Bücher mit dem Tag "kremayr&scheriau"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kremayr&scheriau" gekennzeichnet haben.

5 Bücher

  1. Cover des Buches Hippocampus (ISBN: 9783218011778)
    Gertraud Klemm

    Hippocampus

     (30)
    Aktuelle Rezension von: holzmair_eva

    In Gertraud Klemms "Hippocampus" ergeben eine ältere Frau (Elvira) und ein jüngerer Mann (Adrian) ein hinreißendes Paar. Sie will das Bild der soeben verstorbenen Autorin und zeitweisen Freundin Helene durch provokante Installationen zurechtrücken, er macht mit, weil er dafür von ihr bezahlt wird (oder auch nicht).

    Elvira, von den 68ern geprägt, ist dezidiert anti, egal, ob es sich ums öde Landleben, um penetranten Katholizismus, um Männer im Allgemeinen oder im Besonderen, aber auch um so manche Frauen oder die junge Generation handelt, diese "Mittzwanziger, die es gar nicht erwarten können, sich vorschnell in den Ernst des Lebens zwängen zu lassen. Die an diesen Unis und Fachhochschulen mit altklugen Patentrezepten gemästet werden, die brav den Schnabel aufsperren, damit sie möglichst schnell ihr ökonomisches Schlachtgewicht erreichen: arbeiten, Steuern zahlen, konsumieren."

    Adrian hangelt sich von einem Job zum nächsten, hat ein Riesenminus auf seinem Konto und versteht die Frauen nicht, verabsäumt es jedoch, Elvira zu fragen: "Warum studieren sie nicht MINT-Fächer und schnappen sich die besten Jobs? Warum hängen sie ihren Männern nicht die Kinder um und machen Karriere? [...] Warum folgt auf dieses ständige Jammern nicht endlich eine einzige, richtige, zu einem Ziel führende Tat?"

    Aus diesen letztendlich gar nicht so gegensätzlichen Positionen ergibt sich ein unterhaltsamer, aber auch nachdenklich stimmender Roadtrip, in dem es Elvira versteht, Adrian mit ihren Ideen und Aktionen zu überraschen. Er wiederum ist der ideale Sparring Partner für die oft grantige und unzugängliche Elvira, der sich durchaus zu behaupten weiß. Es gelingt Gertraud Klemm, uns die beiden sympathisch werden zu lassen, und das trotz oder gerade wegen ihrer Macken. 

    Die mit dem titelgebenden Hippocampus (=Seepferdchen) signierten Installationen, die Elvira konzipiert und bei deren Umsetzung sie vor nichts zurückschreckt, sind auch nicht ohne! Gottlob gibt es Adrian, der die Reaktionen darauf filmt und für etwas mehr Breitenwirkung sorgt, als es die ersten zaghaften Meldungen in den Zeitungen tun.

    Am Ende des Buchs ist frau/man versucht zu applaudieren, weil den beiden bei weitem nicht alles, aber doch einiges gelungen ist.



  2. Cover des Buches Die blinden Flecken der Geschichte (ISBN: 9783218010634)
    Gudula Walterskirchen

    Die blinden Flecken der Geschichte

     (6)
    Aktuelle Rezension von: BooksAreGreat
    Gerade wenn man nicht so viel Ahnung von der Geschichte Österreichs zu dieser Zeit hat, ist das Buch interessant. Ich konnte Vieles lernen und habe auch Dinge richtig gestellt bekommen.

    Die Autorin ist zum einen bemüht die historischen Fakten möglichst sachlich darzustellen und im nächsten Schritt darüber aufzuklären, wie diese historischen Ereignisse missbraucht wurden. Sie beleuchtet Geschehen und Personen wie Politiker kritisch und hinterfragt Handlungsmotive. Was sie aber nicht macht ist eine Sicht als „wahr“ oder „richtig“ darzustellen. Geschichte ist eben nicht etwas Einseitiges, was ganz klar ist, sondern sie wird durch verschiedene Farben und Schattierungen geprägt.

    Der Titel „blinde Flecken“ passt meiner Meinung nach recht gut. Viele dieser historischen Begebenheiten und ihre Ausschlachtung ist bis heute noch nicht richtig dargestellt. Vielleicht kommt durch dieses Buch auf den ein oder anderen Aspekt mal wieder mehr Bedeutung zu.

    Der Schreibstil hat mir insbesondere gefallen. Eine wirklich gut recherchierte Arbeit. Man merkt, wie viel Herzblut der Autorin in dem Buch steckt. Dabei geht sie mit der gebührenden Sachlichkeit vor, sodass man ihre Überlegungen nachvollziehen kann und ihr auch gerne in den Gedankengängen folgt.

    Ein wirklich gelungenes Buch. 
  3. Cover des Buches Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung: und andere sozialpsychologische Experimente (ISBN: 9783701505944)
    Felicitas Auersperg

    Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung: und andere sozialpsychologische Experimente

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ivonne_Gerhard
    Was es nicht alles gibt und was alles experimentiert und erforscht wird - wurde,... Für mich war es mal etwas ganz Neues, solch ein Buch zu lesen und die Thematik kennen zu lernen ;-) manches kennt man, in abgeänderter Form oder man kannte es, konnte es nur vorher nicht genau zuordnen,... Man lernt noch viel Neues kennen und bekommt Hintergründe,... Wie läuft ein exemperiment ab, was wird bezweckt, wie wird beeinflusst und verändert,... Unbewusst und bewusst,... Ein sehr ausführliches Buch mit vielen Experimenten und Lösungen. Für mich war es wirklich sehr interessant sowas mal zu erfahren ;-)
  4. Cover des Buches Fürchtet euch und folgt uns (ISBN: 9783218010627)
    Michael Laczynski

    Fürchtet euch und folgt uns

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Gartenkobold
    Klappentext: Was verbindet Frankreichs Front National mit Großbritanniens Brexit-Befürwortern, mit Polens Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, Deutschlands AfD und dem griechischen Linksbündnis Syriza? Welche Gemeinsamkeiten haben Boris Johnson, Frauke Petry, Heinz- Christian Strache und Beppe Grillo? Sie inszenieren sich als Rebellen gegen das Establishment, versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme – und nutzen die Sorgen ihrer Anhänger als Rohstoff für politischen Erfolg. Angst vor Fremden, Angst vor dem materiellen Abstieg, Angst vor dem gesellschaftlichen Wandel und Angst vor dem Diktat abgehobener Eliten sind die vier wichtigsten Bausteine des europäischen Populismus. Michael Laczynski, EU-Korrespondent der Tageszeitung Die Presse in Brüssel, zeigt, wie Populisten diese Ängste nutzen, um auf Stimmenfang zu gehen, wer die Menschen sind, die ihnen vertrauen, und was gegen ihre Politik unternommen werden kann. Die Reise führt von London über Paris und das Brüsseler Europaviertel bis in die Ghettos von Kopenhagen und die Vororte von Warschau.
    Nachdem Präsident Trump gewählt wurde, haben die Wahlforscher Ergebnisse vorlegt, nachdem frustrierte, ältere weiße Männer ohne Collegeabschluss Trump gewählt haben, als ich anfing, zu lesen, stieß ich wiederum auf diese Aussage : "Männlich, weiß, unterdurchschnittliches Bildungsniveau, überdurchschnittliches Alter, das sind die Attribute des stereotypischen UKIP-Wählers..." obwohl der Autor diese Aussagen in späteren Kapiteln relativiert, aber, es bleibt haften. Dass ebenso die Mittelschicht große Ängste hat, erlebe ich selbst auch und auch einigen meiner Nachbarn geht es ähnlich, aber wähle ich darum Rechtspopulisten? Nein, ganz bestimmt nicht.
    Rechtspopulisten teilen die Gesellschaft in zwei homogene Gruppen, das Volk und die sogenannte „korrupte Elite“ und das nutzen sie als Schlagworte. Auch unsere Politiker gehen nicht auf unsere Ängste ein, auch ich fühle mich manchmal verraten und verkauft, aber wähle ich deshalb Rechtspopulisten, nein, ich glaube, es steckt noch viel, viel mehr dahinter.
    Im Buch wird sehr gut das Beispiel Dänemark beschrieben und ja, wir müssen alle zusammenstehen und helfen, damit Integration gelingen kann, diese kann nämlich dann schon nicht funktionieren, wenn wir Immigranten in eigens dafür gebaute „Ghettos“ umziehen, wenn wir nicht genügend Sprachkurse anbieten, wenn Immigranten wegen ihres „nichteuropäischen“ Aussehens angepöbelt werden. Ich selbst bin in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich tätig und kenne nur Einzelschicksale, aber die von mir betreuten Kriegsflüchtlinge tun alles dafür, hier in friedlicher Existenz mit den deutschen Nachbarn zusammenzuleben, nein, sie verleugnen sich deshalb nicht….
    Das Buch regt zum Nachdenken an und meines Erachtens steckt noch viel mehr dahinter, obwohl selbst oft im www, sehe ich eine ganz große Gefahr bei den Beiträgen der sozialen Netzwerke, in die jeder immer unverhohlener Rassismus und Hass gegen Minderheiten propagieren kann, Falschmeldungen verbreiten und zur Hetzjagd aufrufen kann. Und auch das sind nur die Spitzen des Eisbergs.
    Wir alle hier in Europa sind auf dem Weg in stürmische Zeiten, der internationale Terrorismus wird bedrohlicher, aber wir als Gesellschaft dürfen uns die Zügel von den Rechtspopolisten nicht aus der Hand nehmen lassen.
    Ach ja, die Lektüre war manchmal erfrischend humorvoll, trotz des ernsten Themas.
  5. Cover des Buches Tau (ISBN: 9783218010801)
    Thomas Mulitzer

    Tau

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    „Die Leute haben es aber für bare Münze genommen. Viel gefährlicher als die Lügner selbst sind ja die Leute, die ihnen glauben. Die Naivität der Leute bringt die Lügner ja gerade erst dazu, zu lügen. Und sie haben ihm alle geglaubt. Sie waren da und haben alles durcheinandergebracht. Sie haben herumgestöbert und schamlos gelacht, und alles nur wegen dem Deppen und seinem Buch.“

     

    Ein junger Student bekommt den Auftrag auf den Spuren Thomas Bernhards zu wandeln. Dazu reist er in sein Heimatdorf Weng, wohnt bei seinem Großvater, der bereits zur Zeit Thomas Bernhards dort ein Gasthaus betrieben hatte. Dieser Ort ist auch der Schauplatz von Bernhards Werk „Frost“, welches den Ort in kein schmeichelhaftes Licht taucht.

     

    In „Tau“ lässt uns Thomas Mulitzer mit seinem Protagonisten auf Spurensuche gehen. Wir dürfen dabei sein, wenn dieser seine Beobachtungen der Dorfbewohner analysiert, seinen inneren Monologen nachhängt und Museen bzw. Ausstellungen besucht – alles im Sinne der Forschung sozusagen. Dass er sich manches Mal von seinen Studien abbringen lässt und in die Genusswelt der Gebirgswelt eintaucht, lässt sich nicht so ganz vermeiden.

     

    Der Schreibstil Thomas Mulitzers ist sehr speziell, sehr provokant, manches Mal sogar unter der Gürtellinie. Doch mir hat dieser Schreibstil gefallen, es liest sich kurzweilig, bildgewaltig. Das Buch behandelt äußerst viele Themen, von denen mir nicht alle zugesagt haben – Kritik an der Literaturwelt, Korruption, Generationenkonflikt, Gesellschaftskritik … Was mir weniger gefallen hat, war die Darstellung der Bewohner von Weng, die teilweise ziemlich schlecht weggekommen sind (vermutlich im Sinne des Ursprungswerks „Frost“). Nur weil Menschen in einem „Kaff“ leben, heißt es nicht, dass alle gewaltbereit, dem Alkohol zugeneigt und ungebildet sind. Solche Pauschalierungen sind nicht nach meinem Geschmack.

     

    Auf eine richtige Handlung, den roten Faden, wartet man vergeblich. Der Protagonist verläuft sich allzu oft in seinen Gedankenspielereien, seinen Abschweifungen, dreht sich irgendwie im Kreis. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen, was aber ausschließlich diesem wunderbaren Schreibstil des Autors geschuldet ist. Wortspielereien und besondere Sprachgebilde faszinieren mich und lassen mich am Ende trotz einer fehlenden Handlung versöhnt sein.

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