Bücher mit dem Tag "kinderwunsch"
167 Bücher
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.847)Aktuelle Rezension von: Reimund_LorkFitzek gelingt es erneut, eine beklemmende Atmosphäre zu erschaffen, die den Leser tief in die Gedankenwelt der traumatisierten Protagonistin führt. Besonders beeindruckend ist , wie präzise er psychologische Mechanismen nutzt, um die Unsicherheit zwischen Realität und Einbildung zu steigern. Fitzek spielt virtuos mit Erwartungen und schafft es, selbst routinierte Thriller-Leser immer wieder zu täuschen.
- Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit
(1.134)Aktuelle Rezension von: Noemi_SievertDieses Buch hat mich auf eine ganz besondere, stille Art berührt. Benedict Wells schreibt so sentimental, melancholisch und gleichzeitig wunderschön, dass ich mich in manchen Gedanken und Gefühlen selbst wiedererkannt habe.
Vom Ende der Einsamkeit braucht keine grosse Spannung und keine dramatischen Wendungen, um einen mitzureissen. Es sind vielmehr die Schicksalsschläge, die leisen Momente und die inneren Kämpfe der Charaktere, die diese Geschichte so besonders machen.
Vor allem das Thema Einsamkeit hat mich beeindruckt: wie sie einen Menschen prägt, wie schwer es sein kann, wieder ins Leben zurückzufinden – und wie trotz Verlust, Schmerz und Vergangenheit irgendwann wieder etwas wie Frieden entstehen kann.
Benedict Wells beschreibt all das mit einer unglaublichen Feinfühligkeit. Die Geschichte ist traurig, ohne nur traurig zu sein. Melancholisch, ohne hoffnungslos zu wirken. Und tiefgründig, ohne sich darin zu verlieren.
Für mich ist es eines dieser Bücher, die nicht laut sein müssen, um lange nachzuhallen.
Ein Buch voller Stille und gleichzeitig voller Tiefe. Wunderschön geschrieben und für mich eine klare Empfehlung. Ich werde es definitiv immer wieder weiterempfehlen.
- Colleen Hoover
Was perfekt war
(639)Aktuelle Rezension von: ErdbaerchenQuinn und Graham lernen sich unter ungewöhnlichen Umständen kennen. Doch wie es das Schicksal manchmal so möchte, führen sie schon bald eine Ehe. Eine PERFEKTE Ehe. 8 Jahre lang.
Doch Quinn wünscht sich nichts sehnlicher, als Mutter zu werden. Nur klappt das leider nicht. Werden sie diese Herausforderung gemeinsam überwinden? Oder wird ihre Ehe daran zu Grunde gehen?
Was kann eine Ehe alles ertragen?
Diese Frage stellt sich wohl jedes Paar einmal. Früher oder später. Wenn man frisch verheiratet ist, ist es noch ein leichtes zu sagen, man ist immer füreinander da. Man geht GEMEINSAM durch schwierige Zeiten. Doch sind diese Zeiten dann tatsächlich da, zeigt sich erst, wie ernst man diese Worte gemeint hat.
"Du sagst das so, als wäre eine Ehe so was wie ein Hurrikan der Stärke fünf."
"Nicht die ganze Zeit über, das nicht. Aber ich bin davon überzeugt, dass es in jeder Ehe Zeiten gibt, die sich sehr gut mit einem Hurrikan vergleichen lassen. Und ja, ich glaube nicht, dass Ethan und ich diese Zeiten überlebt hätten."
Quinn hat eine sehr realistische Einstellung. Sowohl was ihre Gefühle betrifft, als auch was die von Graham betrifft. Sie schätzt Situationen immer sehr gut ein. In jedem Moment beschreibt sie nicht nur ihre Gefühle dazu, sondern argumentiert auch, warum sie so fühlt. Ich konnte mich richtig gut in sie hineinversetzen. Deswegen hat mich die gesamte Geschichte auch total emotional abgeholt und zurück gelassen. Gott sei Dank kenne ich persönlich das Thema "Ungewollter Kinderwunsch" nicht. Wenn das so wäre, hätte ich dieses Buch mit Sicherheit nicht lesen können. Gerade deshalb fehlte mir hier eine Triggerwarnung.
Graham fand ich an manchen Stellen etwas komisch. Ein Mann ohne viele Worte, total unsympathisch. Lässt seine Frau einfach angelehnt stehen. Und am Ende plötzlich die 180 Grad Drehung. Passte für mich überhaupt nicht zusammen.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass ER um die Ehe kämpfen würde.
Trotzdem nahm ich einen seiner Briefe als Inspiration für meinen eigenen Trauspruch.
Fazit: Eine herzzerreissende Liebesgeschichte über die Hochs und Tiefs einer jeden Ehe. - Julia Quinn
Bridgerton - Francesca & Michael
(235)Aktuelle Rezension von: conny_readsIch muss zugeben, ich hatte etwas andere Erwartungen an Francescas Geschichte. Ich fand es etwas schade, dass ihrer ersten Ehe mit John so wenig Raum gegeben wurde. Dadurch konnte ich ihn kaum kennenlernen, die Art und Weise ihrer Ehe bzw. Beziehung nicht wirklich nachfühlen und hab mir deswegen auch etwas schwer getan, später Francescas Verlust mitfühlen zu können. Versteht mich nicht falsch, ich habe es schon nachempfinden können. Allerdings glaube ich, dass es dir noch etwas emotionaler gewesen wäre, wenn ich vorher auch eine Verbindung zu John hatte aufbauen können.
Auch das Thema Fehlgeburt/Schwangerschaft hätte für mich gerne noch mehr thematisiert werden können. Ich war eigentlich sehr auf die Thematik gespannt, weil ich diese bisher so noch kaum gelesen hatte. Nur leider wurde das ganze erst hauptsächlich im Epilog genauer ausgeführt. Das fand ich etwas schade.
Nichtsdestotrotz habe ich dir Geschichte genossen. Francesca fand ich von Anfang an klasse 🫶 Ihr ruhige, angenehme und gewitzte Art hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Ich habe nicht nur mit ihr geweint, sondern auch viel gelacht. Ich kann absolut verstehen, warum Michael ihr von Anfang an verdanken war. Sie ist loyal und klug, und man muss sie einfach gern haben.
Michael mochte ich die meiste Zeit auch sehr gerne. Wie er Francesca herausgefordert und aus der Reserve gelockt hat, war sehr unterhaltsam. Und auch ihre Gespräche haben mich oft schmunzeln lassen 😊 Wie er ihr zuerst ein guter Freund und später dann ein noch besserer Ehemann war, hat mich wirklich sehr berührt 🥰 Und wie Francesca mit ihm eine neue Seite an sich und eine neue Art/Nuance der Liebe entdeckt, hat mir sehr gut gefallen. Einzig wie er Francesca Richtung Ende manchmal etwas unter Druck gesetzt hat, hat mir nicht ganz so gut gefallen.
Alles in allem war es aber wieder eine gelungene Geschichte über das 6. Bridgerton-Kind. Francescas Geschichte hat mich trotz allem sehr berührt und ich freue mich schon auf die nächste Geschichte der Reihe 🤗
- Eowyn Ivey
Das Schneemädchen
(374)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeIn Alaska, in den 20er Jahren, wollen Mabel und Jack der Hoffnungslosigkeit entfliehen und neu beginnen. Aber die Aufbruchsstimmung ist in Ernüchterung gewichen. Mabel und Jack sind nicht mehr die Jüngsten, und das harte Leben auf ihrer erst im Werden begriffenen Farm hat beide viel Kraft gekostet. In einer kargen, kleinen Hütte auf zum Teil noch nicht mal erschlossenem Ackerland lebend, weit ab von den nächsten Nachbarn, umgeben von Kälte und rauer, wilder Landschaft, ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben. Die Beziehung der beiden leidet trotzdem sie sich aufrichtig lieben. Aber eines Abends bauen sie gemeinsam eine Schneefigur, ein Mädchen. Am nächsten Tag ist das Schneemädchen dort, aber sie sehen ein Blondes Mädchen im Wald.
Die ersten Eindrücke des Buches sind das winterliche Alaska, das die Autorin beschreibt: Einsam, still, weiß und freudlos. Der Winter steht bevor, und mit ihm lange Dunkelheit. Die Stimmung ist bedrückend. Das Land strahlt Erbarmungslosigkeit aus. Ivey schreibt schnörkellos, direkt mit wenigen Adjektive und dennoch schafft sie eine Atmosphäre, die den Leser in den Bann zieht und Bilder im Kopf malt. Was folgt, ist eine sachte, melancholische Mischung aus Märchen, semi-historischer Abenteuergeschichte und Landschaftsroman. Ivey nimmt sich viel Zeit für ihre Geschichte und ihre Figuren. Sie lässt den Leser lange im Unklaren über das ‚Schneemädchen‘. Und selbst, wenn man glaubt, das Geheimnis sei gelöst, belehrt sie ihn eines besseren und greift den märchenhaften Unterton geschickt wieder auf.
Mein Fazit: Ein Irgendwie-Märchen eingebettet in eine raue, gnadenlose, atemberaubend schöne Landschaft. Es geht um Liebe und Freundschaft, um Einsamkeit, Depression und Durchhaltevermögen. Ein sehr eigenes, besonders Buch, das den Leser mit in eine schneebedeckte Welt nimmt, in der Wirklichkeit und Traum miteinander tanzen.
- Coco Mellors
Blue Sisters
(199)Aktuelle Rezension von: FirebeeDie Familie Blue hatte vier Töchter. Nicki stirbt und zurück bleiben drei. Avery die Verantwortungsbewusste Karrierefrau, Bonnie die eigentlich schüchterne "Boxerin" und Lucky das Nesthäckchen und viel zu früh aus dem Nest gefallene Model.
Coco Mellors spannt die Fäden der Beziehungen der Schwestern untereinander gekonnt. Sie arbeitet die sehr unterschiedlichen Phasen der Trauer und auch individuelle Trauer der drei Schwester sehr gut heraus.
Die Sucht als genetischer Faktor und als zusätzliche Belastung der Familie Blue wird realitätsnah dargestellt.
Ich habe dieses Buch einer dysfunktionalen Familie, von vier sehr unterschiedlichen, jede auf ihrer Art aber auch sehr starken Frauen gerne gelesen.
- M. L. Stedman
Das Licht zwischen den Meeren
(375)Aktuelle Rezension von: kapitelschlagEine tief bewegende Geschichte über Moral, Schuld, Liebe und die Grauzonen dazwischen. In poetischer Sprache erzählt die Autorin eine Geschichte, die mich nach dem Lesen noch lange nicht loslassen konnte. Ich habe so sehr mit den Protagonisten gelitten.
Stedmans Sprache ist atmosphärisch und feinfühlig. Die Einsamkeit des Leuchtturmlebens, die raue Natur und die emotionalen Spannungen werden eindrucksvoll geschildert. Besonders hervorzuheben ist die differenzierte Charakterzeichnung. Tom ist ein zutiefst moralischer Mann, gefangen zwischen Loyalität zu seiner Frau und seinem eigenen Gerechtigkeitsempfinden. Isabel wiederum ist eine komplexe Figur, deren Liebe zu dem Kind ebenso echt wie tragisch ist. Der Roman stellt keine einfachen Fragen – und gibt keine einfachen Antworten.
Wer Romane liebt, die das Herz ebenso fordern wie den Verstand, wird dieses Buch kaum aus der Hand legen können.
Herzzerreißend. Nachdenklich. Wunderschön erzählt. Unbedingt lesen !
- Anne Sauer
Im Leben nebenan
(272)Aktuelle Rezension von: Kantika„Im Leben nebenan“ hat mir gut gefallen, besonders die differenzierte Auseinandersetzung mit Mutterschaft und dem Leben ohne Kinder. Der Roman zeigt, wie viele Möglichkeiten und Zweifel mit dieser Entscheidung verbunden sein können, ohne einfache Antworten zu geben. Die surrealen Momente verleihen der Geschichte dabei eine besondere, manchmal leicht verstörende Atmosphäre und machen die verschiedenen Lebensentwürfe greifbar.
- Emma Sternberg
Azurblau für zwei
(123)Aktuelle Rezension von: PageTurnersCatIsas Ritters Leben ist ein einziger Scherbenhaufen. Job und Freund sind weg. Beziehungsweise sieht sich besagter Exfreund mit seiner schwangeren Freundin eine Wohnung nur ein paar Straßen weiter von isas Wohnung an. Für Isa ist klar "ihr Kiez ist nicht mehr sicher". Da kommt eine geheimnisvolle Zeitungsannonce gerade recht. Diese verspricht einen Sommer auf Capri, Kost und Logie inklusive - für die Assistenz zu Schreib - und Recherche-Zwecken. Kurz darauf reißt Isa nach Capri und trifft dort die erfolgreiche Autorin Mitzi, die ihre Biographie schreiben möchte. Besser gesagt sie erzählt diese und Isa lauscht und tippt. Unter der heißen Sonne Capris, Im Schatten der Zitronenbäume, findet Isa ihre Mitte wieder. Mitzi hingegen merkt, wie anstrengend eine Reise in die Vergangenheit sein kann. Als sie dann noch von ihrer ersten großen Liebe erzählt, die unglücklich endete, fasst Isa einen abenteuerlichen Plan. Und ein hübscher italienischer Polizist nimmt dabei eine ungeplante Rolle ein...
Wenn die Sonne vom Himmel brennt, dann brauche ich ein Buch, das nicht zu anstrengend ist und mich an die schönen Seiten des Sommers erinnert. Darum habe ich zu "Azurblau für Zwei" gegriffen. Und es hat seinen Zweck erfüllt. Die Insel und das caprische Lebensgefühl hat die Autorin super eingefangen und man kommt schnell im Buch voran. Auch die Geschichte um Mitzis Jugendliebe Johann hat mir gut gefallen. Einzig mit Isa - der Erzählerin der Geschichte - bin ich nicht warm geworden. Ich konnte einfach keine Verbindung zu ihr aufbauen. Im letzen Viertel ist die Geschichte auch für mich immer haarscharf an einem "zuviel des Guten" entlanggeschrammt. Besonders Luca war mir dort stellenweise suspekt. Dennoch hat die Autorin immernoch die Kurve bekommen.
Daher ist der Roman für mich ein nettes Buch für zwischendurch, besonders am Pool oder am (italienischem) Meer.
- Stephanie Schuster
Die Wunderfrauen - Alles, was das Herz begehrt
(202)Aktuelle Rezension von: Buchwurm05Inhalt:
1953. Endlich geht es in Deutschland wieder aufwärts. Die mageren Jahre sind vorbei. Während Luise von einem eigenen Laden träumt, nehmen Luises Brüder die heimatvertriebene Marie bei sich auf dem Bauernhof auf. Helga, die aus reichem Haus stammt, flüchtet vor ihren Eltern und beginnt eine Ausbildung als Krankenschwester in der Geburtsklinik von Dr. von Thaler. Durch ein Missverständnis zieht sie den Zorn von dessen Gattin Annabel auf sich. Jede versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen. Noch wissen sie nicht, dass sich ihre Wege immer wieder kreuzen werden.....
Leseeindruck:
"Die Wunderfrauen - Alles was das Herz begehrt" ist der erste Band einer Trilogie. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Luise, Marie, Helga und Annabel geschrieben. So konnte ich sie nach und nach besser kennenlernen und wurde tief in die Geschichte hineingezogen. Es hat mich gut und kurzweilig unterhalten, ihren Lebensweg zu verfolgen. Ich habe es bewundert, wie sie das Beste aus ihrer Situation gemacht und immer wieder Mut gefasst haben. Dabei kam es gerade zum Ende hin auch zu Szenen, die ich so nicht erwartet habe. Auf der einen Seite wurde es nicht langweilig und es gab für mich unerwartete Wendungen. Auf der anderen Seite, hat das gar nicht zu den Figuren gepasst. Auch, wenn das jeweils in Ausnahmesituationen geschehen ist, kam mir persönlich das etwas zu unerwartet.
Fazit:
"Die Wunderfrauen - Alles was das Herz begehrt" hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert. Es ist eher ein leichter Roman, bei dem ich mich schnell in die Figuren hineinversetzen konnte. Von mir gibt es eine Leseempfehlung. - Marlene Bierwirth
Meine Medizin seid ihr!
(24)Aktuelle Rezension von: labelloprincessDas Foto der Autorin passt in diesem Fall natürlich sehr gut als Cover. Ihr Lächeln zeigt von Stärke.
Man muss auf jeden Fall den besonderen Schreibstil loben. So eine ernste Handlung so auf's Papier zu bringen, dass man nur so durch die Seiten fliegt, ist einfach grandios. Man fühlt sich, wie wenn man die Autorin schon ewig kennt und ihre Geschichte als Freundin mit ihr gemeinsam erlebt.
Ich bin sehr gefesselt und man fiebert natürlich mit Marlene mit. Sie gibt einen sehr guten (menschlichen) Einblick in ihre Geschichte. Gerne hätte ich auch noch ein paar medizinische Details erfahren, da ich die „Wunder“ der heutigen Medizin sehr spannend und faszinierend finde.
Die Zeitsprünge am Beginn des Buches mochte ich nicht so gerne, die verwirrten mich etwas und ich musste mich immer wieder kurz zurechtfinden. Mit der Zeit wurden diese aber weniger und ich war dadurch nicht so verwirrt.
Eine sehr emotionale Geschichte, die aber sicherlich auch enorme Energie und Hoffnung verbreitet. Ich vergebe für das Buch 4,5 von 5 Sterne.
- Celeste Ng
Kleine Feuer überall
(46)Aktuelle Rezension von: JorokaHinter manch schicker Hausfassade und Bewohnern mit demonstrativ symbolisch vor sich her getragener moralischer Monstranz verbirgt sich eine Scheinheiligkeit, die vor allem eigenes Versagen kaschieren soll. Der Finger zeigt immer auf die anderen. Selbst ist man gut situiert, sozial engagiert und gefühlt selbstverantwortungsbefreit.
Mia und und ihre 15jährige Pearl lassen sich ausgerechnet in dieser gutbürgerlichen Umgebung nieder nach vielen Jahren des Umherziehens, schnellem Zeltbraus und Kontaktabbrüchen. Doch dem Schein nach, haben Sie nun Anschluss an eine Familie gefunden, die ihnen eine neue Heimat bieten möchte und sie zunächst mit offenen Armen empfängt.
Doch auch Mia hat eine zum Teil unrühmliche Vergangenheit, die sie wieder einholt, obwohl sie eigentlich moralisch nicht so verwerflich gehandelt hat. Der Stein kommt ins Rollen, als ihre asiatische Arbeitskollegin ihr kleines Baby aus Überforderung vor einer Feuerwache ablegt und sie zu deren 1jährigen Geburtstag eingeladen wird. Denn die zukünftigen Adoptiveltern sind auch obengenannter Schicht zuzurechnen und mit der Wohnungsgeberin eng befreundet.
Es brauchte nicht lange, um von dieser außergewöhnlichen Geschichte gefangen zu werden. Zum Schluss hin konnte ich gar nicht mehr aufhören weiter zu hören. Britta Steffenhagen verleiht mit ihrer unbeschwerten und sehr jugendlich klingenden Stimme dem Hörbuch eine gewisse Leichtigkeit und Frische, trotz zum Teil schwerer Themen.
Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung mit über 11 Stunden Laufzeit.
Fazit: packender als die meisten Krimis und Thriller, absolut empfehlenswert, 5 Sterne mit *
- Mieko Kawakami
Brüste und Eier
(93)Aktuelle Rezension von: MaisbooksDieses Buch habe ich im Urlaub innerhalb eines Tages gelesen. So vieles in dem Buch war mir vertraut, dementsprechend war ich sehr berührt, auch wenn mir die Gewalt sehr nah ging, die die Frauen in dem Buch erfahren. Mieko Kawakami ist eine wichtige Stimme in der Literatur und ich freue mich über jedes Buch, das sie veröffentlicht.
- Linn Strømsborg
Nie, nie, nie
(151)Aktuelle Rezension von: melis_buchzauberEs gibt Fragen, die wirken harmlos und sind doch tiefgreifend. „Nie, nie, nie“ von Linn Strømsborg kreist genau um eine von ihnen und legt offen, wie selbstverständlich wir Lebensentscheidungen kommentieren und bewerten.
Im Mittelpunkt steht eine Frau, die sich bewusst gegen Kinder entschieden hat. Diese Klarheit bewahrt sie jedoch nicht vor Nachfragen und unterschwelligen Vorwürfen. Besonders deutlich wird dabei, wie fest die Vorstellung verankert ist, dass ein erfülltes Frauenleben zwangsläufig mit Mutterschaft verbunden sein muss.
Besonders gefallen hat mir an diesem Buch die spürbare Nähe zur Realität. Immer wieder wird deutlich, wie schnell eine persönliche Entscheidung zur öffentlichen Angelegenheit wird. Warum glauben wir, ein Recht darauf zu haben, diese Frage zu stellen und weshalb fällt es uns so schwer, ein Nein zu akzeptieren?
In dem Buch geht es in erster Linie um gesellschaftlichen Normen, mit Rollenbildern und mit der eigenen Haltung.
„Nie, nie, nie“ ist ein ehrliches Buch. Es hat mich an einigen Stellen nachdenklich gemacht und mir das Gefühl gegeben, verstanden zu werden.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die bereit sind, gängige Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Personen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten sich jedoch bewusst sein, dass diese Lektüre emotional fordernd sein kann.
- Henri Faber
Ausweglos
(261)Aktuelle Rezension von: stefan182Inhalt: Vor Jahren trieb ein Serienmörder sein Unwesen in Hamburg: Seinen Opfern schnitt er den Ringfinger ab und hinterließ blutige Nachrichten. Kommissar Elias Blom setzte alle Hebel in Bewegung, um den Serienmörder zu fassen, doch die Ermittlungen zogen sich - was letztlich zu Bloms Entpflichtung von dem Fall sowie zu seiner Versetzung führte. Nun scheint der Täter erneut aufgetaucht zu sein, abermals fehlt dem Opfer der Ringfinger, es findet sich wieder eine grausige Botschaft. Blom, der sich ohne Befugnis in den Fall einklinkt, ist zuversichtlich, diesmal den Täter fassen zu können. Denn: Dieses Mal gibt es einen Zeugen, der direkt neben dem Opfer wohnte…
Persönliche Meinung: “Ausweglos” ist ein Thriller von Henri Faber. Erzählt wird die Handlung aus drei Ich-Perspektiven: Elias Blom, Noah (der Nachbar des Opfers) sowie Linda (die Frau von Noah). Alle drei Figuren sind lebendig dargestellt: Während Elias von der Schuld geplagt wird, vor Jahren bei den Ermittlungen im Serienmörderfall versagt zu haben, wartet Noah auf seinen schriftstellerischen Erfolg. Linda hingegen belastet ein unerfüllter Kinderwunsch, für den sie sich verantwortlich macht. Neben diesen findet sich eine weitere Ich-Perspektive, deren Identität erst zum Ende der Handlung offenbart wird. Die Handlung selbst ich hochspannend: Schnell wird klar, dass einige der Figuren etwas zu verbergen haben; mehrere Figuren besitzen Züge einer unzuverlässigen Erzählinstanz, sodass man, je weiter man liest, umso weniger weiß, wem man glauben schenken darf - und wem nicht. Zudem ist der Thriller ungemein wendungsreich und unvorhersehbar - bis zum großen Finale, das mit mehreren Twists auftrumpft, die ich in meinen kühnsten Träumen nicht erahnt hätte (Aus der Retrospektive zeigt sich abschließend einerseits wie komplex der Thriller ist, andererseits wie stimmig durchdacht er ist. Wirklich meisterhaft geplant von Henri Faber!). Der Schreibstil ist anschaulich und lässt sich flüssig lesen, sodass “Ausweglos” zusätzlich zur fesselnden Handlung ein richtiger Pageturner ist. Insgesamt ist “Ausweglos” ein höchst spannender, perfekt konstruierter Thriller, der mit mehreren nicht zu erahnenden Wendungen auftrumpft. - L. J. Shen
Boston Belles - Rake
(142)Aktuelle Rezension von: SarahreadsEmmabelle Penrose legt größten Wert auf ihre Unabhängigkeit. Als selbstbewusste Geschäftsfrau sucht sie Männer lediglich für flüchtige Begegnungen. Doch plötzlich sehnt sie sich nach etwas, das ihre Freiheit in den Hintergrund drängt – einem Baby. Der perfekte Vater ist schnell gefunden: Devon Whitehall, ein britischer Adliger, attraktiv und wohlhabend. Und das Beste daran? Er teilt ihre Abneigung gegenüber der Ehe. Der Deal scheint perfekt: ein Kind zeugen, sich das Sorgerecht teilen, aber keine weiteren Verpflichtungen. Doch trotz ihrer Entschlossenheit, sich nie an einen Mann zu binden, kann Emmabelle den Gefühlen, die sie für Devon entwickelt hat, nicht entkommen.
„Boston Belles – Rake“ ist der vierte und somit letzte Teil der „Bosten Belles“ Reihe von L. J. Shen. Das Cover hat eine stimmige Farbgebung. Die verschiedenen Farben der Pfingstrosen so wie die Blumen an sich geben dem Cover einen eleganten Touch. Der Schreibstil ist sehr flüssig und detailreich sodass man sehr schnell in die Handlung einfindet. Die Handlung wurde aus der Sicht beider Protagonisten geschrieben und ermöglicht dem Leser einen klaren Einblick in deren Gedankenwelt.
Emmabelle ist eine sehr unabhängige und vor allem sture junge Frau. Sie ist sehr verschlossen gegenüber ihren Mitmenschen. Ich fand es sehr schön zu sehen, dass sie sich nach und nach Devon gegenüber geöffnet. Das der Weg bis dahin nicht gerade einfach war, konnte ich sehr gut nachvollziehen.
Devon war mir schon von vornherein sehr sympathisch. Das so ein lieber Kerl so eine schreckliche Familie abbekommen hat, tut mir schon sehr leid.
Die Entwicklung beider Charakter war durch und durch positiv. Besonders schön war es auch alle anderen Charaktere von den drei anderen Teilen wieder zu sehen.
Alles in allem hat mir das Buch gefallen. Die ganze Reihe ist für mich eine absolute Leseempfehlung! - Chase Novak
Breed
(97)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderAlex und Leslie Twisden sind ein glückliches Ehepaar, scheinbar, denn der Wunsch nach einem Kind reibt die Eheleute doch sehr auf. Man hat schon soviel probiert, versucht und man besucht auch eine Selbsthilfegruppe, aber nichts erfüllt den Beiden den Wunsch. Leslie möchte schon aufgeben, aber da treffen sie beim spazieren ein Paar aus der Selbsthilfegruppe und sie sind schwanger. Alex bittet seine Frau nur noch einmal einen Versuch zu wagen und so lässt sie sich überreden und die Beiden reisen nach Slowenien und unterziehen sich Beide einer seltsamen und auch schmerzhaften Injektion. Seltsame Veränderungen am Körper machen ihnen zu schaffen und auch der Heißhunger nach frischem Fleisch verwundert sie, aber als Leslie dann schwanger ist und scheinbar nicht nur mit einem Kind, ist alles erstmal vergessen. Dann macht der Autor einen gekonnten Sprung und wir lernen Alice und Adam kennen, die zehn Jahre alt sind. Nachts wird das Zimmer abgeschlossen und manchmal sind ihre Eltern echt seltsam. Warum, dass wissen die Beiden nicht. Adam stibitzt ein Babyphone, um heimlich zu lauschen und eventuell zu erfahren, warum sie eingeschlossen werden, warum sie den Keller nicht betreten dürfen und was mit den Eltern Nachts komisches passiert. Was er Stück für Stück heraus findet ist grauenhaft, bestialisch, ekelhaft und er weiß, seine Schwester und er sind in allerhöchster Gefahr und wenn sie ein normales Leben führen wollen, müssen sie weg¿ Breed ist ein Horror-Roman auf allerhöchstem Niveau und nimmt im Laufe der Geschichte immer mehr Fahrt auf und bringt soviel Spannung und Grusel, dass das Buch nichts für schwache Nerven ist.
- Sam Baker
Die besten Freunde meines Lebens
(69)Aktuelle Rezension von: AlinchenNicci, Jo und Lizzie kennen sich seit der ersten Woche in der Uni, kurz drauf kam auch Mona dazu. Seitdem sind die vier beste Freundinnen. Doch nun ist Nicci tot und hinterlässt ihren Freundinnen in Briefen ihren Garten (für Lizzie, die keine Pflanze am Leben lässt), ihre zweijährigen Töchter Charlie und Harrie (für Jo, bei der drei künstliche Befruchtungen nicht das gewünschte Ergebnis erzielten) und ihren Mann David (für die alleinerziehende Mona, die wenig Glück in der Liebe hat). Die Freundinnen sind geschockt, genauso wie David, der von "Niccis Vermächtnis" ebenfalls erst aus einem Brief erfahren hat. In den folgenden Monaten stürzt sich Lizzie tatsächlich auf den Garten, während die anderen zunächst Niccis letzten Willen zu ignorieren und ihre Leben so normal wie möglich weiter zu leben. Mona hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann, was ihren Freundinnen immer verschwiegen hatte. Jo versucht, ihr Unternehmen (einst hatte sie es zusammen mit Nicci gegründet) am Laufen zu halten, während ihr Mann mit ihr über das Thema Kinder sprechen möchte. Lizzie kann im Garten ihre anderen Probleme vergessen: Ihre demente Mutter im Altenheim, ihre nörgelnde Schwester und ihren Mann Gerry, der sie immer nur runtermacht. David hingegen versucht, für seine Töchter da zu sein und den Verlust seiner Frau zu bewältigen, als plötzlich seine Schwiegermutter auftaucht, von deren Existenz er nichts wusste.
Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven (Jo, Lizzie, Mona und David) erzählt. So weiß man als Leser genau, was in den einzelnen Personen vor sich geht. Zusätzlich gibt es immer wieder Rückblicke in Niccis Leben, die zum Teil auch aus Niccis Sicht erzählt werden.
Das Buch stand wenigstens 10 Jahre ungelesen in meinem Bücherregal, was ich jetzt ziemlich bedauere, da mir das Buch sehr gut gefallen hat. Einzig Nicci war mir eher unsympathisch. Ich finde es auch merkwürdig, dass scheinbar nie jemand den Mut hatte, sich ihr zu widersetzen oder ihr Fragen nach ihrer Familie zu stellen.
- Jojo Moyes
Ein ganz besonderer Ort
(38)Aktuelle Rezension von: KarinJMir hat der Roman eigentlich nicht gefallen. Bereits das erste Kapitel war irritierend. Laut Klappentext sollte es um Suzanna gehen. Doch es ist zunächst unklar, wer da von sich erzählt. Dann stellt sich heraus, es ist der "rätselhafte Alejandro", der im Klappentext immerhin erwähnt wurde. Hier deutet sich an, dass die Geschichte inhaltlich keine leichte Kost sein wird. Insgesamt ist die Story trotz Happy End düster und schwermütig. In den nächsten Kapiteln gibt es einen Sprung zurück in der Zeit. Man kann es sich zusammenreimen, dass es hier möglicherweise um die Eltern geht. Einen Anhalt dafür gönnt die Autorin dem Leser nicht. Es waren mir in diesem Roman viel zu viele Personen. Nicht, dass es unübersichtlich geworden wäre. Vielmehr verstand ich nicht, was die alle für die Geschichte tun sollen, und ich fand es überflüssig/uninteressant, sich mit ihrer Lebensgeschichte zu befassen. Die Verbindung, die zwischen ihnen durch den "ganz besonderen Ort", Suzannas Laden, vermutlich entstehen sollte, habe ich kaum nachvollziehen können. Suzanna war ja von allem und jedem distanziert und der Laden wirkte auf mich auch nicht wirklich magisch verbindend/wie ein Katalysator. Dafür hatte Suzanna zuviel Ärger damit und die Personen hatten zu wenig damit zu tun. Die Figuren mochte ich nicht; überwiegend waren sie mir unsympathisch und das Geschehen zu melodramatisch und überfrachtet. Auch der Schreibstil war mir zu detailliert, so dass ich stellenweise nicht mehr alles gelesen habe. Eigentlich fällt mir nichts Positives ein. Trotzdem gebe ich dem Roman 3 Sterne.
- Shilpi Somaya Gowda
Geheime Tochter (Geschenkbuch)
(173)Aktuelle Rezension von: Petra54Es ist eine Parallelgeschichte über zwei Familien, eine amerikanische und eine indische. Unter jeder Kapitelüberschrift werden Ort und Zeit des Geschehens genannt und um welche Person es geht – so findet sich der Leser wunderbar leicht zurecht.
Ein Inder studiert in Amerika Medizin und will den amerikanischen Traum leben. Dazu heiratet er eine blonde Amerikanerin und adoptiert ein Mädchen aus einem indischen Waisenhaus. Die Gefühlskälte der Amerikaner war für mich schier unerträglich. Nicht einmal das adoptierte Mädchen möchte etwas über seine Herkunft und die indische Familie ihres Vaters wissen. Erst ein Stipendium weckt ihren Ehrgeiz und sie reist nach Bombay, wo sie trotz allem auf sich und ihre persönlichen Bedürfnisse reduziert bleibt.
Geschrieben ist diese Geschichte derart spannend, dass ich hin und wieder Seiten überblätterte. Leider befriedigt mich der Schluss keinesfalls, obwohl er zu all den wirklich gut und lebendig beschriebenen Personen passt. Sympathisch fand ich nur die indische Großmutter und die biologische Mutter des Mädchens.
- Michael Robotham
Die Rivalin
(188)Aktuelle Rezension von: LeseRolliMeine Rezension ist auf die angesprochenen Themen im Buch bezogen. Jede Autorin und jeder Autor, macht sich Gedanken, welche Themen im Buch angesprochen werden. Ich bin der Meinung, dass wir uns viel mehr mit diesen auseinandersetzen sollten.
Richtige Worte zu finden, wenn das eigene Kind vermisst wird, fällt jedem Erwachsenen schwer. Dabei haben die Geschwister oftmals viele Fragen und haben nicht nur mit den eigenen Ängsten zu kämpfen. Sie spüren auch die Verunsicherung und Besorgnis der Eltern.
Es ist hierbei wichtig, trotz eigener Sorge, dass den Kindern auf eine verständliche und einfühlsame Art und Weise, die Situation erklärt wird. Dabei sollte auch erläutert werden, dass es normal ist, sich Sorgen zu machen, wenn ein geliebter Mensch vermisst wird. Es sollte jedem Erwachsenen klar sein, dass es keine Schande ist, sich professionelle Hilfe an die Seite zu holen, schließlich ist jeder, mit solch einer Situation, überfordert.
Auch der Verlust eines Kindes hat schwerwiegende Folgen für das restliche Leben. Ein Kind zu verlieren, ist für viele Eltern das Schlimmste, was geschehen kann. Die Wunden, die solch ein Schicksalsschlag hinterlassen kann, sind traumatisch und liebende Eltern erholen sich womöglich niemals.
Wir alle haben einen Promi oder eine Person in unserem Umfeld, mit denen wir gern tauschen möchten. Dabei kennen wir meist nur die Seite, die uns die Person wirklich zeigen möchte. Niemand weiß, ob es Schattenseiten gibt und, ob uns diese gefallen, können wir nicht einschätzen. Auch, wenn wir der Meinung sind, dass das vermeintlich andere Leben schöner ist, könnten wir uns irren und in eine andere Art schweres Leben schlittern.
Kein Leben ist einfach und alles hat sein Tür und Wider. Wenn wir wieder lernen, dankbarer zu sein, für das, was wir haben und uns nicht mit anderen vergleichen, haben wir ein viel angenehmeres und zufriedeneres Leben. Oftmals ist weniger mehr.
Viele von uns, haben ein Problem damit, älter zu werden. Dabei muss die Frage erlaubt sein, warum dies so ist. Für viele von uns, ist es selbstverständlich, älter zu werden. Leider ist ihnen es nicht bewusst, dass dies nicht immer der Fall ist.
Es gibt viel zu viele Menschen, die gern älter geworden wären, es aber durch ein zu zeitiges Ableben nicht konnten. Uns muss endlich bewusst werden, dass nichts selbstverständlich ist und schon gar nicht, alt zu werden.
- Jodi Picoult
Ein Lied für meine Tochter
(137)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Zoe Baxter ist mit Max verheiratet. Seit vielen Jahren versuchen sie ein Kind zu bekommen. Nur mit Hilfe der künstlichen Befruchtung scheint eine Schwangerschaft möglich, doch auch diese Hoffnung wird ihnen durch eine Totgeburt genommen.
Max, der sich zunehmend als Samenspender fühlt, löst sich aus der Ehe und lässt Zoe in ihrer größten Not im Stich. Er findet Unterschlupf bei seinem Bruder und verfällt wieder dem Alkohol. Erst durch einen Unfall wird ihm klar, dass sein Leben so nicht weitergehen kann, und er wendet sich an die christliche Gemeinde, in der sein Bruder und die Schwägerin schon seit Jahren sind.
Vanessa arbeitet als Schulpsychologin in einer Highschool und erlebt Zoes Todgeburt fast hautnah mit. Sie fühlt sich seit jeher zu Frauen hingezogen und im Laufe der Zeit hat sie sich in Zoe verliebt. Doch Zoe bemerkt erst etwas später, dass sich in Vanessa verliebt hat.
Ihre Liebe wollen sie mit einem Baby krönen und die drei noch verbliebenen eingefrorenen Embryos möchte Zoe Vanessa einpflanzen lassen. Max muss allerdings seine Zustimmung dafür geben. Geschockt von der Eröffnung wendet er sich an den Pastor. Dieser sieht seine Chance auf Ruhm gekommen, denn er kämpft seit Jahren gegen die Homosexualität und hat spezielle Kontakte, die medienwirksam einen Prozess anstreben!
Mein Fazit:
Wow, ziemlich schwere Themen! Für uns Europäer eher nicht so, denn wir sind da schon entspannter.
Aber die radikalen Christen in den USA sehen die Homosexualität teilweise als Krankheit und das ungeborene Leben ist mehr wert als die Frau, die das Kind zur Welt bringen soll. Es ist eine Welt, wo die Frauenrechte immer mehr und mehr beschnitten werden, von den Homosexuellen gar nicht mal zu reden.
In dieser Geschichte erzählen Zoe, Max und Vanessa jeweils aus ihrer Perspektive und sie erklären ihre Motive für das, was dort passiert. Zoe ist die mit Abstand sympathischste Figur, aber auch Max und Vanessa kann ich nachempfinden, was sie fühlen und welche Zweifel sie plagen. Max ist im Grunde genommen nur ein Instrument der Gemeinde, seine Gefühle und seine hehren Absichten zählen nicht. Seine wirkliche Meinung interessiert die Anwälte nicht und vor Gericht wird viel schmutzige Wäsche gewaschen, was ihm nicht wirklich behagt. Er glaubt zwar an Gott und Jesus, aber er glaubt auch an die Menschlichkeit und die Liebe, die er einmal für Zoe empfand.
Die Autorin hat die Ereignisse und die Stimmung in ihrem Land gut miteinander verknüpft. Ihre Figuren sind vielschichtig und mitten aus dem Leben, keine abgehobenen Persönlichkeiten, sondern Personen mit Ecken und Kanten. Ein Buch über diese Themen zu schreiben ist schon mutig angesichts der politischen Entwicklungen in ihrem Land. Dabei erhebt sie keineswegs den moralischen Zeigefinger. Die Wertung über die Ereignisse in ihrer Geschichte steht ausschließlich den Lesern zu.
Ich habe es regelrecht verschlungen und kann es jedem nur empfehlen, der sich intensiver mit den Themen Homosexualität und radikale Christen beschäftigt. Für mich ist es ein fünf Sterne-Buch, das nachhaltig im Kopf bleibt.
- Clare Swatman
Before you go - Jeder letzte Tag mit dir
(160)Aktuelle Rezension von: SveniFS„Before you go – Jeder letzte Tag mit dir“ von Clare Swatman ist ein schöner, leicht dramatischer Roman, der sich angenehm lesen lässt.
Die Idee hinter der Geschichte fand ich besonders interessant und einmal etwas anderes. Sie wurde zudem wirklich süß und gefühlvoll umgesetzt, ohne dabei zu schwer oder belastend zu wirken. Der Schreibstil ist dabei sehr flüssig und macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen.
Für mich war es genau das richtige Buch für zwischendurch – emotional genug, um mitzunehmen, aber gleichzeitig leicht genug, um es entspannt genießen zu können.
Ein rundum gelungener Roman für alle, die gefühlvolle Geschichten mit einer besonderen Idee mögen!
- Anneke Mohn
Apfelrosenzeit
(70)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerinIsa ist bei einem Autounfall verstorben und vererbt ihren vier Freundinnen, mit denen sie zu Studienzeiten vor 15 Jahren gemeinsam als WG in dem Haus in Kiel gewohnt haben, das Anwesen.
Die vier Frauen, die sich auseinandergelebt haben, treffen sich an den Wochenenden, um das Haus zu entrümpeln. Jede der vier hat mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen.
Sanne ist früh Mutter geworden und musste deshalb ihr Studium abbrechen. Sie ist mit Robert verheiratet, der in seinem Beruf aufgeht und selten zu Hause ist und da ihre Kinder langsam flügge werden, langweilt sich Hausfrau Sanne und bereut es, nie einen Beruf erlernt zu haben. Vor Kurzem ist die Familie aufs Land gezogen, wo Sanne den Reitlehrer ihrer Tochter kennengelernt hat und sich zu ihm angezogen fühlt.
Auch Kirsten ist nur scheinbar glücklich mit ihrem Ehemann Bernd verheiratet. Das Paar ist ungewollt kinderlos, was vor allem Kirsten belastet, da keine körperlichen Ursachen feststellbar sind. Zudem reibt sie sich in ihrem Beruf als Lehrerin auf, da sie derzeit auch noch den Direktor vertritt.
Fritzi ist frisch geschieden von ihrem Ehemann, der sie betrogen hat. Sie fühlt sich befreit, da die beiden scheinbar nie zusammengepasst haben. Beide kümmern sich gemeinsam um die fünfjährige Tochter Anna.
Mona hält nichts von der Ehe, war nie verheiratet und hatte bislang immer wechselnde Beziehungen. Derzeit ist sie mit Peter zusammen, der verheiratet ist, und von dem sie ungewollt schwanger wird.
Als sich die vier unterschiedlichen Frauen wieder regelmäßig treffen, werden die Geheimnisse der einzelnen, die sich nicht verbergen lassen, nach und nach aufgedeckt. Insbesondere eines belastet die Freundschaft der vier, die dadurch auseinanderzubrechen droht.
Die vier Protagonistinnen befinden sich in einer Phase des Umbruchs oder sehen sich mit Lebenskrisen konfrontiert. Es sind Frauen Anfang 40, die mit lebensnahen Problemen in Beruf und Beziehung zu kämpfen haben und im Verlauf des Romans und mit Hilfe der drei anderen, das nötige Selbstbewusstsein und den Mut entwickeln, diese zu bewältigen.
Da es sich um vier bzw. fünf Frauen handelt, bleiben die Probleme aufgrund des geringen Umfangs des Romans allerdings an der Oberfläche und werden am Ende zu einfach gelöst, um ein Happy End herbeizuführen.
Anneke Mohn legt den Schwerpunkt je Kapitel auf eine der Frauen, wobei vor allem Sanne im Mittelpunkt der Handlung steht. Ein tieferer Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistinnen wird durch den Perspektivenwechsel allerdings nicht geschaffen. Die vier Frauen und ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten wirkten nicht sehr substantiell.
Es ist ein Roman über Freundschaft und Frauen in der Midlife Crisis, der sich über ein Jahr erstreckt und flüssig zu lesen ist, aber an der Oberfläche bleibt. Insbesondere das Schicksal von Isa und ihren fraglichen Unfalltod, der die übrigen Freundinnen wieder zusammenführt, blieb leider sehr vage, die Problemlösungsstrategien zu simpel.























