Bücher mit dem Tag "kolonialzeit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kolonialzeit" gekennzeichnet haben.

30 Bücher

  1. Cover des Buches Die Schmetterlingsinsel (ISBN: 9783548061412)
    Corina Bomann

    Die Schmetterlingsinsel

    (477)
    Aktuelle Rezension von: Futziwitch

    Diana ist am Boden zerstört denn sie findet heraus dass ihr Mann sie betrügt ausserdem hat ihre Grosstante einen Schlaganfall erlitten , am Sterbebett offenbart Emmely ihr dass auf ihrer Familie ein uraltes Geheimnis lastet und sie möchte dass Diana dieses Geheimnis lüftet. Also reist sie nach Sri Lanka um hinter dieses Geheimnis zu kommen. In der Ferne lüftet Diana Schritt für Schritt die Geschichte die zu ihrer Familie gehört aber das ist nicht das einzige was Diana dort findet .

  2. Cover des Buches Issa (ISBN: 9783499013478)
    Mirrianne Mahn

    Issa

    (131)
    Aktuelle Rezension von: sydneysider47

    Worum geht es in dem Buch?
    Die Ich-Erzählerin Issa ist schwanger. Sie fliegt von Frankfurt nach Kamerun, die Heimat ihrer Mutter, um einige Rituale zu erleben. Als schwangere Frau, die in Kamerun geboren wurde, muss sie das – laut der Meinung ihrer Urgroßmutter – machen.


    Parallel dazu erfährt man als Leser/-in einiges über Issas Vorfahren. Wie lebten sie in Kamerun? An welche Regeln mussten sie sich als Frauen halten? Wie gingen die Männer mit ihnen um? Man liest über Enanga, die 1903 in einem Ort aufwächst, in dem viele Menschen dem Aberglauben nachgehen. Ein Deutscher, der Hausherr des Hofes ist, auf dem Enanga lebt, vergewaltigt sie. Sie wird schwanger und bringt eine Tochter zur Welt. Ihr Vater Keke verjagt sie anschließend vom Hof. Sie findet Unterschlupf bei ihrer Cousine. Auch von weiteren kamerunischen Frauen erfährt man – all das ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers in der Vergangenheit geschrieben.

    Meine Meinung zu diesem Buch:
    Mich haben beide Handlungsstränge sehr bewegt. Einerseits Issa, die Ich-Erzählerin, die in Deutschland groß geworden ist und jetzt in Kamerun einiges erleben muss. Sie schreibt das im Präsens. Die Rituale sind merkwürdig. Beispielsweise wird sie von einem Heiler mit einer stinkenden Brühe behandelt. Während eines anderen Rituals muss sie mit einem toten Kaninchen ins Meer gehen.


    Ebenso sind die Frauenschicksale, die ab 1903 erzählt werden, oft erschütternd. Frauen in Kamerun hatten im 20. Jahrhundert wenig Rechte. Ein Mann konnte durchaus 19 Frauen haben. War man die erste Frau eines Mannes, genoss man einige Vorrechte und konnte die anderen Frauen piesacken. Männer bestimmten über die Frauen. So konnte beispielsweise Marijoh, Enangas Tochter, als Jugendliche von ihrem Stiefvater mit einem viel älteren Mann verheiratet werden, damit er seine Schulden bei diesem Mann loswurde.


    Auch heute hat ein Mann noch viel zu sagen in Kamerun. Wer es als Mann beispielsweise nicht schafft, dass seine Frau ihn respektiert und ruhig ist, gilt als schwach. Diese und andere Tatsachen habe ich gelesen – und ich habe auch sonst viel über Kamerun gelesen und gelernt, was ich vorhin noch nicht wusste.


    Für mich war „Issa“ ein interessantes und gutes Leseerlebnis. Ich vergebe 5 Sterne.


  3. Cover des Buches Auf ewig mein (ISBN: 9783846601259)
    Eva Völler

    Auf ewig mein

    (237)
    Aktuelle Rezension von: spozal89

    Eine tolle Fortstzung der Time School Reihe. Sehr fesselnd, da äußert spannend geschrieben. Die Charaktere kennt man ja bereits aus dem ersten Band, man lernt sie hier aber nochmal intensiver kennen und lieben. Ich mag den Schreibstil von Eva Völler total gerne, da man richtig durch die Seiten fliegt. Für mich auf jeden Fall eine tolle Fantasy-Zeitreise-Reihe, die ich empfehlen kann.

  4. Cover des Buches Eine Frage der Zeit (ISBN: 9783423254274)
    Alex Capus

    Eine Frage der Zeit

    (153)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Wie kann man dem testosterongesteuerten Kriegsgeheul Paroli bieten, wie die Unsinnigkeit jedweder kriegerischen Handlung bereits im Keim ersticken? Versuche gab und gibt es zuhauf, manche sogar erfolgreich, manch andere allerdings versandeten aus mancherlei Gründen. Der aktuelle Ukraine-Krieg ist hierfür ein geradezu klassisches Beispiel. 

    Doch darum geht es in diesem Roman des Schweizers Alex Capus nicht. Hier indes wird der ganze Irrwitz des Krieges in geradezu komödiantenhafter Überspitzung persifliert, allerdings angelehnt an tatsächliche Ereignisse: Zwei Kriegsparteien, Briten (sowie Belgier) und Deutsche, treffen während des Ersten Weltkriegs im tiefsten Afrika aufeinander, was allein schon geeignet wäre, sich verzweifelt die Haare zu raufen, selbst unter Berücksichtigung des seinerzeitigen kolonialen Machtgeschehens. Vollkommen abstrus wird es allerdings, wenn man erfährt, dass das Kriegsgeschehen sogar auf den Tanganjikasee ausgeweitet werden soll und hierfür die hierfür notwendigen „Boote“ über Land zum jeweiligen Ziel(hafen) gebracht werden müssen.  

    Die Duplizität der Ereignisse (hüben wie drüben) verdeutlicht, dass dieser Irrwitz offensichtlich seine Muster hat – und damit austauschbar erscheint. Die Schilderungen, so unterhaltsam sie auch daherkommen, machen indes deutlich, dass bei aller Kriegsdramatik hin und wieder auch die menschliche Seite zu ihrem (eigentlichen) Recht kommt. Insofern ist dieser lesenswerte Roman durchaus auch ein Beispiel dafür, dass einzelne Personen dem blutigen Machtgebaren einen versöhnlichen Aspekt zur Seite stellen können.

    (18.7.2024)

  5. Cover des Buches Rote Sonne, schwarzes Land (ISBN: 9783596700974)
    Barbara Wood

    Rote Sonne, schwarzes Land

    (365)
    Aktuelle Rezension von: MelLila

    Es hat mich sehr gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Habe mir auch sofort den zweiten Band bestellt. Es fängt schon mega spannend an, mit der Größenverteilung dunkelhäutiger, ortsansässig geborener Menschen und hellhäutiger, hinzugezogener Menschen und dass die "Weißen" meinen, weil sie zivilisierter sind, sie könnten die Macht über die "Schwarzen" übernehmen und sehen sich auch noch im Recht, wie sie da die Eingeborenen unterdrücken und übervorteilen. Es treffen wirklich zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander. Aber anstatt sich aufeinander einzustellen und offen für die andere Kultur zu sein (gegenseitig, meine ich jetzt) gibt es beiderseits nur den Gedanken, den anderen schon zu zeigen, was "richtig" ist. Das ist ja leider auch heutzutage noch so, und nicht nur in Afrika.

    Zur Hervorhebung und Verdeutlichung zeichnet die Autorin sozusagen Stellvertreter beider Seiten, also Hauptfiguren, und um die geht es auch im Folgeband noch weiterhin. Bin gespannt auf Band 2!

    In diesem Band geht es übrigens erstmal um Deborahs Vorfahren, von ihr selbst erfährt man nur am Anfang ein wenig und dann eigentlich nichts mehr. Ich meine aber, dass es in Band 2 dann um Deborah, ihre Geschichte und ihre Generation geht.

  6. Cover des Buches Die Küste der Freiheit (ISBN: 9783732590780)
    Maria W. Peter

    Die Küste der Freiheit

    (88)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Der Roman erschien 2014 und ist der erste historische Roman Peters außerhalb der Römer-Krimi-Reihe um die Sklavin Invita. Um die Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges verschlägt es sowohl die sehr gläubige Mennonitin Anna Hochstetter als auch den Freiherrn Lorenz von Tannau von Hessen nach Amerika. Bereits in Deutschland haben sie sich gegenseitig jeweils einmal das Leben gerettet, wonach sich ihre Wege allerdings trennten. In Amerika führt sie das Schicksal wieder zusammen, doch könnte ihre Lebenssituation zu dem Zeitpunkt des Wiedersehens nicht unterschiedlicher sein.

    Die Handlung ist leider vielfach deutlich zu einfach vorhersehbar. Bereits früh heißt es von Lorenz über den Deserteur Kurt Paul: „Danach würde er diesen Dreckskerl hoffentlich nie wieder zu Gesicht bekommen.“ (Bastei-Lübbe Tb, 1. Aufl. November 2014, S. 47) Und es ist sonnenklar, dass die Wege der beiden sich wieder kreuzen werden.

    Die Personen sind, so finde ich, zu klischeehaft und holzschnittartig gezeichnet, da gibt es die Guten und die Bösen, Zwischentöne fehlen. Die Sprache ist einfach gehalten, das Buch ist daher leicht und flüssig lesbar.

    Nicht gut gemacht ist aus meiner Sicht das Glossar. Für mich werden dort zu oft die falschen Begriffe erklärt. Was ein Mulatte, eine Büchse, ein Deserteur oder ein Söldner ist, das wusste ich auch bereits vorher. Nicht aber z.B., was eine Chemise, eine Patene oder ein Stauppfahl ist, Begriffe, die im Text verwendet, aber im Glossar nicht erläutert werden.

    Gut gelungen ist der Autorin die Einbettung historischer Ereignisse in die Handlung wie z.B. die Schlacht von White Plains am 28.10.1776, die Schlacht von Trenton am 26.12.1776 oder die Belagerung von Charles Town (heute Charleston/South Carolina) inklusive der Explosion eines Munitionsdepots. Man merkt dem Buch an, dass die Autorin umfangreich und akribisch historische Ereignisse bis ins Detail recherchiert hat, was sich auch in dem gut gelungenen umfangreichen Nachwort manifestiert. Dafür ein großes Lob.

    Die konstruierten „Zufälle“, die dieselben Personen immer wieder aufeinandertreffen lässt, überschreiten leider manchmal die Grenze des Zumutbaren, z.B. als die entlaufene Sklavin Rose nach Philadelphia kommt und dann auch noch die Tochter des Quäkers ist, bei dem Anna untergekommen ist. Und auch "der Tod und die Wiederauferstehung“ Lorenz von Tannaus nach einer Schlacht ist ganz miserables Kino. Obwohl man vorhersehen konnte, dass der Mann überleben würde, obschon ihn alle für tot halten.

    Als nervig empfand ich das gefühlt ständige Bemühen die Autorin auf die Tränendrüsen zu drücken. So ist die Geschichte für meinen Geschmack insgesamt deutlich zu kitschig geraten. Zusammenfassend finde ich es sehr schade, dass die umfangreiche und sicher mühevolle Recherchearbeit der Autorin in eine zu seichte Geschichte mündet. Zwei Sterne.

  7. Cover des Buches Palast der Winde (ISBN: 9783104903255)
    M. M. Kaye

    Palast der Winde

    (131)
    Aktuelle Rezension von: Elisabeth_Rettelbach

    Viele Leser bezeichnen "Palast der Winde" als Liebesgeschichte mit ein wenig hübscher Historie drum herum. Für mich ist es das Gegenteil. Die Liebesgeschichte zwischen Ash und Anjuli stellt nur einen kleinen, eher unwichtigen Teil dieses riesigen Epos da. Allein schon daran ersichtlich, dass Anjuli im letzten Teil quasi kaum noch erwähnt wird. Ich verstehe irgendwie diesen Drang nicht, alles aus der Perspektive einer Liebe zu lesen. Das sehe ich nicht nur in diesem Roman so, sondern z. B. auch bei "Rebecca" (von du Maurier, für mich ebenfalls keine Lovestory). Für mich handelt es sich um einen geschichtlich dichten Abenteuerroman mit vielen politischen und soziologischen Details. 

    Die Autorin ist selbst in Indien aufgewachsen (wenn auch später) und hat extrem viel Recherche und Liebe zum Detail aufgewandt, die dramatische Geschichte Indiens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert aufzuarbeiten. Man erfährt einiges über die Geschichte der indischen Rebellion 1857, über das soziale und politische Leben an indischen Herrscherhöfen sowie über die Ereignisses im zweiten anglo-afghanischen Krieg. Für mich sehr spannend zu lesen, war der kulturelle Konflikt, in dem Ash, die Hauptfigur, sich befindet: Der Sohn von Engländern wächst als Inder auf, erfährt erst nach längerer Zeit seine wahre Herkunft und fühlt sich zeitlebens immer weit mehr als Inder. Was für die kolonial-arroganten Engländer in seinem Leben nur schwer verständlich oder akzeptabel ist, aber auch für viele standesbewusste Inder. Es war spannend zu lesen, wie stolze Inder damals auf ihrer Besatzer herabsahen und sich beispielsweise weigerten, mit ihnen zu essen, weil das gemeinsame Mahl mit den kastenlosen Engländern sie beschmutzt hätte. 

    Es ist ein ziemlicher Schinken, man muss schon ein Historienfan sein, und im letzten Teil zieht sich die Story ein wenig. Für mich jedoch ein Roman, den ich im Abstand von ein paar Jahren regelmäßig immer wieder lese. Und dies ganz klar nicht wegen der "Liebesgeschichte". Der zugehörige Film aus den 1980er-Jahren ist übrigens grauenhaft und kitschig. Wer dieses Buch liebt, sollte ihn auf keinen Fall ansehen. ;-)

  8. Cover des Buches Die ferne Hoffnung (ISBN: 9781542047883)
    Ellin Carsta

    Die ferne Hoffnung

    (167)
    Aktuelle Rezension von: kapitelschlag

    Die Geschichte setzt 1888 in Hamburg ein, mit dem tragischen Selbstmord des Vaters, der für die drei Brüder Robert, Georg und Karl einen entscheidenden Wendepunkt markiert. Besonders beeindruckend fand ich, wie unterschiedlich ihre Lebenswege verlaufen: Robert zieht mit seiner Familie nach Kamerun, um eine Kakaoplantage zu übernehmen, Georg bleibt in Hamburg, während Karl versucht, sich in Wien ein neues Leben aufzubauen.

    Gerade der Wechsel zwischen diesen Schauplätzen verleiht dem Roman einen besonderen Reiz. Er sorgt für Abwechslung und hält die Spannung aufrecht, weil jede Perspektive ihre ganz eigene Atmosphäre und Dynamik mitbringt. Besonders berührt hat mich die Figur von Luise, Roberts Tochter, die in Kamerun aufwächst. Sie wirkt mutig, eigenständig und folgt unbeirrt ihren eigenen Gefühlen. Auch Karls Kapitel in Wien, geprägt von gesellschaftlichen Zwängen und innerer Zerrissenheit, haben ihren eigenen Reiz und verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe.

    Ellin Carstas Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Sie versteht es, sowohl emotionale als auch alltägliche Momente lebendig einzufangen und den Figuren eine glaubwürdige Stimme zu geben.

    Allerdings bleiben die kolonialen Hintergründe in Kamerun eher an der Oberfläche. Hier hätte ich mir mehr historische Tiefe und eine kritischere Auseinandersetzung gewünscht, um die Zeit und ihre Konflikte greifbarer zu machen.

    Trotz dieser kleinen Schwächen habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen. Besonders gefallen hat mir die gelungene Mischung aus Familiengeheimnissen, Gefühlen und historischen Elementen. Die Charaktere sind lebendig und sympathisch, und ich war gespannt, wie sich ihre Wege weiterentwickeln würden.

    Für mich ist *Die ferne Hoffnung* ein starker Auftakt der Hansen-Saga, der Lust auf die Fortsetzung macht.


  9. Cover des Buches Im Land der Kaffeeblüten (ISBN: 9783522201605)
    Laura Antoni

    Im Land der Kaffeeblüten

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Deutschland 2011. Als sich Isabell und Julia, beide 17 Jahre alt, in der Schule das erste Mal begegnen, wissen sie noch nicht, wie eng die Geschichte ihrer beiden Familien miteinander verknüpft sind. Die eine, die verwöhnte Tochter eines Kaffeeimporteurs, die andere, die eines Forscherehepaars, die um den letzten gesellschaftlichen Schliff zu vervollständigen, bei ihrer Großmutter in Deutschland leben soll.

    Erst bei der Recherche für eine gemeinsame Projektarbeit entdecken sie, dass sich ihre Urgroßmütter Elise und Margarethe um 1900 in Guatemala kennengelernt und so manches Geheimnis miteinander geteilt haben.

    Meine Meinung:

    Der auf zwei Zeitebenen spielende Roman spricht verschiedene Themen, wie Landraub durch die Europäer, Ausbeutung der indigenen Völker, Plünderung der prähistorischen Tempel sowie gewaltsame Christianisierung der Mayas an. Einiges, wie die Ausbeutung von Land und Leuten passiert heute noch.

    Die Geschichte ist spannend erzählt, wobei mir der Handlungsstrang, der um 1902 spielt, deutlich fesselnder als der in der Gegenwart ist. Nun, ja - man begegnet in Hamburg selten Giftschlangen auf der Straße und statt eines Maultieres reitet man das Fahrrad oder ein Moped.

    Auch die Figuren der Vergangenheit sind ein wenig besser gelungen. Sie können sich so richtig schön gegen das „Brave-Töchter-Image“ auflehnen. Allerdings kann es auch daran liegen, dass Elise und Margarethe ein wenig (deutsche) Exotik in Guatemala bedeuten. Leicht haben es beide nicht.

    Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Hin und wieder werden auf Worte aus der Sprache der Ureinwohner eingeflochten.

    Neben den mehrfachen Wechseln der Zeitebene, geben die wörtlichen Zitate aus den Tagebüchern ein farbenprächtiges Bild der Landschaft und das mühsame Leben auf der Kaffeeplantage wieder.

    Gut sind auch die gesellschaftlichen Zwänge zu Beginn des 20. Jahrhunderts dargestellt. So soll Margarethe einen reichen Mann heiraten, um die Plantage vor dem Ruin zu retten. Dabei hat sie ihr Herz an Juan, einen Maya verloren. Eine Beziehung, die so gar nicht geht. Der rettende Engel, der von ihrem Geheimnis weiß, hat selbst eines.

    Fazit:

    Eine flott und lebendig erzählte Geschichte, der ich gerne 4 Sterne gebe.

  10. Cover des Buches Wenn ich jetzt nicht gehe (ISBN: 9783458363453)
    María Dueñas

    Wenn ich jetzt nicht gehe

    (90)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Was für eine Lese-Qual war dieses langatmige Abenteuerbuch fast ohne Abenteuer, diese furchtbare Schmonzette. Ich fragte mich die ganze Zeit, was die Spanier so an dieser Autorin und ihrer Art zu erzählen finden. Dramaturgisch hat dieses Werk die Qualität einer Telenovela mit gefühlten 1000 Folgen, die Handlung ist alles andere als rasant, es passiert sehr wenig aber es zieht sich ewig laaang. Sprachlich hatte ich ohnehin keinen Anspruch an dieses Werk. Ständig zählte ich die Seiten, die ich noch lesen musste, aber wegen der Autorinnenchallenge habe ich bis zum Ende durchgehalten.

    Am Ende ist ist der beinharte Abenteurer auch noch in einer romantischen schmalzigen Verwicklung gefangen, ihm schlottern die Knie und Schmetterlinge flattern im Bauch - wäh das ist furchtbar und total glaubwürdig (Ironie off). Ganz zum Schluss wollte ich aber dann auch wie bei einem Autounfall, bei dem man nicht wegschauen kann, wissen, wie die Autorin die gesamten Intrigen auflöst.

    Fazit: Wer kein Spanier ist und Telenovelas nicht liebt, sollte tunlichst die Finger von diesem Buch lassen.

  11. Cover des Buches Der Zerberus-Schlüssel (ISBN: 9783404175956)
    Gerd Schilddorfer

    Der Zerberus-Schlüssel

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12

    "Der Zerberus-Schlüssel" ist der vierte Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Als eine junge Architekturstudentin in Berlin ein halb verfallenes Haus begutachtet, macht sie die grausame Entdeckung einer mumifizierten Leiche, die bereits jahrelang an einem Balken hängt. Davor am Boden auf einem Zettel fixiert drei chinesische Schriftzeichen. Bevor sie die Polizei informiert, nimmt sie diese an sich. Zur gleichen Zeit werden in Berlin mehrere Männer exekutiert, alle auf identische Weise. Kommissar Callis wird auf den Fall angesetzt, tappt aber im Dunkeln bis sich ein sogenannter "Cleaner" dazu bekennt. Gleichzeitig wird in Großbritannien Major Llewellyn eine Namensliste von ehemaligen Ostagenten zugespielt, die alle auf mysteriöse Weise starben. Als auch noch die chinesischen Triaden an allem interessiert sind, wird das ganze zu einem undurchsichtigen Fall, der seine Verbindung anscheinend im dritten Reich hatte als 1940 ein Schiff von den Deutschen im Pazifik aufgebracht wurde. Gerd Schilddorfer springt in diesem Thriller durch einige verschiedene Zeitebenen mit unterschiedlichen Protagonisten. Als Leser muss man sich dabei erst mal zurechtfinden. Ebenso umfasst die Story in Summe gut 800 Seiten, wobei in diesem Band John Finch sehr lange fast nur eine Nebenrolle spielt, bevor auch er vermehrt ins Geschehen eingreift. Dies empfand ich selbst ein wenig schade, denn genau diese Hauptfigur mochte ich doch besonders aus den Vorgängerbänden. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, etliche der Figuren sind einem aus den anderen Bänden bereits bekannt und es ist schön sie auch in diesem Band wieder zu erleben. Obwohl dieser Thriller wieder spannend erzählt ist, hat er aber streckenweise diesmal ein paar Längen. Hier hätten vielleicht ein wenig Straffung gut getan. In Summe ist "Der Zerberus-Schlüssel" wieder ein gelungener Thriller, kommt aber für mich nicht ganz an die Vorgängerbände heran.

  12. Cover des Buches Zartbittertod (ISBN: 9783570313244)
    Elisabeth Herrmann

    Zartbittertod

    (47)
    Aktuelle Rezension von: Sarange

    Diesen Thriller, eigentlich für Jugendliche, habe ich in einem Nachmittag und einer Nacht weginhaliert und kann ihn auch für Erwachsene wärmstens empfehlen, auch wenn es einem mit mehr Leseerfahrung vielleicht der eine oder andere nur bedingt nötige Twist zuviel ist. Das Buch ist rasant, spannend und aufwühlend im wahrsten Sinne des Wortes - die deutsche Kolonialgeschichte in Namibia wird aufgewühlt, der Völkermord an den Herero, die vielfachen Verschlingungen, die einige Familien und Unternehmen (Schokolade!) mit diesem schlimmen Kapitel der deutschen Geschichte auch hundert Jahre später noch haben. Die sympathische Heldin der Geschichte ist 19 Jahre jung und will eigentlich nur in ihrer Heimatstadt Meißen Pralinen herstellen. Doch es kommt anders... 

  13. Cover des Buches Ein angesehener Mann (ISBN: 9783453421738)
    Abir Mukherjee

    Ein angesehener Mann

    (57)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Eine bildreiche Geschichte aus dem alten Kalkutta (heute Kolkata).
    Intrigen und Verschleierung sind hier genauso zu finden wie Mut und Vertrauen.

  14. Cover des Buches Spur der Schatten (ISBN: 9783462053050)
    Gil Ribeiro

    Spur der Schatten

    (119)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Gäbe es nur mehr von dieser Sorte Krimi: exzellente Unterhaltung, vielseitige Informationen und als i-Tüpfelchen einen Ermittler der besonderen „Sorte“. 

    In seinem zweiten Auftritt an der portugiesischen Süd-Atlantikküste sorgt auch dieses Mal der deutsche „Austausch-Kommissar“ Leander Lost mit seinem besonderen Verhalten für mancherlei Irritationen. Allerdings hat er durch seine messerscharfen Analysen („Seine Kausalketten waren zwingend wie ein fugenloser Korridor ohne Abzweigung.“) und liebenswerten Marotten schnell die Herzen seiner portugiesischen Mitstreiter erobert.

    Als Autist (Asperger) und Eidetiker (fotografisches Gedächtnis) ist er ständig auf der Suche, in seinem Gegenüber die Merkmale zu erfassen, um im menschlichen Kontakt mit „Neurotypischen“ zu bestehen („[…], war ihm das Ungesagte meist ein Rätsel. Denn es verkroch und verbarg sich ziemlich erfolgreich zwischen den Zeilen und Silben. Es schwang mit, ohne je Gestalt anzunehmen, ja, es war unsichtbar für ihn und entwand sich seinem Griff bereits, bevor er seine Hand danach ausgestreckt hatte.“). Hierzu bedient er sich der nur für sekundenbruchteile flüchtigen Gesichtsausdrücke (Mikroexpressionen) und zur Entschlüsselung des „guten Tons“ eines (fiktiven) Werks von Daniel B. Tucker: Das Kompendium sinnloser Sätze. Diese führt zu mach witzigen Dialogen und entspannt auch die kriminalistische Arbeit in einem Fall, der auch die koloniale Vergangenheit Portugals und die sich daraus immer noch ergebenden Verbindungen und den darüberliegenden Schatten (As Sombras) zum Thema hat. 

    Subtil werden die Fährten gelegt und Parallelschauplätze eingeflochten. Während sich die Ermittler an der Aufklärung eines Mordes an einer Kollegin abarbeiten, werden im Hintergrund bereits die Fäden für den „großen Fall“ gesponnen. Auch wenn erst im letzten Drittel die Spannungsbreme gelockert wird, heißt das nicht, dass bis dahin die Geschichte nur so dahindriftet. Nein, denn es gibt, sozusagen als Zugabe auch noch eine Liebesgeschichte – und zwar eine ganz (Sorry) entzückende, die sogar für Tränen sorgen könnte … Aber was hier rundum das Asperger-Syndrom vermittelt wird ist erstklassig – und kann helfen, diesen Menschen mit einem anderen Blick zu begegnen.

    Kurz: ein erstklassiger Krimi mit vielen zusätzlichen wissenswerten Informationen.

    (5.7.2020)

  15. Cover des Buches Eine allgemeine Theorie des Vergessens (ISBN: 9783406713408)
    José Eduardo Agualusa

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    (83)
    Aktuelle Rezension von: Julietta89

    Der Einstieg gelingt schnell – man ist sofort mitten im Geschehen, auch wenn anfangs unklar bleibt, wohin die Geschichte führt. Gerade die Protagonistin, die sich in ihrer Wohnung eingeschlossen hat, fand ich bemerkenswert. Auch der kleine Sabulu war ein Highlight.

    Was mich beeindruckt hat, war, wie viel man über die Geschichte Angolas mitbekommt. Gleichzeitig war es nicht immer einfach, der Handlung zu folgen. Viele Stränge, Zeitsprünge und Figuren haben es stellenweise verwirrend gemacht, wer gerade eigentlich im Mittelpunkt steht.

    Die Figuren wirkten glaubwürdig, auch wenn manches ein wenig überzogen war. Besonders hängen bleibt das Wissen um die portugiesische Kolonialzeit und den schwierigen Bürgerkrieg in Angola – ein Hintergrund, der dem Buch viel Tiefe gibt.

  16. Cover des Buches Das weiße Blut der Erde (ISBN: 9781542048491)
    Tara Haigh

    Das weiße Blut der Erde

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Heleflo

    Leider kann ich dieses Buch nicht weiterempfehlen. Es ist seicht und unglaubwürdig.

    Ich hatte es als Hörbuch und die Leserin Verena Wolfien macht einen tollen Job, kann aber ja nichts für die krude Handlung. Sehr schade, denn der Klappentext klang sehr gut.

    Eigentlich hätte ich nur 2 Sterne gegeben, aber einen bekommt das Buch für die schön beschriebenen Landschaften von British-Malaya.

  17. Cover des Buches Kenia Valley (ISBN: 9783455006681)
    Kat Gordon

    Kenia Valley

    (70)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    Ein Stück Kolonialgeschichte Kenias der 20er und 30er Jahre lässt Kat Gordon mit ihrem Roman "Kenia Valley" aufleben.

    Die Geschichte beginnt 1925. Theos Vater ist Direktor der Eisenbahn und wird mit seiner Familie nach Kenia versetzt. Seit 1920 gehört Kenia nun offiziell zu den Kronkolonien nachdem es zuvor schon 25 Jahre ein Britisch-Ostafrikanisches Protektorat war und letzendlich 1902 von der britischen Regierung zur Besiedlung freigegeben wurde. Dort lernt der vierzehnjährige Theo Lebemann Freddie und seine Geliebte Sylvie kennen. Beide sind deutlich älter als er, eigentlich jeweils mit jemand anderem verheiratet, und führen Theo nun in das ausschweifende, glamouröse und dekadente Leben der reichen und mächtigen Briten ein. Es ist eine Welt, die der Junge kaum begreifen kann und der er auch kaum gewachsen ist, doch seine unberechenbare Mutter treibt ihn nur weiter in die Arme diese Welt...

    Zum Studieren wird Theo nach England zurückgeschickt und kehrt 1933 wieder nach Kenia zurück. Doch das Land hat sich verändert, genauso wie seine alten Freunde. Ihr Leben dreht sich zwar noch immer um Partys, Sex und Drogen, aber Freddie mischt nun in der Politik mit und es dauert nicht lange bis Theo die Augen öffnet und sieht, was wirklich vor sich geht und wie Freddie und Sylvie ihn benutzt haben.

    Die Geschichte von Theo, seiner Schwester Maud und einigen anderen Charakteren des Buches hat mich wirklich gefesselt. Während sich Theo sehr von anderen blenden lässt und ihnen absolut verfällt, sieht seine Schwester doch was alles falsch läuft. Sie sieht die Kenianer und wie ihnen die britische Lebensweise aufgedrückt wird und wünscht sich doch viel mehr, dass ihr Land den Kenianern hilft, sich selbst zu helfen. Beide erleben ihr Erwachen. Theo sieht Freddie eines Tages wirklich. Er schaut hinter die glamouröse Fassade und die Fratze, die ihm dann entgegenblickt erschüttert ihn entsetzlich. All die Jahre, die Theo zu Freddie aufgeschaut hat, in denen er sich gewünscht hat eines Tages wie Freddie zu sein. Doch die tragischsten Figuren sind definitiv Theos Schwester Maud und Sylvie.

    Insgesamt eine sehr interessante Geschichte, die im Ansatz vielleicht auch ein wenig an "The great Gatsby" von Fitzgerald erinnert, die sich jedoch am Ende mehr mit den menschlichen Beziehungen und Abgründen denn mit der Historie beschäftigt.

  18. Cover des Buches Tal der Tausend Nebel (ISBN: 9783492273831)
    Noemi Jordan

    Tal der Tausend Nebel

    (52)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir

    Buchinhalt:

    Hawaii, ausgehendes 19. Jahrhundert: Elisa und ihre Mutter wandern mittellos von Hamburg nach Kauai aus. Elisas verstorbener Vater hatte dort eine Zuckerrohrplantage, zusammen mit seinem Bruder. Doch was die beiden Frauen dort erwartet, ist alles andere, als eine glückliche Zukunft. Kurz nach ihrer Ankunft wird Elisa von einem Hai angegriffen und durch ihre Verletzung in den Augen der weißen Plantagenbesitzer keine gute Partie mehr. Dennoch will der Onkel sie mit einem Geschäftspartner verheiraten. Elisa allerdings liebt Kelii, einen hawaiianischen Jungen, der sie vor dem Hai gerettet hat….

     

    Persönlicher Eindruck:

    Hawaii war und ist ein faszinierender Ort – weit draußen im Pazifischen Ozean bietet die Inselgruppe ein paradiesisches, verwunschenes Setting für einen Liebesroman mit historischem Touch. Ich war gespannt, wie diese lange ungelesen in meinen Regalen schlummernde Perle wohl sein würde. Jetzt war der Zeitpunkt, das zu ergründen.

    Zwei Zeitlinien prägen die Geschichte. Eine im 19. Jahrhundert, die andere in der Gegenwart – und damit ständige Wechsel, meist Kapitel für Kapitel. Da wäre zum einen Elisa, die unbedarfte Tochter eines verstorbenen Plantagenbesitzers, die auf Kauai eine neue Heimat sucht. Der Zwischenfall mit dem Hai prägt ihr weiteres Leben, hin und her gerissen zwischen Kolonialherren und Hawaiianern, zwischen europäischem Lebensstil und freiem Paradies im Einklang mit der Natur.

    In der Gegenwart ist es dann Maja, die auf einem Studienseminar in Nizza den Hawaiianer Keanu kennen lernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Beide Zeitlinien hängen natürlich zusammen.

    Beide Frauen machen im Laufe des Romans ihre Erfahrungen mit hawaiianischer Kultur und Spiritualität. Bis dahin ist das Buch ein solider historischer Roman mit Gegenwartsbezug. Doch dann driftet die Autorin mehr und mehr auf die esoterische Schiene ab. Fantasyelemente wie Traumwandlung oder Seelenwanderung werden immer prägnanter, der bis zur Hälfte der 450 Seiten spannende historische Roman will dann auf zu vielen Hochzeiten tanzen und verliert in meinen Augen immer mehr an Potential.

    Einige Themen waren mir einfach zu weit her geholt, der dickste Patzer gegen Ende, wo die fünfjährige Victoria ihre Mutter „erkennt“, obwohl sie kurz nach der Geburt weggegeben wurde. Sorry, da wird’s einfach unglaubwürdig – alles lässt sich auch nicht mit der esoterischen Fantasyschiene begründen.  

    Schade, wäre Frau Jordan bei der historischen Handlung geblieben, hätte die Geschichte ein toller Roman sein können. So war mir das Ganze einfach zu konstruiert-verworren und das ständige Hin-und-Her konnte mich letztendlich nicht überzeugen. Für den ansprechenden historischen Teil, die opulente Landschaftsbeschreibung und die gute Hawaii-Recherche gibt’s dann noch 2 Sterne.

  19. Cover des Buches Im Herzen der Feuersonne (Ein Südafrika-Roman 1) (ISBN: 9783548063942)
    Elfie Ligensa

    Im Herzen der Feuersonne (Ein Südafrika-Roman 1)

    (3)
    Aktuelle Rezension von: sada65

    IM HERZEN DER FEUERSONNE von der Autorin 

    Elfie Ligensa


    Voller Hoffnung wandert der Winzersohn Ben Ruhland 1795 aus dem beschaulichen Rheingau nach Südafrika aus. Seit er denken kann, träumt er von einem eigenen Weingut. Zunächst will es nicht gelingen, die Reben in der trockenen Erde zu ziehen. Jemand legt ihm Steine in den Weg. Erst als er sich in die schöne Charlotte de Havelbeer verliebt, beginnt er zu glauben, dass alles gut wird. Doch ihr Vater hat für seine Tochter andere größere Pläne ...


    Die Autorin schreibt in ihrem Roman über die Weite des südafrikanischen Himmels, über ein romantisches Weingut und einer großen Liebe. Das Cover ist mir sofort ins Auge gefallen und es passt sehr gut zur Geschichte. Elfi Ligensa lässt den Leser in einen anderen Kontinent zu einer anderen Zeit eintauchen. Wir wollen schon seit einigen Jahren nach Südafrika, aber leider hat uns immer wieder etwas daran gehindert. In dem Roman erfährt man viel über Land und Leute. Was uns noch mehr überzeugt, Südafrika als nächstes Reiseziel zu buchen. Auch über den Weinbau schreibt die Autorin viel Interessantes. Sie schreibt im allen locker leicht und flüssig. Die Handlung finde ich spannend, emotionsreich und  fesselnd. Man kann sich alles bildlich vorstellen, genau so als wäre man mit dabei. Ich konnte nur selten das Buch zur Seite legen. Es hat mir schöne Lesestunden bereitet. Daher gebe ich eine klare Leseempfehlung!!!


  20. Cover des Buches Dein ist das Reich (ISBN: 9783548066844)
    Katharina Döbler

    Dein ist das Reich

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Leserstimme

    Ich muss zugeben, dass ich abgebrochen habe, obwohl ich schon über die Hälfte gelesen habe. Ich hoffte auf ein wenig mehr Spannung, aber das Buch tröpfelte so dahin.  Wenn mich ein Buch nicht fesseln kann und ich derart lang brauche,  das eigentlich nicht schwer zu lesen ist, fehlt die Überzeugung. 

    Aber ein bisschen kann ich dazu doch erzählen: Das Thema der Kolonialisierung und auch der Intoleranz gegenüber anderen Kulturen wird hier sehr deutlich angesprochen aus Sicht von Linette, der Großmutter der Ich-Erzählerin, die selbst einen Mann hatte, der mit ihr auf Papua-Neuguinea lebte und die Kolonialisierung unterstützte. 

    Das Buch gefällt bestimmt vielen Lesern, ich mochte nur den Sprachstil nicht. Aber: gerade durch ihn wird die Unsinnigkeit des Bekehrens der  Bewohner von Papua- Neuguinea (damals Kaiser-Wilhelms-Reich), auch zur Zeit des 1. Weltkrieges, klar und deutlich dargestellt, es steckt viel Ironie und auch Traurigkeit in der Erzählweise. Bei manchen Protagonisten spürt man die Überheblichkeit und Herabsetzung gegenüber anderen Kulturen sehr, was übergeht in Rassismus und damit verbundene Gewalt. 

     Auch die Denkweise der Deutschen, dass die Bewohner der Insel gebildet werden müssen - auf ihre Weise und nicht anders - wirkte auf mich wie eine Vergewaltigung und Verdrängung einer Kultur, die diese Menschen sehr verändert haben. Dieses Buch zeigt auf, was die  Christianisierung und mit Gewalt durchgeführte Missionierung mit den Menschen macht, die sie aufnehmen (müssen) und was sie mit denen macht, die sie durchgeführt haben und im späteren Leben feststellen müssen, dass das ganz und gar nicht richtig war. 

    Vom Sprachstil recht einfach geschrieben und verständlich, aber wie gesagt für mich etwas ungeeignet. Die Geschichte selbst etwas klischeebeladen, aber auch hinweisend auf die damalige Rolle der deutschen Frau, die dem Manne Kinder und Familie schenken soll. Das ist eine allgemeine Rezension über 4 Haupt-Protagonisten im Buch, die mich persönlich nicht überzeugen konnten, aber anderen bestimmt gefällt.  


  21. Cover des Buches Mord am Waterberg (ISBN: 9783939990406)
    Almut Hielscher

    Mord am Waterberg

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Lese_gerne

    Katrin möchte nur ihre ermordete Schwester Anna aus Namibia zurückholen. Der Kurzaufenthalt nimmt eine unerwartete Wendung. Sie kann nicht glauben, dass der erst 17jährige Täter Anna ermordet haben soll. Katrin ermittelt eigenständig, als sie von der Polizei keine Hilfe erhält. Dabei stößt sie auf Misstrauen der Namibier, die immer noch unter den Folgen des Völkermordes an ihren Ahnen leiden. Katrin ist im Zwiespalt. Soll sie die gefährliche Spur weiterverfolgen oder soll sie lieber nachhause fliegen und alles ruhen lassen. Vieles deutet auf einen Rachemord hin, der mit der Kolonialherrschaft Anfang des 20.

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    „Mord am Waterberg“ war für mich weniger ein Krimi. Das Buch ist natürlich spannend aufgebaut. Allerdings sehe ich das Buch eher als Familiendrama und geschichtliche Lehrstunde für die Schlacht am Waterberg, die 1904 unter General Lothar von Trotha gegen die namibische Bevölkerung geführt und so zum Völkermord wurde. Ab da ist auch klar, warum das Buch im Jahr 2004 handelt. Hier jährt sich dieses Massaker zum 100. Mal. Außerdem ist das Thema gerade auch sehr aktuell, da der deutsche Staat sich eigentlich bis zur Bundestagswahl bei den Hereros entschuldigen wollte. Das Buch hat mir gut gefallen. Ziemlich am Schluß ist mir ein Logikfehler mit einem Datum aufgefallen. Außerdem habe ich einige Rechtschreibfehler bemerkt und kann so sagen, dass das Buch schlecht lektoriert ist. Mir selbst hat es nichts ausgemacht, dass das Buch weniger ein Krimi ist, da ich an Geschichte immer interessiert bin und bis dahin von den Hereros fast nichts wusste. Aber wer jetzt einen typischen Krimi erwartet könnte enttäuscht sein. Da mir im Buch eben ein Logikfehler und die Rechtschreibfehler aufgefallen sind, das Genre nicht ganz Krimi entspricht gebe ich dem Buch eine Bewertung von *** Sterne.

  22. Cover des Buches Nachttiger (ISBN: 9783442491308)
    Yangsze Choo

    Nachttiger

    (29)
    Aktuelle Rezension von: BejeweledCat

    Eigentlich darf und sollte man von der Geschichte vorab nicht allzu viel erfahren, sondern sich am Besten einfach darauf einlassen. Daher nur so viel: Ein Finger, ein kleiner Junge mit einer Mission, eine junge Frau und ihr Stiefbruder. Malaya in den 30ern. Eine geheimnisvolle Reise, bei der man viel von asiatischen Sagen lernt und in einen Sog gezogen wird. Ich habe die Hauptfiguren alle in mein Herz geschlossen und das Buch vor kurzem zum zweiten Mal gelesen - bestimmt nicht das letzte Mal.

  23. Cover des Buches Das Geheimnis der Schneekirsche (ISBN: 9783442484805)
    Lisa Marcks

    Das Geheimnis der Schneekirsche

    (44)
    Aktuelle Rezension von: janinchens.buecherwelt
    Voller Hoffnung auf die versprochene große Liebesgeschichte, die der Buchrücken verspricht, habe ich mich in die Seiten von "Das Geheimnis der Schneekirsche" gestürzt. Unsere Protagonistin Selma entkommt, dank ihrem Vater, dem Beginn des ersten Weltkriegs und reist in das ferne Asien, um dort ein neues Leben anzufangen. Doch der Schein trügt, denn das neue Leben beginnt beschwerlicher als erahnt. Fremde Sprache, fremde Kultur und ihre alte Liebe Paul warten in Tsingtau auf Selma und machen ihr den Start in China schwer. Auch fern von Deutschland ist die Familie von den Auswirkungen des Krieges betroffen, was Selmas Leben erneut auf den Kopf stellt.

    Im Grunde steht all das im Vordergrund der Geschichte. Doch wo ist die mir versprochene sinnliche Liebesgeschichte? Wo sind die großen Gefühle? Kapitel um Kapitel wartete ich darauf und wurde bitter enttäuscht. Ich ahne, was die Autorin vor hatte, wohin sie uns Leser führen wollte. Die Umsetzung ist jedoch nicht geglückt, von Liebesgeschichte kann man hier leider nicht sprechen.

    Viel mehr geht es hier darum, wie Selma reift und an ihrem Schicksal wächst und sich weiterentwickelt. Sie begibt sich nicht nur auf eine Reise um die Welt, sondern auch auf eine Reise zu sich selbst. Sie findet ihre Bestimmung und setzt alles daran, diese von der Pieke auf zu erlernen - Heilung durch Pflanzen und Kräuter. Toll eingebunden wurde dies durch die einzelnen Kapitelüberschriften, in denen jeweils verschiedene Pflanzen und Kräuter inklusive ihrer Wirkung verankert wurden. Eine schöne Idee, die sich auch im Inhalt und im Titel widerspiegelt.

    Ein Kritikpunkt waren ein Teil der Charaktere bzw. die Beziehung zwischen ihnen. Die Autorin hat versucht, komplexe Figuren zu erschaffen, die jedoch im allgemeinen Chaos etwas verloren wirken. Ein gutes Beispiel ist das erste Aufeinandertreffen von Selma und ihrer Mutter nach langer Zeit: anstatt sich in die Arme zu fallen und sich zu herzen, wie sich das Selma während ihrer gesamten Reise ausgemalt hat, gibt es gar keine Begrüßung. Wieso das? Die innigen, angepriesenen Familienbande werden hier einfach übergangen.

    Lisa Marcks hat einen tollen, einnehmenden Schreibstil, der auch ans Buch fesselt, trotzdem die erwartete Liebesgeschichte nicht erscheint. Sie bindet auch einiges geschichtliches ein, wodurch man auch die Kriegszeiten außerhalb Deutschlands miterlebt. Ich wusste z.B. nicht, dass in China solch eine große deutsche Kolonie angesiedelt war, die vom Krieg direkt betroffen waren.

    Eine schöne Geschichte, die leider durch den Klappentext etwas in die Irre führt, jedoch die Kurve kriegt und ein rundes Ende hat. Eine starke Protagonistin, die neben den anderen Charakteren heraus sticht und eine tolle Entwicklung durchmacht. Gepaart mit lehrreichen geschichtlichen Fakten ergibt "Das Geheimnis der Schneekirsche" eine runde Sache, die uns Leser kurzweilig unterhält.
  24. Cover des Buches Die Lady und der Butler – Mord im Zedernhaus (ISBN: 9783751707589)
    Pauline Peters

    Die Lady und der Butler – Mord im Zedernhaus

    (25)
    Aktuelle Rezension von: DorGer

    Mir gefällt der schonungslose und kritische Blick, der auf die Klassengesellschaft und das Verhalten gegenüber der Bevölkerung in den britischen Kolonien geworfen wird. Eingepackt in eine spannende Geschichte, in der - wie in der Reihe üblich - viel vor sich geht. Gut geschrieben, mit feinem Humor, keine Rechtschreibfehler.

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