Bücher mit dem Tag "klug"
28 Bücher
- Anna Todd
After passion
(4.898)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteDer erste Band rund um Tessa Young und Hardin Scott ist ein Roman, der polarisiert – und genau darin liegt seine Stärke wie auch seine Schwäche. Die Geschichte beginnt vielversprechend: Tessa, ehrgeizig, kontrolliert und von ihrer Mutter streng geführt, startet voller Erwartungen in ihr neues Universitätsleben. Ihr geordnetes Weltbild gerät jedoch sofort ins Wanken, als sie auf Hardin trifft – tätowiert, launisch, abweisend und dennoch unwiderstehlich.
Die Dynamik zwischen den beiden ist das Herzstück des Romans: ein ständiges Hin und Her aus Anziehung, Streit, Leidenschaft und Verletzung. Dieses toxische Muster ist bewusst ins Zentrum gestellt und wird nicht beschönigt. Genau das macht die Geschichte so mitreißend – und gleichzeitig so anstrengend. Man schwankt als Leser zwischen Faszination und dem Drang, beide Figuren kräftig zu schütteln.
Besonders gelungen ist die Entwicklung, die Tessa durchläuft. Trotz aller Naivität, die sie an manchen Stellen schwer erträglich macht, bleibt sie als Figur greifbar. Hardins Hintergrundgeschichte verleiht ihm Tiefe, auch wenn sein Verhalten oft schwer zu entschuldigen ist. Das Umfeld – Freunde, Familie, Universitätsleben – wirkt lebendig und gut durchdacht.
Allerdings verliert der Roman gegen Ende deutlich an Schwung. Situationen wiederholen sich, Konflikte drehen sich im Kreis, und man hat das Gefühl, dieselben Szenen mehrfach zu lesen. Die 700 Seiten hätten gut und gerne etwas gestrafft werden dürfen. Dennoch bleibt der Sog bestehen: Man will wissen, wie es weitergeht, selbst wenn man sich über die Figuren ärgert.
Fazit: Der Roman ist keine literarische Offenbarung, aber eine fesselnde, emotional aufgeladene Geschichte, die einen trotz aller Schwächen nicht loslässt. Wer leichte, dramatische New‑Adult‑Lektüre sucht und sich nicht zu schnell von unreifen Charakteren aus der Ruhe bringen lässt, wird hier gut unterhalten. Der Hype ist vielleicht nicht ganz nachvollziehbar – aber neugierig auf den zweiten Band macht der Auftakt allemal.
- Karin Kuschik
50 Sätze, die das Leben leichter machen
(67)Aktuelle Rezension von: Inis83Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Gefühlt habe ich auf jeder Seite etwas markiert.
Einige Wörter habe ich teils auch schon in Dialogen anders formuliert, und es hat geklappt.
Ich hoffe, dass ich auch wirklich dran bleibe und mich an viele Tipps und Anwendungen erinnern werde.
Die Karten dazu werde ich mir noch besorgen.
Sehr zu empfehlen.
- Juli Zeh
Leere Herzen
(341)Aktuelle Rezension von: ArtVandaleyDas Buch ist eine Dystopie, die nur wenige Jahre in der Zukunft spielt. Deutschland wird von einer Partei besorgter Bürger regiert, die in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt hat. Ähnlichkeiten mit der Realität sind offensichtlich und fast alles, was passiert, ist in wenigen Jahren vorstellbar. Juli Zeh schreibt packend und mitreißend und ich habe das Buch fast "weggeatmet". Am Ende habe ich mich aber gefragt, was ich da eigentlich so schnell gelesen habe und bin ein wenig enttäuscht, weil ich mir mehr Schilderungen der Gesellschaft der nahen Zukunft gewünscht hätte. Stattdessen steht das makabere Geschäftsmodell der Firma "Die Brücke" der beiden Hauptfiguren für meinen Geschmack viel zu sehr im Mittelpunkt.
- Guillaume Musso
Das Mädchen aus Brooklyn
(281)Aktuelle Rezension von: martina400„Jeder Mensch hat drei Leben: ein öffentliches, ein privates und ein geheimes.“ S. 370
Inhalt:
Jakob ist beharrlich in allem was er tut. Ganz praktisch zeigt Leo Bigger auf, welche Eigenschaften man sich von Jakob für sein eigenes Leben abschauen kann und was der Segen Gottes bedeutet.
Cover:
Das Cover ist neutral und eher unauffällig.
Meine persönliche Meinung:
In diesem Roman glaubt man fast in einem Thriller zu stecken. Die Geschichte ist sehr spannend und durch die kurzen Kapitel kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Anfangs ist schnell klar, warum sich Anna verantwortlich fühlt für den Tod der anderen Mädchen. Das kann man gut erwähnen. Trotzdem weiß man bis zum Schluss nicht ganz genau wie sich was zugetragen hat und immer wieder kommen neue Details ans Licht. Es ist alles schlüssig, wenngleich man auch gedanklich gut am Ball bleiben muss. Immer mehr Personen kommen dazu und die Hintergrundgeschichte gewinnt immer mehr an Gewicht. Das wird dann zum Teil ein bisschen verwirrend wie alles mit der Hauptgeschichte zusammenhängt. Trotzdem ist es dem Autor gelungen, Überraschungen einzubauen und Erklärungen und Handlungen logisch erscheinen zu lassen. Bei Musso weiß man nie genau was einem erwartet, aber dieses Buch gefiel mir wieder einmal sehr gut.
Fazit:
Ein reißender und spannender Roman, den man kaum aus der Hand legen kann. - Alex Gino
Melissa
(198)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisGeorge ist ein feinsinniger Zehnjähriger, der die weibliche Hauptrolle im Theaterstück beim Schulfest spielen möchte. George möchte sich aber auch die Haare wachsen lassen, liebt die Farbe rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften. Und eigentlich möchte George Melissa genannt werden und als Mädchen wahrgenommen werden. Doch alle Welt sieht nur den Jungen, als der sie geboren worden ist.
Alex Gino hat mit diesem Buch, das bereits unter dem Titel „George“ veröffentlicht worden ist, sehr feinfühlig und empathisch die Gedanken von George/Melissa, warum sie so ist, wie sie ist, dargestellt.
Schon von Anfang an habe ich George nicht als Jungen gesehen, denn zum einen erzählt der Autor die Geschichte in der dritten Person und verwendet stets das weibliche Pronomen und zum anderen ist George siehe George Sand auch als Frauenname bekannt.
George/Melissas Gedanken, ihre Ängste und Nöte werden einprägsam dargestellt. Allerdings halte ich ihre Empfunden und die Ausdrucksweise für eine Zehnjährige ein wenig zu erwachsen.
Geschickt sind die Reaktionen der Mutter und des älteren Bruders dargestellt. Während der Bruder Melissas „Geständnis“ eher neutral sieht, ist die Mutter zunächst verunsichert und reagiert ziemlich schroff. Doch Melissa lässt sich nicht beirren. Zusätzlich findet sie Verständnis bei der Direktorin ihrer Schule.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser einfühlsam erzählten Geschichte eines Mädchens, das als biologischer Junge geboren worden ist, 5 Sterne.
- Nacho Figueras
Die Wellington-Saga - Versuchung
(317)Aktuelle Rezension von: Thalia00Eine entspannte Liebesgeschichte, bei der das Drama nicht zu kurz kommt.
Mir waren die Hauptcharaktere sehr ans Herz gewachsen. Bei den Nebencharakteren konnte ich manche Situationen nicht nachvollziehen.
Auch einige sehr unangenehme Charaktere waren dabei, aber das war wichtig für die Geschichte.
Ich finde zum Schluss ist alles sehr schnell gegangen und wurde etwas übereilt.
Aber alles in allem eine schöne Geschichte mit etwas 🔥🤭
- Kayvion Lewis
Thieves’ Gambit
(254)Aktuelle Rezension von: LucieEin tödlicher Wettbewerb unter den besten Nachwuchsdieben der Welt. Jede Runde des Spiels bringt neue Herausforderungen, überraschende Wendungen und strategische Raffinesse mit sich.
Umd dazwischen Ross, intelligent, mutig und moralisch nicht immer eindeutig. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Loyalität zur Familie und dem Wunsch nach einem eigenen Leben verleiht der Geschichte emotionale Tiefe. Man fiebert mit ihr, zweifelt mit ihr und leidet mit ihr – was das Buch weit über reine Action hinaushebt.
Och fand das buch wirklich gut und muss nun gleich zu Teil zwei übergehen!
- Christine Feehan
Wilde Magie
(106)Aktuelle Rezension von: TatjanaVBKlappentext
Auf der Flucht vor einem Feind aus der Vergangenheit versteckt sich die schöne Rachael in der undurchdringlichen Wildnis des Dschungels von Borneo. Doch auch hier lauert so manche Gefahr auf die junge Frau: Schwer verletzt überlebt sie den Angriff eines Leoparden. Der Eingeborene Rio Santana pflegt sie hingebungsvoll gesund und schon bald erwacht ein unstillbares Verlangen zwischen ihnen. Noch ahnt Rachael nicht, dass Rio ein dunkles Geheimnis hütet – ein Geheimnis, das auch ihr eigenes Leben für immer verändern wird ...
Inhalt
Teil 1 (ca. 150 Seiten):
Hier geht es und Maggie Odessa und Brandt Talbot. Außerdem wird man eingeführt in die Welt der Leopardenmenschen.
Teil 2:
Hier kommen wir zum hauptsächlichen Handlungsstrang. Es wird von Rachels Flucht in den Regenwald erzählt und wie sie dabei ihren wahren Gefährten trifft, der sie zunächst für eine Mörderin hält. Doch draußen lauern nicht nur Gefahren und Geheimnisse, sondern auch die Killer, die hinter ihr her sind.
Fazit:
Mit detaillierte und farbenfrohe Beschreibung, schafft die Autorin es uns mit in den Regenwald zu führen. Das war es aber schon, was mir positiv gefallen hat an diesen Roman. Dieses Buch zieht sich, gefüllt werden die Durststrecken mit Erotik und Wiederholungen. Den ersten Teil des Romans (s.o.) hätte man auch getrost weglassen können, da die beiden Protagonisten in der Hauptstory gar nicht mehr auftauchen. Der zweite Teil „Fieber“ ist etwas besser und es kommt hin und wieder vor, dass etwas Spannung aufgebaut wird, die jedoch schnell durch unpassende Erotikszenen und Wiederholungen kaputtgemacht wird. Meine Meinung hätte die ganze Geschichte auch getrost in 400 Seiten erzählt werden könnten statt mit ca. 600 Seiten. Da ich auf der Suche nach eine gute Gestaltwandler-Reihe war, gibt es von mir keine Leseempfehlung.
- Marie Meyrose
Oriksons Organisation
(40)Aktuelle Rezension von: WoerterwolkenDieses Fantasyabenteuer war für mich sehr erfrischend. Etwas anderes, lebendiges, aufgewecktes und nicht selten bin ich da gesessen und habe mir gedacht: Wie kommt mensch auf sowas?
Genial. Die Charaktere sind empathisch, klug und mutig, das erschaffene Universum groß und vielseitig.
Auch die Kreaturen (Feuerköpfe 🥰) haben tolle Wesenszüge und hinter jeder Tür tauchen weitere Geheimnisse, aber auch Lösungen auf.
Das Schriftbild ist lebendig, abwechslungsreich und liest sich sehr gut. Also ist das Buch auch für das junge Publikum nur zu empfehlen.
- Klaus Cäsar Zehrer
Das Genie
(92)Aktuelle Rezension von: eight_butterfliesKlaus Cäsar Zehrers Roman „Das Genie“ ist weit mehr als die literarische Wiederentdeckung eines vergessenen Wunderkinds. Er ist zugleich ein Gesellschaftspanorama, eine psychologische Fallstudie und eine zutiefst menschliche Tragödie.
Ausgangspunkt ist Boris Sidis, ein mittelloser, aber unbeirrbarer Einwanderer aus der Ukraine, der Ende des 19. Jahrhunderts in New York ankommt. Getrieben von Wissensdurst und der Überzeugung, Bildung sei der einzige unantastbare Besitz, arbeitet er sich vom Tagelöhner zum angesehenen Psychologen hoch. Mit eiserner Konsequenz entwickelt er eine eigene Erziehungsmethode - die „Sidis-Methode“ - und testet sie an seinem Sohn William James. Ziele sind Perfektion, geistige Höchstleistung, ein Leben jenseits der „Marionettenexistenz“ der Normalbürger.
William erfüllt alle Erwartungen. Er liest mit zwei Jahren die „New York Times“, hält mit zehn einen Harvard-Vortrag über die vierte Dimension und gilt bald als einer der intelligentesten Menschen der Geschichte. Doch Zehrer zeigt, wie brüchig der Glanz des Genies ist. Williams enorme Begabung geht einher mit sozialer Isolation, Unverständnis und einer wachsenden Abkehr von der Gesellschaft. Was als Triumph der Erziehungsmethode beginnt, endet in Rückzug, Widerstand und dem entschlossenen Verzicht, seine Fähigkeiten der Welt zur Verfügung zu stellen.
Besonders beeindruckend ist, wie Zehrer historische Fakten und erzählerische Lebendigkeit verbindet. Die Leser wandern durch die schmutzigen Straßen New Yorks, hören die hitzigen Debatten in Harvard, spüren die politische Spannung der Zeit zwischen Einwanderungswellen, Weltkriegen und wirtschaftlichen Krisen. Dabei schafft der Autor Figuren, die trotz oder gerade wegen ihrer Eigenheiten im Gedächtnis bleiben.
Mit feinem Gespür für Ironie und tragische Fallhöhe erzählt Zehrer nicht nur die Biografie eines außergewöhnlichen Menschen, sondern stellt die großen Fragen nach Freiheit, Anpassung und dem Preis von Konsequenz. „Das Genie“ ist ein kluges, fesselndes und manchmal schmerzhaft ehrliches Buch, das ebenso unterhält wie es zum Nachdenken zwingt.
- Kyra Groh
Mein Leben als lexikalische Lücke
(47)Aktuelle Rezension von: MirarimHANDLUNG
Benni und Jule sind zwei Jugendliche, die sich verloren in ihrer Welt vorkommen. Sie fühlen sich wie eine lexikalische Lücke: Eine Lücke im Lexikon, weil es im Wortschatz dafür keinen Begriff gibt.
Sie hadern nicht nur mit dem Weltbild der eigenen Eltern, sondern auch mit ihren eigenen Überzeugungen, mit den Meinungen ihrer Mitmenschen und auch den Gefühlen, die die erste Liebe mit sich bringt. Auf ihre ganz eigene Art versuchen beide daraus auszubrechen und ihre innere Zerrissenheit bezüglich Rechtspopulismus im eigenen Umfeld, den Generationenkonflikten und den eigenen Überzeugungen zu beseitigen.
MEINUNG
Gut zu lesen mit wichtigen Themen, die vor allem in den letzten Jahren und auch die Jugend umtreiben. Das waren die Umwelt, das Erwachsenwerden, die erste Liebe.
Mir hat die Umsetzung sehr gut gefallen. Es ist ein Buch, das ich als Jugendliche gerne gelesen hätte. Jetzt war ich zwar definitiv nicht mehr die Zielgruppe, weshalb mich manches nicht so gefangen hat. Aber die Umsetzung der Themen haben mir sehr gefallen.
Das ist zum einen das Thema des Erwachsenwerdens, bei dem Jule lernt, dass sie zu manchen Themen ganz andere Meinungen als ihre Eltern und ihr Bruder hat. Sie lernt für sich und ihre Meinung und ihre Überzeugungen einzustehen, selbstbewusster zu werden und sich auch eine eigene Meinung zu bilden hinter der sie steht.
Benni hat Entscheidungen getroffen, um den Konflikt mit seiner Mutter klein zu halten, sich dabei aber hinten angestellt. Er lernt für seine Bedürfnisse einzustehen und ebenfalls erwachsen zu werden.
Mir hat sehr gefallen, wie beide in ihrem eigenen Tempo erwachsen werden, wie sie dabei realistische Teenager bleiben und kein überzogenes Selbstbewusstsein haben. Wie manche Dinge sie völlig aus der Bahn werfen und sie beschäftigen. Wie sie die erste Liebe erleben auf eine Art, die mir auch sehr realistisch erschienen ist.
Ich mochte das Buch und insbesondere seine Nähe zur Realität und Normalität sehr. Die verschiedenen Leben, die aufgezeigt wurden und das von zwei Charakteren, die nicht unglaublich stark und außergewöhnlich sind, sondern mitten aus der Gesellschaft.
- Kim Wright
Die Canterbury Schwestern
(110)Aktuelle Rezension von: MirarimHANDLUNG
Che kann es nicht fassen: Sie ist mit acht anderen Frauen auf dem Weg von London nach Canterbury. In einem Brief hat ihre exzentrische, willensstarke Mutter ihrer Tochter aufgetragen, dorthin zu pilgern und ihre Asche zu verstreuen. Außerdem hat sich gerade auch noch ihr Freund von ihr getrennt. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen kann, ist ein als Pilgerreise getarnter Selbstfindungstrip. In alter Pilgertradition soll jede der Frauen auf dem Weg eine Geschichte über die Liebe erzählen. Che ist skeptisch, als die Wanderinnen damit beginnen. Doch die unterschiedlichen Geschichten der Frauen berühren sie tief. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Che das Gefühl, ihren Weg zu kennen.
MEINUNG
Da ich Fan von Wanderungen bin und auch das Pilgern an sich ein sehr interessantes Thema finde, hat mich das Buch angesprochen. Ich mochte auch, dass 9 Frauen gemeinsam unterwegs waren, die sich nicht kennen, aber kennenlernen. 9 unterschiedliche Frauen, die alle ihre Geschichten in sich tragen.
Mit der Umsetzung selber hatte ich aber trotzdem manchmal so meine Probleme. In diesem Buch gab es Phasen, da hat es mich richtig mitgerissen und die Seiten flogen nur so. Aber dann kamen wieder die Phasen, in denen das Buch wochenlang wieder nur Teil meines CR-Stapels war...
Zum einen hatte ich vielleicht ein Problem damit mich mit Che zu identifizieren. Ich habe nicht sehr mit ihr sympathisiert - ich hatte aber im Buch auch das Gefühl, dass sie das selbst auch nicht hat. Noch dazu war sie in einem Alter (irgendwas zwischen Ende 40 und Anfang 50), zu dem ich je nach Schreibstil und Geschichte nicht immer den Zugang finde - so auch hier.
Der Aufbau in dem Buch war eigentlich auch gut gedacht. Zum einen wurde die Pilgerreise nach Canterbury beschrieben, gestreut mit vielen Gedankengängen von Che. Nacheinander wurden dann die Geschichten all der Frauen erzählt. Manche interessanter, manche weniger interessant. Durch beides - die Reise und die Geschichten - wurden immer mal wieder auch historische Fakten eingebaut, die sich gut integriert haben.
Mit den Geschichten wurden auch verschiedene gesellschaftliche Themen angesprochen, Probleme, die die jeweilige Person durchlebt hat. Mir sind nach dem Buch definitiv auch noch Geschichten in Erinnerung. Mit der Botschaft / Sichtweise / Interpretation so mancher Geschichte hatte ich aber auch meine Probleme.
Für das, was das Buch für mich versprochen hat, sind meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt worden. Ich glaube mir ist zum Teil zu wenig passiert und zum Teil fand ich die Dinge, die erzählt wurden nicht so relevant.
Es ist wahrscheinlich ein Buch, das ganz gut verschiedene Lebensgeschichten aufgreift. Das dazu aufruft zu akzeptieren und zu leben.
Das Ende war für mich dann auch etwas ernüchternd und ich war etwas enttäuscht. Trotzdem ist es aber auch kein schlechtes Buch. Vielleicht kann aber eine Frau, die eher um die 50 Jahre alt ist mit dem Buch mehr anfangen als ich 😊
2,5⭐️
- Peter V. Brett
The Daylight War
(8)Aktuelle Rezension von: MelLilaWie auch schon Band 1 und 2 sehr gute Fantasy, spannend bis zur letzten Seite. Das Buch wird einem trotz der hohen Seitenzahl von 800 nicht langweilig oder langatmig. Toll finde ich auch, wie die eigenen m einzelnen Charaktere sich weiter entwickeln und wie die Lebenswege sich wieder miteinander verknüpfen.
Das Ende macht Lust auf den nächsten Band.
- Shannon McKenna
Die Nacht hat viele Augen
(147)Aktuelle Rezension von: DianaEShannon Mc Kenna – Mc Cloud Brothers, 1, Die Nacht hat viele Augen
Seth Mackey hat nur ein Ziel: er will Victor Lazar vernichten! Und dabei ist ihm jedes Mittel recht. Er observiert die neue Geliebte von Victor, und schon bald muss er feststellen, dass Raine ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Doch verwunderlich ist, das Victor sich noch nicht einmal in der verwanzten Wohnung seiner Geliebten hat blicken lassen. Verblendet von seinem Hass schafft Seth es, sich in Victors Firma einzuschleichen und als ihm Raine als “Belohnung” angeboten wird, greift er zu...
Doch Raine ist selbst in geheimer Mission unterwegs, denn Victor ist ihr Onkel und der hat vor vielen Jahren etwas mit dem Tod ihres Vaters zu tun gehabt. Raine sucht Antworten und sie kann nicht eher ruhen, bis sie die merkwürdigen Träume entschlüsselt hat...
Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll, welches schon eine ganze Weile in meinem Regal steht. Einige negative Rezensionen haben dazu geführt, dass ich es so lange vor mich hingeschoben habe. Letztendlich habe ich das Buch aufgrund einer Challenge in die Hand genommen.
Der Schreibstil ist locker und flüssig, es lässt sich leicht lesen und man fliegt nur so durch die Story. Die Handlung ist jetzt nicht sonderlich komplex, aber hat mich trotz der Vorhersehbarkeit überwiegend gut unterhalten.
Handlungsorte und Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn es bei vielen Figuren noch Luft nach oben gibt. Das hier noch eine besondere Gabe eingebaut wurde, macht die Geschichte zwar nicht wirklich spannender, und eigentlich hätte es das auch nicht gebraucht, aber es fällt zumindest nicht negativ auf.
Was mir nicht so gut gefällt ist, dass die Story sehr vorhersehbar ist, wenig Raum für Spekulationen bleibt und das die Erotik hier deutlichst im Vordergrund steht, was den Rest der Geschichte eher blass wirken lässt.
Sehr schade, denn daraus hätte man sicher mehr machen können.
Was mich hier aber wirklich massiv stört ist, das Seth überhaupt wenig Rücksicht auf Raine nimmt. Er “überredet” sie sehr häufig, obwohl sie gar keine Lust auf ihn hat, ignoriert ihre Wünsche und das “Liebesspiel” wirkt dermaßen übertrieben und auch teilweise grob und brutal (was ihr natürlich nach der ersten Weigerung dann doch gefällt), das es mir zu viel wurde und ich diese Stellen größtenteils überlesen habe.
Bitte nicht falsch verstehen, da ich auch den zweiten Band bereits im Regal stehen habe, werde ich die Fortsetzung lesen und darauf hoffen, dass es einfach nur das “Ding” zwischen Raine und Seth ist. Jeder so wie er mag, für mich war es einfach zu übertrieben.
Seth ist gar nicht mal so unsympathisch, wenn er uns einen Blick hinter seine Fassade erlaubt, allerdings erleben wir ihn zu größten Teilen einfach nur wütend, arrogant, gewalttätig und dominant in diesem Buch. Die wenigen Augenblicke wo wir etwas vom “wahren Seth” erfahren sind leider rar gesät und sicherlich hätte das Buch eine ganz andere Wirkung auf mich gehabt, wenn die Autorin hier ein wenig mehr darauf eingegangen wäre. So wirkt er einfach nur rabiat und zu aufdringlich, besitzergreifend, dominant und erdrückend.
Raine, die bisher kaum Erfahrung mit Männer hat und zig mal Seth darum bittet es langsamer angehen zu lassen war mir nicht sehr authentisch, sympathisch ja, aber irgendwie total realitätsfern. Schon im ersten Drittel des Buches war mir klar worauf das Ende hinaus läuft, und auch wenn der Lesefluss nicht nennenswert gestört wird, gab es in dieser Hinsicht überhaupt keine Überraschungen. Die naive Raine entwickelt sich zu einer Kämpferin, Sexgöttin und zum Schluss entdeckt sie Gefühle für eine Person, die sie jahrelang gehasst hat.
Tja, schade, hier hätte man sicherlich aus der Story sehr viel mehr machen können, wenn man den Fokus ein bisschen anders gelegt hätte, aber es ist wie es ist. Es ist kein schlechtes Buch, wer es erotisch und dominant mit verschiedenen Spielarten mag, und wenig Hintergrundstory brauch, der ist mit diesem Buch sicher nicht schlecht beraten, aber ich hoffe, dass Band 2 ein wenig mehr zu bieten hat.
Das Cover passt zur Story und ist ein netter Blickfang.
Fazit: Wenig Crime, dafür viel Erotik. Konnte mich nicht ganz überzeugen. 2,75 Sterne.
- Dr. Ha Vinh Tho
Der Glücksstandard
(3)Aktuelle Rezension von: Eric_MaesDer Weltbürger Dr. Ha Vinh Tho legt hier ein ganzheitliches Buch zum Glücksstandard vor, der auf östlichen und westlichen Denkweisen und Praktiken beruht. Daher ist es mehr als ein Einblick in die Welt von Bhutan, welches dieses Konzept tief verankert hat.
Das Buch eignet sich sowohl für den persönlichen Alltag als auch für unternehmerische sowie politische Diskurse sehr gut und fördert die Achtsamkeit im Umgang mit uns, unserem sozialen Umfeld und der Natur!
Im Buch findet der Leser einen Mix zwischen vielen praktischen Übungen, Sachanalysen und eigenen Erlebnissen des Autors. Dadurch ist es sehr authentisch geschrieben und begründet die Mischung von vielen Denkansätzen.
Es ist eine Sammlung der Erfahrungen und Erlebnisse von Dr. Ha Vinh Tho, welche er u.a. in der Schweiz, Bhutan und Vietnam sammeln konnte. Daraus hat er das Konzept des Bruttonationalglücks in Bhutan mitentwickelt. Dieses Konzept ist ein ganzheitlicher Ansatz mit Kopf, Herz und Hand für Bildung, Wirtschaft und Politik. Es steht gegen eine rein materialistische Sichtweise. Es befördert den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ein sinnvolles und glückliches Leben. Es ist ein überzeugendes Beispiel, für eine neue Perspektive mit tief verwurzelten menschlichen Wertvorstellungen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen. Es ist die Formulierung einer zeitgemäßen säkularen Ethik durch Kreativität und Fantasie zu einem inneren Kompass.
Der Autor beschreibt intensiv die neun Domänen des BNG: Psychisches Wohlbefinden, Gesundheit, Gebrauch der Zeit, Bildung, Kulturelle Vielfalt und Identität, Lebendige Gemeinschaft, Qualität der Führungsstrukturen, Ökologische Vielfalt und ihre Bewahrung sowie den Lebensstandard. Dabei zeigt er konkrete Umsetzungsmöglichkeiten sowohl in der Schule als auch in Unternehmen auf.
Den Weltbürger Vinh Tho erkennt man an dem Mix von Ideengebern wie Johann Heinrich Pestalozzi, Thich Nhat Hanh, Rudolf Steiner sowie Buddha u.a.
Ein inspirierendes Buch, welches mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte und mit seiner Idee noch viele folgende Autoren anregen darf, damit die Idee vom Glücksstandard sich praktisch verbreiten kann!
Für mich vor allem erhellend und anregend, wie wir dem Glücklichseins rational mehr Ernsthaftigkeit und Freude entgegenbringen sollten!
Empfehlenswert für Jeden und besonders für politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger!
- Judith Henderson
Kommt ein Alligator in die Stadt
(2)Aktuelle Rezension von: kleine_buecherwuermchenDer Junge traf im Wald auf einen Alligator. Mit der Zeit wurden sie Freunde und beschlossen eines Tages, gemeinsam in die Stadt zu gehen. Die BewohnerInnen hatten große Angst und somit verbot der Bürgermeister Alligatoren in der Stadt. Der Junge setzte sich für den Alligator ein und hatte die Idee, dass die Menschen ihm ihre Essensreste geben könnten. So könnte sich der Alligator nützlich machen und es würde weniger Müll geben. Der Bürgermeister wollte davon jedoch nichts hören, doch die StädterInnen begannen heimlich den Alligator zu füttern und waren glücklich mit der Lösung. Durch die üppigen Mahlzeiten wurde das Tier jedoch so groß, dass sie es nicht mehr so gut vor dem Bürgermeister verstecken konnten.
Zu welcher ausgefallenen Lösung sie kommen und wie die Geschichte ausgeht, dürft ihr selber nachlesen. 😉
Meine Erfahrung/Meinung:
🙂
Ich mag die Geschichte, in dem ein vermeintlich böses Tier zuerst Angst auslöst, ausgestoßen wird und dann mit der Zeit doch ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft wird.
Die diversen und auch ein wenig inklusiven Illustrationen sprechen mich an. Leider wurde bei der Sprache nicht so sehr darauf geachtet und immer nur „die Städter“ verwendet.
Alles in allem ein tolles Buch über Freundschaft, Zusammenhalt und Integration. - David Höner
Kochen ist Politik
(1)Aktuelle Rezension von: WedmaEin bemerkenswertes, informatives, aufschlussreiches Buch, das ich sehr gern gelesen habe. Viele klare Worte zu Problemen in den Krisengebieten. Ein eigenartiges Werk, im positiven Sinne. Das sind die Helden unserer Zeit. Sie gehen los und tun für den Frieden, was sie können. Und das ist nicht gerade wenig, was uns allen zeigt, dass jeder für den Frieden beitragen kann.
Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Kochen ohne Grenzen - statt Kitchen Battle setzt David Höner mit seiner Hilfsorganisation "Cuisine sans frontières" auf gelebte Küchendiplomatie und entwickelt dabei weltweit Rezepte für den Frieden, von Tschernobyl bis zum Kongo. Seit vielen Jahren reist der Koch und Autor David Höner durch die Krisenregionen der Welt, um Menschen beim Kochen und Essen zusammenzubringen. So wurde er mit seiner Hilfsorganisation "Cuisine sans frontières" zu einem kulinarischen Grenzgänger, der Verbindungen schafft…“
Vor 15 Jahren war David Höner, nach eigenen Angaben, Chefkoch ohne Anstellung. Die Chance, eine Stelle zu finden, war entspr. gering. Mir paar Freunden gründete er den Verein. „Die Cuisine sans frontières-Idee beruht auf einer einfachen Überlegung: In Krisensituationen ist eine Gemeinschaft darauf angewiesen, miteinander zu kommunizieren und Lösungen zu erarbeiten, die der jeweiligen Situation gerecht werden. Dazu muss ein Ort geschaffen werden, an dem solche Gespräche ohne Zeitdruck stattfinden können. … In Krisengebieten gibt es die Gastgeberrolle nicht – es gibt keine Orte mehr, an denen Tischgespräche stattfinden. Da sieht die Cuisine ihre Aufgabe: als Gastgeber zu Tisch zu bieten, um Konflikte zu lösen und Gemeinschaft zu fördern.“ S. 23-24.
In diesem Buch liest man vielerlei: In welchen Ländern die Cuisine tätig war: Kolumbien, Brasilien, Kongo, Ecuador, Peru, Tschernobyl, um einige zu nennen, was sie in Krisengebieten gesehen, erlebt haben und was sie dort im Sinne des Kochens ohne Grenzen bewegen konnten. Eine beeindruckende Fülle an Bildern stürzt auf den Leser: Da sind erschreckende Zeugnisse der Armut der einheimischen Bevölkerung, die ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Da sind die Guerillas, die ihre Einflusszonen kontrollieren und bei der Planung mitberücksichtigt werden müssen. Da sind die treuen Monsanto Handlanger, die nicht dulden, dass der Einsatz der genmanipulierten Pflanzen kritisiert wird und prompt Probleme machen usw. Da ist auch eine höllenheiße Küche, in der sogar der Boden dampft, usw.
Paar treffende systemkritische Worte findet man hier und dort. Oft musste ich auch an das Buch von Jean Feyder „Leistet Widerstand!“ denken, auch ein sehr lesenswertes Werk. David Höner leistete den Widerstand mit seinem Verein. Er erzählt u.a. auch, welche Schwierigkeiten es zu bewältigen gab: Von der Beschaffung des Personals, von der Beschaffung der Finanzmittel zwecks der Durchführung der Projekte im jeweiligen Land uvm. Es gibt auch spannende Einsichten in das Leben in den Ländern, u.a. in Kenia. Da der Verein dort Calabash aufbaute, mussten sie sich mit so einigen polit. Interna und Mentalitätsbesonderheiten auseinandersetzen. Auch über die Arbeit anderer Hilfs- und Entwicklungsorganisationen hört man so einiges, was diese nicht unbedingt in einem Sonnenschein erstrahlen lässt, denn an erster Stelle stehen die finanziellen Interessen der Reichen. „‘Frieden durch Wohlstand‘ lautet das Credo der kapitalistischen Entwicklungspolitik. Nur, wessen Wohlstand und wessen Frieden?“ S. 266 ff.
Im letzten Drittel wurde das Buch richtig toll. Höner hat einen sehr realistischen Blick auf das Tun seines Vereins und sein eigenes. Er teilt auch seine Gedanken zum Zustand der Welt, so wie er sie erlebt hat. Er zeigt z.B., wie die Mechanismen der Verarmung der Bevölkerung funktionieren, s. Kap. 19. Er plädiert auch für den Erhalt der ursprünglichen Formen der Gemeinschaft der Urvölker, was ihr Überleben wahrscheinlicher macht. Seine Resümees, die über das Buch verstreut sind, sind so klug, ja weise. „Wenn wir aufhören den paar Wenigen zuzuhören, die mir ihrer furchterregenden Propaganda glauben, über unser aller Schicksal entscheiden zu dürfen, wird alles gut. Naiv? Wenn es naiv ist, an die gute Option zu glauben und auf sie zu hoffen, bin ich gerne naiv.“ S. 254.
Man kann noch viel über dieses Buch schreiben, besser, man liest es selbst.
Der Inhalt ist leserfreundlich gestaltet worden. So manche schwierigen Dinge wechseln sich mit fröhlicheren Begebenheiten, Gesprächen ab, z.B. wie das Fachsimpeln der Köche, wie man die besten Bratkartoffeln macht, oder auch die Überlegungen, was das Kochen ist, was das gute Essen bewirkt, was die Menschen in den o.g. Ländern so alles essen und trinken usw. Die Kapitel sind nicht besonders lang, dafür aber inhaltsreich.
Das Buch ist hochwertig ausgestattet. Festeinband in hellem Rot, Umschlagblatt aus glattem Glanzpapier mit Fotos auf Vorder- und Rückseite, einige s/w Fotos, angenehme Schriftgröße. Schön als Geschenk.
Toll finde ich, dass Westend Verlag solche Bücher herausbringt. Ohne wäre die Bücherlandschaft ärmer, einseitiger, langweiliger.
Fazit: Ein vielfältiges, großartiges, kluges Buch über die Menschen, die in Sachen Frieden so einiges bewegt haben, und nicht nur.
- André Pilz
No llores mi querida. Weine nicht, mein Schatz
(10)Aktuelle Rezension von: WortmagieBevor ich mit der Rezension zu „No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz“ beginne, sollte ich euch erklären, wieso ich diesen Skinhead-Roman besitze. Ich habe eine tiefe persönliche Bindung zum Thema des Buches, zu der Szene, in der und für die der Autor André Pilz es geschrieben hat. Ich war selbst jahrelang in der linken bzw. unpolitischen Skinhead-Szene aktiv. Ich war ein Renee, ein Skingirl, mit allem, was dazu gehört: Musik, Kleidung, Lebensstil. Mittlerweile habe ich die Szene verlassen, weil ich mit der Stagnation selbiger nicht zurechtkam. „No llores, mi querida“ war das letzte ungelesene literarische Überbleibsel dieser Zeit. Als ich es von meinem SuB befreite, war ich extrem gespannt, wie es auf mich wirken würde. Eine Reise in meine Vergangenheit stand bevor.
Skinhead, Skinhead, Oi Oi Oi! Diese Worte sind Ricos Schlachtruf. Jahrelang war Rico schwach, wurde geschubst und getreten, als er am Boden lag. Er schwor sich, niemals wieder so verletzlich zu sein. Er ist ein Skin, ein Krieger im täglichen Kampf gegen die brutalen Anforderungen einer Gesellschaft, in die er nicht passt. Gewalt und Exzess bestimmen seine Existenz. Seine Freunde sind ebenso Ausgestoßene wie er. Doch tief in seinem Herzen verzehrt sich Rico nach Hoffnung. Als er die Mexikanerin Maga kennenlernt und sich rettungslos in sie verliebt, stellt er sich zum ersten Mal die Frage, ob es nicht auch anders geht. Muss er die lähmende Verzweiflung, den Zorn, die giftige Bitterkeit ertragen? Gibt es keinen Ausweg aus der Abwärtsspirale seines Lebens? Entgegen aller Widerstände wird Maga zu Ricos Licht in der Dunkelheit und lehrt ihn, dass jeder Mensch eine Chance auf Glück verdient, sogar ein Skinhead.
Meine Rückkehr in den Kosmos der Skinheads war seltsam. Es war merkwürdig, mit Gedanken konfrontiert zu werden, aus denen ich lange herausgewachsen bin. Ich musste mich erst wieder an den derben Tenor der Szene und den daraus resultierenden ordinären Schreibstil in „No llores, mi querida“ gewöhnen. André Pilz schont sein Publikum nicht und ich glaube, für Leser_innen, die noch nie mit der Szene in Kontakt gekommen sind, ist das Buch vermutlich zu krass, mit all der Gewalt, literweise Alkohol und einem Leben am äußersten Rand der Gesellschaft. Ich brauchte ein wenig, um mich auf Pilz‘ Schilderungen einzulassen, kam dann aber schnell rein und konnte mich mit der extremen Härte des Romans arrangieren, obwohl ich nicht behaupten kann, dass ich mich wohlfühlte. Das ist wahrscheinlich gar nicht möglich. Ricos Auffassung seiner Identität als Skinhead unterscheidet sich radikal von dem, was ich damals empfand. Ich hätte nichts mit ihm und seinen „Freunden“ zu tun haben wollen, weil ich sie als asoziale Prolls eingeschätzt hätte. Ich habe Skingirl zu sein niemals damit assoziiert, eine Kriegerin zu sein. Für mich ging es um bodenständige Werte; darum, sich innerhalb der Gesellschaft eigene Regeln und Grenzen zu schaffen. Für Rico hingegen sind die Glatze, die schweren Stiefel und sein provokatives Verhalten Ausdruck seines persönlichen Krieges gegen die Gesellschaft. Er ist ein Anarchist, benimmt sich wie ein in die Enge getriebenes Tier. Er empfindet Hilflosigkeit, Ohnmacht und Weltschmerz und da er nicht weiß, wie er mit seinen Gefühlen umgehen soll, schlägt er nach außen. Das stimmt mich unheimlich traurig, denn in seinem Kern ist Rico hypersensibel, eine maßlos empfindsame Seele und eigentlich viel zu zart für unsere grausame Welt. Die schützende emotionale Mauer, die Menschen normalerweise davor bewahrt, angesichts all des Leids und des Elends in der Welt verrückt zu werden, hat Rico nicht. Er tut, als würde ihn das alles überhaupt nichts angehen, dabei zerbricht er sich täglich den Kopf darüber. Ich kann nachvollziehen, dass er glaubt, ein Krieger sein zu müssen, um zu überleben. Er kennt nur Extreme, trotz seiner erstaunlich weit entwickelten Intelligenz. Man traut es Rico nicht zu, aber er ist tatsächlich ziemlich klug und ich gehe mit den meisten seiner philosophischen, gesellschaftskritischen Überlegungen konform. Lediglich die Konsequenzen schätze ich anders ein. Man kann das System nicht von außen zerstören, man kann es nur von innen heraus verändern. In diesem Punkt bin ich einer Meinung mit Maga, die für Rico einfach alles ist. Sie ist Auslöser, Motivation und Perspektive seiner Veränderung. Er wäre vermutlich auch ohne sie eines Tages darauf gekommen, dass sein Dasein deprimierend und leer ist, dass seine „Freunde“ asoziale Schläger sind, denen nichts irgendetwas bedeutet, aber dank Maga sieht er eine Alternative. Ihretwegen erkennt er, dass er die Wahl hat, ein anderes Leben zu führen.
Ich kann euch „No llores, mit querida – Weine nicht, mein Schatz“ ausschließlich unter ganz bestimmten Umständen empfehlen. Ich fand es zwar großartig, überraschend tiefsinnig und verblüffend berührend, aber es ist auch äußerst speziell, außergewöhnlich hart und ab und zu regelrecht abstoßend. Meiner Ansicht nach solltet ihr diesen Skinhead-Roman nur dann lesen, wenn ihr wahrhaft bereit für eine extreme, grenzwertige Variante des Konflikts zwischen Gesellschaft und Individuum seid. André Pilz treibt es auf die Spitze. Er kennt keine Tabus. Falls ihr meint, damit umgehen zu können, versucht es. Ich habe lediglich eine Bitte an euch. „No llores, mit querida“ mag autobiografische Elemente enthalten, doch bitte glaubt nicht, der Protagonist Rico und seine Truppe stünden stellvertretend für die gesamte Skinhead-Szene. Das ist nicht wahr. Ich habe in meiner Zeit in der Szene glücklicherweise nur wenige Gestalten kennengelernt, die ähnlich asozial und kaputt waren wie Rico. Die meisten Skins sind in einem gesunden Maß angepasst, wenn auch oft laut, wild und reichlich verrückt. Dieses Buch vermittelt nur einen winzigen Bruchteil der Realität. Skinhead zu sein kann vieles bedeuten. „Krieger“ ist nur eine Auslegung.
P.S.: Für all diejenigen unter euch, die Schwierigkeiten mit der Unterscheidung von Skinheads und Nazis haben und nach dieser Rezension ein bisschen verwirrt sind, finden auf der folgenden Website eine Erklärung der Szene: Du sollst Skinheads nicht mit Nazis verwechseln
- Ernest Albert
Der Metro-Medizinmann
(5)Aktuelle Rezension von: katharinannaWenn ich das Buch in zwei Worten beschreiben müsste, wären es: intensiv und fesselnd. Schon ab der ersten Seite wird man in die Welt des Protagonisten entführt und kann sich dem nicht mehr entziehen. Diebische Freude abwechselnd mit Schwermut, Verwirrung und Fassungslosigkeit, für die Gefühle bleiben jedoch nicht viel Zeit, ein Ereignis jagt auf das nächste. Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als sich dem hinzugeben und geschehen zu lassen. Eine sehr empfehlenswerte, aufrüttelnde Lektüre.
- Diana Menco
Richards Rache: Der lange Weg zum Frieden (2)
(1)Aktuelle Rezension von: MeGustanLibrosIch oute mich hier als totaler Fan! Aber auch dieser Teil der Saga ist absolut spannend und hat mich begeistert. Habe sofort die weiteren Bände runtergeladen. Das hat sich wirklich gelohnt! - Tatjana Scheel
Vielleicht habe ich dich nur erfunden
(22)Aktuelle Rezension von: anoooEin Buch, das sich nur sehr schwer in eine Schublade einsortieren lässt. In episodenhaften Kapiteln begleiten wir Alex auf ihrer Reise zum Erwachsenwerden. Dabei wird sie von Emotionen und dem Gefühlschaos übermannt. Sie verliebt sich in die selbstbewusste und unnahbare Sheela. Zunächst scheint es, dass auch sie sich für Alex interessiert, doch Sheela besteht darauf ein freier Vogel zu sein und lässt sich nicht binden. Es entwickelt sich eine on-off Beziehung zwischen den beiden. ZehnJahre später begegnen die beiden sich wieder. Sollte man meinen sie hätten sich weiterentwickelt und wären reifer geworden, so täuscht man. In Rückblenden erfährt man was in der Zwischenzeit passiert ist. Daraufhin folgt ein weiter Zeitsprung von sieben Jahren. Obwohl wir die Charaktere über einen langen Zeitraum begleiten, entwickeln sie sich leider kaum weiter.
Die größte Schwäche des Romans sind die Charaktere, die die meiste Zeit anstrengend und nervig sind. Sie kommen alle wenig sympathisch daher und lassen sich getrost als kaputt beschreiben. Sprachlich punktet das Buch mit einem flüssigen und teilweise poetischen Schreibstil, der sich schnell lesen lässt. Auch humorvolle und philosophische Ansätze sind vorhanden.
Insgesamt ein Buch, das man entweder lieben oder gar nicht mögen wird.
- Veit Schmidinger
Bio
(5)Aktuelle Rezension von: RitjaDank meiner Oma und auch ein bißchen Alfred Biolek habe ich die Lust und die Freude am Kochen und den schönen Gesprächen und Diskussionen beim Kochen erfahren und schätzen gelernt. Ich habe sehr gern seine Sendungen verfolgt. Seine Kochshow finde ich sogar heute noch sehenswert, weil sie ohne Effekthascherei oder Skandale auskommt. Zwei Menschen, die in der Küche werkeln und sich über das Leben austauschen. Entspannte und interessante Geschichten, die mich immer vom Alltag abgeholt haben. Ich musste immer schmunzeln, wenn er recht schnell zu seinem Weinchen kam und dann wurde auch schon mal ein Gläschen vorher gekostet (lange bevor das Essen fertig war).
In seiner Biografie verhält er sich, wie in seinen Sendungen. Er erzählt einiges, plaudert aus seiner Fernsehzeit von seinen Gästen und doch wird niemand dabei bloßgestellt. Ich war überrascht, was er alles schon vor alfredissimo! und Boulevard Bio gemacht hat. Gut, ich bin für die vorherigen Sendungen auch ein paar Jahre zu jung, aber mit diesen beiden Sendungen war er auch in seiner Bestform.
Alfred Biolek ist für mich noch ein Mann der alten Schule. Sehr klug, gebildet und belesen, ein Menschenfreund und ein dankbarer Prominenter, der seinen Status hart erarbeiten musste und diesen dann auch zu schätzen wusste.
- Eva Lirot
Seelenloch (Jim Devcon-Serie, Band 9)
(16)Aktuelle Rezension von: Jeanette_LubeDieses Buch erschien 2018 und beinhaltet 209 Seiten.
„Er ist reich. Er ist klug. Er ist brutal!“
An einem Samstagnachmittag ist die Stadt voll, als der „Feuerteufel“ über die Menschen hereinbricht. Jim Devcon ist genau wie sein Team schockiert über die grausame Tat. Bilder der entstellten Opfer werden von Gaffern ins Netz gestellt. Auch die Boulevardpresse zieht alle Register. Die Angst regiert nun in Frankfurt. Und Jim Devcon versucht alles, damit die Lage nicht eskaliert. Doch es brodelt in seinem Team. Die Nichte eins Opfer war eines der Opfer. Der Feuerteufel schlägt erneut zu, es handelt sich um einen Gegner aus einer Aristokratenwelt, in der es keine Liebe und keine Zuneigung gibt. Es zählen nur Prestige und Macht…
Das Cover ist richtig düster. Der Schreibstil der Autorin Eva Lirot gefällt mir sehr gut. Er ist ebenfalls absolut düster. Ich war sofort in der Geschichte, die abwechselnd zum einen aus der Sicht der Ermittler und zum anderen aus der Sicht des Täters beschrieben wird. Die Handlung der Geschichte hat mich komplett in ihren Bann gezogen, sodass ich dieses Buch regelrecht verschlungen habe. Das Team um Jim Devcon kann es nicht fassen, was hier los ist. Und wir steigen als Leser in die komplette Welt des Täters ein, erfahren, was er denkt, was mit ihm passiert ist und warum er so eiskalt ist. Immer wieder erfahren wir seine Gedanken und können doch nicht fassen, dass es sich um einen wirklich perfiden Täter handelt. Durch die Schilderungen aus der Tätersicht erhalten wir viele tiefe Einblicke in menschliche Abgründe und seine kranke Psyche und an der einen oder anderen Stelle habe ich sogar etwas Mitleid mit ihm gehabt. Jim hat wirklich jede Menge zu tun und seine Freundin und Kollegin Tatjana muss gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen. Er hat es aber auch wirklich nicht leicht. Alse er dann auch noch erfährt, dass die Nichte eines seiner Kollegen sich unter den Opfern befindet, ist er völlig durch den Wind. Mehr möchte ich aber nun keinesfalls verraten, lest dieses Buch einfach selbst! Der Spannungsbogen steigert sich vom Anfang bis zum Ende, ich hatte teilweise Gänsehautmomente und mir stockte der Atem. Es handelt sich hier um eine fesselnde, packende, spannende und aufregende Geschichte, die mich echt fertig gemacht hat. Ich empfehle sie euch sehr gern weiter. Wenn ihr toll geschriebene Psychothriller liebt, seid ihr hier genau richtig. Eva Lirot hat mich begeistert, fasziniert und wieder mal komplett überzeugt!
- Bérengère Viennot
Die Sprache des Donald Trump
(13)Aktuelle Rezension von: vormiGrundsätzlich hat mir dieses Buch über die Sprache von Donald Trump sehr gut gefallen. Es hat mich manches Mal zum Lachen gebracht und es ist auch genügend darin enthalten, was mich zum nachdenken anregt. Auch so manches spannende - besonders in Bezug auf Sprache bei Trump aber auch allgemein,- wissenswerte und interessante war darin enthalten.
Was mich aber trotzdem zu dem 1 Stern Abzug bewogen hat: es waren wahnsinnig viele Fremdwörter enthalten.
Und ich halte mich für keinen besonders ungebildeten Leser (nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand - Jeder denkt er hat genug davon), aber ich habe am Anfang noch so manches Fremdwort nachgeschlagen, zB wenn ich grundsätzlich die Bedeutung wusste, aber zum besseren Verständnis die Erklärung noch mal genauer ansehen wollte. Nachdem die Fremdwörter aber immer mehr wurde habe ich davon dann schnell Abstand genommen.
Ein sehr gutes Buch, das Trump und seine grauenvolle Sprache mal aus einem professionellen Blickwinkel betrachtet.
Aber ein paar Fremdwörter weniger hätten es sein dürfen.























