Bücher mit dem Tag "kreuzzüge"
44 Bücher
- Umberto Eco
Baudolino
(236)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchKonstantinopel brennt! Die prachtvolle Hauptstadt des Byzantinischen Reiches – erobert, geplündert und in Brand gesetzt von den Rittern des Vierten Kreuzzuges. Einer von ihnen ist ein gewisser Baudolino aus dem Piemont. Den Kopf voller Flausen, Phantasien und Lügen, führt er uns durch ein historisches Panorama von überwältigender Breite.
Ein ungemein unterhaltsamer Schelmen- und Bildungsroman, voller Witz und Burlesken, eine herrliche Summe italienischen Lebens zwischen Stadtrepubliken, Papst und Kaiser ist ihm gelungen. Kalte Machtpolitik, saftige Erotik, pralle Lebensfreude Eco lebt seine ganze Lust am Fabulieren und Träumen aus.
Ein prächtiger Lesestoff.
- Sabine Weiß
Die Perlenfischerin
(32)Aktuelle Rezension von: anne_foxDie Perlenfischerin ist ein Roman über das Leben der Ida ,die ihre Familie bei einer Belagerung ihrer Heimatstadt verliert und von Neslin, die sie schwer verletzt am Ufer eines Flusses findet aufgezogen wird. Neslin ist eine Kräuterfrau von der Ida alles lernt auch das tauchen nach Perlen. In ihrem Leben wird sie sich immer wieder neuen Herausforderung stellen müssen und lernt Esko kennen einen einfachen Mann den sie über alles lieben wird. Es werden ihr viele Steine in den Weg gelegt auch von der Familie, die sie als Erwachsene wiederfindet.
Fazit:
Ein typischer historischer Roman der sehr spannend geschrieben ist. Nur die vielen Kämpfe von Kreuzrittern, Söldnern und Landknechten, um die Herrschaft ihrer jeweiligen Herren und Land zu sichern ist etwas zu viel.
- Sabine Ebert
Der Silberbaum. Die siebente Tugend
(62)Aktuelle Rezension von: derMichiWo die "Hebammen"-Saga mit ihren Mittelalterklischees noch recht simpel gestrickt war, machten viele nachfolgende Ebert-Titel einiges besser. Die beinahe dokumentarische Nacherzählung der Biografie Friedrich Barbarossas aus der "Schwert und Krone"-Reihe verknüpft die Autorin gelungen mit den nahbaren Charakteren aus dem Umfeld des mittelalterlichen Freibergs und liefert damit einen ihrer besten Romane ab. Mit nicht einmal 500 Seiten mag der Umfang des ersten Bandes im Vergleich zu Follett- und Gablé-Wälzern etwas geizig bemessen sein, doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Das Szenario rund um die Kreuzzüge und den Machtwechsel in der Mark Meißen bietet jede Menge Spannung und unvorhergesehene Gefahren für alle Beteiligten. Im Vergleich zu früheren Büchern wimmelt es aber nicht nur von Fieslingen und Mordgesellen, die Protagonisten dürfen vielmehr auch Momente der Güte erleben und kreative Lösungen für verzwickte Probleme finden. So gnädig sind nicht viele Autoren historischer Romane mit ihren Figuren. Etwas Vorwissen muss man jedoch mitbringen, denn die Bedeutung von Marthe und Christian ist für neue Leser nicht gleich erkennbar.
Die Idee auch mit dem Buchtitel "Silberbaum" im wörtlichen Sinne den Stammbaum der Gründer der Silberstadt Christiansdorf bzw. Freiberg weiterzuerzählen funktioniert gut, sogar besser als die bisherigen Fortsetzungen der Hebammen-Reihe. Besonders spannend ist die Begegnung von Marthes Enkelin Änne mit der später heiliggesprochenen Elisabeth von Thüringen. Hier gelingt ein vielseitiges Porträt einer umstrittenen Figur, die sich und ihrem Umfeld strengste Askese auferlegte, zugleich aber durch ihre Fürsorge für die Ärmsten ihres Reiches in die Geschichte einging. Eine widersprüchliche Gestalt, die fast ein eigenes Buch verdient hätte.
Durch die vielen Schauplätze und Ereignisse kommt nie Langeweile auf. Bleibt abzuwarten wo die Reise in den Folgebänden hingeht, zumindest die Entwicklungen in der Mark Meißen bergen viel Potenzial für alle möglichen höfischen Intrigen, auch wenn der Klappentext bereits spoilert, dass der kleine Heinrich allen bedrohungen zum Trotz auf jeden Fall überlebt und später mal ein angesehener Fürst wird, dessen Ruhm über die Grenzen seines Reiches hinausstrahlt.
Seitenzahl: 496
Format: 14,9 x 21,9 cm, gebunden
Verlag: Knaur
Bonusmaterial: Karten, Stammbäume, Personenverzeichnis, Glossar, Zeittafel - Wolfgang Hohlbein
Die Templerin - Das Wasser des Lebens
(59)Aktuelle Rezension von: °bluemoon°Der vierte und (bisher) letzte Teil der Reihe um Robin, die Templerin. Das Buch beginnt mit einer Mission des aussätzigen Königs Balduins für Robin. Damit er von seiner schlimmen Krankheit geheilt werden kann, soll sie, als "Schwert des Königs", als sein "Erster Ritter" das Wasser des Lebens für ihn finden. Wieder einmal kann Robin also nicht ihr Leben als Frau und als Salims Ehefrau leben, sondern muss als Mann verkleidet wieder Rätseln und Gefahren nachgehen und die Wüste überstehen. An ihrer Seite sind Salim, Lucio und Erek von Nettestal. Auf Salim kann sie komplett vertrauen, auch wenn er ihr mit seiner typischen arabischen Eifersucht fast die Luft zum Atmen nimmt. Doch wie sieht es mit den anderen aus? Anfangs stellt sich niemand diese Frage, doch nachdem ein Junge an einem Wein stirbt, der für Robin bestimmt war, lässt Salim nicht mehr von dieser Frage ab. Im Gegensatz zu Robin, die sich eh körperlichen Veränderungen unterziehen muss - doch wann wird sie endlich erkennen, dass sie schwanger ist? Und wie geht es dann mit ihrer Mission weiter? Diese wird auch zu einer wahren Gefahr, den Robin hat sich mittlerweile viele Feinde verschafft und die Wüste ist auch nicht ohne. Was natürlich auch schwierig ist: Hinweise auf den Verbleib des magischen Wassers zu finden. Während teilweise überraschende Unterstützung kommt, überleben doch nicht alle die verschiedenen Etappen der Mission. Und Robin muss schon wieder bitteren Verrat hinnehmen..... Ich muss wirklich sagen, dass ich diesen Band wieder äußerst spannend fand. Die ganze Geschichte hat mir gut gefallen und es war nicht nur besagte Spannung, sondern auch die Beschreibungen über Ägypten, die ich gut fand. Allerdings hat das Buch auch einige schlechte Punkte: - Am Anfag war ich doch sehr irritiert. Was im letzten Buch die spannende Auflösung war, wurde nun hier völlig anders dargestellt und interpretiert. War ein wichtiger Mensch im dritten Teil entführt worden und wusste nur ein guter Bekannter davon, dass er schon längst nicht mehr lebte, so erzählt eben jener Bekannte hier, dass es nur ein Gerücht war, dass der Entführte nicht mehr lebte. Ebenso, wie dieser Mann vorher nichts über Robins wahre Identität wusste und hier eingeweiht war...... hier hat das Lesen keinen Spaß gemacht, sondern nur Verwirrung geschaffen. - Salims Eifersucht. Sie ist verständlich, aber wurde hier doch etwas sehr häufig erzählt und somit vielleicht ein, zwei Mal zu oft zum Streitpunkt zwischen Robin und Salim. - Hatte Robin in den vorgehenden Bänden ein normales, vielleicht sogar auch positives Verhältnis zu Salims Vater, so kann sie ihn hier von Anfang an gar nicht ausstehen... Woher dieser Sinneswandel? - Das Ende war zu kurz. Man erfährt nicht, was nun mit Robins kleiner Familie passiert, ob es überhaupt noch eine Rückreise gibt und wie diese verläuft (gerade nach so einer gefährlichen Hinreise wäre es ja nur natürlich, wenn der Rückweg genauo heftig ist), wie es dem König geht, ... Durch all diese Kritikpunkte war ich geneigt, nur 3 Sterne zu geben. Doch der spannenden Geschichte muss ich einfach 4 Sterne geben, sie reißt das ganze wieder raus... - Ricarda Jordan
Der Eid der Kreuzritterin
(73)Aktuelle Rezension von: OMess83Etwas oberflächlicher, historischer Roman, der bei mir z.T. Fragen im Bezug auf die historische Korrektheit aufgeworfen hat. (Gebrannte Mandeln auf dem Jahrmarkt im 13. Jahrhundert? u.ä.) Allerdings fand ich zwei Aspekte des Buches sehr spannend: Erstens spielt ein Teil des Romans in der Schweiz und zweitens kam ich zum ersten Mal mit dem Thema „Kinderkreuzzüge“ in Berührung. Das Buch steigert sich auf jeden Fall, das Ende ist aber vorhersehbar.
- André Milewski
Geheimakte Excalibur
(25)Aktuelle Rezension von: Pappa_DieterZufälle gibt's! Ausgerechnet der zukünftige Schwiegervater hat etwas mit der Arthus-Sage zu tun, und Max gerät mitten hinein in den Kampf zwischen den Hütern des Schwertes und machtbesessenen Fanatikern, die über Leichen gehen. Die Suche führt über Glastonbury, Stonehenge und Tintagel zu zahlreichen geschichtsträchtigen Orten der britischen Insel, und findet seinen phantastischen Höhepunkt in der Entdeckung des Grabes von König Arthus und Excalibur. Der Autor treibt die Helden von Ort zu Ort und von einer gefährlichen Situation in die nächste, es bleibt kaum Zeit zum Atem holen.
Ein Abenteuerroman mit phantastischen Elementen, der sich gut lesen lässt.
- Sabine Ebert
Schwert und Krone - Der junge Falke
(62)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Der zweite Band der Reihe Schwert und Krone schliesst sich inhaltlich und zeitlich direkt an den ersten Band an. Er befasst sich mit den frühen Jahren des erwachsenen späteren Königs und Kaisers Friedrich Barbarossa. Ein Schwerpunkt der Geschichte ist der schrecklich gescheiterte zweite Kreuzzug der 1147 begann und mit vernichtenden Niederlagen endete. Ausserdem wird auf den sogenannten "Wendenkreuzzug" eingegangen, der nur vordergründig der Christianisierung galt und eher der Machterweiterung der deutschen Fürsten diente.
Das Buch vermittelt wieder einen tollen - manchmal auch sehr bedrückenden - Einblick in das Leben und Sterben zu damaligen Zeiten. Die geschickte Mischung aus realen historischen Begebenheiten und fiktiven Geschichten macht den großen Reiz dieses Buches aus.
Es gibt eine Vielzahl spannender Momente, nur gelegentlich schleichen sich ein paar Längen ein, die aber den Lesefluss nicht nachteilig stören.
Ein toller zweiter Band. Ich freue mich auf den nächsten Band!
- Juliane Stadler
Krone des Himmels
(67)Aktuelle Rezension von: Eliza08Juliane Stadler hat einen historischen Roman geschrieben, wie ich ihn liebe: voller Abenteuer, Freundschaft und Liebe und mit einem historischen Ereignis, dem sie eindrucksvoll Leben einhaucht. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Dritte Kreuzzug von 1189 bis 1192, der Kampf von Abendland und Orient um die heiligen Städte.
Die Kreuzfahrer machen sich auf unterschiedlichen Wegen ins Heilige Land auf. Kaiser Barbarossa reist über Land, begleitet von der jungen Aveline, während Kaiser Philipp von Frankreich den Seeweg wählt. Ebenfalls auf dem Weg nach Akkon über das Meer ist der junge Wundarzt Etienne.
Die Vermischung historischer Persönlichkeiten mit fiktiven Figuren ist der Autorin außerordentlich gut gelungen. Die sehr gründliche Recherche, insbesondere zu den historischen Schauplätzen, ist dem Roman deutlich anzumerken und macht ihn zu einem lebendigen Geschichtserlebnis.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin Figuren erschaffen hat, die lebensnah sind und mit ganz menschlichen Problemen kämpfen. Einige Charaktere machen im Verlauf der Handlung eine erstaunliche Entwicklung durch, andere überraschen beim Lesen und von manchen ist man am Ende schlicht enttäuscht. Die Botschaft, die der Roman über die historischen Ereignisse hinaus vermittelt, ist universell und zeitlos. Der Schreibstil ist eingängig und sowohl dem Genre als auch der Epoche sehr gut angepasst.
Der Roman wird aus drei Perspektiven erzählt, wodurch verschiedene Aspekte der Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden. Orts- und Zeitangaben vor jedem Kapitel sorgen für eine gute Orientierung. Ein Glossar, ein Personenregister, ein historisches Nachwort sowie mehrere Karten runden den Roman stimmig ab.
Ein historischer Roman, dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche und der viel zu lange, aber völlig zu Unrecht, auf meinem SUB gelegen hat
- Peter Berling
Das Blut der Könige
(53)Aktuelle Rezension von: Angel10Dieser Roman spielt in den Jahren ab 1248. Der französische König Ludwig führt einen Kreuzzug nach Ägypten.
Im Mittelpunkt stehen die königlichen Kinder Roc und Yezabel (wahrscheinlich Nachfahren aus dem Geschlecht Trencavel oder der Staufer). Sie werden von der Prieur de Sion, einem geheimen Orden, in Obhut genommen, um eines Tages die Herrschaft zu übernehmen und damit den Weltfrieden zwischen Orient und Okzident zu schaffen. Die Mutter der Kinder war Katharerin und wurde 1244 in Montsegur verbrannt.
Die Kinder werden von unterschiedlichen Personen bewacht, z. Bsp. der Gräfin von Otranto, die zugleich Piratin ist, leben eine Zeit in der Assasinenfestung Maystaf, stehen unter dem Schutz des jungen Sultans...
An diesen Kindern haben natürlich verschiede Gruppen und Personen Interesse, z. Bsp. soll das Mädchen verheiratet werden und ihr königliches Blut zur Manifestierung der eigenen Macht dienen.
Meine Bewertung: der Roman wird nie langweilig, einiges ist überzogen dargestellt. Man kann eintauchen in die Welt des 13. Jahrhunderts. Hilfreich sind die Erklärungen im Anhang, historische Personen sind erklärt und lateinische und arabische Redewendungen übersetzt.
Der Roman ist als TB 1. Auflage 1995 erschienen, ca 1000 Seiten. - Richard Dübell
Die Pforten der Ewigkeit
(83)Aktuelle Rezension von: DoschoDer Stauferkaiser Friedrich II. stirbt und hinterlässt seinem engsten Vertrauten kurz vor dem Tod ein Geheimnis. Gleichzeitig versucht die Zisterzienserin Schwester Elsbeth in Wizinsten ein Kloster zu errichten.
„Die Säulen der Erde für Arme“ – das war mein erster Gedanke beim Lesen von „Die Pforten der Ewigkeit“. Und stellenweise stimmt das tatsächlich: Das Buch ist mit rund 860 Seiten ein ziemlicher Wälzer, spielt im Mittelalter mit all seinen Intrigen und politischen Unruhen und es steht ein Bau eines Gotteshauses im Mittelpunkt der Handlung.
Doch das ist absolut kein Nachteil, im Gegenteil: Richard Dübell hat einen durchweg spannenden historischen Roman geschaffen. Nirgendwo hatte ich das Gefühl, dass die Handlung verflacht oder sich mit Nebensächlichkeiten aufhält, ich hatte eher im Gegenteil die Mühe, alle Handlungsstränge mitzubekommen und im Kopf zu behalten.
Zudem zeichnet sich das Buch durch seine starken Charaktere aus. Ob gute Hauptcharaktere, wie Rogers und Schwester Elsbeth oder die eher düsteren wie Meffridus oder der wirklich ekelhafte Rudolf von Habisburch – jede und jeder wurde überzeugend dargestellt, selbst wenn der Anteil an der Handlung eher gering ausfällt.
Ein weiteres Highlight ist das hochdramatische Ende, das sehr eindrücklich beschrieben wurde und für die Lesenden einige grausame, aber auch trotz der Ereignisse erfreuliche und überraschende Wendungen bereithält.
„Die Pforten der Ewigkeit“ ist für mich genau so, wie ein guter historischer Roman sein sollte: Eine spannende Handlung mit einem regelrechten Auf und Ab der Gefühle, tollen Charakteren und realem historischen Hintergrund. Dafür kann es nur die Höchstpunktzahl und eine klare Kaufempfehlung geben.
- Thomas Asbridge
Die Kreuzzüge
(12)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchIn seinem Monumentalwerk rückt Thomas Asbridge die Geschichte der Kreuzzüge zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert in ein neues Licht: Denn im Gegensatz zur gängigen Vorstellung war dies keineswegs ein unvermeidlicher Kampf des Westens gegen den Orient. So erzählt der britische Historiker erstmals gleichberechtigt von den von Christen und Muslimen verübten Grausamkeiten und erduldeten Leiden. Auf Basis einer Vielzahl von Quellen entfaltet der Mittelalterexperte ein gewaltiges Panorama, das sowohl die politischen als auch die religiösen Motive aller Seiten beleuchtet. Dabei rekonstruiert er die Brutalität der Kämpfe und spürt den militärischen Strategien von Feldherren wie Sultan Saladin und Richard Löwenherz nach. Asbridge schildert nicht nur überraschend friedliche Begegnungen zwischen Kreuzfahrern und Sarazenen, sondern erzählt auch von Gesten der Freundschaft und der religiösen Toleranz über die feindlichen Lager hinweg. Eine Darstellung, die neue Maßstäbe setzt.
Warum die Kreuzfahrer scheiterten und die muslimischen Rückeroberer schlussendlich den Sieg davon trugen beleuchtet Thomas Asbridge abschließend im Epilog. Es war ein Grenzkrieg und den Vorteil genossen schließlich jene die näher an dieser Grenze lagerten, wodurch sie einfacheren Zugang zu frischen Truppen hatten. Aber auch die Bedeutung großer Persönlichkeiten wie Nur ad-Din oder Saladin, sowie des grausamen Baibar sollten sich ebenfalls als Vorteil erweisen. Ebenfalls im Epilog beschäftigt sich Asbridge auch mit den modernen Folgen der Kreuzzüge wie 9/11 oder der Renaissance des Dschihad-Gedankens, sowie der Kreuzfahrer-Rhetorik seit dem Aufschwung des arabischen Nationalismus unter Gamal Abdel Nasser.
Wie jedes ordentliche Sachbuch wird auch dieses durch Karten, Bilder, umfangreiche Quellenangaben, ein Stichwortverzeichnis sowie eine Zeittafel im Anhang ergänzt und komplettiert.
Sehr gut......
- Tyron Tailor
Die geworfene Münze
(15)Aktuelle Rezension von: Leseratte61
Klappentext:
Schwaben 1203: Die junge Gräfin Isabeau wurde von ihrem Schwager Rudolf im Burgverlies eingekerkert. Seit ihr Gemahl Lothar sich dem Kreuzzug ins Heilige Land angeschlossen hat, ist sie ihrem machtgierigen Schwager hilflos ausgeliefert. Dem jungen Schmied Matthias gelingt es, sie aus ihrem Verlies zu retten. Sie müssen rechtzeitig Isabeaus Gemahl finden, denn sonst ist ihrer beider Leben in Gefahr. Doch auf dem Weg ins Heilige Land warten nicht nur unzählige Gefahren, die die beiden überwinden müssen. Zu spät erkennt Matthias, dass Isabeau ihm mehr bedeutet, als einem einfachen Schmied zusteht …
Fazit:
Direkt nach der Hochzeit sieht Isabeau ihren Mann zum letzten Mal, da er sich dem Kreuzzug ins heilige Land anschließt. Sein Bruder will sich in sofort die Grafschaft und die junge Isabeau aneignen und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Da der junge Schmied Matthias durch ein Versprechen an Isabeau gebunden ist, gelingt Isabeau, dank Matthias Hilfe, in letzter Sekunde die Flucht vor ihrem machthungrigen Schwager. Nun beginnt für Matthias und Isabeau eine aufregende Reise, da sie im heiligen Land Isabeaus Mann suchen wollen.
Schon auf den ersten Seiten lernte ich Matthias und sein tragisches Schicksal kennen. Durch die Intrigen des Adels verlor er alles, was ihm lieb und teuer war. Da er nichts mehr zu verlieren hat, gibt er ein Versprechen, dass sein Leben verändert und in den Grundfesten erschüttert.
Isabeau ist eine junge Adlige, die sich ihrem Stand entsprechend verhält und auf mich dennoch einen sehr viel mutigeren und wehrhafteren Eindruck macht, als es bei Frauen dieser Zeit üblich war. Matthias ist natürlich weit unter ihrer Würde und dies lässt sie ihn deutlich spüren, obwohl sie auf seine Hilfe angewiesen ist.
Die Reise, die zu dieser Zeit natürlich sehr lange dauert und sehr gefährlich ist, stellt die zwei Charaktere vor ungeahnte Herausforderungen und Prüfungen. Sie treffen auf gute und böse Menschen und müssen immer wieder um ihr Leben bangen. Doch das Schicksal ist ihnen hold, da sie auch immer wieder Hilfe bekommen, mit der sie kaum rechnen konnten.
Unterwegs treffen sie auf die junge Marie, die für den Diebstahl eines Brotes sehr hart bestraft wurde und nehmen sie mit auf ihre Reise. Nicht nur die Gefühle für dieses Kind wachsen, sondern Isabeau und Matthias wachsen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und entdecken verbotene Gefühle. Eine Adlige und ein Schmied, kann das gutgehen?
Die Erlebnisse auf der Reise wurden sehr bildgewaltig und detailliert beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, direkt dabei zu sein und die Ängste und Sorgen und auch die kleinen Freuden direkt zu spüren.
Der Autor gab mir tiefe Einblicke in die damalige Gesellschaft mit all ihren Facetten. Ist der Adel wirklich so edel und gut, wie er sich darstellen wollte? Welche Rolle spielt die Kirche und deren Diener auf Erden? Soll das heilige Land wirklich gerettet werden, oder dient der Kreuzzug anderen Beweggründen? Werden die Hauptprotagonisten an den Intrigen, dem Machthunger und den Gefahren scheitern, oder wird am Ende alles gut? Das lest bitte selbst, es lohnt sich.
Wie der Klappentext schon andeutet, entwickeln sich bei Matthias zarte Gefühle für Isabeau. Wird sie seine Gefühle erwidern? Und wenn ja, gibt es eine Chance für diese Gefühle? Auch das müsst ihr leider selbst herausfinden.
Mich fesselte dieser Roman von Anfang an und ich konnte das Buch erst nach der letzten Seite aus der Hand legen. Die geschichtlichen Ereignisse und deren zum Teil realen Persönlichkeiten wurden zu einer fesselnden Geschichte verwoben, die mir sehr gefallen hat. Ich konnte tief in die Gefahren dieser Zeit eintauchen und dank der guten Recherche wieder neues Wissen erlangen.
Der Schreibstil des Autors wurde der damaligen Zeit angepasst und dies fand ich sehr passend. Auch wenn sehr viele bedeutende Persönlichkeiten der Zeit eingebunden wurden, gelang es, die Spannung zu halten und mich mitzureißen. Das Verhalten der Charaktere konnte ich nachvollziehen, da sie der Zeit entsprechend sehr realistisch und authentisch ausgearbeitet wurden. Stück für Stück entwickelten sie sich weiter, wuchsen an den Herausforderungen und ich hätte sie gerne noch weiter begleitet.
Ich konnte einen hervorragend recherchierten Roman lesen, der mir die Zeit der Kreuzzüge näher brachte, ohne sie zu glorifizieren. Von mir eine absolute Leseempfehlung.
- Tom Melley
Die Gebote des Templers
(12)Aktuelle Rezension von: Robin-KaercherIch war überrascht, wie sehr mich dieses Buch gepackt hat. Von der ersten Seite an hatte ich das Gefühl, mitten im Heiligen Land des Jahres 1193 zu stehen. Melley schafft es, eine glaubwürdige Welt aufzubauen, ohne sich in Details zu verlieren. Die Atmosphäre ist stark, die Handlung klar, mit einem Spannungsbogen, der auch wirklich bis zum Ende trägt.
Der Ritter Guillaume de Born ist keine glatte Heldenfigur, sondern ein Mann mit Fehlern, Zweifeln, Wut und Mut, und das macht ihn so lebendig. Ich mochte seine Entwicklung: Vom stolzen Tempelritter zum Menschen, der begreift, dass Ehre und Glaube nicht dasselbe sind. Besonders beeindruckt hat mich, wie der Autor christliche, jüdische und muslimische Figuren miteinander verwebt – respektvoll + vielschichtig. Das Heilige Land wirkt dadurch wie ein echter Schmelztiegel, nicht wie eine Kulisse.
Was mir als Student der Geschichte besonders gefallen hat: Man merkt, dass Melley seine Hausaufgaben gemacht hat. Die historische Authentizität stimmt. Orte, Bräuche, Machtverhältnisse, nichts wirkt willkürlich, alles mit Substanz. Trotzdem bleibt der Roman nie trocken. Er liest sich wie ein Abenteuer, aber mit dem Wissen im Hintergrund, dass vieles davon so oder so ähnlich wirklich gewesen sein könnte.
Ich habe selten einen Mittelalterroman gelesen, der Spannung und historische Tiefe so geschickt verbindet. "Die Gebote des Templers" ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein Stück Geschichtserfahrung, das man beim Lesen fast körperlich spürt. Für mich eines dieser Bücher, bei denen man am Ende denkt: Schade, dass es vorbei ist...
- Günther Bentele
Dunkle Zeichen
(6)Aktuelle Rezension von: PeWe"Dunkle Zeichen" (2001) ist ein historischer Mystery-Krimi für Jugendliche ab 12 Jahren von Günther Bentele, der aus dem Leben des mittellosen Knechts Arbogast im Mittelalter zur Zeit der Kreuzzüge erzählt.
Zum Inhalt:
Nach mysteriösen Morden an Familienmitgliedern und einer düsteren Prophezeiung fürchtet der Jugendliche Arbogast um sein Leben. Er flüchtet aus seiner Heimat Schwaben und reist als Knecht eines verarmten Ritters mit nach Vézelay in Frankreich. Dort plant der Ritter sich dem zweiten Kreuzzug anzuschließen. Doch die Bedrohung verfolgt Arbogast und er muss das Rätsel um ein geerbtes Pilgerabzeichen lösen.Persönliche Einschätzung:
Der Roman ist flüssig und gut lesbar geschrieben. Die eher einfache Wortwahl vermittelt das Gefühl den Gedanken Arbogasts, eines einfachen und ungebildeten Knechts, zu folgen. Die Geschichte ist in Erzähler-Perspektive aus der Sicht Arbogast geschrieben.
Man erfährt viel über das Leben und Denken der einfachen Leute im Mittelalter. Die Beschreibungen der Umstände sind authentisch und vermitteln einen lebendigen Eindruck der damaligen Zeit. Die spannenden Geschichte um Arbogasts Bedrohung und sein Pilgerzeichen machen diesen historischen Jugendkrimi zu einem interessanten Leseerlebnis.
Die Leseempfehlung ab 12 Jahren ist angemessen und sollte wegen der Schilderungen der Kreuzzüge nicht unterschritten werden.Mir hat die Geschichte vor allem wegen der lebendigen und authentischen Darstellung der Lebensumstände im Mittelalter sehr gut gefallen. Nicht nur für jüngere Leser interessant!
Fazit: Ein spannender historischer Krimi nicht nur für Jugendliche, der das Mittelalter zur Zeit der Kreuzzüge lebendig werden lässt. Klare Leseempfehlung!
- Jack Whyte
Die Templer - Die Brüder des Kreuzes
(13)Aktuelle Rezension von: RissaInhalt
Heiliges Land, 1187: Bei der Schlacht von Hattin wird das Heer der Franken vernichtend geschlagen. Alexander Sinclair, ein schottischer Tempelritter, ist dem Tod nur durch die Hilfe seines Freundes Lachlan Moray entgangen. Doch Alexander ist schwer verletzt, die nächste Zuflucht, die noch nicht von den Feinden überrannt ist, weit entfernt…
Aquitanien, zwei Jahre später: Als Gegenleistung für gebotene Hilfe soll André St. Clair seinen Lehnsherrn Richard Plantagenet auf seinen geplanten Kreuzzug folgen – als Tempelritter, wenn der Orden ihn aufnehmen sollte. Als Mitglied einer geheimen Bruderschaft steht der Aufnahme kaum etwas im Wege, und schon bald erhält er seinen ersten Auftrag: Seinen Vetter Alexander Sinclair zu finden…Meine Meinung
Nach dem enttäuschenden ersten Band hatte ich an diesen Roman recht geringe Erwartungen und war dementsprechend vorerst positiv überrascht. Die Geschichte beginnt mit der Schlacht von Hattin, man ist direkt mitten in der Geschichte drin, und die Spannung wird auch zunächst hoch gehalten. Doch nach etwa hundert Seiten kam die Ernüchterung, nämlich mit dem Bruch in der Handlung. Denn hier zeigt sich, dass dieser Band genau die gleichen Schwächen aufweist wie der Auftakt der Trilogie: Anstatt einem roten Faden zu folgen, einen Handlungsbogen auszubreiten und sich an ihm entlangzuhangeln, anstatt die Erwartungen an den Roman zu erfüllen, die auf den ersten Seiten geschürt werden, verliert sich der Autor in Beschreibungen von Botendiensten, die André St. Clair für seinen ehemaligen Lehnsherrn ausführen soll, und das, obwohl er doch als Novize bei den Templern nur noch diesen Gehorsam schuldig sein sollte, sowie der Vorbereitungen für den Kreuzzug und die Reise nach Outremer. Dadurch hatte ich das Gefühl, als ob der Autor einfach drauflos geschrieben hätte, völlig ohne Konzept.
Dabei nimmt es der Autor auch nicht ganz genau, was historische Details anbelangt. So wird aus dem römisch-katholischen Kaiser Friedrich Barbarossa mal eben ein Anhänger der orthodoxen Kirche, und auch der Deutsche Orden – der zu dem Zeitpunkt der Romanhandlung noch gar nicht gegründet war – soll dieser angehören. Aus König Richard wird auch mal eben ein Judenhasser, der jede sich bietende Gelegenheit nutzt, um diese zur Belustigung seines Hofes zu quälen, während ich bisher immer der Meinung war, dass Richard mehr oder weniger darum bemüht war, die Juden in seinem Land zu schützen. Erklärungen dazu, beispielsweise in einem Nachwort, sind leider nicht vorhanden, und so bleiben diese Behauptungen in der Luft stehen.
Was es mit der geheimen Bruderschaft auf sich hat, wird hier nur am Rande erläutert, wer weitergehende Informationen sucht, muss den ersten Band der Reihe lesen. Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Existenz einer solchen Bruderschaft überhaupt möglich gewesen wäre, schaut man sich die religiösen Verhältnisse des Mittelalters an. Und so ist es meiner Meinung nach ganz gut, dass sie hier eher als Mittel zum Zweck dient und nicht als wesentlicher Inhalt des Romans.
Die Schreibweise ist durchaus fesselnd, der Autor versteht es sehr gut, Spannung aufzubauen. Leider wird sehr häufig im entscheidenden Moment weggeblendet, das Ergebnis dem Leser beiläufig mitgeteilt, so dass ich mich häufig gefragt habe, warum diese Episode eigentlich beschrieben wurde, statt dem Leser ebenfalls eine Kurzfassung zu präsentieren.
Die beiden Hauptpersonen Alexander und André sind schnell charakterisiert: Sie sind belesen, gebildet und lernen schnell, sie sind gute Kämpfer mit Schwert und Armbrust, und Ehre ist für sie essentiell, kurz gesagt entsprechen sie einem hohen Ritterideal und sind dabei doch langweilig und austauschbar.Fazit
Wie schon im ersten Band hätte man aus diesem guten und auch spannenden Ansatz eine wunderbar fesselnde Abenteuergeschichte machen können, doch kann der spannende Schreibstil das verschenkte Potenzial und die sehr freie Interpretation historischer Details nicht ausgleichen. - Fabian Lenk
Die Zeitdetektive 9: Das Silber der Kreuzritter
(7)Aktuelle Rezension von: LuiseLotteSommerferien! Julian, einer der drei „Zeitdetektive“ aus dem fiktiven Städtchen Siebenthann, ist gerade von einem zweiwöchigen Urlaub in Venedig mit seinen Eltern zurückgekehrt und voller Eindrücke! Die verwinkelte, verwirrende Lagunenstadt lässt ihn nicht los. Aber vor allem beschäftigt ihn das Rätsel der Quadriga über dem Hauptportal der Basilica di San Marco, die zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Venedigs gehört! Kreuzritter, so hieß es, hätten sie einst, im Jahre 1204, im Zuge des 4. Kreuzzuges aus Konstantinopel nach Venedig gebracht. Der kluge Julian merkt auf! Das kann doch nicht sein, denkt er – und fragt sich, was die Kreuzritter denn in Konstantinopel zu suchen gehabt haben, lag es doch weit ab von der Route nach Jerusalem, das stets Ziel der Kreuzritter gewesen war. Als er den Fremdenführer um eine Erklärung bittet, weicht dieser aus, sagt lediglich, dass die Geschichte dahinter „eine Geschichte voller Blut und Tränen, voller Verrat und Lügen“ sei.
Julian wäre nicht er selbst, wenn er die Dinge auf sich beruhen lassen würde! Er weiht seine Freunde, den wagemutigen Leon und die clevere, nie um gute Einfälle verlegene Kim in das Rätsel ein und gemeinsam beschließen die drei, wie immer begleitet von der geheimnisvollen Katze Kija, die sie von ihrer ersten Zeitreise ins Ägypten der Pharaonin Hatschepsut mitgebracht hatten, sich in der alten Bibliothek des Benediktinerklosters St. Bartholomäus umzusehen.
Und was sie dort über den vierten Kreuzzug erfahren, der als besonders negatives Beispiel seiner Art, als Tragödie, Katastrophe und mörderisches Unterfangen, das nur der Befriedigung von Geldgier und christlicher Machtansprüche diente, in die Annalen der Geschichte eingegangen ist, lässt ihnen die Haare zu Berge stehen! Sie lesen, dass Papst Innozenz III. zu diesem Kreuzzug aufgerufen hatte, der in Venedig seinen Anfang nahm und über den Seeweg nach Jerusalem führen sollte. Die Schiffe, 200 an der Zahl, sollten sie von den Venezianern mieten – für damals unglaubliche 85000 Silbermark, die der zu jener Zeit herrschende greise Doge Enrico Dandolo verlangte. Doch aus irgendeinem Grund konnten die reichen Kreuzritter unter der Leitung von Hugo St. Pol und Bonifatius Montferrat das Geld plötzlich nicht aufbringen! Der Doge gab ihnen dennoch die Schiffe und stundete ihre Schulden – doch im Gegenzug mussten sich die Kreuzritter verpflichten, die Städte Zara ( das heutige Zadar ) und Konstantinopel für ihn zu erobern, die zur damaligen Zeit die größten Konkurrenten der Serenissima als führende Handelsstädte waren. Was als Kreuzzug gedacht war, wurde in Wirklichkeit ein Wirtschaftskrieg – und ins Heilige Land gelangten die Kreuzritter niemals!
Nun, das Rätsel um die Quadriga war zwar jetzt gelöst, aber gleichzeitig tat sich ein neues auf: wieso war den Kreuzrittern denn plötzlich das Geld ausgegangen? Wo war es geblieben? Die Freunde waren sich einig – sie würden wieder einmal dem unheimlichen Zeit-Raum Tempus einen Besuch abstatten, mit dessen Hilfe sie in jedes beliebige Jahr der Geschichte reisen konnten. Das Geheimnis um den verschwundenen Silberschatz der Kreuzritter musste gelöst werden!
Dass das bisher gefährlichste und unheimlichste Abenteuer ihrer Zeitreisen-Missionen bevorstand, hätten Kim, Julian und Leon bereits ahnen können, als sie den Zeit-Raum Tempus betraten, denn er war furchteinflößender, erschreckender als jemals zuvor, die vielfältigenden Geräusche waren lauter, das Pulsieren stärker. Ein Brüllen, Pfeifen, Heulen und Ticken schien sie zu warnen – und sie hätten vielleicht gut daran getan, in Siebenthann zu bleiben und das Rätsel um den Silberschatz zu vergessen, denn was sie dann in der Stadt Venedig erwartete, bedeutete Lebensgefahr vom Anfang bis zum Ende! Zwar kamen sie ganz allmählich dem Geheimnis auf die Spur, doch dass sie ihre neue Zeitreise überlebten, grenzte schon fast an ein Wunder! Und wären da nicht ein paar pfiffige Straßenkinder gewesen, die ihnen in nicht nur einen brenzligen Situation, in die sie in der Stadt, hinter deren Kulissen gerissene Machtkämpfe tobten und Intrigen geschmiedet wurden, die besser niemals ans Tageslicht kommen sollten, zu Hilfe eilten – wer weiß, ob die Freunde Siebenthann und ihre geliebte Eisdiele ( „die beste der Welt“! ) jemals wiedergesehen hätten....
Dieses neunte Abenteuer der Zeitdetektive ist sicherlich das beste, spannendste und gefährlichste, das Fabian Lenk bis dahin ersonnen hat! Es ist eines der Bücher, die man von Anfang an nicht aus der Hand legen möchte. Ein unglaublich guter Kriminalroman für junge Leser – wiewohl nicht unbedingt für 9 – 10jährige, die mir zu jung erscheinen, um die geschichtlichen Informationen einordnen und verdauen zu können. Der Autor lässt eine Epoche auferstehen, die wenig bekannt ist, der in deutschen Schulen nicht viel Raum gegeben wird, und haucht ihr das gleiche pulsierende Leben ein, das er von seinem Zeit-Raum Tempus ausgehen lässt. Man rennt mit den drei Freunden und ihrer Katze, die auch hier wieder als Lebensretterin fungiert, durch das Labyrinth der mittelalterlichen Lagunenstadt, versteckt sich mit ihnen in dunklen Ecken und auf Dachböden, flüchtet vor den gar mächtigen Feinden, von denen sie geradezu umzingelt sind – und nähert sich dabei Schritt für Schritt der erschreckenden Lösung, mit der der Autor durchaus ins Schwarze getroffen haben mag!
Wir wissen nicht, was wirklich geschah, doch so, wie er es sich ausdenkt, hätte es tatsächlich sein können. Das gilt hier genauso wie für die acht Vorgängerbände, in denen sich Realität mit Fiktion mischt, in denen reale Personen der Geschichte auf erfundene treffen, die jeweils eine wichtige Rolle spielen bei der Lösung eines Rätsels, das zu ergründen Julian, Leon und Kim mittels Tempus anreisen. Gepaart mit den bekannten und gesicherten Fakten ist dies eine großartige Mischung! Imagination und Realität komplementieren sich bei Fabian Lenk immer perfekt und sind die Grundbausteine für eine hervorragende Kinder- und Jugendbuchreihe, die ich als eine der besten einstufen möchte, die der Büchermarkt für jene Zielgruppe anbietet!
- Michael Peinkofer
Die steinerne Krone
(21)Aktuelle Rezension von: Tine13Im Sommer 1943, während archäologischer Ausgrabungen für Nazi-Deutschland, kommen im Castello Monte aufschlussreiche Dokumente zum Vorschein, die vom Leben des legendären Herrschers Friedrich II. erzählen. Vor diesem Hintergrund enthüllen sich Friedrichs Herrscher-Ambitionen, sein glorreicher Aufstieg, sein Ruhm, aber auch sein Scheitern. Ist sein Vorbild so glorreich wie erwartet?
Autor Michael Peinkofer erzählt in seinem historischen Roman “Die steinerne Krone” die Lebensgeschichte des letzten großen Stauferkaisers, klug verpackt in einer fiktiven Ausgrabungs-Story. Unglaublich spannend gestrickt, liest sich das Ganze wie ein absolutes Abenteuer, so vielfältige Situationen, aufregende Ereignisse und Erlebnisse, oder schwerwiegende Entscheidungen musste der sagenumwobene Herrscher in seinem Leben treffen. Ob bekannte Zeitgenossen, treue Freunde oder erbitterte Feinde, Friedrich hatte viele davon gesammelt. Das Riegen um die Macht macht ihn unerbittlich. Im 12. Jahrhundert war das Leben eines Anführers ein enormer Kraftakt und eine große politische Herausforderung, deren Entwicklung jede Menge an Spannungsmomenten birgt.
Mein Fazit:
Ein faszinierendes Buch, dessen Lektüre mir sehr viel Freude bereitet hat und einiges an geschichtlichen Wissen über Hintergründe und Abläufe der damaligen Zeit bereithielt. Auch der Wunsch einmal in Friedrichs geliebtes Apulien zu reisen wurde geweckt:).
- Eva Fellner
Die Highlanderin
(61)Aktuelle Rezension von: LeadezemberInhaltsangabe:In dem Historischenroman die Highlanderin Band 1 von Eva Fellinger, geht es um Enja. Nach einem Schiffsunglück kann Enja sich retten bzw. wird von Menschenhändlern gerettet und in den Orient gebracht. Dort wird sie unteranderem zur Assassinin ausgebildet. Nach einem besonderen Auftag gelangt Enja in die schottischen Highlands. Dort kämpfen schottische Clans gegen den englischen König um ihre Freiheit. Enja wird von James Douglas gerettet und verdankt ihm ihr Leben. Als James, der nächste Clanführer der Douglas von den Engländern in Gefangenschaft gerät ist für Enja klar, das sie versucht James zu befreien. Dies gelingt ihr mit Hilfe ihrer Freunde. Nach ein paar Jahren taucht James in der Burg von Enja auf und bittet sie um Hilfe.
Dabei wird Enja vor die Frage gestellt wem sie die Treue verspricht dem Englischen König oder dem Schottischen König?
Persönliche Meinung: Ich habe etwas mehr von dem Buch erwartet. Das Buch spielt mal in der Gegenwart mal in der Vergangenen ich fand des da durch anstrengend zu lesen. Die Historischen, Geschichtlichen Hintergründe hat die Autorin gut in den Roman mit eingebracht. Allerdings kam mir die Liebesgeschichte zwischen Enja und James ein wenig zu kurz. Enja als Hauptcharaktere wird als starke und unabhängige Frau dargestellt, ihren Lebensweg habe ich aber an manchen Stellen hinterfragt.
Fazit: Die Geschichte war okay, die Zeitsprünge fand ich nicht so gut auch ein wenig Romantik hat mir in dem Buch gefehlt.Das Buch bekommt von mir drei Sterne, den zweiten Band werde ich lesen, da ich wissen möchte ob Enja und James endlich zusammen kommen.
- Patrice Leavold
Im Schatten der Lilie
(18)Aktuelle Rezension von: quatsprecheEleonore erzählt als betagte Frau ihre Lebensgeschichte, in der sie berühmten Personen begegnete und erstaunliche Dinge getan hat. Sie lebte zu Zeiten Bernard de Clairvauxs, einer der berühmtesten Kirchenmänner des 12. Jahrhunderts, sie war Königin von Frankreich, ließ sich von ihrem königlichen Ehemann scheiden und wurde danach die englische Königin.
Der Roman von Patrice Leavold ist in einem ganz besonderen und wunderschönen Stil geschrieben. Charaktere und Landschaften strahlen in unglaublichen Farben und auch die Liebesgeschichte ist sehr fesselnd. Auch wenn die Forschung, wie so oft, geteilter Meinung über den Charakter der Eleonore ist, klingt die Darstellung zu dieser Geschichte glaubwürdig. Sie ist nicht starr, sondern vielschichtig und komplex, wächst an sich und ihren Erfahrungen und trifft auch mal die falschen Entscheidungen.
Alles in allem ist dieser Roman eine ‘runde Sache’ und ich empfehle jedem, der auf starke Frauen und tragische Liebesgeschichten steht, dieses Buch zu lesen. Ich tat es sogar im Laufen (und das passiert wahrlich nicht sehr oft).
- Susan Hastings
Der schwarze Magier
(21)Aktuelle Rezension von: CR-ForsterIch habe das Buch vor 11 Jahren in die Finger bekommen und noch immer hat es einen festen Platz in meinem Bücherregal. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie oft ich es gelesen habe, definitiv schon fast zerlesen. Dieses Buch hat meine Leidenschaft zu historischen Romanen erweckt.
England, im Jahr 1157.
Es werden zwei Knaben geboren. Der eine ist der dritte Sohn eines normanischen Ritters, der andere ist der dritte Sohn des englischen Königs Heinrich II. Beide scheint nichts miteinander zu verbinden - außer die gemeinsame Reise und der Kampf um Jerusalem - weit, weit in der Zukunft.
Der eine, als Richard Löwenherz, der andere als Rupert de Cazeville. Der zynische, düstere, mystische und in den Bann ziehende schwarze Magier an der Seite des Königssohns.
Susan Hasting hat einen wunderbar spannenden, roten Faden durch die Lebensgeschichte des Magiers Rupert gezogen. Angefangen von seiner Kindheit mit den Visionen und seinen besonderen Fähigkeiten, über seine Erfahrungen im Kloster, seine Initiierung als Druide bis hin zum Studium der Medizin...
Das Leben und der Kampf an Richards Seite habe ich mit Neugier verfolgt, obwohl die politischen Auseinandersetzungen für mich doch etwas lang waren, den leichten Subtext von Richards Gefühlen mit einem verschmitzten Lächeln wahrgenommen und mich dann ganz und gar fesseln lassen, als Rupert die unbändige Lady Gwendolyn in sein Leben gelassen hat - wenn wohl auch nicht ganz freiwillig :)
Susan Hastings hat einen wunderbaren Schreibstil. Selten wird es wirklich langatmig. Ich konnte mir die Geschichte lebhaft in meinem Kopf ausmalen.
Ich lese es immer wieder gerne - lasse mich immer wieder gerne in den dunklen Bann des Magiers ziehen... obwohl ich mir immer öfter wünsche, mehr über ihn zu erfahren...
- Sabine Weiß
Der Chirurg und die Spielfrau
(24)Aktuelle Rezension von: KiraNearTitel: Der Chirurg und die Spielfrau
Autor*in: Sabine Weiß
Erschienen in Deutschland: 2020
Originaltitel: -
Erschienen in -: -
Übersetzer*in: -
Weitere Informationen:
Genre: Historisch, Drama, Hetero
Preis: € 11,00
Seiten: 592
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-404-17937-4
Verlag: Bastei Lübbe AG
Rezensionsexemplar: Nein
Inhalt:
1217. Weil sein Vater ihn ans Kloster geben möchte, flieht der junge Bremer Adelige Thonis und schließt sich einem Kreuzzugsheer an. Doch er kommt nicht weit: Schon auf dem Weg ins Heilige Land erblindet er, wird zum Sterben zurückgelassen. Dass er gesundet, verdackt er allein dem betörenden Gesang einer Spielfrau, der ihn am Leben hält, und der Kunst des Chirurgen Wilhelm. Fasziniert lässt sich Thonis selbst zu Chirurgen ausbilden und spürt die Frau auf, die ihn einst rettete: Elena, eine Sklavin. Beide wollen sie den Menschen helfen - und geraten in einer Zeit der Kreuzzüge und Ketzerverfolgung in eine tödliche Gefahr ...
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht mehr so ganz sicher, wann und wo ich mir das Buch gekauft habe, entweder wars in einem Supermarkt oder in einem Buchladen, denn ich habe es für 4,99 Euro als preisreduziertes Mängelexemplar kaufen können. So groß war der Mangel jetzt auch nicht, auf der Rückseite sind ein paar Kratzspuren vom Auspacken, aber das ist jetzt in meinen Augen echt nichts wildes. Hat mich am Lesespaß überhaupt nicht gehindert.
Apropos Lesespaß, ich hätte das Buch fast genießen können, bzw von Anfang bis zum Ende genießen können, aber leider war das nicht der Fall. Was allerdings mal nicht an den Charakteren liegt, nein, die waren alle schön verschieden und voller Persönlichkeit, es war schön Thonis' Aufstieg zu sehen. Und ich habe mit Elena mitgelitten, besonders wegen ihrer Mutter und als sie versucht hat, in Freiheit zu kommen. Keine Sklavin mehr zu sein. Und auch die Charaktere, die ich nicht mochte, stachen recht gut heraus. Lediglich mit den vielen Adeligen kam ich durcheinander und habe sie ständig verwechselt, wer nun welche Rolle spielt. Die damalige Zeit hatte für mein mieses Namensgedächtnis einfach viel zu viele Adelige XDD
Nein, es lag dieses Mal leider am Anfang und am Ende. Der Großteil der Geschichte war angenehm zu lesen, sehr angenehm, hatte die richtige Mischung aus traurig und schön, spannend und grausam, unterhaltsam und dramatisch. Der Anfang dagegen suppt erstmal vor sich hin, kommt nicht wirklich in die Pötte. Ich hatte mich schon gefragt, wann das Buch endlich loslegen würde^^°
Mit seiner Krankheit, so fies es vielleicht auch klingt, fing das Buch dann an, richtig gut zu werden und hat das Niveau auch halten können, was sehr stark war. Ich habe mich immer darauf gefreut, da noch ein wenig darin lesen zu können bevor es ins Bett geht, wenn ich es nicht lesen konnte, dann weil ich mal wieder zu müde dafür war. Und selbst da habe ich es nur ungern ausfallen lassen.
Das Ende dagegen, als die meisten Konflikte passiert ist, verwässert das alles wieder, als wäre sich die Autorin nicht so ganz sicher gewesen, wie sie das Ganze beenden soll. So kehrt Thonis nach langer Zeit in seine Heimat zurück und ist nur so halb willkommen, je nachdem, wen du da gefragt hättest, hättest du eine ganz unterschiedliche Antwort bekommen. Es war auch ein wenig undurchsichtig, ob sie nun gehen oder nicht. Hier hatte ich auch wieder das Problem mit den Adeligen und ihren Namen, dass ich mir dann mit viel Mühe merken musste: Wer war wer und war lag mit wem nochmal im Streit?
Es geht zwar gut für die beiden aus, mit einem halboffenen Ende, dennoch: Der Teil davor hätte nicht unbedingt sein müssen. Denn Thonis und Elena haben sich so ein schönes Leben aufgebaut und Thonis hat den Kontakt zu seiner alten Familie vor so langer Zeit verloren, dass ein Wiedersehen jetzt nicht so viel Sinn macht in meinen Augen.
Hinten im Buch gab es dann auch ein Glossar, welches die wichtigsten Wörter erklärt, die im Verlauf des Buches vorkommen, sowas finde ich immer wieder super und praktisch. Auch gab es eine Karte, am Anfang und Ende des Buches, welches beide die gleiche Karte zeigen. Es sind alle Orte eingezeichnet, an welchen die Story spielt und das sind doch recht viele, da Thonis in seinem Leben viel herumkommt. Warum allerdings 1:1 die gleiche Karte zweimal drin sein musste, verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz.
Fazit:
Der Anfang und das Ende waren wie gesagt ein wenig schleppend, da habe ich mich geduldig durchziehen müssen, aber ich habe es geschafft. Und 5/7 des Buches haben mir ja sehr gut gefallen, also kann ich da nicht so viel mehr dazu sagen. Es war eine angenehme Mischung aus den beiden Perspektiven und ich hatte (fast) jedes Mal Spaß beim Lesen. Auch war es interessant, mal einen Einblick in das medizinische Leben von damals zu werfen, wie die damaligen Ärzte praktiziert haben, was man damals behandeln musste und wie man es getan hat, das hatte schon was.
Von mir bekommt das Buch insgesamt vier Sterne und eine Lese-Empfehlung. Hier ist das Karma zwar nicht so offensichtlich stark verteilt wie bei den Büchern von Iny Lorentz, aber dennoch können Fans des Autorenpaars hier auch ihre Freude finden. Diese mutige Behauptung stelle ich jetzt einfach mal so auf.























