Bücher mit dem Tag "kommune"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kommune" gekennzeichnet haben.

84 Bücher

  1. Cover des Buches Verheißung - Der Grenzenlose (ISBN: 9783423280488)
    Jussi Adler-Olsen

    Verheißung - Der Grenzenlose

     (469)
    Aktuelle Rezension von: Sophia_J

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hatte aufjedenfall seine Längen, diese haben mich jedoch überhaupt nicht gestört, da ich gerne mehr über die Hintergründe der Charaktere erfahre und dies für mich auch einen wesentlichen Beitrag zur Spannung leistet.
    Anfangs habe ich leider sehr schwer nur in die Geschichte hineingefunden, dies liegt aber wohl hauptsächlich daran, dass ich versehentlich mit Band 6 in die Reihe gestartet bin.
    Ich werde die Reihe aufjedenfall weiter verfolgen und werde dann aber wohl Band 1 weitermachen.
    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen.
    Alles in allem kann ich das Buch weiterempfehlen.
    Ich gebe dem Buch 4.5 von 5 Sternen.

  2. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (721)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Es sind zwei Monde, oben am tiefblauen Himmel. Zwei Monde, die daraufhin weisen, dass es nicht das Jahr 1984 ist, in dem wir uns befinden. Zumindest nicht das "normale" 1984. Das 1984, das wir kennen. Wir sind falsch abgebogen, in einen falschen Zug gestiegen, bei dessen Schienen eine Weiche umgestellt wurde, so dass wir jetzt woanders sind, in einer anderen Welt. In 1Q84. Doch wir sind nicht alleine. Wir sind nicht die einzigen, deren Welt, deren Leben, sich in einem einzigen Moment völlig verändert. Auch Tengo findet sich in 1Q84 wieder. Tengo, Mathematiklehrer und aufstrebender Autor, der sich dazu bereit erklärt hat, das Manuskript der 17-jähiren Fukaeri so zu überarbeiten, dass der Jury gar nichts anderes übrig bleibt, als ihr den begehrten Literaturpreis eines renommierten Magazins zu verleihen. Und auch Aomame muss sich mit dem Leben in 1Q84 arrangieren. Eigentlich ist sie Fitnesstrainerin, doch nebenbei empfiehlt sie sich als Auftragskillerin, die die Männer misshandelter Frauen für ihre begangenen Taten bestraft. Ihr nächster Auftrag wird dabei auch ihr Letzter sein, denn die Gefahr, in die sie sich dafür begibt, kann größer kaum sein. Weder Tengo, noch Aomame ahnen, welche gravierenden Folgen ihre Entscheidungen und Handlungen in 1Q84 nach sich ziehen und in welchem unglaublichen Kosmos sie sich befinden. Denn nicht nur die veränderte Realität stellt eine Herausforderung für die beiden dar, sondern eine Reihe weiterer Gefahren wartet auf sie. Bereit zuzuschlagen. Da sind die Vorreiter, eine anfangs politische Gruppe, die sich, völlig radikalisiert, zu einer fanatischen religiösen Sekte entwickelt hat.  Da ist ein alt eingesessener Professor, der insgeheim seine eigenen Ziele verfolgt. Und da sind die „Little People“, eine unbekannte Macht, kraftvoll und undurchsichtig, die scheinbar überall ihre Fäden zieht und mysteriöse Puppen aus Luft spinnt. Es ist schwer in Worte zu fassen, dieses 1Q84, dieses unglaubliche Universum, in das Murakami den Leser rückhaltlos zieht. Dabei handelt es sich bei 1Q84, anders als vielerorts vermutet, nicht etwa um eine Parallelwelt zu der unseren, sondern schlichtweg um eine Veränderung der Realität, einer Weiche, die umgestellt wurde. Die Frage, welche Entscheidungen und Handlungen  zu der Umstellung der Weiche führen, ist eine der spannendsten des gesamten Romans. Ist eine Art Strafe für moralische Vergehen, ganz im Sinne von Kafka’s Prozess? Ist es purer Zufall, dass sowohl Tengo, als auch Aomame in dieser Welt gelandet sind ? Oder ist es vielmehr ihre Liebe, die die beiden, obwohl sie sich Jahre lang nicht mehr gesehen haben, gemeinsam hineinwirft in diese gefährliche, undurchsichtige Welt? Die Sprache ist typisch Murakami – bildhaft, metaphorisch, geladen. In alt üblicher Manier schildert der Autor diese Welt so detailreich, so fantastisch, dass man gar nicht in der Lage ist, die Existenz von Dingen wie den „Little People“ in Frage zu stellen. Dass man niemals anzweifeln würde, dass durch das Spinnen einer Puppe aus Luft eine gewaltige Explosion entstehen kann. Dabei spannt Murakami den Bogen weit über aktuelle Themen wie Politik, Religion, die Rolle von Sekten, Literatur und Musik – alles taucht auf im Kosmos von 1Q84. Da wird sich auf von Wittgenstein berufen, auf Jung, Platon und Aristoteles. Es wird Proust gelesen und Schallplatten der 50er gehört. Und es wird Orwell zitiert. Immer wieder rückt dessen Dystopie "1984" in den Fokus, so dass die Parallelen unvermeidbar werden. Der "Big Brother" und die "Little People" - beide kontrollieren sie, beide bewachen sie. Doch im Gegensatz zu dem "Big Brother", der alles von oben in seinem alles überschauenden Blick hat, agieren die "Little People" in kleineren Dimensionen, bewachen von innen, direkt aus der Gesellschaft heraus. Es ist keine Frage: 1Q84 ist ein unglaubliches, ein mitreißendes Buch. Es ist eine Art Dystopie und gleichzeitig eine Geschichte über Mut, Freundschaft  und bedingungsloses Vertrauen. Und es ist eine Geschichte über Liebe. Über grenzenlose, Jahre überdauernde Liebe. Über zwei Menschen, die sich durch nur einen einzigen Moment ein Leben lang verbunden fühlen und einander nicht aufgeben. Zugegeben, Sie müssen sich darauf einlassen, auf die Reise in die Welt von 1Q84. Doch haben Sie dies getan, werden Sie dieser Welt nicht mehr so schnell entfliehen können. Die gut 1000 Seiten lesen sich dabei wie im Flug und der unglaubliche (unglaublich böse) Cliffhänger am Ende von Buch 2 wird sie direkt zu Buch 3 greifen lassen. Neben "Hard boiled wonderland und das Ende der Welt" für mich der beste Murakami!                            

  3. Cover des Buches Nichts (ISBN: 9783423625173)
    Janne Teller

    Nichts

     (1.041)
    Aktuelle Rezension von: sunny_sun

    Ein gutes auf wenigen Seiten verfasstes Buch, das einen zum Nachdenken anregt. Teilweise ist die Geschichte sehr makaber, zumal es sich um ein Jugendbuch handelt. 

    Die Geschichte beginnt zunächst mit einer harmlos wirkenden Aussage, die zu einem Gedankenspiel führt. Die Dramatik nimmt zu und mit der Zeit kommt es immer schlimmer.

    Für die geringe Anzahl an Seiten passiert unglaublich viel. Durch die Erzählperspektive hat man das Gefühl, mitten im Geschehen dabei zu sein. Aber obwohl das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, erfahren wir erst später, wer sich als Person dahinter verbirgt.

    Leider gibt das Buch keine Antwort auf die Frage, warum und zu welchem Zweck wir hier auf der Erde sind, sondern zeigt, welche Auswirkungen diese Problematik auf Heranwachsende haben kann.

    Eine literarisch sinnreiche Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens.

  4. Cover des Buches Der Herzgräber (ISBN: 9783596001767)
    Jen Williams

    Der Herzgräber

     (235)
    Aktuelle Rezension von: Twin_Kati

    Interessant und düster ist das erste was mir beim Blick auf das Cover einfällt, man sieht dass es sich um einen Thriller handelt. Der Klappentext klang wirklich vielversprechend, ich hatte also so gewisse Erwartungen an das Buch. 

    Es hat mich durchaus gut unterhalten, manchmal war es dann für mich aber doch etwas verwirrend. Längen sind nie entstanden, aber zu 100 % überzeugend fand ich es auch nicht. Das Ende passt gut dazu, allerdings hätte mir ein "Ausblick" in die weitere Zukunft interessiert. 

    Mit den Protagonisten, Heather, Michael und auch den anderen Nebencharakteren bin ich gut klar gekommen, wobei natürlich nicht alle sympatisch waren. 

    Am Schreibstil hab ich nichts auszusetzen, dieser war gut lesebar.

  5. Cover des Buches Blick in die Angst (ISBN: 9783596193790)
    Chevy Stevens

    Blick in die Angst

     (241)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Für mich persönlich war „Blick in die Angst“ von Chevy Stevens eine ziemliche Enttäuschung. Der Roman driftet in zu viele verschiedene Richtungen ab und will von allem ein bisschen sein: Thriller, Drama und Familienroman. Selbstfindung, Mutter-Tochter-Konflikte, allgemein Konflikte in der Familie, Traumabewältigung, zwischendurch Detektivarbeit, Gedanken über das Leben nach dem Tod, noch eine Liebesgeschichte dazu und so weiter.

    Dabei beginnt der Roman sehr vielversprechend und wirft ein interessantes Grundthema auf. Eine Kommune, in der nicht alles so schön und friedlich abläuft, bietet ganz viel Stoff für ein spannendes Buch. Aber Stevens verheddert sich in den zahllosen Möglichkeiten. Und wo sich die Ereignisse bisweilen wirr und auch etwas langatmig lesen, da wird auf den letzten 100 Seiten plötzlich aufs Gas gedrückt. Das hätte sich wesentlich besser lösen lassen, indem so manches Geheimnis früher aufgedeckt worden wäre.

    Auch Stevens’ Schreibstil kann mich in diesem Roman nicht so überzeugen wie in ihren anderen Werken. Die Ich-Erzählerin Nadine bleibt blass und konnte mich emotional nicht mitnehmen. Ihre Gefühle und Gedanken wiederholen sich zu oft. Spannend dagegen sind die Rückblenden, als Nadine in der Kommune lebte. Hier hat der Roman seine stärksten Passagen.

  6. Cover des Buches Doggerland – Fehltritt (ISBN: 9783471351826)
    Maria Adolfsson

    Doggerland – Fehltritt

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Zitrusfrucht

    Ein ungewöhnlicher Mord und ein Verdächtiger, der es nicht gewesen ist. Da die ermittelnde Kommissarin die Nacht mit ihm verbrachte.Es gibt keine blutigen Morde. Die Autorin beschreibt anschaulich, geht auf die Beziehungen ein und die Vergangenheit spielt eine wichtige Rolle bei dem aktuellen Fall.

    Noch ungenutztes Potential, welches in den nächsten Büchern sicher besser wird. Eine Stellen empfand ich als langatmig. Ein guter Plot. 

  7. Cover des Buches Das Licht (ISBN: 9783446261648)
    T. C. Boyle

    Das Licht

     (100)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

                  

    Die Macht der Droge mit ihrer "bewusstseinserweiternden" Eigenschaft ist schon bald Mittelpunkt der LSD-Partys die Prof. Leary für seine Anhänger zu geben pflegt. Zu Beginn des Romans von T.C. Boyle bezieht sich der Autor auf Dr. Hoffmann, einem Schweizer Chemiker, dem es gelang LSD zu synthetisieren und der diese Substanz zu medizinischen Zwecken zunächst auch an sich selbst testete! Doch dann tauchen wir ein in die Welt des Harvard-Professors Timothy Leary, der die bewusstseinserweiternden Erfahrungen mit LSD zu einer grundlegenden Revolution des Denkens führen will. Er ist ein anerkannter Psychologe und möchte in seinen "Sessions" dokumentieren, was nach Einnahme dieser Substanz mit seinen "Jüngern" passiert. Schon bald ändert sich seine Sicht der "wissenschaftlichen Welt" und er gründet mit seinen Studenten, die mehr oder auch weniger von ihm abhängig sind, in Mexiko eine Kommune, Trips, freie Sexualität, losgelöst von allen gesellschaftlichen Normen, genießen Sie das Leben in allen Facetten. Eine nicht enden wollende Party. Solange, bis es den Ordnungskräften zu viel wird und sie des Landes verwiesen werden.

  8. Cover des Buches Der Schmetterling (ISBN: 9783959672054)
    Gabriella Ullberg Westin

    Der Schmetterling

     (131)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Gerade erst wurde der Kommissar Johann Rokka aus Stockholm in seine Heimatstadt Hudiksvall versetzt, als schon sein erster Fall auf ihn wartet. Hanna, die Ehefrau eines erfolgreichen Fußballspielers, wurde an Heiligabend erschossen, der Täter mit einem Weihnachtsmannkostüm verkleidet. Ein schwerer Schlag auch für Johann, der Hanna und ihren Mann Mans noch aus Kindertagen kennt. Und auch viele Verdächtige sind gemeinsam mit ihm zur Schule gegangen…

    Gabrielle Ullberg Westin hat bereits eine Romantrilogie um ihren Ermittler Johann Rokka geschrieben, doch erst jetzt wurden diese auch aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt. Die schwedische Umgebung und die etwas kauzige Wirkung der kleinen Stadtgemeinschaft kommen dabei gut zur Geltung, ohne dass die Autorin es überzogen oder zu klischeehaft erzählt hat. Insbesondere der Ermittler hat nicht den typischen Knacks einiger Kollegen aus anderen Romanreihen, fällt aber mit seiner machohaften Art unangenehm auf – er taxiert die Frauen erst einmal auf äußerliche Merkmale und scheint in jeder eine potenzielle Affäre zu sehen. Seine Mitstreiter wirken leider auch nicht sonderlich sympathisch, jeder hat ein paar Eigenheiten, die es mir erschwert haben, eine wirkliche Bindung zu ihnen aufzubauen, was gleichfalls für Opfer und Verdächtige geht. In diesem Band hat die Autorin es leider auch noch nicht geschafft, die Charaktere so weit zu ergründen, dass ich dennoch wirklich mit ihnen mitfiebern konnte.

    Der Fall an sich startet temporeich und recht unmittelbar, sodass der Einstieg bereits sehr spannend ist und das Interesse weckt. Beides kann nicht über den gesamten Zeitraum gehalten werden, es schleichen sich immer mal wieder etwas zähe Momente ein, doch diese haben geholfen, die teils recht verworrenen Ereignisse aufzuarbeiten und verständlicher zu machen. Ich mag die Tiefe, mit denen den Spuren nachgegangen wird, die einige Überraschungen zutage fördert. Leider verpufft all dies am Ende, da sich die Auflösung als ziemlich schlicht offenbart, von der vorigen Raffinesse ist leider nur noch wenig zu spüren.

    „Der Schmetterling“ startet stark und bietet auch ansonsten viele lesenswerte Passagen, ist in seiner Gesamtheit aber leider etwas zäh geraten. Das liegt einerseits daran, dass ich keinen wirklichen Draht zu den Charakteren hatte, andererseits aber auch an dem etwas zu gradlinigen Schreibstil. Die Auflösung konnte leider nicht ganz mit den vorigen Ermittlungen mithalten und blieb im Vergleich etwas blass.   

  9. Cover des Buches Ada (ISBN: 9783550200465)
    Christian Berkel

    Ada

     (120)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    "Ada" erzählt vom Wirtschaftswunder, Mauerbau (gerade jetzt interessant zum Jubiläum)  sowie von der 68er-Bewegung und einer jungen Frau, die aus dem Schweigen der Elterngeneration heraustritt.

     

    Christian Berkel berichtet in seinem zweiten Buch eindrucksvoll und fesselnd spannend sowie aufschlussreich zu lesen von Ada, die mit ihrer jüdischen Mutter aus Deutschland nach Argentinien floh - ohne Vater aufwuchs. 1954 gehen  ihre Mutter und sie zurück nach Deutschland, wo es noch immer alles extrem engstirnig ist, für Ada keine Heimat, für sie Fremde - auch die Sprache ist ihr fremd. Sie lernt endlich ihren Vater Otto kennen, aber alles gestaltet sich schwieriger, als gedacht. Ada möchte frei und unabhängig leben, aber kann sie das in diesem autoritären Deutschland?

     

    Deutschland in den 50er und 60er Jahren wird wieder lebendig. Buenos Aires, Berlin, Paris und Woodstock - Ada und die Studentenbewegung ....

    Ein wahrhaft spannend lebendiges Buch - extrem lesenwert, wie ich finde. Sehr detailliert wird Adas Lebensweg beschrieben, aber auch lebendig der Hintergrund, das, wo Ada lebt, was ihr gefällt und was nicht, was sie anders machen möchte, als ihre Eltern ...

     

    Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen.

     

    Leseprobe:
     ========

     

    In der Bibliothek

     

    In meiner Familie nannte man die Wohnung meines Großvaters die Bibliothek. Glaubte ich im Vergleich zu anderen Familien in einem Haus voller Bücher zu leben, ersetzten sie bei ihm die tragenden Wände, obwohl hier, wie er  mir versicherte, nicht annährend so viele Bände kreuz und quer über Tische und Stühle verstreut waren, auf dem Boden oder in den Regalen standen und lagen wie in seiner Sammlung, die bei einem der schwersten Luftangriffe auf Berlin kurz vor Kriegsende, im Februar 1945, vor seinen Augen in Flammen aufginge. ...

     

    Rundherum gelungene Publikation, die einen perfekten Spannungsbogen bietet und lebendige Schilderungen beinhaltet, die detailliert berichten und kurzweilig zu lesen sind.

  10. Cover des Buches Das Geheimnis (ISBN: 9783328601968)
    Ellen Sandberg

    Das Geheimnis

     (74)
    Aktuelle Rezension von: twentytwo

    Ulla, die sich nach ihrer Scheidung in das leerstehende Austraghäusl ihrer verstorbenen Mutter zurückgezogen hat, beginnt den Spuren der Vergangenheit folgend, immer tiefer in die von düsteren Geheimnissen überschattete Familiengeschichte einzutauchen. Aber erst als ihr zufällig alte Kassetten ihrer Mutter in die Hände fallen, gelingt es ihr die einzelnen Puzzleteile zuzuordnen und das entsetzliche Lebenstrauma ihrer Mutter zu rekonstruieren. Doch damit ist es noch lange nicht getan, denn die Zeit ist nicht stehengeblieben und sollte sie mit ihrer düsteren Vorahnung richtig liegen, muss sie befürchten, dass ihr noch weitere schmerzhafte Überraschungen bevorstehen.

    Fazit
    Eine von vielen Wiederholungen durchzogene, klischeebehaftete Familienstory, die zu konstruiert wirkt um zu überzeugen.

  11. Cover des Buches The Girls (ISBN: 9781784740450)
    Emma Cline

    The Girls

     (51)
    Aktuelle Rezension von: anena

    Dieses Buch erzählt die Geschichte von zwei Mädchen in Kalifornien, Suzanne und Evie, der Erzählerin. Sie treffen sich zufällig Anfang der 70er Jahre und Evie verfällt der Anziehungskraft von Suzanne, die auf einer Ranch in einer Hippie-Kommune lebt. Die Atmosphäre der Geschichte, die vor dem Hintergrund der Manson-Bluttaten spielt, ist dicht und fesselnd, die Sprache der Autorin zauberhaft. Erschreckend, wie junge Menschen in den Sog von Brutalität hineingezogen werden können - und dies ist nur ein Aspekt des großartigen Romans.

  12. Cover des Buches Sand (ISBN: 9783499258640)
    Wolfgang Herrndorf

    Sand

     (153)
    Aktuelle Rezension von: AlexanderPreusse

    Buchvorstellung von meinem Blog www.schreibgewitter.de

    Alle Menschen müssen sterben. In der Regel liegt der Zeitpunkt des Todes in einer unbestimmten Zukunft. Es gibt Ausnahmen: Freitod; Hinrichtung; Strafbataillon der Roten Armee oder Wehrmacht; Vernichtungslager; eine tödliche, nicht therapierbare Krankheit, wie ein Glioblastom, an dem der Autor Wolfgang Herrndorf litt; Folter. In diesen Fällen nimmt der gewöhnlich nebulöse Tod eine sehr konkrete Gestalt an.

    Es handelt sich um unerbittliche, erbarmungslose Situationen. Sie verheeren denjenigen, der ihnen ausgesetzt ist. Es gibt Literatur, verfasst von jenen, die eine Ausnahme dieser Ausnahmen waren und überlebten, was niemand überleben kann; und es gibt „Arbeit und Struktur„, einen Blog, der als Buch herausgegeben wurde, in dem Herrndorf die Zeit von der Diagnose bis kurz vor seinem Freitod niederlegt.

    Ein Roman wie ein Speerstoß

    Der Roman „Sand“, den der Schriftsteller seinen „Wüstenroman“ nennt, ist zumindest in Teilen während dieser Phase verwirklicht worden. Er stellt in gewisser Hinsicht ein Echo dessen dar, was in „Arbeit und Struktur“ dem Leser entgegentritt. Herrndorf ist sprachmächtig gewesen und hat dort die richtigen Worte und Sätze gefunden, um dem, was ihn bewegte, auf eine Weise Ausdruck zu verleihen, die oft genug wie ein durchdringender Speerstoß wirkt. Und genau so ist auch „Sand“.

    Von jeder Romantik, was „die Wüste“ anbelangt, allem Märchenhaften ist das Werk weit entfernt. Diestelig wäre ein schönes Attribut, denn es geht zur Sache, bisweilen blutig und brutal, vor allem aber fern aller Heimeligkeit. Dabei hat Herrndorf wunderbar originelle Einfälle und auf eine messerscharfe Weise offen. Der Mensch und das angeblich unteilbare Menschenrecht werden zu einer Zahl degradiert.

    Wichtiger als ein Menschenleben? […] Nichts ist wichtiger als ein Menschenleben. […] Auch wenn es das Leben eines Lügners ist, das Leben eines Schmugglers, eines Idioten und Berufsverbrechers. Jedes Leben ist unbezahlbar, einzigartig und schützenswert – sagt der Jurist. Das Problem ist, wir sind keine Juristen. Wir stehen nicht auf dem Standpunkt, dass man das Leben nicht gegen andere Güter oder andere Leben abwägen kann. Wir sind eher so die Statistikabteilung und Statistikabteilung bedeutet, es besteht eine einprozentige Wahrscheinlichkeit, dass es so ist, wie du sagst. […] Es besteht aber auch eine neunundneunzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass das nicht der Fall ist. […] Neunundneunzig Prozent, dass wir hier den Weltfrieden sichern. […] Und nur ein Prozent, dass unser peinliches Verhör einen Rückfall ins Mittelalter darstellt.

    Wolfgang Herrndorf: Sand

    Nur ein Zitat in der Buchvorstellung diesmal, dafür eines mit Wucht. Ein anachronistisches Echo auf 9/11 und was sich die USA herausgenommen haben, als sich die Menschenrechte doch als teilbar erwiesen. Willkommen in der Wirklichkeit. Denn die wiedergegebenen Worte stammen aus der Romanzeit im Jahr 1972 und könnten eben auch begründen, warum die USA den Weg in die Dunkelheit eingeschlagen haben. 

    Ein Alptraum, dem der Leser nicht entkommt. Wann immer es scheint, als würde sich endlich etwas zum Guten wenden, dreht und wendet und windet sich alles wieder und die wilde, nicht enden wollende Jagd geht weiter. Erschöpft wie die Hauptfigur, die übrigens keineswegs am Anfang eingeführt wird – ätsch, ihr Schreibratgeber! – taumelt man Seite für Seite voran, die Glieder schwer, der Kopf erschöpft und das Gemüt von schwindender Hoffnung auf ein Happy-End getrübt.

    Schon der Weg ins Buch ist verworren. Wer gewöhnlich durch sauber geflieste, geputzte und barrierefreie literarische Flure schreitet, behütet von Triggerwarnungen und austarierter Diversität, und alles darüber hinaus als unerträgliche Zumutung betrachtet, sollte diesen Roman besser meiden. „Sand“ schmerzt. Wer einmal einen Sandsturm erlebt hat, weiß, wie schräg ins Gesicht gefegter Sand sticht. Man muss dazu keine Wüste aufsuchen, ein stürmischer Nachmittag an der dänischen Nordsee reicht. Und so ist dieser Roman.

    Verschlugener Erzählweg, groteske Situationen

    Langsam und auf verschlungenen Wegen entblättern sich die Hinter- und Abgründe der Figuren in diesem Drama. Herrndorf inszeniert das als wildes, brutales Puzzle scheinbar sinnloser Schnipsel, Fetzen einer gemarterten Erinnerung. Dabei kommt es zu grotesken Begegnungen, etwa mit potenziellen Informanten, mehr oder weniger organisierten Verbrechern, der Staatsmacht und Geheimdiensten.

    Wer schon eine Weile lebt und seine Zeit mit Büchern und Filmen gefüllt hat, wird unweigerlich einmal, wahrscheinlich recht oft mit der Situation konfrontiert worden sein, die für die meisten Menschen großen Horror beinhaltet. Jemand will etwas von einer anderen Person und setzt diese unter Druck indem er die Angehörigen bedroht, sei es direkt oder indirekt, durch das Ankündigen von Gewalttaten.

    Eine brillante Idee findet sich im fortgeschrittenen Teil des Buches, wenn Herrndorf diese geradezu klassische Szenerie durch die Beigabe einer Zutat namens Amnesie zu etwas Neuem, beunruhigend Spannendem und Verstörendem aufwertet. Was, wenn derjenige, der durch Drohungen gegenüber seinen Verwandten gebeugt werden soll, sich nicht mehr an sie erinnert? Was, wenn die Befrager das nicht wissen können und das Verhalten falsch einschätzen?

    Herrndorf hat in seinem „Wüstenroman“ das Szenario integriert und gekonnt bis zum Äußersten exekutiert. Es verbietet sich, es hier aufzulösen, ja wie an meinen windigen Formulierungen zu sehen, auch jede Kleinigkeit, die darauf hindeutet, wem es widerfahren wird und was sich daraus entwickelt. Und doch zeigt diese Neuerung, was der leider früh verstorbene Autor für ein literarisches Potenzial mitgebracht hat.

    „Sand“ ist ein spektakuläres Buch, voller Verwicklungen, Knoten, die sich nicht lösen lassen, Fäden, die im Nichts zu beginnen scheinen und sich mit anderen verschlingen und wieder in der Luft flattern. Und im Hintergrund schimmert die Zeitgeschichte, wenn etwa abends die Nachrichten im TV gesehen werden und man hört: Olympia. München. Jüdische Sportler. Palästinensisches Volk. 50 Jahre sind vergangen und was hat sich eigentlich geändert?

  13. Cover des Buches Herzenszauber in Thunder Point (ISBN: 9783956496158)
    Robyn Carr

    Herzenszauber in Thunder Point

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Devon ist mit ihrer kleinen Tochter Mercy auf der Flucht. Ausgerechnet der wortkarge Vietnamveteran Rawley nimmt die beiden bei sich auf und tut alles, um ihnen zu helfen. In Thunder Point kommt Devon zur Ruhe und wagt allmählich an einen Neuanfang zu glauben. Auch Spencer beginnt nach dem Tod seiner Frau in Thunder Point neu. Nie hätte er damit gerechnet, dass ihm wieder eine Frau den Atem verschlagen könnte, doch dann trifft er Devon. Gerade als es nach einem Happy End aussieht holt die Vergangenheit sie ein.

    Ein Thunder Point-Buch ist wie eine warme Kuscheldecke, ein Nachhausekommen. Das gemütliche Küstenstädtchen ist dem Leser eine Heimat und die Charaktere wie gute Freunde. Ich liebe es, dass in jedem Buch so viel mehr erzählt wird als die Hauptgeschichte. Man begegnet den Protagonisten der vorausgegangen Bände wieder und ihre Geschichte wird auch weiterentwickelt. Sehr schön sind auch die neu eingeführten Charaktere, die in späteren Büchern eine Rolle spielen werden. So baut sich allmählich eine ganze Stadt vor einem auf und jeder Band beschert neue Einblicke.

    Die Geschichte um die Sekte konnte mich in diesem Band allerdings nicht richtig überzeugen. Religiöse Irre mit Gottkomplex und Marihuanageld sind nicht mein Fall und passen in dieses Setting nicht hinein. Deswegen ziehe ich diesmal einen Stern ab.

    Fazit: Ich bin verrückt nach dieser Serie und kann sie jedem Freund von Liebesromanen nur wärmstens empfehlen!

  14. Cover des Buches Das indiskrete Leben der Alice Horn (ISBN: 9783458176138)
    Anne Lise Marstrand-Jørgensen

    Das indiskrete Leben der Alice Horn

     (21)
    Aktuelle Rezension von: schafswolke
    Das Buch spielt in den 70er Jahren in einer Kleinstadt in Dänemark. Alice und Eric Horn haben drei Kinder und scheinen eine perfekte Ehe zu führen. Aber irgendwann erscheint alles so eintönig und auch sie wollen sich der sexuellen Revolution anschließen. Obwohl auch Alice davon fasziniert ist, verliert sie sich selbst immer mehr aus den Augen und trifft dann eine Entscheidung, die keiner erwartet hat.

    Das Buch dreht sich nicht nur um Alice, denn im Laufe der Geschichte wird die mittlere Tochter Flora zur Hauptperson, von daher finde ich den deutschen Titel schon etwas irreführend.  

    Ich habe mich mit dem Buch sehr geschleppt. Am Schreibstil lag es nicht, eher an der Geschichte selbst. Das Buch plätschert so dahin und immer wenn es mal ein wenig in Schwung kommt, wird dieser Schwung nicht über einen längeren Zeitraum mitgenommen:
    ich musste mich immer dazu aufraffen in dem Buch weiterzulesen. Abbrechen wollte ich das Buch auch nicht, dafür war ich zu neugierig und wollte dann doch wissen, worauf das Ganze noch hinausläuft.

    Bei diesem Buch bin ich sehr zwiegespalten. Es ist nicht schlecht, aber durch die vielen langatmigen Stellen konnte ich mich nicht für die Geschichte der Familie Horn erwärmen. Ich mag gerne dicke Wälzer lesen, aber in diesem Fall, wäre für mich weniger mehr gewesen.
    Als Einblick in eine eher nach außen spießig wirkende Gesellschaft, die sich im Umbruch befindet, ist das Buch gut geeignet.


  15. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (428)
    Aktuelle Rezension von: SofiaCuorDiLeone

    Ich habe dieses Buch vor allem deshalb gelesen, weil es zu den Klassikern und meist diskutierten Werken überhapt gehört - und war leider schnell abgestoßen davon. Dies ist vor allem meinem persönlichen Geschmack "geschuldet", denn ich lese einfach ungern Bücher mit so extrem expliziten Inhalten - mir geben solche Beschreibungen leider nichts außer ein ungutes Gefühl und den Drang, die Passage schnell zu überspringen oder das Buch gar weg zu legen; hier habe ich es zwar bis zum Ende geschafft, jedoch mit einem unguten Gefühl in der Magengegend. Es mag durchaus genug Leser*innen geben, die damit kein Problem haben oder so etwas sogar gerne lesen - für diese könnte Elementarteilchen bestimmt eine fesselnde Lektüre sein, nur gehöre ich eben leider nicht dazu. Inhaltlich hat mir der Text nichts gegeben, leider ein absoluter Reinfall für mich.

  16. Cover des Buches Die Kinder von Eden (ISBN: 9783404174973)
    Ken Follett

    Die Kinder von Eden

     (434)
    Aktuelle Rezension von: Emili

    Die Idee zu der Geschichte ist ausgefallen, die Charaktere verrückt und ungewöhnlich für einen Thriller, der Erzählstil typisch Ken Follett - gekonnt und sehr packend.  

    In der Geschichte geht es um eine Gruppe von Aussteiger unter der Führung eines charismatischen Mannes, der sehr lange dem Leser sympathisch ist, was in Widerspruch zu seinen Taten steht. Man entwickelt dem Charakter gegenüber ambivalente Gefühle - was ich wiederum sehr spannend fand. Die Gruppe verteidigt ihren Wohnsitz, und zwar mit allen Mitteln. Auf der anderen Seite steht die Ermittlung von der FBI-Agentin Judy.

    Die Erzählung wird in zwei Strängen unterteilt, einmal die Sicht des Hippie Priest und einmal die FBI-Agentin. Gegen das Ende wird die Verteilung aufgehoben, sodass die Geschichte noch spannender zu verfolgen ist.

    Der Roman ist sehr gut recherchiert und liefert einiges an Informationen im Bereich der Seismologie. Die Charaktere sind lebendig und voller Überraschungen, intelligent und alles andere als eindimensional.   

    Man fiebert als Leser die ganze Zeit mit, und ist von Anfang an in der Geschichte gefangen. 

    Sehr zu empfehlen.

  17. Cover des Buches Leben ist ein unregelmäßiges Verb (ISBN: 9783446267565)
    Rolf Lappert

    Leben ist ein unregelmäßiges Verb

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Klaus_Jürgen_Dilewsky

    Auszug Waschzettel / Klappentext: 


    Mit der Gattung Lyrik konnte ich zwar nach wie vor nicht viel anfangen, aber ich war zumindest bereit, mich darauf einzulassen, was immer das heißen mochte. 


    Ich war noch keine zehn Jahre alt und nicht gut im Entschlüsseln von Metaphern und dem Deuten von Symbolen, aber ich liebte es, WVs Stimme zu lauschen, in Gedanken aus dem Gehörten Bilder zu formen und mich dabei ein bisschen erwachsener und intellektueller zu fühlen. 



    Der Verlag:


    Das Profil geht auf das verlegerische Credo von Carl Hanser zurück. Als er seinen Verlag 1928 gründete, waren es von Anfang an zwei unternehmerische Zielsetzungen: ein literarischer Verlag mit hohem Anspruch und ein technischer Fachverlag mit industriellem Praxisbezug.

    Dieses Konzept hat sich seit der Verlagsgründung bestens bewährt. Beide Verlagszweige konnten aus eigener Kraft und mit eigenen verlegerischen Ideen stetig ausgeweitet werden. Nur so konnte der nach wie vor im Familienbesitz befindliche Verlag auch in Zeiten ungestümer Konzentrationswellen in der Verlagsbranche seine Unabhängigkeit bewahren.

    Die Klammer für die verschiedenartigen Verlagsteile schafft nicht allein der gemeinsame Name; längst hat sich eine Hanser - Unternehmenskultur ausgeprägt, die für alle Verlagsbereiche gültig ist, vorgelebt von Carl Hanser und weitergegeben an die inzwischen dritte Führungsgeneration des Verlags: professionelle und zugleich freundschaftliche Betreuung der Autoren.

    Mit Jo Lendle hat am 13.12.2012 Hanser nun einen hochangesehenen Verleger der jüngeren Generation für diese Aufgabe gewonnen. Der Verlag spricht von einem „Verleger mit einem weit gespannten Netzwerk, den ein sicheres Gespür für literarische Autoren und außergewöhnliche Stoffe auszeichnet“. Die Entwicklung, die der DuMont-Literaturverlag, für den Lendle seit 1997 als Lektor und seit 2006 als Programmleiter arbeitete belegt, dass Autoren wie Haruki Murakami oder Hilary Mantle für gute Verkaufszahlen sorgten; mit deutschen Schriftstellern ist DuMont dagegen – abgesehen natürlich von Charlotte Roche – noch nicht außergewöhnlich erfolgreich gewesen. Erst Anfang des Jahres 2013 übernahm Lendle die verlegerische Geschäftsführung des gesamten Buchverlags mit seinen Sparten Literatur, Sachbuch und Kunst sein angesprochenes Bestreben bei Hanser fortgeführt. 

    Der Autor Rolf Lappert:


    Rolf Lappert wurde am 21. Dezember 1958 in Zürich geboren und wuchs in Zofingen und Olten auf. Er verließ die Schule mit 16, um in Basel für ein Jahr die Kunstgewerbeschule zu besuchen, und machte danach eine Ausbildung zum Grafiker in einer Werbeagentur in Aarau. 



    Zwischen 2000 und 2011 lebte Rolf Lappert als freier Schriftsteller in der irischen Stadt Listowel, Grafschaft Kerry. Davor verbrachte er einige Jahre in Frankreich und Deutschland. Seit September 2011 ist er wieder in seiner alten Heimat, der Schweiz, anzutreffen, wenn er nicht gerade irgendwo unterwegs ist.

    Mit 20 Jahren begann Rolf Lappert Romane und Gedichte zu verfassen. Anfang der 1980er Jahre legte er mit Folgende Tage (1982) seinen ersten Roman vor. Ebenfalls in diesem Jahr erschien sein Gedichtband Die Erotik der Hotelzimmer. 1984 folgte der zweite Roman mit dem Titel Passer, 1986 der zweite Gedichtband Im Blickfeld des Schwimmers. Alle vier Bücher erschienen im Basler Verlag Nachtmaschine des Verlegers Matthyas Jenny.

    Er unterbrach das Schreiben, um gemeinsam mit einem Freund einen Jazz-Club in einem ehemaligen Kino in Aarburg zu gründen. Der Club war 4 Jahre später bankrott, dafür hatte Lappert wieder Zeit zum Schreiben. 1994 Jahre legte er mit Der Himmel der perfekten Poeten erneut einen Roman vor. Dieser sollte der erste Teil einer Amerikanischen Trilogie sein, dem im Jahr 1995 der zweite Band mit dem Titel Die Gesänge der Verlierer folgte. Hier der Klappentext zu Die Gesänge der Verlierer: "Tyler ist Manager einer mittelmäßigen Rockband im Londoner East End. Sein Job ist nicht sonderlich lukrativ, er hält sich mit diversen Jobs über Wasser. Als sich endlich Erfolg abzeichnet und die Plattenfirma Geld in einen Videoclip stecken will, verschwindet der exzentrische Sänger der Band. Dass Tyler ihn schließlich in Los Angeles findet, löst keine Probleme - im Gegenteil: Banks verweigert jede weitere Zusammenarbeit und Tyler sieht sich zum ersten Mal in seinem Leben gezwungen, ernsthaft über sein Leben und das, was andere Zukunft nennen, nachzudenken. Auf der Flucht vor sich selbst und vor einer Entscheidung, fährt er ziellos mit dem Mietwagen durch die Südstaaten der USA - bis sich am vermeintlichen Tiefpunkt seines Lebens überraschend ein Neuanfang ergibt. Mitreißend und mit trockenem Humor erzählt Rolf Lappert von gescheiterten Aufbrüchen und der beharrlichen Überlebenskraft einiger Helden, die keine sind." Beide im Verlag Nagel & Kimche erschienen Romane wurden von der Literaturkritik sehr gut aufgenommen:

    "In poetischer Sachlichkeit vermitteln "Die Gesänge der Verlierer" ein Bild der USA, wie sonst nur die nordamerikanische Literatur selbst es hervorzubringen vermag."
    Daniel Rothenbühler, Tages-Anzeiger, 29.03.1995

    "Lappert lässt sich Zeit für die Geschichte. "Die Gesänge der Verlierer" beweist, dass er den Atem dazu hat. Fast unmerklich entwickelt sich das Bild eines Suchenden, der sich immer wieder in sich selber verstrickt."Die Weltwoche, 15.06.1995

    "Hier brilliert Lappert mit atmosphärisch dichten Amerika-Bildern und phantastischen Einfällen, die seine Story dynamisieren. Ihm ist auch mit seinem zweiten Amerika-Roman ein fesselndes Buch gelungen, dessen Sogwirkung so stark ist, dass man beim Lesen keine Unterbrechung duldet. Lange genug hat man unter den Autoren der jüngeren Generation einen realistischen Erzähler vermisst, der nicht nur über Phantasie, sondern auch über einen luziden und unprätentiösen Stil verfügt."Michael Braun, Basler Zeitung, 17.03.1995

     1996 unterbrach Lappert das literarische Schreiben erneut, um zusammen mit seinem Co-Autor Klaus Rohne während 7 Jahren 65 Folgen einer Sitcom für das Schweizer Fernsehen zu schreiben. Die Serie, in der es um einen eitlen Möchtegernromancier und einen verhinderten Weltenbummler geht, die sich eine enge Wohnung teilen, war ein Publikumsrenner und erzielte regelmäßig Traumeinschaltquoten. 



    Während dieser Zeit als Drehbuchautor schrieb Lappert nur sporadisch am dritten Band der Amerikanischen Trilogie weiter, doch statt ihn zu beenden, begann er 2005 mit der Arbeit an einem Roman, der 2008 unter dem Titel Nach Hause schwimmen im Münchner Hanser Verlag erschien. Dieser ist ebenfalls in einem Sichtweisen-Zeitwechsel geschrieben, spannend und atemraubend.  Im Klappentext des Buches heißt es: "Wilbur, gerade mal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine irische Mutter stirbt bei der Geburt, sein schwedischer Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erfährt er, was Heimat ist. 

    Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Auch wenn er gern so stark wäre wie Bruce Willis: Er ist und bleibt ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen, zu leben – ob er will oder nicht. 

    Rolf Lappert hat einen großen Roman über das Erwachsenwerden eines kleinen, an der Welt verzweifelnden Jungen geschrieben, der durch seine bezwingende Komik mitreißt." Das Buch wurde zum großen Erfolg, schaffte es auf die shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde im November 2008 mit dem erstmals verliehenen Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Die Kritiken waren fast einhellig voll des Lobes:

    "In diesem fast märchenhaften Bildungsroman, waren die Schlachten der Erfahrung nicht umsonst."Walter van Rossum, ZEIT, 10.07.2008

    "Rolf Lappert hat einen grandiosen irisch-amerikanischen Roman geschrieben, der so leicht kein Pendant in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur findet. ... Ein Füllhorn von kleinen und großen Geschichten."Rainer Moritz, Welt Online, 28.06.08

    "Es ist nicht ein Buch, es sind viele kleine Bücher in einem großen."Nach Hause schwimmen" erzählt tausend Geschichten rund um diesen unglücklichen Menschen Wilbur. Jede einzelne ist schwer und leicht zugleich - zum Lachen und zum Heulen. (...) Ein Buch, das mich beim Lesen beinahe süchtig gemacht hat, denn ich war so hingerissen, dass ich es am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte.Christine Westermann, Frau TV im WDR, 04.06.2008

    "Nach Hause schwimmen" ist ein verrücktes, faszinierendes Märchen, dem sein Autor, bei aller Tragik, ein versöhnliches Ende gegeben hat, ein Happy End. Zugleich ist es Rolf Lappert gelungen so zu schreiben, dass wir, auch wenn wir hinten schon mal nachgesehen haben, immer noch weiter lesen, weil es so schön geschrieben ist. Das ist selten."
    Bayerisches Fernsehen, Lesezeichen, 27.04.2008

    "Der Schweizer Autor, der auch Drehbücher schreibt, besitzt sämtliche Tugenden eines wirklich guten Handwerkers. Sein Roman ist ein Meisterstück. ... Lappert hat jede Menge skurrile Einfälle, die er durch eine starke Handlung im Zaum hält. Er findet wunderbare Worte, Wendungen, Sätze. Und er stimmt seinen Roman auf einen lakonischen Grundton, den er geschickt nach oben und unten modelliert."Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung, 15.03.08

     "Rolf Lapperts Held ist ein ausgemachter Neurotiker, aber so charmant, dass man schon nach wenigen Seiten wissen möchte, wie es in seinem Leben weitergeht. Doch nicht nur er trifft den Leser ins Herz, sondern auch Lapperts Sprache: Der Schweizer malt die schönsten Metaphern und erinnert in Wortwitz und Fabulierlust an Meister wie John Irving. 



    Fazit: Dieser abenteuerliche Entwicklungsroman hat das Zeug zum absoluten Lieblingsbuch."
    Elke Serwe, Für Sie, 15.03.08

    "Was für ein mutiges Buch - und was für ein großer Wurf. Ein Roman, mit unerhörter erzählerischer Großzügigkeit geschrieben: wuchtig, kraftvoll erzählt und kühn erdacht."
    Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 19.02.08

    "Ein Meisterwerk. ... Die Überraschung dieses Bücher-Frühlings ist ein Schweizer: Rolf Lappert. Ein hochbegabter Erzähler, der unerwartet einen großen Entwicklungsroman gelandet hat ... Das ist hohe Erzählkunst, die tief reicht und weit geht, viele Existenzen umfassend und Charaktere knapp und scharf zeichnend." Christine Richard, Basler Zeitung, 07.02.08

    Im August 2010 ist sein neuer Roman mit dem Titel "Auf den Inseln des letzten Lichts" bei Hanser erschienen. Im Klappentext zu dem Buch heißt es: "Die Geschwister Megan und Tobey sind trotz aller Unterschiede auf einzigartige Weise aneinander gebunden. Eines Tages ist Megan verschwunden, und Tobeys Suche nach ihr wird zu einem lebensgefährlichen Abenteuer: Auf einer winzigen philippinischen Insel stößt er auf eine seltsame, im Verfall begriffene Welt. Wissenschaftler und Versuchstiere einer einstigen Forschungsstation für Primaten vegetieren hier vor sich hin, und Tobey kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur, von dem nur Megan die ganze Wahrheit kennt … Nach seinem preisgekrönten Roman "Nach Hause schwimmen" liefert Rolf Lappert, der Autor aus der Schweiz, erneut ein Meisterwerk der Erzählkunst, das die Absonderlichkeiten des Lebens beschreibt und eine faszinierende fremde Welt eröffnet."

    Pressestimmen: "Mit den Schrecken der traurig schönen und heimtückisch grausamen Inselwelt verbindet Lappert das Schicksal zweier Menschen, die das Glück suchen und das Grauen finden. Mit großer Subtilität entfaltet er die Lebensgeschichte der beiden Geschwister, die aus der irischen Provinz ausbrachen, um anderswo nach Erfüllung zu suchen." Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 17.08.10

    "Ein Buch voller Rätsel. Lappert kommt es in diesem Roman auf Stimmungen und Zustände, auf Landschaften und Erinnerungen an. Man ist gefangen von der Atmosphäre, gepackt von den vielen Binnenerzählungen, berührt von Lapperts Vertrauen auf die Macht der Worte." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 17.08.10

    "Ein Roman, der den Leser von der ersten Seite an packt und alles daransetzt, seine moralischen Botschaften unaufdringlich zu vermitteln." Rainer Moritz, Die Welt, 18.09.10

    Im Februar 2012 ist Rolf Lapperts erstes Buch für jugendliche Leserinnen und Leser erschienen: "Pampa Blues" erzählt die Geschichte des 16-jährigen Ben Schilling, der in einem winzigen Kaff in der nordostdeutschen Provinz sitzt und sich um seinen demenzkranken Großvater Karl kümmern muss.

    Die folgenden zwei Nächte las ich. Kein Schlaf, nichts anderes. Und ich las zwei Mal. Und auch beim zweiten Mal war die größte Enttäuschung, dass das Buch auf Seite 252 einfach endete.

     



    Lutz van Dijk, Laudatio zum Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg, November 2012

    Der 16-jährige Ben träumt von einem Leben in Afrika, doch er sitzt fest in dem kleinen Kaff Wingroden, in dem nichts passiert. Bis eines Tages Lena auftaucht und sein Leben durcheinander wirbelt. Wie sie das tut und welche Rolle ein UFO und sein Großvater Karl dabei spielen, das erzählt Rolf Lappert wunderbar komisch und ernsthaft zugleich und wird hinreißend gut von Robert Stadlober interpretiert.

    Das Hörbuch, gelesen von Robert Stadlober, ist in der Reihe Silberfisch bei Hörbuch Hamburg erschienen und hat im April 2012 Platz 2 der hr2-Hörbuchbestenliste belegt

    Der Schweizer Rolf Lappert wurde mit seinem ersten Roman „Nach Hause schwimmen“ sogleich mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet und dadurch vielen Lesern bekannt. Pampa Blues“ ist sein erster Jugendroman, doch Lappert erzählt so mitreißend, dass dieser liebevolle Blick auf die kleine skurrile Welt Bens von allen Altersgruppen genossen werden kann. Sein Kümmern um den Großvater, die Lehrzeit, seine ständig abwesende Mutter, die erste Liebe, das alles packt Lappert zu einer großartigen, melancholischen Geschichte zusammen, mit einem guten Gefühl für die unruhige Zeit des Erwachsenwerdens.
    Manuela Haselberger, Freie Presse

    «Pampa Blues» ist ein exzellent geschriebenes Buch, das auch für Erwachsene interessant ist. Tatsächlich muss man sich fragen, wie viele Jugendliche die Geduld aufbringen für eine Handlung, in der doch lange nicht allzu viel passiert, weil die Festgefahrenheit von Bens Leben im Zentrum steht. Und um das stille Heldentum der Figuren, die feine Komik sowie die kleinen zwischenmenschlichen Feinheiten zu schätzen, braucht es wohl eine gewisse Reife. In der zweiten Hälfte des Buches gewinnt die Story an Fahrt, angetrieben von dem herrlich abstrusen UFO-Schwindel und einer schönen, herbsüßen Love-Story zwischen Ben und Lena. Beeindruckend auch, wie der junge Ich-Erzähler Ben, dessen Lakonie etwas an Salingers «Der Fänger im Roggen» erinnert, eine schlichte Humanität an den Tag legt, etwa im Umgang mit seinem Großvater. Dessen Demenz wird ungeschönt, aber auch mit Humor gezeigt. Am Ende besteht der Held auch eine moralische Herausforderung.
    Arno Renggli, Neue Luzerner Zeitung

    Lapperts Roman zeichnet sich durch eine melancholische Grundstimmung aus, die jedoch nie ins Rührselige abdriftet. Er bereichert die Geschichte mit absurden Anekdoten und sorgt dafür, dass man stets mit den rückständigen Dorfbewohnern mitfiebert. Lange bevor Ben es sich eingestehen mag, hat der Leser bereits alle Figuren ins Herz geschlossen.
    Spiegel online

    «Pampa Blues» ist ein mitreißender Roman mit Unterströmungen, einem reichen Geflecht an Motiven, die dem Text trotz wundersamem Happy End (das man Ben noch so gerne gönnt) Abgründigkeit und Offenheit lassen.Christine Lötscher, Tages Anzeiger

    2015 erscheint Lapperts Roman "Über den Winter". Text aus dem Herbst-Katalog des Carl Hanser Verlags:
     Lennard Salm ist fünfzig, als Künstler weltweit zumindest halbwegs erfolgreich und fremd in seinem eigenen Leben. Einen funkelnden Winter lang entdeckt er, dass niemand jemals alleine ist. 



    Salm lernt seine Eltern und Geschwister neu kennen. Ein bewegender Roman über das, was heute Familie bedeutet. Als seine älteste Schwester stirbt, kehrt Salm zurück nach Hamburg und in die Familie, der er immer entkommen wollte. So schnell wie möglich will er wieder zurück in sein eigenes Leben. Aber was ist das, das eigene Leben? Salms jüngere Schwester Bille verliert ihren Job, sein Vater nähert sich immer schneller der Hilflosigkeit. Salm wird gebraucht, und auch er selbst braucht Rat.  Rolf Lappert erzählt in seinem ganz eigenen, herrlich menschenfreundlichen Ton vom Wunder der kleinen Dinge.  „Über den Winter“ zieht unaufhaltsam hinein in das Denken und Fühlen eines Mannes in der Mitte des Lebens, auf seinen Wegen durch die Stadt seiner Kindheit.

    Jedes Detail leuchtet in diesem zarten, großen Familienroman. der Jugendroman Pampa Blues, 2015 der Roman Über den Winter! 

    Die Covergestaltung: 

    Dies zeigt die vier Kommunen-Kinder im / am Wasser unter Verwendung von:

    Umschlag : Peter-Andreas Hassiepen, München

    Motiv: plainpicture/Carmen Spitznagel



    Nun aber erst einmal zum Inhalt der Geschichten; die Buchbeschreibung: 

    Nun also 2020 sein neuer, epochaler Roman Leben ist ein unregelmäßiges Verb. Rolf Lapperts großer Roman über Freundschaft, Verlust und den Trost der Erinnerung:

     Eine Aussteiger-Kommune auf dem Land, 1980: Die Behörden entdecken vier Kinder, die versteckt vor der Welt aufgewachsen sind. Ihre Schicksale werden auf Schlagzeilen reduziert, doch Frida, Ringo, Leander und Linus sind vor allem Menschen mit eigenen Geschichten. Aus der Isolation in die Wirklichkeit geworfen, blicken sie staunend um sich. Und leben die unterschiedlichsten Leben an zahllosen Orten: In Pflegefamilien und Internaten, auf Inseln und Bergen, als Hassende und Liebende. Wie finden sich Verlorene in der Welt zurecht? In seinem ganz eigenen zärtlich-lakonischen Ton erzählt Rolf Lappert in diesem großen Roman wie man sich von seiner Kindheit entfernt, ohne sie jemals hinter sich zu lassen. 

    Personenüberblick

    Die vier Kinder der Aussteiger-Kommune


    FRIDA


    »Ein neues Leben, dachte Frida, war nicht, was sie brauchte. Hätte sie einen Wunsch frei gehabt, sie wäre mit Hilfe einer Zeitmaschine zurück ins Jahr 1980 gereist. Aber es gab keine Zeitmaschine,und die Jahre ließen sich nicht zurückdrehen wie es

    sich in einem Buch zurückblättern ließ.« Frida rennt, Frida trinkt, Frida ist wild. Und auch wieder nicht:



    Wer ist dieses kluge, introvertierte Mädchen, das 1980 vom Jugendamt aus der Kommune im Kampstedter Bruch direkt zu ihren Großeltern gebracht wird? Dort empfängt man sie kalt

    und abweisend – und sie hält allen Argwohn aus, sitzt einfach nur allein in ihrem Zimmer und sehnt sich weg. Frida wird ihr Leben lang weg wollen und auch immer wieder weggehen.


    Von ihrer Mutter und ihrem Vater aus der Kommune spricht sie fast nie – aber sehnen tut sich doch nach ihnen, und nach der Gemeinschaft der Kommune. Zu ihrer ersten großen Flucht bricht sie an den Ort im Süden auf, von dem ein Brief ihrer Mutter kam. Da ist Frida schon erwachsen und trampt und taumelt quer durch ganz Europa.


    Tagelang sitzt sie mit dem traurigen alten Bosch in seinem von einem Chauffeur gelenkten Bentley und lässt sich Boschs Liebesgeschichte erzählen – um gleich darauf mit der gelangweilten Ehegattin Dagmar in deren Villa wochenlang viel zu viele Drinks und viel zu viele Beruhigungspillen auszuprobieren. Um danach dann ein nur auf den ersten Blick frohgemutes Trio zu treffen, das mit einer Jacht vor Italien kreuzen will. Um … Man kennt Frida schlecht, wenn man nicht erlebt hat, wie die Menschen ihr immer wieder ihr Herz öffnen. Immer wieder tritt sie in die verschiedensten faszinierenden Leben ein – um am Ende dann doch so etwas wie ein eigenes Leben zu haben. Es soll nicht zu viel verraten werden, aber Frida wird schließlich so etwas wie eine neue Familie für sich gefunden haben – und die alte Familie, ihre drei Freunde ausdem Kampstedter Bruch, ist auch nicht für immer verloren.


    LINUS


    »Der Junge aus der Kommune hatte sich ertränkt, oder etwa

    nicht?« Linus heißt eigentlich gar nicht Linus – typisch für ihn. Mit seinen Freunden hat er als Kind im Wald des Kampstedter Bruchseinen Cartoon-Fetzen der Peanuts gefunden und sich nach Linus umbenannt. Genauso ist er: Einer, der selbst über sich bestimmt, der niemanden an sich heranlässt, nie – oder zumindest fast nie. Wie eine Schlange sich häutet, wird er nach der

    Auflösung der Kommune der Eltern am entschiedensten seinen ganz eigenen Weg wählen. Von diesem Weg darf man wirklich nicht viel verraten. Nur so viel: Totgeglaubte leben länger, und im Falle von Linus glaubt irgendwann die ganze Welt, er sei tot. Das passiert zu der Zeit, in der Frida, Ringo, Leander und Linus noch bekannt wie bunte Hunde sind: Die Zeitungen der achtziger Jahre hecheln der wild-romantischen Geschichte von den vier versteckten Kindern hinterher, alles taugt zur Schlagzeile. Linus aber will zu gar nichts taugen. Ihm geht es um Freiheit, er sucht sich sein ganz eigenes Leben. Was für ein Leben führt einer, der nicht auffallen, der einfach nur gut durchkommen will? Linus taucht ab und dabei sehr weit unter. Er treibt sich auf der Straße herum, verdingt sich als Handlanger, arbeitet und isst und hört ein bisschen Radio und wartet auf den nächsten Werktag. Die Zeit treibt dahin, und Linus denkt erst sehr spät bewusst darüber nach, was aus den drei anderen geworden ist. Was war da eigentlich, früher, in der Kindheit, die so weit zurückliegt? Linus sehnt sich nach den anderen, Linus denkt nach, Linus trifft eines Tages eine große Entscheidung.


    LEANDER


    »Doch das Dazugehören stand nicht zuoberst auf Leanders Liste der wichtigsten Ziele.«

    Es ist wie ein Witz: Wer könnte der Mensch sein, der am absolut ungeeignetsten ist für das, was ihm passiert?





    Nun, vielleicht Leander, dieser arme Ritter von der traurigen Gestalt. Er stößt eines Tages auf den abgehalfterten Kulturmenschen Beerbaum, oder eher Beerbaum auf ihn. Denn Beerbaum ist schon vorher auf etwas gestoßen:


    Auf Original-Aufzeichnungen eines der Kinder aus dem Kampstedter Bruch, auf einen Stapel poetischer, wunderschöner Tagebuchaufzeichnungen. Beerbaum plant den Presse-Coup und eine Buchsensation. Mit Leander geht er eine unheilige Allianz ein, die Leander schon bald auf die Bestseller- Listen und in die Buchhandlungen des Landes treibt. Wer hat die Aufzeichnungen im Kampstedter Bruch wirklich geschrieben?

    Und was hat der arme Leander verbrochen, dass er plötzlich ein Schriftstellerstar sein muss, er, der so gerne allein ist, nachdenkt, vor jeder Öffentlichkeit und allen starken Meinungen zurückscheut wie der Teufel vorm Weihwasser?


    Nur bei seiner Tante Meret und seinem Fast-Ziehvater Ewald fühlt er sich wohl – und bald schon auch bei dessen Geschwistern,die alle gemeinsam in einer herrlich verschrobenen Hausgemeinschaft Pilze züchten und ihnen zum besseren Gedeihen Opernmusik vorspielen, unter wundersamen Monologen Uhrenreparieren, die alten Roben von Amateurboxern stolz zur Schau tragen und sich vor allem umeinander und um Leander sorgen. Leander ist zu weich, ihn spült es weg vom Haus der Borns, hinein in eine Autorenkarriere, die er nun wirklich nie gewollt hat.


    RINGO


    »Wir sind niemand, wenn wir nicht zusammen sind. Zu viert sind wir eine Geschichte mit einem Anfang und einem im Dachbodendunkel geduldig erwarteten Ende. Einzeln sind wir Wörter, unbegreifliche Sätze.«

    Gebeutelter, zitternder Ringo! Ringo ist bereits in seinen Fünfzigern,als seine Kapitel im Roman beginnen – der Journalistin Elif erzählt er in einem Dutzend großer Auskünfte sein Leben. Von dem Moment an, als die Polizisten ihn und die anderen drei aus der Kommune trugen, hat er viele Höhen und Tiefen gesehen, gerade ist er eher unten. Ringo hat viel probiert im Leben, aber viel zu viel davon hing mit Räuschen und Träumereien zusammen.

    Er ist ein wilder Geselle, der nie große Ambitionen verspürte, und dem doch einmal das Glück die richtigen Karten zuspielte. Da arbeitete er in der Nähe eines Altersheims, in dem es ein großes Unglück gab.


    Ringo konnte Leben retten und die Boulevardzeitungen hatten von da an einen richtigen B-Promi an ihm, dem alle paar Jahre etwas Berichtenswertes widerfuhr. Bloß dass die wilden Geschichten, die hier unmöglich verraten werden können, später eher nicht mehr mit Glück zu tun haben.Wie einem Hiob geht Ringo jedes Glück zuschanden, aber immer macht er weiter. Und Elif?


    Was sieht sie in ihm? Ringo kann sehr gut erzählen, nicht nur beim Trinken macht für ihn alles Sinn, in seinen wunderschönen Telefonaten, Briefen, Gesprächen mit der Journalistin beginnt vielleicht ein anderes Leben. Um dann plötzlich … Aber das darf hier nicht verraten werden! Nur so viel: In diesem Roman gibt es wirklich und tatsächlich eine Geschichte, die einmal um die Welt führt, und mitten im australischen Busch ein aberwitzig-todtrauriges Ende findet.






    Nun zu meiner Meinung / Mein Fazit:

    Nun also 2020 sein neuer, epochaler Roman Leben ist ein unregelmäßiges Verb. Die Behörden entdecken vier Kinder einer Aussteiger-Kommune auf dem Land: Da liegt eine Assoziationen zu Memory nahe: Bei Memory wiederum handelt es sich um ein beliebtes Gesellschaftsspiel, bei dem jeweils passende Kartenpaare gleichzeitig aufgedeckt werden müssen. Memory, zu Deutsch: „Gedächtnis“, ist ein Gesellschaftsspiel. So ist es auch bei diesem Roman, diesen episodalen „Biographien“. Wenn ich also eine Episode erneut „aufgreife“, muss ich mit der „inhaltlichen Erinnerungen arbeiten“, inhaltliche Bezüge werden erneut aufgedeckt und weitergeführt. Es geht also ums Aufdecken, Abdecken, wieder Öffnen. Auch die Behörden „verfahren, als Verfahren zum Wohle der Kinder“ so. Fragen niemals, was diese wollen.

    In der Regel aus 33 Kartenpaaren, alle 66 Karten verfügen über eine einheitlich farbige Deckseite, wobei jedes einzelne Kartenpaar über das gleiche Motiv auf der Spielseite verfügt. Somit verfügt das klassische Spiel über 33 Motive. Diese Spieler können einzeln spielen oder bei Belieben auch in Teams.

    Das Spiel Memory


    Bei Memory handelt es sich um eines der beliebtesten Gesellschaftsspiele Seit der Erscheinung im Jahre 1959.



    Der Spielbeginn


    Das Spiel beginnt damit, dass alle Karten gemischt und anschließend verdeckt auf einen beliebigen Spieluntergrund gelegt werden. Anschließend beginnt einer der Spieler die Karten aufzudecken. Anschließend findet ein Spielerwechsel statt und der nächste Spieler ist dazu angehalten, ebenfalls zwei Karten aufzudecken.


    Durch das abwechselnde Aufdecken der Karten erschließen sich den Spielern  / Lesern zusehends sämtliche Motive des Spiels. Da die Position der aufgedeckten Karten innerhalb einer Partie nicht wechseln darf, wird den teilnehmenden Spielern vor Allem ein gutes Gedächtnis abverlangt, um den Text zu gewinnen.

    Die bei jedem Zug aufgedeckten Karten müssen beim Memory wieder umgedreht werden, falls es sich bei den aufgedeckten Motiven nicht um zwei gleiche Bilder handelt. Wichtig dabei ist jedoch auch, dass ihre Position während des Umdrehens sich nicht verändert, findet er Motive, so darf er dieses Paar aus dem Spiel entfernen und auf seinen Stapel legen. Das Aufdecken von zwei gleichen Motiven führt des Weiteren auch dazu, dass kein Spielerwechsel stattfindet die Spieler daher genügend Zeit hatten, sich ihre jeweilige Position einzuprägen.




    Der Gewinn / Verlust beim Memory


    Bei Memory spielt man so lange, bis alle 33 (bzw. 32) gleichen Kartenpaare aufgedeckt sind. Wenn eine Partie ausgespielt ist, dann müssen alle Spieler die Anzahl der Karten auf ihrem Stapel zählen, um dadurch zu ermitteln, welcher Spieler die meisten Karten erobern konnte. Der Spieler mit den meisten Karten (bzw. identischen Kartenpaaren) gewinnt das Spiel. Man spielt meistens so lange, bis es einen eindeutigen Sieger gibt. 

    Für die vier Protagonisten ist danach das „Spiel“ aus!

    5 Fragen an Rolf Lappert

    Leben ist ein unregelmäßiges Verb ist ein wahrhaft epischer Roman mit zahlreichen faszinierenden Handlungsorten, Nebenfiguren, Zeitebenen. Er umfasst fast 1.000

    Seiten. Was war die erste Idee zu diesem Buch, wo nahm es seinen Anfang?

    Eine vage Idee für Leben ist ein unregelmäßiges Verb hatte ich vor mittlerweile sieben Jahren – damals sah die Geschichte, wie ich sie im Kopf hin und her wälzte, noch ganz anders aus.


    Ich bin seit jeher fasziniert von Menschen, die sich von der sogenannten normalen Welt abgewandt haben, um nach ihren eigenen Regeln zu leben. Dokumentationen über die Amish People in Amerika oder Argentinien, über die Bewohner von utopischen Künstlerkolonien bis hin zu den Verblendeten und Verrückten, die irgendwo in der Wildnis als Sekte hausen, finde

    ich ebenso spannend wie beängstigend, denn in keiner dieser Gemeinschaften sind die Menschen wirklich frei und können über ihr Schicksal entscheiden, ohne vom eigenen Umfeld beeinflusst und bevormundet zu werden.

    Und was hast Du aus dieser Idee gemacht?

    Weil ich meine Geschichte weder in Amerika noch in Argentinien oder in irgendeinem Urwald ansiedeln und weder religiöse noch vom angeblich kurz bevorstehenden Weltuntergang schwadronierende Spinner darin haben wollte, entschied ich mich für eine Gruppe von vier Frauen und fünf Männern, die einen abgelegenen Bauernhof in Norddeutschland ökologisch bewirtschaften, normale Aussteiger eben. Fast normal, denn sie verstecken ihre vier Kinder – vier Paare haben je ein Kind - vor den Behörden und lassen sie folglich auch nicht zur Schule gehen. Als die Kinder etwa zehn Jahre alt sind, wird die Kommune – wahrscheinlich aufgrund eines anonymen Hinweises – von den Behörden entdeckt und aufgelöst. Das war der Ausgangspunkt

    für die Geschichte: 

    Was passiert mit den vier Kindern, die bisher

    nichts kannten als ihre eigene, kleine Welt?

    Im Zentrum des Romans stehen die Lebenswege dieser vier »Kommunenkinder« aus dem Kampstedter Bruch, die 1980 von der Polizei auf dem Aussteiger-Bauernhof ihrer Eltern entdeckt und dann zu Angehörigen bzw. Pflegefamilien kommen.

    Was fasziniert Dich an dieser Kindheit der vier in einer Kommune in der Natur, warum ist dieser Ursprung der vier so wichtig für den Roman?

    Weil ich, wie schon in meinem Roman Nach Hause schwimmen, meinen Protagonisten gerne das Leben schwer mache. Im neuen

    Roman werfe ich die vier Kinder ins kalte Wasser und lasse die Leser und Leserinnen zuschauen, wie sie strampeln, um nicht unterzugehen. Alle vier landen in einer Umgebung, die sie nicht kennen und die sie zutiefst verwirrt.





    Ihre Verfrachtung vom vertrauten Land in die fremde Stadt ist ein brutaler, traumatisierender

    Akt, eine Entwurzelung, mit der die vier zwar auf unterschiedliche Arten umgehen, die ihnen aber alles an Anpassungs- und Leidensfähigkeit abverlangt, vor allem, als sie zur Schule müssen und sich mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert sehen.


    Ebenso schön wie schmerzlich sind für mich die Szenen, in denen die Kinder sich an die Zeit auf dem Hof erinnern, an die Geborgenheit untereinander, an die Tiere und die

    Natur.

    Was leistet ein derart umfangreicher Roman, das ein kürzeres Buch nicht leisten könnte?

    Die simpelste Antwort wäre: Quantität. Ein dickes Buch bietet mehr Raum zum Erzählen, für die Figurenzeichnung, für Nebenstränge.


    Was ich an einem umfangreichen Roman schätze, ist die Atmosphäre, in die ich hineingezogen werde, das Universum, das sich eröffnet und in dem ich mich tage-oder wochenlang bewege und ein Teil davon werde. Im Fall von Leben ist ein unregelmäßiges

    Verb ist es natürlich auch so, dass ich mit den Kindern vier Hauptfiguren habe, die alle ihren Platz beanspruchen– immerhin erzähle ich ihre Leben vom zehnten Altersjahr

    bis zum fünfzigsten, wobei es Lücken gibt und Zeit gerafft und komprimiert wird. Im besten Fall tauchen meine Leser und Leserinnen in den Roman ein und sind auf der letzten Seite ein wenig enttäuscht, dass das Buch zu Ende ist.


    Eine schöne Vorstellung! Es ist unglaublich, wie viele Szenerien, Geschehnisse und Stimmungen sich beim Lesen übereinanderlegen.

    Gibt es eine Szene, an die Du besonders gern denkst, bei der Du Dich selbst überraschtest?

    Tatsächlich war es beim Schreiben dieses Romans so, dass ich oft dem ersten Impuls gefolgt bin, die erste Idee für den Fortgang der Geschichte umgesetzt habe, ohne lange über mögliche

    alternative Richtungen nachzudenken und stattdessen den vier Kindern – und später den Jugendlichen und Erwachsenen – zu folgen und sie zu begleiten auf ihrem Lebensweg, der ein

    mäandernder, sich windender Fluss ist, wie das Leben in meinen Augen ein stetig sich vorwärts bewegender Fluss ist, in dem der kleine Mensch fortgetragen wird und einen nur sehr geringen Einfluss darauf hat, wohin er getrieben wird. Deswegen gab es während des Schreibens immer wieder Wendungen, die mich selbst überrascht haben, weil ich sie nicht bis ins Detail durchgeplant hatte und deshalb an Orten und in Situationen gelandet

    bin, die mich manchmal zu unvorhersehbaren Entscheidungen gezwungen haben. Am meisten Überraschungen gab es für mich im letzten, dritten Teil des Romans, weil da – zumindest auf den ersten Blick – ein neues Buch beginnt und die Leser und Leserinnen mit neuen Erzählstimmen wie im „Wolkenatlas“, englischer Originaltitel Cloud Atlas, ein 2004 erschienener Roman des englischen Schriftstellers David Mitchell, konfrontiert werden, die die Geschichte aus anderer Perspektive weiterführen.



    „Wir sind niemand, wenn wir nicht zusammen sind. Zu viert sind wir eine Geschichte mit einem Anfang und einem im Dachbodendunkel geduldig wartenden Ende. Einzeln sind wir Wörter, unbegreifliche Sätze. Was uns ausmacht, ist das Zurücklassen, das neu Anfangen, das Zurechtfinden und Verlorengehen. Wir müssen lernen ich zu sein und zu scheitern.“ ( S. 728 ) 

    Eine Aussteiger-Kommune auf dem Land, 1980: Die Behörden entdecken vier Kinder, die versteckt vor der Welt aufgewachsen sind. Von diesem Tag an werden sich die vier für lange Zeit nicht wiedersehen. 


    Wenn es einen Zeitpunkt gibt, den ich als Beginn meiner Freundschaft mit WV bezeichnen sollte, dann war es jener Sonntagnachmittag Anfang Juni 2003, an dem ich so viele Gedichte hörte, dass mir noch Stunden später der Schädel brummte. 


    Einiges begriff ich, das meiste kaum oder gar nicht, aber das spielte keine Rolle. WVs Meinung nach bedeutete es für ein Gedicht den Tod, wenn man es auseinandernahm wie eine Uhr und die Zakcen an den Zahnrädchen zählte, um das Rätsel der Mechanik zu lösen. 


    Dies macht Vieles erschütternd klar! Und nun zur Verbindung zu: Wincent Weiss Lyrics zu 


    "Wer Wenn Nicht Wir" 


    Oh, es kann so leicht sein, sich zu verlieren
    Doch bei dir weiß ich
    Oh, du bleibst bei mir

    Wer wenn nicht wir?
    Gehen zusammen durch alle Zeiten
    Was auch passiert, wir beide bleiben
    Wir bleiben
    Sag mir, wo, wenn nicht hier?
    Fangen wir an zu begreifen
    Dass die kleinen Dinge reichen
     Dass sie reichen, mit dir 


    Das Lied wurde am 21. Januar 2021 veröffentlicht. 

    Und genauso fühlen sich die vier Kinder, später Jugendlichen innerhalb ihrer Gemeinschaft, was auch ihr jeweiliges, späteres Scheitern ,außerhalb von ihr, hinlänglich erklärt.

    Ein nachhaltiges, eindringliches, wahnsinniges Romanerlebnis, von einem noch besseren Autor, der Seinesgleichen sucht!


    Die bibliographischen Angaben zu diesem Titel lauten / Produktinformationen:

    Rolf Lappert, Leben ist ein unregelmäßiges Verb 

    August 2020 Carl Hanser Verlag München GmbH & Co. KG, München, 32 €, 992 Seiten. 

    Satz: Satz für Satz, Wangen im Allgäu

    Druck und Bindung: CPI books GmbH, Leck


    Nachweis:


    Dr. Dilewsky ist seit 20 Jahren, an unterschiedlichen Schulformen, als Studienrat tätig. Aktuell arbeitet er seit 04.10.2011 am Weiterbildungs-Köln-Kolleg, einer Schulform, die es Menschen ermöglicht, ihr Abitur auf dem 2. Bildungsweg zu erreichen. Letztendlich möchte er mit seiner Arbeit ein Umdenken im System Schule einleiten. In seiner Freizeit unterstützt er den berühmten Thomanerchor ausLeipzig. Er hat in den Fächern Deutsch und Pädagogik jeweils über österreichische Kinder-und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger promoviert, was auch einen weiteren seiner Interessenschwerpunkte repräsentiert. 


    Seit Dezember 2014 gibt es das 4. Buch von Dr. Klaus Jürgen Dilewsky, welches beide Arbeitsbereiche sinnvoll miteinander verknüpft: Erziehung heute - Auswirkungen auf die Schule: Reihe Unterrichtsmaterialien Bd. 1, 408 S., 44.90 EUR, br., ISBN:978-3-643-12883-6 

    Meine Rezensionen erscheinen seit 1989, je nach Thema aus den Bereichen Jugendbuch, Kriminalroman und Sach-/Fachliteratur auf meiner Seite bei LovelyBooks, Lesejury, JuLit, in der Zeitschrift der Deutschunterricht, der Zeitschrift Pädagogik, Seite der Stadtbibliothek Köln, auf Verlagsseiten, meiner fb-Seite, meiner öffentlichen Amazon – Profil – Seite und auf den Seiten anderer Buchhandlungen. Autoren und Verlag erhalten je 1 Exemplar der Besprechung per Mail. 


  18. Cover des Buches Ich bin Tess (Buchvorlage zur Netflix-Serie Kiss Me First) (ISBN: 9783839001585)
    Lottie Moggach

    Ich bin Tess (Buchvorlage zur Netflix-Serie Kiss Me First)

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Fina

    Gestaltung:

    Ich habe das Buch, als es rauskam, auf der Verlagsseite gesehen und es hat mich irgendwie angesprochen. Ich kann nicht genau sagen, wieso, aber die ungewöhnlichen Farben, der ausdrucksstarke Titel und die Kreuze auf den Gesichtern der Frauen haben mich sehr neugierig auf das Buch werden lassen. Ich mag es sehr, dass es sich um ein Hardcover handelt und der Schutzumschlag ist ebenso wie das Buch sehr hochwertig. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für das pinke Lesebändchen!


    Darum geht's:

    Leila ist ein ziemlich einsames Mädchen, das nach dem Tod seiner Mutter die meiste Zeit in einer schäbigen, kleinen Wohnung vor dem PC hängt. Als sie auf die Webseite RedPill trifft, auf der sich Menschen über verschiedenste philosophische Themen austauschen, hat sie virtuell eine neue Familie gefunden und gerät regelrecht in einen Sog, den ganzen Tag dort zu verbringen. Bis der Admin der Seite auf sie zukommt und sie um einen sehr ungewöhnlichen Gefallen bittet. Sie soll für eine Frau, die sich umbringen möchte, die Identität übernehmen. Kann das gut gehen?


    Idee/Umsetzung:

    Ich finde die Idee des Buches sehr spannend und habe noch nie etwas ähnliches gelesen. Über das Thema der Sterbehilfe kommt Leila in diesen Strudel aus verzwickten Ereignissen und beginnt schließlich alles über Tess herauszufinden, um ihre Identität glaubhaft übernehmen zu können - um Freunde auf Facebook zu updaten, mit den Eltern Kontakt zu halten und E-Mails auszutauschen.

    Es gibt einen Erzählstrang in der Vergangenheit, in dem wir erfahren, wie Leila auf RedPill gekommen ist, wie sie Tess kennenlernte und begann, sie zu sein. Außerdem begibt sich Leila in der Gegenwart auf eine Reise nach Spanien, in der sie Tess sucht. Wieso, weshalb, warum führe ich jetzt nicht weiter aus.

    Mir haben die Zeitstränge gut gefallen, weil es abwechslungsreich war und der Vergangenheit auch deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

    Insgesamt habe ich das Buch vor allem bis zur Mitte als sehr spannend empfunden. Eine ominöse Webseite und diese seltsame Aufgabe mit Tess waren tolle Aspekte, die viele Fragen aufwarfen, die ich unbedingt beantwortet haben wollte. Nach dem meiner Meinung nach gelungenen Plot Twist hat die Geschichte ein wenig an Fahrt verloren, und plätschert eher zu Ende. Das war etwas schade, aber davor war es eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle.

    Die Figuren fand ich ebenfalls sehr interessant.

    Leila ist ein spezieller Charakter, mit dem ich mich nicht unbedingt identifizieren konnte, aber mit der ich viel Mitleid hatte und ihre Taten in Anbetracht ihrer Lage doch immer ein Stück weit nachvollziehen konnte. Ich glaube, das sie nicht vollkommen psychisch gesund war und man deshalb auch nicht erwarten konnte, dass sie immer richtig handelt. Über Tess lernt man eine Menge, aber immer durch die Augen von Leila, was auch mal eine gelungene Abwechslung war. Viele weitere Charaktere gibt es gar nicht, die man genauer kennenlernt, ein wenig Leilas Mitbewohner, Adrian, Connor und Tess' Mutter, aber diese andere Art der Figurenvorstellung und die Begrenzung auf wenige Figuren passen sehr gut zu dieser Geschichte. 

    Das letzte Drittel des Buches zog sich dann etwas, da die Geschichte irgendwie zu Ende gehen musste. Ich habe diesen Abschnitt als langatmig und holprig empfunden, kann aber nachvollziehen, was die Autorin vor hatte. Generell wäre vielleicht ein schnelleres Ende nach dem Plot Twist besser gewesen, aber wenn man die Idee des Buches mag, verzeiht man der Autorin diesen Abschnitt allemal und der Gedanke, wie es mit Tess enden soll, war meiner Meinung nach auch sehr tröstlich.


    Fazit:

    Lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, weil viele Leute das Buch nicht mögen. Ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe, weil mir die Idee und der Ablauf der Geschichte sehr gut gefällt. Besonders der Anfang ist sehr spannend und der Plot Twist super gelungen. Am Ende zieht es sich etwas, aber ich habe Leila und Tess beide mit ihrer sehr verqueren, nicht unbedingt gesunden Denk- und Lebensweise ins Herz geschlossen. Wenn ein Buch Spuren hinterlässt, ist es auch wert, gelesen zu werden...

  19. Cover des Buches Grand Cru (ISBN: 9783257240825)
    Martin Walker

    Grand Cru

     (157)
    Aktuelle Rezension von: Tommywien

    Zwischendurch habe ich mal wieder zu Martin Walker und seinen sympathischen Dorfpolizisten Bruno gegriffen. Wie im ersten Teil wurde ich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Wieder ist das damals verwendete Thema (das Buch ist ja schon vor ca. 10 Jahren erschienen) immer noch aktuell. 

    Bruno ist nicht nur sehr sympathisch, er weiß auch was er als Polizist zu tun hat. Mit einer unheimlichen Leichtigkeit versteht er es die Fälle zu lösen, aber dennoch in seinem Dorf beliebt zu bleiben, trotz unangehmer Fragen an die Dofgemeinschaft.

    Natürlich wird auch dieses Mal nicht an Kuklinarik oder an der wunderschönen französischen Landschaft gegeizt. Wir sprechen bei den Büchern von Martin Walker nicht über große Literatur, aber seine Bücher unterhalten, greifen aktuelle Themen auf und vermitteln das lockere Leben in Frankreich (dieses mit höchster Wahrscheinlichkeit etwas überzogen).

    Also ich für meinen Teil habe entschieden, mir immer mal wieder zwischendurch einen Fall von Bruno zu gönnen und bin schon auf den nächsten Einsatz in Saint Denis gespannt.

  20. Cover des Buches Fronleichnamsmord (ISBN: 9783548611846)
    Bea Rauenthal

    Fronleichnamsmord

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Franzip86
    "Fronleichnamsmord" - Bea Rauenthal

    Jo (Josepha) Weber reist in dem Abschlussbuch ein letztes Mal in der Zeit zurück. Diesmal geht es in die Zeit der Hippies. Diesmal ist sie die Kriminalpolizistin in Anstellung und das Lutz Jäger auch dabei ist, bekommt sie erst weitaus später mit. Auch hier haben sie einen Fall den sie lösen müssen. Anders als bei den 2 vorigen Fällen ist, das der Mord erst passiert. In dieser Zeit treffen sie interessante Leute und Jo trifft einen Menschen den sie nicht wirklich kennen lernen durfte...

    Wie die 2 anderen Bücher zuvor hat mir auch dieses Cover sehr gut gefallen und der Schreibstil war auch wieder sehr flüssig. Das 3. Buch habe ich gleich im Anschluss zu den beiden anderen gelesen.

    Auch dieses Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen.
  21. Cover des Buches Als die Welt zum Stillstand kam (ISBN: 9783407811202)
    Gabi Neumayer

    Als die Welt zum Stillstand kam

     (85)
    Aktuelle Rezension von: cecilyherondale9
    Ich rezensiere das Buch "Als die Welt zum Stillstand kam" von Gabi Neumayer.

    Cover:
    Auf dem Cover sieht man ein Mädchen von hinten, das in der Abendröte, von einem Hügel aus auf die Stadt unter ihr schaut.

    Inhalt:
    Die Freunde Celie, Alex und Bernie könnten ein rasantes Leben genießen und sich sehen, wann und wo immer sie wollten. Doch der tragische Tod von Celies Mutter, Erfinderin des Tornetzes, hat einen Schatten auf ihre Freundschaft geworfen. In ihrer Trauer will Celie alles hinter sich lassen. Bis plötzlich die Katastrophe eintritt – das Netz versagt. Wie alle anderen auch sitzen die drei Freunde fest: Alex in Berlin, Celie in Irland, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Jeden Tag fällt die Welt um sie herum ein Stück mehr auseinander: Städte ohne Strom und Wasser werden zu Todesfallen, Krankheit, Hunger und Gewalt breiten sich aus. Die zivilisierte Welt kollabiert. Celie, Alex und Bernie müssen jeder für sich ums Überleben kämpfen. Und sie müssen einander finden. Denn vielleicht hat der Tod von Celies Mutter etwas mit dem Zusammenbruch des Netzes zu tun ...

    Das Buch ist sehr spannend geschrieben und auch sehr fesselnd. Der Erzähler ist abwechselnd bei Alex, celie und Bennie und es wird jedesmal als Überschrift geschrieben wo sie jeweils sind, sodass man nicht den Überblick verliert. Es passiert am anfang leider ab und zu doch. Vorallem wenn die Kapitel "der Rest der Welt" an der Reihe sind.
    Die Idee dinde ich sehr gut, denn es ist rein Theoretisch denkbar, dass es irgendwann möglich sein wird, sich mithilfe von Toren, die auf Wissenschaft beruhen, teleportieren kann. Das macht die Geschichte noch reeller und noch faszienierender.
    Ich empgehle das Buch weiter und gebe 4 Sterne.
  22. Cover des Buches Sommer der Liebe: Psychothriller (Profiler Tobi Miller) (ISBN: B08TV41LJW)
    Michael Seitz

    Sommer der Liebe: Psychothriller (Profiler Tobi Miller)

     (14)
    Aktuelle Rezension von: clematis

    Ein junges Mädchen aus einer betreuten Wohngemeinschaft in Wien ist abgängig und wird schließlich brutal ermordet aufgefunden. Erst tappt Profiler Tobi Miller an der Seite des Ermittlers Bruno Horvath im Dunklen, aber mit einem Zeitungsartikel über eine verschwundene junge Frau vierzig Jahre zuvor lenkt er seine Nachforschungen auf Heinrich Meiers Kommune im Rahmen der 1968er-Bewegung und schon ergeben sich Seilschaften der Macht und Manipulation, die Tobi bis nach Sizilien führen. 

    Als Einstieg zu diesem Thriller gibt es ein Prequel für all jene, die Tobis Vorgeschichte aus „Kinderspiel – Fesseln der Vergangenheit“ (absolut empfehlenswert!) nicht kennen. Aber auch ohne Vorkenntnisse lernt man schnell die wesentlichen Charakterzüge des durch und durch authentischen Analytikers kennen. Mit Episoden aus der heutigen Zeit, Szenen in der Hippie-Kommune und Briefen einer (zu Beginn) Unbekannten erzählt Michael Seitz die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und weckt geschickt die Neugierde auf mögliche Zusammenhänge. Mit den neuen Namen der Figuren in der Kommune wird ein wenig Verwirrung gestiftet, insbesondere, als diese Verbindungen zu bekannten Fernsehfilmfiguren herstellen. Auch sonst heißt es für den Leser aufmerksam bleiben, wenn sich das Netz der Abhängigkeiten und Verstrickungen enger webt, wenn Namen aus dem Damals plötzlich in einflussreichen Politikerkreisen auftauchen. 

    Der Schreibstil Michael Seitz´ ist – wie auch in seinen bisherigen Büchern – sehr einnehmend und besticht mit einer Prise trockenen Humors und genialen Vergleichen, die einem immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Zusätzlich ist die genaueste Recherche zu erwähnen, die das Ganze sehr lebendig werden lässt und ein Stück Geschichte nochmals in die Gegenwart zurückholt. Insbesondere die Figuren des Autors sind meisterlich getroffen. Wer wohl im wahren Leben Pate steht für so manche Persönlichkeit in all den Geschichten? Denn ganz aus dem Nichts erfinden lassen sich diese phantastisch charakterisierten Menschen wohl kaum! Und auch in diesem Thriller merkt man wieder, dass der Autor ein Thema zur Sprache bringt, welches ihm ein wesentliches und persönliches Anliegen ist. Man spürt förmlich zwischen den Zeilen das Herzblut, das in ihnen steckt, die Aufarbeitung einer „schillernden Zeit“ und den Ursachen, die all das überhaupt erst möglich werden haben lassen. Macht, Manipulation, Abhängigkeit, vor vierzig Jahren ebenso Thema wie heute. Auch wenn die Details zur RAF nicht wirklich mein eigenes Interesse treffen, so ist das Geflecht, das sich hier ergibt, dennoch spannend und insgesamt eine ausgezeichnete Abwechslung in meinem Bücherregal. 

    Fall Eins rund um Tobi Miller geht zwar noch viel mehr unter die Haut, jedoch kann ich als „Lesefreundin“ von Bruno und Tobi (und selbstverständlich von Falco in den Falco-Brunner-Krimis) auch diesmal nur eine Empfehlung für diesen Thriller aussprechen. Soweit ich weiß, liegt eine Fortsetzung in Michael Seitz´ Schublade … ich freu mich!

     


    Titel                                  Sommer der Liebe

    Autor                                Michael Seitz

    ISBN                                979-8718368932

    Sprache                           Deutsch

    Ausgabe                          Taschenbuch, 373 Seiten

                                             ebenfalls erhältlich als ebook und Hörbuch 

    Erscheinungsdatum        1. Juli 2021

    Reihe                               Profiler Tobi Miller 

    Verlag                              Selfpublishing     

  23. Cover des Buches Die Zombies (ISBN: 9783492268127)
    Thomas Plischke

    Die Zombies

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Da war ich ja neugierig, zumal das Buch schon lange im Regal stand und ich der Start war mehr als holprig um nicht zu sagen, sehr zäh, durch die die Lexikonartige und fast als Sachbuch erscheinende Auflistung am Anfang. Doch wer sich durch die fürchterlichen ersten 50 Seiten kämpft wird mit einer richtig guten Geschichte belohnt ...

    Lily lebt in London und untersucht auf wissenschaftliche Art den Glauben und auch die Geschichte nach alten Symbolen oder Erzählungen über Tote, die wieder auferstehen oder Wiedergängern. Als Gottlieb Ihr deutscher Frend, plötzlich angerufen wird und verschwinden muss und zudem Ihr Großvater stirbt, fällt Lily in ein tiefes Loch und lässt sich von Victor einem Mann, den sie auf der Beerdigung Ihrer Großmutter kennen gelernt hat, zu einem Besuch eines Clubs überreden, doch was während des Clubbesuchs passiert, verändert Lilys Leben komplett....

    Zunächst waren die ersten Seiten und gähnende Langeweile bis mir klar wurde, die Einleitung dauert halt etwas länger, doch dann hatte ich das Gefühl, der Erzählstil ändert sich und die Charaktere gefallen mir plötzlich und es wird aus verschiedenen Sichten eine Geschichte erzählt.  Lily und Ihre Abenteuer mit Victor, während auf der anderen Seite Gottlieb und sein Besuch in Deutschland eine ganz andere Seite des Romans zeigt und doch treffen alle zu einem Showdown wieder aufeinander.

    Zuviel kann ich an dieser Stelle nicht verraten, aber alleine die Idee, dass es verschiedene Arten von Zombies geben kann und auch einen Hintergrund, lässt das ganze richtig spannend werden. Zwischen Fantasy, Horror und Thriller angesiedelt, vermischt sich der Roman zu einer sehr guten Geschichte. Ohne die ersten Seiten ... Dafür 4 gute Sterne !!!

  24. Cover des Buches The Girls (ISBN: 9783423146203)
    Emma Cline

    The Girls

     (272)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Sie bewegten sich in einem unbehaglichen Grenzbereich zwischen Schönheit und Hässlichkeit, und ein Schauer gesteigerter Aufmerksamkeit folgte ihnen durch den Park." - Emma Cline, "The Girls"


    Kalifornien, im Sommer 1969: Evie Boyd ist 14 und einsam, Ferien voller Leere tun sich vor ihr auf, bevor sie im September auf ein Internat geschickt werden soll. Ihre beste Freundin entfernt sich immer weiter von ihr und so ergreift sie sofort die unverhoffte Möglichkeit, die sich ihr bietet, um mit Suzanne und den anderen zur Ranch zu fahren. Schon länger gab es in der Stadt Gerüchte von den verwahrlosten Hippies, die sich um ihren Anführer geschart am Rande der Zivilisation befinden. Evie lässt sich treiben, findet Anschluss und hängt ihr Herz fast panisch an Suzanne - bis die Stimmung plötzlich kippt und etwas passiert, das vor Grausamkeit und Schrecken kaum zu überbieten ist...


    Emma Clines Roman "The Girls" hält für die Lesenden eine rauschartige Spannung bereit. Fiebrig begleitet man Evie durch diesen Sommer zwischen Kindheit und Jugend, leidet mit ihr unter ihrem Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, vergöttert mit ihr die scheinbar so unantastbare Suzanne - und sieht gleichzeitig das drohende Unheil, das sich von Anfang an nicht abwenden lässt. 


    Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Abwechselnd begleitet man die  erwachsene und von den Geschehnissen gezeichnete Evie, die auf ein abgeschiedenes Haus aufpasst und dort zufällig auf ein Mädchen trifft, das sich in einer ähnlichen Situation wie sie damals befindet - mit ihrem Wunsch, irgendwo zugehörig zu sein, gut anzukommen, einen Funken Aufmerksamkeit zu erhaschen - und die Evie im Sommer 1969. Von Anfang an wissen die Leser*innen, was am Ende passieren wird, was sich wie ein dunkler Schatten über alles legt, was man liest.


    Nuanciert und sprachlich genial erzählt die Autorin eine Geschichte vom Mitläufertum - und lässt die Lesenden mit der Frage zurück, wie sie gehandelt hätten, ob uns das nicht allen passieren kann, in unserer Geltungssucht und unserer Gier nach dem Interesse der Anderen.


    Ich mochte "The Girls" sehr gerne. Der Roman ist sicherlich keine leichte Sommerlektüre, trotzdem drängt sich die flirrende Hitze auf jeder Seite und die Spannung ist nahezu greifbar. Wieder mal ein Buch, das mir noch lange im Kopf bleiben wird und das ich gerade in dieser warmen Jahreszeit empfehlen möchte ☀️

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