Bücher mit dem Tag "kommune"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kommune" gekennzeichnet haben.

78 Bücher

  1. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (698)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Nun also Murakamis Epos um Aomame und Tengo, um das parallele Jahr 1Q84, was zeitgleich zu 1984 stattfindet, um die „Puppe aus Luft“ und um all die anderen Dinge in Murakamis Fantasiewelt. Für mich gibt es zwei Arten von Murakamis Werken, die etwas realistischeren und die etwas fantasievolleren. Letztere gehören eigentlich nicht so zu meinen Favoriten und zu Letzteren gehört auch 1Q84. Trotzdem hab ich diese gut 1.000 Seiten immer gern gelesen und war auch, auch trotz größerer Pausen, immer nah dran und gut dabei. Trotzdem bleibt bei „diesen“ Murakamis immer ein bisschen eine Ebene, die mich nicht erreicht. Teil drei des Epos werde ich mir aber trotzdem besorgen.

  2. Cover des Buches Verheißung - Der Grenzenlose (ISBN: 9783423280488)
    Jussi Adler-Olsen

    Verheißung - Der Grenzenlose

     (452)
    Aktuelle Rezension von: AnasBuchsammlung

    Inhalt: Die Füße auf dem Tisch und die Zigarette in der Hand hängt Carl Mørck am Telefon. Der Anrufer sagt, sie hätten schon mal zusammengearbeitet und er brauche jetzt Carls Hilfe. Er bittet Carl, sich den Fall doch genauer anzuschauen, den er selbst jahrelang nicht lösen konnte. Damals wurde ein junges Mädchen tot in einem Baum gefunden, das Fahrrad wenige Meter entfernt. Was als Unfall behandelt wurde, war in Wahrheit ein Mord. Da ist sich der Anrufer sicher. Für Carl hört sich das nach einer Menge Arbeit an. Er ist nicht interessiert und verweist den Anrufer an eine andere Stelle. Der legt auf – und erschießt sich kurze Zeit später selbst. Damit zwingt er Carl und sein Team, sich dem Fall von dem toten Mädchen doch zu widmen und gemeinsam reisen Carl, Assad und Rose nach Bornholm um zu ermitteln.


    Meinung: Von diesem Band war ich ziemlich enttäuscht. Die Handlung war von Anfang an flach und es gab keine Spannungskurve, die sich nach oben oder unten bewegt hat. Erst auf den letzten 100 Seiten ist sie angestiegen, meiner Meinung nach aber nur leicht.

    Mit den Charakteren konnte ich diesmal auch nicht viel anfangen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich die Hauptcharaktere irgendwie weiterentwickelt haben. Zwar gab es immer wieder Ansätze davon, aber am Ende ist nichts daraus geworden. Carls Sarkasmus und chronische Unlust gingen mir diesmal auch öfter auf den Keks, als dass ich sie lustig fand. Auch die Personen, um die sich dieser Fall dreht, fand ich ziemlich stereotypisch. Die Idee der Geschichte und ihrer Player war gut, aber meiner Meinung nach miserabel ausgeführt.

    Der Schreibstil ist konstant geblieben und das Ende kann man zwar für schlüssig halten, schien mir aber der „easy way out“ zu sein, also auch eher schwach. Wer die Reihe bereits kennt, kann sich den Band sicher durchlesen. Einsteigern möchte ich aber nicht empfehlen, mit „Verheißung“ zu beginnen, da man sonst schnell die Lust an der Reihe verlieren kann.

  3. Cover des Buches Sand (ISBN: 9783499258640)
    Wolfgang Herrndorf

    Sand

     (151)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Nordafrika 1972. Es ist das Jahr des Palästinenserattentats bei den Münchener Olympischen Spielen. Irgendwo in der Sahara spielen sich ebenfalls dramatische Ereignisse ab. Ein Mann ohne Gedächtnis wird an einer Tankstelle mitten in der Wüste von einer Amerikanerin aufgelesen, die sich um ihn kümmert und versucht, mit ihm das Geheimnis um seine Identität zu lüften und warum er von wem gejagt wird. Vier Mitglieder einer Hippiekommune werden von einem vermeintlich drogensüchtigen Amokläufer ermordet, ein frustrierter Kommissar versucht, den Fall zu klären, von einer Mine ist die Rede und niemand weiß, was es damit auf sich hat. Spuren werden verworfen und wieder aufgenommen, Verfolger und Verfolgte wissen manchmal nicht, was der Grund für ihre Rolle, die sie gerade einnehmen, ist. Ein Thriller, der manchmal den Atem anhalten lässt, bis es am Schluss eigentlich gar keinen richtigen Schluss gibt, der aber das Plausibelste enthält, was diese großartige Story hergibt.

    Herrndorf wird ja schon längst nicht nur an seinem Megaerfolg „Tschik“ gemessen. Der viel zu früh verstorbene Autor konnte mit verhältnismäßig wenig Veröffentlichtem zeigen, dass er zu einem der wichtigen Gegenwartsautoren hätte zählen können. Sein großes Plus ist nicht nur die Phantasie und das Gespür für einen guten Stoff, sondern in erster Linie sein Stil, der nicht nur die Bilder transparent macht, sondern auch die Szenen so engmaschig und dicht setzt, dass man sich als Leser förmlich mitbewegt. „Sand“ hat alles, was ein guter Thriller braucht, er streift aber auch die Atmosphäre der Orte mit einer klaren Präzision und fängt den Geruch jeder beschriebenen kleinen Gasse exakt ein. So wird aus dem Buch ein Film mit Figuren, die man vor sich sieht, mit denen man leidet und genießt, wo man in die Psyche der mal mehr, mal weniger komplizierten Charaktere eintauchen kann. Das alles ist große Handwerkskunst und wenn man den Begriff „stilsicher“ gebrauchen will, ist das wahrscheinlich zu oberflächlich, denn Herrndorf hat hier seine eigene Sprache gefunden, die einen unwiderstehlichen Sog produziert.

    Das Ende ist schlüssig und plausibel. Um nicht mehr zu verraten, kann man aber sagen, dass es ungewöhnlich ist, weil sich die Erwartungshaltung nach den 470 Seiten natürlich entsprechend intensiviert hat. Aber das ist kein Manko dieses empfehlenswerten Romans. Ein spannendes und großartig geschriebenes Buch. Es ist schade, das Herrndorf so früh verstorben ist, er gehört in dieselbe Abteilung wie Jörg Fauser, von dem man auch noch hätte einiges erwarten können.

  4. Cover des Buches Das Licht (ISBN: 9783446261648)
    T. C. Boyle

    Das Licht

     (89)
    Aktuelle Rezension von: andre-neumann

    Eigentlich hatte mich die Story inhaltlich gar nicht angesprochen. 1960er-Jahre, LSD, Harvard-Uniumfeld - alles keine Themen, die mich wirklich reizen oder ansprechen. Deshalb war dies auch einer der letzten T.C. Boyle Romane, die ich gelesen habe. Aber dann Mann hat einfach eine Gabe, den Leser zu fesseln, vollkommen egal, worüber er schreibt! Das liegt meiner Meinung nach einfach daran, dass er es schafft, spannende, glaubhafte und interessante Charaktere zu erschaffen, mit denen der Leser mitfiebert. So auch hier. Nebenbei ist auch die Geschichte selbst rund um die Entdeckung und erste Verbreitung von LSD in den USA - basierend auf realen Charakteren! -  interessanter, als ich es erwartet hatte. Tolles Buch! Aber obwohl ich ein großer Freund offener Enden bin, fand ich dieses hier leider etwas unbefriedigend.

  5. Cover des Buches Nichts (ISBN: 9783423625173)
    Janne Teller

    Nichts

     (1.018)
    Aktuelle Rezension von: mibeabooks

    Nichts bedeutet irgendetwas,
    das weiß ich seit Langem.
    Deshalb loht es sich nicht, irgendetwas zu tun.
     Das habe ich gerade herausgefunden.

    Eines Tages verlässt einfach Pierre Anton mit diesen Worten das Klassenzimmer und lässt seine Mitschüler geschockt zurück. Dabei geraten die  Mitschüler in einen Zwiespalt. Hat Pierre Anthon Recht und wie können wir ihn davon überzeugen, dass doch etwas im Leben von Bedeutung hat? Nach einiger Zeit versammeln sich die Schüler, um einen Berg aus Bedeutung zu erschaffen. Doch was harmlos beginnt endet dramatisch.

    Als Pierre Anthon diese Worte in meinen Kopf sagte, wusste ich, dass daran etwas wahr war. Doch möchte man genauso, wie seine Mitschüler, die Worte von ihm nicht glauben. Alles entwickelt sich schnell in eine Katastrophe,wo ich des öfteren den Mund offen halten musste, weil es mich so geschockt hat. Die jungen Kinder suchen auf einem sehr dramatischen Wege, die Bestimung des Lebens. Jedoch frage ich mich, ob sie das wirklich dadurch finden, wenn sie einen Berg aus Bedeutung erbauen. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, auch im nachinein. Obwohl man sich denken kann, was am Ende passieren wird, bleibt das Buch spannend. Gerade diese wichtige Thematik macht das Buch spannend und auf jeden Fall lesenwert! Zwar hat für mich die Autorin einen eher langweiligen Stil gewählt, der mir manchmal ein wenig zu eintönig und monoton war. Auch finde ich könnte man die Geschichte noch ein wenig weiter aufbauen. Für mich fehlen noch mehr die Hintergründe der einzelnen Charaktere, um wirklich zu begreifen, warum ihnen der Gegenstand oder andere Sachen, die sie auf en Berg legen, ihnen so wichtig sind. Und obwohl das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, erfahren wir erst später, wer sich als Person dahinter versteckt. Somit haben mir auch ein wenig eigene Gedankenläufe gefehlt des Ich-Erzählers, da dieser das nicht wirklich preisgegeben hat. 

    Insgesamt wirklich ein Buch, welches wichtig ist zu lesen. Dadurch stellen sich einem viele Fragen, die einem auch nie aus den Kopf gehen.

  6. Cover des Buches Blick in die Angst (ISBN: 9783596193790)
    Chevy Stevens

    Blick in die Angst

     (236)
    Aktuelle Rezension von: collection_of_stories

    „Blick in die Angst“ – Chevy Stevens

     

    Als Nadine auf der psychiartrischen Station eine Patientin zugeteilt bekommt, die bis vor einigen Monaten in der Kommune gelebt hat, in der auch Nadine als Kind einige Monate war. Von da an kommen immer mehr Erinnerungen hoch, die ein immer schlechteres Licht auf die Kommune. Doch so lange sich keine weiteren Opfer bekennen kann man das Vorgehen dort nicht stoppen, auch wenn es dort langsam sehr lebensgefährlich wird.

     

    Auch wenn auch dieses Buch von Chevy Stevens wieder überragend war, gab es hier doch zwei klitzekleine Dinge, die mich ein wenig „gestört“ haben. Zum einen war das die Formulierung „er/sie/es sagte: ‚blablabla’“, die sehr häufig verwendet wurde und die ich persönlich nicht so gerne lese, einfach weil man das schöner schreiben könnte.

    Zum anderen hat mich hier und da Nadines Verhalten etwas irritiert; wegen jeder Kleinigkeit ist sie zur Polizei gelaufen, nur um sich –wie schon vorherzusehen- wieder anhören zu müssen, dass man da nichts machen könne. Ein Charakterzug, der so irgendwie nicht zu ihr passt.

     

    Bis auf die oben genannte Formulierung ließ sich die Geschichte sehr gut lesen. Besonders interessant fand ich die Schreibweise der Rückblicke in Nadines Vergangenheit.

     

    Ein wirklich sehr gelungenes Buch, mit einer interessanten Geschichte und Thematik, dass ich auf jeden Fall empfehlen kann!

     

    Kennt ihr Chevy Steven eigentlich, oder habt mal was von ihr gelesen? Für ihren Roman „Still Missing – kein Entkommen“ hat sie 2011 den International Thriller Award für den besten Debütroman verliehen bekommen. Und das wirklich zu recht. Ich glaube hier auf Bookstagram hätte sie wirklich mehr Aufmerksamkeit verdient!

  7. Cover des Buches Als die Welt zum Stillstand kam (ISBN: 9783407811202)
    Gabi Neumayer

    Als die Welt zum Stillstand kam

     (84)
    Aktuelle Rezension von: cecilyherondale9
    Ich rezensiere das Buch "Als die Welt zum Stillstand kam" von Gabi Neumayer.

    Cover:
    Auf dem Cover sieht man ein Mädchen von hinten, das in der Abendröte, von einem Hügel aus auf die Stadt unter ihr schaut.

    Inhalt:
    Die Freunde Celie, Alex und Bernie könnten ein rasantes Leben genießen und sich sehen, wann und wo immer sie wollten. Doch der tragische Tod von Celies Mutter, Erfinderin des Tornetzes, hat einen Schatten auf ihre Freundschaft geworfen. In ihrer Trauer will Celie alles hinter sich lassen. Bis plötzlich die Katastrophe eintritt – das Netz versagt. Wie alle anderen auch sitzen die drei Freunde fest: Alex in Berlin, Celie in Irland, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Jeden Tag fällt die Welt um sie herum ein Stück mehr auseinander: Städte ohne Strom und Wasser werden zu Todesfallen, Krankheit, Hunger und Gewalt breiten sich aus. Die zivilisierte Welt kollabiert. Celie, Alex und Bernie müssen jeder für sich ums Überleben kämpfen. Und sie müssen einander finden. Denn vielleicht hat der Tod von Celies Mutter etwas mit dem Zusammenbruch des Netzes zu tun ...

    Das Buch ist sehr spannend geschrieben und auch sehr fesselnd. Der Erzähler ist abwechselnd bei Alex, celie und Bennie und es wird jedesmal als Überschrift geschrieben wo sie jeweils sind, sodass man nicht den Überblick verliert. Es passiert am anfang leider ab und zu doch. Vorallem wenn die Kapitel "der Rest der Welt" an der Reihe sind.
    Die Idee dinde ich sehr gut, denn es ist rein Theoretisch denkbar, dass es irgendwann möglich sein wird, sich mithilfe von Toren, die auf Wissenschaft beruhen, teleportieren kann. Das macht die Geschichte noch reeller und noch faszienierender.
    Ich empgehle das Buch weiter und gebe 4 Sterne.
  8. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (420)
    Aktuelle Rezension von: fhaubold

    "Elementarteilchen" ist m. E. der beste und vielschichtigste Roman Houellebecqs. Vor allem schafft er es in diesem Buch, seine Figuren (zumindest einige davon) mit Wärme und Empathie zu beschreiben, was ihm sonst eher fernliegt. 

    Zwar treibt er mit dem ungleichen Brüderpaar gesellschaftliche Entwicklungen auf die Spitze, aber er tut dies, ohne die Handlungsträger bloßzustellen. Wohl niemand seiner Schriftstellergeneration hat die Neurosen und den Werteverlust der westlichen Gesellschaft so treffend beschrieben wie Houellebecq es in diesem Roman tut. 

    Die von ihm unterstellte  Unmöglichkeit für die meisten Menschen, wirkliches Glück zu finden, ist zweifellos angesichts der Verheißungen der every-thing-goes- Gesellschaft sicherlich unpopulär, hat aber einen wahren Kern. Und der Science Fiction-Teil des Romans ist zweifellos überzeichnet, führt seine Thesen aber konsequent zu Ende. Ich kann den Roman jedenfalls unbedingt zur Lektüre empfehlen.








  9. Cover des Buches Ich bin Tess (ISBN: 9783839001585)
    Lottie Moggach

    Ich bin Tess

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Fina

    Gestaltung:

    Ich habe das Buch, als es rauskam, auf der Verlagsseite gesehen und es hat mich irgendwie angesprochen. Ich kann nicht genau sagen, wieso, aber die ungewöhnlichen Farben, der ausdrucksstarke Titel und die Kreuze auf den Gesichtern der Frauen haben mich sehr neugierig auf das Buch werden lassen. Ich mag es sehr, dass es sich um ein Hardcover handelt und der Schutzumschlag ist ebenso wie das Buch sehr hochwertig. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für das pinke Lesebändchen!


    Darum geht's:

    Leila ist ein ziemlich einsames Mädchen, das nach dem Tod seiner Mutter die meiste Zeit in einer schäbigen, kleinen Wohnung vor dem PC hängt. Als sie auf die Webseite RedPill trifft, auf der sich Menschen über verschiedenste philosophische Themen austauschen, hat sie virtuell eine neue Familie gefunden und gerät regelrecht in einen Sog, den ganzen Tag dort zu verbringen. Bis der Admin der Seite auf sie zukommt und sie um einen sehr ungewöhnlichen Gefallen bittet. Sie soll für eine Frau, die sich umbringen möchte, die Identität übernehmen. Kann das gut gehen?


    Idee/Umsetzung:

    Ich finde die Idee des Buches sehr spannend und habe noch nie etwas ähnliches gelesen. Über das Thema der Sterbehilfe kommt Leila in diesen Strudel aus verzwickten Ereignissen und beginnt schließlich alles über Tess herauszufinden, um ihre Identität glaubhaft übernehmen zu können - um Freunde auf Facebook zu updaten, mit den Eltern Kontakt zu halten und E-Mails auszutauschen.

    Es gibt einen Erzählstrang in der Vergangenheit, in dem wir erfahren, wie Leila auf RedPill gekommen ist, wie sie Tess kennenlernte und begann, sie zu sein. Außerdem begibt sich Leila in der Gegenwart auf eine Reise nach Spanien, in der sie Tess sucht. Wieso, weshalb, warum führe ich jetzt nicht weiter aus.

    Mir haben die Zeitstränge gut gefallen, weil es abwechslungsreich war und der Vergangenheit auch deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

    Insgesamt habe ich das Buch vor allem bis zur Mitte als sehr spannend empfunden. Eine ominöse Webseite und diese seltsame Aufgabe mit Tess waren tolle Aspekte, die viele Fragen aufwarfen, die ich unbedingt beantwortet haben wollte. Nach dem meiner Meinung nach gelungenen Plot Twist hat die Geschichte ein wenig an Fahrt verloren, und plätschert eher zu Ende. Das war etwas schade, aber davor war es eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle.

    Die Figuren fand ich ebenfalls sehr interessant.

    Leila ist ein spezieller Charakter, mit dem ich mich nicht unbedingt identifizieren konnte, aber mit der ich viel Mitleid hatte und ihre Taten in Anbetracht ihrer Lage doch immer ein Stück weit nachvollziehen konnte. Ich glaube, das sie nicht vollkommen psychisch gesund war und man deshalb auch nicht erwarten konnte, dass sie immer richtig handelt. Über Tess lernt man eine Menge, aber immer durch die Augen von Leila, was auch mal eine gelungene Abwechslung war. Viele weitere Charaktere gibt es gar nicht, die man genauer kennenlernt, ein wenig Leilas Mitbewohner, Adrian, Connor und Tess' Mutter, aber diese andere Art der Figurenvorstellung und die Begrenzung auf wenige Figuren passen sehr gut zu dieser Geschichte. 

    Das letzte Drittel des Buches zog sich dann etwas, da die Geschichte irgendwie zu Ende gehen musste. Ich habe diesen Abschnitt als langatmig und holprig empfunden, kann aber nachvollziehen, was die Autorin vor hatte. Generell wäre vielleicht ein schnelleres Ende nach dem Plot Twist besser gewesen, aber wenn man die Idee des Buches mag, verzeiht man der Autorin diesen Abschnitt allemal und der Gedanke, wie es mit Tess enden soll, war meiner Meinung nach auch sehr tröstlich.


    Fazit:

    Lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, weil viele Leute das Buch nicht mögen. Ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe, weil mir die Idee und der Ablauf der Geschichte sehr gut gefällt. Besonders der Anfang ist sehr spannend und der Plot Twist super gelungen. Am Ende zieht es sich etwas, aber ich habe Leila und Tess beide mit ihrer sehr verqueren, nicht unbedingt gesunden Denk- und Lebensweise ins Herz geschlossen. Wenn ein Buch Spuren hinterlässt, ist es auch wert, gelesen zu werden...

  10. Cover des Buches Grand Cru (ISBN: 9783257240825)
    Martin Walker

    Grand Cru

     (151)
    Aktuelle Rezension von: Tommywien

    Zwischendurch habe ich mal wieder zu Martin Walker und seinen sympathischen Dorfpolizisten Bruno gegriffen. Wie im ersten Teil wurde ich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Wieder ist das damals verwendete Thema (das Buch ist ja schon vor ca. 10 Jahren erschienen) immer noch aktuell. 

    Bruno ist nicht nur sehr sympathisch, er weiß auch was er als Polizist zu tun hat. Mit einer unheimlichen Leichtigkeit versteht er es die Fälle zu lösen, aber dennoch in seinem Dorf beliebt zu bleiben, trotz unangehmer Fragen an die Dofgemeinschaft.

    Natürlich wird auch dieses Mal nicht an Kuklinarik oder an der wunderschönen französischen Landschaft gegeizt. Wir sprechen bei den Büchern von Martin Walker nicht über große Literatur, aber seine Bücher unterhalten, greifen aktuelle Themen auf und vermitteln das lockere Leben in Frankreich (dieses mit höchster Wahrscheinlichkeit etwas überzogen).

    Also ich für meinen Teil habe entschieden, mir immer mal wieder zwischendurch einen Fall von Bruno zu gönnen und bin schon auf den nächsten Einsatz in Saint Denis gespannt.

  11. Cover des Buches Die Kinder von Eden (ISBN: 9783404174973)
    Ken Follett

    Die Kinder von Eden

     (429)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    In einem kleinen Tal in Kalifornien hat sich seit den 60er Jahren eine Sekte niedergelassen, die Wein anbaut und ihr Leben selbst organisiert. Nun soll aber das Tal einem Stausee weichen, was der Anführer der "Kinder von Eden", genannt "Priest", nicht zulassen kann. Er fasst einen wahnwitzigen Plan: er möchte ein Erdbeben auslösen und so die Regierung erpressen. Beim FBI nimmt zunächst keiner diese Drohung ernst. Als die Agentin Judy Maddox jedoch herausfindet, dass ein menschengemachtes Erdbeben durchaus möglich ist, beginnt eine gefährliche Jagd nach den Terroristen...

    Ken Follett wartet einfach immer wieder mit richtig guten Ideen zu Büchern auf. Wer kommt bitte darauf, sich eine Terroristengruppe auszudenken, die damit droht, ein Erdbeben auszulösen? Ich fand die Geschichte sehr abgedreht und cool. Außerdem setzt sich Follett auch damit auseinander, was passiert, wenn der Mensch über die Natur gebieten darf.

    Zwischendurch hat sich das Buch etwas gezogen und hatte einige Längen, gegen Ende wurde es aber immer besser und ich hab es mal wieder nicht aus der Hand legen können. Man merkt dem Buch natürlich an, dass es vor über 20 Jahren geschrieben wurde (auch was die Rollen von Männern und Frauen angeht - da musste ich schon öfter mal die Augen verdrehen und hab mich auch das ein oder andere mal geärgert), trotzdem war das Buch sehr spannend und behandelt eine außergewöhnliche Thematik.

    Ken Follett hat mich also wieder einmal überrascht und überzeugt. Ich vergebe 4 / 5 ⭐.

  12. Cover des Buches Doggerland – Fehltritt (ISBN: 9783471351826)
    Maria Adolfsson

    Doggerland – Fehltritt

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Zitrusfrucht

    Ein ungewöhnlicher Mord und ein Verdächtiger, der es nicht gewesen ist. Da die ermittelnde Kommissarin die Nacht mit ihm verbrachte.Es gibt keine blutigen Morde. Die Autorin beschreibt anschaulich, geht auf die Beziehungen ein und die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle bei dem aktuellen Fall.

    Noch ungenutztes Potential, welches in den nächsten Büchern sicher besser wird. Eine Stellen empfand ich als langatmig. Ein guter Plot. 

  13. Cover des Buches Visby (ISBN: 9783827010872)
    Barbara Slawig

    Visby

     (33)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Bewertet mit 1.5 Sternen

    Die Mathematikerin Dhanavati hat als Kind den Suizid ihrer Mutter miterlebt, kann sich aber nur Bruchstückhaft daran erinnern: Was geschah damals, vor 20 Jahren, in Visby? Warum beging ihre Mutter Selbstmord? Was haben die Mitglieder der spirituellen Kommune, in der sie damals lebten, damit zu tun? Und wer ist ihr väterlicher Freund, der sich kurz um sie kümmerte und dann verschwand ?

    Das Buch fängt spannend an und das erste Drittel habe ich auch gerne gelesen, aber dann zog es sich endlos hin und das quasi bis zum Ende. Auch den Schluß fand ich nicht so interessant. Es gibt zwar immer wieder mal eine überraschende Wende, aber so wirklich packen konnte mich das Buch nicht. Es gibt häufige Perspektivwechsel, die mich anfangs etwas verwirrten. Viele Fragen bleiben offen (zumindest die, die mich interessiert haben). Vielleicht habe ich auch manches nicht verstanden. Auch die Handlungsmotive des Vaters kann ich nicht nachvollziehen. Eigentlich schade, denn es fing sehr vielversprechend an. Aber vielleicht sagt es anderen Lesern mehr zu.

     
  14. Cover des Buches The Girls (ISBN: 9783869092324)
    Emma Cline

    The Girls

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Raven
    Das Hörbuch "The Girls" von Emma Cline hat einen Umfang von über 11 Stunden und ist bei HörbucHHamburg HHV GmbH erschienen.

    Das Hörbuch gibt es auch als Ebook- Softcover- und Hardcoverausgabe. In der Hörbuchversion wird es von Suzanne Borsody gelesen, welche nach meinem Empfinden eine eindeutig zu alte und raue Stimme als Leserin für die Girls besitzt. Ich fand es ganz schrecklich ihr 11 Stunden lang zuzuhören und konnte mich gar nicht richtig in die Story fallen lassen.

    Evie Boyd ist vierzehn Jahre alt und ihr Leben ist die totale Langeweile, bis sie "Die Girls" an einem Sommertag beobachtet. Unter ihnen ist Suzanne, der das naive Mädchen gleich verfällt. Evie folgt den Girls auf eine Ranch, wo alles voller Leben und Freiheit förmlich sprüht. Doch der äußere Schein trügt...

    Ich hatte in das Buch bzw Hörbuch große Erwartungen gesteckt, die leider enttäuscht wurden. Das Thema ist sehr interessant, aber die Story zieht sich wie Kaugummi. Die Stimmung ist bedrückend und man kann sich gut hineindenken in die damalige Zeit, die Besonderheiten der Ranch und die magische Anziehung. Leider wird nur sehr selten Spannung aufgebaut oder emotionale Nähe zu den Protagonisten. Irgendwie plätschert alles seicht dahin und das elf lange Stunden. Der große Höhepunkt auf den das Buch zusteuert, ist dann zum Ende hin auch nur eine große Enttäuschung, da er ganz schnell abgehandelt wird mit wenigen Details und noch viele Fragen und Emotionen dem Leser offen bleiben. Sehr schade! Hier wird viel Potential verschenkt.

    Fazit: Ein sehr langatmiges Werk, welches wenig Spannung und Emotionen enthält und den Höhepunkt verschenkt. Schade!
  15. Cover des Buches Einmal gebissen, total hingerissen (ISBN: 9783401800738)
    Mari Mancusi

    Einmal gebissen, total hingerissen

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Melie99
    Das Cover ist wie beim ersten Band sehr schlicht, aber durchaus schön. Man sieht wieder eine Fledermaus und die Schrift, die mit Blut geschrieben ist. "Einmal gebissen, total hingerissen" ist der zweite Band der Blood Coven Reihe von Mari Mancusi.

    Die Geschichte ist wieder sehr lustig und witzig geschrieben, sodass ich sehr oft schmunzeln musste und das Buch gar nicht mehr weglegen wollte. Außerdem hat man den Band auch schnell durch, da er sehr wenige Seiten hat.

    In diesem Band geht es mehr um Rayne als um Sunny. Das Buch ist dieses Mal auch aus der Sicht von Rayne geschrieben. Dies finde ich sehr erfrischend und spannend, da es mal etwas anderes ist. Die Autorin schreibt sehr flüssig und spannend.

    Ich bin schon sehr gespannt, wie sich Rayne in den nächsten Bänden entwickeln wird. Raynes Sicht der Dinge und ihre ganz eigene Geschichte finde ich viel interessanter als die von Sunny. Doch sowie ich das verstanden habe, wird immer ein Band aus Sunnys Sicht sein und einer aus Raynes. Ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass es auch einen Band aus Magnus Sicht geben wird.

    Ich will bald weiterlesen und habe die Folgebände auch schon zuhause. Ich muss jetzt sowieso erst einmal meine Reihen fortsetzen, da ich einfach viel zu viele offene Reihen habe. Die Bände dieser Reihe sind gute Bücher für zwischendurch, die man schnell lesen kann.

    Das Ende ist auch sehr spannend, sodass ich noch neugieriger auf den nächsten Band bin. Ich gebe dem Band 5 Sterne, da er definitiv mit dem ersten mithalten kann.
  16. Cover des Buches Drop City (ISBN: 9783423146760)
    T. C. Boyle

    Drop City

     (218)
    Aktuelle Rezension von: literat
    In dem Buch geht es um eine Hippie-Kommune, Ende der 60'er, die in Kalifornien ihren Traum von freier Liebe, Toleranz und Friedfertigkeit mit einem gewaltigen Drogenkonsum, lebt. Ihr charismatische Anführer Norm, dem die Ranch gehört auf der sie leben, bekommt aber Probleme mit den Behörden und die Kommune zieht kurzerhand mit einem Traum von naturverbundenem Leben in Alaska, genau dorthin. Sein Onkel besitzt dort nämlich Land und eine Hütte. Drop City zieht mit Sack und Pack und Ziegen in einem Schulbus und 3 Autos nach Alaska um. Parallel wird die Geschichte von Sess und Pamela erzählt, die genau hier bereits leben. Sess hat Pamela per Kontaktanzeige kennengelernt, sie hat inseriert, weil sie aus der Stadt raus wollte und ein naturverbundenes, einsames Leben in der Wildnid führen wollt. Und Bund zieht die Hippiekommune direkt in ihre Nachbarschaft. Ich hatte echt Angst weiterzulesen, weil ich davon ausging, dass das auch der Todesstoß für Sess und Pamela als Paar sei. Aber nein, sie führen ein größtenteils friedliches, ja sogar freundschaftliches Miteienander. Ich mag ja die Sprache des Autors, erinnert mich an Irving, wobei ich aber das Absurde in Irvings Geschichten nicht mag. Es dauert aber etwas bis man in der Geschichte drin ist, über einige langatmige Naturbeschreibungen muss man sich durchlesen und dran bleiben. Aber ich fand die Darstellung der Hippies sehr gut. Sie Predigten die Toleranz und Menschenliebe bis zum Exzess, wenns aber mal hart wird, dann ist sich plötzlich doch wieder jeder sich selbst der Nächste. Und dass es in solchen Zusammanschlüssen auch immer schwarze Schafe gibt, die vorgeben die Weltanschauung zu teilen und aber die Kommune nur ausnutzen, bzw. für ihren Vorteil nutzen, ist auch nachvollziehbar. Für mich später geborene ist es auch kaum nachvollziehbar, dass man sich als junger Mensch so sehr auflehnt, oder auflehnen muss gegen das Establishment und die Eltern-Generation. Da sind wir uns heute ähnlicher. Das Buch ist super, um diese Lebensgefühl der damaligen Hippies nachzuvollziehen, absolut lesenswert!
  17. Cover des Buches Fronleichnamsmord (ISBN: 9783548611846)
    Bea Rauenthal

    Fronleichnamsmord

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Franzip86
    "Fronleichnamsmord" - Bea Rauenthal

    Jo (Josepha) Weber reist in dem Abschlussbuch ein letztes Mal in der Zeit zurück. Diesmal geht es in die Zeit der Hippies. Diesmal ist sie die Kriminalpolizistin in Anstellung und das Lutz Jäger auch dabei ist, bekommt sie erst weitaus später mit. Auch hier haben sie einen Fall den sie lösen müssen. Anders als bei den 2 vorigen Fällen ist, das der Mord erst passiert. In dieser Zeit treffen sie interessante Leute und Jo trifft einen Menschen den sie nicht wirklich kennen lernen durfte...

    Wie die 2 anderen Bücher zuvor hat mir auch dieses Cover sehr gut gefallen und der Schreibstil war auch wieder sehr flüssig. Das 3. Buch habe ich gleich im Anschluss zu den beiden anderen gelesen.

    Auch dieses Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen.
  18. Cover des Buches The Girls (ISBN: 9781784740450)
    Emma Cline

    The Girls

     (49)
    Aktuelle Rezension von: anena

    Dieses Buch erzählt die Geschichte von zwei Mädchen in Kalifornien, Suzanne und Evie, der Erzählerin. Sie treffen sich zufällig Anfang der 70er Jahre und Evie verfällt der Anziehungskraft von Suzanne, die auf einer Ranch in einer Hippie-Kommune lebt. Die Atmosphäre der Geschichte, die vor dem Hintergrund der Manson-Bluttaten spielt, ist dicht und fesselnd, die Sprache der Autorin zauberhaft. Erschreckend, wie junge Menschen in den Sog von Brutalität hineingezogen werden können - und dies ist nur ein Aspekt des großartigen Romans.

  19. Cover des Buches Irgendwie, irgendwann (ISBN: 9783492254298)
    Verena Carl

    Irgendwie, irgendwann

     (12)
    Aktuelle Rezension von: winter-chill
    Gutes Buch für Zwischendurch, angenehmer, witziger Erzählstil. Irgendwie fühlte ich mich wieder total in die 80er Jahre zurückversetzt.
  20. Cover des Buches Der Garten der Dissidenten (ISBN: 9783596033089)
    Jonathan Lethem

    Der Garten der Dissidenten

     (8)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Angeblich erzählt der Roman eine "linke Geschichte der USA", aber ich finde die Hauptfiguren sind viel zu individualistisch, um etwas anderes als ihre eigene Geschichte zu verkörpern.

    Es dauerte lange, bis ich in das Buch "reinkam", Ich interessierte mich nicht für die erste Hauptperson, Rose Zimmer, weil sie mir als ziemlich durchschnittliche Arbeiterin erschien, während der Erzähler immer behauptet, sie sei irgendwie dämonisch, und in der Tat versucht sie einmal ihre eigene Tochter umzubringen, was irgendwie hochsymbolisch ist, auf der Handlungsebene aber unmotiviert und doof. 

    Dann kommen viele Anspielungen auf Baseball und was Bob Dylan der Folk-Musik angetan hat, bzw. wie er sie weiterentwickelt hat, was mir alles aber nichts sagt.

    Roses Tochter Miriam lebt als Hippe in einer Kommune in New York, kifft zu viel, weiß das auch und verbringt ihre Zeit bei Demonstrationen und der Besetzung einer Feuerwache, was wohl ein bedeutendes historisches Ereignis war.

    Dann gibt es noch einen angepassten Universitätsdozenten, der seinen nicht vorhandenen Nonkonformismus pflegt - bzw. vielleicht steckt auch mehr dahinter und ein sehr einsames Kind. 

    Dieser Personen fand ich dann ganz interessant und damit ließ sich das Buch auch gut lesen.

    In Wahrheit sind viele Figuren erstaunlich spießig. Miriam ist verheiratet und hat ein Kind und bleibt ihrem Mann treu, obwohl sonst jeder mit jedem schläft und Rose verschafft einem Jungen aus der Nachbarschaft ein Universitäts-Stipendium, der dann später, als sie in einem Pflegeheim lebt, Verantwortung für sie übernimmt und sie regelmäßig besucht.

    Mehr gehört hätte ich gerne von der Gemeinschaftssiedlung Sonny-Side mit den Gemeinschaftsgärten. die am Ende privatisiert sind. Wie lebt es sich in solch einer Gemeinschaft? Aber für Gemeinschaften interessieren sich Letheems Superindividualisten nicht die Bohne - sie leben in einer möglch kleinen Zelle, in der sie sich paranoid einschließen und gehen zu recht unter





  21. Cover des Buches Der Schmetterling (ISBN: 9783959672054)
    Gabriella Ullberg Westin

    Der Schmetterling

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Elchi130

    Johan Rokka ist von Stockholm wieder in seinen Heimatort Hudiksvall zurückgekehrt, um dort als Kriminalinspektor zu arbeiten. Keiner seiner früheren Freunde hätte gedacht, dass Johan Rokka ausgerechnet zur Polizei gehen wird. Als Heiligabend die Frau eines berühmten Fußballspielers und zudem früheren Freundes von Rokka umgebracht wird, hat er direkt einen schwierigen Fall zu lösen…

    Gabriella Ullberg Westin legt mit „Der Schmetterling“ einen soliden Start in eine neue Kriminalreihe hin. Die Ermittler sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Johan Rokka ist der unangepasste Ermittler, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat und sich bei jeder Frau, die ihm begegnet fragt, wie attraktiv er sie findet. Pelle Almen ist der typische Ermittler, wie er im Buche steht. Er ist fleißig, erledigt oft die Hintergrundarbeit und Rokka kann sich 100%ig auf ihn verlassen. Ingrid Bengtsson ist die pedantische, unsympathische Chefin, die viel fordert und dem Team immer wieder Stöcke zwischen die Beine wirft. Janna Weissmann ist eine Workaholikerin, wie sie im Buche steht. Sie lebt nur für die Arbeit. Ansonsten ist sie eine sehr verschlossene Person, die einigen Ballast mit sich herumschleppt. Hjalmar Albinsson ist ein typischer Nerd, der über ein fotografisches Gedächtnis verfügt, sehr gut mit Zahlen umgehen kann und dem keine Fehler unterlaufen.

    Die Kriminalgeschichte ist sehr gut erzählt. Wir begleiten zum einen die Ermittler, zum anderen jedoch auch die Tatverdächtigen, Opfer und weitere Personen. Und obwohl das Buch nicht aus einer einzigen Perspektive oder wie häufiger der Fall, zwei Perspektiven, erzählt wird, konnte ich der Handlung sehr gut folgen. Nach und nach bin ich immer neugieriger geworden, wie die einzelnen Bausteine zusammengehören, um ein Ganzes zu ergeben. Begleitet wird die Erzählung, die in der Gegenwart spielt, noch von einem Brief des ersten Opfers, den wir nach und nach zu lesen bekommen. Auch das steigert die Spannung.

    Was ich nicht optimal gelöst fand, war die Ermittlungsarbeit der Polizisten. Diese traten sehr häufig auf der Stelle und gelangten zu kaum neuen Erkenntnissen. Da hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, sodass ich als Leser/in mich an der Detektivarbeit beteiligen und mit knobeln kann. Hier hoffe ich einfach, dass die Autorin in den weiteren Bänden mehr wert auf diesen Punkt legt. Denn wenn ich als Leserin das Gefühl habe, die Ermittler stochern im Nebel und finden nichts oder wenig heraus, um den Täter zu fassen, dann fällt es mir schwer nachzuvollziehen, wie am Ende des Buches ein Erfolg zu verbuchen sein soll. Ermittlungsarbeit kann ja nicht immer durch den Zufall ersetzt werden…

    Alles in allem ein guter Start. Ich erhoffe mir von den weiteren Teilen jedoch eine Steigerung.

  22. Cover des Buches Wo deine Träume wohnen (ISBN: 9783426637388)
    Lisa Jewell

    Wo deine Träume wohnen

     (55)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks
    Deckblatt :


    Seit Jahren beherbergt Toby in seinem großen Haus in London Menschen, die auf der Suche nach einer Zuflucht sind: Die junge Ruby zum Beispiel, die mit 16 Jahren von zu Hause ausgerissen ist und von einer Karriere als Sängerin träumt. Oder Con, der aufgrund seiner Schüchternheit einfach kein Glück bei den Frauen hat. Für sie ist Toby der Retter geworden der nach Strich und Faden von allen ausgenutzt wird. Eines Tages aber wird ihm klar: Er muss sein Leben von Grund auf ändern! Wie aber soll er seine anhänglichen Mieter wieder loswerden? Keine leichte Aufgabe wäre da nicht die zauberhafte Leah, die im Haus gegenüber wohnt und ein Auge auf Toby geworfen hat.



    Meinung:


    Toby bekommt von seinen Vater ein Haus und soll das Beste aus seinem Leben machen. Kurz nach dem einzug trennt sich seine Frau von ihn. Damit er sich nicht so einsam  in dem großen Haus fühlt, vermietet er einige Zimmer an Menschen die Hilfe brauchen. So kommen ein paar sehr skurile Menschen zusammen. Jeder hat einen anderen Grund warum er bei Toby wohnt und dies wird in einzelnen Kapiteln dargestellt. Dies bricht die eigentliche Handlung etwas auf und bringt Abwechslung mit rein. Ein toller Roman der auch etwas zum Nachdenken anregt.
  23. Cover des Buches Monte Verità (ISBN: 9783570554067)
    Stefan Bollmann

    Monte Verità

     (4)
    Aktuelle Rezension von: YukBook
    Ob die Gründer der Kooperative „Monte Verità“ je geahnt hätten, das sie unseren heutigen Lebensstil so stark prägen würden? Alles begann mit einer Gruppe von sechs Aussteigern, weiß Stefan Bollmann in seinem Buch zu berichten. Zwei Musikerinnen, ein demissionierter Soldat, ein Maler, ein Fabrikantensohn sowie ein aus der elterlichen Gewalt entflohenes Mädchen – sie alle träumten von einem gesünderen, naturnahen und autonomen Leben fernab von der Großstadthektik und frei von gesellschaftlichen Konventionen. Unter anderem inspiriert durch das Sanatorium des Schweizer Naturheilers Arnold Rikli beschlossen die sechs Lebensreformer, auf einem Hügel oberhalb Asconas mit Blick auf den Lago Maggiore eine Heilstätte für Körper, Seele und Geist zu gründen. 

    Dieser Teil des Buches zählt für mich zu den spannendsten, denn nicht nur ihre Vision, sondern auch die Probleme und Hindernisse, auf die sie stoßen, passen in die heutige Zeit. Sie teilen zwar alle ein gemeinsames existenzielles Anliegen, doch bei der Umsetzung gehen ihre Vorstellungen weit auseinander. Ida Hofstein, neben Henri Oedenkoven die treibende Kraft, verachtet den Künstler Gustav Gräser, der zwar große Reden schwingt, aber keinen nützlichen Beitrag leistet. Idealismus prallt auf Realismus, Handlung „ohne Zwang“ auf anarchisches Sich-Treiben-Lassen. Nach der Gründung besteht das Hauptproblem darin, wirtschaftlich tragfähig zu sein. Immerhin sorgt der "Zauberberg der Alternativkultur" für internationales Aufsehen, da die Monte Veritaner nicht nur ein alternatives Leben führen, sondern es gern auch zur Schau stellen.

    Auch wenn die Gruppe auseinanderfällt, entwickelt sich die Institution weiter, von einer Naturheilanstalt, in der Bewegung an der frischen Luft, Sonnenbaden und vegetarische Ernährung auf der Tagesordnung stehen, zu einer Wirtschaft- und Lebensgemeinschaft und später sogar zu einer Tanzschule. Die Gegend rund um Locarno zieht immer mehr Künstler und Literaten, Pazifisten und Anarchisten an. Stefan Bollmann hat sehr akribisch recherchiert und zeigt eindrucksvoll, in welchem Umfeld eine Idee entstand, die viele Spuren hinterlassen hat, sei es in der veganen Ernährung, unserem heutigen Körperideal, im modernen Ausdruckstanz oder der florierenden Fitness- und Wellnessbranche. Das zentrale Motiv „Du kannst dein Leben ändern“ passt mehr denn je in unsere heutige Zeit.
  24. Cover des Buches Für immer Schwestern (ISBN: 9783458361992)
    Herrad Schenk

    Für immer Schwestern

     (30)
    Aktuelle Rezension von: JDaizy
    „Unmöglich, dieses Unglück von sich weg zu halten. Ich sollte wenigstens einen Spaziergang machen, mich bewegen, dachte sie und erhob sich schwerfällig von der Gartenbank, steif, etwas durchgefroren. Gehen vertreibt die düsteren Gedanken. Auf einmal war ihr, als sähe sie die Schwarze Dame wieder am Ende der Straße. Wenn die Schwarze Dame Melancholie an deine Haustür klopft, solltest du ihr freundlich öffnen und sie zum Tee hereinbitten - dann wird sie zu gegebener Zeit höflich von selbst wieder gehen. Doch wehe, du hältst die Tür verschlossen und stellst dich tot- dann wird sie dich unbarmherzig belagern.“


    „Seit ihrer Kindheit sind Sylvia, Judith und Elvira eng miteinander verbunden, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Doch dann kommt ein langgehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das die Schwestern in ihre bewegte Jugend zurückführt und ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.“ (Klappentext)

    Drei Schwestern jenseits der 60. Drei unterschiedliche Leben. Aber eine (gemeinsame) Vergangenheit.
    Sylvia, Lektorin in einem Kunstverlag, ist lebenslustig und trotz ihres Alters frisch verliebt. Judith, Bibliothekarin im Ruhestand, quälen erste Anzeichen ihrer Vergesslichkeit, während sich Elviras Leben fast ausschließlich um ihren erfolgreichen Mann Hans-Heinrich dreht. Als dieser plötzlich einen schweren Schlaganfall erleidet, treffen sich die Wege der Schwestern im Krankenhaus.
    Was war passiert und warum ist Elvira plötzlich so aufgelöst und nicht zu beruhigen? Welches Geheimnis verbirgt Hans-Heinrich und vor wem? Oder will er nur Elvira vor einem langgehüteten Familiengeheimnis schützen? Oder ist alles doch ganz anders als es auf en ersten Blick erscheint?

    „Sie wissen nicht wie es ist, durch ein Schuldgefühl an jemanden gebunden zu sein. Es schafft die engste Bindung überhaupt.“

    Beim Lesen musste ich oft an den Ausspruch: „Gemeinsam und doch einsam“ denken. Wie schnell kann sich von einer Minute auf die andere das Leben ändern! Wie lebt man mit Lügen oder der quälenden Ungewissheit bestimmte Dinge nicht angesprochen zu haben?! Und wie wichtig ist, jeden Tag deshalb so zu leben als wäre es der letzte?!

    Der Autorin gelingt es mühelos ein Bild von drei Schwestern zu zeichnen, die unterschiedlicher nicht sein können. Besonders mochte ich die schusselige und ab und an mit sich selbst beschäftigte Judith. Etwas antriebslos und vergesslich. Aber herzlich, um Harmonie bemüht und aufopferungsvoll. Bei Elvira und Sylvia fiel es mir dagegen schwerer aufrichtige Sympathien zu entwickeln. Und doch zog mich die Geschichte schnell in ihren Bann. Ich habe (ziemlich zeitig) Vermutungen aufgestellt und wollte am Ende endlich wissen, wie sich alles auflöst. 

    Besonders gut gefallen haben mir auch die eingeschobenen, verworren erscheinenden Gedanken von Hans-Heinrich. Wenn man sich nicht frei bewegen und artikulieren, nicht selbstständig sein kann und auf fremde Hilfe angewiesen ist … das stelle ich mir schlimm vor.
    Allerdings empfand ich einige Passagen des Buches als sehr dunkel und negativ. Oft habe ich mich gefragt: „Wer ist jetzt das Opfer in dieser Konstellation?!“ und warum werden einige (interessante) Themen nur angerissen und nicht zu Ende geführt?!

    Trotzdem hatte ich viel (Lese-)Freude mit diesem Taschenbuch aus dem Inselverlag.
    Vielleicht auch deshalb, weil ich selbst Geschwister habe und weiß, dass es nicht immer einfach ist. Auch wir sind sehr verschieden und ich kenne die Situation verglichen zu werden. Aber wahrscheinlich auch deshalb, weil der Verlag mit seinen Autoren ein Händchen für emotionale, berührende (Alltags-)Themen hat. Ich jedenfalls habe beim Inselverlag bisher noch nicht daneben gegriffen.
    Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir eine größere Schrift wünschen. Aber das ist natürlich subjektiv. 


    Fazit:
    Ein emotionale Familiengeschichte über die Beziehung von drei Schwestern, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Worte, die hinter die äußere Fassade - mitten ins Herz - blicken. Turbulent, tiefgreifend, aber leider an einigen Stellen nicht zu Ende gebracht.
    Trotzdem meine absolute Leseempfehlung!

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks