Bücher mit dem Tag "kinderperspektive"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kinderperspektive" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Raum (ISBN: 9783492301299)
    Emma Donoghue

    Raum

     (897)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Ich glaube, in der Welt verteilt sich die Zeit ganz dünn überall hin, über die ganzen Straßen und die Häuser und die Spielplätze und die Geschäfte, deshalb gibt es an jedem Ort nur einen kleinen Klecks davon, und alle müssen schnell weiter zum nächsten.“

    Inhalt

    Jack ist 5 Jahre alt geworden, als seine Mutter ihm klar macht, dass die Welt, die er bis dato kennt, gar nicht die richtige ist, sondern nur ein Gefängnis. Ein Bunker, in dem „Old Nick“ ihr Versorger und Peiniger gleichermaßen, sie eingesperrt hält und ihnen damit das Recht auf Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben nimmt. Jacks Mutter ist dort schon viele Jahre, nachdem sie mit 19 entführt wurde und an diesen dunklen, traurigen Ort gebracht wurde. Jack mag es gar nicht glauben, dass es außerhalb von „RAUM“ noch etwas anderes geben soll und warum seine Mutter dort unbedingt hinwill und sich nicht länger mit dem gemeinsamen Alltag begnügen möchte. Jack wird zur Schlüsselfigur in einer sorgsam geplanten Flucht aus der Entführungshölle, nur bleibt er auch ein Risikofaktor, denn er kennt überhaupt nichts anderes als seine Mutter, die karge Einrichtung in RAUM und „Old Nick“, doch wenn es ihm nicht gelingt, den Plan nach den genauen Vorgaben einzuhalten, steht ihr Leben auf dem Spiel. 

    Meinung

    Zunächst verfügt dieses Buch natürlich über eine absolut fesselnde Ausgangssituation, die nicht nur den Alltag eines Missbrauchsopfers abzubilden versucht, sondern auch die Schäden, die lebenslange Isolationshaft, ohne Kenntnisse einer normalen Welt nach sich zieht. Umso beängstigender wird das Szenario, weil die irische Autorin Emma Donoghue die Erzählperspektive in die Hände eines Kindes legt, dessen Welt nicht nur winzig klein ist, sondern auch kreuzgefährlich und lebensbedrohlich, sobald eine falsche Entscheidung getroffen wird. Doch gerade diese Sicht auf die Dinge, hat mir zunächst einige Probleme bereitet, denn Jack erzählt mit seinen Worten von einem Alltag, der sich dem Leser erst nach und nach erschließt und oftmals die Schrecken umschreibt, die andernfalls ganz ungefiltert ankommen würden. So versteckt sich der Junge zum Beispiel im Schrank, wenn „Old Nick“ mal wieder Bett quietscht und zählt die Quietscher, bis ein seltsames Stöhnen die Geräuschkulisse unterbricht.

    Im ersten Drittel des Buches bin ich gar nicht so richtig damit warmgeworden, doch nachdem es dem Jungen und seiner Mutter tatsächlich gelungen ist, aus „RAUM“ zu fliehen, beginnt für mich der Teil, der einen regelrechten Lesesog verursacht hat, denn plötzlich steht man genauso wie Jack mitten in einer Welt, die so anders und gefährlich ist, dass man sich sehr gut vorstellen kann, warum sich das Kind zunächst in die Sicherheit und Zuflucht seiner bekannten Umgebung zurücksehnt. Gerade der psychologische Aspekt hat mich sehr inspiriert, denn was ist, wenn es nicht nur die vor Angst gepeinigte Mutter gibt, sondern plötzlich andere Kinder, Menschen, Verwandte, Ärzte und eine Welt, die unermesslich groß ist und doch so wenig Anteil nimmt am Leben des Einzelnen. 

    In nur wenigen Tagen wird Jack mit all dem konfrontiert und versucht, wenigstens ein paar gute Dinge zu finden, die es ihm möglich machen das „draußen“ ebenso zu mögen, wie das „drinnen“, selbst wenn es voller Entbehrungen und Belastungen war. 

    Fazit

    Ich vergebe gute 4 Lesesterne für eine krasse, beängstigende Story, die gerade auf Grund der Erzählperspektive so verstörend wirkt. Und obwohl das Buch keine sensationellen Überraschungen bereithält und trotz der bedrückenden Lage glaubwürdig erscheint, kann man sich der Geschichte bald nicht mehr entziehen und fiebert dem weiteren Geschehen entgegen. Möglicherweise hätte mich das ganze auch auf der Ebene eines Thrillers angesprochen, dann aber aus Sicht der Mutter, die mir hier doch etwas zu blass geblieben ist, was aber nicht an ihrer Persönlichkeit liegt, sondern schlicht und einfach an der Fokussierung des Kindes auf die Umstände. 

    Auf jeden Fall möchte ich mir hier jetzt die Verfilmung anschauen, denn möglicherweise füllen sich dort die Lücken, die der Text trotz seiner thematischen Dichte hatte. Ich empfehle diese Lektüre gerne weiter, sie vermittelt einen komplett anderen Blick auf die Schrecken einer Entführung und einer langen, ungewollten Haft in den Fängen des Bösen.

     

  2. Cover des Buches Extrem laut und unglaublich nah (ISBN: 9783596169221)
    Jonathan Safran Foer

    Extrem laut und unglaublich nah

     (1.231)
    Aktuelle Rezension von: Booklovemadame

    Die Geschichte des kleinen Oskars auf der Suche nach Antworten hat mich sehr mitgenommen. Ich musste immer wieder innehalten und nachdenken. Nichts zum eben mal durchlesen. Sehr bewegend und emotional.

  3. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.233)
    Aktuelle Rezension von: Gotje

    Inhalt: Als Bruno aus der Schule nach Hause kommt, erfährt er, dass die ganze Familie umziehen muss, weil sein Vater zum Kommandanten befördert wurde. Was das bedeutet, das versteht Bruno nicht, er weiß nur, dass sein Vater sehr wichtig ist. Dass sein Vater jetzt Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz ist und was er als solcher tut, davon hat Bruno, der gerade einmal neun Jahre alt ist, keine Ahnung. Und so zieht seine ganze Familie aus Berlin nach Auschwitz und Bruno muss sich an das neue Leben gewöhnen. Hier gibt es keine anderen Kinder mit denen er spielen kann, jeden Tag laufen fremde Soldaten durch das Haus und von seinem Fenster aus kann er den Zaun sehen, hinter dem hunderte Menschen in den immergleichen gestreiften "Pyjamas" sind. Und Bruno beschließt, auf Erkundungstour zu gehen und trifft weit weg vom Haus auf Schmuel, der genau so alt ist wie Bruno und auf der anderen Seite des Zauns lebt. Und so fangen die beiden Jungen, die so unterschiedliche Leben haben, die sich aber doch einander ähneln, an, sich zu unterhalten.


    Meine Meinung: Das Buch zeigt die Zeit des Nationalsozialismus durch eine völlig andere Perspektive, die Perspektive eines kleinen, naiven Jungen der noch dazu Sohn des Kommandanten ist. Es wird sehr deutlich gemacht, dass Bruno keine Vorstellung davon hat, was im Konzentrationslager passiert und wie Schmuels Leben aussieht. 

    "Du solltest einmal unser Haus sehen", sagte Bruno. "Erstens hat es keine fünf Stockwerke, sondern nur drei. Wie soll man auf so engem Raum leben?" S. 188
    Im Gegenteil, ihm gefielen Streifen, und er hatte es zunehmend satt, dass er Hosen, Hemden, Krawatten und Schuhe tragen musste, die ihm zu klein waren, während Schmuel und seine Freunde den ganzen Tag lang gestreifte Pyjamas tragen durften. S.189

    Manchmal erscheint mir seine Naivität aber auch ein wenig zu stark. Als gebildeter, deutscher Junge, noch dazu als Sohn des Kommandanten scheint es mir sehr unglaubwürdig, dass er noch nie etwas von Juden gehört hat, da diese Ideologie schon früh in der Schule gelehrt wurde und er sie eigentlich auch durch seine Erziehung verinnerlicht haben sollte. Dieser Punkt hat mich beim Lesen oft gestört.

    Auch das Ende fand ich nicht so gut. Es war zwar sehr berührend und erschütternd, aber dennoch fand ich, dass damit der ganze Sinn der Geschichte irgendwie zunichtegemacht wurde oder zumindest ins Leere verlief. Abgesehen davon hat mir das Buch aber gut gefallen. Zwar hätte ich mir mehr Einblicke aus Schmuels Leben gewünscht, aber wie auch John Boyle im Nachwort schrieb: 

    Denn schließlich können nur die Opfer und Überlebenden die Gräuel jener Zeit an jenem Ort wirklich begreifen; wir anderen leben auf der anderen Zaunseite[...]
  4. Cover des Buches About a Boy (ISBN: 9783462043075)
    Nick Hornby

    About a Boy

     (694)
    Aktuelle Rezension von: Brot
    .
  5. Cover des Buches Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften (ISBN: 9783462049916)
    Irmgard Keun

    Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften

     (36)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Nachkriegszeit anfangs der zwanziger Jahre bildet den Hintergrund dieses ausgesprochen witzigen und phantasievollen Romans von Irmgard Keun. Ein junges Mädchen, das sich so gar nicht in die bürgerlichen Konventionen einpassen will und mit ihren mutigen aber harmlosen Streichen ihre Umgebung in Schach hält, lässt einem als Leser vermuten, dass Kinder ihre eigene Strategie entwickeln, mit Entbehrungen und einem Leben im Krieg umzugehen und das Erlebte zu verarbeiten. Sie lässt sich auf jeden Fall durch nichts und niemanden unterkriegen und erzählt ihr Leben mit den alltäglichen Unwägbarkeiten voll kindlichem Ernst, der einem immer wieder zum Schmunzeln bringt.


    Ein erhellendes kleines Schmuckstück, das es lohnt, wieder gelesen zu werden. Es erschien erstmals 1936.

  6. Cover des Buches Die Geheimnisse der Welt (ISBN: 9783832163693)
    Lisa O'Donnell

    Die Geheimnisse der Welt

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Jariah
    Inhalt: 
    Der elfjährige Protagonist Michael lebt mit seiner Familie auf einer kleinen schottischen Insel. Ein Ort, an dem jeder jeden kennt und jeder alles über jeden weiß. So scheint es zumindest. Als seine Mutter in einem Park überfallen wird und dies vor allen geheimhalten will, muss Michael lernen, dass Erwachsene über einige Dinge nicht reden wollen. 
    Auch ihm erklärt niemand, was eigentlich passiert ist, nur, dass er niemandem etwas sagen darf. So entsteht um die ganze Familie herum ein Geheimnis, welches negative Konsequenzen nach sich zieht. So glauben alle, Michaels Vater hätte seine Frau misshandelt. Michael selbst wächst in diesem Durcheinander heran und versucht selbst herauszufinden, was geschehen ist. Zeitgleich stößt er durch seine einsetzende (Vor-)Pubertät auf noch mehr Themen, über die Erwachsene nicht offen sprechen.

    Wertung: 
    Ein ernstes Thema wie eine Vergewaltigung wird hier gewissermaßen aus Kinderperspektive betrachtet. Von dem ersten Rätseln, was überhaupt vorgeht, über naive Fragen an die Eltern bis hin zum selbstständigen Suchen in Wörterbüchern erarbeitet sich der Protagonist selbst eine Erklärung für die Geschehnisse. 
    Während man als Leser von Anfang an weiß, was passiert ist, beobachtet man mit einer gewissen Verzweiflung, wie Michael die Welt um sich herum nicht mehr versteht. Erst mit der Zeit kann er selbst eine Erklärung finden, wobei er die ganze Komplexität des Themas Sexualität auch zum Schluss noch nicht ganz verinnerlicht hat. 
    Gerade seine Verwirrung darüber, inwiefern Jungen und Mädchen, Liebe, Sex, Pornografie etc. zusammenhängen, machen ihn zu einem sehr authentischen Erzähler. Die Sprache des Ich-Erzählers ist passenderweise einfach gehalten, wie es einem Elfjährigen Entsprechen würde. 
    Das zweifarbige Cover wirkt auf den ersten Moment sehr einfach, doch je länger man es betrachtet, desto mehr Dinge und Zusammenhänge fallen einem auf.

    Fazit:
    Das Buch habe ich ursprünglich wegen des interessanten Covers gekauft und wurde nicht enttäuscht. In der Geschichte verbirgt sich zum Einen eine Coming-of-Age-Story, zum anderen Gesellschaftskritik, da gezeigt wird, dass das Lügen und Verschleiern letztlich nur schaden kann. Ein spannendes Buch, das mich mit seiner kindlich, naiven Erzählerstimme trotz des ernsten Themas immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.
  7. Cover des Buches Raum (ISBN: 9783869520902)
    Emma Donoghue

    Raum

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Raven
    Das Buch "Raum" von Emma Donoghue ist 416 Seiten lang und über Piperverlag erschienen.

    Das Buch ist als Hardcover, Softcover, Ebook und als Hörbuch erschienen.

    Der Hörbuchsprecher hat eine zu tiefe und alte Stimme für die Darstellung eines Fünfjährigen. Das finde ich nicht authentisch genug und störte mich, weshalb ich mir dann doch noch das Buch zulegte. Das Hörbuch hat einen Umfang von 6 Stunden und 25 Minuten.

    Die Hardcoverausgabe hat eine sehr gute Bindung, einen abnehmbaren Buchumschlag, integriertes Lesebändchen und schöne griffige Leseseiten.

    Jack ist fünf Jahre alt und lebt in Raum. Dort wurde er geboren und dort ist er aufgewachsen. Er schaut gerne Fernsehen, aber er weiß dass die Dinge dort nicht echt sind. Echt sind nur Ma, er und der Raum und Old Nick, der aber nur selten kommt, wenn er schon schläft. Seine komplette Welt ändert sich, als Ma erzählt, dass es hinter Raum doch noch eine andere Welt gibt und dass beide fliehen müssen.

    Das Buch ist schockierend authentisch geschrieben aus der Sicht eines Kleinkindes, welches nichts kennt außer einem kleinen Raum. Die komplette Umgebung ist absolut atmosphärisch widergegeben. Als Leser kann man sich absolut in die Umgebung und in Jack hineinfallen lassen. Sogar die Sprache und Weltanschauung von Jack werden perfekt widergegeben. Es entstehen ein innerer Film und ein spannender Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Die Seiten rauschen dahin, es wirbeln Fragen auf. Man verweilt in seinem eigenen Gedankenkarussell und den extremen überschäumenden Emotionen. Ist diese Geschichte real oder Fiktion? Die Grenzen verschwimmen.
    Nach eigener Recherche hab ich herausgefunden, dass der Fall Elisabeth Fritzl die Vorlage für dieses Buch gewesen sein soll.

    Fazit: Das Hörbuch kann ich wg dem Sprecher nicht empfehlen, aber der Print hat es in sich. Ein Werk aus der Sicht eines Fünfjährigen, welcher in einem Raum großgeworden ist und ansonsten nichts kennt. Das Buch ist schockierend, authentisch, emotional, gedankenaufwirbelnd, extrem atmosphärisch und spannend. Außerordentliche Leseempfehlung!
  8. Cover des Buches Teo (ISBN: 9783423280518)
    Lorenza Gentile

    Teo

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Literaturcocktail

    Das Debüt von Lorenza Gentile habe ich vor längerer Zeit gelesen und habe es in guter Erinnerung.

    Teo ist ein neugieriger Junge, der nach Antworten sucht. Viele kleine Weisheiten verstecken sich unter den 200 Seiten.

    Das Ende berührt und überrascht. 

  9. Cover des Buches Narziss und Narzisse (ISBN: 9783902498861)
    Andrea Drumbl

    Narziss und Narzisse

     (2)
    Aktuelle Rezension von: BirPet

    Es war die große Liebe, Gisela und Jakob, und mit der Geburt ihrer zweiten Tochter, Nutrit, scheint ihr Familienglück komplett. Das Elternpaar ist glücklich und ihre fünfjährige Tochter Judith stolze große Schwester. Jakob ist ein bemühter Ehemann und Vater, Judith genießt die Abende, wenn Jakob aus Tausendundeiner Nacht vorliest. Mit einem Mal ziehen dunklen Wolken auf, Gisela wird kurz nach der Geburt förmlich von Depressionen überfallen und zwei Monate später findet sie Nutrit tot in ihrem rosenroten Babybett. Gisela distanziert sich immer mehr von Judith und Jakob und scheint nach der Beerdigung ihren Verstand zu verlieren. Es kommt schließlich zur Trennung des Ehepaares. Gisela benötigt professionelle Hilfe, Jakob zieht aus und Judith wird zu einem Ehepaar, entfernt verwandt mit Jakob, von ihm in Obhut gegeben, denn er fühlt sich gänzlich überfordert und ohnmächtig. Doch es folgen weitere Schicksalsschläge. Wie viel kann ein Mensch, ein Herz, eine Seele ertragen?

    Schwere Themen auf 144 Seiten. Plötzlicher Kindstod, Leben und Sterben, Trauma, Depressionen,...und mittendrin ein fünfjähriges Mädchen. Mich hat der Roman magisch angezogen, zunächst wegen dem Titel, denn ‘Narziss’ ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, ein schöner junger Mann, der sich nach seinem Tod in eine Narzisse verwandelt haben soll. Auf dem Buchrücken steht “Bezaubernd und grausam wie im Märchen” und das war für mich kaum vorstellbar in Anbetracht der Thematik. Der Roman ist vier Kapitel unterteilt, in die vier Jahreszeiten, beginnend mit dem Tag der Sommersonnenwende, Nutrit’s Geburt, und es folgen Herbst, Winter und Frühling. Ein Buch, ein Jahr. Die Autorin hat mich schnell mit ihrer Sprache eingehüllt, eine Kunst mit Worten zu jonglieren. Sanft und zugleich gewaltig, weich und doch stark, poetisch und kristallklar, tragend und bezaubernd, ganze Sätze in Kopf und Herz verankert. Die Geschichte und die Geschehnisse erzählt A. Drumbl sehr wertfrei, sowohl das Handeln als auch die Gefühle werden nicht seziert, die unfassbaren Tragödien nicht auseinandergepflückt. Der Fokus liegt auf den Personen, unnötig füllende Beschreibungen gibt es nicht, sondern gezielt beschreibt und artikuliert sie die Gefühlswelt aus der jeweiligen Sicht, denn hier ist jede*r mit ihrer/seiner Trauer alleine, jede*r muss für sich mit den Schicksalsschlägen umgehen. Die Hilflosigkeit, Ängste und Schuldgefühle sind spürbar, aber auch die Hoffnung und Wärme, sowie die Anpassungsfähigkeit und vermeintliche Leichtigkeit eines Vorschulkindes.

    Albträume und die Märchen aus “1001 Nacht” sind wiederkehrende Themen. Alle Geschehnisse sind wie ein einziger Albtraum und als Leser*in erlebt  man sie wie im Zeitraffer. Albträume und Märchen einen jedoch zwei Dinge, zum einen sind sie schrecklich grausam, aber sie enden hoffnungsvoll und gut, entweder weil man daraus aufwacht oder die letzten Sätze liest.

    Die Themen sind schwer, jedoch alltäglich, Leben und Tod  begleiten uns alle. Die Sprache bezaubernd und besonders, wunderschön. Eine klare Leseempfehlung für dieses außergewöhnliche Buch.

  10. Cover des Buches Das Zelt (ISBN: 9783293203464)
    Miral al-Tahawi

    Das Zelt

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Raubvogel (ISBN: 9783902373465)
    Benjamin Tienti

    Raubvogel

     (2)
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