Bücher mit dem Tag "kriege"
33 Bücher
- Sabaa Tahir
Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
(1.341)Aktuelle Rezension von: Sunny92_"Elias & Laia" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Es ist eine Geschichte über Mut, Freiheit, Loyalität und die Frage, wie viel Menschlichkeit selbst in einer grausamen Welt bewahrt werden kann.
Im Mittelpunkt stehen zwei junge Menschen, deren Leben unterschiedlicher kaum sein könnte. Laia lebt in einem von Angst und Unterdrückung geprägten Imperium. Nachdem ihre Familie alles verliert, muss sie über sich hinauswachsen und mehr Mut beweisen, als sie sich selbst jemals zugetraut hätte. Elias hingegen ist Teil genau dieses unterdrückenden Systems. Er wurde darauf vorbereitet, zu gehorchen, zu kämpfen und keine Schwäche zu zeigen. Doch schon bald wird deutlich, dass er nicht so leicht in die Rolle passt, die für ihn vorgesehen ist. Sein Wunsch nach Freiheit und sein innerer Konflikt machen ihn zu einer ebenso spannenden wie vielschichtigen Figur. Was Elias und Laia verbindet, ist der Wunsch, ihrem vorbestimmten Weg zu entkommen.
Die Welt, die Sabaa Tahir erschaffen hat, ist düster, faszinierend und oft erschreckend brutal. Die von der Antike inspirierte Gesellschaft mit ihren strengen Regeln, der Macht der Masken und der ständigen Bedrohung erzeugt eine Atmosphäre, die mich von Seite zu Seite tiefer in die Geschichte gezogen hat. Trotz der Härte der Welt verliert das Buch jedoch nie den Blick für die Menschen dahinter. Es gibt gefährliche Situationen, überraschende Wendungen und emotionale Momente, die mich mit den Figuren mitfiebern ließen. Besonders gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte zwar eine wichtige Rolle spielt, aber niemals die eigentliche Handlung verdrängt. Sie entwickelt sich langsam und glaubwürdig und fügt sich harmonisch in die Geschichte ein.
Die Geschichte ist stellenweise nichts für schwache Nerven. Sabaa Tahir zeigt eine harte und schonungslose Welt, in der Gewalt, Unterdrückung und Angst zum Alltag gehören. Manche Szenen sind gnadenlos und emotional fordernd. Sie verdeutlichen die Grausamkeit des Systems und zeigen, vor welche schwierigen Entscheidungen die Figuren gestellt werden. Gleichzeitig schafft es die Autorin, auch in dieser düsteren Welt Momente voller Menschlichkeit und Hoffnung zu bewahren. Der Schreibstil ist bildhaft und intensiv. Er schafft es, sowohl die ruhigen, emotionalen Momente als auch die actionreichen Szenen lebendig darzustellen.
Durch die wechselnden Perspektiven konnte ich Elias und Laia sehr nah begleiten und ihre Gedanken und Gefühle besser verstehen.
Für mich ist Elias & Laia eine Fantasygeschichte, die vor allem durch ihre starken Charaktere und ihre emotionale Tiefe überzeugt. Es ist ein Buch über Hoffnung in einer dunklen Zeit, über den Mut, für sich selbst einzustehen, und darüber, dass selbst kleine Entscheidungen große Veränderungen bewirken können. Wer Fantasy mit einer düsteren Atmosphäre, glaubwürdigen Figuren und einer Geschichte sucht, die auch nach dem Lesen noch im Kopf bleibt, sollte diesem Buch unbedingt eine Chance geben.
Ich freue mich schon darauf, die Reise von Elias und Laia weiterzuverfolgen und herauszufinden, welche Herausforderungen noch vor ihnen liegen.
- Ken Follett
Die Säulen der Erde
(249)Aktuelle Rezension von: Stephan_ButtgereitEine Kathedrale ist bei Ken Follett kein Symbol, das man einmal aufrichtet und dann bewundert. Sie ist Arbeit, Zeit, Geld, Macht und Konflikt. Die Säulen der Erde bindet die Schicksale von Tom Builder, Prior Philip, Jack und Aliena an den Bau von Kingsbridge – und macht aus der Architektur den Motor eines großen Gesellschaftsromans.
Follett versteht es, die materiellen Bedingungen des Mittelalters erzählerisch konkret zu machen: Hunger, Erbrecht, Wollhandel, kirchliche Hierarchie und handwerkliches Wissen sind nie bloße Kulisse. Sie entscheiden über die Figuren. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Wunsch nach einem lichtdurchfluteten Bauwerk gegen die Härte einer Welt steht, in der Adel und Klerus Macht als Besitz behandeln.
Natürlich arbeitet der Roman großzügig mit klaren Fronten und teilweise sehr deutlich gezeichneten Gegnern. Das ist nicht subtil im modernen Sinn; es ist die bewusste Energie eines großen Erzählromans. Über die vielen Seiten hält Follett Spannung, weil er Baugeschichte, Politik und persönliche Verluste konsequent ineinander verschränkt. Ein historischer Roman mit außerordentlichem Sog und einem seltenen Gespür für die Würde von Arbeit.
- Jennifer Estep
Bitterfrost
(284)Aktuelle Rezension von: ChillysbuchweltCover:
Ich liebe dieses Cover und finde es genauso ansprechend wie die der Hauptreihe. 😍
Meinung:Zwischen 2018 und 2019 habe ich damals die Frostreihe gelesen und war vollkommen begeistert.Dementsprechend musste natürlich auch die Spin Off Trilogie hier einziehen.Wie so oft lag sie nun aber wieder viel zu lange auf meinen SUB, doch ich bin froh, nun endlich den Auftakt gelesen zu haben.Ich muss sagen, dass ich echt total überrascht bin, wie schnell und gut ich wieder in die Geschichte gefunden habe.Da es so lange her ist, dass ich die Hauptreihe gelesen habe, habe ich ehrlich gesagt erwartet, dass der Einstieg zunächst schwierig wird.Durch die Gedanken und Erinnerungen der Protagonistin bekommen wir noch mal die ein oder andere Erinnerung aus der Hauptreihe aufgefrischt, was ich total toll gemacht fand.
Der Schreibstil der Autorin war wieder superangenehm für mich zu lesen und hat bei mir für einen tollen Lesefluss gesorgt.Rory konnte man schon in der Hauptreihe kurz kennenlernen, wo sie mir schon sympathisch war, umso mehr Freude hat es mir bereitet sie hier nun besser kennenzulernen.Unsere Protagonistin hat es ganz und gar nicht einfach.Ihre Eltern wurden ermordet, was schon grausam ist, doch es stellte sich heraus, dass diese Schnitter waren, aufgrund dessen wird sie von ihren Mitschülern gemieden.Als Spartanerin ist Rory etwas ganz Besonderes, denn von denen gibt es weitaus weniger als von den anderen Götternachfahren.Die gesamte Entwicklung der Protagonistin und ihren zwischenmenschlichen Beziehungen fand ich total Klasse.
Die ganze Welt mit den Mythen, Göttern und ihren Artefakten finde ich einfach absolut genial.Es war für mich keine Überraschung, dass es Parallelen zur Hauptreihe gibt, doch teilweise fand ich diese leider etwas zu viel.Für Fans der Mythos Academy kann ich die Geschichte auf jeden Fall sehr empfehlen.Ich freue mich schon jetzt auf Band 2.💖
- Ken Follett
Die Nadel
(621)Aktuelle Rezension von: miss_chipsDas Buch spielt zu Zeiten des zweiten Weltkrieges im Jahr 1944. Die Briten bauen skelettale Kasernen und Pappflugzeuge, um den Deutschen eine nicht vorhandene Basis vorzugaukeln und eine Landung bei Calais zu suggerieren. Beinahe gelingt ihnen das auch, wenn da nicht der beste deutsche Spion, genannt „Die Nadel“ wäre. Trotz vieler Versuche haben die Briten es noch nicht geschafft ihn zu schnappen. Der Spion hat Beweismaterial für die gefälschte Basis und macht sich auf einen hindernisreichen Weg zurück nach Deutschland. Verschiedenste Menschen haben den Ausgang des Krieges in der Hand und werden alles dafür tun, dass sie auf der Gewinnerseite stehen.
Der wichtigste Charakter des ganzen Buches ist wohl Henry Faber, der auch „Die Nadel“ genannt wird und auch eigentlich einen ganz anderen Namen trägt. Er ist eiskalt, kalkuliert und hat immer einen Plan B, und C, und D. Ich habe es geliebt über ihn zu lesen, da ich Follet absolut abgenommen habe, dass dieser Charakter listig und sehr intelligent ist. Schwierige Herausforderungen bestreitet er mit seinem Verstand und seinen Fähigkeiten, nicht einfachem Glück oder Zufall. Ein wirklich sehr interessanter Charakter, dessen Schicksal leider von Anfang bekannt ist.
Ein anderer wichtiger Charakter ist Lucy. Sie ist eine junge Frau, die gerade ihren Geliebten David geheiratet hat, nur damit dieser auf dem Weg zur Hochzeitsnacht einen Autounfall verursacht. Danach leben beide auf einer einsamen Insel. David kämpft damit, seine Beine verloren zu haben, und Lucy kämpft mit der Einsamkeit. Denn obwohl David noch lebt, entzieht er ihr jegliche Liebe und versucht sich durch Arbeit abzulenken. Lucy tat mir einfach unheimlich leid, da sie noch immer verliebt war und schon bald ein Kind bekam, welches mehr oder weniger ohne Vater aufwächst, obwohl dieser im gleichen Haus lebt.
Es ist wohl keine Überraschung, wenn ich nun sage, dass Lucy und Faber sich über den Weg laufen werden und das Leben des jeweils anderen mit mehr Farbe versehen werden.
In London versucht derweil eine Gruppe um den Historiker Godliman und Polizist Bloggs Faber zu schnappen, wobei sie ihm mehr als einmal auf die Spur kommen, nur damit sich diese auch schnell wieder im Sand verläuft. Nichtsdestrotz war es spannend ihnen dabei zu zuschauen, wie sie ein Phantom jagen.
Es ist ein sehr spannendes und gutes Buch. Das Katz-und-Maus-Spiel hat einen auf Trapp gehalten und es gab immer wieder auflockernde, amüsante Momente. Die Sichten verschiedener Charaktere wurden so miteinander verwoben, dass sich am Ende alles zu einem großen Bild zusammengetan hat.
Das Ende war auf gewisse Art und Weise vorhersehbar, da wohl jeder, der ein bisschen Ahnung von Geschichte hat, weiß wie es ausgehen muss. Trotzdem hat mich das Ende mitgenommen, da ich mich doch hin und wieder dabei erwischt habe, zu hoffen, dass Henry es irgendwie schafft. Auch hätte ich mir gewünscht, dass am Ende der Geschehnisse auch noch einmal ein Teil der Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird. Es wäre sicherlich interessant gewesen, zu sehen, was sich in seinem Kopf abspielt und nicht nur zu wissen, wie er sich verhält. Zudem waren manche Stellen sehr trocken und mit vielen technischen Details versehen.
Alles in allem also ein sehr gutes Buch, mit minimalen Abzügen. Ich runde auf 5 volle Sterne auf, da es eindeutig zu gut für nur 4 Sterne ist. - Sabrina Qunaj
Der Ritter der Könige
(71)Aktuelle Rezension von: MarinaHNachdem ich »Das Blut der Rebellin«, den zweiten Teil der Geraldine-Reihe gelesen hatte, hatte ich sehr hohe Ansprüche an diesen Band. Nicht nur da es sich nun um einen Flamen handeln würde, sondern auch, weil »Das Blut der Rebellin« mir sehr zugesprochen hatte. Außerdem war es befremdlich, die Sicht von einem Mann zu lesen, was man ja in den ersten beiden Teilen nicht so erlebt hatte.
Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist ansprechend und passt meiner Meinung nach gut in die Reihe, man erkennt, dass die Bücher alle miteinander verbunden sind, das Wappen sieht schön gestaltet aus.
Der Schreibstil von Sabrina Qunaj konnte mich mal wieder, sofort abholen. Ihre Romane lesen sich schnell und flüssig, ich hatte keine Probleme, obwohl manche Passagen meiner Meinung nach ein wenig kürzertreten konnten. Die Geschichte rund um den Ritter Maurice de Prendergast hatte mich sofort mitgerissen, da man sehr spannend in das Buch einsteigt. Maurice war mir sehr sympathisch, er war ein ehrenhafter Mann, dem das Wohl anderer stets wichtig war. Das er so treu zu seinem Freund Richard de Clare hielt, war rührend, manchmal raubte es mir jedoch den letzten Nerv.
Andere Charaktere wie Marared oder Meylir hatte ich auch sofort ins Herz geschlossen, man konnte gut mit den einzelnen Charakteren mitfühlen und sich ein Bild von ihnen machen.
Die Spannung im Buch blieb nicht weg, ich konnte auch den dritten Teil schwer aus der Hand legen, obwohl ich eine weibliche Protagonistin ehrlich gesagt ein wenig vermisste. Trotzdem war dieser Roman wundervoll, ich freue mich schon auf den nächsten Band.
Aber ich muss zugeben, dass es mich traurig stimmt, dass das dann schon das Ende der Geraldines-Reihe ist. - Astrid Töpfner
Wir sind für die Ewigkeit
(71)Aktuelle Rezension von: ChrisleseratteIch muss gestehen: Dies war mein erster Roman von Astrid Töpfner, aber ich bin restlos begeistert. Einmal angefangen, konnte ich das Buch schlichtweg nicht mehr aus der Hand legen – die Geschichte hat mich von der ersten Seite an vollkommen in ihren Bann gezogen.
Was dieses Buch für mich so besonders macht:
Tiefe Charaktere: Die Figuren sind so feinfühlig und lebendig ausgearbeitet, dass man sofort eine Verbindung zu ihnen aufbaut. Man fühlt, leidet und hofft regelrecht mit ihnen mit.
Spannung pur: Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd. Astrid Töpfner versteht es meisterhaft, den Spannungsbogen durchgehend hochzuhalten.
Historische Präzision: Man merkt auf jeder Seite, wie hervorragend und detailverliebt recherchiert wurde. Besonders die geschichtlichen Hintergründe über Spanien sind faszinierend in die Handlung eingewoben. Ich habe nicht nur eine tolle Geschichte gelesen, sondern auch mein Wissen über das Land vertieft.
Nachdem ich „Wir sind für die Ewigkeit“ gelesen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören und habe auch „Erinnerung“ und „Berührung“ verschlungen. Astrid Töpfner schreibt so spannend, dass man die Bücher kaum aus der Hand legen kann.
Mein Fazit:
Eine tiefgründige, spannende und historisch fundierte Romanreihe, die lange nachhallt. Wer emotionale Geschichten mit echtem Tiefgang sucht, wird diess Bücher lieben. Eine klare Leseempfehlung von mir!
- Bruno Hof
Serera - Zweites Buch
(19)Aktuelle Rezension von: FrechdachsIch möchte vielleicht eines gleich voraus schicken. "Serera - Die zwei Kriege" ist der zweite Band der Serera-Dilogie und ich kann nur empfehlen, vorher bereits den ersten Band gelesen zu haben. Ohne die Hintergründe aus dem ersten Band wird es dann vielleicht eher schwer werden, den roten Faden zu finden, da die Welt mit ihren Handelnden, die Bruno Hof hier beschreibt sehr vielfältig ausgestaltet ist.
Mit einem Zeitversatz von über zwei Jahren las ich diesen zweiten Band, ohne vorher nochmals den vorherigen durchgesuchtet zu haben. Das erneute Ankommen in die ganz besondere Welt von Hofs Romandebüt gelang mir ohne Umschweife. Für mich war es sogar fast so, als wäre Serera nie wirklich weg gewesen.
Am Ende des ersten Bandes merkte man bereits, dass Großes Ungemach auf Robin und seine Gefährten zukommen wird. Bruno Hofs Stil würde ich als ausführlich und opulent in der Ausgestaltung bezeichnen. Dies merkt man alleine schon am Buchumfang. Er entwirft sehr akribisch die Geschichte, die Welten und auch die Handelnden, so dass man sich fast schon in einem Film wähnt. Laufen die Bilder einmal an, so ist es eher schwer oder fast schon ausweglos, die Finger vom Buch zu lassen.
In diesem zweiten Band spitzt Hof dann gekonnt zu, erschafft nochmals sehr viel düstere Welten und die Übermacht des sprichwörtlich Bösen ist rundherum immer sehr greifbar. Ich hatte ehrlich gesagt genau mit solch einem Szenario dann gerechnet und wurde Gott sei Dank nicht enttäuscht. Man muss bei einigen Szenerien schon auch hart im Nehmen sein. Aber genau dies macht für mich den Plot erst unheimlich realistisch sowie rund.
Robin, der eher auserkorene Antiheld, muss sprichwörtlich über sich hinaus wachsen, will er den Einen/Seelenlosen und seine Schergen noch aufhalten. Dieses fast schon epische Finale war für mich persönlich absolut lesenswert und auf jeder einzelnen Seite ein richtiger Hochgenuss.
Man muss im deutschsprachigen Raum wohl lange suchen, um einen solchen tiefgründigen Plot mit Anspruch, Haltung und ganz viel Fantasy zu finden. Die Weltenarchitektur wirkt insgesamt wie aus einem Guss und ist richtig gut ausgeklügelt. Ich hatte bereits bei Band eins Parallelen zum Großmeister der Fantasy J.R.R. Tolkien gezogen und auch beim Lesen von Band zwei war ich hier und dort auch wieder sehr angetan und stark geflasht. Bruno Hof vereint wohl sehr vielfältige Talente, die er dann in einem solchen Werk wirklich grandios kanalisiert und sehr vorzüglich arrangiert. Ich würde mir vielleicht auch wünschen, die beiden Werke verfilmt zu sehen. Potenzial wäre auf alle Fälle mehr als genug da.
Die Story selbst für sich ist bereits ein richtiges Brett. Beginnt man dann zwischen den Zeilen zu lesen, wirken die Handelnden sehr real und erwachen zum Leben, die Szenerien sind gar nicht mal so unähnlich zu unserer Welt und insgesamt lässt mich diese Dilogie auch sehr nachdenklich zurück, wenn ich mir die Weltlage aktuell so ansehe.
Fans von Band eins werden hier ihre helle Freude an diesem Grande Finale haben. Allen anderen rate ich dazu, erst mal bei Band eins zu schmökern, ob das Mixed-Genre hier auch den eigenen Geschmack treffen wird. Den Autor Bruno Hof muss man sich auf alle Fälle merken. Ich persönlich wünschte mir noch mehr solcher oder ähnlicher Werke. Ich hoffe dem Autor gehen die Ideen und vor allem das Papier nie aus.
Mir bleibt hier zum Schluss einfach ein GROSSES CHAPEAU an den Autor für dieses einzig(und manchmal gar nicht so)artige Werk auf Bestsellerniveau. Für mich ist das Buch deshalb, wie auch bereits der erste Band, auch wieder ein echte Buchperle in meinem Lesejahr 2025.
© Frechdachs 2025 - ⛔️ Keine Chance den Copycats! ⛔️
- J.R.Ward
Black Dagger - Krieger im Schatten
(117)Aktuelle Rezension von: Bücherfuchs_ZeilenmagieSchon seit mehreren Bänden geht es in Black Dagger nicht mehr nur um die Lesser und Omega, sondern auch um Intrigen und zwischenmenschliche Gefühle, Wünsche, Ängste und Weiterentwicklung der Charaktere.
„Krieger im Schatten“ beginnt direkt spannend und actionreich. Schon im vorherigen Band kündigte sich an, dass Rhage und Mary ihren zweiten Teil bekommen. Rhage hat deutliche Probleme und es wird nicht besser, als V dafür sorgt, dass er kopflos in den Kampf rennt.
Schon auf den ersten Seiten habe ich Tränen in den Augen gehabt, als es um meinen Lieblingscharakter ging. Die ersten hundert Seiten vergingen wie im Flug. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Es gab kaum eine Atempause.
Im Fokus der Story stehen vor allem die Beziehungsprobleme von Rhage und Mary. Dem Krieger wird klar, dass er nicht nur eine Bestie hat, die einen gefährlich Ausbruch hatte, sondern dass in ihrer Beziehung etwas fehlt.
Unabhängig voneinander stoßen sie auf das Problem.
Eigentlich sehe ich die beiden in einer starken, gefestigten Beziehung. Rhage trägt Mary auf Handy und ist so zärtlich zu ihr, dass einem das Herz wegschmilzt.
Umso herzzerreißender ist es, dass beide miteinander nicht über die Probleme sprechen wollen und können und gleichzeitig die Nähe des anderen suchen.
Die Szenen, in denen sie sich nahe sind, sind einfach zärtlich und berührend. Dazu kommen die witzigen Momente mit den anderen Brüdern, die sich gegenseitig auf den Arm nehmen, Sprüche klopfen und füreinander da sind.
Ein weiterer sehr guter Aspekt in der Story ist, dass wir mehr über die Bestie erfahren, die Rhage beherbergt, sie einen Namen hat und wie sie genau aussieht.
Es gib noch viele weitere Momente voller Zärtlichkeiten und Liebe, die nicht nur Mary vorbehalten sind. Es ist niedlich, wie er versucht zurückhaltend zu sein und seine Unsicherheiten hervor kommen.
Neben Rhage und Mary werden auch die anderen Handlungsstränge weiter verknüpft und bilden die Basis für die kommenden Bücher. Xcor und Assail sind inzwischen fester Bestandteil der Bücher. Besonders Assail entwickelt sich zu einem interessanten Charakter, dessen innere Dämonen auf jeden Fall noch für Spannung sorgen werden.
Mein größter Kritikpunkt ist jedoch, dass ich die beiden Protagonisten nie in der Rolle gesehen habe, auf die es sich zubewegt. Für mich macht es den Anschein einer Art „Gruppenzwang“, dass auch sie als Paar diesen Weg gehen müssten und das nur dieser Weg völliges Glück in der Beziehung bedeuten würde.
Gleichzeitig geht die Autorin damit ein Thema an mit dem auch viele andere Paare zu kämpfen haben.
Der erste Teil der Story ist einfach nur unglaublich gut, bewegend und was fürs Herz. - Pieter Webeling
Das Lachen und der Tod
(112)Aktuelle Rezension von: Schneewittchen95"Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling dreht sich um den Komiker Ernst Hoffmann, der zu Beginn des Buchs in ein Konzentrationslager transportiert wird. Auf diesem Weg verliebt er sich. Diese Liebe wird ihn durch sein wechselhaftes Schicksal im Lager begleiten, genauso wie sein Humor.
Zunächst denkt man vielleicht, Komik ist in Bezug auf ein solches Thema makaber. Der Autor hat es damit aber geschafft, die Grausamkeit und Absurdität im Lageralltag einprägsam abzubilden. Das Buch hat mich wirklich berührt und mir gezeigt, wie Menschen unvorstellbare Bedingungen und Ängste überleben können.
Ein außerordentlich lehrreiches Buch. Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung! - Nicole Alfa
Prinzessin der Elfen 1: Bedrohliche Liebe
(143)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Ich bin sonst eigentlich gar kein Fan von Liebesromanen, da mir viele davon einfach zu kitschig sind. Jedoch kann ich bei dieser Reihe definitiv eine Ausnahme machen. Schon der erste Teil verspricht viele Ereignisse, die unvorhergesehen sind und mit Spannung behaftet sind. Hat mich von Anfang an mitgenommen.
- Manfred Mai
Deutsche Geschichte
(18)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderManfred Mai ist ein großartiger Schriftsteller und hat schon ganz viel veröffentlicht. Dieses Werk über die Deutsche Geschichte finde ich einfach genial! Toller Aufbau, knappe und sehr gute Texte und tolle Zeichnungen. Manfred Mai erzählt die Deutsche Geschichte und die Entwicklung über die Jahrhunderte. Er macht es so toll und logisch und packt die jungen Leser, genauso wie die großen. Auch immer eine tolle Geschenkidee für die jungen Schüler und gutes Material für Schularbeiten und Referate.
- Michael Peinkofer
Der Wind und die Wahrheit
(10)Aktuelle Rezension von: lesezeitmitmamaAlyssia, eine venezianische Kaufmannstocher fällt einer Intrige zum Opfer und wird in die Sklaverei verkauft. Durch eine glückliche Fügung kommt sie in den Besitz von Omar ben Adil und lernt dadurch El-Rih, einen Janitschar kennen. Beide verlieben sich unsterblich ineinander, obwohl es ihnen verboten ist. Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance?Einige Rezensenten prangern das Buch an, da es nicht allzu historisch und tiefgründig ist. Das mag ich auch gar nicht abstreiten, dennoch hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil, sodass man sehr schnell vorankommt. Die Intrige (die weitaus tiefer reicht als man anfangs vermuten mag) fand ich grandios - unglaublich wie viele Leute involviert sind und noch erschreckender sind die Beweggründe der Einzelnen. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Der Autor verwendet gerne arabische und italienische Wörter, jedoch gibt es keinen Glossar um deren Bedeutung nachzuschlagen - schade darum.
Die Zeitreise ins Jahr 1362 hat mir sehr gut gefallen und ich kann das Buch jeden empfehlen, der sich mal an das Genre herantasten möchte.
- Simon Winder
Kaisers Rumpelkammer
(3)Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkondSimon Winder gibt mit diesem Buch einen sehr detaillierten und aufschlussreichen Einblick in die Herrschaft der Familie Habsburg in Europa. Mit einen meist unterhaltsamen sprachlichen Stil, der teilweise ein wenig langatmig wurde, wird der Leserschaft der Teil der - vor allem südosteuropäischen - Geschichte nähergebracht, der diese Regionen mit zu dem geformt hat, die sie heute sind. Vor allem hat mir die Komplexität des Beschriebenen gefallen. Historische Zusammenhänge die bis in die Gegenwart und die gesellschaftliche und politische Identität der Nachfolgerstaaten des einst von den Habsburgern beherrschten Gebiets werden schlüssig und anschaulich erklärt. Und so hatte ich den einen oder anderen Aha-Moment beim Lesen. Jedenfalls hat mir auch gefallen, dass Simon Winder immer wieder Verknüpfungen in Kunst und Kultur mit einstreute. Neben historischen Fakten bekommt man also auch Tipps zu lokaler Literatur und Veranstaltungshinweise, die sicherlich einen zweiten Blick wert sind.
No front, aber ich finde es übel cringe, dass der Verlag sein eigenes Buch mit 5 Sternen bewertet...
- Muriel Asseburg
Der Nahostkonflikt
(12)Aktuelle Rezension von: pardenISRAEL VS. PALÄSTINA...
Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sowie seinen arabischen Nachbarn hält seit Jahrzehnten die Welt in Atem. Seit Oktober 2023 ist er mit dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen in zuvor unvorstellbarer Weise eskaliert. Die Autoren zeichnen die Geschichte des Konflikts nach, beschreiben die wichtigsten Streitpunkte – von Jerusalem über den Zugang zu Wasser bis zum Grenzverlauf – und erklären, warum Frieden und Sicherheit für alle Seiten in so weite Ferne gerückt sind. (Verlagsbeschreibung)
Dieses Buch aus der Reihe C.H.Beck-Wissen setzt sich zum Ziel, den komplexen Nahostkonflikt in seinen Grundzügen möglichst neutral verständlich zu machen. Die Analyse der Gegebenheiten stützt sich allerdings auf Informationen und Entwicklungen vor dem Terrorangriff der Hamas am 07. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gazakrieg. Die aktuellen Ereignisse sind sozusagen die traurige Folge der hier dargelegten Streitpunkte.
Was ich zuvor nicht wusste: Der Nahostkonflikt begann bereits vor der Gründung Israels im Jahr 1948. Die Anfänge liegen im späten 19. Jahrhundert, als jüdische Einwanderer aufgrund von zunehmendem Antisemitismus und Pogromen in Europa begannen, sich im damaligen Palästina niederzulassen - mit der Idee der Errichtung einer modernen jüdischen Gesellschaft, die Geburtsstunde des Zionismus. Die Spannungen zwischen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung verschärften sich im Laufe der Zeit zunehmend, auch als nach dem Ersten Weltkrieg Großbritannien mit der Verwaltung Palästinas betraut wurde. Während des Zweiten Weltkrieges flohen rund 80.000 Juden vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina., was zu einem weiteren Anstieg der Konflikte führte.
Ein UN-Ausschuss sprach sich 1947 schließlich für die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat aus. Der jüdische Staat sollte 56 Prozent und der arabische Staat 43 Prozent des Gebiets umfassen. Die arabischen Nachbarn lehnten diesen Teilungsplan jedoch ab und griffen den neuen Staat Israel nach der Ausrufung seiner Unabhängigkeit am 14. Mai 1948 gemeinsam an. Für Israel war dies der "Unabhängigkeitskrieg", der bewirkte, dass die Vereinbarungen hinsichtlich der ursprünglich vorgesehenen Grenzen hinfällig wurden und Israel weitere Gebiete eroberte, woraufhin 700.000 Palästinenser flohen. Für diese war dies kein Unabhängigkeitskrieg, sondern "Nakba" – Katastrophe.
Die Gründung der PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation ) im Jahr 1964 führte mit Ägyptens Blockade des Zugangs Isreals zum Roten Meer zum "Sechs-Tage-Krieg" (ein Überraschungsangriff der Israelis mit schnellem Sieg) - oder "Naksa" - Rückschlag aus Sicht der Palästinenser. In der Folge begann Israel mit der Besetzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens, der Golanhöhen und Ost-Jerusalems. Syrien und Ägypten versuchten im Jom-Kippur-Krieg 1973, die eroberten Gebiete zurück zu gewinnen - vergeblich.
1987 kam es zu einem Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung. Dies führte letztlich zur Gründung der Hamas, die den bewaffneten Kampf gegen Israel sucht. Es gab in der Folge verschiedene Friedensbemühungen und Abkommen, die letztlich jedoch alle erfolglos verliefen. Im Gegenteil: die Gewaltspirale drehte sich immer schneller. Unter dem US Präsidenten Donald Trump verschärfte sich die Lage noch einmal gravierend. Jerusalem wurde von den USA als Hauptstadt Israels anerkannt, Israel ermutigt, die Annexion von Teilen des Westjordanlands voranzutreiben. Eine eindeutige Unterstützung für Israels Position. Israel intensivierte daraufhin seine Besatzungs- und Siedlungspolitik, was wiederum zu heftigen Protesten führte.
In dem Nahostkonflikt geht es um mehrere Streitpunkte und Kernprobleme. Dazu zählen der Grenzverlauf, der Status jüdischer Siedlungen, die Kontrolle über Jerusalem, die palästinensische Flüchtlingsproblematik sowie die Aufteilung von Ressourcen wie Wasser. Besonders umstritten ist dabei die israelische Siedlungspolitik - über 130 Siedlungen gibt es inzwischen, die nach dem Völkerrecht als illegal gelten. Diese Siedlungspolitik verhindert letztlich auch Lösungsansätze wie die Idee einer Zweistaatenregelung - die Kosten und politischen Hürden für eine Räumung der besetzten Gebiete wären immens. Außerdem wendet sich die seit 2022 amtierende rechts-religiöse Regierung unter Netanjahu explizit von der Zweistaatenregelung ab und strebt die dauerhafte Kontrolle über das Westjordanland an. Damit wird eine Zweistaatenregelung immer unwahrscheinlicher. Auch andere Lösungsansätze sind derzeit nicht konsensfähig, die Situation ist mehr als verfahren.
Ein sehr informativer Einblick in die historische Entwicklung des Nahostkonflikts bis heute. Wichtiges Hintergrundwissen zu einer bedrückenden Lage...
© Parden
- Johann Wolfgang von von Goethe
Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand
(167)Aktuelle Rezension von: Heike110566Goethe studierte, bevor er die Arbeiten am "Götz von Berlichingen" aufnahm, die Autobiographie des Ritters, die 1731 erstmals unter dem Titel "Lebensbeschreibung des Herrn Götzens von Berlichingen" erschien. 1771 hatte der Autor auch eine Urfassung fertig, den "Urgötz", den aber nur wenige Auserwählte, wie Herder und Lenz, zu lesen bekamen. Erst in der "Ausgabe letzter Hand" der Goethe-Werke wurde die Urfassung 1832 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bevor die uns bekannte erste Druckfassung des "Götz von Berlichingen" 1773 erschien, überarbeitete Goethe den "Urgötz" noch einmal reichlich. Er schrieb Szenen um und neu und wurde auch sprachlich entschärft. Dennoch bot dieses Stück, dass Goethe zusammen mit seinem Freund Mercks im Selbstverlag auf eigene Kosten herausgab, genügend Zündstoff für Diskussionen. Es ist zwar auf dem ersten Blick ein historisches Drama, aber Goethe hat in diesem historischen Gegenstand seine Kritik an der Gegenwart dargeboten. - So betrachtet ist es ein Charakter- und Gesellschftsdrama mit zeitgenössischem Bezug. Der Ritter Götz von Berlichingen, der dem Kaiser und ansonsten niemanden zur Treue verpflichtet ist, befindet sich in Fehde mit dem Bischof von Bamberg. Dieser hat Götzens Sohn in seine Gewalt gebracht und versucht den Ritter unter Druck zu setzen. Berlichingen wehrt sich aber und er unterstützt diejenigen, die ebenfalls etwas gegen den Bamberger und dessen Vasallen haben. Zudem ist sein früherer bester Freund, Weislingen, zum Bischof übergelaufen und unterstützt diesen nun im Kampf gegen den Ritter Götz. Der Bischof sieht in Götz Zügen gegen des Bischofs Verbündete ein Verspotten des Kaisers und damit auch einen Bruch der Treue des von Berlichingen gegenüber dem Kaiser. Im Auftrag des Bischofs reist Weislingen zu seinem alten Freund, um diesen aufzufordern der Fehde abzuschwören. Berlichingen lehnt ab und er scheint sogar Weislingen überzeugt zu haben, dass er wieder auf Berlichingens Seite wechseln sollte. Zumal der ehemalige Freund die Schwester des Ritters, Maria, heiraten will. Der Bischof lockt aber Weislingen zurück nach Bamberg, wo die schöne Adelheid derzeitig residiert. - Weislingen fällt auf diese Verlockung herein, verrät Berlichingen erneut. Der Ritter hat auch mit Nürnberg Fehde, weil von da der Verrat an seinen Sohn erfolgte. Er raubt daher Nürnberger Kaufleute aus. Diese werden beim Kaiser vorstellig und erbitten Hilfe. Weislingen unterstützt dieses Ansinnen und insistiert beim Kaiser Maximilian. Über Berlichingen wird die Acht verhängt. Die Reichsexekutive marschiert gegen den Ritter, den es aber in Unterzahl gelingt fast das gesamte Heer aufzumischen. Sein Schloss wird daraufhin belagert. Auf die Kapitulationsaufforderung reagiert er mit: "Er aber, sag's ihm, er kann mich ..." Der Ritter ist bereit für seine Ideale, die Freiheit des Menschen, einzutreten, dafür zu kämpfen und notfalls auch zu sterben. - Da bieten die Reichstruppen ihm freien Abzug an. Er fällt darauf herein und wird geschlagen. In Heilbronn muss er vor Gericht erscheinen. Vorgeworfen wird ihn der Treuebruch gegenüber dem Kaiser. Er weist darauf hin, dass er dem Kaiser nicht untreu ist, sondern nur Fehde mit Bamberg und Co hat. Er soll darauf in den Turn. - Da erscheint sein getreuer Franz von Sickingen mit 200 Mann vor Heilbronn und nimmt die Stadt ein. Götz kann auf sein Schloss zurück, steht aber weiter unter Bann. Dieser Bann trifft ihn hart. Der immer aktive Ritter ist zur Untätigkeit verdammt. - Da beginnt im Schwabenlande ein Bauernkrieg. Einige Anführer locken Berlichingen herbei und zwingen ihn ihr Hauptmann zu werden. Unter diesem Zwang wird er bann- und wortbrüchig. Zudem zerstreiten sich die Anführer untereinander. Weislingen führt die Truppen gegen Götz. Er nimmt den Ritter gefangen. Der ehemalige Freund könnte nun obenauf sein, aber er bekommt Gewissensbisse. Er zerreißt sogar das verhängte Todesurteil. Zu spät allerdings seine Reue, denn Adelheid, die inzwischen seine Frau geworden war, lässt ihn vergiften. Adelheid wird daraufhin zum zweifachen Tod durch Strang und Dolch verurteilt. Götz und seine Gemahlin landen im Turn. Dort baut er physisch immer mehr ab, verliert auch psychisch an Energie und stirbt als er vom Tode seiner getreuesten Gefährten erfährt. Sein Kampf ist gescheitert. Er ist gescheitert. - Götz von Berlichingen war nicht bereit Kompromisse einzugehen, stand mit Leidenschaft zu dem, wofür er eintrat, von dem er überzeugt war. Er versuchte als Selbsthelfer gegen das Establishment anzugehen. Im Grunde war er unter der Konstellation zum Scheitern verurteilt. Das Drama erlangte vor allem als Lesedrama Bedeutung. Mit 56 Einzelszenen, ständig wechselnden Handlungsorten, jeder Menge Personalien und teilweise sehr kurzen Szenen war dieses Stück de facto unspielbar für zeitgenössische Bühnen. Dennoch wurde es ein Meilenstein, ein Initiationsdrama für den Sturm und Drang. Und es ist noch heute ein bemerkenswertes Stück. - Tillmann Bendikowski
Die Spur des Silbers
(6)Aktuelle Rezension von: AlrikSilber. Klingt erst einmal nach Omas Besteckschublade, angelaufenem Schmuck und der Frage, wer eigentlich freiwillig so viel Zeug poliert. Tja, und dann kommt Tillmann Bendikowski um die Ecke und zeigt einem ziemlich eindrucksvoll, dass dieses Edelmetall ganze Reiche reich gemacht, Menschen versklavt und den Welthandel ordentlich auf links gedreht hat.
Die Spur des Silbers liest sich dabei erstaunlich locker. Keine historische Bleiwüste, bei der ich nach drei Seiten heimlich meinen Kaffee spannender finde. Bendikowski erzählt in Szenen, nimmt einen mit zu Minen, Silberflotten, Konquistadoren und Kaufleuten. Plötzlich hängen Spanien, Südamerika, China und der globale Handel an einem glänzenden Metall. Verrückt, wie viele Zusammenhänge mir vorher überhaupt nicht bewusst waren.
Besonders hängen geblieben ist bei mir die dunkle Seite. Hinter Macht und Reichtum standen Ausbeutung, Sklaverei, Hunger und verdammt viel menschliches Leid. Da wird aus dem hübschen Silberbecher plötzlich ein Gegenstand mit einer Geschichte, über die man lieber zweimal nachdenkt. Auch das Kapitel rund um das NS-Raubsilber hat mich ordentlich schlucken lassen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt. Unter einer Geschichte des Silbers vom Mittelalter bis heute hatte ich mir stellenweise einen noch breiteren Blick über die gesamte Welt vorgestellt. Der Fokus liegt doch ziemlich stark auf Europa und seinen Verbindungen. Ein bisschen mehr Antike hätte mich ebenfalls gereizt.
Trotzdem hat das Buch etwas geschafft, was ich bei Sachbüchern liebe: Danach schaue ich auf einen alltäglichen Gegenstand plötzlich mit anderen Augen. Und vermutlich werde ich beim nächsten Silberlöffel denken: Junge, was hast du wohl schon alles erlebt?
- Adrienne Young
Das Herz der Kämpferin
(144)Aktuelle Rezension von: TintenweltenDie siebzehnjährige Eelyn ist eine Kämpferin, sie ist bereit ihr Leben für ihre Familie, ihre Freunde und ihren Clan geben. Doch während einer Schlacht entdeckt sie ihren tot geglaubten Bruder – und das wie er ausgerechnet an der Seite der Gegner kämpft. Wie kann das sein? Dieser Verrat trifft sie tiefer als jeder Schwerthieb. Niemals würde sie sich mit dem Feind verbünden, denn für sie und ihre Leute galt jeher: Ehre vor Leben. Doch was, wenn diese Einstellung den Untergang des Clans bedeutet?
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Wir erleben die Ereignisse aus Eelyns Perspektive, die völlig überrumpelt ist als sie plötzlich vor ihren Bruder steht. Sie kann nicht glauben, dass er lebt, schließlich hat sie ihn sterben sehen. Und dann hat er anscheinend tatsächlich dem Clan die Treue gebrochen, eine unvorstellbare Vorstellung! Getrieben von Neugier, Misstrauen und Hass findet sie sich ebenfalls bald im feindlichen Lager wieder. Obwohl ihrer einziger Ansporn darin besteht, Rache zu üben und endlich nach Hause zurückzukehren, wird ihr bald etwas klar, das ihr Weltbild ganz schön durcheinander bringt: Krieg hat immer zwei Seiten und jede Seite fühlt sich dabei im Recht. Letztendlich sind das Volk der Aska und das der Riki sich gar nicht unähnlich. Beide kämpfen für ihre Lieben, ihre Heimat und ihren Gott. Sie trauern gleichermaßen um Verluste und stehen füreinander ein. Es geht dementsprechend viel um Identität und Glaube.
🪓
Es handelt sich hier um eine Enemies-to-Lovers-Geschichte, die eindrückliche Vikings-Vibes vermittelt. Die düstere und bedrohliche Atmosphäre, das nordische Setting samt Mythologie und Götterglaube haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Es ist außerdem ein Einzelband, was ich zwischendurch auch mal ganz erfrischend finde. Leider hatte die Handlung teilweise ein paar Längen, sie konnte mich aber insgesamt definitiv überzeugen.
👍🏻
- Guido Knopp
Das Weltreich der Deutschen: Von kolonialen Träumen, Kriegen und Abenteuern
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Nils Klawitter
SPIEGEL GESCHICHTE 3/2016: Das Reich der Deutschen - 962-1871: Eine Nation entsteht
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Joseph Roth
Radetzkymarsch
(6)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDie junge Adelsdynastie der Trotters, die mit der Schlacht von Solferino beginnt, ist unausweichlich mit dem Schicksal Franz Josefs verbunden und immer wieder kreuzen sich deren Wege. Joseph Roths Epos kongenial eingelesen von Werner Kreindl, ist ein Historiengemälde in Worten. Roth hat einmal ausgedrückt, dass er zu seinen Büchern eine bestimmte Musik im Kopf hat, sozusagen einen Rhythmus, der die Erzähluing trägt. Nicht anders ist es zu erklären, dass die LeserInnen (in diesem Falle ich) von Stimme und Text sinnbildlich auf die Schultern genommen werden und durch die auslaufende Kaiserzeit marschieren, allerdings ohne den Pathos, der dieser Zeit gemeinhin anhängt. Ich fürchte, dass sich moderne Leser auf ein Stück wie dieses kaum noch einlassen, da die Umschreibungen des Autors oft sehr weitschweifig werden. Dabei ist es gerade diese Wortakkrobatik, die das Lesevergnügen, bzw. Hörvergnügen dieses Buches ausmacht. Die drei unterschiedlichen Generationen der Trotters sind fantastisch eingebettet in ihre Umwelt und deren Umbruch. Dass der Kaiser in alle drei Lebensläufe eingreift und umgekehrt der Werdegang der Familie Einfluss auf ihn zu haben scheint, ist der heimliche Höhepunkt der Saga.
- Iny Lorentz
Der Krieger und die Königin
(55)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Er nennt sich Garibald, und ich fürchte, wir werden bald mehr von ihm hören. Gerüchten zufolge soll seine Mutter eine Tochter Agilofs sein, des Anführers der Bajuwaren. Mit diesen will Chlothar sich ebenfalls verbünden…“
Zu Beginn der Geschichte ahnt Regimer noch nichts von den schnellen Aufstieg Garibalds, eines illegitimen Sohns von Chlothar, einem Frankenkönig..
Das Autorenpaar hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Er zeugt von der exakten und umfangreichen Recherche. Der Schriftstil passt zu den Zeitverhältnissen.
Wir schreiben das Jahr 549. Die Machtverhältnisse in Europa sind sehr fragil. Deshalb schickt Chlothar Garibald nach Italien.
„...Jetzt sind Agilofs Söhne und Enkel als Verbündete der Ostgoten in Italien eingefallen. Daher hat dein Großvater außer dir keinen direkten Erben mehr. Mach dir in Italien einen Namen und tritt dann vor Agilof…“
Auf den Weg dorthin begegnet er das erste Mal Waltrada, eine Prinzessin der Langobarden, die als Geißel nach Franken gebracht wird. Die ist von seinem Eingreifen alles andere als begeistert.
Der größte Teil des Romans spielt in Italien. Dort kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Goten unter Totila und dem oströmischen Reich. Garibald ist ein geschickter Stratege. Er plant seine Feldzüge akribisch und ist Neuem gegenüber aufgeschlossen.
Gut beschrieben werden die Handlungsorte. Auch die Kleidung der damaligen Zeit und die Rüstung der Heere wird bildhaft dargestellt.
Wer einen Liebesroman zwischen Garibald und Waltrada erwartet, wie es der Klappentext suggeriert, ist hier allerdings falsch. Im Wesentlichen geht es um den Aufstieg von Garibald zum zukünftigen Herzog der Bajuwaren. Zwar spielt Liebe auch in den Wirren des Krieges eine Rolle, doch ist sie da mehr Mittel zu Zweck. Wie heißt es an einer Stelle des Buches sinngemäß? Männer vergessen gern ihr Schweigen, wenn sie in Bett einer schönen Frau liegen.
Es sollte Jahre dauern, bis sich Garibald und Waltrada wiedersehen. Und dann geht alles ganz schnell.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es erzählt ein Stück Geschichte auf ganz eigene Weise.
- Guido Knopp
Das Weltreich der Deutschen
(4)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisZeitgleich mit der dreiteiligen, gleichnamigen TV-Dokumentation erschien 2010 dieses Buch von Historiker Guido Knopp. Durch seine leicht lesbare (und erlebbare) Art Geschichten über Geschichte zu schreiben, bringt er seinen Lesern Themen näher, derer sie sonst vielleicht nicht angenommen hätten.
Guido Knopp entführt seine Leser in drei geografisch unterschiedliche Teile der Welt. Nach Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia), in Teile der Südsee und nach Deutsch-Ostafrika (heute Tansania).
Die Geschichte der deutschen Kolonien ist eine kriegerische. Selbst der Aufbau von Infrastruktur, ärztlicher Versorgung, Schulausbildung und eines florierenden Handelsnetzwerks diente dem Kampf um Rohstoffe und strategisch wichtige Stützpunkte. Deutschland mischte kräftig mit, wenngleich die imperiale Aufteilung der Weltregionen vor allem den beiden, seit Jahrhunderten geübten, Kolonial-Supermächten England und Frankreich vorbehalten war.
Deutschland ist erst 1871 unter der Führung Preußens zur Nation geworden. Bislang richtete sich das Streben nach Landgewinn Deutschlands eher an seine unmittelbare Umgebung.
Spät aber doch, springt Otto von Bismarck 1884 auf den längst abgefahrenen Zug des Kolonialismus auf. Ursprünglich als „Lüderitz’sche Besitzung“ von einem Kaufmann gegründet, wird der Landschrift „Deutsch-Südwest“ zur deutschen Kolonie in Afrika. Wie aus diversen Unterlagen hervorgeht, ist Bismarck keineswegs ein glühender Verfechter des Kolonialismus.
Auch die zweite größere Kolonie, auf dem Staatsgebiet des heutigen Tansania, ist ähnlich entstanden. Diesmal ist es ein gieriger Missionar, der sich des Landes bemächtigt. Doch auch hier, ist die Kosten-Nutzen-Rechung für Bismarck unausgeglichen.
Der dritte Teil des Strebens nach Übersee spielt sich in Papua-Neuguinea ab. Hier treiben übereifrige Missionare ihr Unwesen, das sie mit ihrem Leben bezahlen.
Das Intermezzo des Deutschen kolonialen Größenwahns währte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.
Die Einflüsse in Afrika wirken bis heute nach. So kann man an einigen Orten Tansanias Schulkinder „Das Wandern ist des Müllers Lust“ singen hören. Das ist zwar kein Beweis für die kulturelle Überlegenheit deutscher Volkslieder, sondern eher ein Zeichen für Nachhaltigkeit externer kultureller Einflüsse.
Ein Großteil der heutigen noch bestehenden Infrastruktur (Straßen und Schiene) geht auf das Bismarck’sche Abenteuer zurück.
Das Buch ist, wie immer bei Guido Knopp, gut recherchiert, Zitate von Augenzeugen sowie zahlreiche Fotos ergänzen diese Geschichtsstunde.
Natürlich ist das Buch aus Sicht der Deutschen geschrieben. Die Bewohner Afrikas bzw. der Südsee würden dieses unrühmliche Kapitel der Deutschen Geschichte sicherlich anders darstellen. - Solomonica de Winter
Das Gesetz der Natur
(108)Aktuelle Rezension von: eastGaia Marinos ist ein Überbleibsel der alten Welt: Eine Mutantin. Sie ist ein Zeugnis dessen, was die Menschheit sich angetan hat und warum dies für immer Vergangenheit bleiben muss. Gejagt und missbraucht wird Gaia zum hell leuchtenden Stern für aufstrebende Herrscher der neuen Welt und zu deren Untergang gleichermaßen, immer auf der Suche nach Wissen und Gerechtigkeit, auf den Spuren des Gesetzes der Natur.
Solomonica de Winter hat ein sehr besonderes Buch geschrieben. 600 Seiten lang beschäftigt sie den Leser mit einem sehr eigenwilligen, besonderen Schreibstil, frustriert manchmal und erstaunt an anderer Stelle. Es braucht Konzentration, um ihr und ihrer Protagonistin zu folgen und sich durch das Dickicht aus altertümlicher Moderne, Namenlosigkeit mancher Protagonisten und mal mehr, mal weniger subtilem Foreshadowing zu kämpfen.
Für die Geschichte selbst holt die Autorin weit aus, beginnt bei den ersten Beweggründen der großen Quest von Gaia und nicht am Beginn der eigentlichen Handlung. Im Stil eines Fantasy-Epos bereisen wir an ihrer Seite zunächst die Welt, mischen Politik und Weltgeschehen auf und beginnen einen Krieg, bevor die Protagonistin sich ihrer eigentlichen Aufgabe in ihrer dystopischen Welt stellt: Das letzte Wissen einer untergegangenen Zivilisation zu finden.
Die Hintergründe um das Ende der Menschheit so wie wir sie kennen wurden in diesem Buch wenig bis gar nicht geklärt, genausowenig wie der große Zusammenhang, was ich zwar schade fand, aber auch gar nicht das Ziel dieser Geschichte ist. Vielmehr haben wir hier eine Art Heldenreise gemischt mit einem dystopischen Gedankenspiel, philosophische Fragen zu Gerechtigkeit und Ursprung und dem zentralen Thema Mutterschaft. An vielen Stellen finden sich einige auffällige Parallelen zum Herrn der Ringe, in Zitaten und Handlungen gleichermaßen, auch wenn der Konflikt ein ganz anderer ist. Am Ende steht ein sich schließender Kreis zwischen alter und neuer Welt, der Fragen offenlässt und sich sicherlich vielfältig analysieren und interpretieren lässt, dem aber vor allem eine irrsinnige Ironie innewohnt, was ja auch zutiefst menschlich ist.
Das Gesetz der Natur ist keine einfache Geschichte, wer ein Abenteuer oder Fantasy erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden. Wer offen ist, sich verwirren zu lassen, geduldig zu sein und etwas zu lesen, das zugleich so alt und neu wirkt, manchmal fast poetisch und dann wieder roh und grob, der sollte sich an Gaia Marinos Seite auf die Reise machen, durch die Wildnis von Neuamerika und die immer gleichen Fehler der Menschen.
- Julianne Maclean
Dem Highlander zu Willen (Historical Gold 305)
(5)Aktuelle Rezension von: PitziLarena hat nur noch eine Chance, will sie ihren Vater vor der drohenden Hinrichtung als Verräter retten, der als Anhänger der Jakobiner hingerichtet werden soll. Sie eilt nach Fort William, um dort um Gnade zu bitten. Denn sie kennt dort jemanden, der ihr helfen kann. Doch diese Unterstützung kommt ihr bitter zu stehen. Zwar wird ihr das Begnadigungsschreiben für ihren Vater, das die Todesstrafe in eine Haftstrafe umwandelt, tatsächlich ausgehändigt, doch dafür muss sie sich verpflichten, die Ehefrau von Gregory zu werden. Einem Mann, halb Engländer, halb Schotte, mit dem sie zusammen aufwuchs auf Leathan Castle. Larena stimmt zu und begibt sich mit einer Eskorte aus englischen Soldaten zurück. Unterwegs wird ihre Gruppe jedoch von schottischen Rebellen angegriffen und es kommt zu einem Gemetzel, bei dem auch Larena verwundet wird.
Darach MacDonald und sein Bruder Logan werden aufmerksam auf ihrem Ritt über das Land und finden die verwundete Larena auf, die sie sogleich zur Burg ihres Chiefs Angus MacDonald, dem Löwen, nach Kinloch Castle bringen. Nachdem Larena mit Angus ein klärendes Gespräch führen konnte, entlässt er sie und schickt sie zusammen mit Darach und Logan, als Beschützer, auf den Weg. Während der attraktive Logan sogleich mit Larena flirtet und überaus umgänglich erscheint, übt sich Darach in Zurückhaltung. Überhaupt scheint er ihrem Vater nicht wohlgesonnen zu sein, denn er bezichtigt ihn des Mordes am vorigen Clanchief der Campbells. Larena kann dieses Gerücht nicht glauben, doch der stille Darach zieht sie dennoch magisch an…
Im 4. Teil der Highlanderreihe von Julianne MacLean wird nun die Geschichte von Darach erzählt und dessen Geheimnis und des seines Bruders Logan gelüftet. An sich hatte die Geschichte viel Potential und begann auch sehr spannend, doch leider erschien es mir beim Lesen des Romans so, als wären der Autorin plötzlich die Ideen ausgegangen. Darachs Geheimnis hätte eigentlich für ausreichend Zündstoff sorgen können, doch die Konfrontationen mit seinen Gegnern diesbezüglich, verliefen dann für meinen Geschmack viel zu nichtssagend und flach.
Überhaupt fehlte der Hintergrundstory ein wenig mehr Substanz, einige Handlungsstränge wurden nicht fortgeführt; etwa der, nach Darachs Auseinandersetzung mit Logan, welcher dann zurück geschickt wird, ohne dass beide zuvor einen aussagekräftigen Dialog miteinander geführt hätten, der nicht nur an der Oberfläche kratzt. Und auch in Bezug auf das historische Flair wurde ich ziemlich enttäuscht. Entweder hat sich bereits die Autorin im englischsprachigen Original bereits sehr modern ausgedrückt, oder aber, es liegt an der Übersetzungsleistung, die ich als ganz furchtbar umgangssprachlich empfand.
Konnten mich die Love Storys in den Vorgängerbänden noch überzeugen und für sich einnehmen, hatte ich diesmal jedoch das Problem, dass ich dem Paar ihre Liebe füreinander nicht wirklich abnehmen konnte. Beide befinden sich tagelang in der Gegenwart des anderen, führen aber kaum Gespräche miteinander, die über das übliche, alltägliche Geplänkel hinausgehen und sind plötzlich Knall auf Fall ineinander verliebt. Zugegeben, die Liebesszenen sind recht hot geschrieben und Darach mag auch ein interessanter Romanheld sein, doch mir fehlte bei „Dem Highlander zu Willen“, in jeglicher Hinsicht Tiefgang.
Und auf das Hin und Her gegen Ende der Geschichte, als sich Larena nicht klar darüber wird, ob sie nun Darach glauben, bzw. vertrauen soll, oder nicht, hätte ich dann letztendlich auch gut verzichten können. Ich für meinen Teil, war sehr enttäuscht von Julianne MacLeans neuem Teil ihrer Highlanderreihe, doch Leser, die womöglich weniger Probleme mit einer modernen Schreibe und einer recht soft geratenen Story haben, könnten höchstwahrscheinlich mehr Spaß beim Lesen von „Dem Highlander zu Willen“ , entwickeln, als ich.























