgründen, sozialen Ungerechtigkeiten und religiösen Spannungen gezeichnet, ein Sozialdrama, das von Humor und magischem Realismus ebenso bereichert ist wie von den wirklich liebevoll gezeichneten Figuren der kindlichen Ermittler. Starke Leseempfehlung!

  20. Cover des Buches Rupien! Rupien! (ISBN: 9783462304961)
    Vikas Swarup

    Rupien! Rupien!

     (312)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Es beginnt vielversprechend, der Protagonist wird gerade gefoltert und kann nicht glauben, dass er gerade die Quizshow WER WIRD MILLIARDÄR gewonnen hat. Genauso wenig wie die Folterer, das Fernsehstudio, seine Anwältin, die ganze Welt. Da hatte mich der Autor schon und ich wollte unbedingt wissen, wie Mohammed Thomas es bloß geschafft hat, die Fragen richtig zu beantworten.

    Die Anwältin rettet ihn von der Folter, bringt ihn zu sich nach Hause und beginnt mit der Aufnahme und Mohammed erzählt seine Geschichte. Dabei wird jede Frage als ein Kapitel dargestellt, also insgesamt Fünfzehn Kapiteln, in denen er zuerst ein Teil seiner Lebensgeschichte erzählt, dann mit der Anwältin redet und anschließend das Video von der Show abspielt.

    Die ersten paar Fragen waren noch interessant zu folgen, aber mit jeder einzelnen Frage wurde ich aus der Geschichte hinausgeworfen, da die Reihenfolge der Fragen nicht mit der Reihenfolge der Geschehnisse verläuft. In einer Frage ist er ein Kind, in der nächsten ein Erwachsener, in der anderen wieder ein Kind und diesmal an einem völlig anderen Ort mit völlig anderen Menschen und in der nächste ist er wieder bei den gleichen Menschen wie in Frage zwei zusammen und das erschwert es, der Geschichte zu folgen, weil ich nicht weiß, was für eine Bedeutung die Figuren haben und ob sie wirklich eine Rolle spielen. Bei der sechsten oder siebenten Frage wurde mir das alles dann doch zu blöd und ich habe mich dazu entschieden, das Buch abzubrechen.

    Die Figur selbst ist wirklich sympathisch, ich habe ihn gleich zu lieben gelernt, ihn gemocht, ihm das Beste gewünscht und ich war froh darüber, dass er die Show gewonnen hat und sicherlich glücklich wird. Der Stil ist leicht zu lesen, es ist simpel gehalten, aber authentisch und gut. Aber das Zickzackmuster des roten Fadens hat den Lesespaß ruiniert und den Spannungsbogen mehrmals so hart durchbrochen, dass es mir schlussendlich egal wurde, wie er die Antworten auf die Fragen wissen konnte.

  21. Cover des Buches Mitternacht ist ein Ort (ISBN: 9783257227703)
    Joan Aiken

    Mitternacht ist ein Ort

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Mitternacht ist ein Ort von Joan Aiken ist ein schöner, klassisch- historischer Roman.
    Zu Zeiten der industriellen Revolution in England: Lucas Bell, Ziehsohn Sir Randolphs, beobachtet eines Nachts von seinem Zimmer auf Schloss Mitternacht aus, die Ankunft eines neuen Gastes. Dieser entpuppt sich schnell als ein recht jähzorniges kleines Mädchen aus Frankreich namens Anna-Marie. Widrige Umstände führen dazu, dass beide Kinder ihrer Kindheit beraubt werden und für ihr Überleben arbeiten gehen müssen.

    Joan Aiken schildert sehr authentisch die Lebensbedingungen zu Zeiten der Industrialisierung in England. Die Armut, der Kampf ums Überleben und zu welch schrecklichen Bedingungen Kinder damals als Arbeitskraft missbraucht wurden – ja wie wenig sie im wahrsten Sinne des Wortes wert waren.
    Die Hauptcharaktere wachsen einem gleich ans Herz und man leidet mit ihnen. Der Roman ist spannend und temporeich erzählt, der Sprachstil ist flüssig.
    Eine bewegende Geschichte über Freundschaft und Familie, Leid aber auch Hoffnung und Mut.
    Dieser Roman macht auf jeden Fall Lust auf mehr von Joan Aiken und ich denke auch Leser die mit dem klassischen und historischen Genre noch nicht so vertraut sind könnten Gefallen an diesem Buch finden.

    Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

  22. Cover des Buches Die Schwabenkinder (ISBN: 9783492312844)
    Elmar Bereuter

    Die Schwabenkinder

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Angie*
    Rezension

    Autor: Elmar Bereuter 
    Biografie
    Elmar Bereuter, geboren 1948 in Lingenau als ältestes von vier Kindern einer Bauernfamilie im Bregenzerwald, verbrachte seine Kindheit zwischen Dorfleben, Alpwirtschaft und Internat. Nach einer Karriere als PR-Manager erfolgte mit der Gründung eines Werbeunternehmens der Sprung in die Selbstständigkeit. Mit dem Erscheinen des Romans »Die Schwabenkinder« begann ein neuer Abschnitt als Schriftsteller im Hauptberuf. Auf seinen Bestseller, der den Anstoß zum gleichnamigen Film mit Tobias Moretti gab, folgten die Romane »Hexenhammer«, »Die Lichtfänger«, »Felders Traum« sowie Wanderführer über die »Schwabenkinder-Wege«. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe des Bodensees.

    Meine Meinung:
    Vierhundert dramatisch beschriebene Seiten mit Schilderungen von Schrecken, Angst, Verunsicherung, Heimweh, Hunger, Schlägen und gröbsten Misshandlungen eines Kindes und seiner unschuldigen Seele habe ich beim Lesen verfolgt und der kleine Kazpanaze aus dem Bregenzer Wald, sowie die anderen Kinder aus Vorarlberg, Südtirol , der Schweiz, haben mir von Herzen leid getan. Ich bin froh, dass diese *Lesereise* nun ein Ende hat.  Dieses Buch ist keine schöne,  friedliche  oder romantische Lektüre des 19.Jahrhundert , sondern rüttelt unser Gewissen auf , alles, aber auch alles was Verantwortlichen  Menschen möglich ist , (auch heute),  für Kinder zu tun, damit kein Kind so schlimm leiden muss!

    Und all das ist bei uns in Europa vor gar nicht so langer Zeit  passiert. Der Autor Elmar Bereuter beschreibt in seinem Buch die ärmlichen  und katastrophalen Lebensumstände der dörflichen Bevölkerung des Alpenraumes, des Allgäus, des Schwabenländle in Baden Württemberg, des 19. Jahrhundert in deutlichen und starken Bildern, die sich im Kopf festsetzen . Sein Schreibstil ist gut zu verstehen, wobei er sich auch an Dialektausdrücke und den damals dörflichen Umgangston gehalten hat. So wirkt dieses Buch sehr authentisch.  Kinder wurden als billige Saison-Arbeitskräfte verkauft, vermietet und ausgenutzt. Eine allgemeine Schulpflicht gab es kaum und war nicht verbindlich, viele Menschen waren Analphabeten. Ein Kinderschutzgesetz gab es noch lange nicht.  
    Die Lebensumstände und der Hunger waren in vielen Alpentälern und Bergbauernhöfen  so präsent und  dringlich, dass viele Familien die älteren Kinder als Arbeitskräfte während der Sommermonate weggeschickt haben. Im März wurden die Kinder von Führern gesammelt und in langen, beschwerlichen Wanderungen in den Voralpenraum  zur Arbeit auf andere Höfen und den Kindermarkt begleitet. Dort waren sie nun auf *Gedeih oder Verderb*, ohne Rechte und Fürsorge wildfremden Menschen ausgeliefert. In den Städten Ravensburg,Wangen, Friedrichshafen, Überlingen und vielen Orten im Allgäu gab es regelrechte, öffentliche Kindermärkte. 

    Zitat aus den Erklärungen zu den Kindermärkten auf Seite 397: "Im ersten Drittel des 19. Jahrhundert dürften es jährlich über 4000 *Schwabengänger* gewesen sein. " 

    Hinweise verschiedener Chronisten beschreiben diese Tradition der Kindermärkte schon bis in das 16. Jahrhundert zurück!    

    Es ging oft gut und viele Kinder fanden eine neue Heimat, blieben sogar für immer auf dem neuen Hof, aber das war nicht der Normalfall. Aus dem Erleben und den Schilderungen des kleinen Kazpanaze ersteht eine einfache Welt aus dem Blickwinkel eines unschuldigen Kindes vor dem Leser. Die Grobheit, die den Kleinen entgegengebracht wurde, übertrugen viele Kinder in ihren Alltag. Raufereien und bösartige Streiche , besonders zwischen den  fremden Hüte-Kindern und den Einheimischen  waren an der Tagesordnung.

    Vermisst habe ich im Buch ein Glossar, denn viele  bäuerliche Ausdrücke waren mir unbekannt. Die Erklärungen des Autors am Endes des Buch zu dem Phänomen Kinderhandel und seine geschichtlichen Hintergründe empfand ich als sehr aufschlussreich!  

    Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese aufklärende Lektüre!

  23. Cover des Buches Sklavin (ISBN: 9783426426609)
    Mende Nazer

    Sklavin

     (212)
    Aktuelle Rezension von: Jacqueline___

    Das es heute noch Sklaverei gibt ist erschreckend. Die Autorin beschreibt ihren Leidensweg sehr detailliert und man schüttelt beim Lesen nur noch den Kopf. Wie kann so etwas möglich sein? Furchtbar, erschreckend und absolut unfassbar das es so etwas  gibt. 

  24. Cover des Buches Mädchen brennen heller (ISBN: 9783906903125)
    Shobha Rao

    Mädchen brennen heller

     (4)
    Aktuelle Rezension von: nocheinbuch

    Das südwestliche Indien mit seinen mal staubtrockenen, unglaublich erhitzten, mal von Regengüssen völlig zermatschten Böden, die das Barfußlaufen erzwingen. Barfuß zum Sari-Webstuhl, zum Tee mit der möglicherweise zukünftigen Schwiegerfamilie, barfuß durch den Morast der absoluten Armut, der lebenzerstörenden Mitgiftpolitik, der Unterwelt voller geschasster Mädchen - Frauen werden sie kaum, derart giftig durchtränkt sie ihr gottgegebenes Schicksal in niedriger Kaste.

    .

    “Flammen, Flammen rings um dich, die deine eben erst entstandenen Brüste auffressen, deinen eben erst blutenden Körper. Und Flammenmeere, weit wie die Welt. Die darauf warten, dich zu vernichten, dich zu Asche zu machen - und selbst der Wind, sogar der Wind, meine Kleine, schaut dir beim Brennen zu, will es, weht über dich hinweg und durch dich hindurch. Verstreut dich, weil du ein Mädchen bist und weil du Asche bist."

    .

    Mädchen wie die Weberin und Halbwaise Purnima und die Müllsammlerin Savita, 16 und 17, deren Perspektiven in Shobha Raos Debütroman “Mädchen brennen heller” abwechselnd in den Vordergrund treten, wobei eine sehr fließende, teils poetische Sprache die dunklen Gräben der erzählten Abgründe überbrückt. Auch wäre das nicht nur die beiden von Geburt an begleitende Verständnis des weiblichen Körpers als Ware unerträglich ohne ihre tiefe Freundschaftsliebe zueinander sowie den sequenziell angelegten, recht abenteuerlichen Storyverlauf, ausgekleidet mit dem Mut und der Zuversicht ihres jeweils aufkeimenden identitären Bewusstseins.

    .

    Bis in die USA gelangen Purnima und Savita, längst wieder voneinander getrennt, bis dort zieht sich der Handel mit Körpern, ihren Funktionen und Kräften und verbietet somit die Gewohnheit, Dritte-Welt-Zustände auszublenden. Denn: Sie kehrt vor unserer Haustür - manchmal buchstäblich, das versteht jetzt allerdings nur, wer "Mädchen brennen heller" liest, wer in diese reale, lodernde und doch eiskalte, aber vor allem würdelose Hölle voller inhumaner Despotie blickt.

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    Ein nicht ganz perfekt ausgereiftes Debüt, das mich allerdings völlig in Beschlag nahm und infolgedessen mir andere Zeitungsmeldungen als gewohnt ins Auge stachen.

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