Bücher mit dem Tag "kreuzzüge"

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189 Bücher

  1. Cover des Buches Der Traum der Hebamme (ISBN: 9783426638378)
    Sabine Ebert

    Der Traum der Hebamme

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Lesebesessen

    Meinung:

    Die Protagonisten sind weitgehend die gleichen und genauso gut, wie in den vorangegangenen Bänden der Reihe. Wieder gelingt es Sabine Ebert, den Leser  sofort in das 12. Jahrhundert mitzuziehen. Die bösen Charaktere sind immer noch Albrecht von Meißen, Elmar, Gieselbert, Rutger und andere. Der alte Spruch gilt unverändert weiter: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Genauso bedrückend, düster und aggressiv ist die Gesamtstimmung. Das schadet aber dem Buch nicht, denn dadurch werden die anderen, z.B. Marthe, Lukas, Dietrich, Clara, Thomas etc., wie leuchtende Sterne wahrgenommen. Und tatsächlich übertreibt Albrecht seine Machtbesessenheit, ignoriert mehr und mehr Elmar mit seinen Intrigen und Ränkespielen und setzt voll auf Konfrontation.

    Die geschichtlichen Details lassen sich gut z.B. in Wikipedia nachlesen und sind auch im Anhang aufgeführt, in dem Buch allerdings bildhaft mit Leben erfüllt. Stoff zum mitleiden und mitfreuen.

    Fazit:

    Historischer Roman mit mehreren spannenden Zeitabschnitten. Kann man nicht aus der Hand legen: fünf Sterne.

  2. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.106)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Gotthold Ephraim Lessing, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung und des Humanismus hat mit diesem Drama ein Lehrgedicht verfasst, welches bis in die heutige Zeit an Aktualität nicht verloren hat.


    Die Figuren verkörpern Intoleranz, Fanatismus, politische Herrschaftsansprüche und werden durch Nathan den Weisen auf den Weg des Menschseins geführt. Dies gelingt ihm nicht durch moralisierendes Lehren sondern durch vorbildliche Taten. Durch subjektives Handeln und nicht durch schriftliche Bekenntnisse oder den Verweis auf die Bibel soll der Mensch seine Pflicht erfüllen, sich vor Gott und den Menschen beliebt zu machen. Die echte Religion findet sich im Herzen der Menschen und nicht in den Texten. Dies zu verdeutlichen, hilft das Kernstück des Textes: die Ringparabel. Die friedlich-tolerante Koexistenz der drei grossen Religionen und die Frage nach der Wahrheit stehen dabei im Zentrum.


    Das Theaterstück ist im Blankvers geschrieben, der nach anfänglicher Gewöhnungszeit sehr schön zu lesen ist. Es empfiehlt sich, auch das Bühnenstück zu sehen, um den Klang der Sprache noch mehr zu verinnerlichen.

  3. Cover des Buches Der Fluch der Hebamme (ISBN: 9783426506066)
    Sabine Ebert

    Der Fluch der Hebamme

     (225)
    Aktuelle Rezension von: Lesebesessen

    Meinung:

    Historischer Roman, mit sorgfältig recherchierten historischen Details. Sehr lebendig und bildhaft geschrieben, wird der Leser in das 12. Jahrhundert zurückversetzt. Die Charaktere von Marthe, Lukas bleiben unverändert gut. In diesem Band treten zusätzlich Albrecht und seine Kumpane als die Verkörperung der menschlichen Abgründe, sowie Clara, Reinhard, Thomas (Sohn von Marthe) sowie Roland (Sohn von Raimund) in den Vordergrund sowie unzählige andere Namen. Und natürlich der erneut fehlgeschlagene Kreuzzug mit allen seinen Gewalttaten und der höchst fragwürdigen Rechtfertigung durch die Kirche. Sabine Ebert hat es wieder einmal geschafft sehr gut die damalige Zerstrittenheit auf allen Ebenen des Adels herauszuarbeiten, etwas unter dem vor allem das „einfache“ Volk zu leiden hatte. Ich jedenfalls weine diesem ehemaligen Adelsstand keine Träne nach, im Gegenteil.

    Fazit:

    Historischer Roman, sorgfältig recherchiert, fesselnd und kurzweilig erzählt: fünf Sterne.

  4. Cover des Buches Die Perlenfischerin (ISBN: 9783404177752)
    Sabine Weiß

    Die Perlenfischerin

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    3,5 Sterne, aufgerundet auf 4
    Die Geschichte spielt in Norddeutschland im 13. Jahrhundert. Hauptprotagonistin ist Ida, die zu Beginn der Handlung circa sechs Jahre alt ist. Ihr Dorf wird überfallen; viele werden getötet, viele vertrieben. Ida wird dabei von ihrer Familie getrennt und schließlich von einer Einsiedlerin gefunden, die sie bei sich aufnimmt und großzieht.
    Das hat mir sehr gut gefallen; ich konnte mich in die Geschehnisse gut hineinversetzen. Alles ist auch recht ausführlich beschrieben.
    Ida wächst heran, macht sich irgendwann auf die Suche nach ihrer Familie.
    Wir begleiten Ida eine ganze Weile, erleben ihre "Abenteuer" mit. Irgendwann heiratet sie, bekommt Kinder, später auch Enkelkinder...
    Und irgendwo hat mich dann die Geschichte ein bisschen verloren.
    Vielleicht war es einfach zu viel; ich bin mir nicht sicher. Das Buch hat knapp über 700 Seiten, aber daran kann es eigentlich nicht gelegen haben; da habe ich schon dickere Bücher gelesen.
    Trotzdem konnte mich die Geschichte irgendwann nicht mehr so fesseln wie zu Beginn. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Geschehnisse zum Ende hin irgendwie "liebloser" erzählt wurden. Das Politische rückte in den Vordergrund, was sicherlich auch interessant war, aber Ida und ihre Familie habe ich dabei ein wenig verloren bzw. vermisst. Sie war mir nicht mehr so nahe.
    Trotzdem aber ein sehr gutes Buch; schreiben kann die Autorin auf jeden Fall!

  5. Cover des Buches Die Highlanderin (ISBN: 9783746638294)
    Eva Fellner

    Die Highlanderin

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Lena_Madeleine_Eckel

    Das Cover hat mir direkt zugesagt. Auch wenn es tatsächlich etwas anderes vermuten lässt. Der Inhalt war irgendwie überraschend und daher waren Cover und Inhalt nicht unbedingt stimmig. Der Inhalt jedoch selbst war sehr gut und detailliert. Doch von Anfang an.
    Anfänglich bin ich doch ein wenig schwer in die Geschichte reingekommen. Ich habe den Zusammenhang nicht gefunden, da die ersten Kapitel scheinbar in der Zukunft geschrieben waren. Es ging um ein zukünftiges Erlebniss, welches einfach nicht zur Inhaltsangabe passte. Ich hätte mir hier tatsächlich einen anderen Anfang gewünscht. Dennoch bin ich froh, dass ich dran geblieben bin und es nicht aufgegeben hab. Es war ja doch eher kurzweilig, sodass die Geschichte schneller startete als gedacht. Daher ist es von mir nur eine Anmerkung, jedoch kein Grund um Sterne in der Bewertung abzuziehen.
    Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Natürlich hier am meisten unsere Hauptprotagonistin Enja. Sie ist ein richtig toller, selbstbewusster und eigensinniger Charakter. Es wird sowohl ihre Kindheit beleuchtet als auch ihr aktuelles Leben. Dies hat die Autorin geschickt eingefädelt, da sie immer wieder wechselt zwischen den beiden Zeiten. (Kindheit im Orient etc und Gegenwart in Schottland/England). Tatsächlich kann ich hier gar nicht sagen, welche Zeit mir besser gefallen hat. Denn es wurde immer an den spannendsten Stellen gewechselt, sodass man nicht anders konnte als zu schimpfen um dann schließlich weiterzulesen. Einerseits hat mich dieser Wechsel geärgert, andererseits hielt es die Spannung aufrecht. Auch der Schreibstil tat sein übrigens, denn die Worte waren richtig gewählt, es war flüssig geschrieben, sowieso emotional aus aussagekräftig.
    Mein Fazit: An sich hat mir somit alles zugesagt, ich war zwar überrascht, jedoch im positiven Sinne. Tolle Charaktere, eine super ausgearbeitete Story, spannend und emotional. Ich kann das Buch gern für Historieliebhaber empfehlen. Ich freue mich schon auf Teil 2 der Saga.

  6. Cover des Buches Die Eifelgräfin (ISBN: 9783499249563)
    Petra Schier

    Die Eifelgräfin

     (111)
    Aktuelle Rezension von: Muschel

    Auf diese Trilogie hatte ich mich sehr gefreut, da ich auch Abenteuer und Spannung von einem historischen Roman erwarte. Leider habe ich diesen ersten Teil nach 107 Seiten Langeweile abgebrochen. Es ging in der ganzen Zeit nur um das etwas nervige Kennenlernen in einer beginnenden Liebesgeschichte. Fuer mich persoenlich nichts, wer soetwas gerne liest, fuer den ist es sicher unterhaltsam.

  7. Cover des Buches Nathan und seine Kinder (ISBN: 9783407742339)
    Mirjam Pressler

    Nathan und seine Kinder

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Lesemomente

    “Nathan der Weise” von Lessing und seine Ringparabel – gehört hatte ich auf jeden Fall schon von diesem Drama, es aber selbst noch nicht gelesen. Nun bot sich mir mit “Nathan und seine Kinder” die Möglichkeit, eine etwas zeitgemäßere Version der Geschichte zu lesen.

    “Es gibt in jedem Volk gute und ehrliche Menschen, egal zu welchem Gott sie beten, so wie es überall auch böse und grausame Menschen gibt.” (S. 105)

    Die Koexistenz der Religionen, das Miteinander und Füreinander: All das sind hochaktuelle Themen. Wundervoll, dass sich Mirjam Pressler ihnen noch ein Mal gewidmet und versucht hat, sie moderner und durch die Form des Romans leichtlesiger zu verfassen. Leider muss ich sagen, dass mir persönlich der Zugang zur Geschichte sehr schwer fiel. Ich habe mehrere Wochen an dem Buch gelesen, es immer wieder beiseite gelegt und bin anfangs kaum über die ersten Seiten hinaus gekommen.

    “Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne von Juden, Muslimen und Christen miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.” (S. 166)

    Das änderte sich aber irgendwann, als ich ein Gespür für die verschiedenen Figuren, den Handlungsstrang und das Ziel der Geschichte bekommen hatte. Es ist Mirjam Pressler gut gelungen, einzelnen Figuren – allen voran Nathan und dem Waisenjungen Geschem – ein Profil zu geben. Schnell konnte ich mit den Figuren fühlen, ihre Gedanken und Weisheit annehmen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Buch auch als Schullektüre eignet, würde allerdings empfehlen, den Einstieg durch unterstützende Materialien, Zusammenfassungen oder ähnliches zu erleichtern. Dann jedoch bietet das Buch eine hoffnungsvolle Weltansicht, viel Diskussionspotenzial, Worte und Einstellungen, die – wären sie verbreiteter – die Welt zu einem friedlicheren Ort machen würden:

    “‘Gott oder Allah sind nur verschieden Namen für den einen, der Himmel und Erde gemacht hat’, sagte ich. ‘Mein Vater sagt, es sind nur die Wege, ihm zu dienen, welche die Religionen unterscheiden, der Kern ist gleich: die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen. Und die Dankbarkeit für das Leben.'” (S. 215/216)

    “Nathan und seine Kinder” soll die zeitgenössischere und leichtlesigere Version von “Nathan der Weise” sein. Ohne das Originalwerk zu kennen, kann ich nur sagen, dass mir die Umsetzung der Grundidee, die Kernaussage der Geschichte und die Aktualität des Themas sehr gut gefallen haben. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass die Geschichte, insbesondere am Anfang, vielen Jugendlichen schwer zugänglich sein wird. Ich vergebe insgesamt sehr gute 6 von 10 Sternen.

  8. Cover des Buches Der Bastard von Tolosa (ISBN: 9783426503096)
    Ulf Schiewe

    Der Bastard von Tolosa

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28
    Einen winzigen Blick auf das Geschehen erlaubt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Ich ergänze lediglich meine persönliche Meinung.

    Bis auf die Montalban-Familiensaga (deren erster Band dieses Buch ist) habe ich bereits alle Bücher von diesem Autor geniessen dürfen. Nun habe ich mich auch seines Debütwerkes angenommen. Natürlich waren meine Erwartungen sehr hoch, konnte ich doch alle anderen Bücher mit der Höchstbewertung auszeichnen. Ich wurde nicht enttäuscht!

    Die Geschichte wird auf eine ungewöhnliche Weise erzählt: In Ich-Form und zwar in Form einer Retrospektive. Der Protagonist erzählt von seinem abenteuerlichen Leben zur Zeit der Kreuzzüge im "Heiligen Land" und den Gefahren und Intrigen in der Heimat nach seiner Heimkehr. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

    Dabei bedient sich der Autor einer bildgewaltigen, bunten Sprache, die den Leser mit ungeheuerer Sogkraft förmlich in das Geschehen hineinzieht. Das Leben zu jener Zeit - sowohl in Kriegszeiten als auch in der Heimat - wird mit einer wundervollen Lebendigkeit geschildert. Der Leser kann sich der Faszination dieser Schilderungen beim besten Willen nicht entziehen. Dass dabei auch sehr verstörende Grausamkeiten keineswegs ausgespart werden, gehört zwingend dazu und mag manchen Leser schaudern lassen. Aber das gehört nunmal zu dieser Zeit...! Die Komplexität des Protagonisten und dessen Wandlung im Laufe der Zeit wurde hervorragend geschildert.

    Man merkt dem Buch nicht an, dass es sich hierbei um ein Erstlingswerk handelt. Es ist allerdings für meinen Geschmack ein wenig zu lang geraten und ein paar kleinere Längen im ersten Teil des Buches ließen sich wohl ob der nötigen Erklärungen nicht vermeiden. Die verwirrenden Familienverhältnisse und eine grosse Vielzahl von Personen haben stellenweise etwas Verwirrung hervorgerufen. Da muss sich der Leser schon sehr aufmerksam durchbeißen!

    Letztendlich tut dies dem hervorragenden Gesamteindruck des Buches keinen Abbruch! Ich habe es genossen und freue mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band!
  9. Cover des Buches Das Lied der Königin (ISBN: 9783442383535)
    Elizabeth Chadwick

    Das Lied der Königin

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Minje
    "Das Lied der Königin" von Elizabeth Chadwick erschien 2014 bei blanvalet. Es ist der erste Teil der dreiteiligen Eleonore von Aquitanien Trilogie (Das Lied der Königin/ The summer queen, Das Herz der Königin/ The winter crown, The autumn throne).

    Inhalt
    Die Geschichte spielt hauptsächlich in Frankreich, von Januar 1137 bis Dezember 1154.  Alienor (Eleonore) von Aquitanien wird mit Louis (Ludwig der 7.), dem Prinzen von Frankreich verheiratet. Wird diese erzwungene Ehe halten?

    Meinung
    Anfangs war ich etwas erschreckt. Das Buch ist in 53 Kapitel aufgeteilt, jedoch nicht in Teile. Hierdurch erhielt ich den Eindruck, das ich das nie schaffen würde...
    Doch ich war auch interessiert, also fing ich an.
    Es ist interessant zu beobachten, wie Louis mit der Ehe zurechtkommt, von wem er sich beeinflussen lässt.
    Auch Alienors Entwicklung zu beobachten ist spannend.
    Als Papst Eugen der dritte erwähnt wurde, wurde ich hellhörig. Dieser war Schüler von Bernhard von Clairvaux. Bisher hatte ich über diesen Namen hinweggelesen, doch nun wurde ich hellhörig. Was hatte es auf sich mit Bernhard von Clairvaux? Was sollte ich über ihn denken? Wie ihn einordnen?
    Ich las bei grin.com nach (Bernhard von Clairvaux und der 2. Kreuzzug). Auch interessant war der Artikel "do we know what we think we know? Making assumptions about Eleonor of Aquitaine" von RaGena C. De Aragon. Ein Artikel, den die Autorin selber im Nachwort erwähnt.
    Doch noch immer war ich unruhig und wurde bei grin.com erneut fündig "Eleonore von Aquitanien im Spiegel der Forschung" (Konstantin Noack).
    Die beiden letzten Artikel machen es deutlich, wie schwer es ist,einen guten historischen Roman zu schreiben. Woher weiß man, was wahr ist und was nicht, wenn schon die Chronisten unterschiedlicher Ansicht sind?
    Ist Eleonore nun die Böse, die Frankreich "verraten" hat, weil sie die Trennung wollte vom französischen König? Oder war es ihr gutes Recht, da er mehr Mönch war als König?
    Außerdem las ich noch ein Buch über Bernhard von Clairvaux. Dieser hatte einen gewissen Einfluss auf Louis.
    Bisher hatte es mir beim Lesen historischer Romane ausgereicht, das eine oder andere bei wikipedia zu recherchieren. Doch dieser Roman war so interessant geschrieben, so das ich neugierig wurde, so dass ich immer mehr wissen wollte.

    Fazit
    Eine tolle Leistung der Autorin, ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht in Band 2 und 3.
  10. Cover des Buches Herrin der Lüge (ISBN: 9783404158911)
    Kai Meyer

    Herrin der Lüge

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Tudde
    Das Thema war an sich interessant. Aber ich fand, daß es eindeutig zu lang war. Zu lange Dialoge. Zu sehr in Nebensächlickkeiten verliebt. Kürzer wäre besser gewesen. Wenn Meyer das Buch auf ein Drittel gekürzt hätte, wäre ein weitaus spannenderes Buch entstanden.
  11. Cover des Buches Isenhart (ISBN: 9783462043327)
    Holger Karsten Schmidt

    Isenhart

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl

    Isenhart ist einer der klassischten Mittelalterromane, welche man auf dem Buchmarkt nach wie vor findet. Anno Domini 1171 startet das Buch mit der Situation, dass der Säugling Isenhart tot zur Welt kommt. Während seine Mutter bei der Geburt ebenfalls stirbt taucht ein Fremder auf, der Isenhart seinen Atem einhaucht. Das Kind lebt, doch nicht für lange, denn Walther von Acisberg erscheint unmittelbar darauf und sieht sich gezwungen den Knaben zu töten. Warum erfährt man zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber alles hängt miteinander zusammen. So auch der Umstand, dass Walther beschließt sich des Säuglings anzunehmen.

    Er bringt ihn zu Sigimund von Laurin, der Isenhart als den Sohn seines Schmieds ausgibt. Jahrelang ist diese Lüge ein BAustein auf welchem Isenharts Leben fußt und indessen er innerhalb der Burgmauern von Laurin aufwächst. Zusammen mit Konrad von Laurin, dem Stammhalter Sigimunds wird er unterrichtet und bekommt so die Bildung, welche ihm unter normalen Umständen verwehrt bleiben würde aufgrund seines Standes.

    In den folgenden Kapiteln verfolgt man mit wie Isenhart und Konrad sich entwickeln. Der eine, der Herr der Burg, der andere der Knecht, welcher über einen wachen Verstand verfügt und mit seinen Fragen die Leute zur Verzweiflung treibt. Allen voran Vater Hironymus, der als Burggeistlicher einer der Lehrer der beiden ist. An dieser Stelle würde man meinen, dass nicht mehr viel passiert, immerhin ist da bereits ein gutes Drittel des Buches um. Aber genau hier setzt die eigenliche Handlung aus dem Klappentext an, denn es wird eine Leiche gefunden und dieser fehlt das Herz. Natürlich kann es sich bei der Toten nicht um irgendeine zufällige Person handeln. Der Autor lässt uns hier einen Blick auf etwas werfen, was im Mittelalter zwar gewiss verbreitet war, aber nicht gern gesehen: Die Vermischung der gesellschaftlichen Stände.


    Isenhart wird also mit dem Ableben einer geliebten und geschätzten Person konfrontiert, während Konrad und Sigimund von Laurin schnell einen Verdächtigen ausfindig machen. Das hinter dem Mord jedoch mehr steckt, als zunächst vermutet, darauf kommt man auch als Leser nicht. Der Autor gestaltet in diesem Fall die Erzählsituation so, dass wir zwar alles erfahren was Isenhart denkt, fühlt und auch wie er handelt. Die Beweggründe seiner Mitstreiter und seines Umfelds bleiben dagegen zuweilen im Dunkeln. Während man also noch gedanklich bei der Toten ist, geht die Geschichte schon weiter und katapultiert uns von einer Schlacht in die nächste und somit auch in die kommenden Jahre. Hier werden die Veränderungen zwischen Konrad und Isenhart immer offensichtlicher. Erst recht als Hennig von der Braake auftaucht. Man kann ihn schwerlich einordnen von seinem Wesen.


    Just zu dem Augenblick geschieht ein weiterer Mord unweit von Spira. Isenhart erkennt die Zusammenhänge sofort und beschließt den Mörder zur Strecke zu bringen. Wobei man einige Überraschungen erlebt. Denn nicht nur lüftet sich endlich das Geheimnis rund um Isenhart selbst, sondern auch um so manche andere Figur und deren Beweggründe.

    Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass Isenhart mit eines der umfangreichsten Werke mit mittelalterlichen Bezug ist. Zeitgleich findet man viele Schlachten im Buch vor, welche zuweilen doch auch ermüden zu lesen. Hinzu kommt, dass der Autor auf große Umgebungsbeschreibungen verzichtet. Wo notwendig ist es vorhanden, vieles bleibt jedoch im Dunkeln, was die Gesamtheit allerdings ein wenig trübt, da hier die eine oder andere Erwähnung gerade von Spira oder der Burg Laurin durchaus interessant gewesen wäre. Dennoch handelt es sich hier nicht um ein Buch, welches man mal eben nebenbei runterliest. Auf die Geschichte muss man sich schon einstellen und das erste Drittel des Buches überstehen, um zur eigentlichen Handlung vorzustoßen.

  12. Cover des Buches Tod und Teufel (ISBN: 9783841900043)
    Frank Schätzing

    Tod und Teufel

     (717)
    Aktuelle Rezension von: Igonthas

    Im Köln des Eruopäischen Mittelalters wird der Leser hineingezogen in eine atemberubend plastische Atmosphäre.

    Jakob, den alle den Fuchs nennen und der zur unterten Gesellschaftsschicht gehört wird zeuge eines Mordes und muss sich um am Leben zu bleiben neu erfinden und auf neue Verbündete vertrauen.


    Ich habe Schätzings Debüt  Roman gerade zum zweiten mal gelesen das erste mal vor ca 10 jahren als teenager.
    Ich weiß noch wie ich damals von der ersten Seite an das Gefühl hatte, in die Geschichte hineingezogen zu werden und das Buch in einem durch gelesen habe.
    Damals empfand ich die ewig langen Dispute über historische spitzfindigkeiten als einzigen störfaktor in einem ansonsten super roman.

    Heute mit etwas mehr Distanz und hunderte von Büchern, um die ich in der Zwischenzeit meinen bibliophilen Horizont erweitert habe, hat sich auch meine Meinugn zu diesem Roman etwas verschoben.

    Grundsätzlich ht mich die Geschichte sogr noch mehr gefesselt und mit etwas historischem hintergrundwissen (jedneflals deutlich mehr als mit 15  :)) wirken die ehedem ermüdenden dispute eher wie Stilmittel die dem leser die idiologischen standesunterschiede  näherbringen. 

    Protagonisten und Antagonisten sind hier auf alle Stände verteilt und man bekommt ein gutes Gefühl für die Spannungen innerhalb der Gesellschaft.

    Für meinen geschmach wird das erzähltempo zum ende hin etwas schnell am 14. an dem eigentlich das große Fiale stattfindet  ist alles extrem verkürzt die Fiurenentwicklung auf die über 200 seiten hingearbeitet wird findet in einem satz in einem schuppen statt.

    Ausserdm finde ich schade, wie wenig Grezgänger in diesem Roman auftreten, abgesehen von Kuno, dessen Schicksaal schon vom ertsten kapitel feststeht bewegen sich alle Figuen innerhalb ihrer eigenen Blasen.

    Ansosnten erstklasse Roman und für jeden der gerne historische Romane verschlingt sicher ein Genuss!


  13. Cover des Buches Das Lächeln der Fortuna (ISBN: 9783732584321)
    Rebecca Gablé

    Das Lächeln der Fortuna

     (1.372)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Robin ist 12 Jahre alt und lebt in einem Kloster, sein Vater ist der Earl of Waringham. Robins Mutter und seine Geschwister, bis auf eine Schwester, sind an der Pest verstorben. Somit ist er der zukünftige Earl of Waringham. Da wird seinem Vater Hochverrat vorgeworfen und wird erhängt in seiner Zelle gefunden. Robin verliert darauf hin sein Erbe. Er flieht aus dem Kloster und fängt als Pferdeknecht auf einem Gestüt in Waringham an. Mit dem Sohn des neuen Earl gibt es Ärger und  Robin muss wieder fliehen. Er nimmt eine falsche Identität an und landet auf den Schlachtfeldern in Frankreich. Dort erlangt er die Aufmerksamkeit des noch jungen Duke of Lancaster und tritt in seine Dienste.
    Die Geschichte spielt vor historischen Hintergrund. Wahre Ereignisse, Persönlichkeiten, bis hinunter zu Richtern, Schlachten, Intrigen und Verrat, alles hat tatsächlich stattgefunden. Da ich immer wieder selber recherchiert habe, habe ich wieder viel über diese spannende Zeit gelernt.
    Leider kann man keine 6 Sterne vergeben.

  14. Cover des Buches Das Buch der Königin (ISBN: 9783596197019)
    Sabine Weigand

    Das Buch der Königin

     (41)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    ... spielt im 12. Jahrhundert und schildert das Leben der Konstanze von Sizilien und Heinrich VI., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

    Aus dieser Verbindung wird der interessanteste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches hervorgehen; Friedrich II. - das Staunen der Welt.

    Dabei sind die Voraussetzungen nicht gut. Konstanze ist zum Zeitpunkt der Vermählung 30 Jahre alt und für mittelalterliche Verhältnisse eine alte Frau. Über 10 Jahre wird der Wunsch nach einem Thronfolger nicht erfüllt, bis Konstanze 40-jährig öffentlich ein Kind zur Welt bringt. Die Ehe zwischen Konstanze und Heinrich ist politisch geprägt. Er will einen Herrschaftsanspruch auf Sizilien, um den Papst in die Knie zu zwingen. Sie möchte stabile Verhältnisse für das Königreich Sizilien, da ihr Neffe König Wilhelm II. kinderlos und krank ist,

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    Sabine Weigand hat einen farbenprächtigen Roman in der Welt der Hochmittelalters geschaffen. Die historischen Begebenheiten werden begleitet von der fiktiven Geschichte um Gottfried von Streitberg und seiner Schwester Hemma. 

    Weigand schafft einen dichten Roman, der nur wenige Längen aufweist. Die Lücken in den historischen Quellen werden glaubhaft gefüllt und am Ende auch dargelegt. Die wechselnden Perspektiven auch unter Einbindung von Konstanze als Ich-Erzählerin tun dem Buch richtig gut.

    Ob und in wie weit ein historischer Roman spannend sein kann oder muss, kann man diskutieren. Für mich ist der Roman auch in dieser Hinsicht gelungen.

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    Mein Fazit:

    Sehr guter Roman mit guten Charakteren ohne wesentliche Schwächen. Der Roman füllt die Lücke, die durch die schulische Betrachtung der beiden bekannteren Staufer-Kaiser Friedrich I Barbarossa und Friedrich II entstehen.

    Lesenswert

  15. Cover des Buches Baudolino (ISBN: 9783423195256)
    Umberto Eco

    Baudolino

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 640 Seiten

    Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. November 2003)

    ISBN-13 : 978-3423131384

    Originaltitel: Baudolino

    Übersetzung: Burkhart Kroeber

    Preis: 12,90 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Ein Schelmenroman mit wenig Witz und noch weniger Spannung


    Inhalt:

    Baudolino wird im 12. Jahrhundert als armer Bauernsohn geboren und ist mit einer gehörigen Portion Bauernschläue, aber auch einer schnellen Auffassungsgabe gesegnet. Diesem Umstand verdankt er es, dass Kaiser Friedrich Barbarossa ihn als Dreizehnjährigen bei sich aufnimmt und ihn sogar adoptiert. Von nun an übt er großen Einfluss auf die Geschicke der Welt - zumindest in seinen Berichten, um nicht zu sagen, Lügenmärchen, die er dem Niketas während der Belagerung von Konstantinopel erzählt.


    Meine Meinung:

    Umberto Eco ist für mich einer der am meisten überschätzten Autoren. Zugegeben, „Der Name der Rose“ ist genial, aber danach kam einfach nichts mehr, was sich wirklich zu lesen lohnte.


    Der Anfang ist noch vielversprechend, doch bald beginnt sich alles zu wiederholen. Immer wieder Schlachten und Kämpfe, Belagerungen, Liebesbezeugungen und -spiele, Dispute mit Freunden und Feinden über die immer gleichen Themen. 


    Teilweise konnte ich ein klein wenig schmunzeln, aber auch nur zu Beginn, wo alles neu war und ich Baudolino erst kennenlernte. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich alles nur im Kreis dreht. Da ist kein Spannungsbogen, kein Highlight. Selbst die philosophischen Betrachtungen sind einfach nur ausufernd, langatmig und ohne jegliche neue Erkenntnisse.


    Fazit:

    Das war leider gar nicht meins. Aber wenigstens weiß ich jetzt, dass ich mit Eco durch bin.


    ★★☆☆☆


  16. Cover des Buches Die Gebote des Templers (ISBN: 9783750244030)
    Tom Melley

    Die Gebote des Templers

     (11)
    Aktuelle Rezension von: MichaelSterzik

    Der Kampf um das Heilige Grab, die Kreuzzüge von denen sich die Ritter und Soldaten ein abenteuerliches und erträgliches Geschäft versprachen. „Gott will es“ und das Versprechen sich damit allen Sünden zu entledigen – all das waren Motive um legitimiert zu morden, zu plündern, zu vergewaltigen und vielleicht auch der Gerichtsbarkeit und anderen heimischen Herausforderungen hinter sich zu lassen. Alles in Namen „Gottes“. 

    Es gibt eine Menge an historischen Quellen, die uns ein gutes und authentisches Bild überliefern. Dazu gibt es noch eine Menge „Legenden“, eine ganze Reihe von erzählerischen Übertreibungen die etwas viel Glanz und Gloria über die Epoche verteilen. Im Genre Historischer Roman – gibt es unzählige Romane, die diese extreme, kriegerische Religionspolitik unterhaltsam erzählen. Viele haben mit einer auch nur annähernden Realität entfernt wenig bis gar nichts zu tun. 

    Kommen wir zurück ins Land der Märchen, Fabeln und Legenden und konzentrieren uns kurz auf die Tempelritter. Ein Orden mit festen Verhaltensregeln, Gesetzen, Richtlinien und einem unerschütterlichen Kodex der sich an die ritterlichen und menschlichen Wert orientiert. Humanitärer Kompass hin oder her – auch hier gibt es neben einer Vielzahl von historischen Quellen, auch viele Legenden um die Ritter in den weißen Waffenröcken, die das Symbol des Kreuzes trugen. 

    Im vorliegenden Roman „Die Gebote des Templers“ von Tom Melley thematisiert dieser, die „Tempelritter“ im Heiligen Land. 

    Das Heilige Land im Jahr 1193.
    Guillaume de Born, ein skrupelloser Tempelritter, ist der fleischlichen Sünde überführt. Als Buße wird er mit einem selbstmörderischen Auftrag in das von Sultan Saladin besetzte Jerusalem gesandt. Dort stößt er auf einen Teil der verschollen geglaubten Bundeslade. Er verfolgt deren Spur bis zu einem jüdischen Goldschmied und stiehlt das vermeintliche Heiligtum.
     Guillaumes Tod ist jedoch vom Großmeister der Templer längst beschlossen. Auf dem Rückweg in die Hafenstadt Akkon wird er plötzlich von seinen Tempelbrüdern überfallen. Sie nehmen den kostbaren Schatz an sich und er bleibt schwer verletzt in den Bergen Galiläas zurück. Durch die Hilfe einer Jüdin und eines Arabers überlebt er und schwört Rache. Doch das wertvolle Artefakt befindet sich jetzt in einer uneinnehmbaren Templerfestung, bewacht von einem erbarmungslosen Feind. (Verlagsinfo)

    „Die Gebote des Templers“ von Tom Melley überzeugt durch eine absolut authentische, historische Perspektive. Der Autor hält sich nicht auf mit überflüssigen Beschreibungen, oder ziellos geführten Dialogen. Es gibt keine romantisierte Interpretation und Darstellung der Tempelritter. Tom Melley zeigt sie diese mitunter gewesen sei könnten, als Menschen, die sich im Orden versteckte, die Korrupt waren, die Verbrechen begingen, die jegliche selbstauferlegten Ideale verriet. Diese ritterliche Eliteeinheit, die die beiden Stände Ritter- und Mönchstum vereinte, waren sehr mächtig. Sie hatten einen unmittelbaren politischen Einfluss, den sie mithilfe ihrer finanzkräftigen Infrastruktur so lenkten, wie sie es selbst für richtig hielten. Sie waren ein Syndikat – eine legalisierte, teils verbrecherische Institution. Als „Kinder“ ihrer Zeit waren sie berühmt, berüchtigt, hoch beachtet und gefürchtet. Aber es gab auch eine Menge sehr positive Eigenschaften. 

    „Die Gebote des Templers“ überzeugt nicht über einen Spannungsbogen der aus der Story resultiert. Die Geschichte wird hauptsächlich von den Charakteren getragen und diese sind perfekt und mehrdimensional gestaltet. Das Storytelling ist sekundär – die erzählerische Perspektive wechselt und damit auch die verschiedenen  Motive die gespiegelt werden, sodass die Spannung personenbezogen wird. 

    Grundstein dieser personenbezogenen Story ist die Suche nach Teilen der Bundeslade. Dieses religiöse Artefakt animiert noch immer viele Autoren, oder Produzenten es für eine Geschichte zu verwenden. „Der Zorn Gottes“ – die 10 Gebote die Moses von Gott empfangen hat – viele Verwendungsmöglichkeiten. Für die Geschichte ein Platzhalter – es hätte auch der „Heilige Gral“ sein können, oder die Kinder von Jesus und Maria Magdalena usw. – die Auswahl an Legenden ist vielseitig. 

    Tom Melley erzählt in Rückblenden immer wieder von tatsächlich historischen Ereignissen und bezieht hier eine neutrale Stellung. Es gibt kaum Nebengeschichten, was im Grunde sehr schade ist, denn es hätte dem Roman noch mehr an Tiefe gegeben. Ebenso verhält es sich mit den Nebenfiguren – und es ist interessant, dass die beiden „Ritter“ – dem Hauptcharakter in die zweite Reihe stellen. Diese beiden Charakter spielen übrigens im zweiten Band: „Der Krieger des Herren“ die Hauptrolle. Die Geschichte spielt allerdings vor den Ereignissen von „Die Gebote des Templers“. 

    Der Roman „Die Gebote des Templers“ ist großartig für ein Debüt. Tom Melleys Stil ist für einen Debütroman außerordentlich gut. Ausbaufähig – aber sein Talent inhaltlich kein Blatt vor dem Mund zu nehmen, und sich auf das wesentliche zu konzentrieren, wirkt packend und überzeugend. 

    Ein historischer Roman, muss letztlich auch über die Interpretation und Verwendung von Fakten überzeugen. Auch hier hat Tom Melley alles richtig gemacht. Im Nachwort erklärt er, welche Fakten und historischer Ereignisse er verwendet, oder schriftstellerisch frei interpretiert hat. 

    Fazit

    „Die Gebote des Templers“ von Tom Melley sehr zu empfehlen. Authentisch überzeugend und die Figurenzeichnung ist brillant gelungen. „Geschichte in einer unterhaltsamen „Geschichte“ verwandelt. Ziel erreicht. 

    Man darf gespannt sein, was für Werke hier noch folgen werden. Ich empfehle, die Geschichte vom vorliegenden Band nicht weiter zu führen. Es gibt noch viel zu erzählen. Lesen Sie „Die Gebote des Herren“ – lassen Sie sich überraschen, sie werden begeistert sein. Prädikat: Unbedingt lesen. 

    Michael Sterzik 

  17. Cover des Buches Die Pforten der Ewigkeit (ISBN: 9783404167333)
    Richard Dübell

    Die Pforten der Ewigkeit

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Doscho

    Der Stauferkaiser Friedrich II. stirbt und hinterlässt seinem engsten Vertrauten kurz vor dem Tod ein Geheimnis. Gleichzeitig versucht die Zisterzienserin Schwester Elsbeth in Wizinsten ein Kloster zu errichten.

     

    „Die Säulen der Erde für Arme“ – das war mein erster Gedanke beim Lesen von „Die Pforten der Ewigkeit“. Und stellenweise stimmt das tatsächlich: Das Buch ist mit rund 860 Seiten ein ziemlicher Wälzer, spielt im Mittelalter mit all seinen Intrigen und politischen Unruhen und es steht ein Bau eines Gotteshauses im Mittelpunkt der Handlung.

    Doch das ist absolut kein Nachteil, im Gegenteil: Richard Dübell hat einen durchweg spannenden historischen Roman geschaffen. Nirgendwo hatte ich das Gefühl, dass die Handlung verflacht oder sich mit Nebensächlichkeiten aufhält, ich hatte eher im Gegenteil die Mühe, alle Handlungsstränge mitzubekommen und im Kopf zu behalten.

    Zudem zeichnet sich das Buch durch seine starken Charaktere aus. Ob gute Hauptcharaktere, wie Rogers und Schwester Elsbeth oder die eher düsteren wie Meffridus oder der wirklich ekelhafte Rudolf von Habisburch – jede und jeder wurde überzeugend dargestellt, selbst wenn der Anteil an der Handlung eher gering ausfällt.

    Ein weiteres Highlight ist das hochdramatische Ende, das sehr eindrücklich beschrieben wurde und für die Lesenden einige grausame, aber auch trotz der Ereignisse erfreuliche und überraschende Wendungen bereithält.

     

    „Die Pforten der Ewigkeit“ ist für mich genau so, wie ein guter historischer Roman sein sollte: Eine spannende Handlung mit einem regelrechten Auf und Ab der Gefühle, tollen Charakteren und realem historischen Hintergrund. Dafür kann es nur die Höchstpunktzahl und eine klare Kaufempfehlung geben.

  18. Cover des Buches Die geworfene Münze (ISBN: B0825D5WDF)
    Tyron Tailor

    Die geworfene Münze

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61


    Klappentext:

    Schwaben 1203: Die junge Gräfin Isabeau wurde von ihrem Schwager Rudolf im Burgverlies eingekerkert. Seit ihr Gemahl Lothar sich dem Kreuzzug ins Heilige Land angeschlossen hat, ist sie ihrem machtgierigen Schwager hilflos ausgeliefert. Dem jungen Schmied Matthias gelingt es, sie aus ihrem Verlies zu retten. Sie müssen rechtzeitig Isabeaus Gemahl finden, denn sonst ist ihrer beider Leben in Gefahr. Doch auf dem Weg ins Heilige Land warten nicht nur unzählige Gefahren, die die beiden überwinden müssen. Zu spät erkennt Matthias, dass Isabeau ihm mehr bedeutet, als einem einfachen Schmied zusteht …

    Fazit:

    Direkt nach der Hochzeit sieht Isabeau ihren Mann zum letzten Mal, da er sich dem Kreuzzug ins heilige Land anschließt. Sein Bruder will sich in sofort die Grafschaft und die junge Isabeau aneignen und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Da der junge Schmied Matthias durch ein Versprechen an Isabeau gebunden ist, gelingt Isabeau, dank Matthias Hilfe, in letzter Sekunde die Flucht vor ihrem machthungrigen Schwager. Nun beginnt für Matthias und Isabeau eine aufregende Reise, da sie im heiligen Land Isabeaus Mann suchen wollen.

    Schon auf den ersten Seiten lernte ich Matthias und sein tragisches Schicksal kennen. Durch die Intrigen des Adels verlor er alles, was ihm lieb und teuer war. Da er nichts mehr zu verlieren hat, gibt er ein Versprechen, dass sein Leben verändert und in den Grundfesten erschüttert.

    Isabeau ist eine junge Adlige, die sich ihrem Stand entsprechend verhält und auf mich dennoch einen sehr viel mutigeren und wehrhafteren Eindruck macht, als es bei Frauen dieser Zeit üblich war. Matthias ist natürlich weit unter ihrer Würde und dies lässt sie ihn deutlich spüren, obwohl sie auf seine Hilfe angewiesen ist.

    Die Reise, die zu dieser Zeit natürlich sehr lange dauert und sehr gefährlich ist, stellt die zwei Charaktere vor ungeahnte Herausforderungen und Prüfungen. Sie treffen auf gute und böse Menschen und müssen immer wieder um ihr Leben bangen. Doch das Schicksal ist ihnen hold, da sie auch immer wieder Hilfe bekommen, mit der sie kaum rechnen konnten.  

    Unterwegs treffen sie auf die junge Marie, die für den Diebstahl eines Brotes sehr hart bestraft wurde und nehmen sie mit auf ihre Reise. Nicht nur die Gefühle für dieses Kind wachsen, sondern Isabeau und Matthias wachsen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und entdecken verbotene Gefühle. Eine Adlige und ein Schmied, kann das gutgehen?

    Die Erlebnisse auf der Reise wurden sehr bildgewaltig und detailliert beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, direkt dabei zu sein und die Ängste und Sorgen und auch die kleinen Freuden direkt zu spüren.

    Der Autor gab mir tiefe Einblicke in die damalige Gesellschaft mit all ihren Facetten. Ist der Adel wirklich so edel und gut, wie er sich darstellen wollte? Welche Rolle spielt die Kirche und deren Diener auf Erden? Soll das heilige Land wirklich gerettet werden, oder dient der Kreuzzug anderen Beweggründen? Werden die Hauptprotagonisten an den Intrigen, dem Machthunger und den Gefahren scheitern, oder wird am Ende alles gut? Das lest bitte selbst, es lohnt sich.

    Wie der Klappentext schon andeutet, entwickeln sich bei Matthias zarte Gefühle für Isabeau. Wird sie seine Gefühle erwidern? Und wenn ja, gibt es eine Chance für diese Gefühle? Auch das müsst ihr leider selbst herausfinden.

    Mich fesselte dieser Roman von Anfang an und ich konnte das Buch erst nach der letzten Seite aus der Hand legen. Die geschichtlichen Ereignisse und deren zum Teil realen Persönlichkeiten wurden zu einer fesselnden Geschichte verwoben, die mir sehr gefallen hat. Ich konnte tief in die Gefahren dieser Zeit eintauchen und dank der guten Recherche wieder neues Wissen erlangen.

    Der Schreibstil des Autors wurde der damaligen Zeit angepasst und dies fand ich sehr passend. Auch wenn sehr viele bedeutende Persönlichkeiten der Zeit eingebunden wurden, gelang es, die Spannung zu halten und mich mitzureißen. Das Verhalten der Charaktere konnte ich nachvollziehen, da sie der Zeit entsprechend sehr realistisch und authentisch ausgearbeitet wurden. Stück für Stück entwickelten sie sich weiter, wuchsen an den Herausforderungen und ich hätte sie gerne noch weiter begleitet.

    Ich konnte einen hervorragend recherchierten Roman lesen, der mir die Zeit der Kreuzzüge näher brachte, ohne sie zu glorifizieren. Von mir eine absolute Leseempfehlung.

  19. Cover des Buches Der Kreuzritter - Aufbruch (ISBN: 9783453470965)
    Jan Guillou

    Der Kreuzritter - Aufbruch

     (26)
    Aktuelle Rezension von: schlumpitschi_liebt_buecher

    Dies ist der erste Band einer abgeschlossen Saga, rund um Arn und seinem Weg zum Kreuzritter.


    In das Buch bin ich sehr schnell und gut hineingekommen, es wurde die Stimmung sehr großzügig erzählt, dies hat mir eigentlich sehr gut gefallen, aber es ist dabei keine Spannung aufgekommen.

    Ich finde sehr gut, dass das Buch schon vor Arns Geburt startet und die Verbindung zu seiner Familie und der Kirche aufzeigt.

    Seine Mutter fand ich vom ersten Moment an sehr sympathisch, sie ist eine starke Frau, die es schafft trotz dieser Zeit (1150.Ch.) ihren Willen durchzusetzen. Sie schafft es geschickt ihren Mann und die Kirche zu ihren Gunsten zu manipulieren.

    Ich persönlich mag die Kirche zwar nicht, aber im Kontext dieser Geschichte ist sie nicht zu umgehen, da sie für diese Zeit sehr prägend war.

    Sehr spannend finde ich, wie ein Kind und dann junger Mann so gut von den Priestern und Mönchen manipuliert werden kann zu ihren Gunsten. Arn ist deswegen spannend, weil er obwohl er streng katholisch erzogen wurde, trotzdem alles hinterfragt und seine eigene Meinung bildet.

    Es war auf jeden Fall ein ereignisreicher Auftakt und ich bin schon sehr gespannt auf mehr.


    Außerdem hat mir sehr gut der Hintergedanken des Autors gefallen, weswegen er dieses Buch geschrieben hat. Er will mit diesem Buch eine Parallele zu unserer heutigen Zeit schaffen und zeigen wie sehr ein Mensch manipuliert werden kann und er dadurch einen gewaltigen Hass auf etwas bekommt, dass er gar nicht kennt beziehungsweise versteht.


    Jan Guillou hat sich ein hervorragendes Hintergrundwissen angeeignet, so dass dieses Buch historisch echt gut ist.


    Ich spreche hiermit eine große Leseempfehlung für alle aus die gerne historische Romane lesen.

  20. Cover des Buches Die Kathedrale des Meeres (ISBN: 9783328103134)
    Ildefonso Falcones

    Die Kathedrale des Meeres

     (513)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky


    Zusammenfassung:

    XIV century. The city of Barcelona is at its moment of greatest prosperity; has grown towards the Ribera, the humble neighborhood of fishermen, whose inhabitants decide to build, with the money of some and the effort of others, the largest Maria cathedral ever known.
    A construction that moves parallel to the hazardous story of Arnau, son of a peasant serf, who flees from the abuses of his feudal lord and takes refuge in Barcelona, where he becomes a citizen and, with it, a free man.
    While his best friend and adopted brother Joan studies to become a priest, young Arnau becomes a member of the guild of the stone-workers, soldier and moneychanger. A strenuous life which leads him from the misery of the fugitive to nobility and wealth. But with this privileged position he also gets the envy of his peers, who devise a sordid plot that puts his life in the hands of the Inquisition. He finds himself face-to-face with his own brother. Will he lose his life just as his beloved Cathedral of the Sea is finally completed




    Meine Meinung:

    Habe das Buch leider nach dem Prolog abgebrochen. Zu viele unnötige Details, langweilig und zu brutal (für mich!). Es war ein Geschenk zum Geburtstag. Normalerweise hätte ich mir das Buch nicht gekauft weil es sich schon nicht interessant anhört. Schade.


  21. Cover des Buches Der Eid der Kreuzritterin (ISBN: 9783404270835)
    Ricarda Jordan

    Der Eid der Kreuzritterin

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Werda_Angela
    erfolgt noch
  22. Cover des Buches Schwert und Krone - Der junge Falke (ISBN: 9783426520178)
    Sabine Ebert

    Schwert und Krone - Der junge Falke

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Mit dem zweiten Band „Der junge Falke“ schließt die Autorin direkt an den ersten Band der Schwert und Krone Reihe an. Chronologisch schildert sie die Ereignisse der Jahre 1147 bis 1152. Sie lässt dabei kaum ein Detail aus. Kirchenintrigen werden genauso geschildert, wie die Streitigkeiten unter den Adligen des Landes. Aber auch die wichtigen Ereignisse dieser Epoche nehmen einen Großteil der Schilderung ein. Es wird von den Kreuzzügen erzählt, genauso wie von dem weniger bekannten Wendenkreuzzug.

    Ich bin immer noch weit davon entfernt, die Handlung dieses Romans (und somit ein Stück deutscher Geschichte) auch nur ansatzweise nacherzählen zu können. Dazu ist sie einfach zu komplex. Vielleicht fehlt es mir auch am nötigen Hintergrundwissen. Doch vor allem verwirrt die Vielzahl der Protagonisten. Die vielen Friedrichs, Heinrichs und Konrads sind nicht immer leicht auseinanderzuhalten.

    Die Vielfalt an Personen führt dazu, dass der Leser nicht die eine Person hat, mit der er mitfiebert. Trotzdem konnten mich einige Schicksale für sich gewinnen. Unter anderem habe ich den noch jungen König Heinrich-Berengar in mein Herz geschlossen. Aber auch die schöne Kunigunde von Plötzkau und Dietrich von Meißen. Ein Mann, fast zu gut für diese Welt im Mittelalter.

    Von Friedrich Barbarossa bekommen wir ein sehr vielschichtiges Bild. Nach außen hin war er der Inbegriff eines perfekten Ritters. In jungen Jahren hat er schon einiges an politischem Geschick gezeigt. Anders ist sein Aufstieg zum römisch-deutschen Kaiser kaum zu erklären. Aber es ist eben auch nicht alles Gold was glänzt und so erfahren wir in diesem Band, dass er sich nicht jeder Person so ritterlich gibt, wie es nach außen den Anschein hat. Scheint er nach außen ein guter und intelligenter Ritter zu sein, lernen wir im Privaten doch seine harsche und arrogante Seite kennen.

    In meinen Augen ist der junge Friedrich I. Barbarossa ein eingebildeter Schnösel der übelsten Sorte. Äußerst unsympathisch. Eine Schande, wie abfällig er über seine erste Gattin Adela von Vohburg gedacht hatte und wie er sie behandelte. Der junge Falke Friedrich verspricht seinem Vater auf dem Sterbebett Adela von Vohburg zu heiraten. Doch das tut er nur sehr unwillig. Er hatte auf eine Prinzessin gehofft und nun bekommt er die Gräfin des Egerlandes, wo alles nur Sumpfgebiet ist. Ein Ehe-Arrangement, dass er weit unter seiner Würde betrachtet.

    Auch Dietrich, der Meißner Markgrafensohn, wird unglücklich verheiratet, mit einer polnischen „Eisprinzessin“, wie sie sie alle nennen.

    Wenn Dobronigiega, Gemahlin des Markgrafen Dietrich von Landsberg als Eisprinzessin galt, dann müsste Barbarossa den Beinahmen Eisprinz tragen, denn beide dachten ähnlich über ihre Heirat – weit unter meinem Stand, meiner nicht würdig.

    Bereits Friedrichs Auftritte im ersten Band waren überheblich gewesen. Da ließ es sich noch mit seinem jugendlichen Alter entschuldigen. Doch nun! 

    Der Roman lebt jedoch nicht nur von Barbarossa allein, es sind die vielen Figuren und Schauplätze, die vielen verschiedenen Erzählstränge, die dem Roman zu dem Machen was er ist. Ein prallgefülltes, opulentes, vielschichtiges Mittelalterepos das Spaß macht. Die diversen Ereignisse sind ausgezeichnet verknüpft. Gerade durch die Vielzahl der Charaktere und Handlungsorte erleben wir ein vielfältiges Panorama jener Jahre.

    Es geht um Macht und Machtspiele, um Eitelkeiten und Demut, um Intrigen und Bündnisse, um den Glauben und die Ungläubigen, um Liebe und Hass. So spiegelt dieses Buch die gesamte Palette des menschlichen Lebens dieser Zeiten wider. Sabine Ebert hat genau dies alles geschildert und dabei ein Stück deutscher Geschichte erzählt.

    Anfang 1147 leiden die Menschen in den deutschen Landen großen Hunger. Von Weltuntergang ist die Rede und auch das Heilige Land ist in Bedrängnis geraten. Bernhard von Clairvaux ruft im Namen des Papstes zum Kreuzzug auf, dem sich unter König Konrad Zehntausende anschließen, auch Friedrich, der junge Herzog von Schwaben. 

    Der Markgraf Konrad von Wittin kommt gerade von einem Pilgerzug aus dem Heiligen Land zurück und will keinesfalls noch einmal dahin. Er weiß, was die anderen dort erwarten wird. Um sich dem Befehl entziehen zu können, schmiedet er den Plan, mit den östlichen Fürsten gegen die slawischen Wenden auf Kreuzzug zu gehen. Die müssen schließlich auch bekehrt werden. Bei beiden Kreuzzügen ging es um Macht und Reichtum – nie um den Glauben.

    So werden in der Handlung zwei Kreuzzüge geschildert. Nicht nur der nach Konstantinopel, sondern auch die Belagerung der Slawenburg Dobin am Schweriner See im Zeichen des christlichen Kreuzes. Hier wird vom Wendenkreuzzug erzählt, aber auch der Kreuzzug ins heilige Land nicht ausgelassen. Gleichzeitig erfahren wir, wie es den Daheimgebliebenen ergeht und mit welchen Widrigkeiten diese zu kämpfen haben. 

    Einen großen Raum in dem Roman nimmt der Kreuzzug nach Jerusalem ein, aber auch der Wendenkreuzzug wird ausführlich thematisiert. Schlachten und Heerstrategien bringt die Autorin in anschaulicher Weise dem Leser näher. Taktik, Kalkül und eine Portion Egoismus sind für die Anführer unabdingbar.

    In unterschiedlichen Handlungssträngen erfährt der Leser, wie es dem jungen Herzog Friedrich von Schwaben oder Heinrich dem Löwen, sowie Albrecht dem Bären ergangen ist. Diese Herren sind wohl die wichtigsten Männer dieser Zeit. Die Autorin schildert die Ereignisse chronologisch und hält sich an die historisch belegten Tatsachen. So erzählt sie von der Schlacht im Anatolischen Hochland, die im Jahre 1147 im Oktober stattfand. Diese Schlacht trug sich im Rahmen des Zweiten Kreuzzuges zu. Hier wird besonders deutlich, wie wichtig es war, den König oder Kaiser bedingungslos zu schützen. Mit aller Grausamkeit und allen Konsequenzen wird das Handeln der Krieger geschildert. Auf das eigene Leben wurde keine Rücksicht genommen und so starben viele junge und alte Ritter, Knappen und Fußvolk für das Wohl und Wehe des Reiches. Wer sich mit Geschichte beschäftigt weiß, dass die meisten Kreuzzüge ein einziges Desaster waren. Wie konnte die katholische Kirche nur zu solchen Kriegen anstiften, auffordern und verpflichten?

    Da fast alle Männer in den Krieg ziehen, müssen die Frauen daheim mit Hungersnöten, Missernten und Angriffen fertig werden. Es gibt keinen Zweifel, dass das einfache Volk sehr große Not litt. Oft durch Natureinwirkung (die Ernten blieben aus) oder durch Kriege (die kriegerischen Parteien zerstörten alles).

    Gerade das Schicksal der Frauen, aber auch das Verhalten der Kirche macht das Einmalige dieser Romanreihe aus. Über die Frauen der damaligen Zeit ist leider meist weniger bekannt, so dass die Autorin hier einigen Spielraum zur Entfaltung hatte. Aber auch das ist ihr gut gelungen.

    Die Szene, die am meisten betroffen macht und schockiert, war die, einer zwölfjährigen, hochschwangeren. Es war eindeutig, dass sie das Kind nicht gebären konnte, da sie noch viel zu schmal war. Die Hebamme denkt, wäre sie in irgendeiner Hütte, könnte sie die Mutter retten, indem sie das Kind im Mutterleib zerschneidet und die Gliedmaße einzeln raushole. Doch da sich alles auf einer Burg zutrug und die Priester ein Auge darauf hatten, konnte sie nichts tun. Natürlich auch nicht der Zwölfjährigen zu einem schmerzfreien Tod verhelfen. 

    Diese Geburt würde die Mutter (das Mädchen!!) wörtlich zerreißen und töten. Das war den Priestern jedoch egal, denn der Säugling muss getauft werden, damit es nicht im ewigen Höllenfeuer landete. 

    Als der Säugling geboren war, schon ganz blau im Gesicht, da ihm die Luft fehlte, wollte die Hebamme ihn beatmen. Doch der Priester nahm ihr das Baby ab, um es zu taufen. Das hatte Vorrang. Dass es kurz drauf tot war, schien den Priester nicht weiter zu belasten. Denn das Baby war ja nun getauft. 

    Ich bin immer noch fassungslos darüber. 

    Sowohl darüber, Zwölfjährige zu schwängern, als auch und vor allem über den Umgang der Kirche damit. Es sollte mich vielleicht nicht erstaunen, ist doch auch heute der Säugling der Kirche wichtiger als die Frau und doch entsetzt es mich und macht wütend.

    Besonders ans Herz gewachsen ist mir Kunigunde Gräfin von Plötzkau. Eine so tapfere junge Frau! Natürlich ist von den Frauen damals viel weniger durch Niederschriften bekannt, doch Sabine Ebert gelingt es ausgezeichnet, ihnen Leben einzuhauchen und auch die Stärke, die sie gehabt haben müssen, wenn sie sich als neue Gräfin gegen alte, verbiesterte Weiber auf der Burg durchsetzen mussten.

    Zwei weitere Beispiele wären Agnes von Saarbrücken (Barbarossas Stiefmutter), die mit Friedrich II. Herzog von Schwaben verheiratet war oder Uta von Calw und Schaumburg, die Welf VI. aus dem Hause der Welfen geehelicht hat. Die Frauen haben genauso ihren Teil zu leisten wie die Männer und es eigentlich verdient, genannt zu werden. Die Autorin gibt ihnen hier ein Gesicht und erzählt die Geschichte dieser Frauen lebendig und facettenreich.

    Geschichte ist und bleibt ein spannendes Zwischenreich zwischen Fakten und Fiktion. Selbst bei bester Recherche, wie es hier geschehen ist. Mit ihrer gelungenen Präsentation erzeugt die Autorin ein individuelles Vorstellungsbild in jedem einzelnen Leser.

    Ganz herausragend finde ich, dass auch in diesem Band, die handelnden Personen fast ausschließlich historisch verbürgt sind. Es gibt nur ganz wenige fiktive Personen und das sind alles Nebenfiguren, die nur ganz wenig Platz in diesem Roman bekommen. Dies in Kombination mit der hervorragenden Recherche der Autorin, ergibt für mich einen außergewöhnlichen historischen Roman. Es ist schon eine Kunst für sich fiktive Personen geschickt in die Historie einzufügen. Aber fast ausschließlich historische Personen zu verwenden und dies dann auch noch möglichst nah an den historischen Fakten zu halten, ist noch einmal eine ganz andere Dimension.

    Die Personenvielfalt in diesem Roman ist hoch, daher gibt es einige Schauplätze, an die wir uns bewegen. Es ist ein sehr umfassendes Bild jener Zeit, dass die Autorin erschafft. Andere picken sich einen Teil der Geschichte raus und konzentrieren sich dann darauf. Der Autorin reichte dies nicht. Sie wollte den gesamten Stoff aufbereiten. Und dies ist ihr gut gelungen. 

    Ich wurde gut unterhalten und habe definitiv eine Menge dazu gelernt. Sowohl über geschichtliche Zusammenhänge als auch über Lebensumstände und Alltag der Adligen wie auch der Handwerker und Bauern im Mittelalter. 

  23. Cover des Buches Die Blutschrift (ISBN: 9783442383603)
    Robyn Young

    Die Blutschrift

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Synapse11
    Dieser genreübergreifende Roman nimmt den Leser mit auf eine spannende, abenteuerliche und zum Teil auch blutige Jagd. Wie gelangt man in den heißersehnten Orden der Tempelritter? Was geht dort wirklich vor sich? Der Leser begleitet den Protagonisten Will Campbell, Sohn  eines sehr geachteten und gefürchteten Mitglieds dieses Ordens, auf seinen abenteuerlichen Weg in die Fußstapfen seines Vaters. Zwischendurch verliert er diesen aus den Augen, aber niemals aus dem Sinn. Warum musste er wirklich fort? Warum kehrt er nicht zurück? Will Campbell will es herausfinden. Zuvor muss er sich der strengen Zucht seines Lehrmeisters unterwerfen und beweisen, dass er es wert ist, in den Orden der Tempelritter aufgenommen zu werden. Kann er die strengen ihm auferlegten Regeln einhalten?  Wird er eines Tages den Schwur der Templer schwören können? Doch was wird dann aus seiner heimlichen und ihm als Tempelritter verbotenen Liebe zu Elwen? Warum hat das geheimnisvolle Buch, hinter dem so viele her sind, dass dafür gemordet wird, so große Macht?
    Diese und noch mehr Fragen halten die Spannung bis zum überraschendem Ende aufrecht. Ein Roman mit Suchtfaktor!
  24. Cover des Buches Die Schattenritter - Unsterbliches Verlangen (ISBN: 9783426507391)
    Kathryn Smith

    Die Schattenritter - Unsterbliches Verlangen

     (133)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *Er vermutete eher, dass ihn hier in England eine Versuchung erwartete, die zu groß war, um ihr zu widerstehen.*


    Seit sechs Jahrhunderten hadert der Vampir Chapel mit seiner Existenz. Er ist sich sicher, dass er zum Monstrum wurde, um für seine Sünden zu bezahlen. Deshalb hat er seine Existenz in den Dienst der Kirche gestellt, die ihn nun nach England schickt, wo die junge Frau Prudence nach dem Heiligen Gral sucht. Nicht Gier ist es, die sie leitet, sondern der Wunsch ihre Krankheit zu besiegen und zu leben. Die furchtlos scheinende Frau fasziniert Chapel einerseits, andererseits sieht er in ihr sein Verderben, kann er sich schließlich nie sicher sein, die Kontrolle über seine innere Bestie zu siegen.



    Die Geschichte wechselt zwischen Pru und Chapel, wobei die junge Frau den Einstieg macht. Überrascht wurde ich erst einmal davon, dass die Geschichte nicht in unserer Zeit, sondern im ausgehenden 18. Jahrhundert spielt, wurde das doch im Klappentext nicht erwähnt. Pru stellte damit eine Mischung aus wohlerzogenem Fräulein und modern denkender Frau dar, die durch ihre Krankheit gelernt hat, auf einige der gesellschaftlichen Vorschriften zu verzichten. So war sie mir von Beginn an sympathisch.


    Chapel hingegen hält sich für ein Monster, sodass sein Vampirdasein wirklich wie ein Fluch erschien und ich lange den gleichen Gedanken hatte wie er – dass er zu einer Gefahr für Pru werden könnte. Der zweite Teil des Buches widmet sich dann noch einmal vermehrt seinen Zweifeln und seinen lange gehegten Ansichten, die er erst einmal überwinden muss.


    Die Geschichte ist in erster Linie eine Liebesgeschichte, in der gleich schon die Anziehungskraft zwischen den Beiden erwähnt wird. Diese wird aber erst spät ausgelebt. Durch die Suche nach dem Gral hätte ich mehr Spannung erwartet. Es wurde zwar eine gefährliche Szene durch die Suche ausgelöst, dann verliert sich dieser Handlungsstrang allerdings um wieder der Liebesgeschichte zu weichen. Ich für meinen Teil hätte mehr davon hören können.


    Fazit: „Vampir findet seine große Liebe“ ist ja kein neues Konzept – hier fand ich die historische Umgebung interessant, die Krankheit und die Einstellung Chapels zum Vampirsein haben dem Ganzen seine Würze gegeben. Allerdings hätte ich mir mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte erwartet.

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