Bücher mit dem Tag "kollektiv"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kollektiv" gekennzeichnet haben.

18 Bücher

  1. Cover des Buches Schöne Neue Welt (ISBN: 9783596905737)
    Aldous Huxley

    Schöne Neue Welt

     (1.129)
    Aktuelle Rezension von: benfi

    KURZBESCHREIBUNG:
    Gott zu spielen - also Menschen ohne die natürliche Fortpflanzung zu erschaffen; dass ist in einer nahen Zukunft gelungen! Dies bringt Vorteile mit sich: in den City-Brüter und Konditionierungscenter kann man die Personen so erschaffen, wie man sie gerade benötigt: vom einfachen Arbeiter - den Epsilons - bis hin zum Führungskopf; den sogenannten Alphas. All das wird stufenweise im Reifungsprozess des künstlich hergestellten Embryos beeinflusst. Somit entsteht bei niemandem Frust und alle führen ein glückliches und sorgenfreies, koordiniertes Leben. Etwaige Gefühlsschwankungen werden direkt mit einer Art Droge, welche den Namen Soma hat, eliminiert. Bernard Marx ist jedoch anders, er möchte ebene jene andere Emotionen spüren, die der leicht verkümmerter Alpha sonst eigentlich gar nicht zu erwarten hat. Ihn reizend Dinge wie Wut, Aufregung oder auch eine gewisse Enthaltsamkeit des freigebigen Sexualverkehrs, wie er eigentlich üblich ist, was ihm alles ganz neue Gefühle offenbart. Als er eines Tages mit seiner derzeitigen Begleitung Lenina Crowne ein Eingeborenenreservat besucht und dort John sowie seine Mutter Linda kennenlernt, ändert sich sein Leben sowie seine Einstellung rapide. Linda ist nämlich keine leibhaftige Eingeborene, sondern wurde vor Jahren während eines Besuchs des Reservats in einem plötzlichen Sturm verletzt und von den Eingeborenen gesundgepflegt, während ihre Begleiter sie für tot vermuteten. Bernard erhält die Erlaubnis, die beiden zurück mit in die Zivilisation zu nehmen, was ihm als Betreuer des 'Wilden' John einen gewissen Ruhm einbringt. Allerdings rechnet er nicht mit den Gefühlen und Empfindungen von eben jenem John, dem die sogenannte Zivilisation schnell überdrüssig wird. Das scheint alles bis dahin Gut gedachte in den Abgrund zu reißen...

    KOMMENTAR:
    Selbst wenn man ihn nicht gelesen hat - der Roman 'Schöne Neue Welt' sollte so ziemlich Jedermann ein Begriff sein. Die Dystopie von dem englischen Autor Aldous Huxley aus dem Jahre 1932 wird als so wichtig angesehen, dass sie sogar im Englisch-Unterricht an den hiesigen Schulen genutzt wird. Dies war auch vor vielen Jahren mein erster Kontakt mit dem Buch, dass meine damalige Freundin im Schulunterricht beackern musste. In der englischen Sprache wurde es mir jedoch nach einigen Seiten schlicht zu anstrengend, da Huxley mit Fachbegriffen der künstlichen Fortpflanzung nur um sich wirft, dass man entnervt aufgeben mochte. Dies ist auch in der neuen Übersetzung, welche Uta Strätling im Jahre 2013 vorgenommen hatte, nicht gerade anders. Sie hat glücklicherweise den Charakteren und lokalen Stätten ihren eigentlichen Namen wiedergegeben und einige Stellen angepasst - aber Huxleys  detailverliebtes Schreiben zu den elementarsten Änderungen in seiner Zukunfts-Vision schrecken schon den einen oder anderen Leser ab. Hat man sich jedoch durch diese gelesen, schildert der Roman dem Leser schon eine schauderhafte Dystopie, welche eben nur eine oberflächliche schöne, neue Welt offenbart. Anhand der Hauptfiguren Bernard und Lenina auf der Seite der zivilisierten Menschen und John auf der Seite der Eingeborenen, welche eigentlich schlicht den Status der Zivilisation des Jetzt (oder auf den Zeitraum der Veröffentlichung bezogen) legt Huxley die jeweiligen Vor- und Nachteile auf den Tisch. Die nun nicht gerade arg verzwickte Storyline ist alsbald leicht nachvollziehbar und regt den Buchfreund doch mehr und mehr zum Nachdenken an, was sich nach Beendigung des Romans sogar noch gesteigert hat. Egal, welche Schlüsse man nun zieht, was denn letztlich eine schöne, neue Welt sei, eines ist völlig klar: die oberen Machthaber sind jene, denen es am Besten geht und wirklich alle Freiheiten haben! 

    8,0 Sterne

  2. Cover des Buches Nineteen Eighty-Four (ISBN: 9780141036144)
    George Orwell

    Nineteen Eighty-Four

     (475)
    Aktuelle Rezension von: Darcy
    "'How many fingers am I holding up, Winston?' 
    'Four.' 
    'And if the Party says that it is not four but five - then how many?' 
    'Four.' The word ended in a gasp of pain."   

    In "1984", erstmals erschienen im Jahr 1949, beschreibt der englische Autor George Orwell (1903-1950) das Leben seines Protagonisten Winston Smith in dem fiktiven totalitären Superstaat Oceania, der sich aus dem amerikanischen Kontinent, den Inseln im Atlantik, Australasien und dem südlichen Teil Afrikas zusammensetzt. Der Rest der Welt ist in die beiden Superstaaten Eurasia und Eastasia aufgeteilt, gegen die Oceania seit Jahrzehnten schon Krieg führt. Winston wurde wahrscheinlich 1944 oder 1945 geboren, sodass er zu Beginn der Geschichte wohl 39 Jahre alt ist. Ganz sicher sein kann er sich nicht, da in seiner Welt das Regime, die Partei, jegliche Fakten ständig ihren Ansichten anpasst. So werden zum Beispiel Wirtschaftsprognosen nachträglich nach unten korrigiert, falls sie sich nicht bewahrheiten, damit es hinterher so aussieht, als wären die Erwartungen übertroffen worden. Die Partei meint außerdem, dass die Welt und auch die Vergangenheit lediglich in den Köpfen der Menschen existieren. Auch die Existenz von Naturgesetzen wird bestritten. Die Partei allein entscheidet, was der Wahrheit entspricht. "Everything faded into mist. The past was erased, the erasure was forgotten, the lie became truth." Wer durch nonkonformes Verhalten auffällt, wird festgenommen, gefoltert und umgebracht, woraufhin jeder Beweis für seine Existenz ausgelöscht wird. Bei der Aussicht auf ein solches Schicksal fällt es schwer zu beurteilen, ob Winston, wie es zunächst den Anschein hat, tatsächlich der einzige Bewohner Oceanias ist, dem es irgendwie gelingt, sich der allumfassenden Gehirnwäsche durch die Partei zu entziehen, oder ob andere genauso denken wie er, sich aber nicht trauen, die Stimme zu erheben. Zudem gilt es tatsächlich bereits als schweres Verbrechen, systemkritische Gedanken zu hegen ("Thoughtcrime"). "'Do anything to me! [...] Is there anybody else you want me to give away? I don't care who it is or what you do to them. I've got a wife and three children. You can [...] cut their throats in front of my eyes [...] . But not room 101!'" Die Menschen wissen nur wenig über die Vergangenheit und die Welt, wie sie vor der Machtergreifung durch die Partei, mit Big Brother an ihrer Spitze, war. Ob es Big Brother, der in Form von riesigen Postern, die sein Gesicht zeigen, omnipräsent ist, wirklich gibt, weiß auch niemand genau. Im Sinne des Prinzips "Doublethink" wird den Menschen abverlangt, gleichzeitig mehrere einander widersprechende Aussagen im Kopf zu haben und an jede davon zu glauben. Außerdem hat die Partei "Newspeak" erfunden, welches nach und nach die traditionelle Sprache, "Old English" genannt, ersetzen soll. Seine Entwickler brüsten sich damit, dass Newspeak die einzige Sprache ist, in der es Jahr für Jahr weniger Begriffe gibt. Darüber hinaus ist es der Partei gelungen, die meisten Formen natürlichen Verhaltens, besonders Emotionen und Liebe zwischen den Menschen zu beseitigen. Zwar werden Eheschließungen zur Zeugung von Kindern zum Zweck des Fortbestands des Staates weiterhin geduldet, jedoch nur, falls keine intimen Gefühle im Spiel sind. Auch Winston ist verheiratet, allerdings haben er und Katharine sich vor zehn Jahren getrennt und seitdem keinen Kontakt mehr. Katharine wird einerseits als äußerlich schön, andererseits aber als "the most stupid, vulgar, empty mind that he had ever encountered" beschrieben; in dem Buch wird sie nur am Rande erwähnt. Alle Kinder treten im Alter von sieben Jahren der Organisation "The Spies" bei, wo sie lernen, anstelle ihrer Familie vielmehr die Partei zu lieben, weshalb sie nicht einmal vor der Denunziation ihrer Eltern zurückschrecken. Die Gesellschaft Oceanias besteht aus drei Schichten, den Mitgliedern der Inner und der Outer Party und den Proletariern. Letztere sind Winstons einzige Hoffnung, dass irgendjemand das System stürzen könnte. Leider handelt es sich bei ihnen lediglich um eine unpolitisch und von der Partei bewusst dumm gehaltene Masse. Trotzdem ist unter ihnen noch am meisten Menschlichkeit zu finden. Die Mitglieder der Outer Party, zu denen auch Winston zählt, fristen eigentlich ein ziemlich freudloses und tristes Dasein, so gibt es zum Beispiel regelmäßig Schwierigkeiten bei der Beschaffung verschiedener Grundgüter. Einzig die Mitglieder der Inner Party dürfen sich an ein bisschen Luxus erfreuen. "the object was not to stay alive but to stay human" Winston arbeitet im Ministry of Truth, wo er für die beschriebene Überarbeitung der Berichte sorgt, die der Partei nicht mehr gefallen. Obwohl er die Partei hasst, macht ihm die Arbeit Spaß, da zumindest einige Aufgaben ihn intellektuell fordern. Schon bevor er sie persönlich kennenlernt, fällt Winston Julia bei der Arbeit im Ministerium auf, zunächst löst ihr Anblick allerdings einiges Unbehagen bei ihm aus und er kann sie nicht ausstehen. Dann übergibt sie ihm eines Tages aus heiterem Himmel eine Nachricht mit dem Inhalt "Ich liebe dich". Im Folgenden beginnen die beiden damit, sich regelmäßig zu treffen, wobei sie dies stets heimlich tun müssen, da die Partei eben außereheliche Liebesbeziehungen verbietet. Die Beziehung zwischen Winston und Julia ist zu Beginn auch nicht von besonderer Emotionalität geprägt, sondern dient hauptsächlich der Befriedigung ihrer sexuellen Triebe, außerdem stellt sie einen Akt des Widerstands gegen die Partei dar. Im Laufe der Geschichte verlieben sie sich dann aber doch noch richtig ineinander. Julia ist mit 26 Jahren deutlich jünger als Winston und wird von ihm als schön bzw. körperlich anziehend empfunden. Sie ist im Fiction Department angestellt, wo sie mit den Maschinen arbeitet, die neue Bücher schreiben. Julia hasst ebenfalls die Partei, kritisiert sie, im Gegensatz zu Winston, aber nicht grundsätzlich, sondern nur, wenn durch deren Vorgehen Einfluss auf ihr persönliches Leben genommen wird und macht sich nicht so tiefgründige Gedanken über die Thematik. Ihrer Meinung nach lässt sich an der Situation ohnehin nichts ändern, weshalb sie ihre Energie nicht verschwenden möchte. Nach außen hin tarnt Julia ihre Ansichten durch vermeintlich besonders engagierte Ausführung ihrer parteilichen Pflichten. Zu Anfang der Geschichte beginnt Winston damit, einige seiner systemkritischen Gedanken in einem Tagebuch niederzuschreiben. "His pen had slid voluptuously over the smooth paper, printing in large neat capitals - DOWN WITH BIG BROTHER [...] over and over again, filling half a page." In seiner Wohnung im heruntergekommenen London gibt es einen kleinen Bereich, in dem er sich von seinem "Telescreen" unbeobachtet fühlt; es handelt sich dabei um einen Fernseher, der sich nicht ausschalten lässt und der pausenlos Sendungen ausstrahlt und jede Bewegung und jedes Geräusch der Hausbewohner aufnimmt. Über Winstons Vorgesetzten O'Brien, ein Mitglied der Inner Party, nehmen er und Julia Kontakt zu der mysteriösen "Brotherhood" auf, welche die einzige Form des organisierten Widerstands gegen die Partei darstellt. Mir hat dieses Buch äußerst gut gefallen, da ich es sehr faszinierend und spannend fand; ich wollte immer wissen, wie es (mit Winston) weitergeht und ob es ihm und eventuellen Anhängern vielleicht sogar gelingt, die Partei und das System zu stürzen. Manchmal war das ganze aber auch sehr komplex und daher anstrengend zu lesen. Am meisten hat sich für mich der Teil gezogen, in welchem ein Auszug aus "dem Buch" (THE BOOK) der Brotherhood abgedruckt ist, das Winston liest. Dieser Teil zog sich über etwa 40 Seiten, er wirkte sehr theoretisch und mit der Geschichte ging es währenddessen überhaupt nicht voran. Er enthält außerdem sehr viele Wiederholungen von Gedanken, die Winston vorher schon gehabt hatte. Als Protagonist war Winston mir sehr sympathisch. Er scheint zunächst kein Held im klassischen Sinn zu sein, sondern eher mittelmäßig, jedoch fand ich es wirklich bewundernswert, dass er seine kritischen Gedanken trotz der widrigen Umstände nicht aufgibt, was sicherlich einfacher gewesen wäre. Die Wandlung, die er gegen Ende der Geschichte mitmacht, war für mich deprimierend, dafür aber sehr realistisch. Auch sonst fand ich das Ende des Buches wirklich gut gemacht. Von Anfang an rechnet Winston jeden Moment damit, aufzufliegen und gefasst zu werden. Julia erschien mir ebenfalls als eine interessante Figur, wenngleich ich sie aufgrund ihrer eher ignoranten und weniger idealistischen bzw. prinzipientreuen Haltung weniger mochte als Winston. Weiterhin hat mir gefallen, wie sich einige Aspekte in "1984" auf die Schrecken von Orwells Zeit, der selbst entschiedener Gegner des Totalitarismus war, beziehen. Zum Beispiel erinnerten mich die Organisationen "The Spies" und "Youth League" für Kinder und Jugendliche an die Hitlerjugend im nationalsozialistischen Deutschland. Das gleiche gilt für die fehlende Bereitschaft der Bevölkerung Oceanias, sich gegen das politische System aufzulehnen aus Angst vor der schrecklichen Bestrafung. Eine starke und schaurige Dystopie, in der Orwell eine düstere und kalte Welt kreiert, die den Leser mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt. Wenigstens kann man davon ausgehen, dass das meiste von dem, was in Oceania geschieht, wohl zumindest praktisch niemals umsetzbar wäre. "You were the dead, theirs was the future. But you could share in that future if you kept alive the mind as they kept alive the body, and passed on the secret doctrine that two plus two make four."
  3. Cover des Buches Black*Out (ISBN: 9783401505053)
    Andreas Eschbach

    Black*Out

     (270)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchdrache
    Das Buch wurde mir empfohlen, als ich herumfragte, ob jemand Bücher kennt, in denen es eine Technologie oder Magie gibt, die es ermöglicht, andere Menschen an der eigenen Wahrnehmung der Realität teilhaben zu lassen. Die Umsetzung dessen ist hier ein wenig anders, als ich es im Sinn hatte, war aber spannend. Hauptsächlich geht es darum, was unsere vernetzte Technik für Folgen hat, besonders wenn man sich den klassischen Chip implantieren lässt. An und für sich ein echt spannendes Thema, aber ich bin trotzdem ein wenig hin und her gerissen, denn so wirklich packen konnte mich das Buch nicht. So wirklich kam bei mir nicht an, warum die Kohärenz so schrecklich ist. Denken kann ich es mir zwar, das Gefühl konnte mir das Buch aber leider nicht vermitteln, obwohl es darum eigentlich gehen sollte.
  4. Cover des Buches Emil und die Detektive (ISBN: 9783855356034)
    Erich Kästner

    Emil und die Detektive

     (601)
    Aktuelle Rezension von: Buechereule

    Da ich nicht genug Platz in der Kurzmeinung hatte, schreibe ich diese Rezension. Dauert auch nicht lang:

    Das Buch ist sehr gut, wie man es erwartet bei Erich Kästner (à propos: Warum schreiben nicht alle Autoren so lustige Vorworte?).

    Jedoch muss ich mich in aller Form beschwerden, dass nur ein Mädchen (Pony Hütchen, deren echten Namen ich nicht kenne), aber hundert (gleichbedeutend mit (sehr) viele) Jungs vorkommen! Und die typischen Rollenklisches (für Mädchen). Aber das kann man verzeihen, wo das Buch doch so alt ist, damals war das wohl noch normal. 

    Soviel ich auch murre: Das Buch ist zu empfehlen, und zwar für alle, nicht nur für (kleine) Kinder. 

  5. Cover des Buches Arclight - Niemand überlebt die Dunkelheit (ISBN: 9783863960353)
    Josin L. McQuein

    Arclight - Niemand überlebt die Dunkelheit

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Damagequeen


    Meine Meinung
    Das Cover ist düster und verrät uns nicht wirklich etwas über die Geschichte. Man sieht einen Menschen darauf, ich gehe einfach mal davon aus, dass es Marina die Hauptprotagonistin darstellen soll. Alles in allem ist es passend für das Buch wenn auch ein wenig zu nichtssagend im Allgemeinen wie ich finde. Ich hätte lieber das "Arclight" abgebildet und diesen Menschen davor stehen lassen...im dunkeln. ;) Aber das ist mein übliches Cover Gemecker.

    Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die ist mein erstes Buch von dieser Autorin. Also ging ich ohne größere Ansprüche und Vorstellungen an das Werk.
    Die Idee hinter „Arclight“ finde ich klasse und es gab auch einige überraschende Wendungen, die die Spannung gehalten haben. 

    Das Leben im "Arclight" finde ich sehr gut dargestellt, es fiel mir sehr leicht mich direkt in das Buch hineinzufinden.

    Marina wurde vor zwei Monaten im sogenannten Grau der Steppe gefunden, als einzige Überlebende. Viele kamen ums Leben um Sie zu retten. Seitdem lebt sie mit den anderen Menschen im Arclight, einer Lichtkupel, denn nur im Licht ist man vor den Blassen sicher. 
    Marina hat es nicht leicht, alle scheinen sie zu hassen. Alle machen sie für den Tod von neun Menschen verantwortlich, nur weil sie gedacht haben, dass Marina etwas Besonderes sei. Ein Mädchen welches der Dunkelheit trotzt und die Blassen überlebt hat. 
    Marina hat aber leider ihr Gedächtnis verloren und weiß nichts mehr von dem Leben ausserhalb des Arclights.

    Eine Freundin hat sie in der kurzen Zeit nur eine gefunden, ansonsten ist sie auf sich gestellt. Sie ist eine Vollwaise. 
    Und dann ist da Tobin, dessen Vater ebenfalls bei Marinas Rettungsaktion gestorben ist. Er ist eher der undurchsichtige Typ. Er und Marina freunden sich an...irgendwie. Und Gefühle kommen ins Spiel.

    Es ist ein solides aber dennoch ausbaufähiges Debüt, dass leider hier und da seine Schwächen hat. Die Protagonisten könnten stärker ausgeprägt sein und leider fehlen mir auch ab und an mal die Hintergrundinformationen. Die Spannung durch die Bedrohungen, Morde und Überfälle sorgt dennoch für reichlich Spannung. Alles in allem ist das Buch kein schlechter Auftakt zu einer Reihe.

    Fazit
    Solide aber ausbaufähig.
    Bewertung
    Cover:  5/6

    Inhalt: 3/6

    Grundidee 3/6

    Umsetzung 3/6

    Protagonisten: 3/6

    Gesamtpunktzahl:  17 Punkte von 30 Punkten 
  6. Cover des Buches Die Brücke nach Hause (ISBN: 9781507637982)
    Viktoria Bolle

    Die Brücke nach Hause

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Angela_J

    Ein Leben voller harter Arbeit, Ungerechtigkeit, Armut und ein ständiger Kampf ums Überleben... ist das lebenswert?

    Johann/Wanja über 80 Jahre, lässt sein Leben Revue passieren.

    Ich finde das Buch emotional und es hat mich mitgenommen, wie schlimm die Zustände waren.

    Es war ein informatives Buch, wie schwer die Wolgadeutschen es in Russland hatten, nicht nur im zweiten Weltkrieg. Wie sie ums Überleben kämpfen mussten, wie sie ausgebeutet wurden, im Arbeitslager, aber auch in den Sowchosen und immer auf der Hut nicht denunziert zu werden. Diese Armut, trotz Arbeit nur Brot und Wasser und keine vernünftige Behausung....

    Vielen Dank dieses tolle Buch, das mich überzeugt hat. Der Schreibstil war sehr flüssig, ergreifend und alles war sehr gut beschrieben. Ich konnte den Hunger, die Angst, die Kälte spüren und nachempfinden, trotz unser 30 Grad hier. 

    Von mir eine klare Leseempfehlung

  7. Cover des Buches Black*Out (ISBN: 9783401260624)
    Andreas Eschbach

    Black*Out

     (15)
    Aktuelle Rezension von: CirillavonCintra
    Ich habe das Hörbuch fast in einem Rutsch gehört. Die Charaktere sind einzigartig, die Geschichte spannend, mitreißend und die Thematik aktuell und schwierig. Ich werde über dieses Thema wohl noch lange grübeln.
    Stefan Kaminski liest unheimlich spannend und variiert sehr schön mit der Stimme.
  8. Cover des Buches Tausendstern (ISBN: 9783453310759)
    Piers Anthony

    Tausendstern

     (3)
    Aktuelle Rezension von: thursdaynext
    Eine witzige Alien Screwballkomödie zwischen dem HydrO Heem und der Solarier Kloonin Jessica, die niveaumässig in der Kennenlernphase hin und wieder auf das schmerzhaft klischeehafte einer Doris Day Komödie herabsinkt und sich in die Länge zieht, in ihren besten Dialogen jedoch durchaus Katherine Hepburn/ Spencer Tracy Format erreicht. Nebenbei wirklich gelungene ausserirdische intelligente Spezies Beschreibungen und ihre unterschiedliche Wahrnehmung. Die Idee mit der Stein Schere Papier Pattsituation ist klasse . Piers Anthony verschwendet (leider) keine Zeit an Technik oder Wummen sondern widmet sich ganz diesen zwei ungleichen Wesen, die während des grossen Rennens eine unmöglich zu realisierende Liebe füreinander entwickeln. Das muss SciFi Fan abkönnen . Liebe , Toleranz, Teamgeist, , Verständnis, Ehre und ein Kleinmädchenträumerisches Happy End alles reingepackt auf 395 Seiten. Erinnert mich ein wenig an Herberts genialen "Dune" (Wüstenplanet ) ist aber bei weitem nicht so theatralisch und seitenverschlingend . Hätte nie gedacht , dass ich mal ein amöbenartiges Wasserwesen welches nur in Geschmack denkt so schätze. Heem wird für mich der Indiana Jones unter den HydrOs bleiben. 5 Sternchen für unterhaltsames Kopfkino und merci an den SciFi Spezialist . ;)
  9. Cover des Buches Gestrandet (dU: Raumschiff Columbia 4) (ISBN: B079CG53CS)
  10. Cover des Buches Star Trek - Destiny (ISBN: 9783864253140)
    David Mack

    Star Trek - Destiny

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Chrischan

    „Widerstand ist zwecklos!“

    Sie sind zurück: die Borg. Der wohl schlimmste und hartnäckigste Feind der Föderation, genauer gesagt des gesamten Alpha-Quadranten, holt zum finalen Schlag aus. Und diesmal verschwendet das Kollektiv keinen einzigen Gedanken an Assimilation, die widerspenstige Menschheit soll ein für allemal ausgelöscht werden.


    Star Trek; für die einen Kult, für die anderen müder Abklatsch des viel größeren Star-Wars-Franchise. Zu Beginn musste sich die Serie ihren Weg aus dem Schatten des „Kino-Bruders“ kämpfen, mittlerweile stehen sie auf gleicher Stufe. Das gilt nicht nur für den Kino- und TV-Erfolg beider Marken, sondern ebenso für die unzähligen Bücher, die im jeweiligen Universum angesiedelt sind.

    Und so wie es bei Star Wars gute und schlechte Romane gibt, zeichnet sich auch das Star-Trek-Universum durch gelungene und weniger gelungene Romane aus.

    David Macks „Star Trek: Destiny“ gehört definitiv in erstere Kategorie. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen und es als die beste Story bezeichnen, seit Gene Roddenberrys genialer Idee zu einer Weltraum-Saga, die sich mit der Erforschung der unendlichen Weiten des Alls befassen sollte.


    Macks ursprünglich als Dreiteiler erschienen Geschichte ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert.

    Zunächst bringt er eine der längsten Storylines des Star-Trek-Kanons zu einem wirklich großartigen Ende. Seit der „Next-Generation“-Serie waren die Borg das am häufigsten wiederkehrende Motiv. Und stets stand eine Frage unbeantwortet im Raum: Woher genau kommen diese kybernetischen Wesen, wie wurden sie erschaffen? David Mack beantwortet diese Frage, fast unscheinbar eingewoben in die komplexe, vielschichtige Erzählung rund um einige der bekanntesten Figuren der Serie.

    Eben jenes Figuren-Ensemble ist der nächste hervorzuhebende Punkt der Destiny-Mini-Serie. Hauptfiguren aus drei Star-Trek-Serien (The Next Generation, Deep Space 9, Enterprise – die unter Jonathan Archer, nicht die unter Kirk) werden passgenau in eine famos durchdachte Handlung eingefügt, ohne dass das Ganze überfrachtet wirkt. Und scheinbar spielerisch fängt der Autor eben jene Charakteristika ein, die den Figuren in den jeweiligen Serien zu eigen waren. Man sieht Picard, Riker, Ezri Dax oder Worf deutlich vor sich. Ebenso leichthändig gelingt es Mack auch die neuen, unbekannten Charaktere zu umschreiben, sie vor dem Auge des Lesers plastisch werden zu lassen.

    Das unbestreitbare Highlight der Destiny-Miniserie ist aber, dass David Mack diverse lose Enden seiner Kollegen aufnimmt und sie so geschickt zu einem leuchtend roten Faden zusammendreht, dass man die Geschichte in einem inhaliert. Man sollte meinen, viele Köche verderben den Brei und an der Vorgeschichte zu „Destiny“ haben diverse Schriftsteller mitgestaltet. Alles kulminiert in diesem grandiosen Finale. Am Ende ist nichts mehr, wie es war im Star-Trek-Universum. David Mack lässt die Welt des 24. Jahrhunderts noch etwas düsterer zurück – wenn man bedenkt das Captain Picard einen Genozid befürwortet bzw. befiehlt. Es offenbaren sich menschliche Abgründe angesichts einer schier unüberwindbaren Krise, die „Friede-Freude-Pfannekuchen“-Mentalität der einstigen TV-Serien ist in weite Ferne gerückt.

    Und dennoch lässt die Geschichte einen nicht niedergeschlagen zurück, sondern eröffnet neue Möglichkeiten, neue Welten, unbekannte Spezies und unendliche Weiten, die noch nie ein Leser erschlossen hat


    © Christian Hesse, April 2016

  11. Cover des Buches Swiss Paradise (ISBN: 9783907625583)
    Rolf Lyssy

    Swiss Paradise

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Ganze Arbeit (ISBN: 9783518417546)
    Magnus Mills

    Ganze Arbeit

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Buchfink
    Wieder ein typischer Mills. Die Hauptfigur ist Lastwagenfahrer in einem kollektiv, das funktioniert wie ein Perpetum mobile. Andauernd werden nach einem strengen Zeitplan Dinge von A nach B gefahren, um dann von dort weiter verfrachtet zu werden, ohne erkennbaren Sinn und Zweck. Ein kompliziertes Geflecht aus vielen einzelnen Komponenten, das jedoch nur bestehen kann, wenn alle funktionieren - auch wenn keiner weiß, warum. Schließlich gibt es einen Streik und das ganze Unternehmen droht zu scheitern. Skurril, fast wie eine Gesellschaftsutopie. Absolut lesenswert.
  13. Cover des Buches Verlorene Seelen (ISBN: 9783941248854)
    David Mack

    Verlorene Seelen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind

    Dieser dritte Band hat mich einigermaßen mit der Trilogie versöhnt, hauptsächlich wegen des Endes. Ich mag zwar die Figuren im Allgemeinen, nur mit den Borg habe ich meine Probleme - und die fallen dann am Ende weg. Alles in allem kein ebenbürtiges Werk zu den Filmen, aber okay, um das Bild abzurunden. Je länger, desto mehr hatte ich den Eindruck, es muß nur immer mehr produziert werden, um neues Material zu haben - und dabei wird die Qualität vernachlässigt.

  14. Cover des Buches Hymne (ISBN: 9783945822210)
    Ayn Rand

    Hymne

     (9)
    Aktuelle Rezension von: cynthor

    Inhalt

    In einer fernen Zukunft befindet sich die Menschheit wieder auf dem technologischen Stand eines späten Mittelalters – erst kürlich wurde die Kerze erfunden. Die Menschen kennen nur die Gemeinschaft und eine extreme Form des Kommunismus. Egoismus hingegen ist nicht nur verboten, sondern gänzlich unbekannt.
    Gleichheit 7-2521, aufgrund seiner Aufmüpfigkeit zum Dasein eines Straßenkehrers verdonnert, erforscht verbotenerweise die menschliche Historie. Als seine Versuche, die anderen Menschen mit seinen neuen Erkenntnissen in eine bessere Zukunft zu führen, scheitern, flieht er mit seiner Geliebten in die Wälder.

    Meinung

    Hymne ist eine Dystopie mit vielen klassischen Elementen, aber auch interessanten Details, die sie von anderen unterscheidet.

    Dass die Menschheit nach einem weiteren (zweiten oder dritten) Weltkrieg ihre Hochtechnologie nicht erhalten kann und wieder auf eine primitivere Zivilisationsstufe zurückfällt, ist ein Schachzug, der viel Spielraum schenkt, ohne zu einer Entfremdung von Leser und Welt des Werkes zu führen. Gerade weil der Leser mit einer mittelelalterlichen Welt so vetraut ist, findet er sich schnell in diese ein.

    Der extreme Kommunismus, der ählich wie der Gemeinschaftssinn in „Wir“ aufgezogen ist, spiegelt sich vor allem in der brillanten „Suche“ nach dem verbotenen Word Ego bzw. Ich wieder. Bis auf den letzten Abschnitt, der sich mit den visionären Zielen und Hoffnungen von Prometheus befasst, taucht kein einziges Mal das Wort „Ich“ auf, weil selbst der Potagonist von sich selbst als „Wir“ spricht und die Gesamtheit mit einbezieht.

    Überaus nett, und gleichzeitig traurig,  ist das Gestammel der Goldenen, die nicht einmal die Liebeserklärung per se, den Satz „Ich liebe dich“ formulieren kann, weil weder die Begriffe ich noch dich, geschweige denn ihre Bedeutungen existieren.

    Zu guter Letzt sei noch die Namensgebung erwähnt. Die Charaktere sind nach eher links-spezifiischen Schlagworten wie Gleichheit, Internationalität oder Freiheit benannt. Als Protagonist samt Anhang dies Macht hinter dieser Namensgebung durchschauen, gegeb sie sich neue Namen. Der Erzähler nennt sich Prometheus, und in diesem Namen schwingt der griechische Feuerbringer und damit die ultimative Hoffnung auf ein neues Zeitalter mit. Die Goldene nimmt den Namen Gaia an, was  auf die Rolle der Muttergöttin hinweißt.

    Insgesamt also nicht die völlige Überraschung, aber aufgrund netter Einfälle trotzdem gut.

    Sonnige Tage und erholsame Nächte!

    PS: Wem der Stil meiner Rezension bzw. die Auswahl der vorgestellten Bücher gefällt, findet auf meinem Blog (https://cynthor.wordpress.com) weitere „Bücherschätze“ und auch Infos zu meinem eigenen Roman Ethopia – Erwachen

  15. Cover des Buches Nicht alle Russen haben Goldzähne, sind immer betrunken und auch nicht jeder russische Beamte ist korrupt (ISBN: 9783940888099)
    Christina Eibl

    Nicht alle Russen haben Goldzähne, sind immer betrunken und auch nicht jeder russische Beamte ist korrupt

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Birkhenne
    Meine erste Begegnung mit diesem Buch war bei Facebook. Ich stolperte quasi über den wirklich witzigen, originellen Titel und das dazugehörige Cover. Meine Neugierde war geweckt. Bei dem Titel des Buches dachte ich unwillkürlich an einen Inhalt im Stil eines Wladimir Kaminer. Weit gefehlt! Nur allein der Titel des Buches brachte mich dazu dieses sofort im Internet zu bestellen. Dann fuhr ich erst einmal zur Leipziger Buchmesse. Dort lernte ich dann überraschenderweise auch noch die Autorin des Buches bei einer Lesung persönlich kennen. Was ich da hörte gefiel mir aber von einem Wladimir Kaminer keine Spur. Es handelt sich tatsächlich um ein ernsthaftes Buch, indem Christina Eibl ihre Erfahrungen und Erlebnisse im russischen Alltag schildert. Sie hat weitreichende Russlanderfahrungen nach ihren zweimaligen mehrjährigen Moskauaufenthalten (beim zweiten Mal von 2006 an als Ländergeschäftsführerin des Verlagshauses Gruner + Jahr). Wie die Autorin sagt handelt es sich bei diesem Buch um einen ungeschönten Erfahrungsbericht, der anhand skurriler und auch grausamer Erlebnisse im Überlebenskampf einer Firmenchefin ein tieferes und für manchen völlig neues Verständnis der russischen Durchschnittskultur möglich macht. Dieses Buch zu lesen war für mich sehr interessant, da ich selbst in den 80iger Jahren für drei Jahre in Moskau gelebt und gearbeitet habe. Einige Dinge ändern sich nie. Besonders gut haben mir an den Schiderungen von Christina Eibl die historischen Bezüge zu vielen Verhaltensweisen der Russen gefallen, von denen mir einige wirklich neu waren. "Der August ist ein trügerischer Monat. Das wissen die Russen. Im August kommt das Unheil. Im August erklärte Deutschland Russland den Krieg, im August 2000 bombte man den Fußgängerübergang beim Puschkin-Platz hoch, im selben Monat im Jahr 2004 sprengte sich eine Attentäterin in der Moskauer Metro Rischskaja in die Luft. Im August flog der Tscherkisowskij-Markt in Stücke, im August 2008 begann der Georgien-Konflikt. Im August liegt Russland still. Moskau ist heiß und leer." Als ich das letzte Mal im August 2002 zusammen mit meiner Tochter, die in Moskau geboren ist, die Stadt besuchte, ist uns glücklicherweise nichts passiert und ich habe es damals auch nicht für so gefährlich gehalten. Nach dem Lesen dieses Buches wurde ich eines Besseren belehrt. Wer sich also für Russland und seine Menschen interessiert sollte unbedingt den Erfahrungsbericht von Christine Eibl lesen.
  16. Cover des Buches Meat (ISBN: 9783453433724)
    Joseph D'Lacey

    Meat

     (57)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti
    Das war mal nicht der typische Thriller, wo ein Irres rumrennt und irgendwen abmetzelt. Dieses Buch war etwas tiefgründiger und ich denke einiges kann man auch auf die heutige Fleischproduktion anwenden, auch wenn die Kühe hier nicht das waren, was sie zu sein scheinen... Lesenswert!!!
  17. Cover des Buches Der purpurne Planet (ISBN: B001B0JVWG)
    Karl-Heinz Tuschel

    Der purpurne Planet

     (3)
    Aktuelle Rezension von: RogerSuffo
    Auf dem Cover ist wie ein Markenzeichen zu sehen „SPANNEND ERZÄHLT“. Die das getan haben, taten etwas Wichtiges: Ohne, dass es außen drauf gestanden hätte, hätte man es nicht geahnt. Ich war überzeugt, jedes Buch, was in dem oberen SF-Regalteil steht, auch wirklich gelesen zu haben. Nachdem ich es jetzt gelesen habe, kann ich nur sagen, dass ich mich an nichts erinnern kann. Das liegt nicht an mir. Das Buch als Ganzes illustriert eine Absicht der DDR-Literatur, die von vornherein zum Scheitern verurteilt war: Der alltägliche Alltag der Arbeit sollte als aufregend und spannend gezeigt werden. So aber funktioniert keine Erinnerung. Man behält Außergewöhnliches, das besondere Gefühle hervorrief. Von den etwa 250 Seiten des Buches beschreiben etwa 200 was die Kosmonauten auf der Reise zu ihrem Zielplaneten gehandhabt haben, dass sie sich relativ gut verstanden haben, dass sie eine fremde Atmosphäre untersucht haben, sie durchdrangen, es nicht einfach war, die Expedition, die sich von dort nicht mehr gemeldet hatte, zu finden, und weil das Wetter dort auf die Psyche wirkte, mussten die Terraforming betreibenden Ansiedler die Retter finden und retten. Während all dieser Seiten vermeidet es Tuschel geschickt, irgendwo Dramatik aufkommen zu lassen. Insgesamt ist es das einzige Buch, das durchgängig ohne „Feind“, ja eigentlich auch ohne „Gegenspieler“ auszukommen versucht – weshalb sich auch keine „Handlung“ ins Gedächtnis einbrennt. Selbst der Schlussentscheidungskonflikt ist so angelegt, dass man bereits am Anfang ahnt, dass das Raumschiff nicht zurück zur Erde fliegen wird, sondern bei der Urbarmachung des Planeten helfen wird. Allerdings passiert da zumindest ein Unfall, dessen unmittelbare Folgen nicht von vornherein klar sind und auch die Beziehungen zwischen den Beteiligten sind nicht mehr bedingungslos glatt. Die Relevanz der wissenschaftlichen Erfindungen des Autors mag ich nicht beurteilen. Wenn sie nicht einen so überdimensionierten Umfang verschluckt hätten, wären sie mir auch belanglos erschienen – wen interessiert schon die Wetterentstehung in einer vorsintflutlichen, mit Asche angereicherten Atmosphäre unter besonderer Berücksichtigung elektrischer Ladungen, die in Wechselwirkung mit bestimmten teilkonstruierten Pflanzen treten? Immerhin bemüht sich Tuschel, die Harmonie sich entwickelnder kommunistischer Persönlichkeiten vorzuführen. Insofern ist das Buch lesbar und nirgendwo so abstoßend, dass man das Lesen aufgeben muss. Dieser Harmonismus wirkt allerdings bei den Abgeschiedenen naiv. Ich kann mir offen gesagt nicht vorstellen, dass bei wenigen, durch äußeren Zwang aufeinander angewiesenen Menschen natürliche Zwistigkeiten nicht nur nicht zu Kollisionen führen, sondern sogar überhaupt nicht auftreten. Wie vernünftig werden Emotionen beherrscht! Letztlich ein Buch, das weniger literarisch unterhaltend zu empfehlen ist, sondern zum Verständnis beitragen kann, welche Illusionen einer Zukunftsgesellschaft in der DDR aufzukommen vermochten.
  18. Cover des Buches Psychologie der Massen (ISBN: 9783730603482)
    Gustave Le Bon

    Psychologie der Massen

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Waldviertler
    Gustave Le Bon (1841-1931) steht am Anfang der so genannten „Massenpsychologie“. Er setzte sich mit Fragen auseinander, wie sich der Einzelne in der Masse verändert. Dabei geht es um Probleme der Konformität, der Entfremdung und der Führung. Le Bon ist sehr kritisch, was die Modifikationen des Verhaltens der Einzelpersönlichkeit in der Masse betrifft. Der Mensch verliert unter dem Zwang großer Gruppen seine Fähigkeit und seinen Willen zur Kritik und wird den lenkenden Führern gegenüber leichtgläubig. Unter dem Einfluss der Herde nimmt er ein emotional gesteuertes, affektives Verhalten an. Er verhält sich dabei auch gewalttätig und vergisst die Normen seiner Kultur. Die Theorie, dass der Mensch leicht einer psychischen Ansteckung durch die Masse erliegt, geht von der Bedeutung unbewusster Impulse aus. Sigmund Freud war in diesem Sinn stark von Le Bon beeinflusst. Dieses 1895 erschienene Buch ist ein Klassiker seines Fachs, aber auch heute noch voller interessanter Einsichten. Wenn man es selbstkritisch liest, darf man sich immer wieder fragen, wann und wo man sich selber von Massenhysterien (Werbung!) anstecken lässt.
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