Bücher mit dem Tag "krie"
31 Bücher
- George R. R. Martin
Das Lied von Eis und Feuer 02
(2.033)Aktuelle Rezension von: buchgestapelWorum geht’s?
Auch wenn ein verheerender Krieg aufzuziehen droht, glaubt Eddard Stark noch immer daran, dass sich alles zum Guten wenden wird. Nachdem dann auch noch König Robert stirbt, droht das gesamte Reich unterzugehen – wenn es nicht eine Chance gäbe, die rebellierenden Völker wieder zu vereinen.
Meine Meinung
Band eins der Reihe konnte mich auf jeden Fall überzeugen, auch wenn die vorherrschende Gewalt natürlich ein Punkt war, der nicht unbedingt jeden ansprechen wird und auch mich nicht immer begeistert hat. Nichtsdestotrotz war ich schon sehr gespannt darauf, wie es mit Familie Stark, ihren Anhängern und ihren Feinden weitergeht, deswegen konnte ich Band zwei dann auch nicht wirklich lange im Regal liegen lassen.
Die wechselnden Perspektiven haben mir auch hier wieder gut gefallen, primär weil die Handlung an unterschiedlichen Orten nun insgesamt an Fahrt aufgenommen hat und es somit kaum Momente gab, die sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen haben. Da ich mich mittlerweile auch wesentlich besser innerhalb des Settings zurechtgefunden habe, habe ich mich gleichzeitig auch wesentlich leichter damit getan, der eigentlichen Geschichte zu folgen und war wesentlich weniger darauf angewiesen, mir die Karten und die Anhänge anzuschauen.
Auch die Figuren selbst fand ich mittlerweile wesentlich interessanter, da man bei den meisten schon die ein oder andere Motivation erkennen konnte und es somit wesentlich spannender war, ihr Handeln und ihre Interaktion mit anderen Charakteren zu beobachten. Da man zumindest den Großteil der Figuren schon einen Augenblick lang begleitet hat, war die Charakterentwicklung hier dann auch wesentlich interessanter, als das zu Beginn für mich der Fall war.
Überzeugen konnte mich auch das Tempo der Geschichte, da der durchaus monumentale Charakter zwar konstant geblieben ist, ich mich beim Lesen aber trotzdem nicht gelangweilt habe. Teilweise war ich sogar sehr positiv überrascht davon, wie kurz mir das Buch insgesamt vorgekommen ist. Die Gesamtseitenlänge war nichtsdestotrotz nötig, um die Handlung insgesamt im Buch unterzubringen – auch wenn ich persönlich sehr froh darüber bin, dass die Bände in der deutschen Übersetzung nicht ganz so lang sind wie in der Originalfassung bzw. auf zwei Bücher aufgeteilt wurden.
Fazit
Bisher konnte mich diese Reihe auf jeden Fall überzeugen, auch wenn ich persönlich kein allzu großer Fan der vorherrschenden Gewalt in dieser Geschichte bin. Die zahlreichen Figuren, ihre Ränkespiele und Motivationen untereinander fand ich aber wirklich spannend zu verfolgen, weshalb ich jetzt schon sehr gespannt auf Band drei der Reihe bin.
Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.
- Victoria Aveyard
Goldener Käfig (Die Farben des Blutes 3)
(714)Aktuelle Rezension von: HazalReadsBand 3 der Reihe (Goldener Käfig) von Victoria Aveyard hat mich emotional komplett zerstört – und zwar von der ersten bis zur letzten Seite.
Die gesamte Reihe fühlt sich ohnehin wie ein Strudel aus Verzweiflung, Hoffnung und ständigem Kampf an, aber dieser Band hebt das nochmal auf ein ganz anderes Level. Es gibt kaum Momente zum Durchatmen. Selbst wenn sich etwas zum Guten wendet, wird diese Hoffnung gefühlt sofort wieder zerstört. Dieses ständige Auf und Ab macht das Buch unglaublich intensiv – aber auch emotional extrem belastend.
Besonders stark fand ich die Darstellung der Gefangenschaft und des Ausgeliefertseins. Diese Passagen waren kaum zu ertragen, weil man nicht nur mitfiebert, sondern wirklich mitleidet. Es hat mich emotional sehr an die düsteren, schmerzhaften Momente aus Throne of Glass erinnert, wo Figuren an ihre absoluten Grenzen gebracht werden.
Was die Charaktere angeht, hatte ich sehr gemischte Gefühle. Mare Barrow macht in diesem Band eine enorme Entwicklung durch. Ihre Reifung ist deutlich spürbar – auch wenn sie durch Trauma, Schmerz und Verlust geprägt ist. Ihre Entwicklung wirkt nachvollziehbar und stark, auch wenn sie emotional sehr schwer zu lesen ist.
Ganz anders ging es mir mit Cal. Seine Entscheidungen haben mich oft frustriert und enttäuscht. Gerade im Vergleich zu Mares Entwicklung wirkt er unsicher, hin- und hergerissen und teilweise nicht konsequent genug. Diese Dynamik zwischen den beiden hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt.
Was dieser Band besonders gut schafft, ist dieses Gefühl von Hoffnungslosigkeit. Man wartet die ganze Zeit auf Erlösung – auf einen Moment, in dem sich alles zum Guten wendet. Aber dieser Moment kommt nicht. Und genau das macht die Geschichte so real und gleichzeitig so schmerzhaft.
Am Ende bleibt vor allem eines: das Gefühl, dass noch ein langer, harter Weg vor den Figuren liegt. Ein klares Happy End ist noch lange nicht in Sicht – und genau das macht mich gleichzeitig neugierig und traurig.
Dieser Band ist intensiv, düster und emotional extrem fordernd. Er hat mich zerrissen – und genau deshalb bleibt er so stark im Gedächtnis.
- Sarah J. Maas
A Court of Mist and Fury (English Edition)
(379)Aktuelle Rezension von: chaospixieUnser Buchclub hat sich vorgenommen, Acotar vor Erscheinen der neuen Bände zu lesen (oder zu terrassen), daher tauche ich zum ersten Mal in die Welt von SJM ein. Nachdem mir der erste Band der Reihe zwar gefallen, aber mich nicht restlos begeistert hat, habe ich mich sehr auf den zweiten gefreut, da ich so viel Gutes darüber gehört hatte.
Mir gefiel die Liebesgeschichte in diesem Band tatsächlich viel besser als im ersten (vielleicht, weil zwischen Tamlin und Feyre kaum Anziehungskraft bestand?). Ich ärgere mich total über mich selbst, da ich vor dem Lesen so viele Spoiler zu Acotar auf Social Media gesehen habe. Ich bin überzeugt, dass mein Leseerlebnis ganz anders gewesen wäre, wenn ich nicht schon vorher gewusst hätte, wer zusammengehört und wer nicht.
Trotzdem haben mir der Schreibstil, das world-building und die Anziehung zwischen Rhys und Feyre sehr gut gefallen. Die Handlung war zwischendurch etwas schleppend, das Ende hat mich hingegen wie ein Sturm weggefegt!
Ich freue mich sehr darauf, weiterzulesen, jetzt, wo ich den größten Spoiler hinter mir habe. Ich habe parallel auch das von Jennifer Ikeda gesprochene Hörbuch gehört und muss sagen, dass mir ihre Art vorzulesen sehr gut gefallen hat!
- E.M. Remarque
Im Westen nichts Neues
(1.292)Aktuelle Rezension von: Julia_TaubEinfach ein Klassiker den man gelesen haben sollte. Er greift das Thema Erster Weltkrieg politisch und gesellschaftlich sehr gut auf und zeigt uns einen Einblick eines Soldaten aus dieser Zeit. Dem Schreibstiel kann man sehr gut Folgen ohne das die Spannung verloren geht. Ich konnte mit allen Charakteren mitfühlen und hab mit jedem einzelnen Mitgefiebert.
- Veronica Roth
Rat der Neun
(466)Aktuelle Rezension von: Lauras_bunte_buecherregalDer Schreibstil ist flüssig und angenehm zu Lesen. Für mich kam der Aufbau der Welt etwas zu kurz.
Das größte Problem hatte ich mit der fehlenden Tiefe in der Geschichte. Ich fand die Handlung etwas zu oberflächlich und leider konnten mich die Protagonist:innen nicht komplett überzeugen. Die Wendungen und der Spannungsbogen waren für mich leider vorhersehbar.
Für Zwischendurch war das Buch unterhaltsam, keine Frage. Für mehr hat es für mich leider nicht gereicht. Ich hätte mir mehr von der Handlung erhofft. Band zwei werde ich mir anhören.
Von mir erhält das Buch 3,5 von 5 Sterne. - Laini Taylor
Dreams of Gods and Monsters
(270)Aktuelle Rezension von: FallendreamsOhje, wie bewerte ich das Buch?
Das Ende von Band 1 sowie Band 2 haben mich total aus den Socken gehauen, weswegen ich Band 3 direkt lesen wollte.
Nunja, ich hab für Band 3 wirklich ewig gebraucht. :/ Musste auch mehrmals länger abbrechen, da ich es irgendwie nicht mehr so „catchy“ fand.
Teilweise zog sich die Story durch endlose Beschreibungen und unnötigen Handlungen in die Länge und dann gab es teilweise Stellen, die mich wieder total in den Bann gezogen haben…. Bis der Schluss kam.
Der große Krieg wurde meines Erachtens total banal geregelt und kurz darauf steht man einem viel größeren Gegner gegenüber, welcher in wenigen Seiten abgearbeitet wird.
Man hätte die Handlung im Buch viel weiter nach vorne ziehen sollen. Damit hätte sich ein konstanter Spannungsbogen durchgezogen… so war‘s für mich teilweise eher eine Qual und ich war schon gottfroh, als ich endlich die letzten Seiten lesen konnte 🙈
- Halo Summer
Aschenkindel
(502)Aktuelle Rezension von: EvelinMonscheinWas mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist, dass die Stiefmutter und die Schwestern keine klassischen Bösewichte sind. Sie haben ihre Eigenheiten, ja – aber sie werden nicht karikiert. Das verleiht der Geschichte eine wohltuende Tiefe.
Und Aschenkindel selbst? Keineswegs ein bemitleidenswertes Opfer.
Sie ist weder hilflos noch ständig gütig und geduldig.
Im Gegenteil: Sie ist klug, witzig, brüllt bei Bedarf mit ihren Schwestern –
und ist zufrieden mit sich und ihrer Welt. Besonders mit ihrem Hauszauber, der durchaus nachahmenswert ist.Eine zauberhafte, freche und liebevoll geschriebene Geschichte, die mich zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht hat.
Und mein absolutes Highlight? Die gute Fee.
Eine halbtalentierte, chronisch überforderte Absolventin der Feenakademie. Einfach herrlich! - Amy Harmon
Bird and Sword
(416)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Lark von Corvyn ist fünf Jahre alt, als ihre Mutter Meshara von König Zoltev vor ihren Augen getötet wird. Um Lark zu schützen, nimmt sie ihr mit dem letzten Atemhauch die Stimme, denn auch Lark hat die Magie in sich.
15 Jahre später: Da Lark nicht spricht, ist sie für alle unscheinbar. Sie kann jedoch die Stimmen der Welt wahrnehmen und in ihrem Kopf formen sich Wörter und Bilder. Von ihrem Vater wird sie kaum beachtet, obwohl sein Schicksal an ihrem geknüpft ist. Nur ein Troll kümmert sich um sie und begleitet sie auf ihren Wegen.
Eines Tages taucht König Tiras, Zoltev’s Sohn, auf. An den Grenzen von Jeru herrscht Krieg gegen blutrünstige und scheinbar unbesiegbare Fabelwesen – sogenannte Volgar. Der König erinnert Lord Corvyn an seine Treue und nimmt als Pfand Lark mit. Während sie nach Jeru City reisen, greifen erneut Volgar an und Lark kann sie mit Macht ihrer Gedanken zur Aufgabe bewegen.
König Tiras ist ganz angetan von der jungen unscheinbaren und stillen Frau. Er bemerkt, dass sie magische Kräfte besitzt. Aber Magie ist verboten und jeder, der sie in sich trägt, soll laut Gesetz getötet werden. So zögert Lark eine Weile, sich ihm zu offenbaren. Bis dahin hat sie jedoch bemerkt, dass er selbst dunkle Geheimnisse besitzt.
Werden sie ein gemeinsames Schicksal teilen und den Krieg zu ihren Gunsten beenden können oder werden sie wie die anderen Magie-Begabten den Tod finden?
Mein Fazit:
Acht Jahre schlummerte dieses Buch auf meinem SuB. Und jetzt habe ich es endlich gelesen und frage mich, warum ich so lange wartete.
Ich habe schon einige Romane von Amy Harmon gelesen, meist sind es außergewöhnliche Liebesgeschichten. Im Genre Fantasy bin ich nicht so viel unterwegs, dafür freue ich mich, dass mir gerade diese Geschichte so besonders gut gefallen hat.
Lark ist eine junge starke Frau – mit reinem Herzen und mit einem aufrichtigen Charakter. Die Mutter hat ihr im Sterben die Worte im tiefen Innern verpflanzt. Sie sollte kein Wort mehr sagen, bis die rechte Zeit gekommen ist. Und so sehr Lark sich zwischendurch auch bemühte, es kam nicht ein Ton heraus. Der Vater, ein Unsympath und Wendehals, lehrte sie weder lesen noch schreiben. Das ändert sich grundlegend, als sie König Tiras begegnet.
König Tiras ist der Sohn von König Zoltev, der zwischendurch das Zeitliche gesegnet hat. Zoltev war gefürchtet, doch Tiras will von seinem Volk geliebt und geachtet werden. Die Magischen wurden von ihm nicht gejagt und auch nicht getötet. Er findet das Gesetz unwürdig und schrecklich. Allerdings muss er sich um sein Reich sorgen. Denn nicht nur die Volgar können ein Dorf nach dem nächsten erobern. Auch die Lords der Provinzen lechzen nach dem Thron und spinnen Intrigen. Außerdem muss er sein eigenes Geheimnis hüten, woran Lark und ihre Mutter Meshara nicht so ganz unschuldig sind.
Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und die Geschehnisse eindrucksvoll geschildert. Ich lebte mit Lark in Jeru und fühlte und sah mit ihr, was passierte. Sie erzählt die Geschehnisse aus ihrer Sicht, auch wie sie immer wieder versucht, ihre Stimme zu nutzen. Aber die rechte Zeit war noch nicht ganz gekommen. Sie kämpft um ihre Eigenständigkeit, aber auch um ihre Gefühle für Tiras, der sich oft widersprüchlich verhielt.
Eine wunderbare Geschichte, die definitiv Lust auf den zweiten Teil macht. Der erste Teil bekommt fünf Sterne und eine klare Empfehlung!
- Alwyn Hamilton
AMANI - Verräterin des Throns
(145)Aktuelle Rezension von: Schnee_prinzessinMit dem zweiten Band der Amani-Reihe beweist Alwyn Hamilton, dass eine Fortsetzung die Geschichte nicht nur weitererzählen, sondern auch überraschend erweitern kann. Der Einstieg verlief für mich ganz anders als erwartet: Amani ist schwer verletzt und muss sich zunächst erholen, während Jin plötzlich verschwindet. Kurz darauf gerät sie durch Verrat in die Hände des Sultans und muss im Harem ums Überleben kämpfen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass der Sultan und seine Familienmitglieder nicht einfach als eindimensionale Gegenspieler dargestellt werden. Stattdessen erhalten sie nachvollziehbare Motive und bringen viele neue Grautöne in die Geschichte. Dadurch stellt sich immer wieder die Frage, wer eigentlich auf der richtigen Seite steht – ein Aspekt, der die Handlung für mich noch spannender gemacht hat.
Ein echtes Highlight waren die kurzen Zwischenkapitel aus anderen Perspektiven. Sie sorgen für Abwechslung, geben wichtige Hintergrundinformationen und treiben die Handlung geschickt voran. Vor allem die Einblicke in Amanis Vergangenheit und die Geschichte ihres Vaters haben der Welt noch mehr Tiefe verliehen. Manche Szenen waren dabei richtig emotional und haben mich sehr berührt.
Die Mischung aus politischen Intrigen, Magie, Verrat und starken Charakterentwicklungen hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Für mich ist dieser zweite Band sogar noch vielschichtiger als der Auftakt und macht große Lust auf das Finale der Trilogie.
- Marie Force
Kein Tag ohne dich
(317)Aktuelle Rezension von: tobi101996In dem Buch Kein Tag ohne dich (Lost in Love 2) von Marie Force, geht es um Hannah Abbott, welche ihren Ehemann Caleb verloren hat vor sieben Jahren und jetzt erst langsam zu lieben beginnt. Nolan hilft ihr bei ihrer kaputten Batterie und dann beginnen die zwei sich langsam kennenzulernen. Aber Hannah kann sich nicht wirklich von ihrem verstorbenen Ehemann Caleb lösen und denkt, es ist falsch jemanden neues zu lieben. Finden die zwei trotzdem zueinander und haben eine Chance ?
Meine Meinung:
Die Geschichte lies sich flüssig lesen und hat viel mit Trauer und deren Verarbeitung zutun. Dadurch das die Geschichte 480 Seiten hat, geht es bei den beiden langsam voran und Hannah als auch Nolan zweifeln immer mal wieder an der Liebe zum anderen, bis zu einem Punkt. Danach können sie kaum noch die Finger von einander lassen. Hannah trauert viel um ihren verstorbenen Ehemann Caleb, der im Krieg gestorben ist und Nolan, war einer seiner besten Freunde. Nolan ist ein herzensguter Mensch und hilfsbereit. Ein super Mann mit eigenen Problemen, von denen kaum einer weiß. Natürlich mischen sich noch Hannahs Eltern und Geschwister in die Liebe von Hannah und Nolan ein, was für ziemliches Chaos sorgt.
Fazit:
Trotz viel Trauer eine schöne Geschichte von Hannah und Nolan. Eine große Empfehlung von mir, aber seit bereit für die Geschichte.
- Bernard Cornwell
The Last Kingdom
(17)Aktuelle Rezension von: BirgitConstantEin späterer Band der Uhtred-Reihe ließ mich zu diesem Buch greifen, mit dem die ganze Uhtred-Saga beginnt.
Der junge Uhtred, der erst nach dem Tod seines älteren Bruders diesen Namen erhält, ist 10 Jahre alt, als er in die Hände der Wikinger fällt und von ihnen aufgezogen wird. Damit beginnt eine Geschichte, in der Uhtred immer wieder hin- und hergerissen ist zwischen seinen sächsischen Wurzeln und seiner dänischen Erziehung. Er dient beiden Seiten zu verschiedenen Zeiten seines Lebens, doch sein eigentlicher Antrieb ist nicht die Treue zu einem Herrn, sondern die Rache an seinem Onkel, der die Burg Bebbanburgh unrechtmäßig in seine Hände gebracht hat, obwohl Uhtred ihr rechtmäßiger Besitzer ist.
Der geschichtliche Hintergrund des Buches ist ein wahnsinnig spannendes und dramatisches Kapitel der englischen Geschichte, denn die Wikinger haben zu dem Zeitpunkt einen Großteil Englands besetzt und stehen kurz davor, auch noch das letzte verbleibende englische Königreich Wessex von der Landkarte verschwinden zu lassen. Doch der junge König Alfred, später Alfred der Große, schafft es, dem dänischen Vordringen Einhalt zu gebieten.
Weniger spannend fand ich allerdings Uhtreds Erzählung, die mir manchmal zu leidenschaftslos und gleichgültig ist, fast als würde Uhtred im Rückblick auf seine Jugendjahre eine teilnahmslose Auflistung von Ereignissen aneinanderreihen. Das ist schade, denn in dem späteren Roman, den ich aus der Reihe gelesen habe, ist Uhtred ein wunderbar schnoddriger und zielgerichteter Krieger, der macht, was er für richtig hält und sich durchzusetzen weiß.
Auch auf dem Motto des Buches – und der ganzen Reihe –, wyrd biþ ful aræd, über dessen genaue Bedeutung sich die Experten bis heute trefflich streiten, wird meines Erachtens zu oft herumgeritten.
Insgesamt wird mich das Buch jedoch nicht davon abhalten, die Reihe weiterzulesen, da die Hintergrundgeschichte der Entstehung Englands einfach zu interessant ist, um nicht weiter darüber zu lesen.
- Kristin Harmel
Heute fängt der Himmel an
(95)Aktuelle Rezension von: blaues-herzblattDas war nicht mein erstes Buch der Autorin Kristin Harmel und daher war ich wie erwartet wieder sehr begeistert von der Art und Weise wie die Autorin es immer wieder schafft historische Ereignisse, verschiedene Zeitebenen und Liebes- sowie Lebensgeschichten so stimmig miteinander zu verbinden.
Eine junge Journalistin stößt, kurz nach dem Tod ihrer Großmutter, auf ein geheimnisvolles Bild und weitere Nachforschungen befördern lang verborgene Geschichten zu Tage.
Es gibt zwei Zeitebenen, zum einen eine aktuelle, in welcher der Leser Emily begleitet, die mehr über das Bild herausfinden will, auf der anderen Seite eine Perspektive, die in der Vergangenheit liegt und die eine Liebesgeschichte beleuchtet. Diese beiden Sichtweisen ergänzen sich wunderbar und interagieren auf eine liebevolle Art miteinander.
Ich habe alles daran geliebt und bin nur so durch die Seiten geflogen um an Emilys Seite zu erfahren, was es mit dem Bild auf sich hat. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Figuren lebendig erzählt und die historischen Ereignisse sehr interessant und immer wieder lehrreich in die Geschichte eingeflochten. Auch hier konnte ich viele Fakten mitnehmen, die mir vorher nicht geläufig waren und mich zu Beginn sehr geschockt haben.
Für mich eine wundervoll tiefgründige Geschichte, die ich nur wärmstens empfehlen kann und die ein Bewusstsein für die Tragweite vergangener Ereignisse schafft und wie sehr diese noch Jahrzehnte später aktuell bleiben und sich weiter einschreiben.
- Jack Ketchum
Jagdtrip
(32)Aktuelle Rezension von: Jessica-buchmomentDieses Buch konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Es dauert sehr lange bis überhaupt erst einmal eine Spannungsbogen aufgebaut wird. Der erste Teil des Buches ist einfach langweilig und es fiel mir sehr schwer, dabei zu bleiben. Im späteren Verlauf des Buches, wenn es dann „zur Sache“ geht, ist der Teil der Geschichte dann viel zu schnell erzählt. Da stimmen die Relationen meiner Meinung nach nicht.
Auch die Kategorisierung „Horror“ kann ich nicht nachvollziehen. Mit dem Horrorgenre hat das Buch nicht viel zutun. Die Vorstellung, bei einem Campingausflug von einem Kriegsveteran gejagt zu werden, ist sicherlich eine Horrorvorstellung, da hört es mit dem Horror dann aber auch schon auf.
Was ich aber gut an diesem Buch finde – es ist interessant, mal einen Einblick in so ein Leben nach dem Krieg zu bekommen und zu sehen, was Krieg aus einem Menschen machen kann. „Jagdtrip“ ist zwar eine Geschichte, aber keine, die an den Haaren herbeigezogen ist. Es ist ja kein Geheimnis und natürlich auch absolut keine Überraschung, dass Menschen erheblich verändert aus einem Krieg zurückkehren.
- Conn Iggulden
Sturmvogel
(70)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer britische Autor Conn Iggulden befasst sich im Roman "Die Rosenkriege - Sturmvogel" mit dem Beginn, bzw. vielmehr der Vorgeschichte der Rosenkriege ab dem Jahr 1443.
Recherchetechnisch okay, handwerklich gut schafft es Iggulden dennoch nicht, mich gänzlich in das England des 15. Jahrhunderts zu entführen. Grund ist wohl, dass er es leider an guten Charakteren mangeln lässt, mit denen man als Leser mitfiebern könnte. Die Personen des Königshofes sind nicht sehr faszinierend angelegt - was ich schade finde, denn diese haben größtes Potenzial.
Als begeisterter Leser der Waringham-Saga von Rebecca Gablé kenne ich da bessere Umsetzungen. Die einzige interessante Figur dieses Romans war der Spion Derry Brewer, der allerdings weder sehr sympathisch noch sehr nahbar angelegt ist. König Henry VI. kann Iggulden leider keine neuen Seiten abgewinnen, er ist der fromme, friedliebende, aber schwache Herrscher, den ich von Gablé kannte.
Ohne meine Vorkenntnisse aus den Waringham Büchern hätte ich wohl auch mit dem Prolog nichts anfangen können, Alice Perrers ist einfach keine so bekannte Persönlichkeit, dass man sie einfach mal völlig unerklärt in den Raum werfen kann (ich kannte sie aus "Das Lächeln der Fortuna", in welchem ich sie als einen der faszinierendsten Charaktere dieses Romans wahrgenommen habe).
Nein. Mehr als 3 Sterne werden das hier leider nicht.
- Hanni Münzer
Marlene
(142)Aktuelle Rezension von: Azyria_SunWorum geht’s?
Marlene arbeitet als Spionin. Sie tut alles, um gegen Hitlers Regime anzukämpfen. Doch ihre Tarnung fliegt auf und sie wird nach Auschwitz deportiert. Dort hat sie unter grausamen Bedingungen täglich um ihr Überleben zu kämpfen. Um ihr Überleben und das der ihr nahestehenden Frauen.
Meine Meinung:
Mit „Marlene“ endet schon die Honigtot-Dilogie von Hanni Münzer. Und wie auch der erste Teil ist dieses Buch wieder unheimlich eindrucksvoll geschrieben. Die Autorin erschafft Bilder mit Worten, erzeugt Grauen und schreibt die Geschichte tief unter die Haut ihrer LeserInnen.
In diesem Teil begleiten wir Marlene, die wir schon im ersten Teil kennenlernen durften. Sie hatte mir bereits damals gefallen und umso mehr habe ich mich darauf gefreut, über ihr Leben lesen zu dürfen. Marlene ist wirklich eine eindrucksvolle Person. Auch einigen alten Bekannten begegnen wir wieder, u.a. Deborah, die im ersten Teil eine Hauptrolle hatte. Ernst, den ehemaligen Liebhaber von Marlene. Und Ottilie, für die ich mich am Ende besonders gefreut habe. Auch Wolfang dürfen wir wiedersehen und daneben lernen wir viele weitere, starke Charaktere kennen, wie z.B. Jolanta und Olga.
Die Geschichte von Marlene und den anderen ist wirklich intensiv. Es war fast noch emotionaler und erschreckender, als der erste Band. Hier lässt uns die Autorin die dunklen Seiten des Krieges wirklich hautnah miterleben. Es ist erschreckend, wieviel Grauen wir hier erleben müssen. Wir kommen nach Auschwitz. Erleben eine Deportation mit. Ein Bombenattentat. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und ich möchte auch nicht spoilern, daher nur so viel: Die Mischung von Fakten und Fiktion ist wieder absolut perfekt. Dieses Buch ging mir total unter die Haut! Es hat mich in meinen Träumen verfolgt und das Grauen, das die Menschen damals erleben mussten, erschreckende Realität werden lassen. Auch das Kriegsende erleben wir mit und wie Marlene und ihre Freundinnen sich durchgeschlagen haben. Hunger, Verlust, Ängste, Vergewaltigungen. Aber auch Freude dürfen wir miterleben. Hoffnung. Neuanfänge. So schrecklich die Schicksale in diesem Buch sind, so viele schöne Momente bekommen wir doch auch. Es ist grausam, diese vielen Szenen mitzuerleben und gedanklich mit zu durchleben. Und umso mehr konnte ich mich am Ende mit Marlene, Jolanta und all den anderen freuen. Ein intensives Buch, das es wirklich in sich hat und das den Krieg erschreckend und beängstigend real werden lässt. Von mir eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die nächsten Bücher der Autorin, die bereits lesebereit neben mir liegen.
Fazit:
Mit „Marlene“ hat mich Hanni Münzer wirklich umgehauen. Wir treffen liebgewonnene Personen wieder und insbesondere Marlene, die mich schon im ersten Teil der Dilogie beeindruckt hat, dürfen wir näher begleiten. Dabei erleben wir viele intensive, erschreckende und grausame Szenen mit. Aber auch, wie Hoffnung und Liebe in den Menschen wieder erstarken. Das Buch ging mir wirklich unter die Haut und hat mich in meinen Träumen verfolgt, aber es war auch schön zu lesen, wie gerecht das Schicksal am Ende mit allen Personen war. Fakt und Fiktion waren wieder perfekt vermischt und ich habe das Buch regelrecht verschlungen.
5 Sterne von mir und ich bin mir sicher, dass mich Marlenes Geschichte noch eine Weile verfolgen wird.
- Birgit Rabisch
Die vier Liebeszeiten
(58)Aktuelle Rezension von: PetzipetraSo wie das Jahr in ihre Jahreszeiten geteilt ist, genauso ist das Leben in Abschnitte geteilt. Sogar die Liebe hat ihre Höhen.... ihre Tiefen... ihre ruhigen Zeiten... Turbulenzen und wie wir wissen noch viel mehr.
Die Autorin lässt uns mit Rena und Haube genau diese Liebe die Alles überwindet und gemeinsam wächst erleben.Sie lässt uns träumen und regt zum Nachdenken an.Gibt Mut und Kraft zum weitermachen. - Arik Steen
Serva - Götteropfer
(14)Aktuelle Rezension von: JariZu diesem Werk kam ich direkt über den Autoren Arik Steen selbst, der so nett war, mich anzuschreiben. Da ich bisher erotische Literatur nur von weiblichen Schriftstellern gelesen hatte, war ich zusätzlich neugierig auf Erotik von einem Mann geschrieben.
Jedoch tut man der Reihe unrecht, wenn man sie nur in die Erotikschublade steckt. Denn dieses Buch hat weitaus mehr zu bieten als dass man auf den ersten Blick denken mag.
"Serva" ist eine mit Voraussicht durchdachte Fantasywelt, bevölkert mit den unterschiedlichsten Ethnien, die alle wiederum ihren jeweiligen Glauben und ihre Geschichte haben. Das Gefühl, das mich während des Lesens von Steens Werk überkam, erinnerte mich ein wenig an früher, als ich als Kind den Weltatlas aufschlug. So viele neue Gegenden! So viel Unbekanntes und alles wartet darauf, entdeckt zu werden!
Die Geschichte, die auf sieben Bände angelegt ist, wird von unterschiedlichen Figuren erzählt. Diese Charaktere setzen sich aus allen Möglichkeiten zusammen, die die Welt zu bieten hat. Adlige, Angestellte, Kriegsherren, einfache Leute... Teilweise verlor ich ein klein wenig den Überblick, wer nun wer und wo genau war, aber nach ein paar Sätzen legte sich das sofort wieder. Nur bei den einzelnen Völkern hatte ich während des gesamten Buches etwas Mühe, sie auseinander zu halten.
Nun befinden wir uns also in einer mittelalterlich angehauchten Highfantasy-Welt, doch wer jetzt hier ein Idyll im Sinne von Robin Hood erwartet, der irrt. Bei Arik Steen gibt es alles - ausser die Idylle. Es herrscht Krieg an mehreren Fronten und genau das passiert auch in der Geschichte: es wird gekämpft, geblutet, gebrandschatzt, vergewaltigt.
Dabei sehen wir nicht weg, sondern sind als Leser mittendrin. Doch wie in jedem guten Buch (und zu dieser Sorte gehört "Serva" meiner Ansicht nach) gibt es auch hier Hoffnung zu finden. Kleine zwischenmenschliche Gesten, Freundschaft und Familie - auch diese kleinen Dinge lassen sich hier finden.
Die Erotik selbst dominiert die Handlung nicht, ist aber glaubhaft ins Netz der Figuren eingewebt. Wie bereits erwähnt, findet man hier keinen Blümchensex. In "Serva" geht es zur Sache, Sex ist grob, oft erzwungen und hart. Ganz nach meinem Geschmack.
Somit vereint diese Reihe alles in sich, was mich persönlich anspricht - ein richtiger Glückstreffer! Auch die Kapitellänge ist perfekt, da ich das E-Book oft abends nach dem Arbeiten gelesen habe. Da bin ich froh, wenn ich mich gemütlich von Kapitel zu Kapitel hangeln kann.
Hier stellt sich mir also in keinster Weise die Frage, ob ich die Folgebände lesen möchte. Die Antwort lautet definitiv: Oh ja! - Brigitte Riebe
Marlenes Geheimnis
(151)Aktuelle Rezension von: rapoedDie Autorin schafft es mit ihren Büchern immer wieder tiefe Spuren bei mir zu hinterlassen, so auch wieder mit dieser bewegenden Familiengeschichte.
Als Nane zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an der Ort ihrer glücklichen Kindheit zurück kommt, ahnt sie nicht, dass sich auch in ihrem zukünftigen Leben etwas gravierend verändern muss. Hier in Rickenbach, am wunderschönen Bodensee hat sie sich immer wohlgefühlt und bedauert zutiefst, dass sie sich die letzten Jahre so wenig um ihre Großmutter gekümmert hat. Von Marlene, der Schwester ihrer Mutter erhält sie einen Brief und Aufzeichnungen ihrer Oma, diese Aufzeichnungen haben es in sich, und haben auch mich emotional aufgewühlt. Nach und nach erfahren wir in Rückblenden, was Eva und Marlene in längst vergangen Zeit, der Zeit des 2. Weltkrieges und der erfolgten Vertreibung aus dem Sudetenland, auf kilometerlangen Flucht alles durchstehen mussten. Das ist so bewegend, berührend, geht tief unter die Haut. Steht die Geschichte doch für unzählig erfahrenes Leid und macht deutlich was es heißt, von heute auf morgen alles zu verlieren, Vertriebene, Flüchtlinge zu sein. Der tägliche Kampf ums nackte Überleben. Hunger, Elend, Erniedrigungen, Ablehnung, schutzlos zu sein. Mit aller Kraft kämpft Eva mit klein Marlene um einen neuen Anfang am Bodensee. Ein Heimatgefühl kann neu entstehen, es ist nicht zwangsläufig da wo man geboren wurde. Integriertät, Anerkennung, berufliche und persönliche Verwirklichung, voneinander lernen und tief empfundene Liebe, helfen sich in einer neuen Umgebung wohl zu fühlen, lassen neue Wurzeln wachsen.
Brigitte Riebe hat uns mit diesem außerordentlich starken Roman all das näher gebracht. Öffen wir die Augen und unsere Arme auch für all die Menschen, die vor ungewollten Krieg fliehen müssen, zeigen wir Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft. Gemeinsam können wir etwas bewegen. Jeder Mensch hat es verdient glücklich zu sein, ganz gleich wo er eine neue Heimat findet.
Für mich war diese Geschichte äußerst tiefgreifend, authentisch, gut recherchiert, nachwirkend und sie wird mir im Gedächtnis bleiben.
Für mich war es ein ausgesprochen bewegendes und tiefgründiges LeseHighlight. - Ruta Sepetys
Und in mir der unbesiegbare Sommer
(114)Aktuelle Rezension von: JorokaWas wäre, wenn man von jetzt auf gleich aus seinem Leben gerissen würde? Verschleppt in eine tausende Kilometer entfernte eisige Ödnis. Diese Geschichte handelt von einem 15jährigen Mädchen, welchem genau das passiert. Sie wird mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder im Sommer des Jahres 1941 von der sowjetischen Geheimpolizei abgeholt und muss sich in einem engen Wagon mit vielen Mitleidenden auf den Weg in eine völlig ungewisse Zukunft machen. Schon auf der langen Fahrt sterben unter unmenschlichen Bedingungen zuerst die kleinen Kinder wie die Fliegen.
Litauen wurde ebenso wie Estland und Lettland während des 2. Weltkrieges von der Sowjetunion okkupiert. Recht bald begann die Selektion unter der Bevölkerung. Alles, was nur nach Regimekritik roch, wurde samt kompletter Familie nach Sibirien verfrachtet. Dieser Prozess wurde durch den Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion gestoppt und durch die fast vollständige Ausrottung der jüdischen Bevölkerung der baltischen Staaten ersetzt.
Die Ich-Erzählerin Lina schildert das abgrundtiefe Erleiden von Hunger, Durst, Krankheit, Gewalt und dem völligen Entzug der menschlichen Würde. Von ihren Bewachern werden sie verhöhnt, gequält und schlimmer als Tiere behandelt. Doch eine Flamme tief in ihrem Inneren lässt sie kämpfen und hält einen Hoffnungsrest am Leben, in Bälde wieder mit ihrem Vater, der separat inhaftiert wurde, vereinigt zu sein und eines Tages wieder in ihre geliebte Heimat zurückkehren zu können.
Die Geschichte endet nach dem zweiten Winter in der Verbannung. Doch noch 10 weitere sollten Folgen. Und auch nach der Rückkehr musste das Erlebte aus Furcht vor weiteren Repressionen unter dem Mantel der Verschwiegenheit bleiben.
Nach den ersten 300 Tage Martyrium wurde Lina durch eine willkürliche Verlegung ins Niemandsland am Polarkreis von Andrius getrennt, der ihr bis dato beistand und zu dem sie eine tiefe Zuneigung entwickelt hatte. Doch sie schworen beim letzten Aufeinandertreffen, sich nicht zu vergessen und wieder zu finden.....
Das Buch hat mich einfach gefesselt. Es ist packend zu lesen und geht mitunter ganz schön an die Nieren. Vieles erinnert an das Leid der jüdischen Bevölkerung während der NS-Zeit. Natürlich wusste man auch schon zuvor, dass die Sowjetunion unter Stalin nicht gerade zimperlich mit Menschen umgegangen ist. Doch dies nochmals anhand eines Einzelschicksals vor Augen geführt zu bekommen, hat eine nachdrückliche Intensität.
Fazit: Eine (zwar fiktive, aber stellvertretende) Geschichte, die nicht unberührt lässt.
- Erik Durschmied
Totentanz am Col di Lana
(6)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDie Welt steht in Flammen, Österreich und Deutschland haben all ihre Soldaten in Frankreich und Russland stehen, als Italien gegen sie in den Krieg eintritt. Die Dolomiten werden zum neuen Kriegsschauplatz. Der ganze Wahnsinn dieser Zeit wird in den unmöglichsten Stellungen ausgefochten und von unfähigen Strategen bis zum Irrsinn gelenkt. Durschmied hat einen Roman geschrieben, der durchmischt von wahren Begebenheiten bis ins Mark trifft. Der Col di Lana wird zu einem Symbol des Freiheitskampfes und gleichzeitig ein Fanal des Untergangs. Wer dieses Buch gelesen hat, möchte daran glauben, dass die Menschheit dazugelernt hat...
- David Gilman
Der Preis der Freiheit
(3)Aktuelle Rezension von: MichaelSterzikEinst war das britische Empire groß – Kolonien in der Karibik, im Norden der späteren Vereinigten Staaten von Amerika und natürlich auch in Südafrika. Die sogenannten in Rot und weiß gekleideten Soldaten waren ein untrügliches Zeichen von Unterdrückung und Tyrannei. Die Kolonialmacht kannte oftmals keine Gnade und setzte sich oft Rücksichtlos und brutal bei der Zivilbevölkerung durch. Es liegt nahe, dass es zu Aufständen und Rebellionen kam.
Der Konflikt zwischen Großbritannien und den beiden Burenrepubliken Oranje-Freistaat und der Südafrikanischen Republik eskalierte im sogenannten zweiten Burenkrieg von 1899 bis 1902. Letztlich setze sich das britische Empire durch und gliederte die Staaten ein. Ursachen des Konflikts waren natürlich der Eroberungsgedanke der Briten einerseits, andererseits interessierte sich die Krone sehr für die großartigen und vielfältigen Bodenschätze Südafrikas.
David Gilman der durch seine historische Romanreihe - Legenden des Krieges – sehr bekannt wurde, widmet sich in seinem Stand-Alone-Titel „Der Preis der Freiheit“ dem zweiten Burenkrieg.
In Irland schwelt die Rebellion. Der Anwalt Joseph Radcliffe und sein Kamerad Benjamin Pierce übernehmen die härtesten Fälle. Doch Radcliffe hadert mit seinen Niederlagen und mit seinem einzigen Sohn, Edward. Der schifft sich nach einem Streit in Richtung Südafrika ein, um sich im Burenkrieg zu beweisen.
Südafrika, 1900. Als ehemalige US-Kavalleristen kann Radcliffe und Pierce wenig schrecken. Aber in der weglosen Steppe, achthundert Meilen nördlich von Kapstadt, lernen sie eine neue, blutige Realität des Krieges kennen. Unter Feuer von Burischen Schützen, ohne Rückhalt bei den Briten, suchen die alten Veteranen nach dem verlorenen Jungen …(Verlagsinfo)
David Gilman ist ein fantastisch guter Erzähler – ein historischer Kriegsberichterstatter mit einem hohem und nachhaltigen Unterhaltungswert. Der Autor recherchiert außerordentlich gut und stellt den blutigen Konflikt realistisch dar. Seine Schilderungen erinnern im Stil eines Bernard Cornwell – dem Altmeister der literarisch erzählten Kriegskunst.
„Der Preis der Freiheit“ ist eine authentische Momentaufnahme des Krieges zwischen den Briten und Südafrika. Das natürlich die rücksichtslose, militärische Grundhaltung der britischen Armee und ihre brutale Kolonialpolitik thematisiert wird, liegt auf der Hand. Ebenfalls spiegelt sich der Rassenkonflikt immer wieder in einigen Szenen. Auch wenn Konzentrationslagern wird gesprochen, die aber mit einer systematischer Vernichtung von Menschenleben noch nichts zu tun haben. Soll aber nicht heißen, dass die Versorgung von ca. 18.000 – 30.000 Menschen nicht vollumfänglich gelang. Mangelnde Hygiene und die Grundversorgung von Medikamenten und Nahrung sorgten für eine hohe Sterblichkeitsrate hinter Mauern und Stacheldraht.
David Gilman ist auch ein kompromissloser Erzähler und lässt die Schrecken des Krieges aufleben, ohne allerdings deutlich offensiv Stellung zu beziehen. Seine Protagonisten sind alle „Kinder“ des Krieges - Der Anwalt Joseph Radcliffe und sein Kamerad Benjamin Pierce sind Veteranen der Nordamerikanischen Indianerkriege. Als Kavalleristen haben sie den Krieg zwischen den Rassen an eigenen Leibe mitbekommen. Benjamin Price – als farbiger Soldat der US-Armee steht er, egal wo er lebt, immer zwischen den Fronten – egal wie hoch dekoriert er auch sein mag, trägt er doch das Stigma ein minderwertiger Mensch zu sein.
Diese charakterliche Tiefe prägt und trägt die Story. Ebenfalls der jugendliche Drang, sich im Krieg beweisen zu wollen. Krieg als Abenteuer – dieses Motto, dieser Gedanke überlebt wohl in allen Generationen, egal in welchen kriegsführenden Ländern. Das die blutige Realität diese jungen Menschen einholt – auch davon erzählt der Autor sehr eindringlich.
„Der Preis der Freiheit“ ist im direkten Vergleich mit der Reihe „Legendes des Krieges“ ein ganzes Stück sanfter, ruhiger und entwickelt sich insgesamt langsamer. Doch die Story explodiert immer wieder mal in actionreichen Szenen und auch die Spannung nimmt von Kapitel zu Kapitel zu. Bewusst eindringlich erzählt der Autor von seinen Protagonisten Radcliffe und Pierce die immer und faktisch zwischen den Fronten stehen – in seinen familiären irischen Wurzeln entwachsen und mit seiner militärischen Angehörigkeit der US-Armee erlebt der fast fünfzigjährige früherer Offizier und nun amtierende Anwalt, die Kolonialpolitik der Krone, und sieht diese aus seiner menschlichen Perspektive äußerst brisant und kritisch.
David Gilmans Talent den Schrecken des Krieges dem Leser vor Augen zu führen, gelingt ihn sehr gut. Ebenfalls schildert er sehr plakativ die Ängste und Nöte der Zivilbevölkerung, und die Strategie der verbrannten Erde, die Englands Krone militärisch durchsetzt. Weit weg davon entfernt einer Story ein Happy End aufzudrücken ist der Autor erwachsen genug konsequent eine Geschichte enden zu lassen.
Als einziges Manko habe ich bei dem Titel „Der Preis der Freiheit“ empfunden, dass von Politik und motivierenden Gründen für einen Krieg wenig bis gar nicht gesprochen wird.
Fazit
„Der Preis der Freiheit“ von David Gilman ist ein spannender Abenteuerroman der den Krieg nicht glorifiziert, sondern sensibel und nachhaltig zeigt, wie sinnlos er im Grunde ist. Nachhaltig Unterhaltsam und mitfühlend erzählt. Großartig und lesenswert.
Michael Sterzik - April Dawson
Gestern und für immer
(28)Aktuelle Rezension von: BuechervorhersageIm ersten Moment gab mir die Geschichte ein Gefühl wie bei die Schöne und das Biest. Die Protagonisten sind mir sehr sympathisch. Danielle ist einfach ein herzensguter Mensch und man möchte direkt mit ihr befreundet sein und sie in allem unterstützen. Sebastian ist ein verbitterter Mensch mit wenig Selbstwertgefühl und Vertrauen in die Menschen. Doch hinter seiner bissigen Maske versteckt sich ein toller Charakter. Die Geschichte war schön zu lesen, interessant war es auch, dass auch die anderen Charaktere zu Wort kommen durften und aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Für meinen Geschmack hatte die Geschichte jedoch etwas zu viel Drama, aber das ist wie gesagt Geschmackssache.
- Eva Bader
Todeströpfchen
(3)Aktuelle Rezension von: peedeeCarla und Gitte, Band 2: Zuerst ein Massenfischsterben im Allinger Weiher. Und dann sterben mehrere Senioren aufgrund einer Quecksilbervergiftung – wie die Fische. Kommissar Roland Maessmer und sein Team tappen im Dunkeln. Seine hochschwangere Frau Carla und der hochbetagte Ex-Filmstar Gitte nehmen sich der Sache an…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit einem Landschaftsbild am Wasser.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden (aber schöner ist es schon, da im ersten Band u.a. zu lesen ist, wie es zu den Beziehungskonstellationen kommt).
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, nämlich im Jahr 1942 und in der Gegenwart. Der Einstieg im Jahr 1942 macht neugierig darauf, wie das alles mit der Gegenwart zusammenhängt.
Bei Roland und Carla Maessmer hängt der Haussegen etwas schief. Nun gut, Carla ist hochschwanger und da hormonellbedingt sicher auch etwas empfindlicher als sonst. Roland wurde soeben zum Kommissar befördert und spürt von seiner Frau diesbezüglich zu wenig Anerkennung. Um jeweils etwas Dampf abzulassen, hat Roland seit Jahren ein grausiges Ventil (ich sage nur „Tauben“!). Gitte steht vor ihrem achtundneunzigsten Geburtstag und ist aufgrund der Ereignisse aus Band 1 wieder etwas ins Rampenlicht zurückgekehrt, was bei ihr zu einer pekuniären Verbesserung führte (sie kann endlich wieder den guten Rosé-Sekt kaufen, und nicht den aus dem Discounter).
Das Fischsterben hat die Gilchinger schon betroffen gemacht, aber als dann mehrere Senioren aufgrund des gleichen Gifts versterben, ist die Unruhe gross. Da das Gift bei einem asiatischen Essen bei einer Gesundheitsmesse für alternative Heilmethoden eingebracht wurde, verbietet die Polizei per sofort sämtliche Ausgaben von warmem Essen oder Essen mit Flüssigkeiten. Nun bricht Panik aus!
Alternative Heilmethoden, Zweiter Weltkrieg, Gift, Senioren und Beziehungsprobleme sind einige der angeschnittenen Themen. Es war sehr unterhaltsam, ohne Zweifel, aber für meinen Geschmack – wie bei Band 1 – auf zu vielen Seiten erzählt. Auch der häufige Wechsel der Perspektiven (es wird sogar aus der Sicht des 3-jährigen Lukas erzählt), war manchmal etwas ermüdend. Von mir gibt es dennoch sehr gute 4 Sterne.























