Bücher mit dem Tag "körper"
145 Bücher
- Noah Gordon
Der Medicus
(2.275)Aktuelle Rezension von: Stephan_ButtgereitWas an Der Medicus bis heute trägt, ist nicht allein die Opulenz seines historischen Schauplatzes. Noah Gordon lässt Rob Cole aus einem England der Angst und des Aberglaubens aufbrechen und macht seine Reise nach Isfahan zu einer Schule des Sehens. Medizin erscheint hier nicht als dekoratives Fachwissen, sondern als genaus hinsehen, zweifeln, lernen.
Besonders stark ist die Spannung zwischen dem Wissensdurst des jungen Engländers und einer Welt, in der religiöse Zugehörigkeit, Herkunft und Krankheit über Leben und Tod entscheiden. Die Begegnung mit Avicenna gibt dem Roman seinen geistigen Mittelpunkt, ohne die Geschichte in eine Lehrstunde zu verwandeln. Pest, Hunger, die Gefahren der Reise und das Leben in Persien haben Gewicht, doch sie überlagern nie Robs Entwicklung.
Natürlich arbeitet der Roman mit den großen Mitteln des historischen Erzählens. Abenteuer, Liebe, Verlust und Bewährung. Gerade weil Gordon sie so souverän ordnet, wird daraus kein bloßer Kostümroman, sondern ein mitreißendes Buch über Neugier und den Preis des Wissens. Ein Klassiker des Genres, der seine Länge verdient.
- Sebastian Fitzek
Der Augensammler
(5.416)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrWieder einmal eine komplett durchdachte Sache von Herrn Fitzek. Die Hintergrundgeschichte des Täters, der Plot und die Protagonisten waren super dargestellt und sinnhaft. Den Täter konnte man aber vorher schon erahnen (wenn man zwischen den Zeilen gelesen hat), was dem Leseerlebnis aber keinen Abbruch getan hat.
Ich mochte es besonders, dass sich der Autor so mit dem Thema "Blindheit" auseinandergesetzt hat. Es war interessant einen Einblick in die Welt von Alina zu erhalten. Von mir eine klare Leseempfehlung.
- David Levithan
Letztendlich sind wir dem Universum egal
(1.327)Aktuelle Rezension von: Buecherfreak_M"LETZTENDLICH SIND WIR DEM UNIVERSUM EGAL" 🪐✨️ 4/5 Sterne - eine Rezension ohne Spoiler
"Letztendlich sind wir dem Universum egal" erzählt die außergewöhnliche Geschichte von A, einer Seele ohne festen Körper. Jeden Tag erwacht A in einem neuen Körper und lebt ein neues Leben. Die Grundidee finde ich total interessant und einzigartig - sowas habe ich noch nie zuvor gelesen! Die Geschichte von A wird gefühlvoll und flüssig erzählt, mir gefällt der Aufbau des Buches sehr, nämlich dass jeder Tag ein neues Kapitel ist. Es ähnelt dem Aufbau eines Tagebuchs wie ich finde.
Was mir ebenfalls total gut gefallen hat, ist dass der Autor A in so viele ganz verschiedene Menschen gesteckt hat: Depressionen, familiäre Probleme, Übergewicht, LGBTQ - all das und noch viel mehr hat dabei in dem Buch Platz gefunden.
Ziemlich unerwartet für mich war die Tiefe an einigen Stellen des Buches. Ich habe mir tatsächlich einen Marker genommen und ein paar Zitate bzw. Aussagen hervorgehoben, die ich super schön geschrieben fand. Hier ein paar Beispiele:
⋆。𖦹° "Wenn ich eins gelernt habe, dann das: Wir alle wollen, dass immer alles okay ist. Wir streben gar nicht so nach so sehr nach phantastisch oder grandios oder hervorragend. Wir geben uns gerne mit okay zufrieden, denn in den meisten Fällen ist okay völlig ausreichend." ⋆❀˖° (Seite 14)
♡₊˚ "Ich denke so oft ans Ausbrechen - da ist es echt schön, es tatsächlich mal zu tun. Für einen Tag. Statt ewig aus dem Fenster zu starren, tut es gut, mal auf der anderen Seite vom Fenster zu sein."・₊✧ (Seite 22)
Einziger Minuspunkt ist, dass ich die Beziehung zwischen A und Rhiannon etwas schnell und unrealistisch fand. A war an einigen Stellen ziemlich voreilig (auch körperlich, er wollte sie echt früh küssen, Händchen halten usw). In Wirklichkeit hätte Rhiannon wohl schon ziemlich schnell das Weite gesucht. Rhiannons Charakter finde ich ebenfalls nicht so gut gelungen. Er ist leider nicht tiefgründig genug beschrieben und sie kommt mir manchmal sehr oberflächlich und unentschlossen vor. Trotzdem war die Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr schön und regt zum Nachdenken an: Zählt, wer wir sind - oder wie wir aussehen?
- Eckart von Hirschhausen
Die Leber wächst mit ihren Aufgaben
(721)Aktuelle Rezension von: jess_nixxDas Buch ist absolut nicht witzig! Ganz im Gegenteil, ich habe mich zu Tode gelangweilt. Und informativ war es natürlich auch nicht....
Sorry aber das war so dermaßen schlecht, dass dies das zweite Buch in meinen Leben ist welches ich abgebrochen habe
- Juli Zeh
Corpus Delicti: erweiterte Ausgabe
(595)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWenn ein Buch in den Canon „zu lesender Bücher“ an Schulen Eingang gefunden hat, so ist davon auszugehen, dass es nicht nur um ein diskursiv zu bewältigendes Thema geht, sondern zugleich den Anspruch eines pädagogischen Mehrwertes (man könnte es im klassischen Sinne auch als Literatur bezeichnen) beinhaltet. Insofern gäbe es an dieser Stelle wenig oder aber, im Sinne einer Textanalyse, sehr viel zu sagen. Im ersten Fall scheint alles gesagt bzw. geschrieben zu sein, im zweiten Fall wurden und werden vermutlich bereits Doktorarbeiten über diesen Themenkreis vergeben. Insofern bleibt eigentlich nur noch der Hinweis eines beeindruckten Lesers: lesen – denken – sich Notizen machen.
Denn ohne Notizen, ohne An- und Unterstreichungen wird man diesem Buch nicht gerecht, oder, anders ausgedrückt, wird einem die Vielfalt möglicher Implikationen verborgen bleiben. Aber auch ohne diesen Anspruch kann man dieses Buch lesen, dann bleibt es allerdings blutleer auf der Strecke und spätestens am Ende wird man sich fragen: Was soll das denn jetzt? Wer also nur prickelnde Unterhaltung sucht, wird hier möglicherweise enttäuscht. Das heißt im Umkehrschluss allerdings nicht, dass es den nicht gäbe.
Wie auch immer, es ist ein Buch, das viele Themen berührt, das Fragen provoziert und bei den Antworten eine beeindruckende Vorstellungswelt entstehen lässt. Es geht um das Menschsein in (vielleicht gar nicht so) ferner Zukunft, in denen dieses einem einzigen Thema untergeordnet ist: der Gesunderhaltung – und zwar um jeden Preis. Die sich daraus ergebenden politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen werden hier in Aufbau und Thematik mit eindrucksvollen Bildern wiedergegeben. Kurz gesprungen geht es sowohl um die Dialektik eines solchen Lebens, der Unterscheidung zwischen: passt oder passt nicht, gut oder schlecht/böse, als auch um ein Dazwischen, einem Schwanken, das solcherart mit der Metapher der auf einem Zaun sitzenden Hexe herausragend symbolisiert wird:
„‘Weißt du, was eine Hexe ist, Mia [ihr wird der „Prozess“ gewacht]?‘
Überrascht hebt die Angesprochene den Kopf und muss sich anstrengen, um ihre Konzentration auf den neuen Begriff zu richten.
‚Eine Hexe, mit Buckel und Besen? Die im Backofen oder auf dem Scheiterhaufen endet?‘
‚Das Wort kommt von Hagazussa. Die Hexe ist ein Heckengeist. Ein Wesen, das auf Zäunen lebt. Der Besen war ursprünglich eine gegabelte Zaunstange.‘
‚Was hat das mit mir zu tun?‘
‚Zäune und Hecken sind Grenzen, Mia. Die Zaunreiterin befindet sich zwischen Zivilisation und Wildnis. Zwischen Diesseits und Jenseits, Leben und Tod, Körper und Geist. Zwischen Ja und Nein, Glaube und Atheismus. Sie weiß nicht, zu welcher Seite sie gehört. Ihr Reich ist das Dazwischen.‘“
Nach der Lektüre des Buches war ich froh wieder im Hier und Jetzt angekommen zu sein, in einem Leben, welches von Widersprüchen durchzogen ist, und es solcherart zu einer Entdeckungsreise macht – auch mit all dem immunologisch bedenklichen Schmutz, der einer umfassenden Gesundheit, wie sie hier dogmatisch gelebt wird, hin und wieder ein Bein stellt.
(2.5.2023)
- Stella Tack
Black Bird Academy - Töte die Dunkelheit
(401)Aktuelle Rezension von: ClaudinchenWas für ein Auftakt dieser Reihe.
Der Prolog war sehr holprig und mühsam zu lesen. Doch dann wird es von Seite zu Seite immer spannender.
Das Buch ist super beschrieben und die speziellen Begriffe werden super erklärt.
Leaf will einfach ihren Ex vergessen und lässt sich, wie sie glaubt auf einen One-Night-stand ein, nur das es ganz anders kommt.
Sie ist danach nicht mehr allein in ihrem Körper, denn Lore, ein Lord-Dämon ist auch da.
Die Exorzisten haben sie in gefangen. Leaf fühlt sich zu dem Exorzisten Falco hingezogen.
Es macht Spaß das hin und her zwischen Leaf und Falco zu lesen. Auch wie das Leben eines Dämons sein kann.
Dieses Buch endet mit einem gewaltigen Cliffhanger.
Kann es kaum erwarten den nächsten Teil zu lesen.
- Stuart Turton
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
(390)Aktuelle Rezension von: Lilli33Viel zu verworren
Inhalt:
Familie Hardcastle hat zu einem Ball nach Blackheath geladen. Der Abend endet in einer Katastrophe, den die Tochter des Hauses, Evelyn kommt zu Tode. Aiden Bishop soll den Mord aufklären. Dazu wacht er immer wieder in einem anderen Körper auf und erlebt denselben Tag mit anderen Augen.
Meine Meinung:
Ich bin wirklich froh, dass dies nicht das erste Buch von Stuart Turton war, das ich gelesen habe. Denn sonst hätte ich garantiert kein weiteres in die Hand genommen, was sehr schade gewesen wäre, denn die später erschienen haben mir durchaus gut gefallen.
Die Idee dieses Romans ist zwar nicht schlecht, aber die Umsetzung konnte mich gar nicht begeistern. Die Handlung ist viel zu verworren, um ihr entspannt folgen zu können.
Dadurch dass immer wieder derselbe Tag beschrieben ist mit denselben Ereignissen, nur eben aus einer anderen Perspektive, kommt schnell Langeweile auf und es zieht sich wie Kaugummi. Erst im letzten Drittel (von immerhin gut 600 Seiten) werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt und es kommt Spannung auf.
Mehr als einmal war ich kurz davor abzubrechen. Ich habe mich zum Durchhalten gezwungen, aber jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe.
★★☆☆☆
- Giulia Enders
Organisch
(146)Aktuelle Rezension von: gagijuIch habe bereits "Darm mit Charme" mit großer Faszination gelesen und war sehr gespannt auf das neue und bereits kurz nach Erscheinen hoch gelobte Buch von Giulia Enders.
Meine Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht. Wirkt auch das Cover sehr "medizinisch" und auf mich, ehrlich gesagt, zunächst eher etwas abschreckend, so ist doch der Inhalt für interessierte Nicht-Mediziner sehr schön gestaltet und gut gegliedert. Mein Highlight waren die wunderbaren naiven Bilder von Giulia Enders' Schwester.
Die Kapitelaufteilung ist prägnant und sinnvoll,die Erläuterungen und Erklärungen für mich als absoluter biologisch-medizinischer Laienfrau zu ca. 70-80 % verständlich.
Um vielleicht doch näher an die 100 % zu kommen, habe ich das Buch gerade ein zweites Mal angefangen zu lesen.
- Ruth Ware
Woman in Cabin 10
(506)Aktuelle Rezension von: mesuDie Journalistin Lo Blacklock darf an der Jungfernfahrt eines Luxusschiffes teilnehmen. Doch diese Fahrt wird zum Albtraum, denn Lo wie eine Frau in der Nacht schreit und dann einen Aufprall auf dem Wasser. Sie glaubt die Frau wurde von Bord gestoßen. Als sie ihre Beobachtung dem Sicherheitsoffizier mitteilt, wiegelt dieser ab, denn die Kabine aus der sie das Geräusch gehört haben will, ist leer und es hat niemand darin gewohnt. Diese Fahrt entwickelt sich für Lo zu einer gefährlichen und tödlichen Reise.
Spannungsgeladen, aber etwas übertrieben wird dieser Thriller erzählt. Er fasziniert aber dennoch.
- Eckart von Hirschhausen
Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?
(119)Aktuelle Rezension von: Itsnotabout_Happyendings
In diesem Buch verbindet Hirschhausen gekonnt medizinisches Fachwissen mit seinem charakteristischen Humor, um die Zusammenhänge zwischen Liebe, Ernährung und Gesundheit zu erklären. Der Titel ist dabei typisch Hirschhausen: ein cleveres Wortspiel, das zugleich eine ernsthafte Frage aufwirft.
Der Autor schafft es, komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse über Hormone, Verdauung und deren Einfluss auf unsere Gefühlswelt verständlich und unterhaltsam zu vermitteln. Besonders gelungen sind die Passagen, in denen er die Verbindung zwischen Darm und Gehirn erklärt - das berühmte "Bauchgefühl" bekommt hier eine wissenschaftliche Grundlage.
Hirschhausen würzt seine Erklärungen mit persönlichen Anekdoten und humorvollen Beobachtungen, ohne dabei den wissenschaftlichen Kern aus den Augen zu verlieren. Er schlägt gekonnt die Brücke zwischen Unterhaltung und Aufklärung, zwischen Comedy und Medizin.
Das Buch ist allerdings mehr als nur eine Sammlung von Fakten und Witzen. Es regt zum Nachdenken an über unseren Umgang mit Ernährung, Beziehungen und Gesundheit. Hirschhausen plädiert für einen bewussteren Lebensstil, ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu schwingen.
Kritisch anzumerken ist lediglich, dass manche Themen etwas oberflächlich behandelt werden und einige Witze sich wiederholen, wenn man andere Bücher von ihm kennt.
Fazit: Eine gelungene Mischung aus Wissenschaft und Humor, die sowohl unterhält als auch bildet. Empfehlenswert für alle, die mehr über die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Körper und Psyche erfahren möchten - und dabei auch noch lachen wollen.
- T Cooper
Changers - Band 1, Drew
(273)Aktuelle Rezension von: anna_schwppsViel zu lange ist dieses Buch in meinem Regal verstaubt, obwohl mich der Klappentext so angesprochen hat. Vielleicht hat sich das aber auch gelohnt, denn jetzt hatte ich wirklich richtig Motivation dieses Buch anzugehen und es hat mir wirklich gut gefallen.
Aber mal von Anfang an. Ethan bzw. Drew erzählt die Geschichte selbst, weshalb der Schreibstil sehr locker und jugendlich, aber nicht unangenehm jugendlich ist. Dabei umfasst die Handlung eine Zeitspanne von einem Jahr, wodurch einige Lücken entstehen. Manchmal ist das etwas schade, da Konflikte auftauchen und nicht richtig aufgelöst werden.
Das Prinzip der Bücher finde ich aber unheimlich interessant, weshalb ich unbedingt dran bleiben möchte. Ethan verändert sich als Drew sehr und entwickelt sich zu einer/einem coolen Protagonist*in, weshalb ich gespannt bin, welche Entwicklungen er*sie noch durchlebt.
Fazit: Changers ist ein kurzweiliges Buch, das einem aber ganz viel Unterhaltung bietet. Trotz kleiner Schwächen bin ich mehr als gespannt, was mich noch entwickelt.
- Giulia Enders
Darm mit Charme
(92)Aktuelle Rezension von: SunsyDieses Thema ist faszinierend und wirklich wichtig für uns alle, denn wenn der Darm gesund ist, fühlt sich der ganze Mensch gut. Die Autorin bringt uns alles rund um den Darm so routiniert, einfühlsam und plastisch, oft sogar recht witzig zu Gehör, dass es wirklich Freude macht, zuzuhören.
Ich befasse mich ja schon länger mit dem Thema, habe auch einem Kongress per Internet beigewohnt, bei dem ich viel gelernt habe und auch gleich das nötige Equipment bestellen konnte, um selbst fermentieren zu können. Vieles habe ich ausprobiert und bin bei drei Dingen hängen geblieben: selbstgemachtem Joghurt mit lebenden Kulturen, Kombucha und Kimchi.
Mir hat das Hörbuch wirklich ausgezeichnet gefallen, vieles kommt so auch viel verständlicher rüber, als wenn man auf einem Kongress den Wissenschaftlern zuhört. Die Autorin liest selbst und so gut, als würde sie nichts anderes tun, als Hörbücher einzulesen. Klasse, wirklich!
Meine Bewertung: 10/10 Punkte.
https://sunsys-blog.blogspot.com/2025/05/gehort-darm-mit-charme-giulia-enders.html
- Anna Savas
Four Houses of Oxford – Brich die Regeln
(341)Aktuelle Rezension von: buecherwuermchen_lau"Four houses of Oxford" stand solange ungelesen in meinem Regal, da musste ich es endlich befreien. Denn dieses Cover hat mich immer wieder angelächelt und ich wurde immer neugieriger, was hinter diesem wunderschönem Cover steckt. Es ist tatsächlich auch mein erstes Buch der Autorin gewesen, aber mit ihrem einfachen und leichtem Schreibstil konnte sie mich direkt abholen und ich brauche unbedingt mehr Bücher von ihr!
Ich finde Bücher, die an Schulen, Internaten oder Universitäten spielen, haben immer das gewisse Etwas, was das Buch mich nur noch mehr in den Bann zieht. Und hier war es nicht anders. Wirklich ab der ersten Seite an, konnte mich das Buch catchen und ich bin selten aus dem Staunen rausgekommen. Die Autorin hat da wirklich ein sehr sehr schönes und spannendes Buch geschrieben, welches definitiv mehr Aufmerksamkeit brauchen tut!
Die Charaktere, das Setting, die Geheimnisse und die Spiele der vier Farben - alles hat so gut miteinander gepasst, sodass sich die Geschichte ganz einfach und schnell weg lesen lassen hat. Ich bin definitiv begeistert und kann es kaum abwarten den nächsten Teil zu lesen!
- Daniela Dröscher
Lügen über meine Mutter
(282)Aktuelle Rezension von: zickzackDaniela Dröscher versetzt sich zurück in ihre Kindheit in den 80er und erinnert sich daran, wie es in ihrer Grundschulzeit war. Ihr Vater hat immer stärker das Übergewicht seiner Frau für seine Misserfolge verantwortlich gemacht: berufliche Beförderung, sozialer Aufstieg, Ansehen in der Dorfgemeinschaft. Immer wieder reflektiert Daniela in der Gegenwart darüber, was eigentlich passiert ist und wie ihre Perspektive auf ihre Mutter durch die Einflüsse durch ihren Vater, aber auch dem Gesellschaftsdruck beeinflusst wurden.
Dieses Buch hat mich mehr und mehr einfach nur wütend gemacht. Wie der Vater die Mutter behandelt hat… Wie man sich erdreisten kann, solche unsensiblen Sprüche von sich zu geben, geht mir nicht in den Kopf. Nur, weil es dem Ansehen schaden könnte, wenn man sich mit „so einer dicken Frau“ blicken lässt.
Und dann kam er immer wieder mit seinen fixen Ideen, weil ihm irgendetwas Tolles eingefallen ist und da war es auch ganz gleich, wie es den anderen Familienmitgliedern schaden könnte.
Dieses ständig schlechte Klima unter den Eltern, die ständigen Streitereien, denn die Mutter hat wenigstens öfters Paroli gegeben und sich nicht alles von ihrem Mann gefallen lassen hat (auch wenn sie oft genug, viel zu oft, den Frieden willen sich gebeugt hat), Ela darunter gelitten hat. Sie hat sich immer wieder Sorgen wegen den Streitereien gemacht und hat versucht als Vermittlerin zu agieren, was natürlich nur sehr semi geklappt hat. Als 8jährige kann sie da einfach wenig machen.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Im Prinzip bin ich immer wieder erstaunt, an wie viele Details sich manche aus ihrer Kindheit erinnern können, denn gefühlt kann ich mich nur an sehr wenig erinnern. Es war mir auch neu, dass man sich als so junges Kind so hineinsteigern kann, dadurch schlechter schläft und wieder zum Bettnässer wird. Aber das liegt einfach daran, dass ich nie in so einer schwierigen Situation war und wohl vom Charakter, Mentalität anders als Daniela bin. Jedes Kind wird auch nicht so reagieren wie Ela.
Meine Eltern hatten auch immer wieder mal Diskussionen, aber zum Glück ging es nicht um das Gewicht meiner Mutter oder sonst persönliche Dinge, sondern um eher profanere wie, ob wir uns einen Garten zulegen, wohin wir in den Urlaub fahren (ob wir überhaupt fahren), wegen sonstigen kleinen Anschaffungen. Also ich habe mich dabei meist rausgehalten und eher zurückgezogen. Tatsächlich war es auch, dass oft mein Vater seinen Dickkopf durchgesetzt hat und wenn sich später meine Mutter in Abwesenheit meines Vaters über ihn beschwert hat, dann habe ich versucht etwas zu besänftigen. Ich wollte mich aber nicht auf eine Seite stellen, sondern nur, dass wieder der Haussegen geradegerückt wird.
Ich kann mich daher schon hineinversetzen, wenn solche Streitereien über Jahre gehen, man auf die Launen des Vaters achten muss und sich genötigt fühlt, nicht alles zu erzählen, um einen Streit zu verhindern, dass das sehr belastend ist – besonders wenn es um ein so persönliches Thema wie den eigenen Körper geht. Ihre Mutter tat mir so leid, sooft sie von ihrem eigenen Mann verletzt wurde. Irgendwo wird sie sich ihres Übergewichts selbst bewusst gewesen sein und bestimmt auch nicht immer gerade glücklich darüber gewesen sein.
Er hat das Selbstbewusstsein von ihrer Mutter mehr und mehr zerstört. Auch wenn es nicht direkt gesagt wurde, hat man es doch beim Lesen gespürt, wie ihre Mutter sich mehr und mehr zurücknahm und bestimmte Situationen verhinderte. Besonders schlimm wurde es, als der Vater versuchte Ela für sein Belangen, dass die Mutter doch endlich abnehmen sollte, mit einspannen versuchte. Ela, die sich zwischen den Stühlen befand und für ihre Mutter, die das Gefühl bekam, dass jeder gegen sie war.
Bei einer Aussage im Buch musste ich schlucken, als Elas Mutter meinte, dass man sie noch so weitertreiben würde, dass sie einfach an einen Baum fährt. Tatsächlich hat meine Mutter in einer sehr starken Phase so einen Satz auch mal am Esstisch fallen lassen. Mein Vater und ich haben in dem Moment nichts darauf erwidert, weil uns wohl dafür die Worte gefehlt haben. Ein paar Jahre später hat sich meine Mutter für die Aussage entschuldigt, dass sie es einfach so gesagt hat. Es hat mir aber auch in dem Fall verdeutlicht, wie schlecht es ihr in der Phase ging und als meine Mutter das gesagt hatte, war ich wesentlich älter als Ela, die ja eine ganze Weile gebraucht hat bis sie die Worte verarbeitet hatte und irgendwann von allein gefragt, wie ernst ihre Mutter das gemeint hatte.
Ich habe nicht so ganz verstanden, wie es zu der Schwester kommen konnte. Anscheinend wollte die Mutter ja kein weiteres Kind und der Vater hat es wohl auch nicht so wirklich angestrebt. Sie wollte es wohl aus dem Grund nicht, weil sie schon ahnte, was es sie kosten würde – ihre Selbstständigkeit, je wieder in ihrem Beruf zurückzufinden. War es in den 80er noch nicht so verbreitet, einfach zu verhüten? Ich muss sagen, dass ich mich da nicht so auskenne. Es hat mich nur irritiert.
So beim Lesen fand ich es irgendwann befremdlich, dass Daniela über so persönliche Dinge spricht. Ich habe mich gefragt, wie ihre Mutter das finden wird. Es gab ja nach dem Kapitel meist gegenwärtige Einordnungen, wo sie auch noch einmal ihre Mutter mit eingebaut hat und anscheinend als Erwachsene Fragen gestellt hat, um ein paar für sie damals schleierhafte Dinge aufzuklären. Ich fragte mich nur, wenn ihre Mutter das Buch gelesen hat, wie es für sie sein musste, zu lesen, wie ihre 8jährige Tochter damals über ihr Übergewicht gedacht hat. Die Szene im Freibad zum Beispiel oder wenn ihre Tochter plötzlich angefangen hat, dass diese ihren Vater recht gab. Das hat sie zwar ab einen gewissen Punkt selbst erlebt, aber das noch einmal so zu lesen…
Andererseits fand ich es gut, dass sie diese Zeit noch einmal aufgearbeitet hat, was bestimmt wichtig für Daniela und auch ihre Mutter war. Dennoch, das so zu veröffentlichen erfordert Mut. Wenn in meiner Familie so etwas passiert wäre, ich weiß nicht, ob ich das hätte veröffentlichen können.
Fazit: Mich hat das Buch stark in seinen Bann gezogen. Die Autorin hat sich in ihr kindliches Ich zurückversetzt und dies gut aufgefasst und beschrieben. Es hat mich stellenweise beim Lesen so wütend gemacht, auf alle Figuren. Allen voran ihren Vater, der nicht grundlegend ein schlechter Mensch war, aber in vielen Aspekten so ein Arsch. Zum Ende hin wurde es immer unfassbarer, als es mit den Schmerzen bei der Mutter anfing und er das lapidar abtat. Unglaublich sowas. Auf Ela, die sich auf gewisse Weise von ihrem Vater einspannen ließ, aber das war nur in dem Moment des Lesens so, weil mir ja bewusst war, dass sie noch ein Kind war und sowieso die ganze Zeit zwischen den Stühlen stand. Aber auch auf ihre Mutter, die einfach nicht den Mut und die Entschlossenheit aufbringen konnte, sich von ihrem Mann zu trennen. Es wäre für alle Beteiligten am Ende besser gewesen, für sie und auch die Kinder, die dann nicht mehr den Streitereien ausgesetzt gewesen wären. Das Buch war eine Berg- und Talfahrt. Denn wenn es gut lief, dann konnte man darauf warten, bis wieder ein besonders hässlicher Kommentar des Vaters kam. Aufwühlend und ehrlich war das Buch. 5 Sterne.
- Kira Mohn
The Sky in your Eyes
(455)Aktuelle Rezension von: PunktundKommaAuf den ersten Band »The Sky in your Eyes« der Dilogie von Kira Mohn bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Die New-Adult-Autorin ist in ihrem Metier wahrlich kein unbeschriebenes Blatt, mir bis dahin allerdings noch unbekannt gewesen. Dass ich schließlich zu dem Buch gegriffen habe, lag vor allem am Thema: Ich finde es immens wichtig, dass Themen wie Selbstfindung, Bodyshaming oder übergriffiges Verhalten am Arbeitsplatz, der Schule etc. in der Literatur für junge Erwachsene mutig hervorgehoben werden.
Leider muss ich sagen, dass mich die Umsetzung der Geschichte rund um die Protagonistin Elín nicht komplett überzeugen konnte. Die Handlung plätscherte für meinen Geschmack etwas zu sehr dahin, und Elíns ständig kreisende, negativ geprägte Gedanken waren auf Dauer ziemlich anstrengend. Mir hat hier einfach der überzeugende Entwicklungsprozess gefehlt.
Was mich jedoch absolut begeistert und durch das Buch getragen hat, war Elíns Leidenschaft: das Kochen! Die Protagonistin versucht nach einer toxischen Beziehung durch einen veganen Kochkurs zu sich selbst zu finden. Da ich unglaublich gerne Rezepte aus Büchern nachkoche, war dieses atmosphärische Setting für mich das eigentliche Highlight.
Fazit: Wer eine tiefgründige Figurenentwicklung sucht, wird hier vielleicht nicht ganz glücklich. Wer aber Lust auf eine gemütliche Island-Atmosphäre und tolle Inspirationen für die Küche hat, macht mit dem Buch absolut nichts falsch!
👉 Die ausführliche Rezension sowie meinen großen Geschmackstest zur veganen Räuchertofu-Bolognese aus dem Buch findet ihr ab sofort auf meinem Blog: https://www.buchleserin.de/2026/05/29/the-sky-in-your-eyes/
- Kyra Groh
The Iced Caramel Coffee Agreement
(317)Aktuelle Rezension von: RominaaThe Iced Caramel Coffee Agreement hat mich völlig unerwartet zu einem meiner Jahreshighlights gemacht. Dabei bin ich eigentlich überhaupt kein Konzertmensch und Musik spielt in meinem Alltag eher nebenbei eine Rolle – trotzdem hat mich Kyra Groh mit dieser Geschichte komplett abgeholt.
Besonders geliebt habe ich die Kleinstadtatmosphäre und die Figuren. Ich wollte dieses Buch irgendwann eigentlich gar nicht mehr beenden, weil ich einfach noch länger in dieser Welt bleiben wollte. ☕💛
Der Humor ist allerdings wirklich sehr präsent. Gefühlt wartet in jedem Absatz ein Spruch, ein Witz oder eine schlagfertige Bemerkung. Stellenweise war mir das sogar etwas zu viel und ich brauchte zwischendurch kleine Lesepausen. Trotzdem hat das meiner Begeisterung für die Geschichte am Ende keinen Abbruch getan.
Jetzt freue ich mich umso mehr auf die Fortsetzung – vor allem, weil ich die zukünftige Protagonistin momentan noch unglaublich anstrengend finde. 😅 Gerade deshalb bin ich wahnsinnig gespannt darauf, wie sie sich entwickeln wird.
Ein unerwartetes Jahreshighlight, dessen Welt ich am liebsten noch gar nicht verlassen hätte.
- David Levithan
Letztendlich geht es nur um dich
(188)Aktuelle Rezension von: booksforeverNachdem ich den ersten Band schon vor einiger Zeit gelesen habe und mich nicht mehr in allen Details an die Handlung erinnert habe, mochte ich den zweiten Band der Reihe ganz gerne. Allen voran war Rhiannon ein großer Pluspunkt für mich, denn dieses Mal wird die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. An sich war der Großteil der Geschichte die Handlung aus Band 1 nur eben nicht aus der Sicht von A, sondern aus Rhiannons Perspektive. Mit ihr bin ich eher warm geworden als mit A, weshalb mir die ganze Geschichte aus ihrer Sicht viel besser gefallen hat. Allerdings gab es nur auf den letzten Seiten etwas wirklich Neues, sodass ich am Ende mit gemischten Gefühlen hinausgehe.
- T Cooper und Allison Glock-Cooper
Changers - Kim
(62)Aktuelle Rezension von: SillivLeider ist es zu lange her, dass ich noch Details aus Band 2 kenne, deshalb war ich nicht ganz drin, aber spannender Schluss, so dass ich jetzt keinen Fehler mache und gleich Band 4 lese. Aber es wurde sehr viel hinterfragt und philosophiert, etwas zu viel Geschwafel.
Kim lernt selbstbewusst zu sein. Wohnt bei den RaChas und merkt, was Haushalt bedeutet, dass war ganz gut so.
- William Davis
Weizenwampe
(57)Aktuelle Rezension von: TaehtiWer viel Weizen ist, nimmt zu. Klar - Kohlenhydrate.Dass Weizen hochgezüchtet und verändert ist, das weiß auch so ziemlich jeder.In diesem Buch werden von einem amerikanischen Arzt die Folgen vom Weizenkonsum aufgedeckt. Ob und was davon ein Leser mitnimmt, ist einem selbst überlassen.
Fakt ist auf jeden Fall, dass er mit der Aussage nicht ganz unrecht hat: Weizen wurde die letzten Jahrzehnte verändert und es gibt immer mehr Intoleranzen.
Für uns wird Weizen/Gluten zukünftig noch eingeschränkter auf dem Speiseplan stehen - ganz verzichten wird wohl eher weniger funktionieren. Zwar nicht aufgrund des Buches, aber aufgrund der Probleme in der Familie.
Abzug der Sterne gibt es, da es sehr sehr wissenschaftlich gehalten ist und ich irgendwann auch die Seiten mit den Abhandlungen überblättert habe. Eine kurze Info darüber ist gut, zu viel ist aber auch hier nicht gut. V.a., weil man sich vorher echt gut mit Biologie und Chemie auseinandersetzen müsste.
Aber vielleicht hilft das Buch auch ein wenig zum Umdenken! - Melanie Meier
Bloody Qindie präsentiert: Besessen: Halloween-Special
(16)Aktuelle Rezension von: YoyomausZum Inhalt:
Höllenmäßiger Besuch ... Kampf gegen innere und äußere Geister ... Bedrohung der Menschheit ... oder nur eines Einzelnen. Finden Sie heraus, was das Jenseits vom Diesseits unterscheidet. Lernen Sie die Möglichkeiten eines Ifrits kennen. Mieten Sie sich zur Abwechslung mal einen Körper. Tauchen Sie ein in die Abgründe der menschlichen Seele, leben und leiden Sie mit. Bloody Qindie präsentiert erneut deutsche Dark Fantasy Kurzgeschichten mit Gänsehautfeeling.
10 Qindie-Autoren nehmen Sie mit in die Abgründe ihrer Fantasien, denen eines gemeinsam ist: Sie alle sind „Besessen“.
Folgende Geschichten sind enthalten:
Fließen – Melanie Meier
Die Kunst des Überlebens – matì
Gelee – Divina Michaelis
Bubu – Nike Mangold
Glitzernde Scherben aus Dunkelheit – Katharina Gerlach
Der Jenseitsapparat – matì
Rent a Body, Inc. – Jana Oltersdorff
Der Besucher – Selma J. Spieweg
Lass mich frei! – Martina Bauer
Pranger – Kathleen Stemmler
Rendezvous mit dem Nachtalb – L.U. Ulder
Die trügerische Lust der Weiber von Fallensham – matì
Eine unheilige Wette – Divina Michaelis
Mit der Geschichtensammlung "Bloody Qindie präsentiert: Besessen - Halloween Special" veröffentlichen 10 Autoren aus dem Qindie-Universum eine durchaus interessante Ansammlung an Gruselwerken. Es wird sich mit paranormalen Wesen und menschlichen Abgründen beschäftigt.
So treffen wir gleich als Einstiegsgeschichte auf einen besessenen Autor. Die Geschichte an sich ist nach mehrmaligem Lesen ganz nett, hat mich persönlich aber erst einmal davon angehalten weiter zu lesen, da sie mir keinen Spaß gemacht und mich verwirrt hat. Wer die erste Geschichte überwunden hat, trifft dann unter anderem auf einen mordlüsternen Bären, auf einen verwunschenen Spiegel in dem ein Dämon haust, einen besessenen Laptop, einen altraumspinnenden Nachtalb sowie auf ein vermehrungswütiges Gelee, einen Körperwandler, einen verrückten Mörder und auf Geister. Jedoch sind nicht alle Geschichten so gruselig, wie man sich das vielleicht bei einem Halloween-Special erhofft. Viele Geschichten sind zwar sehr gut geschrieben, bauen aber die gruselige Stimmung einfach nicht auf. Statt dem Gruselfaktor werden dem Leser statt dessen viele explizite Sexszenen oder -fantasien geliefert, die sicher nicht jedermanns Geschmack sind. Zeitweise mutet es fast sogar ein bisschen so an, als hätten manche Autoren ihr Ziel verfehlt. Gerettet wird das Ganze dann wieder durch Geschichten, die sich wirklich sehen lassen können. Welche Geschichte mir hier besonders gut gefallen hat und wirklich Stimmung gemacht hat war die Story von Katharina Gerlach "Glitzernde Scherben in der Dunkelheit" und "Die Kunst des Überlebens" von mati. Diese sind mir besonders in Erinnerung geblieben.
Empfehlen möchte ich das Buch all jenen, die eine Anthologie für Zwischendurch suchen. Die Geschichten sind angenehm von der Länge und lassen sich bequem häppchenweise in der Pause lesen. Wer jedoch richtig guten Horror sucht, der sollte hier die Finger davon lassen. Emotionen werden in so mancher Geschichte zwar aufgebaut, aber das richtig große Herzrasen, die beklemmende Stimmung, die bleiben aus, was ich wirklich schade finde. Außerdem sollte man auch darauf gefasst sein, dass sich in die ein oder andere Geschichte Rechtschreibfehler geschlichen haben, die den Lesefluss kurz unterbrechen.
Idee: 4/5
Emotionen: 3/5
Logik: 3/5
Spannung: 2/5
Gesamt: 3/5 - Joachim Meyerhoff
Hamster im hinteren Stromgebiet
(97)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWie fragil das Leben ist, wird in diesem fünften Band des begnadeten Erzählers Joachim Meyerhoff äußerst plastisch, aber auch sehr kurzweilig dargestellt. Und zwar, wie gewohnt, anhand eigener in Romanform geschilderter Erlebnisse. Ob man das „Ereignis“ als Schlaganfall, Hirnschlag oder medizinisch korrekt als Apoplex bzw. Apoplexia cerebri bezeichnet, ist jedenfalls nebensächlich, da das Ergebnis im Allgemeinen dazu führen wird, das Leben als das wahrzunehmen, was es ist: äußerst kostbar – weil gleichzeitig so verletzbar.
Allerdings ist der Umgang damit entscheidet dafür, wie ein solcher Einschnitt ins Leben verarbeitet werden kann. Natürlich ist dies abhängig von Ort und Schweregrad eines solchen „Anfalls“. Darin hat der Autor, bei allem Unglück auch ein wenig Glück gehabt; das Kleinhirn ist betroffen und sorgt für so manches Koordinationsproblem im Bewegungsablauf. Aber da der präfrontale Cortex noch einwandfrei funktioniert und auch der Hippocampus mitspielt, kann der Autor auch in dieser Situation in gewohnter Weise, seine Lage analysieren. Dies geschieht teils im Plauderton, teils in recht drastischen Beschreibungen, aber immer so, dass der Ernst der Situation nicht komplett in der Komik verschwindet.
Aber will man es wirklich immer so genau wissen („Ich hatte plötzlich am linken Handballen ein wenig Schei…e.“ […] Ich hoffe im Reifenprofil des Rollstuhls etwas zu finden, doch die Herkunft des Kots blieb mir schleierhaft.“), will man an jedem Fitzelchen seines Lebens (zuhauf Rückblicke en détail) so teilnehmen, als wäre man ein Familienmitglied oder würde hier etwas weniger Drumherum und im Gegenzug ein mehr an Hintergrundinformationen dem Ernst der Situation eher gerecht. Denn schließlich kann es jeden treffen. Und da wäre es ganz gut gewesen, neben all den wichtigen persönlichen Erfahrungen auch etwas mehr über die Erkrankung selbst zu erfahren.
Sprache hilft heilen, so könnte man auch die Quintessenz dieses Buches beschreiben oder mit den Worten des Autors: „Eine Katastrophe wird schon dadurch eine andere, dass die Worte andere sind.“ Dabei hilft das Wienerische offensichtlich kolossal: „‘Da hatten S‘ Glück. Des war ja nur a Schlagerl, das a bisserl bamstig macht.“‘ Neben den anmutigen Teilen der Erzählung finden sich auch immer wieder Sätze, die man gerne festhalten möchte: „Wann war uns das Staunen über den Fortschritt abhandengekommen? Und wann, fragte ich mich, war die Dankbarkeit darüber, dass Dinge funktionierten, zum bloßen Anspruch verkommen?“
Aber vor allem gilt, und das wird in dieser Erzählung besonders deutlich: Es kann jeden treffen – und dann ist es gut, wenn man in einer solchen Situation nicht allein ist auf dieser Welt.
(10.8.2022)
- Han Kang
Deine kalten Hände
(109)Aktuelle Rezension von: Janine_HagenEin erneutes Meisterwerk und nicht umsonst Ausgezeichnet. Ich habe es am Stück gelesen wie alle Werke von ihr. Sie schafft es immer wieder ein unangenehmes Gefuehl zu hinterlassen und einen zum Nachdenken anzuregen. Auch noch 3 Jahre nachdem ich es gelesen habe erinnere ich mich an die Handlung und die Magenschmerzen.
- Karsten Dusse
Achtsam morden durch bewusste Ernährung
(102)Aktuelle Rezension von: Das_LesedingInhalt:
Björn ist dick geworden und erkennt die Notwendigkeit der bewussten Ernährung.Meinung:
Mein erstes Buch, welches ich aus dieser Reihe selbst gelesen und nicht gehört habe und es war bedauerlicherweise enttäuschend. Ich habe keine Ahnung, ob mich die Stimme von Karsten Dusse sonst so verzaubert hat oder, ob dieser Teil der Reihe wirklich schlecht war.
Schon der Einstieg war befremdlich. Björn beschreibt seine Körperfülle und seine Fressattacken zwischen einem Haufen Haschisch im Kindergarten. Dass nicht alles gesetzestreu im Hause Diemel läuft, ist klar, aber irgendwie waren mir diese Beschreibungen schon zu heftig bzw. essenstechnisch zu eklig und das Thema Hasch ist eh nicht meins. Es wurde dann auch nicht besser als es mit dem Ernährungsthema begann, denn es wirkte nicht durchdacht bzw. authentisch. Eher erhielt es den Anschein, als würde der Autor etwas wiedergeben, was er sich mühsam angelesen, aber selbst nicht zu 100 % verstanden hat. Es wirkte stellenweise belehrend und auch widersprüchlich. Der eigentliche Krimi kam deutlich zu kurz und war vorhersehbar und damit langweilig. Vielmehr ging es um die Themen Ernährung, Haschisch, Klima, Bildung und wie man sich schwarz ein paar Euro mehr verdienen könnte – allerdings wenig differenziert. Ich kann mich nicht erinnern, dass die vorherigen Teile auch so langatmig und belehrend waren oder ob es tatsächlich einen Unterschied macht, die Bücher zu hören oder zu lesen. Zumindest hat mir ganz viel Joshka Breitner gefehlt, denn den gab es fast nur in den Kapitelüberschriften, mit seinen Zitaten.Cover:
Das Cover passt zu den anderen Bänden und spiegelt den Inhalt gut wider.Fazit:
Der schwächste Teil der Reihe. Wer einen Ernährungsratgeber mit ein bisschen Krimi lesen möchte, wird hier aber fündig. Für alle, welche einen Björn Diemel mit Sascha erleben wollen, ist das Buch allerdings nichts. Daher vergebe ich nur 2 Sterne, weil es mich nicht überzeugen konnte. - Amber Auburn
Fuchsrot
(141)Aktuelle Rezension von: Julia_SorekWieder eine Reihe mit mehreren Episoden die ich angefangen habe und auch sie war wirklich toll :) :D
Die Protagonistin ist super sympathisch, mit ihren 16 Jahren noch sehr jung aber trotzdem sehr erfrischend :D
Die Episoden finde ich immer super toll für zwischendurch, da sie sich einfach vom Schreibstil her lesen und sie kurz sind :D :)























