Bücher mit dem Tag "könige"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "könige" gekennzeichnet haben.

75 Bücher

  1. Cover des Buches Das Lied von Eis und Feuer 03 (ISBN: 9783442268221)
    George R. R. Martin

    Das Lied von Eis und Feuer 03

    (1.623)
    Aktuelle Rezension von: buchgestapel

    Worum geht’s?

    In Westeros ziehen dunkle Zeiten auf, als nach dem Tod von König Robert die Frage um seine Nachfolge geklärt werden soll. Vier Könige sind dabei drei zu viel – und so muss Robb Stark nicht nur alles dafür tun, um als König des Nordens zu bestehen, sondern auch seine Familie beschützen, die in den Händen der Lennisters alles andere als sicher ist.


    Meine Meinung

    So lange wie ich diese Reihe vor mir hergeschoben habe, mit umso mehr Begeisterung arbeite ich mich aktuell durch die Bände. Auch Band drei hat mich wieder gut unterhalten, wobei ich noch immer ein paar Probleme dabei habe, die zahlreichen Nebenfiguren und Schauplätze sauber auseinanderzuhalten.

    Mit dem Schreibstil komme ich mittlerweile sehr gut zurecht und lese ihn tatsächlich auch gerne, was es leicht macht, recht schnell voranzukommen. Auch der Handlungsbogen konnte mich hier recht schnell packen, da die häufigen Perspektiv- und Ortswechsel eine hohe Dynamik mit sich bringen und praktisch keine unnötigen Längen zulassen.

    Schwierig wurde es für mich daher tatsächlich nur bei den Allianzen, Intrigen und taktischen Schachzügen, da ich noch immer ein relativ großes Problem mit den Namen der zahlreichen Nebenfiguren habe und mich nicht so leicht mit der Orientierung tue. In Hinblick auf das Geschehen ist zwar bisher noch nicht weltbewegend viel passiert, Tempo und Ereignisse haben mich aber trotzdem auf keinen Fall gelangweilt und machen neugierig darauf, was mit Familie Stark und ihren Gegenspielern noch so alles passieren wird.


    Fazit

    Auch wenn ich mich bei den ganzen Namen ehrlicherweise noch immer ein bisschen orientierungslos fühle, hatte ich auch hier wieder viel Freude beim Lesen. Für das Setting und den Handlungsbogen lohnen sich die kleinen Unsicherheiten daher in meinen Augen auf jeden Fall, auch wenn man so wirklich aufpassen muss, um der Geschichte folgen zu können.

    Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

  2. Cover des Buches City of Burning Wings - Die Aschekriegerin (ISBN: 9783551584533)
    Lily S. Morgan

    City of Burning Wings - Die Aschekriegerin

    (394)
    Aktuelle Rezension von: Whale_in_the_Clouds

    May ist eine der Aschekriegerinnen ihrer Stadt. Damit ist sie dafür zuständig, die Glutlichter zu eliminieren. Außerdem soll sie die Nachfolge des Königs antreten und seine Magie erben. Doch bei einem Einsatz geht alles schief und ausgerechnet ein Flügelloser bekommt die Magie. Gefangen zwischen dem Wunsch, die Magie zu erhalten, den Engeln in der immer weiter auseinanderfallenden Stadt zu helfen und ihren eigenen Gefühlen muss May sich entscheiden, wem sie noch vertrauen kann. 

    Das Buch wird fast vollständig von May erzählt, es gibt jedoch auch kürzere Abschnitte aus der Perspektive von Luan, dem Flügellosen. Beide sind per se interessante Protagonisten, allerdings hat ihnen die Tiefe gefehlt, die ich mi gewünscht hätte. 

    Die Handlung ist interressant, allerdings zieht sie sich erst ziemlich und ist manchmal nicht ganz gut nachvollziehbar. Dagegen ist das Ende dann für meinen Geschmack etwas gehetzt, sodass ich den Eindruck hatte, die Autorin hat ganz viele Ideen gehabt und am Ende nicht genug Seiten, um all diese Ideen auch wirklich aufzulösen. 

    Die Lovestory plätschert so dahin, manchmal war sie schön, dann hat sie mich wieder gar nicht gepackt. Insgesamt hätte ich sie nicht gebraucht. 

    Das Buch hat mich leider nicht so überzeugt, wie ich es mir gewünscht hätte. Insgesamt eine schöne Idee, der allerdings die richtige Ausarbeitung gefehlt hat. 

  3. Cover des Buches A Game of Thrones (ISBN: 9780007491575)
    George R. R. Martin

    A Game of Thrones

    (446)
    Aktuelle Rezension von: Nicolai_Levin

    An George Martin scheiden sich die Geister. Die einen (die meisten, ehrlicherweise) feiern seine Game-of-Thrones-Reihe als unglaublich gut, fesselnd, innovativ und raffiniert gestrickt. Eine Minderheit dagegen lehnt die Saga als platt, vorhersehbar, gewaltverherrlichend und frauenfeindlich ab. Ich finde mich nach der Lektüre des ersten Bandes mal wieder zwischen allen Stühlen mit meinem Befund: spannend, kurzweilig, unterhaltsam, empfehlenswert  - zumindest für alle Freunde des Genres -, aber eben auch nicht der ganz große geniale Wurf.

    Worum geht's? Um Macht. Und zwar um die Macht im Königreich Westeros, das von sieben Adelsfamilien ("Houses") getragen wird, denen ein König voransteht.

    Die Welt, die George Martin uns vorsetzt, ist ein Abbild spätrömischer Diadochenkämpfe und -intrigen, die in einer Umgebung stattfinden, die vom technischen Stand und den äußeren Umständen her sehr dem England der Rosenkriege gleicht, in dem die Häuser (aha!) York und Lancaster darum stritten, wer den englischen Königsthron haben sollte. Ein säkulares Spätmittelalter also, in dem die Menschen in machiavellistischer Fokussierung nur Macht (und Sex) im Kopf haben. Das "Game of Thrones", das rücksichtslose Schachspiel um die Macht, erinnert streckenweise auch stark an Mario Puzos Paten und seine ewige Saga von Treue und Verrat. Fantastische Elemente spielen jedenfalls nur sehr am Rande mit, die Feinde, die das Reich von außen bedrohen, sind Zombies und eine Art Werwölfe, aber das wirkt in der Logik auch nicht anders, als wenn finstere Mauren, Hunnen und Mongolen das reale Europa bedroht haben.

    Die Erzählweise lebt von cleverer Reduktion. Da kann man viel von George Martin lernen. Er fokussiert sich auf die Story und belästigt uns nicht mit Erklärungen seiner Welt, die durchaus breit und fundiert und komplex gebaut sein mag. Aber weder Spiritualität und Religion noch Kultur, Politik, Verfassung und Recht interessieren uns groß - es geht um die Macht und es geht zur Sache. Da fragt man sich dann zwischenrein schon, welche Rechte der König gegenüber den Häusern ausüben kann und welchen Reiz es eigentlich hat, der Erste in diesem Reich zu sein, und ob König Robert Baratheon, der Obelix der Geschichte, der nur prügeln, saufen und vögeln will, all das nicht auch als ganz normaler Lord hätte haben können. Aber solche Details für Logiknerds werden weggeschoben - alles strukturelle Drumherum ist für ein modernes westliches Publikum so halbwegs plausibel dargelegt, und vor irgendwelche Entscheidungen, die vielleicht nur in Martins Welt schwierig oder knifflig sein könnten, stellt er seine Figuren erst gar nicht. 

    Die Geschichte wird uns aus acht Perspektiven erzählt. Das ist eine ganze Menge, aber es funktioniert, da die Beziehungen der Figuren zueinander eher simpel gestrickt sind und man daher gut in die Menge des Personals findet. Auch hier wieder die Kunst der Reduktion: Die konkurrierenden Familien sind auch über Jahrhunderte schlank und überschaubar geblieben: keine Mischungen, keine Abspaltungen, weder irgendwelche Nebenlinien noch Cousinen und Schwager vernebeln die Sicht. Von sieben Familien ("Häusern"), die das Königreich bilden, spielen nur zwei in diesem ersten Band als Rivalen eine echte Rolle, zwei oder drei liefern ein bisschen bei und die restlichen werden auf über achthundert Seiten überhaupt nicht erwähnt. Das ist Ökonomie!

    Dafür schöpft Martin beim schnellen Wechsel der Perspektiven aus dem Vollen. Dadurch dass die große Geschichte sozusagen an acht Punkten gleichzeitig beginnt, erkundet man von Anfang an verschiedene Ecken des Reiches und man ist auch gleich überall mitten im Geschehen! Martin verschwendet keine Zeit mit langwierigen Einführungen oder umständlichen Heldenreisen, das macht das Lesen spannend und kurzweilig. Das Ausmaß an Komplexität habe ich insgesamt als angenehm empfunden, die Figuren tragen keine bewussten Geheimnisse, an keiner Stelle sind die Wendungen überfordernd oder über die Maßen verwirrend, aber es ist alles auch nicht so schlicht und platt gestrickt, dass ich alle Plot-Strukturen erkenne und vorhersehen kann und als Leser meine Intelligenz beleidigt fände.

    Ein weiterer großer Pluspunkt in seiner Erzählweise sind nach meinem Eindruck Dekor und Ausstattung. Martin schildert uns mit Freude am Detail plastisch und lebendig die Kleider und Waffen, die Gebäude und Speisen. Das geschieht in derart anschaulicher und greifbarer Form, dass es eine echte Freude ist und uns bereitwillig eintauchen lässt in diese Welt.

    Demgegenüber sind die Figuren charakterlich eher mit dem groben Holzschnittmesser umrissen, wie das im Genre leider die Regel ist. Jede hat ihre Funktion in diesem Schachspiel, aber darauf bleiben sie auch begrenzt, sie wirken eindimensional und entwickeln sich nicht so richtig. Schnell kristallisiert sich, wer zu den Bösen zählt und wer zu den Guten: Hie die fiesen intriganten Lannisters, dort die zum Gähnen edelmütigen Starks. Zwischentöne sind selten.

    Wie in so vielen Fantasygeschichten sind es auch hier die wenigen ambivalenten Figuren, die den meisten Reiz ausströmen. Sansa etwa, die Tochter der Starks, eine Nervensäge, naive, treudoofe Tussi, die dennoch nicht dumm ist und viel zu spät erkennt, wie übel ihr mitgespielt wird. Da ist Entwicklung zu sehen, die spielt hoffentlich in weiteren Bänden noch eine Rolle. Oder Tyrion, das schwarze Schaf der Lannisters, kleinwüchsig und allerseits als Zwerg verachtet, aber clever, zynisch, wortgewaltig, der sich zu wehren gelernt hat gegen die Welt und sie dennoch zu genießen weiß und der im Grunde das Herz auf dem rechten Fleck hat.

    Die verschiedenen Perspektiven schaffen Vielfalt: Die junge Sansa beobachtet andere Dinge als der reife Ned. Aber stilistisch könnte man sich mehr Variabilität im Erzählen wünschen: Es gibt zwar sehr viele Perspektivträger, aber vom sprachlichen Duktus unterscheiden sie sich kaum, egal ob gerade Arya, die wilde kleine Tochter der Starks, erzählt, oder Tyrion, der Zyniker, Bruder der Königin. Einen spezifischen Tonfall im Erzählen findet leider keiner.

    Und es ist - bei aller Kurzweil und Spannung - schon eine arg männerlastige Welt, in der alle nur nach Macht gieren und legitime Erben wollen  und ihren Samen möglichst weit hinauf in die Welt zu tragen versuchen. Die Frauen sind zum Kinderaustragen da und zur Lustbefriedigung, die mit Eintritt der Geschlechtsreife legitim ist. Am Wildesten treiben es die Dothraki im Osten - da wird dann gleich auf der Tanzfläche vergewaltigt und der Rivale abgestochen. Das ist schon in sich stimmig, aber ich muss es nicht unbedingt haben, zumal mir irgendwie ein Gegengewicht fehlt, das die testosteronschwere Machowelt zumindest punktuell einbremst.

    Humor ist eher rar gesät (von den witzigen Einwendungen und Erwiderungen Tyrions mal abgesehen). Daher einen Extraapplaus für das Osterei, dass der fahrende Sänger im Mittelteil auf den Namen Marillion hört - die Progrocker aus Aylesbury wird es gefreut haben.

    Richtig gute phantastische Literatur sagt uns stets etwas über den Menschen, seine Natur, seine Verfasstheit, seine Abgründe oder sein Potenzial. Im 'Herrn der Ringe' kann man eine Fabel über die Freiheit lesen, die vom Totalitarismus bedroht wird, und ein Lob der gut britischen (gelegentlich exzentrischen) Individualität und Vielfalt. Die dystopischen Geschichten von Philip K. Dick oder George Orwell oder Margaret Atwood warnen uns vor dem, was wir als Gesellschaft riskieren, wenn wir nicht gegen die Bedrohungen unserer freiheitlichen Werte eintreten. Derartig Tiefschürfendes und zum Weiterspinnen Anregendes suchen wir hier vergebens. Auf der Metaebene sieht es bei George Martin eher leer aus - "A Game of Thrones" bietet packende Unterhaltung, über den Menschen an sich lernen wir nichts wirklich Neues.

    Im Ganzen bietet "A Game of Thrones" also eine spannende Mantel- und Degenunterhaltung für schlichte Gemüter, die sich richtig gut verschlingen lässt - schlüssig konstruiert und gebaut, nicht übermäßig innovativ und filigran gedacht, auch vom Personal her wären ein paar Fein- und Grautöne ganz wünschenswert gewesen.

  4. Cover des Buches Die Beschenkte (Die sieben Königreiche 1) (ISBN: 9783551584656)
    Kristin Cashore

    Die Beschenkte (Die sieben Königreiche 1)

    (2.772)
    Aktuelle Rezension von: LadyMuffinchen

    Lady Katsa ist eine von den Begabten in den sieben Königreichen. Sie ist die Nichte des Königs von Middluns und seine Söldnerin. Als Begabte mit der Fähigkeit zu töten und alle Attentate zu überleben ist sie dafür mehr als geeignet. Katsa sorgt dafür, dass die Schuldner ihres Onkels zahlen. Entweder auf die eine oder die andere Weise. Doch Katsa arbeitet auch unterirdisch für den Rat, der die Unschuldigen befreit, denn sie will eigentlich Leben retten, anstatt sie zu nehmen. Als sie einen Lienid befreit und dabei von einem weiteren aus dem Volk überrascht wird, bemerkt sie, dass ihr Gegenüber ihr ebenbürtig ist. Sofort ist sie von ihm angezogen und der Zufall will es, dass die beiden sich wieder begegnen. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer den alten Lienid, den sie gerettet haben, töten wollte. Und so beginnt ein Abenteuer welches aus Intrigen und Lügen gesponnen zu sein scheint. 

    Katsa ist ein Werkzeug ihres Onkels. Sie wurde früh manipuliert und hat gefühlt anfänglich nicht viel eigene Meinung. Sie möchte sich ihrem Onkel nicht beugen, braucht jedoch Ünerzeugung von außen, um aus dem Teufelskreis zu entkommen. Sie ist dennoch weiterhin durchgehend naiv und sozial unbeholfen. Auch kommt sie mir oft etwas dümmlich vor und das hat mich schon sehr gestört. 

    Dann ist da Bo. Der wundervolle Bo, mit seinen Geheimnissen. Er ist ein gutherziger und cooler Charakter, der mir direkt sympathischer war, als Katsa. Er hilft Katsa menschlicher zu werden und das hat mir doch wieder gut gefallen. 

    Auch die weiteren Charaktere im Buch waren ok. Stereotypen war natürlich dabei, was auch nicht weiter schlimm war, nur hat es leider auch die Spannung etwas genommen, da so keine Überraschungen in der Handlung auftraten. 

    Was die Handlung und den Schreibstil angeht so war es auch leider nur Mittelmaß. Es plätscherte meiner Meinung nach lange vor sich hin und steigerte sich eher nicht so. Man konnte auch viel vorhersehen, was als nächstes geschieht. Generell war es sonst ziemlich schleppend, obwohl die Idee mit den Gaben und auch die weitere Story durchaus Potenzial gehabt hätten. Sehr schade. 

    Warum die Reihe so gehyped wurde kann ich leider nicht sagen. Für mich war das Buch in Ordnung, aber nicht großartig. Prinzipiell kann ich auch keine direkte Empfehlung aussprechen, da ich das Buch dafür dann doch etwas zu schleppend habe lesen können, weshalb ich leider lediglich 2,5 Sterne vergeben kann 🌳

  5. Cover des Buches Feuer und Blut - Erstes Buch (ISBN: 9783734163876)
    George R. R. Martin

    Feuer und Blut - Erstes Buch

    (156)
    Aktuelle Rezension von: Doreen_Klaus

    Wärend man auf den anschließenden Band zu G. R. R. Martins "Lied von Eis und Feuer" ja noch warten muss, konnte man sich mit der Serie "House of the Dragon" bei HBO ein wenig mit der Vergangenheit von Westeros beschäftigen und damit natürlich mit Haus Targaryen und ihren Drachen. Das Buch erzählt auf fast 900 Seiten die Geschichte des Hauses, das die Geschichte  von Westeros wie kein anderes geprägt hat, beginnend mit der Ankunft von Aegon dem Eroberer und seinen Schwestern Visenya und Rhaenys, die zugleich auch seine Ehefrauen waren, in Westeros und ihren Aufstieg zur Herrschaft, der ohne ihre Drachen wohl nicht möglicg gewesen wäre.

    Für Fans epischer Fantasy ist es immer spannend tiefer in das Universum einzutauchen, das der Autor hier geschaffen hat. Geschehnisse, die Jahrhunderte überspannen bekommen so Tiefe, Figuren, die im Rückblick erwähnt werden bekommen ein Gesicht, Ereignisse aus der Vergangenheit werden sichtbar und das Handeln einzelner Personen bekommt plötzlich eine ganz neue Perspektive. Mit seinem Worldbuilding zum "Lied von Eis und Feuer" hat G. R. R. Martin natürlich die ideale Grundlage geschaffen und mit Haus Targaryen auch eine Herrscherfamilie, die mit ihrer Lebensweise, ihren Skandalen, Machtkämpfen und Rivalitäten geradezu dazu einlädt mehr über sie zu erfahren.

    Natürlich ist das Buch kein typischer Fantasyroman und aus vielen Rezensionen weiß ich, dass gerade das viele Leser bemängeln. Mir hat die Lektüre unglaublichen Spaß gemacht. Klar würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht die ein, oder andere Passage etwas langatmig, oder ausschweifend empfunden hätte, aber zum Einen weiß man worauf man sich beim Stil des Autor einlässt und zum Anderen kommt fast keine epische Fantasy ohne ein paar Längen aus. Ich fühlte mich super gut unterhalten, gerade mit Hinsicht auf die aktuelle Staffel von "House of the Dragon" gibt das Buch einiges an Mehrwert, auch, oder gerade im Bezug auf die Abweichungen. Man muss sich natürlich bewusst sein, dass die Geschichte um Rhaenyra und Alicent nur einen Bruchteil des Buches ausmacht und man erstmal eine Weile braucht, bis man sich zu diesem Punkt vorgearbeitet hat. 

    G. R. R. Martin schafft hier eine super Ergänzung für Fans, die Hintergründe und Machtgefüge erklärt und natürlich auch Wesentliches zur Entstehung der Sieben Königslande, wie wir sie später aus "Game of Thrones" kennen. Wer erwartet die HBO Serie "House of the Dragon" eins zu eins umgesetzt zu lesen wird enttäuscht sein, denn wie schon beim "Lied von eis und Feuer" weichen Buch und Serie oft stark voneinander ab. Ich persönlich komme damit gut klar und habe trozdem an beiden Versionen meinen Spaß. Man braucht als Leser, wie auch bei den anderen Werken Martins und wie generell bei epischer Fantasy manchmal etwas Geduld, gerade hier hatte ich oft das Gefühl, ich lese in der Bibel. Dieses Sohn, vom Sohn, vom Sohn kann schon manchmal etwas anstrengend sein und von Sexismus, Brutalität, oder deftiger Wortwahl reden wir jetzt gar nicht, die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall.

  6. Cover des Buches Game of Thrones - Der Winter naht (ISBN: 9783764531522)
    George R. R. Martin

    Game of Thrones - Der Winter naht

    (154)
    Aktuelle Rezension von: Sabrrina

    König Robert Baratheon reist in den Norden, um seinen alten Freund Lord Eddard Stark zu seiner neuen Hand zu machen. Doch nicht jeder am Hof begrüßt diese Entscheidung. Vor allem die Lennisters verfolgen ihre eigenen Pläne und setzen alles daran, ihren Einfluss zu bewahren. Währenddessen wird auf einem anderen Kontinent Daenerys Targaryen mit einem mächtigen Stammesführer verheiratet. Ihr Bruder hofft, sich durch diese Verbindung eine Armee zu sichern, um den Eisernen Thron zurückzuerobern.

    Es ist inzwischen das dritte Mal, dass ich dieses Buch gelesen habe, und ich bin noch immer der Meinung, dass Das Lied von Eis und Feuer ein absolutes Meisterwerk ist. George R. R. Martin erzählt seine Geschichte aus zahlreichen Perspektiven und erschafft dadurch eine Welt, die unglaublich komplex und lebendig wirkt. Jeder Charakter verfolgt eigene Ziele, jede Entscheidung hat Konsequenzen und nach und nach fügen sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem großen Ganzen zusammen. Gerade diese Vielschichtigkeit macht für mich den besonderen Reiz der Reihe aus. Auch sprachlich beeindruckt mich Martin jedes Mal aufs Neue. Seine Beschreibungen sind unglaublich atmosphärisch, egal ob es um die Landschaften des Nordens, Burgen, Festmähler oder das alltägliche Leben in Westeros geht. Dadurch entsteht das Gefühl, tatsächlich in dieser Welt unterwegs zu sein.

    Was ich an Game of Thrones aber am meisten liebe, ist die enorme Tiefe der Welt. Neben der eigentlichen Handlung steckt die Geschichte voller Legenden, Familiengeschichten, politischer Hintergründe und historischer Ereignisse. Dadurch wirkt Westeros für mich nicht wie eine erfundene Fantasywelt, sondern wie ein Ort mit einer jahrtausendealten Geschichte. Beim Lesen habe ich oft das Gefühl, nicht einfach einen Roman zu lesen, sondern einen Blick in die Chronik einer realen Welt zu werfen.

    Der zweite Band wird ebenfalls ein ReRead für mich. Danach freue ich mich endlich darauf, mit dem dritten Band Neuland zu betreten, denn damals bin ich stattdessen bei der HBO-Serie geblieben. Umso gespannter bin ich, wie sich die Geschichte in den Büchern von dort an weiterentwickelt.

  7. Cover des Buches Die Flammende (Die sieben Königreiche 2) (ISBN: 9783551584663)
    Kristin Cashore

    Die Flammende (Die sieben Königreiche 2)

    (1.402)
    Aktuelle Rezension von: _Steffi

    Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zunächst nicht ganz leicht. Es wird eine Welt erschaffen in die man nach und nach mit den Charakteren eintaucht bis sich die Konturen und Regeln dieser Welt langsam zu einem Gesamtbild zusammenfügen. In einem spannenden Kampf zwischen inneren Konflikten in einer Zeit politischer Unruhen versucht eine junge begabte Frau ihren eigenen Weg zu gehen und findet sich immer wieder in schwierigen Situationen wieder, die sie bewältigen muss. Besonders gelungen ist dabei die Entwicklung der Liebesbeziehung zwischen den Hauptcharakteren. Ohne erzwungen zu wirken oder sich zu schnell anzubahnen, wächst die Zuneigung spürbar und behutsam getragen von gemeinsamen Erlebnissen und Momenten zu zweit. 

    Insgesamt ein wirklich tolles Buch. Wenn man bereit ist sich auf diese einzigartige Welt einzulassen, sollte man sich dieses Buch nicht entgehen lassen. 

  8. Cover des Buches A Clash of Kings (ISBN: 9780007465828)
    George R. R. Martin

    A Clash of Kings

    (286)
    Aktuelle Rezension von: Nicolai_Levin

    Wie man’s macht, ist’s verkehrt: Im zweiten Band der Westeros-Saga hat George Martin vieles von dem, was ich am ersten Band bemäkelt habe, besser gemacht, und ich bin immer noch nicht so restlos zufrieden …

    Worum geht’s? Nach dem Tod von König Robert Baratheon, regiert sein vermeintlicher Sohn Joff, der aber tatsächlich die Frucht der inzestuösen Beziehung von Königin Cersei mit ihrem Zwillingsbruder Jaime ist. Roberts Brüder Renly und Stannis erheben daher als legitime Erben Anspruch auf den Eisernen Thron, und die edelmütigen Starks ernennen den jungen Robb zum „König des Nordens“, zwar ohne Ambitionen darauf, alle Lande untertan zu machen, aber doch unabhängig und nicht bereit, das Knie vor den Lannisters zu beugen. Auch auf den Inseln im Westen erhebt sich der Lord zum König, während der letzte Spross der alten Dynastie, Daenerys, mit dem Klan ihres verstorbenen Mannes und drei Drachenbabys und einer ungewissen Zukunft durch die Wüsten des Ostens stolpert.

    Positiv ist schon mal anzumerken, dass einige der Figuren an Profil und Tiefe gewinnen, und ich weit weniger als im ersten Band das Gefühl hatte, stumpfe Schachfiguren hin- und hergeschoben zu sehen. Catelyn Stark hat mir gefallen und auch der Schmuggler Davos, der neu im Reigen der Perspektivträger ist. Im kleinwüchsigen Tyrion Lannister hat George Martin erkennbar seinen Lieblingscharakter geschaffen, der witzig, klug, genussvoll und doch edelmütig sein darf. Auch die spirituelle Seite seiner Welt ergründen wir dieses Mal etwas tiefer; die schamanisch anmutende Waldreligion alter Zeit, der etablierte „Septen“-Glaube, der sehr schön ausgeführt und lebendig geschildert ist, bis hin zu einem durchaus glaubhaften Kirchenlied. Und dann die rebellische monotheistische Religion um den Herrn  des Lichts, die Stannis aus Storm’s End mitbringt. Das fand ich unterhaltsam und richtig clever konzipiert und ausgeführt. Hier blitzt es mal auf, dass gute Fantasy uns eben mehr erzählt über den Menschen an sich als nur unterhaltendes Abenteuer. Schreibtheoretisch kann man sagen: Weltenbau machen und ökonomisch rüberbringen - das ist der fette Pluspunkt dieses Bandes.

    Dafür - ich geniere mich fast, es zu sagen - fand ich die abenteuerhafte Handlung zwischenrein einfach nur zäh zu lesen. An einigen Stellen ist die Szenerie unangenehm überfrachtet - im ersten Drittel werden reichlich Schlachtpläne und Kriegstaktiken erörtert, und alle möglichen Namen von potentiellen Verbündeten und Gegnern in den Raum geworfen, denen man noch nicht begegnet ist und die einen (also: mich) ziemlich verwirren. Dann erscheinen uns jede Menge extensiver Traumsequenzen - offen gestanden, nicht so meins. Auch die seitenlange Parade an Ehrungen nach der Schlacht von King’s Landing, wo jeder Hauptmann seine Erwähnung kriegt, fand ich ermüdend. Erst ab der Hälfte des Buches kommt Schwung in die Handlung, auch wenn einzelne Perspektiven schon vorher actionreiche Szenen bieten konnten. Und Seeschlachten sind leider in Büchern immer öd zu lesen, da fehlt einfach die visuelle Pracht der Drei- und Viermaster mit ihren prallen Segeln und den geschnitzten Steuerrädern und Galionsfiguren, die das in Filmen herausreißt.

    Eine wesentliche schreibtechnische Erkenntnis nehme ich von A Clash of Kings mit: Acht parallele Perspektiven mögen acht spannende und temporeiche Einzelgeschichten erzählen, wenn sich das nicht erkennbar einem gemeinschaftlichen Höhepunkt entgegenarbeitet, liest es sich bei aller Spannung im Detail in Summe doch mühsam und man hüpft eher unbefriedigt von Kapitel zu Kapitel. Das wird verschärft dadurch, dass die Handlung diesmal nicht nur von acht Perspektiven berichtet wird, sondern auch an acht unterschiedlichen Schauplätzen stattfindet, während sie sich im ersten Band wesentlich auf Winterfell und King’s Landing konzentrieren durfte. So kommt beim Lesen irgendwie der Eindruck auf, als habe man eine zerfledderte Sammlung von Abenteuergeschichten vor sich, die (zumindest in diesem Band) zu keinem Großen und Ganzen finden wollen.

  9. Cover des Buches Der Weg der Könige (ISBN: 9783453317109)
    Brandon Sanderson

    Der Weg der Könige

    (311)
    Aktuelle Rezension von: Yvonne_Geiseler

    Ich schaue meist bevor ich lese. Gott sei Dank! Nichts ist so furchtbar, wenn man eine so lange Serie beginnt und dann ist sie noch nicht fertig geschrieben. Diese schon und sie ist von Anfang bis Ende fesselnd. Sie gehört zu den Reihen, an deren Ende man das Gefühl hat eine liebgewordenen Begleiter zu verlieren....

  10. Cover des Buches Das Lied von Eis und Feuer 06 (ISBN: 9783442268474)
    George R. R. Martin

    Das Lied von Eis und Feuer 06

    (1.095)
    Aktuelle Rezension von: Booknerd232

    Im sechsten Band der epischen Reihe Das Lied von Eis und Feuer entfaltet sich die Geschichte weiter mit noch mehr Spannung und Komplexität. Daenerys Targaryen, die Königin der Drachen, steht vor der Herausforderung, ihre Herrschaft in Essos auszubauen, während im Norden die Bedrohung durch die Weißen Wanderer immer realer wird. Gleichzeitig kämpfen die verschiedenen Häuser in Westeros um Macht und Einfluss. George R. R. Martin gelingt es meisterhaft, verschiedene Handlungsstränge miteinander zu verweben und die Charaktere in moralisch komplexe Situationen zu bringen. Die düstere Atmosphäre und die unerwarteten Wendungen machen dieses Buch zu einem fesselnden Erlebnis für alle Fans von epischer Fantasy. 🐉🔥👑

  11. Cover des Buches Vier Farben der Magie (ISBN: 9783596296323)
    V. E. Schwab

    Vier Farben der Magie

    (441)
    Aktuelle Rezension von: Tintenwelten

    Es gibt vier Farben der Magie: Im roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.

    Kell gehört zu den wenigen Magiern, die zwischen den Welten reisen können. Als er ein mächtiges magisches Artefakt in die Hände bekommt, gerät er ins Visier gefährlicher Gegner. Auf seiner Flucht begegnet er der schlagfertigen Diebin Lila, die ihm widerwillig zur Seite steht, dafür aber eine Gegenleistung verlangt.

    🤝

    Die Atmosphäre des Buches ist düster und gleichzeitig unglaublich faszinierend. Vor allem die unterschiedlichen Versionen Londons haben es mir angetan. Die Magie ist in diesen Welten jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt und hat einen anderen Stellenwert inne. Das weiße London ist beispielsweise ein grauenhafter Ort, der einen das Fürchten lehren kann. Es wird immer wieder ziemlich blutig und brutal. 

    🩸 

    Wir erfahren die Geschichte hauptsächlich aus den Perspektiven von Kell und Lila. Beide sind unheimlich interessante und vielschichtige Charaktere: Kell, der als Bote zwischen den Welten unterwegs ist, sich aber auch gleichzeitig als Schmuggler einen Namen gemacht hat. Lila ist eine selbstbewusste junge Frau, Diebin und Überlebenskünstlerin. Sie will ihrem trostlosen Leben unbedingt entfliehen, Abenteuer erleben und etwas von der Welt sehen. Zusammen ergeben sie ein tolles Duo. Ich mag die Dynamik zwischen ihnen, vor allem die humorvollen Schlagabtausche. 

    ❤️

    Es handelt sich um den Auftakt der Fantasy-Trilogie. Es ist eine Mischung aus Magie, Parallelwelten, Intrigen und Geheimnissen.

    🤫 

    Ich bin ja eigentlich der Meinung, dass das Ende so ganz rund ist. Für mich MÜSSTE es dementsprechend nicht unbedingt weitere Teile geben. Aber das Worldbuilding an sich ist natürlich so interessant, dass man dennoch wissen möchte, wie es weitergeht. 

    😅

  12. Cover des Buches Elian und Lira – Das wilde Herz der See (ISBN: 9783423718592)
    Alexandra Christo

    Elian und Lira – Das wilde Herz der See

    (381)
    Aktuelle Rezension von: CoffeeToGo

    Inhalt 

    Lira ist die Tochter der Meereskönigin und raubt jedes Jahr einem Prinzen das Herz. Nach einem schweren Fehler, verwandelt ihre Mutter sie in einen Menschen mit dem Ziel, das Herz von Prinz Elian zu stehlen.

    Doch an Land angekommen erfährt Lira, dass die Welt keineswegs nur schwarz und weiß ist. Entgegen aller Erwartungen entdeckt sie ihr eigenes Herz und verliebt sich in Elian. Aber hat die Liebe zwischen einem Menschen und einer Sirene überhaupt eine Zukunft?


    Eigene Meinung 

    Die Idee hatte viel Potential, was nicht zufriedenstellend ausgeschöpft wurde.

    Die Handlung verlief mir zu viel an Land. Viel lieber hätte ich mehr Zeit im Meer und vor allem bei den Sirenen verbracht. Ich mochte Lira in ihrer Menschengestalt nicht ganz so gerne, nur leider ist sie die meiste Zeit im Buch ein Mensch.


    Auch der Funke zwischen Elian und Lira ist bei mir nicht übergesprungen. Bei mir kamen erst Emotionen hoch, als der Showdown war. Da habe ich die Romanze der beiden richtig gefühlt und war unglaublich begeistert! Leider viel zu spät.


    Die Nebencharaktere bleiben recht blass, obwohl zwei von ihnen viel sagen. Die anderen kommen eher sporadisch vor, dabei fand ich, dass die Sirenen unglaublich viel Potential für mehr Raum in der Geschichte gehabt hätten.


    Das Ende war mir zu schnell und zu übertrieben. Es hatte den Anschein, als wenn das Buch schnell beendet werden sollte. Schade, ich hätte mir noch einen anständigen und vor allem passenden Epilog gewünscht.


    Fazit

    Mich konnte die Geschichte und vor allem die Romanze leider nicht packen. Außerdem kommen mir die Sirenen, für ein Buch über Piraten und Sirenen, viel zu wenig vor.

    Es ist kein schlechtes Buch, mich konnte es jedoch nicht komplett überzeugen.

  13. Cover des Buches Die Erbin (ISBN: 9783736308091)
    Simona Ahrnstedt

    Die Erbin

    (437)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Als sich Natalia de la Grip in David Hammar verliebt ahnt sie nicht, dass er ihr etwas Entscheidendes verheimlicht: Viele Jahre zuvor hat Natalias Familie Davids Leben zerstört und er setzt daher alles daran die Familie de la Grip zu ruinieren und sich für das erlittene Unrecht zu rächen. Um dies zu erreichen plant David einen der größten Coups, die die schwedische Finanzwelt bislang gesehen hat. Mit einem hat David jedoch nicht gerechnet: Er muss sich eingestehen, dass er Natalia liebt und seine Rachepläne stehen einer gemeinsamen Zukunft mit ihr entgegen…

    Dieser Coup wäre ein Meilenstein, der die Geschichte der schwedischen Wirtschaft für alle Zeit in ein Davor und ein Danach teilen würde. Aus diesem Grund musste er einen kühlen Kopf bewahren. […] Und deswegen durfte ihm nicht andauernd Natalia im Kopf herumschwirren. (S. 235)

    Meine Meinung:

    Das erste was ich diesem Buch zugutehalten muss ist, dass ich ihm die rund 600 Seiten kaum angemerkt habe und stattdessen den Eindruck hatte ein deutlich kürzeres Buch zu lesen. Das liegt daran, dass eine richtig mitreißende Geschichte erzählt wird, die einem relativ schnell in ihren Bann zieht und einem durch die Seiten fliegen lässt. Es werden große Gefühle und eine Menge Drama und Herzschmerz geboten. Außerdem werden Intrigen gesponnen und es kommen einige Geheimnisse ans Licht. Man fragt sich was David in seiner Vergangenheit widerfahren ist und in ihm den Wunsch nach Rache geweckt hat. Außerdem ist man gespannt wie genau der von ihm geplante unternehmerische Coup aussehen wird mit dem er die Familie de la Grip ruinieren will. Darüber hinaus wird eine wirklich schöne und rührende Liebesgeschichte erzählt, die einem mitfiebern lässt.

    Natalia und David schließt man schnell ins Herz und es wird richtig schön beschrieben wie sich die beiden näherkommen und feststellen, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben als es zunächst den Anschein hat. Man bekommt sowohl Einblicke in Natalias als auch in Davids Gefühls- und Gedankenwelt, weshalb man sich in beide sehr gut hineinversetzen kann. Einerseits bangt man mit Natalia, weil sie ihr Herz an David verliert ohne zu ahnen, dass er ihr mit seinem Geheimnis schon bald das Herz brechen könnte. Andererseits geht einem aber auch Davids Schicksal nahe und man kann verstehen, dass er Rachepläne hegt. 

    Die Liebesgeschichte zwischen Natalia und David wird sehr berührend beschrieben und geht zu Herzen. Zwar verheimlicht David ihr seine Pläne bzgl. der Unternehmensübernahme mit der er ihrer Familie schaden will, aber er nutzt Natalia nicht aus um durch sie an Insiderinformationen zu gelangen. Davids Liebe für Natalia ist aufrichtig und es ist klar, dass sie ihm wirklich etwas bedeutet. Allein deshalb trifft er sich weiterhin mit ihr. Umso herzzerreißender ist es, dass einem trotz der gegenseitigen Zuneigung der beiden klar ist, dass alles unweigerlich auf ein großes Drama hinausläuft, denn sobald David seine Pläne in die Tat umgesetzt haben wird wird Natalia erfahren, dass er ihr Vertrauen missbraucht hat und sie wird seine Gefühle ihr gegenüber in Frage stellen. Diese Situation stützt auch David zunehmend in einen Gewissenskonflikt, denn er will zwar seine Rachepläne um jeden Preis in die Tat umsetzen, aber er beginnt zugleich auch von einer gemeinsamen Zukunft mit Natalia zu träumen, die dadurch bedroht ist. 

    In einem Nebenhandlungsstrang wird noch eine weitere Liebesgeschichte erzählt, die ebenfalls richtig schön und vor allem auch ziemlich amüsant ist: Die Liebe zwischen Natalias bester Freundin Asa und Davids Geschäftspartner Michel. Diese beiden haben eine etwas komplizierte gemeinsame Vergangenheit. Seit Jahren haben sie Gefühle füreinander, aber Michel und vor allem Asa haben Probleme damit zu diesen Gefühlen zu stehen. Aus Angst verletzt zu werden erscheint es beiden zunächst undenkbar dem jeweils anderen die eigenen Gefühle zu offenbaren. Dementsprechend kracht es mehrmals als die beiden Sturköpfe aufeinandertreffen, aber es fliegen auch die Funken. Vor allem Asa treibt Michel mit ihrer arroganten, provozierenden und aufbrausenden Art in den Wahnsinn. Michel lässt sich davon aber nicht abschrecken und kämpft um sie, denn sie ist für ihn auch nach all den Jahren noch immer seine große Liebe. Er setzt alles daran ihre abweisende und harte Schale zu durchdringen um ein Teil ihres Lebens zu werden.

    Es gibt eine Reihe sehr bewegender Momente. So ist es richtig traurig und herzzerreißend wie sehr sich Natalia hintergangen und gedemütigt fühlt als sie hinter Davids Geheimnis kommt. Sie muss befürchten, dass er ihr auch seine Gefühle nur vorgespielt hat und das stürzt sie in tiefste Verzweiflung. Umso schöner und emotionaler ist es dann zu verfolgen wie David später alles gibt um sie von der Aufrichtigkeit seiner Gefühle zu überzeugen und ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Natalia macht es ihrem David verständlicherweise nicht ganz leicht als er voll Reue zurückkehrt. Ein weiterer richtig bewegender Moment ist die Enthüllung dessen was David in seiner Vergangenheit zugestoßen ist. Er vertraut Natalia schließlich an welchen Schikanen, Demütigungen, und körperlichen Angriffen er während seiner Internatszeit hilflos ausgeliert war und wie schließlich auch noch seine Schwester ein Opfer seiner grausamen Mitschüler wurde. Das ist umso erschütternder wenn man bedenkt, dass 2013 tatsächlich ein schwedisches Eliteinternat in die Schlagzeilen geraten ist, weil Schüler dort misshandelt wurden (wenn man die Schlagwort „Eliteinternat“, „Bügeleisen“, „Schweden“ und „Anklage“ im Internet eingibt findet man die entsprechenden Zeitungsartikel).

    Positiv möchte ich auch noch hervorheben, dass dieses Buch (anders als die vielen anderen dieses Genres) zur Abwechslung mal in Schweden spielt. Neben den Städtenamen fällt einem das dadurch auf, dass sich die Charaktere zuweilen mit „hej“ begrüßen bzw. sich mit „hejdå“ verabschieden. Darüber hinaus bekommt man einen interessanten Einblick in die schwedische Finanzwelt, der sehr gut in die Handlung eingewoben wird, einem zu keinem Zeitpunkt langweilt und auch nicht zu ausführlich geraten ist. Die Pläne rund um die Unternehmensübernahme werden auf für Laien leicht verständlich erklärt. Auch die Einblicke in das Leben der schwedischen High Society haben die Geschichte bereichert.

    Die Geschichte hat ein emotionales, versöhnliches und hoffnungsvolles Ende mit einem perfekten Happy End für die Protagonisten. Vielleicht hätte der Drama- und Unterhaltungsfaktor an der einen oder anderen Stelle ein kleines bisschen heruntergefahren werden können. Außerdem ist das Happy End schon fast zu perfekt. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, weil einem das Buch richtig schöne Lesestunden schenkt und man manchmal eben einfach eine unterhaltsame Geschichte fürs Herz braucht.

    Fazit:

    Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch derart gut unterhält. Wer auf der Suche nach einer spannenden und dramatischen Liebesgeschichte mit viel Gefühl, Herzschmerz und Drama ist wird dieses Buch sehr gerne mögen. Man schließt die Protagonisten schnell ins Herz und ihre Liebesgeschichte lässt einem sehr mitfiebern. Außerdem bereichern auch die Nebenfiguren die Geschichte sehr.

    Ich werde dem zweiten Band auf jeden Fall auch noch eine Chance geben!

    Zum Schluss noch zwei der schönsten Zitate aus dem Buch:

    „Du kennst den Spruch, dass es besser ist, geliebt und verloren zu haben, als nie geliebt zu haben? […] Das ist Blödsinn. Nichts ist schlimmer, als diejenigen zu verlieren, die man liebt.“ (S. 471)
    „Aber zwischen uns kann doch nie etwas werden“, sagte sie und hörte, dass ihre Stimme nicht recht trug. […] „Nur weil es keine Zukunft für uns gibt, bedeutet es nicht, dass es im Hier und Jetzt nicht gut sein kann“, murmelte er. (S. 421/422)
  14. Cover des Buches Der Kuss des Kjer (ISBN: 9783570304891)
    Lynn Raven

    Der Kuss des Kjer

    (1.177)
    Aktuelle Rezension von: Imrona_Ismoilova

    Dieses Buch war einer der besten Bücher, die ich gelesen habe. Viel Fantasy, jedoch zu wenig romantische Szenen! Meiner Meinung nach, wurde der Schlussteil nicht so gut geschrieben, jedoch trotzdem ein tolles Buch. Der Schreibstil der Autorin hat mit richtig gefallen, war wirklich was neues! Kudos an die Autorin!

  15. Cover des Buches Die Legenden der Schattenjäger-Akademie (ISBN: 9783401601472)
    Cassandra Clare

    Die Legenden der Schattenjäger-Akademie

    (256)
    Aktuelle Rezension von: jess_nixx

    Wir erleben hier Simons Geschichte direkt in Anschluss an die Chroniken der Unterwelt. Wir lernen neue Charaktere kennen, aber auch viele altbekannte Figuren finden sich hier ein, was ich als sehr schön empfunden habe. 

    Die kurzen Geschichten bauen aufeinander auf und sind dementsprechend eigentlich eine fortlaufende Geschichte. Dabei haben mir nicht alle Abschnitte gleichermaßen gefallen. Besonders der mittelteil kam mir zeitweise etwas zäh, fast schon langweilig vor. Aber im großen Ganzen war es echt schön mitzuerleben, wie Simon zu sich selbst findet und zu erfahren wie es all den anderen ergangen ist. 


    Kleine Anmerkung meinerseits:

    Der abgedruckte Brief von 'Jack the Ripper' entspricht tatsächlich einem echten Brief, der damals unter diesem Pseudonymen an eine Zeitungsargentur gesendet worden ist. Da war ich wirklich überrascht, dass dieser quasi übernommen worden ist. 

    Aber auch sonst ist diese Geschichte zum größten Teil mit den wahren bekannten Fakten versehen. Fand ich wirklich gut. 


  16. Cover des Buches Sword Catcher - Die Chroniken von Castellan (ISBN: 9783764532864)
    Cassandra Clare

    Sword Catcher - Die Chroniken von Castellan

    (160)
    Aktuelle Rezension von: Lia_Bischoff

    Was soll ich sagen? Wie immer hat mich Cassandra Clare nicht enttäuscht, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob sie das überhaupt kann. Ich liebe alles an diesem Buch. Und wenn ich alles sage, dann meine ich alles. Ich habe jedes einzelne Wort in mich aufgesogen wie Luft zum Atmen. Ich habe gefühlt, geliebt und mit jeder Seite mehr und mehr vergessen, dass ich eigentlich gerade lese. Es spielte keine Rolle, wie schnell ich lese oder wie viele Seiten ich schaffe. Ich war einfach in dieser Geschichte. Ein Teil davon. Ich habe alles um mich herum vergessen, weil es so verdammt gut war. Ich liebe das Worldbuilding, die Charaktere und vor allem, wie unglaublich viel Gedanken in dieser Welt stecken. Man sieht es wirklich in jedem Wort. Alles ist miteinander verwoben, so vielschichtig und gleichzeitig so lebendig. Es fühlt sich nicht wie eine Geschichte an, die man liest, sondern wie eine Welt, in der man tatsächlich lebt. Und genau deshalb weiß ich jetzt schon, dass ich mich wahrscheinlich nicht an besonders viel von der Handlung erinnern werde. Ich könnte vermutlich kaum zusammenfassen, was alles passiert ist, weil einfach so viel passiert. So viele Charaktere, Namen, Orte und Handlungsstränge, die gleichzeitig miteinander verbunden sind. Aber genau das liebe ich. Für manche wäre das wahrscheinlich ein Kritikpunkt, für mich macht es die Geschichte erst real. Denn auch im echten Leben ist nicht alles ordentlich sortiert und darauf ausgelegt, dass man jederzeit versteht, was gerade passiert. Ich hatte beim Lesen wirklich das Gefühl, in Castellan zu leben, Kel oder Lin zu sein und all das selbst zu erleben. Es hat Gefühle in mir ausgelöst, die nur sehr wenige Bücher schaffen. Ich weiß, dass Cassandra Clare schreiben kann. Ich wusste also ungefähr, was mich erwartet. Und trotzdem fasziniert es mich jedes Mal aufs Neue, wie gezielt sie mit Worten dafür sorgen kann, dass ich etwas fühle. Das ist eine Gabe, und ich beneide sie ehrlich gesagt ein bisschen darum

  17. Cover des Buches The Darkest Gold – Die Geliebte (ISBN: 9783499011528)
    Raven Kennedy

    The Darkest Gold – Die Geliebte

    (232)
    Aktuelle Rezension von: Sabrrina

    Nach Jahren voller Lügen und Manipulation hat Auren endlich erkannt, dass Midas niemals der Mann war, für den sie ihn gehalten hat. Doch ihn hinter sich zu lassen, ist alles andere als einfach, denn Midas weiß genau, wie er sie unter Druck setzen kann. Eines steht für Auren jedoch fest: Sie wird sich nie wieder einsperren lassen.

    Auch dieser Band hat mir wieder richtig gut gefallen. Das absolute Highlight der Reihe bleibt für mich Aurens Entwicklung. Es macht unglaublich viel Spaß mitzuerleben, wie sie mit jedem Band selbstbewusster wird, ihre Vergangenheit hinterfragt und sich Schritt für Schritt von den Fesseln löst, die Midas ihr so viele Jahre angelegt hat. Diese Entwicklung wirkt nachvollziehbar und fühlt sich zu keinem Zeitpunkt überstürzt an. Und Midas? Raven Kennedy schafft es wirklich, ihn zu einem Charakter zu machen, den ich aus tiefstem Herzen verabscheue. Immer wenn er sein wahres Gesicht zeigt, habe ich beim Lesen regelrecht gemerkt, wie mein Puls gestiegen ist. Selten hat mich ein Antagonist so sehr aufgeregt.

    Mit dem Spice bin ich allerdings nicht ganz warm geworden.Hätte ich in dieser Reihe ehrlich gesagt gar nicht gebraucht. Für mich haben die spicy Szenen eher etwas von der besonderen Atmosphäre genommen. Gestört hat es mich zwar nicht massiv, aber ich hatte oft das Gefühl, dass die Geschichte auch ohne diese Szenen genauso gut – vielleicht sogar besser – funktioniert hätte. 

    Trotzdem war das wieder ein richtig starker Band. Für mich ist die Reihe an dieser Stelle allerdings erst einmal beendet. Nicht, weil sie schlechter wird oder mir keinen Spaß mehr macht. Das Ende lässt noch vieles offen und macht durchaus neugierig. Ich habe für mich persönlich aber das Gefühl, dass die Richtung, in die sich die Geschichte von hier aus entwickelt, vermutlich nicht mehr ganz meinen Geschmack treffen wird. Deshalb lege ich die Reihe erst einmal zur Seite. Ausschließen möchte ich aber nicht, dass ich irgendwann doch noch zurückkehre.

  18. Cover des Buches Die Beschwörung des Lichts (ISBN: 9783596296347)
    V. E. Schwab

    Die Beschwörung des Lichts

    (151)
    Aktuelle Rezension von: Engel63


    Ein ergreifendes Finale, das tief bewegt, nachdenklich macht in Shades of Magic - Die Beschwörung des Lichts - Band 3 von V.E. Schwab Victoria “V.E.” Schwab



    Kell Maresh wird von Ojka, der Erwählten des Schattenkönigs, entführt und der Magie beraubt, Gefangen, gefoltert.



    Delila Bard, Taschendiebin seit Kindesbeinen an, musste dringend ins weisse London, ihr lief die Zeit davon. Nichts konnte sie mehr aufhalten, es gab kein zurück, keine Angst. Wo ist Kell?



    Osaron, der Schattenkönig hat Besitz ergriffen vom Körper des weissen Königs, zwang diesen mit ihm ins rote London zu reisen, um da seine Macht auszuleben, den König Maxim zu vernichten.
    Schatten, schwarzer Rauch, überall züngelte das Dunkle und griff sich Menschen.



    Mir gefiel es, wie Lila sich von Kapitel zu Kapitel entwickelt hat, an Stärke, Vertrauen und Magie zugenommen hat, sich immer wieder in heikle Situationen bringt und sich gerne überschätzt.



    Kell, einsam, undurchschaubar, mutig, ein genialer Antari, Blutmagier, sehr schweigsam und ist mit Prinz Rhy, seinem Bruder, mit seinem Leben gebunden.



    Verrat, Mord, Hinterhalt, kann das rote London gerettet werden?
    Was für ein Finale, ein Aufbäumen, Kampf mit allen Elementen gegen Leben und Tod, eindrücklich und gut vorstellbar erzählt. 
    Danke Victoria, jede Seite war lesenswert, kann diese fantastische Geschichte allen empfehlen, die gerne abtauchen in andere Welten, sich verzaubern lassen und Magie lieben. 


  19. Cover des Buches Das Europa der Könige (ISBN: 9783499629136)
    Leonhard Horowski

    Das Europa der Könige

    (10)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    Leonhard Horowski, Historiker und Anglist, schenkt den an Geschichte interessierten Lesern viele Stunden Lesegenuss. Vielleicht erschrecken einige über den Umfang des Werkes, das mit 1.120 Seiten und knapp 1,5 kg nicht unbedingt zu den Leichtgewichten zählt.

    In 20 Kapiteln, die unterschiedlich lang sind, stellt Horowski mit leichter Feder eine längst versunkene Welt, die allerdings Auswirkung auf das Heute hat, dar. Er erzählt über adelige Machtkonstellationen, die sich im Absolutismus im „Alleinherrschertum von Gottes Gnaden“ manifestieren. Zuvor ist die Königswürde mitunter ein labiles Gebilde aus mehr oder weniger einflussreichen Adelsgeschlechtern.

    Der Hof des Königs zieht die Adeligen an, wie das sprichwörtliche Licht die Motten. Es wird gemauschelt und gemordet. Man gibt keinen Vorteil auf, weiß über die Hofetikette genauestens Bescheid und kämpft erbittert, sollte einer gegen dieselbe verstoßen.

    Manchmal hat man das Gefühlt einen Roman und kein Sachbuch zu lesen, so farbenprächtig und leicht lässt sich das kolossale Werk lesen.

  20. Cover des Buches Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin (ISBN: 9783734162329)
    Samantha Shannon

    Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin

    (240)
    Aktuelle Rezension von: Amine

    Wenn du Game of Thrones mochtest, wirst du dieses Buch lieben! 

    Es hat alles was ein High Fantasy Roman braucht: Drachen, Magie und einen geheimen Orden. 


    Erzählt wird es aus vielen verschiedenen Perspektiven und aus verschiedenen Winkeln der Welt. Jeder Charakter durchlebt eine aufregende und spannende Reise/Entwicklung. 

    Stück für Stück ergibt sich daraus ein Gesamtbild, wobei dieses nach dem ersten Teil dieser Dilogie noch lückenhaft ist. Daher bin ich umso mehr gehyped den zweiten Band ganz schnell zu lesen. 


    Was mich am meisten überrascht hat war, dass ich jeden einzelnen Handlungsstrang mochte und das obwohl es keine Lovestory gab. Es gab so viel mehr, was die Geschichte getragen hat, dass dies auch einfach überflüssig gewesen wäre. 


    Für mich war es ein Buch, dass ich super gern gelesen habe und auch in einem Rutsch hätte lesen können, käme da nicht das Leben dazwischen. 

    Daher definitiv verdiente 5/5✨

  21. Cover des Buches Der Mond des Vergessens - Die fünf Kriegerengel (ISBN: 9783608961416)
    Brian Lee Durfee

    Der Mond des Vergessens - Die fünf Kriegerengel

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    „Der Mond des Vergessens“ von Brian Lee Durfee ist der Beginn der fünf Kriegerengel-Reihe. Diese Buchreihe hatte ich nicht im Fokus. Ich habe das Buch geschenkt bekommen. Vermutlich hätte ich das Buch auch nie gekauft, da mich der Klappentext überhaupt nicht begeistert hat. So machte ich mir Sorgen, als ich mit diesem Wälzer von einem Buch begann, ob es dem Autor gelingen würde, mein Interesse aufrechtzuerhalten. Dies war überflüssig. „Der Mond des Vergessens“ hat mich auf eine höllische Reise mitgenommen und ich bin hungrig nach mehr. Ein typisches Beispiel, an dem ich wieder einmal sehe, dass sich keiner zu sehr an dem Klappentext orientieren sollte, weil dieser nichts darüber aussagt, um was es in einem Buch geht. 

    Wir haben es hier mit einer Reihe zu tun. Zumindest eine Trilogie. Vielleicht sogar mehr. Die Aussagen im Netzt waren ein wenig Widersprüchlich. Es ist jedoch von fünf Büchern die Rede. Das bedeutet, dass „Der Mond des Vergessens“ als erstes Buch in einer größeren Reihe, eine Menge Vorarbeit für die kommenden Bücher machen muss. Dennoch ist es eine schnelle Lektüre für sich und äußerst unterhaltsam. Wie ich erfahren habe, gibt es den zweiten Teil bereits auf Deutsch, während der dritte Band im Oktober dieses Jahr erstmals auf Englisch erscheinen soll. Der Autor ist demnach noch immer am Schreiben.

    „Die fünf Kriegerengel“ verspricht, ein episches Abenteuer zu werden. Eine reiche Besetzung interessanter Charaktere wird in etwas hineingezogen, das zunächst wie eine Standard-Fantasy-Prophezeiung aussieht, aber weitaus komplizierter und gefährlicher wird. Die Welt ist vollgepackt mit interessanten Kreaturen und weist eine mystische Geschichte auf, über die sich niemand zu einigen scheint. Der Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit wird besonders wirkungsvoll eingesetzt, und der langsame Aufbau hin zu Standard-Fantasy, die dann völlig unterlaufen wird, ist besonders effektiv. 

    Eine gewaltige Armee am Rande der Eroberung taucht in einer Welt auf, in der Prophezeiungen Lügen sind, an Magie geglaubt, aber nie gesehen wird und Hoffnung dort ist, wo wir sie am wenigsten erwarten.

    „Der Mond des Vergessens“ liest sich im Allgemeinen so, wie wir es von einer modernen epischen Fantasy mit großer Besetzung erwarten würden, ähnlich wie „A Games of Thrones“ oder „Malazan“, mit wechselnden Perspektiven in der dritten Person. Eine Besonderheit von „Der Mond des Vergessens“ besteht jedoch darin, dass auch häufig die Standpunkte von Nebenfiguren wiedergegeben werden, wenn auch einige nur sehr kurz. Das funktioniert gut in einer solchen Geschichte, in der der halbe Spaß darin besteht, die Wahrheit aus mehreren widersprüchlichen Berichten zusammenzufügen. Die Kapitel unterscheiden sich in Ton und Tempo und bieten höfische Intrigen, viszerale Kämpfe und persönliche Dramen. Religion und Glaube bilden die Gesamthandlung und den Hauptkonflikt in diesem Buch. Mit der Kulisse übernimmt die breite Besetzung der Charaktere die Reise, auf die wir uns als Leser in dieser Geschichte über Leben und Verlust begeben, Wahrheiten entdecken und Lügen aufdecken, Loyalitäten auf die Probe stellen.

    Die Welt der Fünf Inseln ist in einen Religionskrieg verwickelt, der aus unterschiedlichen Interpretationen einer vom Christentum inspirierten Religion und den überlieferten Prophezeiungen über das drohende Ende der Tage entspringt. Der ehrgeizige Prinz von Sør Sevier – Eros Raijael – führt seine Armee von Fanatikern von Insel zu Insel und bringt nichts als Leid, um die Gläubigen der alten Laijon-Religion zu unterwerfen. Während des größten Teils von „Der Mond des Vergessens“ spielt die Geschichte in Gul Kana, dem letzten unbesiegten Königreich der Fünf Inseln.

    Brian Lee Durfees Buch ist ungefähr achthundert Seiten lang, was ihm viel Raum lässt, seine Charaktere zu erforschen und seine Welt zu entwickeln.

    Apropos seine Welt: sie ist vollgepackt mit religiösen Lehren und Überlieferungen, wie „Weg und Wahrheiten Laijons“, den „Ritterlichen Erläuterungen des Raijael“ und den „Mondrollen von Mia“, drei gegensätzlichen Religionen, die den Massen die Wahrheit predigen. In ihrem Zentrum steht die Prophezeiung der fünf Kriegerengel, die kommen und die Welt vor der Absolution retten werden, die schlussendlich auf die Zerstörung der Welt und die Rückkehr ihres Retters hinausläuft.

    Der Krieg, der auf den fünf Inseln herrscht, ist ein Glaubenskrieg, aber auch ein Krieg um Macht, Rache und Fanatismus. Dabei steht die Glaubensfrage, die einer Art Prophezeiung gleicht, im Mittelpunkt. Denn genau wie in unserer Welt gibt es verschiedene Religionen, die alle das Gleiche sagen, aber nicht ganz gleich oder unterschiedlich interpretiert werden. So entstehen Intrigen gegen die anderen Glaubensrichtungen, um die uralte Prophezeiung zu erfüllen. Die Charaktere verlassen sich so sehr auf ihren Glauben, dass sie davon beeinflusst werden. Teilweise stellen sie keine eigenständigen Überlegungen an. Dies macht diese Prophezeiung mehr als spannend. Denn es gibt so viele Momente, in denen wir nicht mehr wissen, ob die Prophezeiung wahr wird oder Humbug ist.

    Die Geschichte beginnt mit Nail, einem jungen Mann, der in einem verschlafenen Walfangdorf in einer abgelegenen Ecke des Königreichs Gul Kana lebt. In Amadon, der Hauptstadt von Gul Kana, versucht Prinzessin Jondralyn, eine Kriegerin zu werden, während ihre jüngere Schwester Tala in einen Mordanschlag verwickelt wird. Gault, ein Ritter der Invasionsarmee von Sør Sevier, ist vom jahrelangen Krieg desillusioniert und stellt die Herrschaft des Engelsprinzen Eros Raijael in Frage. Andere Personen, die über das Königreich verstreut sind, geben zusätzlich Einblicke in die Handlung.

    Das Ganze klingt wie eine bekannte Geschichte, wie wir sie alle kennen. Aber in diesem Fall stellt Brian Lee Durfee sie auf den Kopf. Nail ist weit davon entfernt, der moralistische Held der traditionellen Fantasy zu sein, und jeder scheint die Prophezeiungen anders zu interpretieren, wenn sie überhaupt echt sind. „Die fünf Kriegerengel“ spielt mit der Idee von Prophezeiungen und wie unzuverlässig und offen für Interpretationen sie sein können. Prophezeiungen sind meines Erachtens nicht gerade die glaubwürdigsten Antriebe, um eine Handlung in der Fantasy in Bewegung zu setzen. In „Der Mond des Vergessens“ zeigt Brian Lee Durfee den Lesern, wie realistisch Menschen reagieren könnten, wenn Prophezeiungen existieren, und die Antwort ist natürlich blutig.

    Die beiden Hauptfraktionen, die um die Herrschaft über die Fünf Inseln kämpfen, Gul Kana und Sør Sevier, scheinen zunächst die traditionellen Königreiche von Gut und Böse zu sein, aber am Ende des Romans wird klar, dass die Dinge weitaus komplizierter sind. Die reiche Geschichte der Welt wird dem Leser in einer Reihe widersprüchlicher Versionen erzählt, und der Versuch, die Wahrheit von den Lügen zu trennen, ist viel spannender, als einfach nur die Wahrheit gesagt zu bekommen. Die mysteriösen Schnitzereien, die das Land übersäen, die uralten Relikte, die unter der Erde verborgen sind, und der tiefe Schrecken, den die Charaktere bei der Erwähnung des profansten aller Schimpfwörter empfinden: „Drache“.

    „Die fünf Kriegerengel“ ist eine stark charaktergetriebene Geschichte; Die Charaktere und ihre Charakterisierungen werden definitiv der entscheidende Faktor für die Handlung sein. Wer sich nicht für die Charaktere erwärmen kann, für denn wird das Buch oder die Serie wahrscheinlich nicht funktionieren. Es gibt ein paar Momente, in denen das Tempo zu sehr verlangsamt wurde, aber zum Glück habe ich es genossen, die Charaktere zu lieben und zu hassen, dass sie dieses kleine Problem aufgehoben haben. Brian Lee Durfee hat ein großes Talent dafür, sicherzustellen, dass die Persönlichkeiten, Gefühle und Verhaltensweisen seiner Charaktere richtig vermittelt werden. Die heldenhaftesten Charaktere können egoistisch und rachsüchtig sein, und die schurkischsten zeigen Verletzlichkeit und Empathie.

    Es gibt die typischen Archetypen, wie den verärgerten, weisen oder „verhutzelten“ alten Druiden, in der Figur von Shawcroft. Nail, in der Figur des Waisenjungen unbekannter Herkunft, der sich nach Größe sehnt. Der edle Held Gault, die garstige „Joffrey“-Figur in Jovan und in Jondralyn das Mädchen, das lieber mit Schwertern statt mit Puppen spielen möchte. Aber auch wenn es die typischen Archetypen sind, die normalerweise das Fantasy-Genre bevölkern, empfand ich es kaum als negativ, weil der Autor diese Charaktere mit viel Geschick in seine Erzählung packt. Und obwohl sie anderen ähnlich sind, gehören sie ganz Brian Lee Durfee.

    Charakterisierung ist eine seiner besonderen Stärken. In „Der Mond des Vergessens“ gibt es dafür einige herausragende Beispiele. Jeder einzelne Charakter in diesem Buch fühlt sich echt an. Sie erleben ein Trauma und haben Schwierigkeiten, damit umzugehen. Sie durchlaufen komplexe Emotionen in Bezug auf ihre Interaktionen mit der Welt und den anderen Charakteren, und ihre Motivationen und Handlungen, die sie ergreifen, fühlen sich nicht unrealistisch an.

    Wir werden in eine unheimlich schöne Welt mit verschiedenen Charakteren entführt, von denen jeder eine andere Kultur und Persönlichkeit beherbergt. Blut, Gewalt, Tod und andere Grausamkeiten sind ihre ständigen Begleiter. Jeder Charakter versucht, seine Schwierigkeiten oder Mängel zu überwinden, um schlussendlich dabei zu scheitern.

    Kein Mensch ist perfekt. Selbst die Kriegerengel waren einst Schläger, Schurken und Diebe. Ein einzelner Mann, selbst wenn er die Reinkarnation eines der Fünf Kriegerengel ist, kann nicht völlig makellos sein.

    Nail wurde mit so viel Hingabe und Detail beschrieben, dass er eine der hervorstechenden Charaktere ist. Äußerst unsympathisch aber mit viel Potential. Er ist eine unbedeutende Person, was ihn seine Umgebung die ganze Zeit auch fühlen lässt.

     Die Beziehung, die zwischen Nail und dem Leser aufgebaut wird, ist einzigartig, da man sich mit jeder seiner Handlungen identifizieren kann – auch wenn sie manchmal nicht das gewünschte Happy End bringen. Seine liebevolle, fast naive Art macht Lust, für ihn da zu sein und ihm auf seinem Weg zu helfen. Verstärkt wird dieser Weg durch sein Interesse an Kunst, und wenn man etwas mehr über den Autor weiß, der auch Künstler ist, kann man sich vorstellen, dass sich der Autor in Nail wiederfindet. Auch wenn Nail immer das Richtige tun will, ist er ein Mensch mit Zweifeln. So kann er Entscheidungen treffen, die ihn menschlich erscheinen lassen, auch verletzlich, zudem bösartig. Er ist kein typischer Held. Vielmehr ein Anti-Held. Mit zahlreichen Schwächen und Fehlern behaftet.

    In der epischen Fantasie sind Bastarde oder Adoptivkinder, die unglaubliche und legendäre Taten vollbringen, nichts Seltenes, aber sie sind etwas, dessen ich nie müde werde. Inmitten des Kampfes mit der Identität und dem Schmerz, elternlos aufzuwachsen, liebe ich es zu sehen, wie diese Charaktere die Ungerechtigkeit und das Unglück ihrer Geburt und Erziehung zu ihrer Stärke geformt haben.

    Die königliche Familie, aufgeteilt in den König, dem ältesten Bruder, und seine beiden Schwestern, war so komplex und kompliziert zu lesen. Jedes der Geschwister hat eine ganz andere Persönlichkeit, weshalb es in diesem Palast nicht langweilig wird. 

    Jovan, der älteste Sohn des gefallenen Königs, herrscht über Gul Kana, besessen von immer schlimmeren Wahnvorstellungen. Er entpuppt sich als grausamer Herrscher, der so fanatisch mit seinem Glauben an Laijons umgeht, dass er sogar gegen seine eigene Familie Unruhe stiftet. 

    Während der junge König von Gul Kana in einem immer stärker werdenden paranoiden Isolationismus regiert, suchen seine beiden Schwestern eigene Wege. 

    Jondralyn, die ältere Schwester, die für ihre Schönheit bekannt ist, möchte ihren Wert als Kriegerin beweisen, während Tala, die jüngere Schwester, die mir trotz ihrer kindlichen Art am besten an dieser königlichen Familie gefallen hat, ein Geheimnis aufdeckt, das nicht nur ihre Familie, sondern das gesamte Königreich zerstören könnte.

    Dann ist da noch Habichtholz, der Attentäter, der geschickt wurde, um Jondralyn zu töten, der sich stattdessen in sie verliebt hat und sie in seiner tödlichen Kunst ausbildet. 

    Eine besonders denkwürdige Figur, trotz ihrer relativ kleinen Rolle, ist die bösartige Ritterin Enna Spades, Vollstreckerin des Engelsprinzen. Sie ist ehrenwert, lustig und emotional verletzlich, obwohl sie dazu neigt, ihre Feinde aus einer Laune heraus zu zerstückeln. Sie ist ein schönes Beispiel für wahren Galgenhumor:

    „Spades packte einen der abgetrennten Arme des Barons hinter der dreieckigen Nische unter der aufgestellten Kiste und benutzte ihn, um dem Baron wiederholt ins Gesicht zu schlagen. ‚Wach auf‘, rief sie.“

    Sie ist nur eine von vielen bemerkenswerten und perversen Charakteren, die sich alle überraschend echt anfühlen.

    Die Welt der Fünf Inseln bietet zudem die traditionellen Fantasy-Rassen der Zwerge, „Vallé“ (Elfen), „Oghuls“ (Orks) und eine Meeresbewohner-Rasse. Aber diese Völker von Brian Lee Durfees komplexen Welt sind nicht nur die üblichen Stereotypen. Während beispielsweise der Zwerg Rougemoore einen Streitkolben schwingt, ist er atypisch ein gewiefter machiavellistischer Manipulator, der es vorzieht, Diplomatie einzusetzen. 

    Jeder einzelne Charakter ist für die Geschichte und den Fortschritt der Handlung unerlässlich. Ihre Persönlichkeiten, Entscheidungen und Taten treiben die Geschichte mit großem Schwung voran. Jeder mit seiner eigenen besonderen Art von gesundem Menschenverstand, Engstirnigkeit, Weisheit, Dummheit, Wahnsinn, Niedertracht, Grausamkeit, Freundlichkeit … Kapitel für Kapitel, Charakter für Charakter ist die Erforschung von Gedanken, Plänen und Bestrebungen so erfüllend, dass ich nicht anders konnte als es zu sein weggeschwemmt in das ganze Netz aus Leben und Tod, Blut und Tränen, Eingeweiden und Blut ...

    Es gibt Könige und einfache Leute, Bischöfe und einen Vikar (hust-Arschloch-hust), es gibt Soldaten und Fischer, Meervolk, Grau- und Feenwesen, Gladiatoren und Ogulen … es gibt sogar „turbogeladene“ Pferde – ich mache dir nichts vor! Menschen, jung und alt, wild und müde. 

    Was die Charakterentwicklung angeht – bei einigen gibt es eine Menge Entwicklungspotential. Andere Charaktere sind bereits so festgelegt, in dem, wer sie sind und was sie tun, dass sie ohne weitere Entwicklungsanforderungen perfekt in die Geschichte passen. Und da dies ein Buch ist, das von dem großen religiösen Konflikt umgeben ist, können wir uns den Zusammenstoß und die Zurückhaltung einiger von ihnen nur vorstellen. 

    Die Charaktere in diesem Buch sind alle gleich wichtig, nicht nur in Bezug darauf, wie oft sie in der Handlung vorkommen, sondern auch darin, wie sie die Handlung und den Verlauf der Geschichte beeinflussen. Schließlich lässt sich mit einem unvollständigen Deck kein Kartenspiel spielen.

    Die Anzahl der Charakterperspektiven ist groß, aber überschaubar und ich fand, dass mir die meisten gefallen. Tala Bronachell, die jüngste Schwester des Königs von Gul Kana, war bei weitem meine Favoritin aus keinem anderen Grund, als dass sie sich im Schloss herumschleichen und Leute ausspionieren konnte, wobei sie einige saftige Details enthüllte, die für die Handlung von zentraler Bedeutung waren. Dass sie auch versuchte, ihre vergiftete Freundin zu retten, war nur eine weitere Aufregung, die ihrer Geschichte hinzugefügt wurde. Nail, obwohl offensichtlich sehr wichtig, hat bei mir nicht wirklich geklickt. Ja, ich mochte ihn, aber ich wollte mehr von seinem Charakter, was ich glaube ich in der Fortsetzung bekommen werde. Insgesamt war ich beeindruckt, wie sehr sich jeder Charakter in dieser einen einzigen Folge verändert hat, und ich denke, ich werde jede Person im Laufe der Serie viel mehr lieben oder hassen.

    Brian Lee Durfees Prosa war leicht zu lesen, aber nie zu einfach; es hatte diese lebendige Qualität, die ich so gerne las. Für mich fühlten sich die Wortarrangements, die er gewählt hat, „richtig“ an. Brillant werden sie durch die Charakterisierungen, den Weltenbau und die spannungsgeladenen Actionszenen gezeigt. Abgesehen von der Invasion wurden die meisten Kampfszenen in diesem Teil eher in Duellen oder Gefechten als in einem groß angelegten Krieg gezeigt. Groß angelegte Schlachten sind jedoch in den zukünftigen Bänden zu erwarten. 

    Das Worldbuilding spielte eine große Rolle bei der Beeinflussung der Geschichte und der Charaktere. Die Epigraphik zu Beginn jedes Kapitels, die aus einem Auszug aus den alten Schriften bestand, verstärkte das ohnehin schon reichhaltige Weltbild wunderbar. Enthüllungen, Lügen und tiefgründige Überlieferungen; Brian Lee Durfee weiß und versteht wirklich, was er macht. Jeder Moment beim Lesen der Überlieferungen, der Umgebung und der Geschichte der Fünf Inseln hat mich sogleich in das Buch versetzt. Ich fand es auch charmant, wie die Zahl „5“ zu einer wichtigen Zahl für die Serie wurde. Fünf Inseln, die Fünf Kriegerengel, die Fünf-Engel-Steine, die fünf Schriften, fünfundfünfzig Kapitel und geplante fünf (oder ist es doch nur eine Trilogie) Teile einer Serie.

    Tatsächlich ist „Der Mond des Vergessens“ eigentlich der Name einer der fünf göttlichen Waffe von Laijon Die Axt für den Sklaven, die anderen vier sind „Das Pechschwarze Herz“, die Armbrust für den Attentäter und der Titel des zweiten Buches, „Die einsame Krone“, der Helm für den Gladiator und der Titel des dritten Buches, „Der Schleier der Tugend“, der Schild für den Dieb und schließlich „Das Feuer der Sühne, das Schwert für die Prinzessin. Was es genau damit auf sich hat, und wie die fünf Engelssteine dazu passen, müsst ihr selbst herausfinden.

    Obwohl dies eindeutig nicht jedermanns Sache ist, bewundere ich den langsamen Aufbau, den dieses Buch dem Leser in Bezug auf die Präsentation wichtiger Informationen bietet. Es lässt den Leser oft verwirrt zurück und nimmt uns erst viel später mit der Erklärung der Ereignisse an die Hand. Es gibt dem Leser ein Gefühl der Entdeckung.

    Das Buch vereint genau das, was für mich eine perfekte Geschichte ausmacht. Die klassische Fantasy, geschmückt mit Heldentum, Kämpfen und interessanten Figuren, angereichert mit machthungrigen Intrigen und Hoffnungslosigkeit. Außerdem wird die Handlung mit einem so spannenden Glaubenskrieg kombiniert, dass diese Geschichte zu etwas ganz Eigenem wird. Jede Seite wurde mit so vielen Details verziert und dennoch ist jede Seite so spannend, dass der Leser einfach über die Seiten fliegt. Brian Lee Durfee hat so viel Liebe und Hingabe in die Welt gesteckt, dass es beim Lesen spürbar wird und wir uns von dieser Euphorie anstecken lassen. Darüber hinaus hat nicht nur die Welt diese Hingabe erhalten, sondern auch jede einzelne Figur in diesem Buch trägt ihren Teil zur Geschichte bei. Jede Figur in diesem Werk hat ihren Teil dazu beigetragen, das Buch noch spannender zu machen und dabei geht es nicht nur um die Hauptfiguren. Auch jede einzelne Nebenfigur war einzigartig und essenziell für diese Geschichte. Die Handlung ist durch Prophezeiungen mit den Schicksalen der Helden verbunden, und die Geschichte hat zahlreiche Ebenen.

    „Der Mond des Vergessens“ ist eine fesselnde Geschichte über den schmalen Grat zwischen Wahrheit und Lüge. Es untergräbt geschickt Schicksalsgeschichten und uralte Magie, ohne die Erhabenheit zu verlieren, die solche Geschichten besitzen. Die Charaktere sind einprägsam und realistisch. Der Roman schafft es, sowohl rasant als auch mitreißend zu sein. Brian Lee Durfee hat mit seinem ersten Roman fantastische Arbeit geleistet, und die weiteren, die in der Reihe erscheinen, sind Bücher, auf die man sich freuen kann.

    Es gab ein paar Entscheidungen, die mir nicht gefallen haben, aber zum Glück haben sie den Gesamteindruck nicht beeinträchtigt. Während ich es genoss, dass der Autor die Handlungsstränge nicht schnell änderte und gute Arbeit leistete, indem er mehrere Kapitel gleichzeitig über dasselbe Ereignis sprach, gab es hier zu viele Cliffhanger am Ende jedes Segments. Ich weiß, warum Autoren Cliffhanger machen, aber letztendlich mag ich sie nicht.

    Ich fand auch, dass der Autor zu viele wichtige Ereignisse erklärt hat, die der Leser später im Buch nicht vergessen sollte. Ein Autor sollte dem Leser so weit vertrauen, dass er das Wesentliche aufgreifen wird und dass der Nagel nicht immer wieder eingetrieben werden muss, damit er es nicht vergisst. 

    Brian Lee Durfee ist eine weitere epische Kraft im Dark-Fantasy-Genre. Eine, die meiner Meinung nach neben Leuten wie George R. R. Martin oder Mark Lawrence bestehen kann. Die Charaktere, Die Gladiatorenkämpfe, die Kampfszenen, das Stapfen durch die Berge, der Umgang mit Attentätern, das Erlernen des Kampfes, der Schreibstil, die Szenen, die Beschreibungen, das Tempo, die Fülle und der Reichtum von allem – Brian Lee Durfee hat das Moderieren hervorragend gemeistert. Versteht mich jedoch nicht falsch, wenn eine Szene blutig ist, ist sie verdammt blutig! Was ich mit Moderation meine ist, wie oft und wie lang jede einzelne Szene ist. Detailliert beschrieben, aber nicht zu aufdringlich. Eine ausgewogene Balance. Alles ist nahtlos und zielgerichtet!

    Sein Schreiben ist nicht nur ein zermürbendes Rennen des emotionalen Ruins für jeden beteiligten Charakter. Es hat auch Tiefe in seinem detaillierten Weltaufbau, der ausgearbeiteten Überlieferung und den fesselnden Charakteren. Wer politische Intrigen und religiöse Mysterien mag, der wird dieses Buch lieben. Und wenn das nicht Aufmerksamkeit erregt, wie wäre es mit tödlichen Attentätern, mit mächtigen, rotäugigen Rössern, mit Rittern, die keine Angst davor haben, sich die Hände schmutzig zu machen, mit Gladiatoren, die sich in einer Arena bis zum Tod duellieren, oder mit Prinzessinnen, die ihre Geschlechternormen herausfordern? Oder wie wäre es mit furchteinflößenden Meerjungfrauen? Einem liebenswerten Hund namens Seidel? Habe ich zudem schon erwähnt, dass eine gewaltige Armee darauf aus ist, alles zu zerstören, was die bestehende Weltordnung ausmacht? Fügt Regierungskorruption, Manipulation, Attentäter, legendäre Waffen und geheime Sekten hinzu, und wir haben den fertigen Eintopf voller Intrigen und Mord.

    Du denkst vielleicht, dass du diese Geschichte kennst, der Autor nichts Neues zu bieten hat. Aber nicht jeder ist, wer er zu sein scheint, noch passt er in die Rollen, die du erwartest. Durfee hat eine epische Fantasie voller Hoffnung in einer Welt geschaffen, die auf Lügen basiert.

    Der Mond des Vergessens“ ist ein starkes Seriendebüt und ich denke, die Serie als Ganzes zeigt enormes Potenzial, aber ich benötigte zu Beginn eine ganze Weile, um eine emotionale Beteiligung an der Geschichte zu spüren. Trotzdem werde ich weiterlesen und bin ziemlich gespannt auf den nächsten Teil, besonders nach dem sehr dramatischen Ende. 

    So stelle ich ernsthaft das Schicksal mehrerer Charaktere in Frage, was mich zu der Annahme veranlasst, dass diejenigen, von denen ursprünglich angenommen wird, dass sie die wiedergeborenen Fünf Kriegerengel sind, es möglicherweise doch nicht sind. 

    Fantasy-Fans, denen der Zeitaufwand für das Lesen eines Buches dieser Größe nichts ausmacht, sollten es sich unbedingt ansehen, denn es war ziemlich großartig. Es hat keine bleibende emotionale Wirkung, aber die Geschichte ist qualitativ hochwertig.

  22. Cover des Buches Game of Thrones - Hört mich brüllen (ISBN: 9783764531591)
    George R. R. Martin

    Game of Thrones - Hört mich brüllen

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Sabrrina

    Nach der Schlacht um Königsmund soll König Joffrey nun Margaery Tyrell heiraten. Im Norden versucht Catelyn Stark ihre Töchter zurückzubekommen, während Robb weiterhin für den Norden kämpft und dabei zunehmend zwischen seinen Pflichten und seinen eigenen Gefühlen steht. Während Daenerys jenseits der Meerenge ihre Armee aufbaut, muss Jon Schnee sich an der Mauer seinen Schwüren stellen.

    Wieder ein grandioser Band! Vor allem in der zweiten Hälfte jagt ein Ereignis das nächste. Es passiert unglaublich viel und die Geschichte nimmt immer mehr an Fahrt auf. Meine liebsten Perspektiven waren diesmal Sansa und Tyrion, aber eigentlich gab es keine einzige Perspektive, die mich nicht unterhalten hat. Was ich an dieser Reihe einfach liebe, sind die Charaktere. George R. R. Martin hat Figuren erschaffen, die alles andere als perfekt sind und sich oft moralisch nur schwer einordnen lassen. Sie treffen schlechte Entscheidungen, handeln aus egoistischen Motiven und machen Fehler und genau dadurch fühlen sie sich für mich so greifbar an. Es gibt kaum jemanden, den ich einfach als "gut" oder "böse" abstempeln könnte, und gerade diese moralischen Grauzonen machen die Geschichte für mich so unglaublich spannend.

    Ich bin inzwischen wirklich völlig in dieser Reihe versunken. Der nächste Band wird definitiv bald bei mir einziehen, denn gerade ist Das Lied von eis und Feuer für mich einfach ein absolutes Highlight. Ein bisschen traurig macht mich allerdings schon der Gedanke, dass wir vielleicht nie erfahren werden, wie George R. R. Martin diese Geschichte tatsächlich zu Ende bringen wird. Aber solange ich noch ungelesene Bände vor mir habe, genieße ich einfach meine Reise durch Westeros. 

  23. Cover des Buches Ahren (ISBN: 9783947515714)
    Torsten Weitze

    Ahren

    (57)
    Aktuelle Rezension von: Hartmut_Raitzig

    Ich finde diese Reihe wirklich gut. Der Held ist nicht unfehlbar, sondern scheitert auch einmal oder trifft eine „dumme“ Entscheidung. Genau das macht ihn für mich glaubwürdig und sympathisch.

    Dass ich mir die komplette Reihe angeschafft und gelesen beziehungsweise als Hörbuch gehört habe, zeigt für mich, dass der Spannungsbogen insgesamt stimmt. An einigen Stellen hätte ich mir etwas kürzere Beschreibungen und dafür mehr Handlung gewünscht.

    Trotz dieses kleinen Kritikpunkts kann ich die Reihe uneingeschränkt weiterempfehlen.

  24. Cover des Buches Das Reich der Grasländer 1 (ISBN: 9783608985016)
    Tad Williams

    Das Reich der Grasländer 1

    (76)
    Aktuelle Rezension von: Rieka

    Die Nornen verfolgen ihre Pläne vehement und mit viel Einsatz. Königin Utuk´ku scheint Gegenspieler in den eigenen Reihen zu haben. Prinz Morgan ist eine der spannendensten Figuren ever. Simon wirkt ziemlich lost und Nabban ist eine Schüssel voller Aale. 

    Ich mochte dieses Buch etwas lieber als den Vorgänger. Die Figuren reagieren teilweise meiner Meinung nach immer noch etwas überzogen aber weniger als im Vorgänger-Band. Es hat wieder richtig Spaß gemacht, jeden Charakter auf seinem Weg zu begleiten und natürlich endet es wieder mit mehreren Cliffhangern und ich bin schon so gespannt auf den nächsten Teil. Spannung kann Tad Williams meisterlich!

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