Bücher mit dem Tag "kokain"
64 Bücher
- Lena Kiefer
Westwell - Heavy & Light
(832)Aktuelle Rezension von: Mia130111Mein 1. Romance Buch nach meinem Flopp „Icebreaker“😂
Nachdem ich von Icebreaker sehr enttäuscht war habe ich erstmal 2 Jahre lang kein Romance Buch mehr angerührt bis mir meine liebe Clara (clary_s.books) dann gesagt hat, dass ich es unbedingt lesen soll.
Und ich danke Gott, dass ich es getan habe🤩
🗽Handlung:
UNSERE GESCHWISTER STARBEN, WEIL SIE SICH LIEBTEN. JETZT SIND WIR DAZU BESTIMMT, EINANDER ZU HASSEN.
ABER WAS, WENN DAS UNMÖGLICH IST?
Als Helena Weston nach New York zurückkehrt, hat sie nur ein Ziel: den Ruf ihrer Schwester wiederherstellen, koste es, was es wolle. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Valerie und ihre große Liebe Adam nach einer Partynacht tot in ihrer Hotelsuite aufgefunden wurden, und seitdem lässt Adams Familie keine Gelegenheit aus, Valerie die alleinige Verantwortung am tragischen Tod der beiden zu geben.
Einzig Helena glaubt fest an die Unschuld ihrer Schwester, und sie setzt alles daran, herauszufinden, was in jener schicksalhaften Nacht wirklich geschehen ist.
Aber auf der Suche nach der Wahrheit kommt ihr ausge rechnet Jessiah Coldwell - Adams jüngerer Bruder - in die Quere. Helena weiß, dass sie Jess eigentlich mit jeder Faser ihres Seins hassen müsste. Und doch weckt er Gefühle in ihr, gegen die sie schon bald machtlos ist ...
🗽Tropes:
~Forbidden Love
~Enemies-to-Lovers
~High Society
~He falls first and harder
🗽Charaktere:
>> Helena:
kehrt nach Jahren zurück nach New York, um die Unschuld ihrer verstorbenen Schwester Valerie zu beweisen. Sie ist willensstark, loyal und fest entschlossen, die Wahrheit über die Tragödie herauszufinden.
>> Jessiah:
leidet schwer unter dem Verlust seines Bruders Adam, für dessen Tod er Helenas Familie verantwortlich macht. Er ist beschützerisch, pflichtbewusst und versucht, den Erwartungen seiner elitären Familie im Familienunternehmen gerecht zu werden.
🗽Meine Meinung:
WOOOOOWWWW🤩🤩
Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich das Buch sooo lieben werde, aber schon alleine dadurch, dass es high Society ist ->😨😌🤩
Diese Tension und immer mehr werdende Anziehung zwischen Jess und Helena ist einfach unglaublich!!
Und dann auch noch das Geheimnis um den Tod ihrer Geschwister macht die Story nochmal mehr interessanter und süchtig machend😨
❗️Ich habs geliebt - und das sage ich als Nicht-Romance-Leserin❗️
- Und ich hab Band 2 noch nicht daaaaaa😭😭😭😭
- Stephen King
In einer kleinen Stadt (Needful Things)
(642)Aktuelle Rezension von: LuliaIn der Kleinstadt Castle Rock eröffnet der charmante und mysteriöse Leland Gaunt einen Antiquitätenladen namens „Needful Things“ in dem jeder sein Lieblingsstück zu einem niedrigen Preis inklusive kleinen Streich erstehen kann, wodurch sich Castle Rock langsam in ein Pulverfass verwandelt, was nur noch von Sheriff Alan Pangborn aufgehalten werden kann. Die sehr stille Handlung weist vor allem in ersten Viertel einige Längen auf, die zäh wirken und das Erzähltempo stark abbremsen.
Bei den Protagonisten steht sowohl der manipulative Gaunt als auch der vom Leben gezeichnete Alan im Zentrum der Handlung, die sehr gegensätzlich dargestellt werden, was zu einer interessanten Handlungsdynamik führt. Nebenprotagonisten sind zahlreich vorhanden und tragen gekonnt zum Facettenreichtum der Handlung bei.
Wer stille Gruselgeschichten mit psychologischer Tiefe und markanten Charakteren mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist bildhaft, detailreich und von einem feinen Humor durchzogen.
Einziger Minuspunkt: Die zähen Passagen, vor allem im ersten Viertel, mindern den Lesespaß ein wenig.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Benjamin von Stuckrad-Barre
Panikherz
(129)Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider
Benjamin von Stuckrad Barre wächst etwas abgeschirmt auf, denn seine Eltern sind typische Ökos und sein Vater Pastor. Als er von seinem Bruder abgelegte Klamotten bekommt und im örtlichen Musikladen Schallplatten entdeckt, ist er plötzlich in einer anderen Welt. Udo Lindenberg wird sein Held, sein Idol und als er heran wächst und anfängt zu arbeiten, schreibt er über Udo und er vernichtet ihn in seinen Kritiken. Sein Held fällt und Benjamin irgendwie auch. Sein Leben ist unstet und wie eine Achterbahnfahrt und er nimmt Drogen, experimentiert mit vielen Stoffen und entwickelt eine Essstörung. Aber er hat auch Höhepunkte und darf Udo treffen und lernt ihn kennen, findet in ihm einen Freund. In den USA trifft er auf einen Held der Buchbranche, Bret Easton Ellis und verbringt berauschte Nächte mit ihm und kommt doch auch wieder runter. Ein Buch mit Udo Lindeberg, über Udo Lindenberg und ein Buch von und über Benjamin von Stuckrad Barre. Er nimmt uns mit auf seinem wilden Ritt durch seine Kindheit und Jugend und sein aufregendes Erwachsenenleben und wir dürfen Backstage sein und viele Prominente treffen. Raschzustände, Sex, Angst, Neuanfang, Absturz, alles ist dabei und am Ende immer ein Udo Song.
- Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes - Sämtliche Werke in drei Bänden
(35)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
London, Ende des 18. Jahrhunderts: Es gibt nur einen, der noch helfen kann, wenn man in Schwierigkeiten steckt und dringend einen Ermittler braucht, aber die Polizei nicht ins Vertrauen ziehen kann oder will: Der brillante Detektiv Sherlock Holmes. Gemeinsam mit seinem Freund Dr. John Watson nimmt er sich vermeintlich hoffnungsloser Fällen an und begibt sich in London und Umgebung auf Verbrecherjagd und auf die Spur rätselhafter Vorkommnisse aller Art. Selbst die Polizei bittet Sherlock Holmes zuweilen um Rat, wenn sie bei besonders kniffligen Kriminalfällen an ihre Grenzen stößt...
„Sicher würde niemand meinen Beruf ergreifen, den die Gefahr nicht reizt.“ (Die Erzählungen II, S. 732/733)
„Ich bin zwar nicht das Gesetz, aber ich repräsentiere die Gerechtigkeit, soweit meine schwachen Kräfte ausreichen.“ (Die Erzählungen II, S. 733)
Meine Meinung:
Ich bin mit hohen Erwartungen an die Romane und Kurzgeschichten über Sherlock Holmes und Dr. John Watson herangegangen, weil ich die beiden Charaktere zuvor bereits durch diverse Film- und Serienadaptionen liebgewonnen hatte, die ich allesamt toll gefunden hatte (u.a. 1940er-Jahre-Filme mit Basil Rathbone, die 2000er-Jahre-Filme mit Robert Downey Jr. und die moderne Serienadaption aus den 2010er-Jahren mit Benedict Cumberbatch). Entsprechend gespannt war ich nun endlich die Originalgeschichten kennenlernen mit denen vor über 100 Jahren (!) alles seinen Anfang genommen hat.
Sowohl die Romane als auch die Kurzgeschichten haben mich begeistert und ich fand sie sehr mitreißend. Es wird eine richtig gelungene Mischung aus spannenden, lustigen, gefährlichen, traurigen, dramatischen und nachdenklich stimmenden Momenten geboten. Manche Fälle sind sehr bewegend und traurig, weil man erfährt welche persönlichen Tragödien und individuellen Leidensgeschichten dahinterstecken. Zudem überraschen viele Geschichten mit Auflösungen bzw. Wendungen, die man (ebenso wie Watson und die Polizei) nicht hatte kommen sehen. Es kam für mich zudem unerwartet, dass es auch mal vorgekommen ist, dass Sherlock Holmes zu spät kam um eine Person zu retten und er ihren Tod zu seinem großen Bedauern nicht mehr verhindern konnte. Außerdem gibt es auch Fälle in denen Sherlock Holmes den Täter absichtlich davonkommen lässt, weil er Verständnis für dessen Tat und sein Motiv aufbringen kann.
Eine große Stärke der Sherlock-Holmes-Erzählungen ist das lebendige Bild, das vom London des 18. Jahrhunderts und dem damaligen Leben entworfen wird. Zudem werden die Schauplätze sehr atmosphärisch beschrieben. Manche Fälle führen Sherlock Holmes zu abgelegenen herrschaftlichen Anwesen mit Geheimgängen/-zimmern während er bei anderen Gelegenheiten die Armenviertel von London aufsuchen muss und es kommt auch mal vor, dass Watson seinen Freund Holmes in einer Opiumhöhle suchen muss. Die Bandbreite an Verbrechen, sonstigen Vergehen und Rätseln die Holmes und Watson versuchen aufzuklären ist groß und das sorgt für Abwechslung (u.a. Mord, Spionage, Körperverletzung, Betrug und Diebstahl). Neben diesen „klassischen“ Fällen bekommen die beiden es z.B. auch mit Heiratsschwindel zu tun und in einen besonders außergewöhnlichen Fall stellt sich heraus, dass das „Mordopfer“ in Wahrheit Selbstmord begangen hatte und es diesen aus Rache wie Mord hat aussehen lassen, damit eine bestimmte Person als Mörder im Gefängnis landet. In einem weiteren ungewöhnlichen Fall bekommen es Holmes und Watson mit einem vermeintlichen Vampir zu tun. Die Täter denen die beiden auf die Schliche kommen entstammen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und ihre Motive sind äußerst verschieden. Mit manchen Tätern sympathisiert man ein Stück weit und kann deren Motiv nachvollziehen während man es bei anderen abstoßend und erschrecken findet welche niedrigen Beweggründe sie hatten bzw. dass sie aus reine Boshaftigkeit heraus gehandelt haben.
Sherlock Holmes ist ein ungemein interessanter und vielschichtiger Protagonist mit Ecken und Kanten. Manchmal missfällt seinen Mitmenschen seine etwas exzentrische und direkte Art. Er ist alles andere als leicht zu durchschauen und nach außen hin wirkt er meist ziemlich unnahbar und abweisend. Umso schöner und interessanter sind daher die Momente, die einem hinter diese Fassade blicken lassen und die sein gutes Herz offenbaren. Diesbezüglich ist eine meiner liebsten Szenen der Moment in dem Sherlock Holmes bei einem ihrer Abenteuer zu seinem großen Erschrecken feststellt, dass Watson verletzt worden ist (siehe Erzählung „Die drei Garridebs“):
„Sie sind doch nicht verletzt, Watson? Um Himmels willen, sagen Sie, dass Sie nicht verletzt sind!“ Es war eine Wunde wert – es war viele Wunden wert – die Tiefe der Loyalität und Liebe hinter jener kalten Maske kennenzulernen. Die klaren, harten Augen waren einen Moment lang getrübt, und die festen Lippe zitterten. Dieses einzige Mal erhaschte ich einen Blick auf ein großes Herz, ebenso groß wie der Verstand. (Die Erzählungen II, S. 680)
Auch in der Erzählung „Die Mieterin hinter dem Schleier“ zeigt Holmes eine sensible Seite und es ist rührend wie er über seinen Schatten springt und sich bemüht eine Frau zu trösten, der das Schicksal wirklich übel mitgespielt hat:
Dann streckte Holmes einen seiner langen Arme aus und tätschelte ihr in einer mitfühlenden Geste die Hand, wie ich es nur höchst selten bei ihm erlebt hatte. „Armes Mädchen!“, sagte er. „Sie armes Mädchen! Manchmal sind die Wendungen, die das Schicksal nimmt, schwer zu begreifen. Wenn es keinen Ausgleich für solche Qualen im Jenseits gibt, dann ist die Welt ein grausiger Scherz.“ (Die Erzählungen II, S. 821)
Holmes Verhältnis zu Frauen ist etwas kompliziert. Er ist ein überzeugter Junggeselle und ist Frauen gegenüber ziemlich misstrauisch und voreingenommen. Ursprünglich meinte er einmal, dass ihm keine Frau intellektuell überlegen ist, aber bei den Ermittlungen zu einem seiner Fälle (siehe Erzählung „Eine Skandalgeschichte im Fürstentum O.“) macht er dann die Bekanntschaft von Irene Adler. Ihr gelingt es Holmes auszutricksen und ihn zu „besiegen“. Watson berichtet dem Leser, dass er Holmes nach diesem Vorfall nie wieder hat sagen hören, dass es keine Frau gibt, die es mit ihm aufnehmen kann.
An Sherlock Holmes sind seine außergewöhnliche Beobachtungs-, Auffassungs- und Kombinationsgabe besonders bemerkenswert, aber das ist längst nicht alles. Was das Thema Spurensicherung und kriminaltechnische Untersuchungsmethoden anbelangt ist er seiner Zeit voraus. Er verfügt zudem über umfangreiche chemische Kenntnisse und kennt sich z.B. sehr gut mit exotischen Giften aus. Außerdem spricht er mehrere Sprachen (neben seiner Muttersprache Englisch versteht er auch Deutsch, Französisch, Italienisch und Latein). Entscheidend für seinen Ermittlungserfolg ist darüber hinaus seine hervorragende Menschenkenntnis und die Tatsache, dass er ein wahrer Verkleidungskünstler ist: Er versteht es meisterhaft nicht nur sein äußeres Erscheinungsbild komplett zu verändern, sondern auch seine Stimme, Mimik und Gestik zu verändern und er ist in der Lage die Umgangssprache einfacher Leute zu sprechen und mit Akzente zu sprechen. Auf diese Weise ist er in der Lage das Vertrauen unterschiedlichster Menschen zu gewinnen. Er verfügt auch über ein gutes Netzwerk aus Kontaktleuten und Informanten. Dazu zählt u.a. eine Bande von Straßenkindern, die er manchmal mit kleineren Aufgaben beauftragt. In gefährlichen Situationen und bei körperlichen Auseinandersetzung wird zudem deutlich, dass Holmes über gute Reflexe verfügt, ein guter Boxer ist und er generell sportlich ist.
Zum Leidwesen von der Polizei und dem armen Watson weiht Holmes sie in der Regel erst ganz am Schluss in seine Gedankengänge und Schlussfolgerungen ein. Davor macht er ihnen gegenüber wenn überhaupt nur kryptische Andeutungen, die sie mit Fragezeichen zurücklassen und hält sich nicht mit Erklärungen auf. So gibt es z.B. eine Szene in der Holmes Watson fragt, ob er abends Zeit hätte und Watson das ablehnt. Holmes sagt ihm dann daraufhin schlicht er solle trotzdem abends bei ihm vorbeikommen und dann verschwindet er ohne Erklärung und lässt den armen Watson einfach stehen. Ein weites unterhaltsames Beispiel dafür ist die folgende Szene aus der Erzählung „Der illustre Klient“:
„Ich stehe Ihnen zur Verfügung, Holmes.“ - „Gut, dann verbringen Sie die nächsten vierundzwanzig Stunden mit dem intensiven Studium chinesischer Keramik.“ Er gab keine Erklärungen und ich fragte auch nicht danach. Aus langjähriger Erfahrung hatte ich gelernt, dass es weise war, ihm zu gehorchen. (Die Erzählungen II, S. 705)
Eins der ersten Dinge, die mich besonders für Sherlock Holmes eingenommen haben ist die Tatsache, dass es ihm bei seiner Ermittlungsarbeit nicht um Ruhm oder Geld geht. Er lässt sich nicht davon beeindrucken, wenn ein potentieller Auftraggeber einflussreich und mächtig ist. Vielmehr sind es besonders raffinierte Verbrechen, rätselhafte Vorkommnisse und scheinbar aussichtslose Fälle denen er seine Aufmerksamkeit schenkt, denn er liebt die Herausforderung. Er nimmt sich Fällen an, die in besonderem Maße seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bedürfen. So kommt es, dass er nicht selten vermeintlich kleinen Fällen den Vorzug gibt, auch wenn ihm diese nur ein geringes bzw. gar kein Honorar einbringen. Dadurch dass Holmes kein Polizist ist, ist er auch nicht an Dienstvorschriften gebunden und kann zu recht unkonventionellen Ermittlungsmethoden greifen. Der Gute nimmt es mit den geltenden Gesetzen zuweilen nicht ganz so genau und bewegt sich auch gerne mal in gesetzlichen Graubereichen bzw. übertritt Gesetze einfach indem er z.B. heimlich eine illegale Hausdurchsuchung (oder sollte man Einbruch sagen?) durchführt um sich ein paar zusätzliche Beweise zu verschaffen. Das sorgt für spannende Momente und es ist dadurch weniger vorhersehbar was Holmes als nächstes vorhat. Interessant ist auch, dass es tatsächlich eine Handvoll Fälle gibt in denen Holmes den Täter davonkommen lässt, weil er dessen Verbrechen von einem moralischen Standpunkt aus gesehen nachvollziehen kann.
Bei all den Lobreden auf Sherlock Holmes darf man keinesfalls seinen treuen Freund und Ermittlungskollegen Watson vergessen, den man sehr schnell ins Herz schließt. Watson hat es wahrlich nicht immer ganz leicht mit seinem Freund Holmes, der ihn nicht oftmals ohne Erklärung mit irgendeinem ominösen Vorhaben überrumpelt, das die beiden dann nicht selten in Schwierigkeiten bringt. Watson ist ein richtig liebenswerter, netter, besonnener, geduldiger und loyaler Mann. Auf ihn kann sich Holmes immer verlassen und das ist besonders insofern wichtig als dass Holmes zuweilen auch etwas einsam wirkt und ziemlich niedergeschlagen ist. Insbesondere wenn Holmes gerade keinen spannenden Fall hat, der ihn auf andere Gedanken bringt, ist er manchmal sehr melancholisch, zieht sich zurück, sucht Trost im Opiumkonsum und scheint dem Leben nicht viel Schönes abgewinnen zu können. Gerade in solchen Momenten braucht es einen Freund wie Watson und bei der Aufklärung seiner Fälle wäre Holmes ohne ihn durchaus das eine oder andere Mal ziemlich aufgeschmissen gewesen.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es auch unter den relativ unbekannten Romanen bzw. Erzählungen richtig tolle gibt, die es verdient haben weitaus bekannter zu sein und bei denen es sich lohnt sie zu lesen. So hat mich beispielsweise der Roman „Das Tal des Grauens“ sehr begeistert, der für mich dem weitaus bekannteren Roman „Der Hund der Baskervilles“ in nichts nachsteht und mir sogar fast noch ein bisschen besser gefallen hat. Ich finde auch nicht, dass die späteren Erzählungen schwächer geraten sind als die früheren Erzählungen. So hat es mir z.B. sehr gefallen, dass zwei der zuletzt erschienenen Kurzgeschichten aus der Sicht von Holmes erzählt werden und nicht wie sonst aus der Sicht von Watson.
Fazit:
Ich kann es absolut verstehen, dass die Romane und Erzählungen über Sherlock Holmes und Dr. John Watson auch über 100 Jahre nach ihrem erstmaligen Erscheinen noch immer so beliebt sind. Ich habe sie sehr gemocht und fand sie richtig spannend, atmosphärisch und mitreißend. Natürlich haben mir manche noch besser gefallen als andere, aber gern gelesen habe ich sie allesamt.
Zudem kann ich Sherlock-Holmes-Fans auch das Buch „Das Geheimnis des weißen Bandes: Ein Sherlock-Holmes-Roman“ (von Anthony Horowitz) sehr empfehlen. Auch wenn es nicht von Arthur Conan Doyle geschrieben wurde macht es ihm alle Ehre und das Buch fühlt sich beim Lesen wie ein „echter“ Sherlock-Holmes-Roman an.
Zum Schluss noch ein unterhaltsames Zitat von Sherlock Holmes über Frauen:
„Das Herz und der Verstand einer Frau sind für einen Mann unlösbare Rätsel.“ (Die Erzählungen II, S. 691)
- Volker Kutscher
Der nasse Fisch (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2023)
(460)Aktuelle Rezension von: Stephan_ButtgereitVolker Kutschers „Der nasse Fisch“ beginnt als Kriminalroman und gewinnt seine Größe daraus, dass Berlin 1929 mehr ist als eine sorgfältig recherchierte Kulisse. Die Stadt ist grell, erschöpft, politisch unter Strom; in ihren Polizeibehörden, Nachtlokalen und Hinterzimmern liegen die kommenden Verwerfungen bereits offen. Gereon Rath, aus Köln nach Berlin versetzt, bewegt sich darin keineswegs souverän. Gerade seine Ungeduld, sein Ehrgeiz und sein begrenzter Blick machen ihn als Ermittler interessant.
Der Fall verbindet organisierte Kriminalität, Machtkämpfe innerhalb der Polizei und die Nachbeben osteuropäischer Geschichte, ohne dass daraus ein bloßes historisches Schaubild wird. Kutscher kann Handlung präzise beschleunigen und hält seine Figuren in Bewegung, auch dort, wo das System um sie herum längst zu kippen beginnt.
Nicht jeder Nebenstrang besitzt dieselbe Spannung. Doch die große Leistung des Romans bleibt sein historisches Sensorium: Er weiß, dass Geschichte nicht plötzlich hereinbricht, sondern sich zuerst in Tonlagen, Loyalitäten und kleinen Gewaltbereitschaften ankündigt. Ein souveräner Reihenauftakt. Fünf Sterne. Ich freue mich auf alle weiteren Episoden.
- Ferdinand von Schirach
Strafe
(237)Aktuelle Rezension von: jacky_liestStrafe ist weit mehr als ein Werk über Straftaten, sondern eröffnet für alle ein Fenster zum Gerichtshof, das für die Mehrheit verschlossen bleibt. Schirach erzählt auf wenigen Seiten und mit juristisch-narrativer Distanz zwölf Geschichten über Menschen, Erfahrungen, Gefühle und Abgründe. Die Erzählungen sind kurz, aber keineswegs kurzweilig. Der literarische Kniff von Schirach ist hierbei, dass er auf wenigen Seiten existentielle Fragen sowie Emotionen anhand der Einzelschicksale aufwirft und erzählt. Im Vordergrund steht hier nicht das Fragen nach der Schuld oder die Suche nach schuldigen Personen, sondern der Blick auf Lebensrealitäten und menschliche Vorgänge, die alle von uns (mehr oder minder) betreffen oder betreffen werden.
Mittels seiner gewohnt ruhigen und distanzierten Erzählweise kann auch dieses Werk wieder glänzen und führt die Rezipient:innen (scheinbar) neutral in die menschliche Erfahrungswelt ein. Die Schilderungen mögen zwar neutral sein, aber die Subjektivität der Erfahrungen und Emotionen führen ständig zu einem selbst zurück.
Schirach erzählt hier mehr als Einzelschicksale und öffnet in seinem Werk wieder den kritischen Diskurs des Justizsystems. Angeklagte sind hier nicht die Menschen, sondern das System in dem sie leben und selbst aufrechterhalten - nach der Manier: das Gesetz ist hart, aber es ist das Gesetz. Besonders das juristische Setting und der juristische Blick eröffnen ein Fenster für alle, die nicht hinter die Fassade blicken können.
Fazit: Strafe ist ein weiteres gelungenes Werk von Schirach, das tiefer reicht als der Umfang vermuten lässt. Hier werden Blickwinkel und Diskurse auf nur wenigen Seiten eröffnet, die aber lange nachwirken werden.
- Lena Kiefer
Westwell - Hot & Cold
(492)Aktuelle Rezension von: SchnudlAchtung Spoileralarm, da Band 3 einer Reihe ‼️
Was war das bitte für ein krasser Cliffhanger im zweiten Band? Zum Glück hatte ich Band Drei gleich zur Hand, weil das hat man ja nicht ausgehalten.
Die Geschichte geht direkt weiter, wo es im zweiten Band geendet hat. Nachdem Jess also lebensgefährlich verletzt wurde, gibt es noch kein Happy End für ihn und Helena. Sie stehen erneut vor Herausforderungen und müssen sich wieder trennen. Doch als sie endlich dem Mörder auf der Spur sind, müssen sie alle zusammenarbeiten.
Auch hier finde ich die Entwicklung der beiden wieder sehr stark und authentisch. Es werden immer wieder Fehler gemacht, die hier auch absolut realistisch sind. Der Vibe der beiden wird nochmal stärker und ich mochte sie wirklich gerne. Manche Nebenfiguren mag man nicht, auch zum Schluss nicht und manche lernt man immer mehr lieben, wie zB die Brüder der beiden.
Ich fand es wirklich unvorhersehbar, hätte mit diesem Ende gar nicht gerechnet und es war auch nochmal richtig actionreich und spannend am Ende. Ich mochte es.
Das High Society Setting fand ich auch sehr authentisch, auch wenn ich sowas eigentlich nicht mag, konnte es mich überzeugen.
Wer auf Familiendrama, Crime aber auch große Gefühle steht, der sollte diese Reihe genauer ansehen.
- T. R. Richmond
Wer war Alice
(322)Aktuelle Rezension von: MiAEin Buch, in dem es darum geht, dass ein Buch über eine Tote geschrieben wird. Und dieses Buch, das aus zusammengetragenen Briefen, Tagebucheinträgen und Verhörungsprotokollen besteht, lesen wir.
Was vielleicht ein wenig diffus klingt, ist tatsächlich ein gut geschriebenes Werk. Es geht um Alice, die tot in einem Fluss gefunden wird. Ihr ehemaliger Professor versucht, den Mörder - an Selbstmord glaubt er nicht - zu überführen und beginnt, tief in das Leben von Alice einzutauchen.
Mir hat die Schreibweise dieses Buches sehr gut gefallen. Auf einen Brief, in dem bisher Geschehenes rekapituliert wurde, folgte ein Protokoll, ein Tagebucheintrag oder auch eine Email an einen anderen Empfänger. Ein paar restliche Fragezeichen blieben mir, aber die wichtigsten Fragen wurden geklärt: Wer war Alice? Und was ist mit ihr geschehen? - Camilla Läckberg
Der Leuchtturmwärter (Ein Falck-Hedström-Krimi 7)
(229)Aktuelle Rezension von: jaspermoIch mag wie Camilla Läckberg ihre Fälle mit dem Leben in Fjällbacka verbindet. Auch Der Leuchtturmwärter hat wieder diese Mischung aus Spannung und menschlichem Drama, die sie so gut kann.
Der neue Fall beginnt mit dem Tod eines Mannes, der kurz zuvor aus der Stadt zurückgekehrt ist. Seine Frau glaubt, er sei von einem Geist verfolgt worden, und auf der kleinen Insel Gråskär, wo früher der Leuchtturm stand, liegt ein düsteres Geheimnis. Parallel kämpft Erica mit einer privaten Krise, die sie kaum verarbeiten kann. Beide Ebenen greifen gut ineinander und halten die Spannung.
Was mir sehr gefallen hat, ist die Stimmung. Die raue Küste, den Nebel und die Einsamkeit der Insel so zu beschreiben, dass man meint man wäre dort. Das verleiht der Geschichte Tiefe, auch wenn der Kriminalfall selbst manchmal etwas verschachtelt wirkt.
An manchen Stellen hätte ich mir weniger Nebenfiguren gewünscht. Es sind viele Geschichten, die sich kreuzen, und das macht das Lesen zwischendurch anstrengend. Trotzdem bleibt der rote Faden klar, und am Ende wird alles stimmig aufgelöst.
Der Schreibstil ist wie immer flüssig, ruhig, aber eindringlich. Besonders die Passagen, in denen es um Verlust und Schuld geht, bleiben hängen.
- Bernhard Aichner
Der Fund
(233)Aktuelle Rezension von: MorianBernhard Aichinger bringt hier einen sehr gewöhnungsbedürftigen Stil ein. Wenn sie noch nie Drehbücher gelesen hat, hier lernt sie es. Ständig alternierend zwischen autobiografischer Erzählung der Protagonistin und Interviews resp. Vernehmungen durch DEN Polizisten, der eigentlich eine nicht wirklich erkennbare Person ist, eher agierende Ahnung eines im Schatten befindlichen, penetranten Verfolgers.
Wenn ich den nächsten Aichinger in die Finger kriege erfolgt nur eines: Zugriff. - Don Winslow
Tage der Toten
(301)Aktuelle Rezension von: Nadine21In diesem Roman beschreibt der Autor sehr detailreich und brutal den Kampf der Regierung gegen die Drogenmafia. Aber auch der Kampf der unterschiedlichen Gruppen und Familien wird beleuchtet. Dabei wird auch vor Freunden und Familienmitgliedern kein Halt gemacht.
Art Keller kämpft gegen Freunde, Gegner und auch gegen sich selbst. Denn wer gegen die Mafia kämpft, muss alles aufgeben, was er liebt, um nicht verwundbar zu sein.
Für mich ein spannender, brutaler und emotionaler Einblick in diese Welt. Ganz sicher nicht für jeden geeignet und vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle etwas zu lang.
Von mir dennoch eine Leseempfehlung für Leser mit starken Nerven
- Sarah Sprinz
Infinity Falling - Change My Mind
(157)Aktuelle Rezension von: luisa2004Ich war sehr skeptisch, da ich die beiden nach dem ersten Band nicht sonderlich interessant fand. Tatsächlich hat mich der Anfang auch nicht überzeugt. Es passiert relativ wenig und beide können sich absolut nicht ausstehen.
Dann gab es jedoch eine interessante Entwicklung, worauf die Geschichte schlagartig mehr Dynamik bekam. Es war sehr angenehm zu lesen, wie sich ihre Beziehung langsam weiterentwickelte. Spannend fand ich weiterhin Rubens Vergangenheit mit Hollys Mentorin und natürlich war es schön zu erfahren, wie es mit Aven und Hayes weitergeht. Der erste Band war dennoch überzeugender.
- Patrick Modiano
Im Café der verlorenen Jugend
(149)Aktuelle Rezension von: FaiditIch habe mich durchgebissen, weil ich die ersten 30 Seiten nicht umsonst gelesen haben wollte, aber das Buch hat mich beinahe depressiv zurückgelassen. Die Sprache ist sehr schön, wie ich zugeben muss. Doch die Atmosphäre, die die Erzählung verbreitet ist mehr als melancholisch. Der Autor Patrick Modiano betrachtet das Leben einer Café-Bekanntschaft aus dem Blickwinkel von drei männlichen Gästen eines Cafés in Paris und der observierten jungen Frau selbst. Modiano schlüpft dabei jeweils in die Rolle seiner Protagonisten als Ich-Erzähler, wie dies viele französische Autoren tun. Tatsächlich hat mir das Kapitel, als er die junge Frau Louki selbst ihr Leben erzählen lässt, am besten gefallen, weil es wenigstens etwas Gefühl transportierte.
Im Großen und Ganzen bleibt der Autor an der Oberfläche und seine Erzählung geht nicht unter die Haut. Die Protagonisten und ihre Handlungen haben keinerlei Tiefgang und scheinen einzig ihre Lebenszeit totschlagen zu wollen. Der Freiheitsdrang Loukis ist nichts anderes als ein Weglaufen vor Beziehung. Alle Protas sind Egoisten ohne Interesse an ihren sogenannten Freunden. Die Beschreibung von Paris beschränkt sich auf die Benennung von Straßen, Plätzen und Metrostationen. Ich konnte nur graue Pflastersteine, dunkle Straßenecken und nachtschwarze Häuserfassaden vor meinem inneren Auge sehen. Zu Nebel gewordene Gefühlskälte und verschwendete Jugend. Der Autor scheint selbst den "Schnee" eingeatmet zu haben und zu keinen großen Gefühlsregungen fähig zu sein. Denn am Ende des Buches fragt man sich, weshalb es überhaupt geschrieben wurde.
- Vivien Summer
Sand Castle Ruins - The Boys of Sunset High
(204)Aktuelle Rezension von: FeelblackMein erstes Buch 2026 und dann leider keine 5 Sterne Bewertung. Ich fand den Anfang echt gut und hätte mir gewünscht das es so weiter geht. Der Spice im Buch war auch wirklich gut geschrieben. Nur leider hatte es Stellenweise echt lange Strecken. Dann war es wirklich schon langweilig und ich hab mich dann durchgequält. Das Ende war dann nochmal etwas besser aber alles in allem weiß ich das ich die Reihe, die es ja mal werden sollte, nicht weiter lesen würde.
- Lucy Clarke
The Hike
(208)Aktuelle Rezension von: zickzackEine viertägige Wandertour in Norwegen und dabei den Berg Blafjell erklimmen. Das haben sich die vier Freundinnen Liz, Joni, Helena und Maggie als diesjährigen gemeinsamen Urlaub ausgesucht. Na ja, eigentlich war es Liz, die das Reiseziel aussuchen durfte und zur Abwechslung ein Abenteuer suchte, anstatt wieder einen Urlaub am Strand zu verbringen. Gemeinsam beginnen sie die Reise, aber nicht alle vier kommen nach Hause zurück. Denn vor genau einem Jahr ist eine Frau in den Bergen verloren gegangen und jemand weiß, was passiert ist und will auch, dass es ein Geheimnis bleibt.
Die Autorin weiß, wie man mit Erwartungen spielt. Dies ist das zweite Buch von Lucy Clarke, was ich gelesen habe. „One oft the Girls“ hat mir ja auch super gefallen und war ein Highlight. Und auch da wusste ich schon, dass etwas Schlimmes passieren wird und mein Kopf hat die ganze Zeit rotiert und spekuliert, auf was das hinauslaufen wird. In diesem Buch ging es mir genauso.
Erneut fand ich es gut, dass in den ersten Kapiteln die vier Protagonistinnen vorgestellt wurden. Man bekommt nämlich im Buch alle vier Perspektiven und das war schon sehr spannend, weil die vier Frauen doch sehr unterschiedlich sind. Zusätzlich bekam man noch einen Rückblick, wo in mehreren Abschnitten geklärt wurde, wie damals Karin verschwunden war.
Liz, die ein durchorganisiertes Leben hat – Ehemann, mit dem sie schon seit immer zusammen ist, zwei Kinder und arbeitet erfolgreich als Ärztin. Alles wäre gut, aber irgendwie kriselt es in ihrer sonst so stabilen Ehe.
Joni, die ein sehr freies Leben als gefeierte Rocksängerin lebt, von einem Ort zum nächsten tingelt und von allen geliebt wird. Doch sie ist mit ihrem Leben sehr unzufrieden, da sie sich u. a. wegen den Drogen selbst verliert.
Helena, eine erfolgreiche Karrierefrau, die nie Kinder wollte und jetzt plötzlich merkt, das etwas in ihrem lebt.
Maggie, geschieden und eine Tochter, die über alles liebt und nicht aus der Hand geben möchte und dabei hin und wieder vergisst, dass sie auch ein Leben außerhalb ihres Mutterdaseins hat.
Man merkt, dass die vier Freundinnen sich schon lange kennen (seit der Schule) und sich sehr mögen, dass sie viel miteinander erlebt haben, aber es auch immer wieder Reibereien untereinander gibt. Es brodelt immer wieder und während einer Reise, bei der man ständig aufeinander hockt, platzen dann eben auch mal die Emotionen und auch die Geheimnisse heraus, besonders als die Reise sich langsam in einen Horrortrip wandelt.
Ich fand das Buch wieder unglaublich spannend. Die Autorin hat es einfach drauf, die Spannung immer weiter zu steigern und ihre Figuren so gut zu zeichnen. Die Frauen fand ich unterschiedlich sympathisch und dennoch habe ich aus jeder Sicht gern gelesen, weil ich die unterschiedlichen Perspektiven so spannend fand. Zudem fand ich ihre Entscheidungen aus der entsprechenden Sicht auch nachvollziehbar, wenn auch nicht immer besonders schlau.
Ich habe mich zwar auch gefragt, wie man die vier Frauen überhaupt auf den Pfad schicken konnte. Anscheinend ist die Tour relativ anspruchsvoll und wenn diese keinerlei Erfahrungen im Wandern haben, finde ich es doch recht verantwortungsvoll, diese gehen zu lassen. Na ja und Liz wollte unbedingt diese Tour und hat alle Warnungen in den Wind geschlagen. Das war schon sehr mies gegenüber ihren Freundinnen.
Die Auflösung vom Verschwinden dieser Karin empfand ich nicht als das Highlight in dem Buch, sondern die Dynamik zwischen den Frauen. Die Autorin kann richtig gut Frauenfreundschaften beschreiben. Ich weiß nicht, ob dass das Steckenpferd von Lucy Clarke ist und sich all ihre Bücher um das Thema drehen, aber ich finde es gut. Nur war es von mir recht gut, dass ich relativ lange gewartet habe, bis ich wieder zu einem Buch von ihr gegriffen hätte. Denn kurz nach dem anderen Buch hätte es mir vielleicht wegen den Ähnlichkeiten nicht gleich danach gegriffen. Tatsächlich habe ich aber gewartet, weil mich das Thema Wandern nicht sonderlich anspricht. Aber es war hier so gut verpackt, dass es mich nicht gestört hat, sondern es zur Spannung beigetragen hat.
Fazit: Ich habe an den Seiten geklebt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Autorin hat die Spannung ständig gesteigert und durch meine Erwartung, dass irgendetwas Schreckliches jeden Moment passieren muss, trug auch zu dieser Spannung bei. Diese Beziehungen unter Figuren kann sie so gut und authentisch beschreiben. Es hat mich wieder komplett begeistert, obwohl ich das Thema Wandern nicht allzu interessant finde. 5 Sterne.
- Michelle Halbheer
Platzspitzbaby
(40)Aktuelle Rezension von: TiffitMich hat die Stärke der jungen Michelle sehr berührt, die Hilflosigkeit des Vaters, der nicht eingreifen konnte und durfte, wegen der Drohungen der Mutter hat mir sehr leid getan, weil ich das Gefühl hatte diese Ohnmacht von Vater und Großmutter fast greifen zu können. Und ich habe hohe Achtung und Bewunderung vor dem Mut mit dem die junge Michelle ihren Weg geht, die Kraft die sie dafür brauchte um Träume in dieser kaputten Welt zu haben und diese auch zu verwirklichen. Als sie in die Pflegefamilie kommt mag man fast aufatmen, aber das erwachsene Menschen eine beschädigte Seele noch auf weitere Art erniedrigen macht einen fassungslos.
Inzwischen ist sie eine erwachsene Frau in den 40er und ich hoffe da sie das Leben lebt das sie verdient hat, was sie sich gewünscht hat und was jeder haben sollte. Ein gesundes, selbstbestimmtes und glückliches Leben.
Vielen Dank für diesen Einblick
- Janine Binder
Seine Toten kann man sich nicht aussuchen
(42)Aktuelle Rezension von: HoldenJanine B. berichtet von ihrem Einstieg bei der nordrhein-westfälischen Polizei und wie sie sich zur erfahrenen Kommissarin mauserte, und überraschend humorvoll scheint es auf deutschen Polizeiwachen zuzugehen. Ein abwechslungsreicher und spannender Beruf, den bestimmt nicht jeder machen kann, ich wüsste zB nicht, ob ich mich bei Beleidigungen und verbalen Angriffen so gelassen die Ruhe bewahren würde. All Cops Are Beautiful! Bitte unbedingt mehr "Hühnerstreifen", und die Sache mit den "neune Möpsen" hätte ich mir überlegt. Einige Geschichten erinnerten mich an meine Zivizeit als Krankenwagenfahrer, die Polizei hieß bei uns damals "Werder Bremen" und "Tanzverein Grün-Weiß". Wäre es nicht mal wieder Zeit für weitere Einsatzgeschichten, Frau B.?
- Sven Regener
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
(89)Aktuelle Rezension von: FortiDas Buch über Karl Schmidt, die tragische Nebenfigur in Sven Regeners "Herr Lehmann", die wohl am stärksten in Erinnerung blieb. Es sind fünf Jahre nach "Herr Lehmann", nach dem Mauerfall, nach Karls psychischem Zusammenbruch vergangen. Karl lebt jetzt in Hamburg und hat sich mit seinem Leben zwischen Drogen-WG und Hilfshausmeister- und Hilfstierpflegerjob in einem Kinderheim arrangiert. Aus dieser ruhigen Welt, in der es schon rebellisch ist heimlich einen Eisbecher zu essen und in der ihm niemand allzu viel zutraut, wird er von seinem alten Freunden aus Berliner Zeiten Ferdi und Raimund gerissen, die ihn als Fahrer für eine Tour durch Techno-Clubs engagieren. Karl wird (wieder) zu Charlie und zum Tourmanager. Ohne viel Aufhebens übernimmt die neue Rolle und managet souverän den Kindergarten bestehend aus neun DJs unter Drogeneinfluss und zwei Meerschweinchen, mit dem er quer durch Deutschland unterwegs ist. Statt dass jemand auf ihn, den Verrückten, den Ex-Multitoxer, aufpasst, passt er nun auf andere auf. Erinnerungen an alte Zeiten werden wach und im Hintergrund lauert immer die Angst vor einem Rückfall.
Die Handlung ist überschaubar und ohne große Überraschungen, stattdessen viele absurde Gespräche und Einblicke in Karl Schmidts Gedanken. Das könnte öde sein, ist bei Sven Regener sehr kurzweilig und oft sehr witzig. Dabei trifft er genau das richtige Maß und den richtigen Ton zwischen dem (Wahn-)Witz dieser Tour und den persönlichen, nicht ganz einfachen Befindlichkeiten von Karl Schmidt. - Gil Ribeiro
Weiße Fracht
(113)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWer bislang noch nie mit Autisten (Asperger-Syndrom) zu tun hatte, bekommt hier – neben krimitypischer Spannung und einigen emotionalen Momenten – einen kleinen Einblick in diese für uns „neurotypischen Menschen“ so ungewohnte Welt. Diese geschieht meist mit einem Augenzwinkern, was die Auseinandersetzung hiermit erleichtert. So erfährt man einmal mehr, dass es in jedem Kopf ein eigenes (stimmiges) Weltbild gibt, und Wahrheit wohl immer relativ bleiben wird.
Auch in diesem Fall, inzwischen der dritte „Lost in Fuseta“, geht es um Mord, möglicherweise gar um Serienmorde – in Verbindung mit Rache und schmutzigen Drogengeschäften. Die Fährten sind gelegt, manche davon führen in die Irre und selbst ganz zum Schluss gibt es noch einen Faden, der sich unbemerkt eingeschlichen hatte und noch einmal für eine gehörige Portion „Trouble“ sorgt. Was man von einem Krimi erwarten kann, wird erfüllt. Und wie schon in den vorausgegangenen Episoden bekommt man zudem einige landeskundliche Information präsentiert – und natürlich so manche Besonderheit von Leander Lost. Dieses Mal unter anderem im (überspitzten) Kontrast zu etwas tumben deutschen Ermittlern aus der Hansestadt Hamburg, die bislang die besonderen Fähigkeiten ihres (ehemaligen) Kollegen nicht einordnen konnten, stattdessen nur hämisch die Nase verzogen.
Dieser von Gegensätzen getragene Krimi mit ausnehmend sympathischen Ermittlern und fiesen Schurken ist kurzweilig geschrieben, hält so einige Informationen bereit und besticht durch eine gelungene Mischung aus Spannung und Emotionen.
(8.4.2020)
- Clarissa Thomas
Das hemmungslose EscortGirl | Erotischer Roman
(18)Aktuelle Rezension von: Kiki77„Das hemmungslose Escortgirl“ von Clarissa Thomas ist ein erotischer Roman sus dem Verlagshaus Blue Panther Books. Aus Geldnot wird die Verführung von wohlhabenden Männern zur Arbeit. Olivia und ihre Freundin und Mitbewohnerin Emma sind immer knapp bei Kasse. Da beide gerne das Liebesabenteuer lieben und leben, lassen sie sich auf den Escort-Service ein und erleben das sexuelle Spiel auf vielen verschiedenen Arten und Weisen. Dann lernt Olivia Trystan kennen, und er ist nicht an ihren Diensten interessiert, sondern bucht sie als Muse um Lieder zu komponieren. Doch bald kommen Gefühle ins Spiel, mit den beide nicht zurecht kommen und es zum Streit kommt.
Ein sehr schöner Liebesroman, der sich wunderbar lesen lässt und man immer wissen will, wie es weiter geht. Gerne empfehle ich diesen Roman mit 5 Sternen weiter.
- Joseph Knox
Dreckiger Schnee
(103)Aktuelle Rezension von: twentytwoAidan Waits, ein junger Detective hat die unglückliche Gabe sich mit seinem, vorzugsweise gefühlsgesteuertem Verhalten, immer wieder in Schwierigkeiten zu bringen. Als er nach seiner letzten Eskapade kurz vor der Suspendierung steht, bietet ihm sein Vorgesetzter einen Deal an. Damit macht er allerdings ein Fass auf und Aidan, hin- und hergerissen zwischen Pflichtgefühl und dem Versuch Leben zu retten, gerät in eine arge Zwickmühle. Während er auf der einen Seite seinem dienstlichen Auftrag nachkommen muss, ist es ihm unmöglich das menschliche Desaster mit dem er so unverhofft konfrontiert wird zu ignorieren.
Fazit
Eine undurchsichtige Story, die sich zu einem wendungsreichen Machtspiel mit Überraschungseffekt entwickelt. - Frank Pulina
Das Curaçao-Komplott - Hinter Gittern im Paradies - Autobiografischer Roman
(16)Aktuelle Rezension von: Nicoles-LeseeckeDanke an den Autor für das bereitgestellte RezensionsexemplarMit dem Hintergrundwissen dass es sich hier um die eigene Geschichte des Autors handelt, stieg ich voller Neugier in das Buch ein. Ich wurde nicht enttäuscht der Schreibstil ist flüssig und so interessant gestaltet, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte und so viel zu schnell am Ende angelangt war. Am Ende ließ es mich fassungslos und erschüttert zurück. Erschüttert darüber, wie schnell Gesetze dazu führen, das man unschuldig verdächtigt und verhaftet wird.
Fazit
Der Autor hat sich hier viel Mühe gegeben einen Teil seiner Lebensgeschichte fesselnd zu verfassen. - Roberto Saviano
ZeroZeroZero
(10)Aktuelle Rezension von: supersusiDas Buch "Gomorrha" von Roberto Saviano hat mich begeistert. Also war ich sehr gespannt auf seine Reportage über Kokain.
Im großen Ganzen ist auch dies ein interessantes Buch, aber es ist so weitreichend und gründlich recherchiert worden, dass mich die Fülle der Informationen erschlagen hat. Irgendwann konnte ich dem Ganzen nicht mehr folgen. Welcher Drogenhändler in Kolumbien wie hieß, wer welche Gang gegründet hat, sich mit wem verbündet hat und von wem verraten wurde, wer wen gefoltert und umgebracht hat, wer daraufhin sich an wem gerächt hat, wer dann zum Boss aufgestiegen ist, wer mir wem verwandt war, wer welchen neuen Betriebsweg erschlossen hat usw. Ich bin einfach nicht mehr durchgestiegen und habe dann abgeschaltet.
Habe das Buch immer wieder weggelegt und dann doch weitergelesen, habe aber insgesamt über 4 Monate gebraucht (statt 2 Tage, wie bei einem Krimi dieser Dicke) und bin jetzt echt erleichtert, dass es geschafft ist. Das soll nicht heißen, dass es uninteressant war. Ob es um die Transportwege geht, um die geschichtlichen Hintergründe, die Arbeit der Drogenfahnder, die russische Mafia, die italienische Mafia, den Drogenkrieg, wie auf welchen Wegen geschmuggelt wird, wie Kokain wirkt und was es mit den Konsumenten macht, wie es sie zerstört, wie ganze Dörfer im Südamerika und Mexico durch das Kokain leiden (man hat keine Chance, dem zu entkommen, man wird schon als Kind zum Dealer gemacht, wer nicht mitmacht, wird abgeschlachtet), das alles ist schon sehr spannend und ich ziehe meinen Hut vor der Recherche, die auch für den Autor gefährlich gewesen ist. Auch die Veröffentlichung des Buches gefähdet sein Leben. Es gibt auch immer wieder Kapitel mit Selbstreflektionen des Autors, warum diese Recherche ihn nicht loslässt und er das Risiko getötet zu werden eingeht.
Wie gesagt, ein interessantes, spannendes Buch, was gründlichst recherchiert wurde, aber auch ein Buch, was durch seine Fülle an Informationen und seitenweise Auflistungen (z.B. von Drogenfunden oder in einem anderen Kapitel von Drogenverstecken oder von Drogentransporten, alle mit Ortsangaben und Datum) den Leser erschlägt. Ich fand es streckenweise sehr mühsam und zäh zu lesen und habe auch immer nur 10-30 Seiten am Stück geschafft. Was mir gut gefallen hat, waren die einzelnen Schicksale, bzw. wenn von einigen Menschen wie in einer Geschichte erzählt wurde. Diese Lebensgeschichten (von Bauern, Aufständischen, Frauen, Drogenkurieren etc.) fand ich am Besten. Für Leute, die beruflich mit Kokain zu tun haben z.B. Drogenfahndung, ist es sicher toll. Für mich war es zuviel detaillierte Information.
- Juan Gabriel Vásquez
Das Geräusch der Dinge beim Fallen
(23)Aktuelle Rezension von: winniccxxDer Roman "Das Geräusch der Dinge beim Fallen" von Juan Gabriel Vásquez handelt von Antonio Yammara, einem Jura-Professor aus Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Er freundet sich mit Ricardo Laverde an, der allerdings eines Tages neben ihm stehend auf offener Straße erschossen wird. Dieses Erlebnis lässt Yammara nicht mehr los, und er begibt sich auf Spurensuche über seinen Freund Laverde.
Der Roman spielt zunächst hauptsächlich in den Jahren nach dem Tod Pablo Escobars, in denen in Kolumbien Chaos herrschte. Der Autor schafft es dabei, sehr schön die Lage zu beschreiben und die Charaktere einzuführen. Man kann gut mit Yammara mitfühlen, obwohl ich teilweise nicht unbedingt nachvollziehen konnte, warum er wie handelt. Besonders nach der Ermordung seines Freundes, bei der auch Yammara angeschossen wird, fühlt man mit ihm mit. Schließlich findet er eine heiße Spur und kann einiges über Laverdes früheres Leben in Erfahrung bringen. Insofern ist das Buch mehr oder weniger zweigeteilt, während der erste Teil im Jahre 1996 spielt und von der Spurensuche Yammaras handelt, erzählt der zweite Teil des Leben Laverdes vor seiner Ermordung nach. Diese deutliche Zweiteilung habe ich zwar als ein wenig ungewöhnlich Empfunden, hat dem Roman jedoch nicht geschadet.
Besonders interessant war für mich die Verflechtung mit der Geschichte Kolumbiens und dem Aufstieg der Drogenproduktion im Land, der sich kaum jemand entziehen kann. Dabei nimmt der Autor auch immer wieder Bezug auf reale Geschehnisse, wie beispielsweise das Flugunglück von Santa Ana aus dem Jahre 1938 oder Pablo Escobars Ermordung, sowie die Lebensumstände zu dieser Zeit. Diese Verflechtung von historischen Fakten und Fiktion gelingt dem Autor sehr gut.
Insgesamt war es für mich ein hervorragender Roman, den ich innerhalb von wenigen Tagen gelesen habe. Besondere Empfehlung für diejenigen, die sich auch für die geschichtlichen Umstände interessieren. Fünf Sterne!























