Bücher mit dem Tag "koran"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "koran" gekennzeichnet haben.

94 Bücher

  1. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596030934)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (1.180)
    Aktuelle Rezension von: Vellichor

    Dieses Buch erzählt die bewegende und emotionale Geschichte zweier afghanischer Frauen, die versuchen, in einer zerrütteten, patriarchalischen und zutiefst ungerechten Gesellschaft zusammenzuarbeiten, die durch Krieg und Grausamkeit zerrüttet ist.

    Ein entscheidender Kontext für die Geschichte ist der lange andauernde Konflikt zwischen den Mudschaheddin und den Sowjets zwischen 1979 und 1989. Im Laufe der Handlung kommen die Taliban hinzu, die 1996 die Macht ergreifen. Obwohl sich der Roman besonders stark auf die Geschichten der beiden Figuren Mariam und Laila konzentriert, ist der historische Mehrwert des Werkes nicht zu leugnen. Dies ist besonders wichtig, um das Schicksal der beiden Frauen in besonderer Weise zu verstehen.

    Mariam, eine uneheliche Tochter, die im Buch auch oft mit der gleichen Bezeichnung "harami" bestraft wird, wird im Alter von 15 Jahren mit einem viel älteren Schuster namens Rashid verheiratet. Dieser ist, gelinde gesagt, die widerlichste Figur, die mir je in einem Roman begegnet ist. Er wendet physische und psychische Gewalt gegen Mariam an. Es war schrecklich und erschütternd für mich, vor allem diese Passagen zu lesen. Mariam, die selbst noch ein Kind ist, hat Hoffnungen und Träume, möchte zur Schule gehen und steht im Schatten ihres Vaters, der mit drei Frauen und neun Kindern seine eigene Tochter betrogen hat, um die "Familienschande" ein für alle Mal loszuwerden. Es folgen Jahre der Tortur, weil sie Rashid keine Nachkommen schenken kann. Nach dem Sturz von König Sahir Shah wird die afghanische Gesellschaft immer regressiver, insbesondere als die Taliban an die Macht kommen. Frauen dürfen nur noch in Begleitung ihrer Ehemänner das Haus verlassen und müssen vollständig verschleiert sein. Dieben werden die Hände abgehackt, Fernsehen und Unterhaltung sind streng verboten, selbst Lachen auf der Straße wird bestraft.

    Nach einem großen Zeitsprung lernen wir Laila kennen, die Tochter von Mariams Nachbarin Fariba. Ihr Vater hat die Universität abgeschlossen und ist Lehrer. Sie wächst wohlbehütet mit ihrem Freund Tarik auf, der aufgrund einer übersehenen Landmine nur noch ein Bein hat. Auch sie muss im Laufe der Geschichte Rashid heiraten, da ihre Familie in den kriegerischen Auseinandersetzungen des Landes getötet wird. Mit Tarik pflegt sie eine zärtliche Liebe, aus der schließlich ein ungewolltes Kind hervorgeht, das sie versucht, als das eigene von Rashid kenntlich zu machen, um nicht in Ungnade zu fallen. Rashid ist jedoch nicht besonders angetan von seiner Tochter. Man kann seine frauenfeindlichen Züge deutlich erkennen. Er behandelt auch Laila schlecht, und trotz der anfänglichen Feindseligkeit zwischen Mariam und ihr entwickelt sich eine bedeutende Freundschaft zwischen den beiden Frauen, die gemeinsam versuchen, die schrecklichen Taten ihres Mannes zu ertragen.

    Ich möchte nicht näher auf die Handlung eingehen und werde meinen Gesamteindruck etwas ausführlicher schildern.

    Wie bereits erwähnt, hat mich dieses Buch sehr emotional berührt. Es ist schrecklich, vor allem im aktuellen Kontext, was vor allem Frauen in solchen Situationen ertragen müssen, unter einem Regime, das einen radikalisierten Glauben auslebt.

    Ich spreche hier bewusst von Radikalisierung, denn jede Ideologie kann zweckentfremdet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie den Kern eines Glaubens widerspiegelt oder ihm widerspricht. Jede Form der Ideologie und des Denkens kann in eine feindselige und radikale Richtung ausarten, und darüber sollte ein offener Diskurs geführt werden, ohne friedliche Gläubige zu diffamieren, aber auch ohne das eigentliche Thema zu vernachlässigen und sich völlig der Verantwortung zu entziehen. Ich empfehle das Buch jedem, der sich für den historischen Hintergrund Afghanistans und die entsprechende Rolle der Frauen interessiert. Es ist aber auch nichts für schwache Nerven. Khaled Hosseini hat eine schöne, aber auch erschreckende Art, Dinge zu beschreiben und seinen Worten Leben einzuhauchen. Ich danke ihm für dieses Buch. Es hat meine Empathie und meinen politischen Standpunkt eindeutig bestätigt.



  2. Cover des Buches Nicht ohne meine Tochter (ISBN: 9783404608515)
    Betty Mahmoody

    Nicht ohne meine Tochter

     (487)
    Aktuelle Rezension von: Janinezachariae

    Die Geschichte geht sehr tief, wenn man sie von ihrem Standpunkt aus betrachtet. Denn sie ist hier das Opfer. Sie, Betty, die eigentlich nur Urlaub mit ihrem Mann machen wollte. Doch ihre innere Stimme hatte sie schon gewarnt gehabt. Es nagte schon am Flughafen an ihr und als ihr Mann die Reisepässe einsammelte, ahnte sie schlimmes.

    Die ersten Wochen hat sie auch einigermaßen überstanden, bis auf die Kakerlaken und die allgemeine Hygiene bei ihrer Schwägerin. Aber Betty ist mutig und sie versucht es durchzuziehen, bis ihr Mann immer mehr Ausreden hervorbringt und die Heimreise somit verhindert.

    Diese gesamte Tortour geht sehr sehr lange und mittlerweile haben sie auch eine Tochter, Mahtob.

    Man bekommt allerdings nur die Sicht von Betty mit. Wie die Situation im Iran selbst aussah, zu jener Zeit, ist nicht übermittelt. Zumindest habe ich es nicht im Hörbuch erfahren. Ich habe auch die Fortsetzung „Endlich Frei“, die Geschichte der Tochter.

    Was mich beim Hörbuch gestört hat, war das permanente Seufen in der Stimme. Der Film war spannend aufgebaut und Sally Field spielte hervorrand die Betty. Doch im Buch oder Hörbuch war mir der Unterton einfach unfassbar langweilig und doch sehr anstrengend.

    Ab und zu habe ich auch ein Kapitel so gelesen, aber auch das ist schwierig gewesen.

    Was mich aber immer wieder hat aufstoßen lassen, war die Grundhaltung. Betty hat sich bewusst für ihren Mann entschieden, als sie ihn in Amerika kennengelernt hat. Er war Arzt und gebildet. Gutaussehend und liebenswert. Nichts deutete darauf hin, dass er anders ist.

    Als sie im Land ist, gibt es nichts positives mehr an dem Ort. Alles scheint eklig zu sein. Voller Kakerlaken, sogar im Essen und in der Küche. Kinder scheinen keinerlei Erziehung zu genießen und alles ist dreckig und schlecht. Nichts scheint ihr gut genug zu sein.

    War es wirklich so oder hat sie hinterher alles darauf porjiziert? Das kann ich nicht raushören oder rauslesen. Es ist schwierig die Zeiten zu rekonstruieren. 1984/1985?

  3. Cover des Buches Theos Reise (ISBN: 9783446203426)
    Catherine Clément

    Theos Reise

     (237)
    Aktuelle Rezension von: schlumpitschi_liebt_buecher

    Als Theo von seiner Tante auf einer Reise zu den Religionen der Welt mitgenommen wird, kann er sich noch nicht vorstellen was auf ihn zukommt. Er entdeckt die Religionen von allen Seiten und macht sich sein ganz spezielles Bild von ihnen.

    Dieses Buch ist eigentlich ein Kinder- beziehungsweise Jugendbuch, aber es zeigt wunderbar die Aspekte der größeren Religionen auf und dies in einer relativ neutralen und kritischen Sichtweise. Ich finde dieses Buch sollte jeder lesen, der seinen Horizont erweitern möchte.

    Tante Marthe und Theo sind ein sehr lustiges Paar. Tante Marthe bewundere ich sehr, da sie den Mut hat, einen sterbenskranken Jungen mit auf so eine anstrengende Reise zu nehmen und sie die Geduld aufbringt ihm alles so gut sie kann zu erklären, was Theo wissen will beziehungsweise sie für wichtig erachtet.
    Sehr spannend fand ich auch die Reisebegleiter, die sich jede Etappe ändern, diese konnten unterschiedlicher nicht sein.

    Eine klare Leseempfehlung für jeden der sich mehr mit den verschiedenen Weltreligionen beschäftigen will.

  4. Cover des Buches Mein ist die Macht (ISBN: 9783740804336)
    Leon Sachs

    Mein ist die Macht

     (26)
    Aktuelle Rezension von: reading_bumble_bee

    >>Darüber das alles zeigen sollte, wie weltoffen der Islam ist. Ulbricht wurde schlecht bei dem Gedanken. Noch schlechter wurde ihm aber bei dem Gedanken, dass das ach so tolerante Deutschland dieses Märchen schluckte<<

    KÖLN. Während der Rat der Religionen an einem Friedensvertrag arbeitet wird die Zentralmoschee in Köln bei einem Anschlag komplett zerstört. Gefährdet der Terroranschlag die Verhandlungen? Die Tochter des US-Präsidenten möchte bei der Unterzeichnung des Vertrages dabei sein. Dazu kommt es jedoch nicht, da es Hinweise auf ein Attentat auf die First-Daughter gibt. Verdächtigt wird der französische Rabbiner Fabrice. Seine Frau Esther, Nichte Natalie Villeneuve und ihr Mann Alexander Kauffmann versuchen verzweifelt seine Unschuld zu beweisen.

    Zu Begin habe ich das Buch mehrmals weggelegt, da ich den Anfang ziemlich langweilig fand. Wenn man sich jedoch vorarbeitet gewinnt der Thriller etwas mehr an Spannung.

    Brillant fand ich die Hauptcharaktere. Man konnte sie sich gut vorstellen. Ebenso intelligent werden die Ursachen der Gewalt zwischen den Religionen beschrieben. Ich ziehe nur einen Stern ab, wegen der Spannung.

  5. Cover des Buches Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran (ISBN: 9783596509577)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

     (744)
    Aktuelle Rezension von: rica

    Moses wächst ohne Mutter und mit ständig geistigabwesendem Vater auf. Nachdem er bei Monsieur Ibrahim im Laden klaut, findet er in ihm endlich eine Bezugsperson.

    Es ist schön, den Figuren zuzusehen, wie sie in ihre Lebensumständen manövrieren und andocken. Vielleicht hatte ich mehr erwartet, nachdem dem Buch ein so großer Ruf vorauseilt. 

    Es ist schnell gelesen und und vielleicht habe ich es auch zu schnell gelesen. Für mich hätte das Buch gerne etwas länger sein und dadurch mehr in die Geschichte reinziehen können. So war es stellenweise etwas hastig und dadurch distanziert erzählt, aber alles in allem eine schöne Geschichte mit etwas Aussage.

  6. Cover des Buches Couchsurfing in Saudi-Arabien (ISBN: 9783890295701)
    Stephan Orth

    Couchsurfing in Saudi-Arabien

     (19)
    Aktuelle Rezension von: eulenmatz

    MEINUNG:

    Ich habe von Stephan Orth bereits Couchsurfing in Chinagelesen und habe dazu auch eine Veranstaltung mit dem Autor besucht, in der wir direkt mit ihm über das Buch gesprochen haben. Ich war sowohl vom sehr sympathischen Autor als auch von seiner Art über seine Erlebnisse auf Reisen in doch recht spezielle Länder zu erzählen, sehr angetan.

    So ein spezielles Land ist auch Saudi-Arabien. Saudi-Arabien war bisher eines der verschlossensten Länder dieser Erde und möchte sich nun für Touristen öffnen. Diese Chance hat Stephan Orth genutzt und hat sich mit seinem Rucksack wieder einmal auf den Weg gemacht. Stephan ist Couchsurfer, d.h. er schläft kostenfrei bei Einheimischen und auch bietet Schlafmöglichkeiten im Gegenzug bei sich an. Dazu gibt ein spezielle Plattform. In Saudi-Arabien gestaltet sich das gar nicht so einfach und er muss doch das eine oder andere Mal im Hotel übernachten.

    Saudi-Arabien ist kein Land, welches ich bisher wirklich im Blick hatte als Reiseziel und auch nach dieser Lektüre bleibt das so, aber ich weiß nun ein bisschen mehr als nur die Lage auf der Weltkarte. Saudi-Arabien ist und bleibt auch immer noch ein Männern dominiertes Land und so sind Stephan Orths Gastgeber und Fremdenführer eigentlich durchgängig Männer, aber diese sind sehr gastfreundlich und nehmen sich die Zeit ihm ihr Land zu zeigen. Neben seinem Reiseerlebnisse gibt der Autor auch immer Einblicke in die politische Ereignisse und kulturelle und landestypische Hintergründe, wie z.B. die Kleidung und die kleine Kamelkunde, die am Ende eines jeden Kapitels steht.

    Es gibt außerdem zwei große Fototeile, in dem man seine Erlebnisse auch bebildert mitverfolgen kann. Auch im Text gibt es immer wieder kleine Schwarz-Weiß-Bilder. Optisch und auch inhaltlich ist das Buch sehr gelungen. Ich mag auch die Art von Stephan Orth, sowohl wie er schreibt als auch wie als Reisender in den Ländern auftritt. Er ist neu- und wissbegierig, aber er wart auch immer den Respekt gegenüber den Einheimischen. Er erzählt vieles, aber er bewertet es nicht. Seine Reiseberichte können ein erste Schritt sein andere Kulturen besser zu verstehen, auch wenn dort vielleicht niemals hinkommen wird.

    FAZIT:

    Stephan Orth hat es wieder geschafft mich in mir bis dato völlig unbekanntes Land mitzunehmen. Natürlich habe ich von Saudi-Arabien gehört und weiß, wo es auf der Landkarte liegt, aber ich habe festgestellt, dass ich so viel einfach nicht wusste. Dieses Wissen hat meinen Horizont definitiv erweitert. Ich mag es wie respektvoll Stephan Orth mit den vielen Konfliktthemen umgeht, sich aber auch nicht scheut diese anzusprechen. Mal wieder ein umfangreicher Reisebericht gespickt mit viel Hintergrundwissen. Freue mich auf den nächsten Reisebericht! :)

     

  7. Cover des Buches How to Be Gay (ISBN: 9783733500924)
    Juno Dawson

    How to Be Gay

     (30)
    Aktuelle Rezension von: leabeschorner

    Nicht nur für Mitglieder der LGBT-Community spannend, sondern für jede*n sehr informativ.

    Ein Sachbuch für vor allem Jugendliche, die sich in der Findungsphase befinden, aber auch für deren Bekannte, Freunde, Familie. 

    Der Schreibstil ist schon sachlich, aber auch humorvoll - es liest sich super schnell. 

    5/5 ganz klare Empfehlung. Hätte dieses Buch gerne gelesen als ich selbst 12 oder 13 Jahre alt war.

  8. Cover des Buches Wüstenblume (ISBN: 9783426789858)
    Waris Dirie

    Wüstenblume

     (1.528)
    Aktuelle Rezension von: angeltearz

    Zwischendurch mag ich es ganz gerne mal ein Buch über das Leben eines anderen Menschen zu lesen. Aber auch nur, wenn es auch eine Aussage hat. Ich höre auch unheimlich gerne meinen Großeltern und auch früher meiner Urgroßmutter zu, wie sie von ihrem Leben erzähl(t)en. Irgendwie hat doch jeder sein Päckchen zu tragen, die einen mehr und die anderen weniger. Und ich bin leider sehr neugierig und frage nach – wenn es mich interessiert.

    Waris Dirie ist ein Mensch, der sehr viel in seinem Leben durchmachen musste und ich freue mich darüber sehr, dass sie ihre Geschichte niedergeschrieben hat. Und ja, ich bin absolut davon überzeugt, dass sie dieses Buch selber geschrieben hat. Denn der Schreibstil ist einfach – stellenweise sogar sehr einfach. Aber das passt einfach zu dem Buch und zu ihrer Geschichte. Es macht das Ganze direkt noch glaubwürdiger. Waris möchte hier nicht Geld machen mit dem Buch, wie es dann doch einige Promis machen. Nein, sie möchte von ihrem Leben erzählen und sie möchte aufklären. Ganz weit oben die Beschneidung von Frauen. Immer noch ein absolutes Tabu-Thema und auch nicht wirklich real. Leider!

    Waris musste es selber durchstehen unter ganz schlimmen Bedingungen, die mir gar nicht in den Kopf gehen wollen. Es ist so schrecklich, was ihr angetan wurde. Es ist fast noch schrecklicher, dass es immer noch gemacht wurde, weil es zu einer Tradition gehört. Es gehört sich einfach so in Somalia, wo Frauen als Gegenstand bzw. als Besitz angesehen werden. Es ist einfach unglaublich und so unreal. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr es mich belastet.


    Ich finde, dass jeder dieses Buch gelesen haben sollte. Waris Dirie ist ein Mensch, auf den man aufsehen kann. Sie hat so viel durchgemacht und ist heute eine Frau, die für ihr Recht einsteht. Sie ist gewachsen mit ihrem Leben und hat das Beste daraus gemacht. Auch wenn sie es nicht schreibt, ist sie sicherlich das eine oder andere Mal zusammengebrochen und hat an dem gezweifelt, was sie getan hat. Aber letztendlich ist sie von Grund auf eine starke Frau und das sollte ein Vorbild sein. Für mich ist sie es jedenfalls.


    Von mir gibt es für dieses Buch eine ganz dicke Leseempfehlung.

  9. Cover des Buches Das Paradies (ISBN: 9783596192847)
    Barbara Wood

    Das Paradies

     (169)
    Aktuelle Rezension von: Nala73
    Khadija, Amira und Jasmina – drei ägyptische Frauen erzählen von ihren verschlungenen Lebenswegen zwischen Fundamentalismus und westlicher Lebensart:

    Khadija hat einen unbeugsamen Willen, mit dem sie bis ins hohe Alter einen Fünfzig-Personen-Haushalt regiert. Ihre Vergangenheit liegt tief unter dem Wüstensand begraben.

    Amira ist die Tochter eines ägyptischen Vaters und einer englischen Mutter. Die Entwurzelte studiert Medizin und wird Ärtzin in Amerika.

    Jasmina ist als Bauchtänzerin im ganzen arabischen Raum berühmt. Durch ihr unkonventionelles Leben bringt sie ihre Familie in Verruf.
  10. Cover des Buches Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat' (ISBN: 9783328100836)
    Jürgen Todenhöfer

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Frank_Schitty

    Habe das Buch aus Interesse am Islamischen Staat gekauft. Habe zuvor einen Bericht darüber im Internet gesehen.

    Ich war von der Berichterstattung von Anfang an mitgerissen. 

    Man konnte tiefe Einblicke in den Islamischen Staat erhalten, von der Ideologie und von den Menschen die dort leben.

    Es war sehr aufschlussreich und man erfährt Dinge die so nirgends gebracht werden.

  11. Cover des Buches Die Bibel. Altes und Neues Testament (ISBN: 9783451280009)

    Die Bibel. Altes und Neues Testament

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    Im Religionsunterricht in der Schule wurden wir gezwungen, uns mit der Bibel (Hl. Schrift) auseinanderzusetzen und die einzelnen Kapitel zu lesen. Wie wenig hat uns damals das alte Testament interessiert? So wenig wie Alexander der Große oder Echnaton im Geschichtsunterricht. Erst später wurde ich dankbar für diese, in der Schule ungeliebte Lektüre. Erst als ich erwachsen wurde, über den eigenen Tellerrand hinaus blicken konnte und die Hl. Schrift anfing zu verstehen, eröffnete sich mir eine unendliche Weite. Natürlich gibt es genügend ältere Menschen, die das Buch die "Bibel" noch immer nicht verstehen - sich weigern, darauf einzulassen.

    Man kann die Hl. Schrift nicht lesen wie einen Roman. Auf der ersten Seite anfangen, abarbeiten, auf der letzten Seite aufhören und  sagen, ich habe das Buch der Bücher gelesen. Dies ist kein Buch das man suchen muss, die Bibel sucht und findet ihre Leser von selbst. Es ist wohl auch kein Zufall, dass in den USA, in jedem M/Hotelzimmer  ein Exemplar in einer Nachttischschublade liegt. Wer schon öfters dort in Hotels/Motels unterwegs war und die dortige Bibel in Händen hielt weiß, dass sie von Übernachtungsgästen gelesen wird. Man sieht es den Seiten an. 

    Was ist an der Bibel, dass sie solche unterschiedlichen Reaktionen hervorruft, angefangen von Begeisterung bis hin zur Verteufelung und der Bezeichnung als "Märchenbuch"? Auf jeden Fall beunruhigt die Hl. Schrift die Gegner des christlichen Glaubens. Warum wohl? Lesen sie Dinge, die sie nicht lesen wollen weil es einen Nerv in ihrem Innersten trifft, den sie nicht getroffen haben wollen?

    In der Bibel wird Geschichtliches mit Überlieferung gepaart. Dass die Welt nicht in unserer Zeitrechnung von 7 Tagen erschaffen wurde, dürfte jedem klar sein. Man sagt, dass wir uns noch immer im 7. Tag befinden. Der 7. Tag, an dem Gott ruht. Mit dieser Auslegung wird vieles, was auf der Welt geschieht verständlich.

    Man unterscheidet erst einmal grob in "Das Alte Testament" und in "Das neue Testament". Geschichtliches wurde mit Überlieferungen gepaart. Zudem gibt es unterschiedliche Übersetzungen.

    Die Bibel erklären vermag ich nicht. Das können Priester, Religionswissenschaftler viel besser. Ich möchte mich auf 2 Beispiele von sehr vielen beschränken: Das Buch "Hiob" hat  in meinen Augen noch heute eine tiefe Bedeutung in unser aller Leben. Wer den Bibeltext Hiob in seiner Sprache nicht versteht - vielleicht weil die Übersetzung nicht zeitgemäß erscheint - sollte vielleicht einmal das Buch "Hiob" von Joseph Roth lesen, das in einer neueren Zeit spielt. Danach dürfte man auch da Buch "Hiob"  der Bibel verstehen. Manchmal bedarf es einer Hilfestellung.

    Oder eine meiner liebsten Passagen, das Buch "Kohelet". Das ist eine Schrift für Erwachsene. "Alles hat seine Zeit. Es gibt eine Zeit für......". Das dürfte wohl jeder Leser schon einmal gehört haben und auch verstehen. Man wundert sich, wieviele Zitate oder Sprüche unserer Umgangssprache biblichen Ursprungs sind.

    Ich kann nur jedem empfehlen, sich auf die Hl. Schrift einzulassen und sich suchen zu lassen. Dann hat einem die Bibel auch noch in der heutigen, modernen Zeit, sehr viel zu sagen - mehr als viele der auf dem Markt befindlichen Lebensratgeber. 
  12. Cover des Buches Die verschleierte Gefahr (ISBN: 9783958900776)
    Zana Ramadani

    Die verschleierte Gefahr

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Levus
    Zana Ramadani spricht offen aus, worüber in den Leitmedien und in der Öffentlichkeit wegen falschverstandener Toleranz und übertriebener politischer Korrektheit immer noch nicht geredet wird. Sie benennt Ursachen, erklärt Hintergründe und beleuchtet insgesamt, worin die vielfältigen Probleme mit dem Islam und seinen Anhängern bestehen. Ein sehr informativer und wichtiger Beitrag zur aktuellen Diskussion. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für Politiker (und für Wähler) unabhängig von Religion und politischer Einstellung.
  13. Cover des Buches Ich, Prinzessin aus dem Hause Al Saud (ISBN: 9783442424214)
    Jean P. Sasson

    Ich, Prinzessin aus dem Hause Al Saud

     (112)
    Aktuelle Rezension von: makama
    Sultana ist als Prinzessin geboren, sie gehört einem mächtigen Königshaus an, aber Freiheit hat sie nicht, in einem Land in dem Mädchen nichts sind und nur männliche Nachkommen zählen.
    Sultana berichtet vom Leben hinter dem saudischen Vorhang...
    von einem Leben in unerermesslichen Reichtum, aber ohne wirkliche Liebe, vom Vater verachtet, sie ist ja nur eine von vielen Töchtern.
    Sultana, der Name ist ein Pseudonym, denn ihren wirklichen Namen darf sie nicht nennen, wird 1956 als 10. Tochter geboren, die Familie gehört zur saudischen Königsfamilie.
    Sie berichtet davon, dass Mädchen und Frauen keine Rechte haben, sie dürfen nur tiefverschleiert und nie allein das Haus verlassen....
    Die meisten werden schon, kaum dass ihre Monatsblutung eingesetzt hat verheiratet - häufig auch  mit Männern, die ihre Großväter sein können....
    und die können mit ihren Frauen machen was sie wollen - eine Scheidung aus Sciht der Frau ist kaum möglich - hingegen kann sie der Mann schon wegen Nichtigkeiten verstoßen.....
    Sulatanas Schwester muss das bitter erfahren...
    Sultana hat da etwas mehr Glück.....
    Junge Frauen und Mädchen werden wegen geringster moralischer  Vergehen aufs härteste bestraft ---- Junge Männer kommen ungeschoren davon......
    Das Buch ist bereits Anfang der 90iger  Jahre erschienen, also schon recht alt, trotudem glaube ich, dass es nach wie vor doch recht aktuell ist.
    Für Frauen und Mädchen hat sich in dem Land seit dem nicht wirklich viel verändert.
    Sie sind immer noch von ihren Männern, Söhnen oder Brüdern abhängig und dürfen kein eigenständiges Leben führen.
    Das musste ich vor einigen Jahren erfahren.... Stefan Bauer, der ein Jahr in Riad als ParaMedic gearbeitet hat, hat in seinem Buch "Der mit dem Scheich tanzt" davon berichtet.
    Sehr interessant fand ich auch den Anhgang, mit Auszügen aus dem Koran, den Begriffserklärungen, das Nachwort und die geschichtliche Chronologie.....
    Vom mir gibt es 4 Sterne für dieses Buch.




  14. Cover des Buches Dschihad Calling (ISBN: 9783423717236)
    Christian Linker

    Dschihad Calling

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Literatur-Universum
    Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie ein Lied hören und es Sie nicht mehr loslässt? Wenn es Sie so sehr mitzieht, dass Sie Probleme und Sorgen vollkommen ausblenden können? In diesem Buch geht es um kein Lied. Jedoch arbeitet es mit ähnlichen Instrumenten. Es manifestiert wie sich durch neue, fremde Klänge von außen eine grundveränderte Melodie des Lebens ergeben kann. Filigran zeigt es die Stufen der Veränderung eines Menschen.

    Das Buch ist äußerst interessant aufgebaut. Die Erzählzeit erstreckt sich von Ende Oktober bis Juli und liefert in dieser äußerst kurzen Zeitspanne, eine große Fülle an Ereignissen. Es wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive des 19-jährigen Jakob und in Tagebuchform aus der Sicht des 19-jährigen Adil erzählt. Anfangs scheinen ihre Geschichten weit auseinander zu liegen, doch fügen sie sich Kapitel für Kapitel ineinander und bilden letztendlich zusammen eine großartige Erzählung.

    Doch worum geht es eigentlich? Veränderung wurde bereits angesprochen. Diese ist auch das Kernstück dieses Buches. Jakob ist 19 und führt eine Beziehung mit Liz. Er studiert VWL und lebt in einer WG in Bonn. Außerdem arbeitet er nebenbei in einer Marketingfirma. Er stellt dem Leben keine Fragen und ist mit seiner Situation absolut zufrieden.

    Eines Tages trifft er in einem Tunnel eines Bahndammes auf ein Rudel von Pöblern, die ein junges Mädchen mit Kopftuch attackieren. Mutig lenkt er die Aggressoren ab, damit sie flüchten kann. Seit diesem Moment geht ihm dieses Mädchen, welches Samira heißt, nicht mehr aus dem Kopf. Er will und muss sie unbedingt wiederfinden. Als er sie in einem Zeitungsartikel bei einer Salafistenversammlung wiederentdeckt, beginnt sein Interesse sich weiter zu steigern. Schleichend langsam und gefühlvoll beginnt eine Romanze sich zu entwickeln. Auf der anderen Seite beginnt eine Mauer, zwischen seinem alten Leben und seinen neuen Gefühlen, heranzuwachsen. Er fragt sich, ob er tatsächlich zufrieden mit seinem Leben ist. Ob das denn alles schon gewesen ist und es entsteht in ihm eine Blockade für das Gegenwärtige.

    Rasant beginnt er sich von alten Dingen zu trennen, weil sie ihm plötzlich als störend und falsch vorkommen. Ohne Reue und Sehnsucht beginnt seine Formatierung des Verstandes. Er interessiert sich nur mehr für den Islam. Trägt auch auffällige Kleidung, damit man ihn als Moslem auf den Straßen erkennt. Erst als alles zu spät ist, fragt er sich, was er eigentlich gemacht hat. Was sind das für Dinge, mit denen sein neuer Freund Adil ihn konfrontiert? Will er tatsächlich zu dieser Art Organisation dazugehören? Seine Gefühle zu Samira sind so exorbitant, dass er jedoch denkt, dass dies der einzige Weg ist, sich einen Weg zu ihrem Herzen verschaffen zu können.


    Christian Linker, dem Autor dieses Buches, ist ein außergewöhnlicher Roman gelungen. Es ist eine Anekdote, die dem Zeitgeist auf dem Zahn fühlt. Linker ist ein preisgekrönter Schriftsteller und Theologe. Sehr schnell merkt man, dass er sich mit der Materie der Religion sehr gut auskennt und sich lange damit beschäftigt hat. Besser könnte man die Prozesse, die in vielen jungen Menschen in unserer heutigen Welt vorgehen, kaum beschreiben.


    Mit einer sehr prägnanten Erzählweise manifestiert uns der Autor die Trümmergeschichten unserer Zeit. Er taucht tief in die innere Welt von Jugendlichen ein und zeigt uns auf eine präzise Art und Weiße, wie sich diese verändern kann. Religion wird wieder aktueller. Leider aus Gründen der Zerstörung. Die tiefe Auseinandersetzung mit jener kann weitreichende Folgen haben. Für viele auch zu Glück und Zufriedenheit führen. Wie schmal jener Grad jedoch ist, zeigen die Aktualitäten unserer Welt. Dieses Buch liefert einen Grundriss dessen, wie Jugendliche abdriften können und was wahrer Islam im Gegensatz zu jenem des IS ist. Außerdem zeigt es auf, wie wenig die Menschen tatsächlich darüber Bescheid wissen. Es wäre eine Überlegung wert, es in den Schulen als Lektüre einzuführen. Eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik sollte insbesondere für Jugendliche ein essentieller Bestandteil ihres Wissensvorrates werden. Aber auch für Erwachsene stellt es einen Inhalt dar, mit dem man sich unbedingt auseinandersetzen sollte, um sich mit den Dingen unserer heutigen Zeit menschlicher und ethischer auseinandersetzen zu können.
  15. Cover des Buches Mein Mann, seine Frauen und ich (ISBN: 9783453359437)
    Hera Lind

    Mein Mann, seine Frauen und ich

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Tini2006

    Hera Lind, die Meisterin des Chicklit, hat dieses Genre für sich abgehakt und schreibt jetzt Romane, die auf einer wahren Geschichte basieren. Sie lesen sich allerdings weiterhin wie Chicklit. Das ist für mich total okay, weil ich nach der Arbeit einfach mal entspannen will, allerdings gibt es einen Haken: während ich bei ihren früheren Romanen davon ausging, dass die Hauptperson schlicht erfunden ist, muss ich nun zur Kenntnis nehmen, dass es für die mental herausfordernden Protagonistinnen eine reale Vorlage gibt. Hier nicht ab und zu einen Schreikrampf zu kriegen, weil man sich fragt, ob`s noch dümmer geht, erfordert wahre Disziplin. So bezieht sich meine Kritik nicht primär auf Hera Linds Stil....man kaft Hera Lind und weiß eigentlich, was man kriegt...sondern auf den Inhalt.

    Wie schon im Klappentext angekündigt, heiratet Nadia den geheimnisvollen Mann aus dem Orient, Karim, und zieht mit ihm nach einiger Zeit in den Oman. Sie darf dort sogar arbeiten, aber nur strikt verschleiert und unter gewissen Auflagen. Ihre Freizeit verbringt sie damit, zu Hause auf ihn zu warten, denn dass sie da draußen herumschwirrt und eventuell eigene Kontakte knüpft, will Karim absolut nicht. Er dagegen hat eine Erstfrau mit Familie, die irgendwann frustriert zu ihren Eltern nach Jordanien flüchtet, und schließlich auch eine Drittfrau. Und Nadia?`- Die lässt sich einlullen durch sich wederholende Versprechen, die nicht gehalten werden, betören durch Sex und Liebesschwüre, bezaubern durch den vermeintlichen Glanz des Orients und schonungslos durch die Regeln des Islams einschränken. Letztere werden von dem ach-so-religiösem Karim immer wieder gebrochen, aber das fällt Nadia in ihrem Hormonrausch gar nicht so sehr auf.

    Beim Lesen gewann ich den Eindruck, dass Nadia zwar eine herzliche, liebenswerte und auch sehr lebenslustige Frau ist, dass ihr aber gerade all dies und ihre Offenheit immer wieder zum Verhängnis werden. Die fast 50-jährige hat die Seele eines naiven Teenagers, was ich manchmal schon beim Lesen als schwer erträglich hielt. Sie trifft Karim, der macht ihr nach nur 20 Minuten einen Heiratsantrag, sie amüsiert sich darüber noch prächtig - und heiratet zwei Monate später den ihr nahezu unbekannten Mann dennoch. Was rational schwer zu verstehen ist, kann noch durch Liebe entschuldigt werden. Abgesehen davon schwingt für mich da auch mit: uh, in Deutschland bin ich arbeitslos, ich habe kaium Geld, was für eine praktische Lösung! - Doch die Ehe bringt nicht nur Freuden mit sich, sondern eben auch radikale Einschränkungen. Die lebenslustige Frau nimmt in Kauf, ein Leben zu führen, dass von Karims religiösen und persönlichen Überzeugungen bestimmt wird. Sie unterwirft sich. Nadia wird nicht geschlagen, nicht misshandelt. Und dennoch wirkte dieses Gefängnis, in das sie sich da begab, auf mich wie ene einzige demütigende Misshandlung. Schlimm war beim Lesen, wie sich diese Frau in jenes Leben fügte und immer wieder zu ihrem schleimischen., verlogenem Ehemann zurückkehrte. Das machte mich beim Lesen teilweise richtig wütend! Auch ohne Karims Zweit- und Drittfrau fand ich ihr Leben im Oman (und auch zuvor in Amsterdam) demütigend und schlimm. Ich werde nie verstehen können, warum sich eine westlich sozialisierte Frau so etwas antut.

    Die Geschichte war trotz allem insgesamt unterhaltsam und in der Hinsicht bewegend, dass sie bei mir Emotionen weckte, wenngleich auch nicht unbedingt positive für die Protagonistin....aber Hera Lind kann unterhalten, sie kann schreiben und hat einen echten Riecher für Geschichten, die viele Frauen interessieren. Ich bin überzeugt davon, dass es sehtr viele Leserinnen gibt, die Nadias "Ausflug" in die islamische Welt als echtes Abenteuer betrachen, ihren Mut bewundern und insgeheim (zumindest anfangs) auch von einem orientalischen Prnz träumen....


  16. Cover des Buches Die satanischen Verse (ISBN: 9783442746590)
    Salman Rushdie

    Die satanischen Verse

     (107)
    Aktuelle Rezension von: BluevanMeer

    Salman Rushdie spielt mit verschiedenen Mythen, religiösen Ideen, religiösen Überlieferungen, Überzeugungen, Mysterien und verwebt in seine Geschichte die unterschiedlichsten Sagen und Erzählungen aus verschiedenen Religionen. Das ergibt einen unterhaltsamen und ausschweifenden Roman, der es wirklich in sich hat. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber ganz ehrlich: richtig nacherzählen worum es geht und Knotenpunkte aus diesem wilden und wunderbaren Roman herauszudestillieren, ist mir verdammt schwer gefallen. Daher nun in groben Zügen eine Beschreibung dieses Feuerwerks der Literatur.

    Die Hauptprotagonisten sind zwei muslimische Männer, Gibril Farishta und Saladin Chamcha, die 111 Tage lang (die 111 ist übrigens eine Zahl sein, die auf die Dreifaltigkeit verweist) in einem von islamistischen Terrorist*innen entführten Flugzeug verbringen, bis die Terrorist*innen das Flugzeug in die Luft sprengen und beide, aneinandergeklammert, durch die Luft fliegen und zum Glück überleben. Doch dann geschehen seltsame Dinge. Während Gibril sich nach und nach in den Erzengel Gabriel verwandelt, wachsen Saladin bald ein Pferdefuß und Teufelshörner. Der Kampf gut gegen böse, Engel gegen Teufel, ist damit eingeläutet. Erzählt wird die Geschichte von einer gesichtslosen und doch scheinbar göttlichen Instanz, die sich selbst als Teil der "höheren Mächte" sieht. 

    "Was konnten sie auch erwarten? Einfach aus dem Himmel zu fallen: dachten sie, so etwas hätte keine Nebenwirkungen? Sie hatten das Interesse höherer Mächte erweckt, das hätten sie eigentlich merken müssen, und diese Mächte (ich spreche natürlich von mir selbst), haben eine boshafte, ja fast schon gemeine Art, mit Sturzflügen umzugehen. Und noch etwas, lassen Sie mich das klarstellen: ein großer Fall verändert den Menschen." (180)

    Farishta und Chamcha stehen sich also als Erzfeinde gegenüber, vom Himmel gefallen sind beide, aber nur Gibril verwandelt sich in einen Engel, der nicht nur Wunder vollbringen kann, sondern dessen Heiligenschein auch die dunkelste Nacht erleuchtet. Kein Wunder, erinnert sein Name Gibril doch an den Erzengel Gabriel.

    Zudem hatte Gibril schon früh Kontakt zur Göttlichkeit, in verschiedenen Bollywoodfilmen verkörperte er immer wieder unterschiedliche hinduistische Götter. Er verliebt sich in Alleluja, eine jüdische Bergsteigerin, die in den höchsten Höhenmetern, wenn sie ganz nah am Allmächtigen zu sein scheint, zu religiöser Ekstase fähig ist. 

    Saladin Chamchawalla verdient sein Geld als Stimmenimitator, im Moment für  den synchronisiert er Ketchupflaschen und Knabbergebäck, und ist ebenfalls Schauspieler. In England lebt er seit seiner Jugend, seine muslimische Herkunft lehnt er ab, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass er ein sehr schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hat.

    Während sich die beiden Abgestürzten zu einer alten Dame, Rosa Diamond, retten, entscheiden sich die Richtungen, in denen sich ihre Lebenswege entwickeln werden. Der Heilige in spe, Gibril,  nutzt seine Chancen und verrät den Mann mit Pferdefuß. Saladin wird deshalb von rassistischen Polizisten zusammengeschlagen und erlebt die ganze Palette an Polizeigewalt, die man sich vorstellen kann. Das ist so fies zu lesen, das man nur noch Mitleid mit dem Teufelshorn haben kann. Gibril hingegen, nutzt seine wundersamen Fähigkeiten und verhilft Rosa Diamond zu einer göttlichen erotischen Vision. Rosa Diamond hat es also noch gut getroffen, sie ist eine verschwiegene Figur, die verspricht, niemandem von Gibril zu erzählen. Übrigens sind in vielen Beichtstühlen Rosen eingraviert, denn "Sub Rosa" (unter der Rose) teilte man im Mittelalter den katholischen Priestern seine Beichte mit.

    Saladin erfährt, dass seine Frau eine Affäre mit seinem Freund Jumpy Joshi hat (immerhin war er fast ein Jahr verschwunden) und ist am Boden zerstört. Immerhin hat er den Flugzeugabsturz, die Polizei und das Krankenhaus überlebt (wo sich übrigens noch andere verwandelte Menschen aufhalten) - nur um dann in einem Zimmerchen von Bekannten untergebracht zu werden. Weil er immer mal wieder aus dem Fenster sieht, bildet sich bald im Viertel eine Art Teufelskult um den Mann mit den Hörnern, der das Viertel in Chaos und Verwüstung stürzt. Zudem erfährt Saladin, dass seine Frau von ihrem Geliebten ein Kind erwartet. Saladin hat nur noch ein Ziel: er will sich an Gibril rächen, den er für sein Unglück verantwortlich macht. Aber Gibril geht es auch nicht gerade rosig: er wird zu einem riesigen Macho und stresst Alleluja. Zudem kann Gibril bald nicht mehr entscheiden, wer er ist: ein Erzengel oder ein Mensch?

    Neben dem Hauptkonflikt der beiden Protagonist*innen, wird die Erzählung immer wieder durch Gibrils Träume unterbrochen, die ins Märchenhafte kippen. In seinen Träumen geht es um die Stadt Jahila, eine Stadt aus Sand, in der die Menschen 360 unterschiedliche Götter und Göttinnen verehren, bis der Prophet Mahound kommt, seines Zeichens ursprünglich Kaufmann, und den Menschen, wenn es um den richtigen Glauben geht, mal ein bisschen auf die Sprünge hilft. In Jahila lebt auch das Mädchen Aischa, das vom Erzengel Gabriel als Prophetin ausgewählt wurde. Als Symbol ihrer Göttlichkeit wird sie von einem Schwarm von Schmetterlingen begleitet. Ihr ganzes Dorf Titlipur folgt ihr (wie auf einer Pilgerreise) nach Mekka, denn Aischa hat den Menschen versprochen, dass sie das Meer für sie teilen wird. Die todkranke Mischa Sahil sucht Hoffnung und Heilung bei Aischa, ihr Mann glaubt nicht an Aischas Versprechungen und versucht die restlichen Pilger immer wieder zur Umkehr zu bewegen. Aischa hat noch einen extrem frauenfeindlichen und radikalen Gegenspieler, einen Imam, der um seinen eigenen Einfluss bei den Gläubigen fürchtet und natürlich den mächtigen Propheten Mahound, der passenderweise immer dann eine Vision bekommt, sobald seine Anhänger*innen ihn kritisieren. 

    "Tod der Kaiserin Aischa und ihrer Tyrannei, dem Kalender, den Vereinigten Staaten, der Zeit! Wir suchen die Ewigkeit, die Zeitlosigkeit Gottes. Seine stillen Wasser, nicht ihren strömenden Wein. Verbrennt die Bücher und vertraut dem BUCH, zerreißt die Papiere und hört das WORT, wie es der Engel Gibril dem Verkünder Mahound offenbart und wie es euer Deuter und Iman erläutert hat." (S.281)

    Es ist schon bezeichnend, dass Engelchen und Teufelchen in der Romankonstruktion eigentlich Schauspieler sind und Gibril wie ein Schlafwandler zwischen den Welten hin und hergeistert und in diesem ganzen Chaos irgendjemand - von ganz weit oben - die Puppen tanzen lässt. Die Menschen können nur reagieren. Das nennt man dann wohl Schicksal. Und wenn Gott einmal nicht nur als Erzählinstanz auftaucht, sondern als Figur im Text, dann sitzt er mit schütterem Haar auf Gibrils Bett und hat vor allen Dingen Schuppen. Solche Parodien muss man erst einmal in eine Romanform gießen. Hinzu kommt, dass alle Propheten und Ausgewählten in diesem Text an keiner Stelle halten, was sie versprechen. Während Mahound die Menschen offen betrügt, schickt Aischa ihre Anhänger letztlich ins Wasser, wo sie ertrinken. Denn natürlich gelingt es ihr nicht, das Meer zu teilen. Magischer Realismus mit einer gehörigen Portion Religionskritik, auch das steckt in diesem Buch. 

    Kurz nach Erscheinen des Romans, am 14. Februar 1989, rief Ajatollah Chomeini über Radio Teheran eine Fatwa gegen den Schriftsteller und all diejenigen aus, die den Text, der eine Beleidigung des Propheten darstelle, verbreiten und übersetzen. Rushdies japanische Übersetzer, Hitoshi Igarashi, wurde 1991 ermordet, sein italienischer Übersetzer Ettore Capriolo und sein norwegischer Verleger Wililam Nygaard wurden bei Anschlägen schwer verletzt. 

    Wie so oft, und das ist mir bei diesem Text besonders aufgefallen, fehlte mir das Wissen über die religiösen Anspielungen, die über das Christentum hinausgehen. Hinzu kommt, dass ich diesen Roman über einen Zeitraum von sechs Monaten gelesen habe. Ich konnte ihn nicht einfach weglesen - dafür war er zu komplex, zu kompliziert und gleichzeitig auch ein Stück Roman, das ich mir einfach aufsparen wollte. Weil ich gar nicht wollte, dass dieser Roman zu ende geht. Im Satanic Verses Pose Festum, einer Festschrift, die im Jahr 2000 erschienen ist, schreibt der syrische Philosoph Sadik Al-Azm, dass die Einzigartigkeit des Romans darin bestehe,  „den muslimischen Osten und den säkularen Westen zum allerersten Mal in eine religiöse, politische und literarische Kontroverse“ zu bringen und beide so auf einer höheren Ebene miteinander zu verbinden. Die satanischen Verse werden für ihn zum "transkulturellen, transnationalen und transkontinentalen Welt-Roman par excellence". Denn es geht nicht nur um Religionen. Ein Großteil der Handlung passt in jede typische Geschichte einer Großstadt, denn sie spielt in London, es geht um Migration, um Identitäten und natürlich auch um Liebe. Von den verschiedenen Liebesgeschichten, die erzählt werden, endet eine sogar glücklich.

    Hallelujah!

  17. Cover des Buches Nomadentochter (ISBN: 9783426785935)
    Waris Dirie

    Nomadentochter

     (286)
    Aktuelle Rezension von: books_and_baking

    Wieder ein absolut tolles Buch über eine so starke Frau. Viele denken Waris hätte es geschafft ihren Traum zu leben. Von einer Nomadentochter zum Supermodel, aber schnell wird klar, dass ihr Lebennicht perfekt ist und sie immer noch schwere Lasten mit sich rumzutragen hat. Ihre Beziehung geht in die Brüche, viele Leute reden ihr in ihr Leben rein, in ihrem Heimatland herrscht Krieg und ihre Familie hat sie jahrelang nicht mehr gesehen und weiß nicht mal, ob sie alle noch am Leben sind. Sie fasst den Entschluss zusammen mit ihrem Bruder, der mittlerweile in Amsterdam lebt, nach Hause zu fliegen und sich auf die Suche nach ihrer Familie zu machen. Nach einer holprigen und langen Reise finden sie endlich das Dorf ihrer Familie und man merkt wie glücklich Waris war, ihre Familie und Verwandten wieder zu sehen. Was mich hier aber fassungslos macht, wie wenig Frauen dort wertgeschätzt werden. Hochschwangere müssen kilometerweit laufen und Wasser schleppen während Männer vor den Hütten sitzen und nichts tun, oder teilweise dürfen Frauen nicht zusammen mit Männern im Restaurant in einem Zimmer essen, was bei uns einfach undenkbar wäre.

    Das Buch öffnet einem einfach wieder die Augen, wie glücklich wir sein können in was für guten Verhältnissen wir leben. Sei es fließendes Wasser zu haben oder eine gute medizinische Versorgung. In diesem Buch prallen einfach Welten aufeinander, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Nichtsdestotrotz fand ich das Buch Wüstenblume von ihr besser, da die Story teilweise ein bisschen sprunghaft und abgehackt war.

  18. Cover des Buches Tuareg (ISBN: 9783442460052)
    Alberto Vázquez-Figueroa

    Tuareg

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Simone Paulyn
    Alberto Vázquez-Figueroa erzählt in seinem Roman „Tuareg“ die Geschichte von Gacel Saya. In seinem Lager wird ein Gast erschossen, ein weiterer entführt. Somit haben die Soldaten das alte Recht des Gastes, der bei den Tuareg geschützt wird, verletzt und auch die Ehre von Gacel. Er verlässt seine Familie, um den entführten Gast zu befreien und den Tod des Gastes zu rächen. Gacel findet den entführten ehemaligen Präsidenten. Auf ihrer Flucht machen sie sich auf den Weg durch Tikdabra, das Land der Leer. Gacel möchte seinen Schützling über die Landesgrenzen bringen. Es ist so heiß und unwirtlich, dass es kein Leben dort gibt und noch niemals zuvor jemand es zu durchqueren vermochte. Gacel und der ehemalige Präsident Abdul-el-Kebir bezwingen das Land der Lehre mit allerletzter Kraft. Der Präsident wird im Grenzgebiet gerettet und soll wieder politischen Einfluss ausüben. Während der Flucht haben sich die Soldaten seiner Frau Laila und seiner Kinder bemächtigt, um ihn zu zwingen, den Präsidenten einzutauschen. Als Gacel dies erfährt, macht er sich auf den Weg in die Großstadt, um seine Familie zu befreien. Hier wird das Leben und die Konfrontation mit der anderen Kultur für ihn zum Alptraum. Ein interessantes Buch, dass die Unwirtlichkeit der Wüste und die Kultur der Tuareg sowie das Handeln aufgrund von Ehrverletzungen zeigt. Es veranschaulicht auch, wie es nach Ende der französischen Kolonialzeit zuging und wie verschiedene Kulturen aufeinander prallten und dies auch sicher heute noch tun.
  19. Cover des Buches Eskandar (ISBN: 9783442471089)
    Siba Shakib

    Eskandar

     (24)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Irgendwie habe ich mich immer ein wenig gedrückt darum dieses Buch zu beginnen, obwohl mich das Thema sehr gereizt hat. Was bin ich nun im Nachhinein froh, endlich den Anstoß zum Lesen bekommen zu haben, denn das Buch stellte sich für mich, die ich sehr an der Geschichte ferner Länder interessiert bin, als wahrer Glücksgriff heraus.

    Erzählt wird die Lebensgeschichte des jungen Eskandar, der völlig verarmt im Dorf ohne Namen im Iran aufwächst. Eskandar, dessen Name in der westlichen Welt besser bekannt ist als Alexander, mutiert in seiner Verzweiflung und seinem ewigwährenden Hunger zum kleinen Helden, denn er bezwingt die angeblichen Ungeheuer und schlägt sich hinüber in die Welt der englischen Männer auf der Suche nach Naft, das wir als Petroleum kennen. Schließlich hält ihn nichts mehr in seiner alten Heimat und so wird er im Laufe seines Lebens selbst zum Entdecker. Er verdient sein Auskommen als Diener, Gärtner, Übersetzer, Fotograf und eben mit allen Jobs, die ihn und schließlich seine Familie über Wasser halten. Seine wahre Leidenschaft jedoch ist das Geschichtenerzählen und so berichtet er auf fesselnde Weise über die Entwicklungen im Iran über einen Zeitraum von vielen Jahrzehnten. Er beschreibt unzählige Notizbücher und schmückt diese mit zahlreichen Zeichnungen und später auch Fotografien „gegen das Vergessen“. Kein Geschichtsunterricht kann interessanter sein, kein Sachbuch spannender … die Autorin, vielen vielleicht bekannt durch ihr Buch "Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen", hat mit ihrem Roman „Eskandar“ eine wahre Meisterleistung vollbracht. Sie führt ihre Leser durch hundert Jahre Geschichte des eigentlich so reichen Landes Iran, dessen Menschen jedoch immer wieder viel Leid und Armut erleiden mussten. Geprägt durch immer wieder neue radikale Machthaber schwankte Iran stets zwischen Fortschritt und Rückschritt und man kann sich nur wünschen, dass das Land und seine Einwohner endlich Frieden finden mögen.

    Für diesen Wälzer, der sich jedoch so flüssig und eindringlich lesen ließ, vergebe ich fünf Sterne mit einem dicken Ausrufezeichen und einer unbedingten Leseempfehlung für all die Leser, die sich so für Geschichten ferner Länder begeistern können wie ich.

    Inspirieren zu ihrem Roman ließ sich die deutsch/iranische Autorin Siba Shakib übrigens von der Biografie ihres Großvaters Eskandar-Agha, die die Geschichte Irans darstellt.

  20. Cover des Buches Der Koran (ISBN: 9783150042069)
    Max Henning

    Der Koran

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Katrin_Bongard
    Ich sag mal 5 Sterne. Warum? Weil es ähnlich wie die Bibel ein Buch ist, das die Weltgeschichte prägt und über das man sich kein Urteil erlauben sollte, bevor man es nicht gelesen hat. Ich habe das im Rahmen meines Studium gemacht. Aber es ist definitiv kein Lehrbuch oder Belehrungsbuch. genau wie die Bibel, sondern mächtiges Sprachwerk, mit Liebesgeschichten, poetischen Passsagen und brutalen Szenen und Szenarien.
  21. Cover des Buches Der Sanaa-Code (ISBN: 9783961483464)
    Andrea C. Hoffmann

    Der Sanaa-Code

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Ascora
    Klappentext: „… Durch Säureanschläge werden in New York und Berlin die Fotografien der ältesten Koran-Schriften der Welt vernichtet. Ein bizarrer Zufall – oder ein lang vorbereiteter terroristischer Akt? CIA und Polizei beginnen, fieberhaft zu ermitteln. Auch die Restauratorin Katharina Sternberg macht sich auf die Suche nach Antworten: Ihr Vater, der einst zu den Entdeckern der islamischen Artefakte gehörte, ist nach einer Explosion in seinem Haus spurlos verschwunden. Gibt es einen dunklen Zusammenhang? Katharina folgt einer Spur in den Jemen. Sie ahnt nicht, dass ihr die CIA-Agentin Grace folgt – und eine mächtige Institution begonnen hat, Zeugen und Ungläubige skrupellos aus dem Weg zu räumen …“

    Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen und man spannt kaum wie schnell man schon auf den letzten Seiten angekommen ist. Begünstigt wird das, durch das hohe Tempo der Handlung und einen ständigen Wechsel der Schauplätze. Sehr früh wird eine enorme Spannung aufgebaut und kann dann bis zum Schluss gehalten werden. Die Hauptprotagonisten als auch die Nebendarsteller werden gut und authentisch beschrieben, sind aber so zahlreich wie die Handlungsorte, hier den Überblick zu behalten kann ein bisschen schwierig werden, wird aber durch Zwischenüberschriften erleichtert.
    Alles in allen ein spannender Thriller um ein sehr brisantes Thema, bei dem es teilweise schwer fällt Fakten und Fiktionen zu trennen, hier hätte ich mir ein Nachwort der Autorin gewünscht.
  22. Cover des Buches Die verbotene Frau (ISBN: 9783426419632)
    Verena Wermuth

    Die verbotene Frau

     (70)
    Aktuelle Rezension von: -BuchLiebe-


    Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.



    Meiner Meinung nach hat der Klappentext auch etwas anderes versprochen als das Buch halten kann.






    "Meine Jahre mit Scheich Khalid"... also die beiden haben mehr getrennte Zeit wie gemeinsame Zeit. Ich glaube nicht dass man auch nur auf ein einziges Jahr kommt, wenn man das zusammen rechnet.



    Dann steht im Klappentext weiter: "Sie beschließen sich nicht länger zu verstecken und zu ihrer Liebe zustehen." Das ist überhaupt nicht der Fall. Bis zum Schluss verstecken sie sich und dann wenn es soweit wäre es wirklich öffentlich zu machen und zu ihrer Liebe zu stehen trennen sie sich statt dessen.






    Also ich hatte einfach völlig andere Erwartungen an das Buch.






    Mit über 30 ist die Hauptperson doch etwas sehr naiv. Dieses ewige hin und her und die ganzen Streitereien sind schon nervig. Ich kann nicht nachvollziehen wieso sie so an ihm hängt. Was ist an ihm so toll, dass sie das alles nicht sonderlich zu stören scheint? Das kam für mich aus der Erzählung überhaupt nicht raus. Die meisten anderen hätten das vermutlich schon mehrmals beendet.






    Mich hat die Geschichte nicht gefesselt, ich fand es eher langatmig.


  23. Cover des Buches Wer ist Wir? (ISBN: 9783406685866)
    Navid Kermani

    Wer ist Wir?

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    „Und doch habe ich in letzter Zeit häufiger den Alptraum, daß es gar keinen Ort mehr geben könnte in Europa, an dem die Muslime leben können.“ [Kermani (2016), S. 98]

    Kaum ein Thema beherrscht die Medien mehr, als das des Terrorismus, des Fundamentalismus. Kaum ein Tag scheint zu vergehen, ohne eine neue Gräueltat, die im Namen des Islam begangen wird. Und kaum eine Religion wird daher heißer diskutiert als der Islam. 

    Doch was ist der Islam? Was lehrt der Koran? Sind Muslime in Europa integrierbar, wo sie doch angeblich von westlichen Werten nichts halten, schließlich lehre der Koran anderes? Und was sind diese westliche Werte, auf die europäische Nationen immer wieder pochen? 

    Diesen, zugegeben überspitzt, formulierten Fragen geht Navid Kermani in seinem preisgekrönten Buch „Wer sind Wir? Deutschland und seine Muslime“ nach. Fragen, die relevanter sind denn je. Doch stellen wir überhaupt die richtigen Fragen? 

    Kermani jedenfalls tut es. Besonnen und durchdacht tritt er, der beinah hysterisch anmutenden Berichterstattung der Medien jeder Coleur entgegen. Weder gibt es „den Islam“ – ein Ausdruck der suggeriert es gäbe eine richtige, wahre Auslegung einer Religion – so wie es auch nicht „das Christentum“ gibt - es herrscht schlichtweg kein Konsens in der Auslegung von Religion, so wie es kein einheitliches Verständnis von westlichen Werten geben kann. Noch predigt der Koran explizit Gewalt. Man muss religiöse Schriften in ihrer Ganzheit verstehen. Das herausreißen einzelner Suren, die losgelöst von ihrem Kontext gelesen werden, bringt etwa genauso viel, wie Passagen der Bibel losgelöst zu betrachten. Man muss Differenzieren. „Denn nur Differenzierung ist die Voraussetzung, auf ein Problem angemessen zu reagieren“, schreibt Kermani.

    Er plädiert für ein Miteinander, für Akzeptanz, für den Dialog zwischen den Menschen. Damit sein Alptraum nicht wahr wird. 

    Fazit: Wer ein kluges, differenziertes Buch zum Thema sucht, dem sei Kermani wirklich ans Herz gelegt.
  24. Cover des Buches Himmelssucher (ISBN: 9783442747511)
    Ayad Akhtar

    Himmelssucher

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Sky

    Die geliebte Mina und der Islam

    Als Hayat die Nachricht vom Tod seiner geliebten Mina, eine Ersatztante für ihn, erfährt, stirbt ein Teil seines Lebens. Mittlerweile ein Student der Islamwissenschaften, war er ihr zutiefst verbunden, seit sie aus der Zwangsheirat ihres pakistanischen Mannes herausbrach und mit ihren Sohn zu Hayats Eltern zog. Sie war es, die ihm die Welt des Islams erklärt ihn, ihn beigebracht hat wie man betet, was es mit den Koran auf sich hat und was Glauben aus einem Menschen macht. Doch hinter dieser Beziehung steht ein Fehler, der das Leben von Mina beeinflusst hat und der alles zwischen Ihnen änderte. Ein Fehler, der nie wieder gut zu machen ist. Denn Minas Liebe zu Nathan, Jude und Kollege von Hayats Vater, stellt Probleme da, die unausweichlich scheinen.
    Ayad Akhtar erzählt eine Geschichte von Liebe, Glauben und dem inneren Selbstzweifel. Sein Protagonist Hayat, der von seiner eigenen Geschichte erzählt, nachdem er von Minas Tod gehört hatte, war ein Junge, der sich zwischen zwei Welten bewegen musste. Einerseits die westliche Welt, die amerikanische, die christliche Welt, in der er lebte und seine Eltern hauptsächlich agieren und der östlichen, der pakistanischen, der muslichen Welt, die er durch Mina kennenlernt. Beides prallt aufeinander und wirft den Jungen in eine schwierige Situationen, bei dem ihm die Antworten fehlen, weil er zu jung ist, um es zu begreifen oder es ihm falsch vermittelt wurde. Die disharmonische Familie, mit dem heimlich trinkenden Vater und der betrogenen Mutter, die bei ihren Mann bleibt, macht die Sache nicht besser.
    Was hier Akhtar damit aufwirft, ist vor allem die Fragen nach dem Glauben und inwieweit er unser Leben bestimmen kann und darf. Wie weit Erziehung uns beeinflusst und Kultur unser Leben bestimmt, unabhängig von welchen Ort wir stammen und wir sie mitbringen. Er lässt verschiedene Religionen aufeinandertreffen, sei es das Judentum, Christentum oder der Islam, stellt Gemeinsamkeiten fest und spart nicht den Fanatismus aus. Egal welche Religion es ist, alle werden kritisch hinterfragt und beleuchtet und was einem immer wieder überrascht, wie radikal der Konflikt sein kann, dass man "Gottes/Allahs/Jawehs" Wort predigt, ein friedliches Zusammenleben propagiert, aber sich auf allen Seiten Spitzfindigkeiten finden, die die Toleranz zerstören. Das hier der Islam im Zentrum steht, ist fast nur am Rand wichtig, wenn einem klar wird wie Glauben den Menschen beeinflussen kann oder sie uns beeinflussbar für Ideologen macht, die man blind vertritt, aus der Überzeugung heraus, das Richtige zutun. Blindes Vertrauen in eine Religion, die jeder anders sieht, betrachtet und ausführt. Dabei umschifft Ayad Akhtar den Radikalismus ins Extrema und fokussiert diesen inneren Glaubenskonflikt auf einen Jungen, der seinen Platz im Leben sucht, einen Jungen, der versucht zwischen westlicher und östlicher Kultur einen Grad zu finden, wo er seine eigenen Traditionen beibehalten kann ohne die von anderen Kulturenkreisen zu verletzen und diese Aufgabe ist gar nciht so einfach. Denn Vorurteile bestimmen das Bild, welchen man sich nicht immer entziehen kann, die aber zu furchtbaren Katastrophen führen können. Vor allem im Islam, der in vielen verschiedenen Richtungen unterschiedliche Ansichten hervorbringt, ist es schwer, den Weg zu finden, der einen richtig erscheint oder allgemeingültig als der Richtige erscheint. Weiterhin spielt die Eifersucht eine große Rolle, die uns blind macht gegenüber allen Dingen, sei es über uns selbst oder über andere hinweg. Hayat selbst schildert uns von ihr und wie er sie entfunden hat, welche Fehler er begangen hat und welche er bereut und man selbst sieht dabei auf ihn herunter und kann ihn nur verzeihen. Wie sollte er es anders wissen? Er war ein Kind... und genau diese Tatsache verleitet den Leser dazu sich milde mit Themen auseinanderzusetzen, die man schnell abtut. Glauben betrifft eigentlich alle, egal ob Atheist oder nicht, wir alle glauben an Etwas. Und sind uns bei Weitem nicht einig darüber, was richtig oder falsch ist. Die große Sträke, dass Ayad Akhtar dieser Entwurf und dieser innere Konflikt gelingt, liegt an seiner vielschichten Charakteren, die man nur zu oft ins Herz schließt, weil sie besonders sind. Egal ob es der junge Hayat ist, der uns mit Hingabe seine Welt schildert, der jüdische Freund von Hayats Vater oder die mütterliche Art Minas gegenüber der ehrlich gemeinten Strenge der Mutter, die an der Ignoranz ihres Mannes zu zerbrechen. Alle zusammen bilden sie ein Portfolio des Glaubens, deren verschiedenen Auffassungen davon, die jeweiligen Typen beschreiben. Für die einen ist Glauben etwas, woran man sich festhält, für andere eine Randerscheinung und für die Nächsten ein striktes Gesetz ohne Abweichungsmöglichkeiten. Es geht um Sühne, Versöhnung und dem Verzeihen, dem Abstrafen und den Hinnehmen, das Resignieren und Senieren und schlussendlich darum, ob das, woran man festhält, auch wirklich das ist, was man für immer behalten soll. Ob der Kompromiss nicht die Lösung ist? Diese Lebendigkeit findet sich auch in der Sprache, die von der pakistanischen Kultur geprägt ist und spezielle Metaphern aufwirft, die sehr bildkräftig und vor allem poetisch daherkommen. Sie sind verspielt, sehr farbenfroh und freuen einen und geben den Roman einen entsprechenden Rahmen, auch wenn man sich an vielen Stellen noch mehr von den sprachlichen Spielereien wünscht. Und genau da herrscht auch das Problem des Romans: Das große Ganze erschafft eine bewegte Geschichte über die Liebe, den Glauben und der Suche nach sich selbst, deren Details es aber oftmals an Tiefe fehlt. Es fehlt an Feinschliff, der dem gesamten Roman in die richtige Richtung hebt. So wackelt leider manchmal das Gerüst, auf den Ayad Akhtar seinen Roman baut und der versucht Vorurteile abzubauen und Einblicke in Kulturen geben, die man selbst nicht immer vor Augen hat, unter den Rahmen der Emotionen, die uns Menschen auszeichnen, bei denen unser Hintergrund keine Rolle mehr spielt.

    Fazit

    "Himmelssucher" ist eine bewege Geschichte über unseren inneren Zweifel nach der Suche nach sich selbst und nach dem, was wir Glauben nennen. Einfühlsam, oftmals raffiniert und vor allem sehr einpragsam erzählt Ayad Akythar eine Geschichte, die einen rührt und einen nicht so schnell wieder verlässt.

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