Bücher mit dem Tag "kolumnen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kolumnen" gekennzeichnet haben.

25 Bücher

  1. Cover des Buches Kummer aller Art (ISBN: 9783832167233)
    Mariana Leky

    Kummer aller Art

    (198)
    Aktuelle Rezension von: Moonwishes

    In den vielen Kurzgeschichten in diesem Band geht es um die Protagonistin, ihre Familie und ihren Nachbarn. Mit viel Kreativität und Witz werden psychologische und emotionale Probleme und Gedankengänge betrachtet. 

    Die Charaktere bestechen mit ihrer Echtheit und sind dennoch stets liebenswert. In jeder Kurzgeschichte konnte ich stets ein Stück von mir selbst wiedererkennen. Dadurch haben diese Geschichten lange nachgewirkt, auch wennn jede Kurzgeschichte nur 4 Seiten umfasst.

    Damit jede Geschichte wirklich wirken kann, sollte das Buch meiner Meinung nach nicht in einem Rutsch gelesen werden. Für mich haben 1-2 Geschichten am Stück ausgereicht.

    Das Cover gefällt mir persönlich nicht sehr gut. Ich empfinde es als lieblos und langweilig gestaltet. Wäre es kein Geschenk gewesen, hätte ich das Buch nicht beachtet. Was widerum wirklich schade gewesen wäre. So ist dies doch ein wirklich tolles Werk.

    Ich kann dieses Buch vor allem für diejenigen empfehlen, die es nicht immer schaffen die Zeit zum lesen zu finden. Aber auch allen Anderen möchte ich dieses Buch ans Herz legen. Eine einfach tolle Kurzgeschichtensammlung.

  2. Cover des Buches Hinten sind Rezepte drin (ISBN: 9783596033973)
    Katrin Bauerfeind

    Hinten sind Rezepte drin

    (165)
    Aktuelle Rezension von: nicigirl85

    Nachdem ich bereits bei "Alles kann, Liebe muss" so herzhaft lachen musste, war ich doch sehr gespannt auf frühere Bücher von Frau Bauerfeind. Tja und bei dem herrlichen Kaktuscover konnte ich dann einfach nicht widerstehen.

    In diesem witzigen "Ratgeber" geht es um das Thema Frauen. Wie verhalten sie sich, was machen sie, um zu gefallen und merken Männer den ganzen Zipp und Zapp überhaupt?

    Frau Bauerfeind gelingt es über viele kleine Geschichten eine Bestandsaufnahme der heutigen deutschen Frau zu schaffen. Das Geschilderte ist so schon Freundinnen oder gar mir selbst in ähnlicher Form passiert.

    Ich denke gerade Frauen jenseits der 30 werden sich am besten einfühlen und mit dem Dargestellten identifizieren können.

    Auch wenn die Geschichten völlig willkürlich aneinander gereiht sind, vieles aufzeigen, aber kein direkter Zusammenhang zwischen ihnen besteht, stellen sie doch sehr realistisch das heutige Leben einer Frau dar.

    Dies ist ganz klar ein Buch für den Lacher zwischendurch. Man muss es nicht in einem Durchlesen, um zu verstehen, kann wild durchblättern und sich die liebsten Geschichten rauspicken, wenn man mag.

    Ich habe teils Tränen gelacht beim Lesen und kann nur bestätigen: ja liebe Katrin so ist das mit uns Frauen und wir können noch viel tun, um unser Leben zu verbessern.

    Auch hat es mich etwas nachdenklich gestimmt, denn vielleicht sollten gerade wir Frauen daran arbeiten nicht die Erwartungen anderer (ins besondere der von Männern) zu erfüllen, sondern ausschließlich unsere eigenen und wie wir uns sehen und fühlen wollen.

    Fazit: Kurzweilige Lektüre, die mir ein sonniges Wochenende noch schöner gemacht hat. Lesenswert!

  3. Cover des Buches Kleine Feuer überall (ISBN: B07CZ2TQPC)
    Celeste Ng

    Kleine Feuer überall

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Hinter manch schicker Hausfassade und Bewohnern mit demonstrativ symbolisch vor sich her getragener moralischer Monstranz verbirgt sich eine Scheinheiligkeit, die vor allem eigenes Versagen kaschieren soll. Der Finger zeigt immer auf die anderen. Selbst ist man gut situiert, sozial engagiert und gefühlt selbstverantwortungsbefreit.

    Mia und und ihre 15jährige Pearl lassen sich ausgerechnet in dieser gutbürgerlichen Umgebung nieder nach vielen Jahren des Umherziehens, schnellem Zeltbraus und Kontaktabbrüchen. Doch dem Schein nach, haben Sie nun Anschluss an eine Familie gefunden, die ihnen eine neue Heimat bieten möchte und sie zunächst mit offenen Armen empfängt.

    Doch auch Mia hat eine zum Teil unrühmliche Vergangenheit, die sie wieder einholt, obwohl sie eigentlich moralisch nicht so verwerflich gehandelt hat. Der Stein kommt ins Rollen, als ihre asiatische Arbeitskollegin ihr kleines Baby aus Überforderung vor einer Feuerwache ablegt und sie zu deren 1jährigen Geburtstag eingeladen wird. Denn die zukünftigen Adoptiveltern sind auch obengenannter Schicht zuzurechnen und mit der Wohnungsgeberin eng befreundet.

    Es brauchte nicht lange, um von dieser außergewöhnlichen Geschichte gefangen zu werden. Zum Schluss hin konnte ich gar nicht mehr aufhören weiter zu hören. Britta Steffenhagen verleiht mit ihrer unbeschwerten und sehr jugendlich klingenden Stimme dem Hörbuch eine gewisse Leichtigkeit und Frische, trotz zum Teil schwerer Themen.

    Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung mit über 11 Stunden Laufzeit.


    Fazit: packender als die meisten Krimis und Thriller, absolut empfehlenswert, 5 Sterne mit *

  4. Cover des Buches Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart (ISBN: 9783596175338)
    Sarah Kuttner

    Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart

    (139)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der zweite Teil Kuttnerscher Kolumnen aus der Süddeutschen und dem Musikexpress, gewohnt meinungsstark, eindeutig in Zustimmung und Ablehnung. Wie beim ersten Teil fragt man sich, ob Miss K. nicht ein klitzekleineswenig langweilig und wenig begeisterungsfähig ist, hätte man von ihr vielleicht nicht erwartet. Was ihr Musikgeschmack angeht, hat die Dame vielleicht keinen so sicheren Geschmack, von den meisten Bands hat man so gut wie nichts mehr gehört. Und Schwager Josef Winkler vom Musikexpress wird auch erwähnt.

  5. Cover des Buches Beobachtungen aus der letzten Reihe (ISBN: 9783847900351)
    Neil Gaiman

    Beobachtungen aus der letzten Reihe

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Neil Gaiman ist Autor von Romanen, Drehbüchern und Comics.
    Er liest, seit er lesen kann und arbeitete mit diversen Größen der verschiedenen Literaturgenres zusammen.
    Angefangen zu schreiben hat er als Journalist, bis er sich entschied, Schriftsteller zu werden.

    In dieser Sammlung verschiedener Texte erklärt Neil Gaiman, wie wichtig Bücher, Lesen und Bibliotheken für Kinder sind.
    Er klärt über das Leben als Künstler auf und erzählt witzige Anekdoten über andere Autoren, wie zum Beispiel Stephen King und Terry Pratchett.

    Er hat diverse Texte zu verschiedenen literarischen Preisverleihungen und Vorworte für andere Romane oder Comicbücher geschrieben.

    In diesem Buch versammeln sich auch die verschiedensten Texte zu den Themen Kino/Film allgemein und Musik.

    Man kann die Texte völlig unabhängig voneinander und in wilder Reihenfolge lesen. Man kann ganze Texte völlig ausklammern, wenn einen das Thema nicht interessiert und trotzdem lernt man Neil Gaiman sehr gut kennen und erfährt so einiges über das Schreiben und die Arbeit als freiberuflicher Künstler.
  6. Cover des Buches Kolumnen (ISBN: 9783104026428)
    Sarah Kuttner

    Kolumnen

    (213)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der erste Teil Kuttnerscher SZ- und Musikexpress-Kolumnen, schlagfertig und meinungsstark, mit Kommentaren zu winterlicher Bekleidung, Jungs-Indierock-Bands, Rudolf Mooshammer, aktuellen Politikern undundund, einige der erwähnten Rockbands kann man jetzt (wieder-)entdecken, weil vielen von ihnen ist damals kein rechter Erfolg vergönnt gewesen ist. Angela Merkels Hängegesichtigkeit und Karriereristenfresse waren schon derber Shit, und irgendwo hat man den Eindruck, als sei die gute Frau Kuttner auch ein kleines bißchen langweilig, weil sie sich aus so vielen Sachen gar nichts macht (Rockkonzerte bzw. -festivals, Karneval, Aprilscherze usw).

  7. Cover des Buches Schöner wird's nicht (ISBN: 9783641135713)
    David Sedaris

    Schöner wird's nicht

    (49)
    Aktuelle Rezension von: LolitaBuettner
    Kleine Geschichten, vollgespickt mit aberwitzigen Situationen bietet David Sedaris Buch SCHÖNER WIRDS NICHT. Das Cover hatte mich verführt, weil es so dramatisch, gruselig aussah. Ein Totenkopf mit Kippe im Mund. Ich erwartete einen Thriller oder so was in der Art. Darauf hatte ich Lust. Das Buch lag bei uns im Hausflur. Jemand wollte es loswerden. Die einen machen so was, weil sie keine tiefe Beziehung zu Bücher haben, andere, weil sie es loswerden wollen - entweder, weil es ihnen nicht gefallen hat oder so gut war, dass sie es mit anderen Menschen teilen wollen.

    Im Klappentext ist zu lesen, dass Sedaris Buch über sein Leben führt und dieses in seinen Geschichten verarbeitet. Eine Eigentherapie, an der er die ganze Welt teilhaben lässt. Mir persönlich sind viele Geschichten zu unglaublich oder gar unglaubwürdig. Solch skurrile Augenblicke am laufenden Meter soll ein Mensch in einem Leben erlebt haben?

    Zugegeben manche Momente sind unterhaltsam und ich musste das eine oder andere Mal laut lachen, als ich mit dem Buch in der Straßenbahn oder im Wartezimmer saß. Dennoch: Die meiste Zeit machten mich die Geschichten wütend. Ich fragte mich, woran das lag. Der Stil ist gelungen, wenn auch nicht neu. Die Beschreibungen sind bildlich, die Figuren abwechslungsreich. Am Ende war mir klar, dass ich mir nach jeder Geschichte die Frage stellte: Das hat der Autor tatsächlich erlebt? Oder habe ich den Klappentext falsch verstanden?

    SCHÖNER WIRDS NICHT schließt mit einer Geschichte, in der es ums Rauchen geht. 88 Seiten. Tagebuchartig. Irgendwann habe ich das Buch zugeklappt, ohne es zu Ende gelesen zu haben, und mich gefragt: IST DAS EUER ERNST? Erneut lese ich hilflos im Klappentext. Dort stehen "Grammy-Nominierungen" und "Bestseller".

    Ja, Sedaris Leistung in Sachen Humor, Satire, Sozialstudie und Eigentherapie sind außerordentlich, aber bitte, dieses Buch ist meiner Meinung nach weit entfernt davon, ein Bestseller zu sein. Denn sein Leben - sei es auch noch so verrückt - aufzuschreiben und als Roman unter die Menschen zu streuen, ist nichts anderes, als sein Tagebuch herumzureichen.

    Berührt hat mich Sedaris mit seinem Leben nicht. Das ist nicht tragisch. Ich werde es nicht zurück in den Flur legen. Ich behalte es. Als Erinnerung. Denn ich selbst bin Autorin und dieses Buch hat mich wieder daran erinnert, warum ich schreibe, was ich schreibe. Danke dafür, Mister Sedaris.
  8. Cover des Buches You are (not) safe here (ISBN: 9783423719162)
    Kyrie McCauley

    You are (not) safe here

    (63)
    Aktuelle Rezension von: CEMaDRo

    In „You Are (Not) Safe Here“ erzählt Kyrie McCauley eine tief bewegende Geschichte über häusliche Gewalt, das Schweigen in toxischen Familienstrukturen und die stille Rebellion dreier Schwestern, die sich nach Freiheit sehnen. Ich habe das Buch gekauft, weil ich zuvor „Jetzt ist alles, was wir haben“ von Amy Giles gelesen hatte – ein Buch mit sehr ähnlicher Thematik, das mich tief bewegt hat. Deshalb wollte ich ein weiteres Werk lesen, das sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzt. Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise aus der Ich-Perspektive. Sie lässt einen sehr nah an die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfigur heran, was die emotionale Wirkung noch verstärkt. Auch die romantische Nebenhandlung mit dem Trope „He falls first“ fand ich sehr schön und stimmig eingebaut – sie bringt Licht in eine sonst sehr düstere Geschichte. Ein Kritikpunkt, der mich persönlich gestört hat, war jedoch die metaphorische Darstellung mit den Krähen. Zwar ist sie kreativ und symbolisch gemeint, aber ich hätte mir gewünscht, dass dieser Aspekt realistischer eingebunden worden wäre. Für mich hat er die ansonsten glaubwürdige und ernste Thematik etwas geschwächt. 
Das Buch ist emotional, ehrlich und thematisch sehr wichtig – besonders für jugendliche Leser. Im Vergleich zu „Jetzt ist alles, was wir haben“ von Amy Giles hat mich das Ende allerdings nicht ganz überzeugt. Es war okay, aber nicht so stark und rund wie bei Giles. ACHTUNG, kleiner Spoiler: 
Was mir gefehlt hat, war eine klare Auflösung darüber, was mit dem Vater am Ende passiert – ob er gestorben ist oder noch lebt. Diese Unklarheit hat für mich den Abschluss der Geschichte etwas offen gelassen. Trotz der genannten Kritikpunkte ist „You Are (Not) Safe Here“ ein starkes Buch, das wichtige Themen behandelt.
    3.5/ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

  9. Cover des Buches Heute ist leider schlecht (ISBN: 9783596037032)
    Ronja von Rönne

    Heute ist leider schlecht

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Anne-Sophie_Fuchs

    „Die Frage nach der Generation Y ist so langweilig wie ein Töpferkurs ohne Ton, bei dem dann auch noch alle anderen Teilnehmer absagen, weil sie doch lieber Stehpaddeln lernen wollen.“

    Nicht schon wieder ein Generationen-Kritik-Pamphlet! – ist das, was ihr jetzt vielleicht denkt. Was sicher viele denken, die wie ich angeblich genau zu der Generation zählen, die Ronja von Rönne in ihrem zweiten Buch mal ordentlich in die Mangel nimmt. Zum Glück macht sie es so ironisch und messerscharf, dass wir Yler am Ende gar nicht anders können, als uns von Seite zu Seite kräftig durch die Nase auszulachen.

    „Also plant man die Horizonterweiterung, man könnte mit dem Rucksack durch Südostasien trampen, mit Finnen in die Sauna und mit Zweiflern den Jakobsweg gehen, Reisen ist billig, und was möglich ist, muss erledigt werden. Das Leben ist kurz und das absolute Maximum die Minimalanforderung.“

    Eingeteilt ist das knapp 200-seitige Werk in drei große Teile. Warum es schlimm ist, Wo es schlimm ist und Was gegen das Schlimme hilft. Auch, wenn der Untertitel „Beschwerden ans Leben heißt“, meckert Frau von Rönne nicht in einer Tour. Generell ist es weniger ein Meckern als ein grobkörniges Analysieren feiner Dinge. Dinge, die sich in ihr, um sie herum und wegen ihr abspielen.

    „Ich bin neidisch auf sie, wer so lange überlegt, ob ihm noch etwas zum Glück fehlt, und dem dann lediglich eine Postfiliale einfällt, hat alles richtig gemacht.“



    Irgendwo am Ende der Mitte hing es etwas. Umso bissiger und witziger ging es nach dem inhaltlichen Mini-Löchle weiter. „Heute ist leider schlecht“ trifft sehr, sehr genau meinen Humor und spricht mir nicht selten volle Kanne aus meiner einfühlsamen, kritischen, menschenhassenliebenden Seele. Eine kurzweilige Lektüre, die die Sicht der eigenen Dinge teils ein paar Zentimeter zur Seite rückt, oder ihnen punktuell die Lupe rüberhält.
  10. Cover des Buches Anleitung zum Alleinsein (ISBN: 9783644441811)
    Jonathan Franzen

    Anleitung zum Alleinsein

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

           "Das Buch muss dem Leser etwas geben, nicht der Leser dem Buch."

    Egal ob ich diese Einschätzung Franzens teile oder nicht - wenn ein Schriftsteller glaubwürdig und einzigartig seine Werke präsentiert, dann muss man sich nicht zwischen Annahme und Ablehnung entscheiden, sondern man kann auch die Zwischenstufe der Anerkennung betreten, eigentlich die angenehmste von allen dreien.

    In diesen Essays, entstanden in den 5 Jahren vor der Wahl George W. Bushs zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, hat Franzen viele unterschiedliche Aspekte Amerikas, seiner Kultur, seines Werdegangs und seiner (möglichen) Zukunft offen gelegt und behandelt. Einige von ihnen kann man als philosophisch-globale lesen, andere verraten gerade dem Nichtamerikaner einiges über die Systemprobleme und -eigenheiten der amerikanischen Gesellschaft; auf jeden Fall bekommt man einen kleinen Ausblick darauf, was es heißt, Amerikaner in den Gefilden nahe New York und Chicago zu sein - ohne das explizit darüber geredet wird.

    Franzen ist ein eindrucksvoller und trotzdem angenehmer Essayist. Er ist ehrlich und menschlich und doch erblickt man deutlich den Schriftsteller, den subtilen Former und gekonnten Erzähler. Egal ob er über so persönliche Themen wie seinen Vater schreibt oder eine Haftanstalt in Colorado: er schafft es fast immer die richtige Distanz oder Nähe perspektivisch anzunehmen, mal ist er uns als Person gegenwärtig, dann erleben wir seinen Text als Reportage, hinter der er immer wieder durchscheint, wenn er es für angemessen hält. Und ich glaube, dass ist die große Stärke all dieser Schriften, dass sie weder persönlich, noch rein sachlich sind, sondern stets eine menschliche Schwebe halten, zwischen Schreiben und Berichten, Leben und Reportage.

    Kleine Übersicht (für den, der will):
    Das Gehirn meines Vaters (Über die Alzheimererkrankung von Franzens Vater)
    Riesenschlafzimmer (großartiger Essay über die problematische Beziehung zwischen Öffentlichkeit und Privatem)
    Wozu der Aufwand? (Der berühmte "Harper's Essay. Halb biographische, halb cognitative Analyse über Romane und Romanautoren)
    Auf dem Postweg verloren (Essay über die desaströsen Zustände bei der New-Yorker Post - interessanter als man denkt)
    Erika Imports (kleine autobiographische Skizze)
    Aschelese (Über die Zigarette und das Rauchen)
    Der Leser im Exil (über Cyberspace und moderne Unterhaltungskultur)
    Die erste Stadt (interessanter, kleiner Essay über die historische Entwicklung von Amerikas Städten)
    Verwertet (halb persönliches Bekenntnis, halb Betrachtung der modernen Konsumgesellschaft)
    Kontrolleinheiten (über das ADX Florence, ein Hochsicherheitsgefängnis für die "schlimmsten der Schlimmsten")
    Mr. Schwierig (sehr interessanter Text über die schwierige Beziehung zwischen Kunst und Betrachter am Beispiel von William Gaddis und seinen Romanen, insbesondere dem Roman The Recognitions )
    Im Bett mit Büchern (über Sex-Ratgeber und deren zweifelhafte Transparenzvorstellungen)
    Bis dann in St.Louis (sehr persönlicher Text; es geht um Filmaufnahmen für eine Sendung, gemacht in der Stadt, wo Franzen seine Kindheit verlebte)
    Tag der Amtseinführung 2001 (Kleine Anekdoten über einen Protestausflug, anlässlich der Wahl von George W. Bush)

  11. Cover des Buches Habibitus (ISBN: 9783351051150)
    Hengameh Yaghoobifarah

    Habibitus

    (8)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Hengameh Yaghoobifarah versammelt in diesem Buch Kolumnen, die in der taz und auch im Missy Magazine von 2016 bis 2022 erschienen sind. Und diese Kolumnen sind recht bissig gelungen.

    Habibi und Habitus. Ein Liebling und das Erscheinungsbild also. Eine Mischung desgleichen. Nun zum Liebling macht sich Yaghoobifarah mit diesen Kolumnen sicher nicht. Aber genau dies ist sicher auch eine Intention und sicher gewünscht.

    Denn Yaghoobifarah blickt sehr zynisch und sarkastisch auf unser Land, auf unser Sein und nimmt uns damit einerseits in die Pflicht der Reflexion. Andererseits will Yaghoobifarah auch treffen. Und das gelingt mühelos. 

    Denn unser patriarchales System und unsere Gesellschaft, die oft mühelos und damit sehr befremdlich rechtsextremes Gedankengut in ihrem Denken, in ihrem Sein transportiert und damit wenig Aufschreie auslöst, wirkt sicher für Außenstehende und Zureisende gespenstisch und bedrohlich. Denn dieses 30er/40er Gespenst ist immer noch da, zeigt sich gerade jetzt wieder in seiner ganzen Macht. Ebenso wie unser patriarchales System weiterhin die Macht einseitig verteilt lässt und sich die Macht nicht aus den Händen reißen lassen will und damit neues Denken ständig durch alte Strukturen blockiert wird. 

    Was denken da Neuankömmlinge? In den Kolumnen kann man einen Teil dieses Denkens erahnen, erlesen. Wie gesagt einen Teil. Denn hier spielt auch wieder der Begriff Habitus eine Rolle. Denn jede Betrachtung einer Person entspringt ihrer jeweiligen Sozialisation, ihrer Stellung in der Gesellschaft. Und somit ist Hengamehs Blick nicht nur ein Blick aus einer anderen Welt, sondern auch ein Blick aus der LGBTQIA+ Perspektive. Was interessant ist. Denn auch da gebärdet sich unser patriarchales System ja recht bedenklich. Obwohl es Verbesserungen gibt, möchte die alte konservative Welt diese Verbesserungen am liebsten einstampfen. Unser Onkel Friederich und seine Kumpanen werden dies auch schaffen, so meine Meinung, denn diese konservativen Strukturen ziehen sich durchs ganze Land und bekommen demnächst sicher wieder mehr Macht, durch ihre allseitig existente Polemik, die leider für viele nicht durchschaubar ist und der sie leider vermehrt aufsitzen. Leider!

    Von daher ist Hengamehs Buch, die Kolumnen darin, sehr wichtig und braucht Aufmerksamkeit. Denn die allerorten grassierende Dummheit kann man nur mit Informationen und Wissen, dem Sichtbarmachen bekämpfen, wenn dies denn gesehen wird.

    Nun hat dieses Buch aber auch einige Stachel, die sich beim Lesen in das Fleisch des Lesenden bohren, sicher gewollt in seiner ungestümen Boshaftigkeit. Ich sage nur Sauberkeit nach dem Rückkehren von gewissen Örtlichkeiten. Dennoch fließt hier auch ein gewisser Humor mit rein. Was für manche unserer Zeitgenossen sicher schwer zu erkennen ist, denn der Humor ist bei uns rar gesät. 

    Aber auch Hengameh verrät, dass einige der Kolumnen heute sicher anders ausfallen würden. Ja, die Kraft der Reflexion halt. Was in den jungen Jahren und den damit verbundenen hehren Zielen in einer gewissen Schwarz-Weiß-Denke ausfällt, wird mit den Jahren grauer. Ich weiß!

    Doch die Betrachtungen in den Kolumnen der Jahre 2016 bis 2022 haben nicht an Bedeutsamkeit verloren, denn unsere patriarchale Welt existiert weiter, unsere Betrachtung der Menschen und ihre jeweilige Benotung in ihrer Wichtigkeit fürs System sind weiterhin existent, unser Sexismus und die damit einhergehende Bewertung der Geschlechter ist weiterhin existent, unsere Betrachtungen dem Andersartigen gegenüber haben sich oft von damaligen Gedanken nur wenig entfernt. Es liegt noch viel Arbeit vor uns unsere Welt bunt und tolerant zu gestalten und Hengamehs Texte sind ein wichtiger Faktor in dieser Arbeit. Lesen!

  12. Cover des Buches Das muss gesagt werden (ISBN: 9783218012355)
    Elfriede Hammerl

    Das muss gesagt werden

    (10)
    Aktuelle Rezension von: LimitLess

    Kurz und knackig kommentiert Elfriede Hammerl politische wie gesellschaftliche Themen in ihrer Kolumne im Magazin profil. In diesem Buch sind ausgewählte Texte der letzten zehn Jahre (2010-2020) versammelt, die sich einer breiten Themenvielfalt widmen. Mit ihrer kritischen Sichtweise nimmt sie uns mit auf  Gedankenexperimente, die vor allem die Situation der Frauen in der Gesellschaft erfahrbar machen. Sie pickt sich oft Menschen aus der Masse heraus und versucht durch das Einnehmen dieser Perspektiven, deren Gedanken und Lebenssituationen besser zu verstehen bzw. den Leser*innen besser verständlich zu machen oder eben auch auf sarkastische und ironische Weise Missstände aufzudecken. 

    Die Ironie zieht sich eigentlich durch alle Texte. Es geht mal um sexuelle Belästigung und Missbrauch, Vollverschleierungen, Arbeitsbedingungen, Familie, Trump, das Alter bzw. Älterwerden, Schule, soziale Gerechtigkeit, um nur ein paar wenige Themen zu nennen. Hammerls selbstbewusster Stil ist provokant, rüttelt auf, macht betroffen und regt zum Nachdenken an. Ich konnte die Texte nicht an einem Stück lesen, sondern musste immer wieder Pausen einlegen. Spannend war auf jeden Fall, die Ereignisse der vergangenen Jahre nochmal in Erinnerung zu rufen, an manches konnte ich mich nicht mehr erinnern, anderes war wiederum noch sehr präsent. 

     

    Fazit

    Hammerl hat mich immer wieder überrascht, zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht. Die letzten zehn Jahre aus ihrem Blickwinkel nochmal Revue passieren zu lassen war auf jeden Fall sehr lesenswert. Manchmal ist ein Perspektivenwechsel notwendig, um sich über eigene Grenzen/Privilegien/Gedankenmuster klar zu werden. Hammerl schafft das in jedem ihrer Texte!

  13. Cover des Buches New York, New York (ISBN: 9783293207349)
  14. Cover des Buches Fruchtfliegendompteur - Geschichten aus dem Leben und andere Irritationen (ISBN: 9783492307918)
    Christian Huber

    Fruchtfliegendompteur - Geschichten aus dem Leben und andere Irritationen

    (38)
    Aktuelle Rezension von: BayLissFX

    Nach den Netenjakob-Büchern habe ich mich auf eine lustige, leichte Urlaubslektüre gefreut. Leider hat das mit dem Buch nicht funktioniert für mich. Eloquent ist er ja, aber … mir fehlen Roter Faden und Tiefe der Charaktere. Ich brauche soetwas. Als Kurzgeschichten gehen die Sequenzen auch nicht durch, da mir bei vielen der Spannungsbogen fehlt. Lustig sind einzelne Passagen schon, aber die holen mich dann leider nicht ab. Ich habe das erste Mal beschlossen, ein Buch nicht fertigzulesen. Schade, Potential wäre da :)

  15. Cover des Buches Zwischenmenschliches (ISBN: 9783960870333)
    Britta Meyer

    Zwischenmenschliches

    (13)
    Aktuelle Rezension von: manuelas_seeseiten
    Inhalt:
    In drei lustigen Kurzgeschichten schreibt die Autorin über ihr Liebesleben bzw. über ihre Beziehung!

    Meinung:
    Der Schreibstil ist herrlich lustig und erfrischend.
    Die Geschichten sind einfach genial. Nur eine Frau kann von der Aussage ihres Freundes über Apfelrotkohl, auf ihren Beziehungsstatus zu sprechen kommen und damit eine mittlere Sinnkrise auslösen! Einfach klasse!

    Fazit:
    Frau Meyer ich würde gerne mehr aus ihrem Beziehungleben lesen!
  16. Cover des Buches Der Titel ist die halbe Miete (ISBN: 9783442740888)
    Harald Martenstein

    Der Titel ist die halbe Miete

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    Voller Entlarvung sind die kurzen Kolumnen des Schriftstellers Harald Martenstein. Weder allzu bemüht um Witz, noch in anspruchsvolle Tiraden verfallend, hat er stets eine augenzwinkernde Leichtigkeit in seinen Texten, die immer wieder auch interessante Überlegungen zur Betrachtungsweise zur Folge hat.

    Themen sind meist (ehemals) tagesaktuelle Ereignisse, eigene Erlebnisse, die Martenstein in den Rahmen eines größeren Trends, einer allgemeinen Idee oder, oftmals, in eine oppositionelle Grundhaltung einbindet. Während seine Pointen oft wie plötzlich aus seinen Gedankenlabyrinthen und Beobachtungen springen, sind es oftmals auch die rein analytischen, faktischen Seiten seiner Texte, die erstaunlich unterhaltsam und anschaulich sind. Egal ob Religion, Politik, Kunst oder Gesellschaft - Martenstein bildet sich nicht ein, er hätte zu allem eine Neuerfindung des Rads beizutragen, aber er bringt die Überlegungen zu den jeweiligen Themen wieder ins Rollen, ist bestimmt in seiner Haltung und zugleich immer wieder salopp; die ultimative Kombination aus Wissen, Aufstand, Witz und Leichtigkeit.

    Für jeden, der eine kurze, anregende Lektüre auf einem hohen Unterhaltungsniveau zu schätzen weiß und gerne über Gott und die Welt, den Busen, Badehosen und die großen Gefühle, scharfsinnig-amüsante Wortmeldungen liest, dem kann man diesen Autor und dieses Buch nur empfehlen.

  17. Cover des Buches Abwärts. Ein Gipfelstürmer auf Abwegen (ISBN: 9783711200426)
    Harald Nachförg

    Abwärts. Ein Gipfelstürmer auf Abwegen

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Seit 2015 erscheint Harald Nachförgs Kolumne »Abwärts mit Nachförg« regelmäßig im Magazin »Bergwelten«, in der er mit viel Witz und Freude von seinen Bergerlebnissen erzählt. So lautet die Beschreibung des Verlages.  

    Nun, Humor ist etwas ganz Individuelles und so kann ich dieses Buch nur teilweise lustig finden. Stellenweise ist Nachförgs Macho-Gehabe, das er seiner Frau und den beiden Töchtern gegenüber an den Tag legt, schwer zu ertragen. Ja, pubertierende Töchter sind nicht einfach, und ja, es gibt viele Menschen, die lieber an den Stand fahren oder einen Städteurlaub machen, als auf Berge klettern wollen. Ich finde, jede/r soll Urlaub machen, wie er/sie will. Keines ist schlechter oder besser als das andere. Sich darüber lustig zu machen, wenn die korsische Verwandtschaft lieber ans Meer fahren will, als bei sengender Hitze auf Bergen herumlatschen will, zeugt von einer gewissen Unreife.  

    Zahlreiche seiner „Abenteuer“ scheinen das Ergebnis zünftiger Wirtshausrunden mit seinen Freunden zu sein. Dass keiner dieser illustren Runde ernsthaft zu Schaden gekommen ist, grenzt an ein Wunder.   

    Fazit:

    Leider ist dieses Buch nicht mein Geschmack. Vielleicht gefällt es ja anderen Lesern. 2 Sterne

     

     

  18. Cover des Buches Frisch hapeziert (ISBN: 9783492314343)
    Hape Kerkeling

    Frisch hapeziert

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Wir alle lieben ihn den, den Hape Kerkeling. Wir warn mit ihm wandern, wir haben ihn als Club Animateur kennen gelernt, als Verwandten der Queen und er hat uns auch mitgenommen in seine Kindheit und jetzt gibts Kolumnen. Gewohnt locker, lustig, aber auch immer mit einem Augenzwinkern und Tiefe. Natürlich kommen die Royals vor und hier betrachtet Hape genau, was am Hofe so vor sich geht. Wer ist eigentlich ein Promi und was macht ihn aus? Begegnung mit Pamela Anderson und vielen weiteren bekannte Damen gibt es hier. Hape erzählt von einem Wahlkampf, warum Uschi Blum doch nicht zum ESC gefahren ist und gibt wieder ganz viel von sich preis. Herrlich!

  19. Cover des Buches Kopfkino (ISBN: 9783037631164)
    Blanca Imboden

    Kopfkino

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Laura_phantastisch

    Beim Lesen der Geschichten sprang immer mein persönliches „Kopfkino“ an und ich bin einfach begeistert. Der Schreibstil ist einfach sehr unterhaltsam und megahumorvoll!
    Auch finde ich es super, dass ich viel über die Autorin erfahren habe. Bianca Imboden gibt bei den Kolumnen ganz tolle Einblicke in ihr Leben. Die beiden Kurzgeschichten sind einfach herzlich, humorvoll und einem Happy End geschrieben.

    5 Sterne und eine deutliche Leseempfehlung von mir!

  20. Cover des Buches Best of also ... (ISBN: 9783499332166)
    Elke Heidenreich

    Best of also ...

    (3)
    Aktuelle Rezension von: wollsoeckchen88
    Klappentext: "Waren die Missgeschicke nicht alle Winke des Himmels?" Seit 1983 hat Elke Heidenreich in der "Brigitte" die großen Zeitläufe und die kleinen Alltagsdinge kommentiert. Nachdenklich, kritisch und amüsant hat sie dabei Situationen beschrieben, in denen wir uns alle wiederfinden konnten. Dieser Band versammelt ihre schönsten Kolumnen aus den Jahren 1996 - 2000. Meinung: So finden sich in dem Büchlein denn Kolumnen zu verschiedensten Themen, sei es der Badeanzugkauf, der Unterschied zwischen Mann und Frau oder das Verhalten von Menschen an Briefkästen. Stets schafft es Frau Heidenreich die Dinge mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu betrachten, schreibt klug und witzig zugleich. So macht das Lesen Spaß und das Büchlein, das sich auch zum Zwischendurchlesen im Wartezimmer oder in der S-Bahn eignet, hat man schnell durch und wünscht sich bald, es wäre länger.
  21. Cover des Buches Tanz um die Wahrheit (ISBN: 9783442719754)
    Bert Wagendorp

    Tanz um die Wahrheit

    (4)
    Aktuelle Rezension von: belanahermine

    Inhalt

    Mia und Masser sind Geschwister. Sie arbeitet für den Premierminister der Niederlande. Er arbeitet für eine der größten Niederländischen Zeitungen. Als es im Mittleren Osten einen Zwischenfall mit niederländischen Soldaten gibt, wird ihre Beziehung arg auf die Probe gestellt. Sie muss den Premierminister schützten und will somit die Wahrheit verschweigen. Er fühlt sich seiner Journalistenehre verpflichtet und will somit die Wahrheit ans Licht bringen. Was ist Wahrheit? Ist es immer gut, die Wahrheit zu enthüllen? Was, wenn durch die Enthüllung Menschenleben in Gefahr gebracht werden? Was, wenn man dadurch selbst in Gefahr gerät?

    Subjektive Eindrücke

    Es handelt sich weder um einen Politthriller noch um einen Krimi. Entsprechend langsam und vorsichtig entwickelt sich die Handlung. Hin und wieder hätte es da für mich etwas mehr Drive geben können.

    Die Charaktere sind interessant und agieren und entwickeln sich gemäß ihrer Grundanlagen. Dialoge und Handlungen sind überwiegend glaubwürdig und folgerichtig.

    Soviel sei verraten: es gibt keine klaren Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen, aber immerhin viele Denkanregungen, um eine Position für sich selbst finden zu können und mag sie auch noch so wage sein.

    Fazit

    Aktuelle Thematik mit Anregungen zum Nachdenken in eine interessante Handlung verpackt.

    Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

  22. Cover des Buches Werden sie uns mit FlixBus deportieren? (ISBN: 9783446272750)
    Mely Kiyak

    Werden sie uns mit FlixBus deportieren?

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Flamingo

    Eine großartige Sammlung von Kiyaks Theaterkolumnen. Was sich eigentlich sehr unpolitisch anhört. Ist es aber nicht. Obwohl dieser Band schon 2022 erschien, ist er jetzt Anfang 2024 so unfassbar aktuell, dass es mich immer erschreckt hat. Seit 2015 hat sich wirklich nichts geändert.
    Ich hätte mir einzig zu den Kolumnen eine Datumsangabe als Einordnung gewünscht, aber gut, dafür ziehe ich keinen Stern ab.
    Ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch; am liebsten hätte ich ALLES mit Textmarker mariert. Jeder Satz on point.

    [I use the Goodreads rating exactly as it reads. (1- I didn't like it, 2- It was OK, 3- I liked it, 4- I really liked it, and 5- I loved it.)]

  23. Cover des Buches Mein Leben als Leser (ISBN: 9783462036251)
    Nick Hornby

    Mein Leben als Leser

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    „Es soll hier also darum gehen, wie, wann und warum man liest, und darum, was man liest – um die Art und Weise, wie im Idealfall ein Buch zum nächsten und übernächsten führt, eine papierene Fährte aus Themen und Sinnzusammenhängen.“ (Zitat Seite 13, 14)

     

    Thema und Inhalt

    In diesem Buch spricht Nick Hornby nicht nur über die Bücher, die er während eines Jahres gekauft hat und jene, die er gelesen hat. Diese müssen nicht immer identisch sein, gelesen wurde nur ein Teil davon, was Buchmenschen aus eigener Erfahrung nur zu gut kennen. Das Schöne ist, Nick Hornby hat deswegen kein schlechtes Gewissen und damit bestätigt er auch uns. Bei ihm, wie bei uns, besteht jedoch die Absicht, alle Bücher auch zu lesen. „Aber mit jedem Jahr, das verstreicht, und mit jeder Neuanschaffung aus einer Laune heraus, drücken unsere Bibliotheken mehr und besser aus, wer wir sind, ob wir die Bücher lesen oder nicht.“ (Zitat Seite 138, 139)

    Doch es geht hier um weit mehr, als nur um Bücher, es ist gleichzeitig eine sehr persönliche Autobiografie, Nick Hornby als Schriftsteller, als Leser und im Familienalltag als Vater von kleinen Kindern.

     

    Umsetzung

    Die vierzehn Kapitel sind monatliche Kolumnen, die Nick Hornby für das Magazin „The Believer“ geschrieben hat. Jedes Kapitel beginnt mit zwei nebeneinander angeordneten Listen: „Gekaufte Bücher“ und „Gelesene Bücher“. Im Text schreibt er dann zu jedem gelesenen Buch seine persönlichen Eindrücke, argumentiert, warum man dieses Buch unbedingt lesen sollte, oder aber, warum er sich über dieses oder jenes Buch geärgert hat. Bücher, deren Lektüre er abgebrochen hat, vermerkt er zusätzlich in der Spalte „Gelesene Bücher“. Oft zieht er auch Gedankenbrücken von der aktuellen Lektüre zu Büchern, die er schon früher gelesen hat und wo einen Zusammenhang sieht. Er selbst bemerkt, wie er selbst durch das Schreiben der Kolumnen seine Lektüre genauer auswählt und keine Romane mehr zu lesen beginnt, wo er schon vorher weiß, dass er sie nur unter verächtlichem Schnauben lesen wird. Seine Sprache ist unterhaltsam, interessant, humorvoll und man folgt mit großem Vergnügen seinen Gedanken, Eindrücken, Erinnerungen und Erfahrungen als Leser.  Am Buchende findet sich eine Bibliographie der gelesenen Bücher.

     

    Fazit

    „All die Bücher, die wir besitzen, gelesen und ungelesen, sind der bestmögliche Ausdruck unseres ureigensten Selbst, den wir zur Verfügung haben.“ (Zitat Seite 138). Besser kann man ein Leben als Leser oder Leserin nicht beschreiben, als Nick Hornby dies tut, und vergnügt schreibe ich nun einige der von ihm empfohlenen Titel auf meine Bücher-Einkaufsliste.

  24. Cover des Buches Im Kino (ISBN: 9783328103509)
    Harald Martenstein

    Im Kino

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Es ist nicht nur deshalb schön, wenn ein Autor kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern sich auch noch in der Lage sieht, die ganz heißen Eisen anzufassen. Vergessen und tabuisiert - wir erinnern uns: Kaum war der zweite Weltkrieg vorüber, begannen die dunklen Tage des "Antikolumnismus" in Europa wie in den USA, perfektioniert durch McCarthys "Kolumnistenjäger". 

    Aber im Prinzip geht es ja um Filme. Ziemlich viele sogar. Wobei sich dem blutigen Anfänger und Randbeobachter als Erstes die Frage stellt, woran man denn nun erkennt, ob es sich um einen guten oder schlechten Film handelt. Dieser Thematik widmet sich Herr Martenstein mit Leib und Seele. 

    Selbstverständlich hat er auch eine Antwort parat. Sogar mehrere. Diese möchte der Rezensent aber nicht verraten. Nur so viel vielleicht: Grob pauschalisiert lässt sich ein gewisses Grundmuster erkennen. Was die üblichen Verdächtigen der Kritikerszene für "gut" befinden, kann gar nicht mal so selten schlicht ein "Bullshit" sein. Wird der Film in Grund und Boden verrissen, lohnt zumindest ein Blick. Letztlich kommt es sowieso nur darauf an, dass "man im Kino an die Lüge glaubt, die jeder Film für uns aufbaut". Und das ist völlig in Ordnung.

    Schnell kommt man in Martensteins Kolumnen aber an die eigenen Grenzen. Stolpersteine aus Fachwissen und Querbezüge zu Regisseuren und Filmen, von denen man noch nie etwas gehört hat, muss man schon verkraften können. Hinweise gibt es genug, so dass sich eigene Recherchen durchaus lohnen können. Mangelndes Wissen kann man natürlich auch elegant überspielen. Eingefleischte Indirektuelle wissen, wie das geht.

    Was könnte man noch über dieses Büchlein schreiben? Keine Ahnung. Deshalb jetzt eine Art Suchspiel, sozusagen als Appetithäppchen. Eine ganze Reihe existenzieller Fragen werden beantwortet. Beispielsweise was das "Wolgograd für Weicheier" ist, weshalb in Deutschland keinesfalls ein "Polizeistaat" droht, oder weshalb Bayern das "Nordkorea von Europa" ist.

    Für wen dieses Buch geeignet ist? Für Filmkritiker auf keinen Fall, es sei denn, sie sind gegen Nestbeschmutzung geimpft. Jedoch für die wahren Filmfans, insbesondere jene, die sich in den Streifen gerne verlieren, wegtragen und in andere Menschen und Lebenssituationen wertungsfrei versetzen lassen. Ein niveauvoll-lustiges Leseabenteuer und eine Fundgrube ist es sowieso. Selbst erlauchte Kreise der Alleswisser können ihren Spaß an den schon genannten Gedankensprüngen und Assoziationen haben.

    Harald Martenstein kann nicht nur ordentlich austeilen, sondern auch vor der eigenen Hütte kehren. Gegen Ende der erleuchtenden Lektüre plaudert er aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen, indem er zugibt, zu nah am Wasser gebaut zu haben. Respekt und nein, das ist ganz und gar nicht "peinlich". Hallo Nachbar!

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks