Bücher mit dem Tag "konzerne"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "konzerne" gekennzeichnet haben.

10 Bücher

  1. Cover des Buches Equilon (ISBN: 9783423740883)
    Sarah Raich

    Equilon

    (126)
    Aktuelle Rezension von: eumel8

    Das ist ein merkwürdiges Buch der Kinder- und Jugendliteratur. 

    Die Geschichte spielt in der Zukunft unbekannten Zeitstempels. Jedenfalls nach der Klimakatastrophe (was sonst). Die Welt ist verödet, nichts wächst mehr, die Westküste der USA ist aktives Vulkangebiet. Um die Menschheit zu erhalten, ist nur noch Platz für 1 Milliarde Menschen, die sich besonders verdient gemacht haben, durch Arbeit, Projekte und Erfindungen. Zur Erfassung gibt es ein Punktesystem, der Social Score. DIe MegaGoods haben eine neue Welt erschaffen, die der heutigen Leistungsgesellschaft ähnelt. Die Technologie ist noch nicht so weit wie es sein soll, und so werden Roboter durch Menschen gespielt, die alltägliche Dienstleistungen verrichten. Etwas unglaubwürdig, schliesslich gibt es heutzutage schon Haushaltsroboter. 

    Egal. Jenna, die Protagonistin, hat das grosse Los gezogen und gehört zur 1 Milliarde mit dazu und wird dazu berufen, diese Welt mit zu entwickeln. Dabei hat der Chefentwickler Curry ein Auge auf sie geworfen und so kommt es bald zum intimen Kontakt. Es gibt auch noch Szenen, wo das Paar im Cafe Kaffee trinken oder der junge Mann seinen Wagen um die Ecke parkt. Ich weiss ja nicht, wie sich die Autorin die Zukunft vorstellt.

    Das krasse Gegenteil von Jenna ist Dorian. Am Anfang des Buches will er sich gerade umbringen, weil er keinen Sinn in seinem Leben sieht. Gedichte sind sein Faible und er möchte Bücher schreiben. Nicht gerade die Zukunftsthemen. Aber als er über ein kleines Mädchen die Welt der Unsorted kennenlernt, eine Art Untergesellschaft, merkt er eigentlich wie gut es ihm geht. 

    Es folgt dann eine Reise, bei der Dorian und Jenna zusammentreffen und zusammen mit einer Untergrundorganisation das neue System stürzen will. Die Organisation lebt tatsächlich unter der Erde, zusammen mit Hühnern, Schafen und anderen Tieren. Das Gemüse gedeiht prächtig (wohlgemerkt: unter der Erde) und so ist das Nahrungsangebot viel vielfältiger als in der neuen Welt Equilon. 

    An der Stelle wird dann erwähnt, dass die 1 Milliarde nur aus Weissen besteht, während die Unsorted Farbige sind und somit keine Chance haben, zur 1 Milliarde dazuzugehören. Dann kommt noch raus, dass Dorian mit 22 immer noch keine Freundin hat und ihm das weibliche Geschlecht auch nicht interessiert. Spätestens jetzt sollte man das Buch zuklappen, denn: Was soll das, bitteschön? Hier wird eine relativ gute Geschichte ideologisch völlig verhunzt. Kinder kriegen beigebracht: Leistung lohnt sich nicht und nützt nur "denen da oben". Lebe in den Tag hinein ohne Plan, schreib ein paar Gedichte für Dich, es muss sich nicht reimen und keiner muss es mögen. Die Welt ist eh kaputt, lohnt sich nicht zu reparieren.

    Finde ich als Kinder- und Jugendbuch ungeeignet. Nach dem Lesen gibt es sehr viel Erklärbedarf.


  2. Cover des Buches Seamere College 1. Strange Familiars (ISBN: 9783969760833)
    Keshe Chow

    Seamere College 1. Strange Familiars

    (135)
    Aktuelle Rezension von: timeformetal-Ariane

    „Strange Familiars“ ist eine Romantasy Story mit interessanter Grundidee. Es gibt Seelentiere, eine Medizinhochschule für magische Tiere, akademische Rivalitäten und ein permanenter reich & arm Konflikt. 


    Gwendolynne Chan ist eine unfassbar zielstrebige und fleißige Protagonistin. Für sie bedeutet Klassenbeste zu werden nicht nur den Titel und einen Beruf, sondern die Sicherung der Existenzgrundlage ihrer Familie, die mit finanziellen Problemen kämpfen. Obwohl sie ihr Ziel klar im Fokus hat und sich eigentlich stets an Regeln hält, rettet sie Percy einen Kater und Seelentier eines anderen Mannes vor dem nicht gerechtfertigten einschläfern und steckt damit ordentlich in Schwierigkeiten.


    Sehr gut gefallen hat mir am Buch das Magiesystem, der Begrenzung bzw. Knappheit und der unkontrollierten Magieausbrüche, die uns eintauchen lassen in Politik, Geheimnisse und Intrigen. Lediglich das Worldbuilding blieb hierbei etwas blass und detaillos. 


    Im Gegensatz dazu steht die Romanze zwischen Gwen und Harrisford die sich langsam gestaltet und aus Rivalen, Akzeptanz, Freundschaft und schliesslich Liebe entsteht. Mir ist bewusst, das gerade die Romanze aufgrund des vielen Auf und Ab oft kritisiert wurde - mir jedoch hat es gefallen.

  3. Cover des Buches Mengele Zoo (ISBN: 9783982052205)
    Gert Nygårdshaug

    Mengele Zoo

    (64)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Im Wikipedia-Eintrag zum Roman heißt es:"Obwohl der Roman die Welt durch die Augen eines der meist gesuchten Terroristen beschreibt, fällt es dem Leser leicht Minos (= Oberterrorist) Standpunkt einzunehmen." Das klingt ganz harmlos, steht aber in einem Buch, in dem Erzähler und Hauptfigur meinen, dass es doch ganz schön wäre, 200 Millionen "nutzlose" Gringos umzubringen. Einige dutzend Seiten später wird sogar gesagt, das es schön wäre, die Menschheit auf zwei Milliarden Menschen zu reduzieren. 

    Das Buch des Norwegers Nygardshaug beginnt recht poetisch bei einer Familie im südamerikanischen Regenwald, deren Existenz durch landgierige Firmen vernichtet wird. Der Sohn der Familie, Mino, entgeht der Vernichtung. Zunächst verübt er Rache an Einzelnen, aber dann lässt ihn der Autor eine Terrorgruppe gründen, die Mino unter dem wohl nicht zufälligen Decknamen "Carlos" führt. Die zweite Hälfte des Buches schildert dann wie in einer Sportreportage (jeder Mord wird bejubelt wie ein Tor), wie die Gruppe auf raffinierte Weise beginnt, die Macht- und Wirtschaftseliten der westlichen Welt zu töten, mal Dutzende, mal Hunderte, mehr geht (siehe oben) "leider" nicht. All das geschieht im Namen des Regenwaldes, ja der Natur, der Erde. Deshalb erscheint dem Erzähler und der Hauptfigur auch alles Tun der Ökoterooristen gerechtfertigt. 

    Warum in Norwegen 400.000 Exemplare dieses blutrünstigen Gesinnungsschmökers verkauft wurden, erschließt sich mir nicht. Passend wäre ein nachträglicher Stalin-Preis für besonders dumpfe und hasserfüllte Propaganda.

  4. Cover des Buches Das Meer (ISBN: 9783426307076)
    Wolfram Fleischhauer

    Das Meer

    (51)
    Aktuelle Rezension von: Mitterwallner


    Eine junge Biologin ist als offizielle Fischereibeobachterin auf einem Fischfangschiff auf hoher See unterwegs und wird vermisst. Die Fischmafia ist im Verdacht, sie beseitigt zu haben. Als dann auch noch ein Ökoaktivistin, die in Verbindung mit der Biologin steht, spurlos verschwindet, machen sich der Vater und der Freund der Biologin sowie der Ex-Freund der Aktivistin unabhängig voneinander auf die Suche nach den beiden jungen Frauen.

    Der Ex-Freund der Aktivistin erzählt aus der Ich-Perspektive und ansonsten herrscht die personale Perspektive im Präteritum vor. Es hat sich mir leider nicht erschlossen, warum gerade diese eher schwache und passive Figur und warum dieser ungewohnte Mischmasch von Perspektiven.

    Gegen Ende habe ich den Höhepunkt vermisst, stattdessen kam noch viel Info-Dump.

    Insgesamt ist es eine lesenswerte, da informierende Dokumentation, aber kaum ein Roman im klassischen Sinne.


  5. Cover des Buches PopCo (ISBN: 9783644446014)
    Scarlett Thomas

    PopCo

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Nessie1980
    Gesellschaftskritik? Coming-of-Age-Roman? Mathematik-Lehrbuch? Dechiffrierungsnachschlagewerk? Verschwörungsthriller? ... Es scheint, als habe sich Scarlett Thomas nicht entscheiden können, was sie schreiben will, und kurzerhand alles miteinander vermixt und es in diesem Buch blockweise nebeneinander gestellt. Je nachdem, welchen "Block" ich gerade gelesen habe, schwankte ich zwischen 2 und 4 Sternen für diese Geschichte über eine so genannte Kreative in einem Spielzeugkonzern, die während eines Workshops beginnt, ihr Engagement für die Firma zu hinterfragen. Die Abschnitte über ihr Medaillon mit geheimnisvoller Inschrift, die Schilderung der Arbeit ihrer Grosseltern auf der Suche nach der Entschlüsselung grosser Geheimnisse und auch Teile ihrer Kindheit und ihre Erfahrungen während des Kreativ-Workshops konnten mich durchaus fesseln. Die ausufernde Schilderung verschiedener Kodierungstechniken, das seitenlange Gerede über Prim- oder Erdös-Zahlen und das aufgesetzt wirkende Ereifern über die Ungerechtigkeiten der Welt hingegen nicht. Zum Schluss verkommt der Roman zu einem kindischen Aufruf, die Welt zu retten, indem man Veganer wird und die Grosskonzerne "von innen heraus" zerstört. Die Absicht dahinter mag edel sein, die dafür gewählte Holzhammermethode ist es nicht. Schade.
  6. Cover des Buches Ganymed Erwacht (ISBN: 9783746723846)
    Joshua Tree

    Ganymed Erwacht

    (26)
    Aktuelle Rezension von: blackburnious

    „Ganymed erwacht“ bildet den Auftakt einer vielversprechenden Science-Fiction-Reihe von Joshua Tree, bleibt für mich jedoch in einigen Punkten hinter den Erwartungen zurück. Besonders enttäuschend ist, dass der Planet Ganymed, der dem Titel nach im Mittelpunkt stehen sollte, im ersten Band nur sehr wenig in den Fokus rückt. Stattdessen werden viele Details über die Zukunft der Erde erzählt, wodurch die eigentliche Handlung nur langsam voranschreitet.

    Das Buch wirkt dadurch teilweise langatmig und zäh, obwohl die Grundidee spannend ist. Die Einblicke in die zukünftige Technologie und gesellschaftliche Entwicklungen sind interessant, aber sie bremsen die Dynamik der Geschichte und lassen das Abenteuer auf Ganymed zunächst in den Hintergrund treten.

    Positiv bleibt die solide Recherche und der flüssige Schreibstil des Autors, der das Lesen angenehm macht. Außerdem legt der Band den Grundstein für die Fortsetzungen, in denen die Handlung auf Ganymed hoffentlich stärker entfaltet wird. Insgesamt ein Buch mit Potenzial, das jedoch im ersten Teil für meinen Geschmack zu wenig vom titelgebenden Schauplatz bietet.

  7. Cover des Buches Der Unfreihandel (ISBN: 9783499631054)
  8. Cover des Buches Manhattan 2058 - Folge 01 (ISBN: 9783838785196)
    Dan Adams

    Manhattan 2058 - Folge 01

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Elenas-ZeilenZauber

    ‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
    Obwohl es sich um den ersten Teil einer Serie handelt, lernte ich die beiden Protagonisten schon recht gut kennen. Dank des Klappentextes ahne ich auch schon, in welche Richtung sich manche Aspekte entwickeln und welche Entwicklung die Charaktere erleben werden.
    Das Setting wurde gut eingeführt und ich fühlte mich mitten in New York bzw. ganz genau in Manhattan. Dabei werden die beiden Erzählstränge gut miteinander verwoben. Dies sorgte auch häufig für wohlplatzierte Cliffhanger, die die Handlung immer weiter vorantrieben. Die Spannung steigt kontinuierlich an und meine Neugier war geweckt.
    Tobias Kluckert zog mich in seinen Bann. Er ließ mich Emotionen fühlen, allein mit seiner Stimme. Er regte mein Kopfkino an und ich sah die Unterschiede der Stadtteile, einerseits den Dreck, die Verderbtheit, andererseits die noble, saubere Gegend, die von der anderen Seite keine wirkliche Ahnung hat.
     Die Grundlage für eine spannende Story ist gelegt und ich freue mich auf die weiteren Teile. Von mir gibt es 5 abgründige Sterne.

    ‘*‘ Klappentext ‘*‘
    In einer finsteren Zukunft sucht ein Cop nach Vergeltung ... doch wer ist der wahre Feind?
    New York, 2058: Hochwasser, Umweltverschmutzung, Überbevölkerung und Kriminalität bedrohen die Metropole. Ein Bürgerkrieg schwelt in den Vereinigten Staaten, und die Politik ist von mächtigen Konzernen korrumpiert.
     Polizist Mike Quillan macht die Terrororganisation Phoenix Rising für den Tod seiner Verlobten verantwortlich. Doch dann kommt er dem Geheimdienst Black Guard in die Quere - und entdeckt eine Verschwörung, die ihm sämtliche Gewissheiten nimmt ...

    Tyra Kane, Anführerin der Rebellengruppe Phoenix Rising, plant einen Anschlag auf die Zentrale der Black Guard. Der Geheimdienst hält eine Frau gefangen, in deren Unterbewusstsein wichtige Informationen des Widerstands versteckt sind.
     Sergeant Mike Quillan von der Staten Island Flying Patrol wird hinzugezogen, um diesen Plan zu vereiteln. Er will nichts mehr, als Tyra Kane zur Strecke zu bringen. Doch durch einen unglücklichen Alleingang gefährdet er nicht nur die Mission - er wird noch dazu suspendiert und ins dreckige und gefährliche Manhattan versetzt. Und was er dort sieht, bringt sein Weltbild ins Wanken ...

  9. Cover des Buches Verderben (ISBN: 9783453429697)
    Karin Smirnoff

    Verderben

    (19)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Das Millennium-Magazin steht vor dem Aus, zumindest die gedruckte Ausgabe. Es soll nur noch die Webseite und einen Podcast geben. Mikael Blomkvist ist damit nicht zufrieden. Er fährt zu seiner Tochter Pernilla nach Nordschweden, die den dortigen Verwaltungschef Henry Salo heiraten möchte. In Gaskassen gibt es momentan ein großes Projekt. Ein Windpark soll gebaut werden, der Henry Salo einige Probleme bereitet.

    Auch Lisbeth Salander fährt nach Nordschweden, um ihre 13jährige Nichte Svala, mit der sie bis jetzt keinen Kontakt hatte, kennenzulernen. Die Mutter ist verschwunden und von ihrem Stiefvater hat sie nichts Gutes zu erwarten. Doch das Mädchen ist gewitzt und hat Überlebensstrategien entwickelt.

     

    Anfangs fiel es mir etwas schwer in das Buch hereinzukommen. Es beginnt langsam und auch mit politischem Hintergrund, was mich nicht so interessiert. Zudem waren die Figuren ziemlich unsympathisch, wenn dich gar widerwärtig. Bei Mikaels Tochter habe ich mich schon nach kurzer Zeit gefragt, warum sie die Hochzeit durchführen möchte, wenn sie doch bereits Zweifel hat. Ständige Streitigkeiten mit ihrem Verlobten, ihr Sohn versteht sich auch nicht sonderlich mit ihm und man merkt, dass da noch viel mehr im Argen liegt. Dennoch stürzt sie sich in ihr Unglück. Keine Ahnung, warum man so etwas macht.

    Allgemein fand ich den zweiten Handlungsstrang um Lisbeth und ihre Nichte auch interessanter. Man merkt, dass die miteinander verwandt sind, so mutig und klug das Mädchen ist. Zudem hat sie die gleiche Krankheit wie ihr Vater, Lisbeths Bruder, dass sie keine Schmerzen spüren kann. In ihrer Lage ist das hilfreich, wenn das auch sehr schnell gefährlich werden kann.

     

    Mikael hat hier eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Er wollte zwar etwas Aufdecken, aber er war in einen Gewissenskonflikt, weil es sich ja hier um die Machenschaften seines Schwiegersohns handelte und er nicht seiner vernachlässigten Tochter noch mehr auf die Füße treten wollte. Darum kam mir sein Handeln sehr zurückhaltend vor.

    Lisbeth hingegen musste mal wieder den Karren aus dem Dreck ziehen. Am Ende war es allein ihre Arbeit, das Ganze zu einem Abschluss zu bringen und sich gleich mal mit mehreren Männern anlegen. Ihre Verteidigungsfähigkeiten hat sie sehr ausgebaut. Wenn man da noch an die Lisbeth aus dem ersten Band denkt und jetzt, da hat sie sich sehr weiterentwickelt, was ich nachvollziehbar finde.

     

    Es waren einige sehr derbe Szenen dabei und die Typen, die hier aufgetaucht sind, waren entweder widerwärtig oder unfähig. Das war schon stellenweise anstrengend zu lesen.

    Zudem war es an der ein oder anderen Stelle zu offensichtlich. Es gab ein paar Plottwist, die für mich keine waren, da es für mich offensichtlich war.

    Es gab kurze Kapitel, oft wechselnde Perspektiven und damit ein hohes Tempo, wobei bei mir die Spannung erst ab der Hälfte aufgekommen ist.

    Da frage ich mich, ob es denn wirklich noch eine Fortsetzung gebraucht hatte oder ob die Geschichte von Mikael und Lisbeth zu Ende erzählt ist. Auch diese Anziehungskraft zwischen den Beiden, weiß ich nicht, wie ich das finden soll. Klar, im ersten Band hatten die was miteinander, dann hat sich Lisbeth zurückgezogen und als sie dann wollte, hat sich Mikael an anderen orientiert (übrigens empfand ich ihn hier anfangs als ziemliche Heulsuse – selbst schuld, wenn er sich so benimmt und sich nicht um seine Tochter oder um eine Beziehung bemüht, da braucht er sich nun auch nicht zu beklagen). Aber für mein Empfinden war das Ding durch. David Lagercrantz hat das meiner Erinnerung nach ziemlich außen vorgelassen und Karin Smirnoff fängt nun wieder damit an. Fand ich irgendwie unpassend.

     

    Fazit: Ich möchte das Buch nicht mit den Lagercrantz-Büchern und schon gar nicht mit den Larsson-Büchern vergleichen. Das wäre nicht gerecht, dennoch kann ich sagen, dass mich Lagercrantz von Anfang an mehr überzeugt hat. Auch da bin ich skeptisch gestartet, aber er hat mich überzeugt. Hier bin ich auch skeptisch gestartet und bleibe weiterhin skeptisch. So richtig konnte mich das Buch nicht packen. Lisbeths Nichts Svala ist ein Lichtblick und ich hoffe, dass diese weiterhin in den nächsten Teilen vorkommt. Von mir gibt es drei Sterne.

  10. Cover des Buches 2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt (ISBN: 9783548063201)
    Noah Richter

    2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt

    (99)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Ich habe dieses Buch bewusst als kleinen Blockbuster für zwischendurch gewählt – ohne große Erwartungen an Tiefe, sondern eher mit dem Wunsch nach einem rasanten Thriller, der sich gut weglesen lässt. Und genau das liefert 2,5 Gradzunächst auch: kurze Kapitel, ein flüssiger Schreibstil, viele Szenenwechsel – man ist direkt in der Geschichte drin und das Tempo bleibt hoch. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Das Buch will zu viel und scheitert genau daran.

    Was von Anfang an auffällt, ist die starke Oberflächlichkeit der Figuren. Zwar werden Leela und Jakob mit Hintergrundgeschichten ausgestattet – Leelas Eltern, Jakobs familiäre Vergangenheit –, aber diese Elemente bleiben skizzenhaft, emotionslos und vor allem: plötzlich. Der Vater ist alkoholkrank, die Mutter streng religiös – das wird einfach so hingeworfen, ohne Aufbau, ohne Tiefe. Auch Leelas Beziehung zu Mackenzie entsteht aus dem Nichts. Es wirkt beinahe wie ein Dialog aus einem schlecht geschriebenen Jugendfilm: „Hallo.“ – „Hallo.“ – „Willst du meine beste Freundin sein?“ – „Ja, will ich.“ Übertrieben gesagt, aber so fühlt es sich an. Die emotionale Glaubwürdigkeit bleibt auf der Strecke.

    Ein größeres Problem zeigt sich dann im weiteren Verlauf: Das Buch ist maßlos überladen. Die Geschichte umfasst nicht nur die Klimakrise, sondern auch einen Nazi-Coup in Deutschland, eine mysteriöse Sekte, eine Flüchtlingsrettung, internationale Geheimdienste, religiöse Heilerinnen, Geistererscheinungen und eine globale Medienkampagne. Jeder einzelne dieser Handlungsstränge hätte ein eigenes Buch füllen können – hier aber rauscht man durch alles durch. Innerhalb weniger Seiten wird Leela zur Schlüsselfigur einer Weltrettungsbewegung, die Guardians sterben gefühlt im selben Kapitel, in dem man sie kennenlernt, und der große Anschlag am Ende wird auf wenigen Seiten abgewickelt. Kapitel schrumpfen zum Schluss auf halbe Seiten, teilweise besteht ein Kapitel nur noch aus einem Absatz.

    Was völlig fehlt, ist ein Gespür für Zeit. Wochen und Monate vergehen – aber weder sprachlich noch emotional spürt man das. Entwicklungen passieren wie im Zeitraffer. Auch die emotionale Bindung der Figuren untereinander bleibt aufgesetzt und wirkt mechanisch. Besonders enttäuschend ist, dass sich das Buch irgendwann immer weiter vom eigentlichen Thema – dem Klimawandel – entfernt. Statt sich auf die Ängste, Folgen und Abgründe dieser Krise zu konzentrieren, driftet die Story immer weiter ab: zur Sekte, zu mystischem Heilen, zu Visionen und übersinnlichen Momenten. Moses erhält Ratschläge von seiner toten Tochter. Eine junge Frau wird mit einem Amulett von ihren seelischen Schmerzen befreit. Und Leela wird am Ende durch eine inszenierte Ohnmacht zur Heldin – inklusive Applaus. Das ist nicht nur überzogen, das wirkt wie unbeabsichtigte Satire.

    Dabei steckt in diesem Buch durchaus etwas Gutes: Die Darstellung der großen Ölkonzerne, ihre Verstrickung in politische Macht und Medien – das hat Gewicht. Dass Unternehmen wie Shell, Total oder BP namentlich genannt werden, ist mutig, und die Verbindung zu echten Recherchen ist nachvollziehbar. Leider werden diese relevanten Inhalte nur benutzt, um die Geschichte zu rechtfertigen, nicht, um sie wirklich zu erzählen. Man hat nie das Gefühl, dass das Buch dazu beitragen will, die Klimakrise emotional erlebbar zu machen. Stattdessen wirkt sie wie ein Aufhänger, um einen überfrachteten Actionthriller zu erzählen.

    Unterm Strich bleibt ein Buch, das durchaus Potenzial gehabt hätte – als ernsthafte Dystopie oder als kluger Öko-Thriller. Doch es verzettelt sich in zu vielen Ideen, bleibt oberflächlich und überinszeniert. Der Versuch, alles in ein einzelnes Buch zu pressen, führt dazu, dass nichts wirklich trägt. Selbst als Blockbuster für zwischendurch war mir das am Ende zu viel des Guten – weil Quantität eben keine Qualität ersetzt.

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