Bücher mit dem Tag "kommissar"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kommissar" gekennzeichnet haben.

214 Bücher

  1. Cover des Buches Erlösung (ISBN: 9783423214933)
    Jussi Adler-Olsen

    Erlösung

    (1.270)
    Aktuelle Rezension von: ScriptumFelicis

    Klappentext / Zusammenfassung:

    Ein rätselhafter Fund stellt Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q vor eine erschütternde Aufgabe: In einer alten, verstaubten Flaschenpost, die vor über 15 Jahren angeschwemmt wurde, entdecken sie eine mit Blut geschriebene, kaum noch lesbare Botschaft – ein stummer Hilferuf zweier Jungen, die offenbar entführt wurden. Doch das mutmaßliche Verbrechen scheint nie angezeigt worden zu sein. Warum hat niemand diese Kinder vermisst?

    Die Ermittlungen führen das Team in ein Milieu aus religiösem Fanatismus, abgeschotteten Gemeinschaften und einem Netz aus Angst und Schweigen. Mit zunehmender Intensität verfolgt das Sonderdezernat Spuren, durchleuchtet Familienstrukturen, ideologische Abgründe und sektenähnliche Organisationen – bis es zu einem dramatischen und beklemmenden Höhepunkt kommt.

    Meinung:

    Für mich ist Erlösung bisher der spannendste Band der Reihe. Jussi Adler-Olsen gelingt mit dem dritten Fall für das Sonderdezernat Q ein düsterer, atmosphärisch dichter Thriller, der sich tief in psychologische Abgründe und das Thema manipulativer Machtstrukturen vorwagt. Die Geschichte bewegt sich in einem komplexen Spannungsfeld aus persönlichem Trauma und religiösen Dogmen.

    Die Handlung wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Die Ermittlungen in der Gegenwart werden ergänzt durch Einblicke in das Leben des Täters sowie Rückblenden in dessen Vergangenheit. Diese Erzählstruktur ist anspruchsvoll und erfordert Konzentration – verleiht dem Roman jedoch Tiefe und einen vielschichtigen Spannungsbogen.

    Adler-Olsen setzt nicht auf schnelle Action, sondern auf eine stetig wachsende Spannung, die sich manchmal zwar nur schleichend, aber unaufhaltsam verdichtet. Kleine Hinweise, scheinbar nebensächliche Details und psychologisch präzise gesetzte Szenen entfalten nach und nach ein erschütterndes Gesamtbild. Zwar ist der Aufbau stellenweise recht langsam – besonders dann, wenn sich die Ermittlungen festfahren –, doch gerade das wirkt authentisch und realitätsnah. Man braucht zu Beginn etwas Geduld, wird aber später mit einer dichten und intensiv erzählten Geschichte belohnt.

    Die Figuren sind – wie in den vorigen Bänden – vielschichtig und glaubwürdig. Carl Mørck bleibt ein ambivalenter Protagonist mit Ecken, Kanten und einem trockenen Humor, der ihn sympathisch macht, ohne ihn zu idealisieren. Assad ist nicht nur für sprachliche und kulturelle Reibungspunkte zuständig, sondern auch ein cleverer, aufmerksamer Beobachter, dessen Rolle im Team zunehmend an Bedeutung gewinnt. Doch seine Herkunft wirft immer mehr Fragen auf – wer ist er wirklich? Rose bringt mit ihrer kratzbürstigen, aber eigenständigen Art frischen Wind ins Team und offenbart neue Facetten ihrer Persönlichkeit.

    Besonders eindrucksvoll gelingt Adler-Olsen die Darstellung des Täters. Er wirkt über weite Strecken beinahe übermächtig – hochintelligent, manipulativ, mit einem perfekt ausgearbeiteten Plan und erschreckender psychologischer Kontrolle. Trotz (oder gerade wegen) dieser Überhöhung bleibt seine Figur fesselnd, weil ihre Beweggründe glaubwürdig aus einer gewalttätigen Kindheit und einem ideologisch geprägten Umfeld erwachsen.

    Der Schreibstil ist klar und hochgradig atmosphärisch. Adler-Olsen versteht es, Spannung aufzubauen, ohne in übertriebene Effekthascherei zu verfallen. Die Schauplätze sind greifbar, die Stimmung ist durchgehend beklemmend – und genau das verleiht dem Roman seine Wirkung.

    Fazit:

    Erlösung ist ein vielschichtiger, psychologisch intensiver Thriller, der durch seine durchdachte Konstruktion, seine beklemmende Atmosphäre und seine klug gezeichneten Figuren überzeugt. Jussi Adler-Olsen erzählt eine verstörende Geschichte über Schuld, Verdrängung und zerstörerische Machtverhältnisse – leise, aber nachhaltig. Wer Krimis mit Substanz, Tiefe und emotionaler Wucht schätzt, findet hier einen der stärksten Bände der Reihe.

  2. Cover des Buches Der nasse Fisch (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2023) (ISBN: 9783492320399)
    Volker Kutscher

    Der nasse Fisch (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2023)

    (460)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Buttgereit

    Volker Kutschers „Der nasse Fisch“ beginnt als Kriminalroman und gewinnt seine Größe daraus, dass Berlin 1929 mehr ist als eine sorgfältig recherchierte Kulisse. Die Stadt ist grell, erschöpft, politisch unter Strom; in ihren Polizeibehörden, Nachtlokalen und Hinterzimmern liegen die kommenden Verwerfungen bereits offen. Gereon Rath, aus Köln nach Berlin versetzt, bewegt sich darin keineswegs souverän. Gerade seine Ungeduld, sein Ehrgeiz und sein begrenzter Blick machen ihn als Ermittler interessant.

    Der Fall verbindet organisierte Kriminalität, Machtkämpfe innerhalb der Polizei und die Nachbeben osteuropäischer Geschichte, ohne dass daraus ein bloßes historisches Schaubild wird. Kutscher kann Handlung präzise beschleunigen und hält seine Figuren in Bewegung, auch dort, wo das System um sie herum längst zu kippen beginnt.

    Nicht jeder Nebenstrang besitzt dieselbe Spannung. Doch die große Leistung des Romans bleibt sein historisches Sensorium: Er weiß, dass Geschichte nicht plötzlich hereinbricht, sondern sich zuerst in Tonlagen, Loyalitäten und kleinen Gewaltbereitschaften ankündigt. Ein souveräner Reihenauftakt. Fünf Sterne. Ich freue mich auf alle weiteren Episoden.

  3. Cover des Buches Venezianisches Finale (ISBN: 9783257231717)
    Donna Leon

    Venezianisches Finale

    (461)
    Aktuelle Rezension von: Julianchen

    Ich bin großer Venedig-Fan, die Bücher um Guido Brunetti habe ich bisher aber noch nicht gelesen. Nun habe ich einen erneuten Besuch in meiner Lieblingsstadt zum Anlass genommen, den ersten Teil zu probieren. Ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht. Ich hatte etwas Sorge, dass die Handlung recht langsam erzählt ist und wie in den szenisch sehr schön inszenierten Verfilmungen etwas die Spannung fehlt. Doch diese Angst ist unbegründet. Die Autorin beschreibt sehr packend und ohne den Täter vorweg zu nehmen, die Ermittlungen rund um den Mord an einem Stardirigenten. Feinde und Neider hatte er viele, doch wer hasste ihn genug, um ihn zu vergiften. Nach und nach enthüllen sich Geheimnisse aus der Vergangenheit und es bietet sich ein Bild des Grauens. Die Figuren sind sehr schön beschrieben und auch die kleineren haben Profil. Die Schauplätze der Stadt und das besondere Flair sind wunderbar eingebunden. So spaziert man gemeinsam mit Brunetti durch die Lagunenstadt. Mein erster, aber sicher nicht mein letzter Brunetti.

  4. Cover des Buches Bretonische Brandung (ISBN: 9783462001884)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Brandung

    (266)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Wer die Bretagne kennt, wird diesen Krimi mögen, da er neben einer passablen Geschichte auch einiges über diesen Landstrich und seine Bewohner erzählt. Dass hier die vorgelagerte Inselwelt (Glénan-Inseln) im Focus steht, bringt noch einen zusätzlichen Schauerfaktor ins Spiel (Schiffsuntergänge eingebettet in Gruselgeschichten sowie Mythen und Sagen). Dass es gleich drei Tote (Ertrunkene, die nicht nur einfach über Bord gegangen sind) und im weiteren Verlauf zwei Vermisste gibt wäre schon spektakulär genug, doch die Ermittlungen ergeben gleich vier Motive, die jedes für sich stimmig zu sein scheint.

    Insofern ergibt es ein weites Feld für die Ermittlungen der Crew rund um den Kommissar Georges Dupin vom Commissariat de Police Concarneau. Da die Mannschaft überschaubar ist und zunächst in schlüssigen Handlungsabfolgen vorgeht, ist ein unangestrengtes Lesen (und Genießen) möglich. Man fühlt sich bei den Ermittlungen mitgenommen, den Personen und der Landschaft recht nah, was allein schon ein Qualitätsmerkmal ist. Doch bei fortschreitender Lektüre werden die Zusammenhänge komplexer, sodass man dem Kommissar mit der eigenen Expertise kaum zur Seite stehen kann.

     Die Stimmigkeit der Geschichte zusammen mit teils herausragenden Landschafts- und Mentalitätsbeschreibungen („Der Archipel bringt die Menschen zwar eng zusammen – und doch ist letztlich jeder für sich allein.“) macht diesen Krimi äußerst lesenswert. 

  5. Cover des Buches Mordsfreunde (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 2) (ISBN: 9783548291789)
    Nele Neuhaus

    Mordsfreunde (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 2)

    (802)
    Aktuelle Rezension von: mxchellex678

    Das Buch war für mich ganz solide – nichts, was mich komplett umgehauen hat, aber definitiv gut zu lesen. Es war so ein typischer Krimi für zwischendurch, den man gut weglesen kann, ohne dass er allzu lange im Kopf bleibt.


    Der Fall war spannend aufgebaut, mit einigen Wendungen und Verstrickungen, die ich so nicht gleich durchschaut habe. Trotzdem hat es mich nicht so stark gepackt, dass ich noch Tage später darüber nachdenken musste. Eher so ein Krimi, den man liest, miträtselt, zur Seite legt – und sich nach ein paar Wochen schon nicht mehr genau erinnert, wie alles ausgegangen ist.


    Positiv war aber, dass sich die Charaktere Bodenstein und Kirchhoff weiterentwickeln und man mehr von ihrer Dynamik mitbekommt. Das macht für mich den Reiz der Reihe aus und motiviert auch, weiterzulesen.


    Alles in allem: Kein Highlight, aber nett für zwischendurch und ein ordentlicher zweiter Band der Reihe.


  6. Cover des Buches Bretonische Verhältnisse (ISBN: 9783462054231)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonische Verhältnisse

    (615)
    Aktuelle Rezension von: Marathoni

    Man wird schön in die Bretagne eingeführt. Die Handlung ist interessant, auch aufgrund des kunsthistorischen Themas. Das Ende - naja.

    Es war mein erster Kriminalroman dieser Reihe, den ich jetzt gelesen habe, da ich an der Atlantikküste Urlaub mache. Am Anfang hat es etwas gedauert, bis ich drin war, aber dann wollte ich immer weiterlesen. Mir hat gefallen, dass man über Esskultur, Landschaft und ein wenig über die Menschen der Bretagne erfahren hat. Ich hatte immer Spaß daran, mir auf Google Maps anzusehen, wo die Handlung gerade konkret spielt. Und das ist mir gut gelungen, da es die Orte wirklich gibt. 

    Die Story fand ich interessant, insbesondere, weil ich mich für Kunst interessiere und erstaunt war, dass diese hier eine nicht unwichtige Rolle spielte. 

    Der Schluss bzw. die Aufklärung des Falles kam mir etwas zu abrupt und ich hätte gern manche Aspekte genauer erfahren. Dennoch werde ich jetzt mit Band 2 weitermachen und freue mich auf einen Urlaub … irgendwann … in der Bretagne. 

  7. Cover des Buches Der Federmann (ISBN: 9783442478828)
    Max Bentow

    Der Federmann

    (768)
    Aktuelle Rezension von: ThrillerHerz

    Ein Serienkiller treibt sein grausames Unwesen und hat es auf Frauen mit vollen blonden Haaren abgesehen. An den Tatorten hinterlässt er Vögel – ein Detail, das sich sofort einbrennt und für eine richtig beklemmende Stimmung sorgt. Der Berliner Kommissar Nils Trojan nimmt die Verfolgung auf, doch irgendwann wird klar: Der Täter hat längst auch ihn im Visier.

    Trojan selbst ist dabei kein typischer Ermittler. Er wirkt gebrochen, psychisch nicht ganz stabil, jemand, der ständig mit seinen eigenen Dämonen kämpft. Klar, er ist ein verdammt guter Kommissar – aber ich habe mich oft dabei erwischt, ihm den Erfolg gar nicht so richtig zuzutrauen. Genau das macht ihn aber auch irgendwie real.

    Was mich an dem Buch wirklich überzeugt hat? Diese extremen Gefühle beim Lesen. Es kommt selten vor, dass ich bei einem Thriller Tränen in den Augen habe, im nächsten Moment kurz vorm Übergeben bin und gleichzeitig vor Spannung kaum noch Luft bekomme. Gerade Szenen mit kleinen Kindern gehen mir persönlich extrem nah – und meine Fantasie macht es dann nicht besser, weil ich mich gedanklich direkt neben das Opfer stelle. Das war teilweise echt heftig.

    Warum trotzdem „nur“ 4 von 5 Sternen? Zum einen haben sich die letzten Seiten für mich etwas gezogen. Und dann gab es diesen einen Moment, wo ich dachte: Kein Mensch würde das so machen… oder ist er einfach dumm? Kennt ihr das aus Horrorfilmen? So dieses typische: „Oh, ein dunkler Keller ohne Ausweg, irgendwo ist ein Monster und keiner weiß, dass ich hier bin… ach, ich geh trotzdem runter.“ Genau dieses Gefühl hatte ich kurz.

    Alles in allem aber ein wirklich starkes Buch. Spannend, verstörend und emotional packend. Für mich definitiv nicht der letzte Band – ich werde weiterlesen.

  8. Cover des Buches Dampfnudelblues (ISBN: 9783948856038)
    Rita Falk

    Dampfnudelblues

    (706)
    Aktuelle Rezension von: Zams

    Wie auch beim ersten Teil bin ich froh, die Filme gesehen zu haben, sonst hätte ich mir wegen so mancher fehlenden Beschreibung wahrscheinlich einiges weniger vorstellen können.
    Ich dachte schon, es geht bergauf mit diesem Teil, der Schreibstil ist etwas detailierter geworden im Vergleich zum ersten, und die Szene hatten generell etwas mehr Tiefe finde ich (nicht zu verwechseln mit Tiefgang). Eberhofer leistete meiner Meinung nach auch weniger schlechte Polizeiarbeit im Vergleich, dafür ist der Rassismuss sehr dick aufgetragen, noch mehr als zuvor. Und ja, das ist zwar eventuell realitätsgetreu, gefällt mir aber trotzdem nicht.

  9. Cover des Buches Die Totentänzerin (ISBN: 9783442481507)
    Max Bentow

    Die Totentänzerin

    (334)
    Aktuelle Rezension von: DarkOntour-liest

    Max Bentow liefert mit dem dritten Fall für Nils Trojan einen Psychothriller ab, der absolut nichts für schwache Nerven ist. Die Geschichte beginnt mit einem düsteren Rückblick und steigert sich in der Gegenwart zu einem grausamen Szenario rund um ermordete Paare. 


    @maxbentow beschreibt die Tatorte so bildhaft und detailliert, dass man beim Lesen regelrecht das Atmen vergisst.


    Besonders spannend ist die persönliche Ebene in diesem Teil. Nils Trojan kämpft wie gewohnt mit seinen Panikattacken und versucht gleichzeitig, sein Privatleben mit Jana zu ordnen und ihr näher zu kommen. Als die Spur der Morde ausgerechnet zu einer ihm bekannten Person führt, beginnt ein psychologisches Verwirrspiel, das mich komplett in die Irre geführt hat.


    Die Auflösung am Ende ist für mich nicht absolut unerwartet, aber schlägt einen genialen Bogen zum Anfang des Buches. Wer auf düstere Spannung und unvorhersehbare Wendungen steht, kommt an diesem Band nicht vorbei. Ein rasanter Pageturner, der Lust auf die nächste Folge macht. Eins muss man Max Bentow ja lassen, seine Bücher sind immer wieder eine Garantie für Spannung. Einer meiner meist gelesenen Autoren in diesem Jahr. 

  10. Cover des Buches Schlüssel 17 (ISBN: 9783945386958)
    Marc Raabe

    Schlüssel 17

    (434)
    Aktuelle Rezension von: Julianchen

    Wenn mich schon die Reihe um den charismatischen Ermittler Art Mayer begeistert hat, setzt der Beginn um die Fälle von Tom Babylon noch einen drauf. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ein mysteriöser Mordfall in einer Kirche, eine verstörte Patientin in der Psychatrie, ein fast 20 Jahre, zurückliegender Jugend,streich und die verschwundene Schwester des Ermittler. Wie passt das zusammen? Atemlos begebe ich mich auf Spurensuche mit dem Eigenbrötler Lieschen, aber auch ungemein anziehenden Kommissar Babylon. Neben ihm ermittelt Sita Johanns, die selbst mit einigen Problemen aus der Vergangenheit zu kämpfen hat. Besonders spannend finde ich die Rückblenden in das Jahr 1998, als die Clique um Tom Babylon einen Mann auf dem Grund des Flusses findet, der plötzlich verschwunden ist. Danach stürzt Tom Babylon Welt zusammen. Ja, es gibt einige Ähnlichkeiten zu der Serie um Art Mayer. Der Fall ist unglaublich spannend. Im Mittelpunkt stehen Fälle von Kindesentführung und Kindesentzug in der ehemaligen DDR. Die Geschichte ist auch noch nicht zu Ende erzählt. Ich freue mich also auf Teil zwei, der bereits in meinem Bücherschrank steht. Wer spannende Thriller mag, eine packende Erzählweise und eine Spurensuche zwischen gestern und heute, wird hier nicht enttäuscht werden. Eine absolute Leseempfehlung. Ich kann nicht genug bekommen.

  11. Cover des Buches Die Karte (ISBN: 9783499000409)
    Andreas Winkelmann

    Die Karte

    (364)
    Aktuelle Rezension von: libraryoflaura

    𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?

    Stell dir vor, du trackst deine tägliche Laufrunde mit einer App und jemand schaut zu.

    Jemand, der deine Route nutzt, um ein grausames Muster zu zeichnen.

    In Berlin werden Läuferinnen ermordet, und der Täter hinterlässt eine digitale Spur auf der Landkarte.

    Als die junge Laura ins Visier des Killers gerät, beginnt eine Hetzjagd auf vertrautem Terrain.

    Die Bedrohung lauert nicht in einer dunklen Gasse, sondern direkt auf der Lieblingsstrecke im Park. Doch was ist das Ziel dieses perfiden Spiels?


    𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:

    • Das Grundkonzept: Die Idee, eine alltägliche Aktivität wie das Laufen und Tracking-Apps für einen Thriller zu nutzen, ist absolut genial und erzeugt eine beklemmende Gänsehaut-Atmosphäre.

    • Der Schreibstil: Wie von Winkelmann gewohnt, ist das Buch ein rasanter Pageturner. Spannend, flüssig und man will eigentlich immer wissen, wie es weitergeht.

    • Die Grundspannung: Die Bedrohung ist von Anfang an greifbar und die Atmosphäre bleibt durchgehend hoch.


    𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:

    • Der Einstieg: Auch hier hatte ich anfangs wieder meine typischen 'Winkelmann-Schwierigkeiten', bei den vielen Figuren und Zusammenhängen den Überblick zu behalten.

    • Logiklücken im Finale: Leider stolpert die Story am Ende gewaltig. Die Motivation des Täters für die Morde am Anfang blieb für mich völlig unklar es wirkte fast so, als wären die Opfer nur Spannungsfüller ohne echten Bezug zur Haupthandlung.

    • Verschenktes Potenzial: Das Motiv der Karte als "Kunstwerk" oder Botschaft verpufft im Finale leider völlig und bekommt nicht die tiefere Bedeutung, die man nach dem starken Aufbau erwartet hätte. Das Ende wirkte insgesamt sehr überhastet.


    𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:

    Ein Thriller, der mit 4 Sternen groß anfängt, mich dann aber im Finale so unbefriedigt zurückgelassen hat, dass ich auf 3,5 von 5 Sternen korrigieren musste.

    Die Spannung lohnt sich definitiv, aber wer einen bis ins Detail logischen Plot braucht, wird am Ende eventuell etwas enttäuscht sein.

    Ein packender Pageturner, der leider auf der Zielgeraden etwas außer Puste gerät.

  12. Cover des Buches Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe (ISBN: 9783596522552)
    Arno Strobel

    Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe

    (344)
    Aktuelle Rezension von: Argonia

    Der Einstieg war etwas langwierig, aber es war trotzdem leicht weiterzulesen.

    Mir hat gut gefallen, dass die Lesezeit überschaubar war. Dies ging allerdings zulasten des Story-Aufbaus: Manche Handlungsstränge waren sehr kurz und knapp gehalten, und die Ermittlungen wirkten teilweise etwas unrealistisch. Nicht ganz passend fand ich zudem die Tatvorgänge des Mörders. Während die allgemeinen Handlungen im Buch überwiegend „harmlos“ wirkten, waren die Beschreibungen seiner Taten zu extrem.

    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ebenfalls positiv fand ich das Ende, das sich nicht über mehrere Kapitel gezogen, sondern in einem Strang Fahrt aufgenommen hat.

    Ich werde direkt den zweiten Teil lesen .

  13. Cover des Buches Hunde von Riga (ISBN: 9783552056077)
    Henning Mankell

    Hunde von Riga

    (690)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Spoilerwarnung: Diese Rezension enthält inhaltliche Details zum Verlauf und Ende des Romans.

    Nach Mörder ohne Gesicht war ich gespannt, wie es mit Kurt Wallander weitergeht – und fand mich schnell in einer Art Hass-Liebe wieder, die wahrscheinlich sinnbildlich für mein Verhältnis zu Henning Mankell steht.

    Sein Schreibstil ist ruhig, fast schon einschläfernd. Normalerweise würde ich das als Kritikpunkt sehen, aber bei Mankell funktioniert es, weil diese Schwere so perfekt zu Wallanders Charakter passt. Wallander ist kein Held, er ist ein müder, zerrissener Mann, gefangen zwischen Routine, Einsamkeit und Selbstzweifeln. Wenn er spricht, hört man fast schon seine Müdigkeit atmen – und genau das macht ihn real.

    Was Mankell unglaublich gut kann, ist Stimmung. Der Kontrast zwischen Schweden und Lettland zieht sich wie ein emotionaler Temperaturunterschied durchs ganze Buch. In Schweden spürt man noch Wärme, Nähe, kurz sogar Geborgenheit (besonders in den Szenen mit seiner Tochter). In Riga dagegen friert man mit – alles ist kalt, grau, gehetzt und trostlos. Diese Atmosphäre hat mich komplett abgeholt.

    Der Plot dagegen: schwierig. Anfangs stark, mit einem mysteriösen Rettungsboot und zwei Toten, entwickelt sich die Geschichte zu einer Art Agenten-Thriller. Das funktioniert phasenweise gut – etwa in der Halle, als Wallander gefangen ist, oder später im Polizeirevier, wo man fast seinen Angstschweiß riecht. Aber Mankell verliert irgendwann die Kontrolle über seine eigene Geschichte. Figuren tauchen auf und verschwinden wieder, Handlungsstränge werden angerissen und fallen dann ins Leere. Beispielhaft: der Mann in der Jagdhütte – eingeführt, gefangen genommen, nie wieder erwähnt.

    Auch die Romanze zwischen Wallander und Baiba wirkt leider gezwungen. Sie treffen sich, sehen sich zweimal – und plötzlich herrscht große Liebe. Das wirkt konstruiert, fast wie ein erzählerischer Fremdkörper, den Mankell unbedingt einbauen wollte.

    Das Ende schließlich wirkt gehetzt. Oberst Putnis taucht auf und erklärt alles in wenigen Seiten – Dinge, die man theoretisch 100 Seiten früher hätte auflösen können. Wallander bleibt letztlich mehr Beobachter als Ermittler. Die anfängliche Bootsszene, so stark sie war, hängt inhaltlich fast lose in der Luft. Auch der Titel „Die Hunde von Riga“ wird erst spät und dann recht unmotiviert aufgegriffen – schade, denn das Potenzial war riesig.

    Ein paar Szenen stechen dennoch hervor: Das Kapitel im Kaufhaus, die Verfolgung auf dem Dach, und diese Momente, in denen Wallander für einen Augenblick wieder klar denkt, analytisch wird, Pläne schmiedet. Da spürt man den alten, nüchternen Ermittler wieder – den Mankell eigentlich so gut schreiben kann.

    Unterm Strich ist Die Hunde von Riga für mich ein solider, aber schwächerer Wallander. Atmosphärisch stark, psychologisch interessant, erzählerisch aber zu sprunghaft und unkonzentriert.

    Fazit: Ein Roman voller Kälte, Melancholie und politischer Schatten – der zwar Tiefe hat, aber sein eigenes Rätsel am Ende nicht ganz zu Ende denkt.

  14. Cover des Buches Minus 18 Grad (Ein Fabian-Risk-Krimi 3) (ISBN: 9783548290737)
    Stefan Ahnhem

    Minus 18 Grad (Ein Fabian-Risk-Krimi 3)

    (222)
    Aktuelle Rezension von: VeronikaGruenschlag

    Der Thriller verbindet mehrere beklemmende Handlungsstränge zu einem hochspannenden Gesamtbild: Tote tauchen plötzlich wieder auf, Identitäten werden gestohlen, gelangweilte Jugendliche überschreiten gefährliche Grenzen, und selbst Mobbing am Arbeitsplatz entwickelt eine zerstörerische Dynamik.

    Ahnhem gelingt es, diese zunächst lose wirkenden Elemente zu einem packenden Plot zu verweben, der nicht nur fesselt, sondern auch mit einer schlüssigen und realistischen Auflösung überzeugt. Die Spannung steigert sich kontinuierlich und hält bis zur letzten Seite an.

    Eine klare Empfehlung – allerdings mit einem kleinen Vorbehalt: besser nicht allein spätabends oder nachts lesen 😊

  15. Cover des Buches Der Verdacht (ISBN: 9783257601312)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Verdacht

    (348)
    Aktuelle Rezension von: malins_dagbok

    Darum gehts: Der Kommissär Bärlach liegt im Krankenhaus und liest einen Artikel über einen Nazi-Arzt, der ohne Narkose Menschen operierte. Ein Freund besucht den Kommissär, diesem kommt der Arzt sehr bekannt vor.

    Meinung: Das Buch ist mit 120 Seiten sehr kurz und trotzdem schafft der Autor es, die Personen zu skizzieren, den Verdacht aufzubauen und eine Spannungskurve zu kreieren. Entgegen anderer Werke des Autors hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Das Ende hatte nochmal einen ordentlichen Twist, den ich nicht habe kommen sehen. Wer Klassiker und/oder Kriminalromane mag, sollte sich dieses Buch mal anschauen! 

  16. Cover des Buches Herr Sonneborn geht nach Brüssel (ISBN: 9783462000443)
    Martin Sonneborn

    Herr Sonneborn geht nach Brüssel

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaerchen

    In Vorbereitung an die anstehenden EU-Wahlen habe ich mir vorgenommen dieses und das nachfolgende Buch von Sonneborn zu lesen. Während man am Anfang oft kichern und schmunzeln muss, so schockiert ist man doch am Ende, wie der politische Alltag in Brüssel abläuft. Klüngelei, undemokratische Verhaltensweisen und Verachtung des Wählers werden hier humoristisch dargestellt, was auch bitter notwendig ist, um nicht vor Wut umzukippen. 

  17. Cover des Buches Zorn (ISBN: 9783945386361)
    Stephan Ludwig

    Zorn

    (405)
    Aktuelle Rezension von: Nadine21

    Claudius Zorn langweilt sich in seinem Job. Seit Jahren hat er keine spannenden Fälle mehr bearbeitet. Das ändert sich, als es in der Stadt direkt zwei Mordfälle gibt und Zorn und sein Kollege Schröder ermitteln dürfen. Doch neben der Frage, warum die Menschen sterben mussten, bleibt auch die Frage, warum gerade die beiden ermitteln dürfen.

    Ich habe den Autor bei einer Lesung zu seinem neuen Fall rund um die Ermittler gehört und war neugierig auf die Serie und vor allem auf die Kommissare. Allerdings haben die beiden mich (noch?) nicht so ganz überzeugt. Ich hatte mir noch etwas mehr Komik zwischen den beiden versprochen. Ansatzweise kann ich mir aber vorstellen, dass es in den nächsten Bänden noch viel mehr zwischenmenschliches geben wird, wie z.B. die Szene im Schwimmbad. Und dass vor allem auch der dicke Schröder noch mehr widersprechen wird.

    Durch die Eigenschaften und die Unterschiede der Kommissare  verspricht eine Fortsetzung  viel Potential, daher werde ich auf jeden Fall auch noch Band 2 lesen. 

  18. Cover des Buches DNA (ISBN: 9783442715756)
    Yrsa Sigurdardottir

    DNA

    (358)
    Aktuelle Rezension von: Mia80

    „DNA“ ist der erste Fall der Krimireihe um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya. Schon im Prolog hatte Yrsa Sigurdardottir meine volle Aufmerksamkeit, denn eine Frau wird auf eine äußerst brutale Art mit einem Staubsauger ermordet. Das Szenario hat mich völlig schockiert, weil die Mordmethode jede Vorstellungskraft übersteigt. Auch die weiteren Todesfälle, zu denen es im Verlauf des Thrillers kommt, befinden sich auf einem ähnlich heftigen Niveau. Trotz der Brutalität ist „DNA“ grundsätzlich kein reißerischer Krimi. Abseits von den Mordfällen wird keine graphische Gewalt dargestellt, stattdessen wird die Ermittlungsarbeit der Polizei detailliert beschrieben. Der Fall ist eine harte Nuss. Als Leser hat man durch den Prolog eine Ahnung, was Ursache für die Verbrechen ist, aber wie genau alles zusammenhängt, hat sich erst auf den letzten Seiten entfaltet.
    Ich fand den Thriller außerordentlich spannend mit einem originellen Plot. Die Idee, dass ein Amateurfunker geheime Botschaften erhält, fand ich sehr gelungen. Dadurch, dass eine wichtige Zeugin ein Kind ist, gewinnt die Geschichte zusätzlich an Emotionalität. Die Auflösung und die Enthüllung der menschlichen Fehlentscheidungen, die zu all dem geführt haben, sind erschütternd.
    Das war ein sehr lesenswerter Thriller!


  19. Cover des Buches Die geheime Mission des Kardinals (ISBN: 9783423147873)
    Rafik Schami

    Die geheime Mission des Kardinals

    (121)
    Aktuelle Rezension von: Michelles_Notebook

    Seitenlange Monologe, eine langsam dahintröpfelnde Geschichte ohne Spannungsbogen und ein frustrierendes Ende ohne echte Ermittlungsarbeit - das fasst diesen Roman gut zusammen. Ich habe ganze Abschnitte übersprungen, da mich die immer wiederkehrenden Themen wirklich gelangweilt haben. Mitgefiebert habe ich an keiner Stelle, einzig die Frustration über das korrupte System konnte ich nachfühlen. Einen flotten Krimi hatte ich nicht erwartet, aber eine atmosphärisch dichte Erzählung über einen Kriminalfall in einer ganz anderen Kultur. Am Ende fand ich die Geschichte aber vor allen Dingen langatmig. 

  20. Cover des Buches Acqua alta (ISBN: 9783257231755)
    Donna Leon

    Acqua alta

    (262)
    Aktuelle Rezension von: Gute_Nacht

    Inhalt 

    Das größte Museum der Welt, Venedig, wird wie jeden Winter von Hochwasser bedroht. Vor ihrer Wohnung wird eine Archäologin zusammengeschlagen, ein renommierter Museumsdirektor wird ermordet. Ganz Venedig ist entsetzt. Beide Fälle will Commissario Brunetti mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit aufklären. Und bald steht das Wasser auch denjenigen bis zum Hals, die so falsch sind wie die Kunst, mit der sie handeln.

    Fazit

    Commissario Brunetti ist äußerst sympathisch, auch seine Familie wirkt sehr zugänglich und ich mag die kleinen Einblicke, die wir immer wieder bekommen. Die Handlung selbst ist spannend und interessant.

  21. Cover des Buches Der Puzzlemörder von Zons: Thriller (ISBN: 9783000390098)
    Catherine Shepherd

    Der Puzzlemörder von Zons: Thriller

    (191)
    Aktuelle Rezension von: Ente-Luli

    Der erste Teil der Zons- Krimireihe, Der Puzzlemörder von Zons, bildet den Auftakt zur genannten Reihe.

    Da ich schon viele Teile der Reihe kenne und den zeitlichen  Wechsel zwischen 1495 und der Gegenwart liebe, wollte ich nun auch den Anfang der Reihe lesen.

    Die Teile lassen sich alle unabhängig voneinander lesen und jeder Fall ist in sich abgeschlossen, aber die Ermittler und ihr Umfeld ziehen sich natürlich durch alle Teile und mich interessierten nun einfach mal die Anfänge.

    Ich mochte auch diesen Teil der Reihe und bin froh nun auch den Anfang zu kennen, aber dieser Teil hat durchaus noch etwas Luft nach oben.

    Mir haben einige Details gefehlt und die Story scheint ein wenig zu kurz zu kommen. Das gelingt der Autorin in den späteren Teilen deutlich besser, aber meine Lücke schießt sich langsam...

  22. Cover des Buches Eine vergessene Schuld (ISBN: 9783453429574)
    Arne Jensen

    Eine vergessene Schuld

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Schnuppe

    Ein ehemaliger Verfassungsrichter Rudolf Heppner polarisiert mit seinen Aussagen in der Öffentlichkeit. Nach einem Farbbeutel Attentat auf ihn, soll ein Persönlichkeitsprofil über ihn erstellt werden, auch Verfassungsschutz, LKA und BKA werden eingeschaltet. Die zuständige Psychologin hat ebenfalls eine Fluchtgeschichte hinter sich, sie wird durch die Gespräche zunehmend mit ihrem eigenen Trauma konfrontiert und sie erkennt Parallelen zwischen ihren Lebenswegen und Einstellungen. In der Vergangenheit (ab 1942) geht es um den Marinesoldaten Raimund Bach, der verheimlicht, dass er jüdischer Abstammung ist. Er desertiert und stellt sich später der Gerichtsbarkeit, was zu einem unglaublichen Urteil führt.

    Der Zusammenhang zwischen den Geschichten offenbart sich nach und nach. Der Autor lässt viele historische Fakten mit ihn die Geschichte einfließen. Die Schuld der Vergangenheit wirkt oft nach, das wird hier sehr deutlich. Der ruhige Erzählstil passt gut zu der kompakten Geschichte. Ich brauchte einige Zeit, bis ich Zugang zu dem Buch gefunden hatte, fand es dann aber sehr interessant und packend. Der Roman greift Fragen auf, die auch heute noch/wieder aktuell sind. Es geht um Schuld, Verantwortung für das Handeln unserer Vorfahren, die Rolle des Staates, Wehrdienst und seine Verweigerung. Bin ich verpflichtet, einem Unrechtsstaat zu dienen und wer legt dies alles fest?  Die Geschichte und die Fragen, die hier immer wieder hochkommen, regen zum Nachdenken an. Ein Roman gegen das Vergessen. 

  23. Cover des Buches Venezianische Scharade (ISBN: 9783257231731)
    Donna Leon

    Venezianische Scharade

    (266)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Soweit ich weiß, stecken sich diese anständigen, schwer arbeitenden Männer, um die Sie so besorgt sind, mit Aids an, weil sie diese „Perversen“ dafür bezahlen, dass sie Ihnen den … … dürfen. Und vergessen wir auch nicht, dass dieser Tote, wer immer er sein mag, ermordet wurde und es unsere Pflicht ist, seinen Mörder zu finden. Auch wenn der ein anständiger, schwer arbeitender Mann war.«

     

    Es ist heiß in diesem August in Venedig. Und statt mit seiner Familie in die kühlen Berge in Urlaub zu fahren, muss sich Commissario Brunetti mit einem verzwickten Mordfall herumschlagen. Das Opfer, brutal erschlagen, war ein Mann in Frauenkleidern – für die Öffentlichkeit und leider auch einige von Brunettis Kollegen ist der Fall ganz simpel: Da hatte ein Transvestit Ärger mit einem Freier. Eine schlimme Sache, aber weit entfernt von der Welt der normalen, anständigen und ehrbaren Leute. Von denen sich einige bald ärgern werden, denn Brunetti macht es sich nicht so einfach und schaut genauer hin…

     

    Ein großartiger Krimi war das! Abgesehen von der mal wieder sehr gelungen und atmosphärisch dargestellten Kulisse fesselte mich die Aufklärung dieses Falls in hohem Maße. Wie Brunetti nach und nach die Hintergründe aufdeckt, das Puzzle zusammenfügt und üble Fälle bürgerlicher Doppelmoral entlarvt, war ein großes Lesevergnügen.

     

    Fazit: Toller Fall, tolle Atmosphäre. Ich suche mir gleich den nächsten Brunetti raus.

  24. Cover des Buches Retour (ISBN: 9783455021134)
    Alexander Oetker

    Retour

    (113)
    Aktuelle Rezension von: buchverliebtesNordlicht

    Dies war mein zweites Buch von Alexander Oetker und erneut hat mich vor allem eines begeistert: diese unglaublich atmosphärische Art zu erzählen.

    Man verliert sich beim Lesen regelrecht in den detailverliebten Beschreibungen der französischen Landschaften und Städte — egal ob Bordeaux, die Atlantikküste oder die Dune du Pilat. Gleichzeitig schafft es der Autor, Frankreich in all seinen Gegensätzen einzufangen: die Angst und Anspannung im von Terror geprägten Paris ebenso wie die Weite, Natur und Kraft des Atlantiks.

    Besonders warnen muss man allerdings vor den kulinarischen Beschreibungen.
    Wie detailliert hier Gerüche, Essen, Geschmack und Texturen beschrieben werden, ist fast schon unfair. Egal ob man vorher gegessen hat oder nicht — beim Lesen bekommt man automatisch Hunger.

    Mit Luc Verlain hat die Reihe außerdem einen Ermittler, der mich sofort neugierig gemacht hat. Seine Rückkehr aus Paris in die Heimat aufgrund der schweren Erkrankung seines Vaters bringt bereits viel emotionale Spannung mit. Gleichzeitig bin ich gespannt, im Verlauf der Reihe noch mehr über ihn, seine Vergangenheit und seine Beziehungen zu erfahren.

    Auch das Team rund um Luc fand ich interessant zusammengestellt: Hugo, der zunächst eher unscheinbar wirkt, Anouk als Profilerin und der Baske, der sich beim ersten Fall von Vorurteilen leiten lässt und damit eine Katastrophe auslöst.

    Der eigentliche Kriminalfall tritt stellenweise fast etwas in den Hintergrund, was mich hier allerdings gar nicht gestört hat, weil Atmosphäre, Figuren und Frankreichgefühl für mich so stark waren. Dennoch bleibt der Fall spannend und lange undurchsichtig, bis sich die einzelnen Puzzleteile schließlich zusammensetzen und sich erneut zeigt, dass Täter manchmal näher sind, als man zunächst glaubt.

    Für mich macht dieser Auftaktband definitiv Lust auf die Reihe und weitere literarisch-kulinarische Reisen an die französische Atlantikküste gemeinsam mit Luc Verlain und seinem Team.

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