Bücher mit dem Tag "kriegsenkel"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kriegsenkel" gekennzeichnet haben.

36 Bücher

  1. Cover des Buches Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (ISBN: 9783498064938)
    Jennifer Teege

    Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen

     (128)
    Aktuelle Rezension von: Frollein_Annika

    Vor fast sechs Jahren war ich auf der Lesung zu diesem Buch. 

    Jennifer Teege gehört zu der Sorte Frau, nach der man sich zwangsläufig umschaut (auch als Frau) und die Erinnerung bleibt. Und dieser Abend, an dem sie uns ihre Geschichte und damit ihr Buch vorgestellt hat, sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.

    Warum lag das Buch so lange ungelesen im Regal? Weil ich Angst vor dem Inhalt hatte, vor all dem grausamen Details. All das, was die Autorin während der Lesung bereits verraten hat, war entsetzlich und Teil ihrer (und auch unserer) Geschichte. 

    Während des Lesens musste ich immer wieder Pausen einlegen, nachdenken und das Gelesene sacken lassen. Nachts habe ich davon geträumt, schreckliche Bilder im Kopf gehabt, mich gefragt, was wäre, wenn das meine Geschichte wäre?

    Selten hat mich ein Buch so nachhaltig berührt und schier fassungslos hinterlassen. Ich kann den Inhalt nur schwer zusammengefasst wiedergeben und möchte diesen schon gar nicht bewerten (die Bewertung gilt allein dem Aufbau und dem Schreibstil!). 

    Nur soviel: 

    Mein Großvater war ein Psychopath, ein Sadist. Er verkörpert all das, was ich ablehne: Was muss das für ein Mensch sein, dem es Freude macht, andere Menschen zu quälen und zu töten?
  2. Cover des Buches Sonntags fehlst du am meisten (ISBN: 9783548290201)
    Christine Drews

    Sonntags fehlst du am meisten

     (52)
    Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310

    Caro war das Lieblingskind ihres Vaters, doch durch einen schlimmen Streit ist ein Bruch entstanden und sie haben keinen Kontakt mehr. Nun steht die Goldhochzeit ihrer Eltern bevor. Wird es einen Weg  zu einer Versöhnung geben?

    Ich habe schon einige Bücher der Autorin Christine Drews gelesen, die mich immer überzeugt haben. Daher habe ich auch dieses Buch lesen wollen.

    Caros Vater Karl gehört der Kriegsgeneration an. Diese Generation hat Schreckliches erlebt und musste früh Verantwortung übernehmen. Auch Karl hat für Mutter und Geschwister gesorgt und sich aus dem Nichts etwas aufgebaut. Aber eines hat diese Generation meist nicht, nämlich über das geredet, was sie erlebt haben und dieses „Probleme-nicht-ansprechen“ setzt sich in der nächsten Generation fort.

    Caros Leben verläuft nicht so gradlinig wie sich das der Vater gewünscht hätte. Es hat ihr an nichts gefehlt, der Vater wollte immer nur das Beste für seine Tochter, doch leider war er fast nie da. Caro wollte es allen recht machen und hat sich dabei verloren. Ihr kleiner Sohn hat es auch nicht einfach, denn Caro ertränkt ihre Probleme im Alkohol. Ihre Sucht hat sie inzwischen im Griff und sie scheint wieder Boden unter den Füßen zu haben, wozu ihr Freund Jakob beiträgt. Der Streit mit ihrem Vater belastet sie allerdings.

    Dann begegnet Caro Frau Schneiders und durch ihre Erzählungen versteht Caro plötzlich, wie all das Unausgesprochene zwischen ihrem Vater und ihr steht. Eine Versöhnung erscheint ihr nun möglich.

    Diese Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen und durch die Rückblenden in die Vergangenheit konnten wir Caro und ihren Vater gut kennenlernen und ihr Verhalten nachvollziehen.

    Es ist ein Buch, das berührt und zum Nachdenken anregt.

  3. Cover des Buches Die Tänzerin von Auschwitz (ISBN: 9783746632483)
    Paul Glaser

    Die Tänzerin von Auschwitz

     (29)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Den Alliierten war bekannt, dass es in Auschwitz Gaskammern gab. Sie flogen darüber hinweg, zerbombten halb Deutschland, nicht aber die Gaskammern, obwohl das doch nahegelegen hätte...“


    Es ist ein Verwandte des Autors, von der diese Aussage stammt.

    Paul Glaser wusste lange Zeit nicht, dass er jüdische Wurzeln hatte. Bei einem Besuch im KZ Auschwitz sah er einen Koffer, auf dem sein Familienname stand. Das führte ihn auf die Spur seiner Tante Rosie. Aus ihren Aufzeichnungen entstand diese Buch.

    Roosje Glaser war eine lebenslustige junge Frau. Ihre Welt war der Tanz. Zwar hatte sie eine Handelsschule besucht, um in der Firma des Vaters arbeiten zu können, doch das befriedigte sie nicht. Nach den Bruch mit den Eltern lässt sie sich zur Tanzlehrerin ausbilden. Sie stellt sich auf eigene Füße.

    Der jüdische Glaube spielt in ihrem Leben nie eine Rolle. Damit konfrontiert wird sie allerdings schon einmal als Kind, während ihr Vater in Deutschland arbeitete. Als die Welle des Nationalsozialismus in die Niederlande herüberschwappt, muss sie sich vom Bruder ihres Partners sagen lassen:


    „...Du kannst in die Kirche gehen, so viel du willst – du bist und bleibst Jüdin. Ich bin Nationalsozialist, und du wirst sehen: Die Juden werden zur Hölle fahren, und wir werden unseren Teil dazu beitragen...“


    Lange testet Roosje aus, wie viel Freiheit sie sich nehmen kann. Missgunst, Neid und Konkurrenzdenken, auch die Rache eines verschmähten Mannes sorgen für ihre erste Verhaftung. Danach ist sie vorsichtiger. 1942 gelingt es Rossje und ihrer Mutter, sich kurz vor der Deportation zu verstecken. Wieder werden sie verraten. Ihr Weg führt durch verschiedene Konzentrationslager. Es ist ihr starker Überlebenswille und ihr Mut, ungewöhnliche Wege zu gehen, die sie diese Zeit ertragen lassen.

    Nach dem Krieg gehört sie zu den wenigen, die ihr Recht einfordern. Warum so viele schweigen, formuliert eine Bekannte so:


    „...Wir waren nach dem Krieg so erschöpft, dass wir keine Kraft dazu hatten. Die Befreiung war für uns ein zweischneidige Angelegenheit...“


    Während der große Teil des Buches Roosjes Leben erzählt, skizziert Paul in einigen Kapiteln, wie sich seine Suche nach der Vergangenheit gestaltet hat.

    Das Buch wirft ein völlig neue Schlaglicht auf die Rolle, die niederländische Staatsorgane bei der Behandlung der Juden gespielt haben. Das folgende Zitat lässt nur erahnen, wie es in den Befreiten aussah:


    „...Der Vorsitzende des Schwedischen Roten Kreuzes, Graf Folke Bernadotte, hielt eine unvergessliche Ansprache, doch als die niederländische Nationalhymne gespielt wurde, konnte und wollte keiner mitsingen...“


    Nach dem Krieg hat Roosje alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in Schweden bleiben zu können. Einer der Gründe war das Verhalten der niederländischen Regierung gegenüber den überlebenden Juden. Die Diskriminierung ging weiter.

    Fotos von Roosje ergänzen die Handlung. Auch einige ihre selbstgeschriebenen Gedichte werden im Buch veröffentlicht.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist ein wichtiges Dokument gegen das Vergessen.



  4. Cover des Buches Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras (ISBN: 9783862824700)
    Detlef M. Plaisier

    Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Harpo

    Die Originalgeschichte, welche aus den sogenannten Memoiren des Vaters des "Autors", bezogen wurde, hätte eigentlich das Potential zu einer wahrhaft erzählenswerten sein können. Leider macht es der Autor - wir mögen ihn so nennen - einem unmöglich die Geschichte zu genießen. Der Grund: Langweilig und überaus langatmig erzählt. Dazu auch noch schriftstellerisch wenig ausgereifte Stil, der es fast schon zum Kraftakt macht, sich durch das Ganze durchzuarbeiten.

  5. Cover des Buches Der letzte Grund (ISBN: 9783865327482)
    Volker Pesch

    Der letzte Grund

     (13)
    Aktuelle Rezension von: RamonaFroese

    Am Anfang dachte ich noch Gotteswillrn was tu ich mir da eigendlich an. Doch ab Kapitel 2-3 fing ich an das Buch zu mögen. Besonders toll finde ich Doro und den Pfarrer.

    Das die Ärztin nicht ganz normal ist war mir ja irgendwie klar, aber wie mies sie wirklich ist stellt sich erst bei ihrer scheinheiligen Erklärung raus, wieso sie das Bild geklaut hat.

    Ich fand es toll, dass die Geschichte nach und nach Spannender wurde


  6. Cover des Buches Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte (ISBN: 9783446209831)
    Amelie Fried

    Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte

     (39)
    Aktuelle Rezension von: beowulf
    Ich kenne Frau Fried vorallem als Fernsehschaffende, als Frau mit dem losen Mundwerk und den flotten Sprüchen, die auch mal knapp daneben ist auch vorbei spielen. Das Buch fand ich seinerzeit zur Buchmesse recht heftig beworben und es hat mich sehr interessiert, ich wollte aber zu dem Hype erst wieder den gebührenden Abstand finden, bevor ich es jetzt in wenigen Stunden Gelsen habe. Was mich verwundert hat ist der rein sachliche Stil- an einer Stelle erklärt Amelie Fried die extreme Sachlichkeit in der Opfer des Nationalsozialismus erzählen mit der Notwendigkeit das Grauen nicht emotional erneut erleben zu müssen/können. Es erscheint fast, sie hat dieses Rezept auch auf sich angewandt. Amelie Fried verarbeitet in diesem Buch ein Kindheitstrauma, das Gefühl einen dominanten, unnahbaren und gefühlsarmen Vater zu haben. Ein Vater, der nie erzählt hat, was er an schrecklichem erdulden musste in der Zeit des Rassenwahns. Ein Vater von dem sie nicht wußte, dass für ihn KZ keine Abkürzung aus dem Geschichtsbuch oder Lexikon war, sondern eigenes Erleiden, eigene verbogene Seele. Dieses Kindheitstrauma schreibt sich die Autorin von ihrer Seele in dem sie beschreibt, wie sie Schritt für Schritt, sozusagen Schicht für Schicht die Familiengeschichte erforscht und aufdeckt, wie sie auf ihr unbekannte und beeist verschwiegene Verwandte stößt, solche die die Shoa überlebt haben und mehr noch solche, die dieses Glück nicht hatten. Eine Familiengeschichte, die gerade weil sie sich so auf das Familienschicksal beschränkt um so plastischer das konkrete Schicksal des Einzelnen mit allen Unwägbarkeiten beschreibt und dadurch exemplarisch wirkt. Ein wirklich wichtiges Buch.
  7. Cover des Buches Hinter den Türen warten die Gespenster: Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit (ISBN: 9783827013316)
    Florian Huber

    Hinter den Türen warten die Gespenster: Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit

     (6)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Dieses Buch erzählt authentisch lebendig beim Zusammenbruch des Dritten Reiches beginnend davon, wie Familie einfach wieder normal leben wollte. Der Alltag der Familien war nicht mehr der, wie er vor dem Krieg war, aber er sollte einfach wieder normal werden. Die Väter sollten nicht vom Krieg gezeichnet sein, sie sollten für ihre Familien keine Fremden sein und auch nicht für ihre Frauen. Straßenkrawalle waren schließlich an der Tagesordnung, weil man einfach nicht sprach, weil man schwieg und die Kinder in diesem Klima aufwuchsen.


    Verschiedene Menschen, Charaktere werden beleuchtet, die jeder für sich von Florian Huber betrachtet wird. Kriegsheimkehrer, Schulkinder, Mütter .... Schicksale, die zu Herzen gehen. der Autor macht spür- und begreifbar, wie die Menschen damals zu denen wurden, die sie in Zeiten des Aufbaus waren, sie konnten dem praktisch nicht entfliehen. Die Geschichten bewegen - sie machen auch nachdenklich.


    Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen.


    Das Buch gestattet einen Blick hinter die Kulissen der Nachkriegszeit und hinter die Charaktere, die diese Zeiten erlebten und durchlebten. Wundervoll geschrieben, emotional und informativ, glaubwürdig, lebendig, als wäre man dabei und in die Figuren blickend - fragend und erklärend. Der Autor hat sich mit der Psyche beschäftigt, das ist klar, ein wirklich rundherum gelungenes Buch !!! Sollte man gelesen haben. 

  8. Cover des Buches Anna und Armand (ISBN: 9783734104671)
    Miranda Richmond Mouillot

    Anna und Armand

     (17)
    Aktuelle Rezension von: MadameFlamusse
    Was für ein Buch, was für eine spannende Familie. „Anna und Armand“ wurde mir nochmal von Devona empfohlen als ich vor kurzem „ Die Mutter meiner Mutter“ vorgestellt habe.

    Miranda Richmond Mouillot ist eine recht typische Kriegsenkelin, eine Frau der schon als Kind der Krieg in den Knochen sitzt, vererbt durch Ihre Großeltern mütterlicherseits. Ich fand mich in vielem wieder und spürte auch an sovielen Stellen die eigene Lücken in meinem Leben so sehr das mich das Buch wirklich ganz schön zum weinen brachte.

    Eine ergreifende Geschichte., immer vermischt mit dem Erzählstrang der das aktuelle Leben Mirandas wiedergibt. Es ist schön Ihr zu folgen, auf Ihrer Lebensreise und im erforschen der Geschichte die von Amerika aus nach Frankreich geht und in die Schweiz. Miranda Richmond Mouillot ist wohl fast das was man eine Weltenbürgerin nennen kann, beheimat in den USA wo Sie geboren wurde und dem Ort Ihrer Seele in Frankreich wo Sie auch der Liebe begegnet. (was mich persönlich sehr gefreut hat)

    Diesmal hab ich mit Bleistift gelesen um die mir wichtigen Sachen beim lesen anzustreichen, nicht das ich nachher bei den Seitenmarkierungen meinen Lesegedanken nicht mehr folgen kann.

    Kurz zum Inhalt: die Großeltern haben sich vorm 2. WK kennengelernt und bekamen später zusammen 2 Kinder. Miranda kannte Ihren Großvater aber kaum, da das Paar sich vor langer Zeit getrennt hatte. Auf vielen Seiten beschreibt Sie die Annäherung an diesen nicht ganz einfachen Mann, der mit 30 Jahren als Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen teilnahm. Seine Eltern hatten den Nationalsozialismus nicht überlebt. Eine beeindruckende Person. Genauso wie auch die Großmutter, zu der Miranda eine sehr viel engere Bindung hat, die Ihr sehr nahe steht bis hin zu bestimmten Talenten die Sie von Ihr geerbt hat.

    Mir wird auch an dieser Geschichte wieder mal deutlich wieviel man doch von den Großeltern übernimmt – ziemlich oft scheinen Sie viel näher als die Eltern zu sein. Alles in allem hat die Autorin sehr viel Glück in Ihrem Leben gehabt, von der Familie her, Ihren Möglichkeiten und dem was sich auf Ihrer Forschungsreise so ergibt. Was Sie auch selbst so beschreibt und was immer wieder durchschimmert, gerade wenn Sie eben von den schlimmen Zeiten erzählt die Ihre Großeltern auf der Flucht und in den Kriegsjahren erleben mußten. Äußerlich haben sich beide sicher gut aufgerappelt, aber es gibt tiefe Wunden die bleiben, körperlich, seelisch und in diesem nichtgreifbaren Raum zudem öfter jemand aus den Folgegenerationen Zugang findet.

    „Uns beiden stand eine leichte Ehrfurcht darüber ins Gesicht geschrieben, dass manchmal unvollendete Geschichten viel, viel später von anderen Menschen zumindest zum Teil abgeschlossen werden…“

    Am Ende gibt es außer den Quellenangaben noch einen kleinen Anhang zu Texten und Büchern die Miranda Richmond Mouillot beeinflußt haben, fand ich sehr interessant. Und „Die Glut“ werd ich jetzt wohl auch endlich mal lesen.

    Ein sehr berührendes und spannendes Buch. Und ein richtiger Schmöker mit seinen über 300 Seiten. Ein Buch zum versinken in anderen Leben, also Vorsicht, am besten keine Termine machen in diesem Zeitraum.

  9. Cover des Buches Die Mutter meiner Mutter (ISBN: 9783442715404)
    Sabine Rennefanz

    Die Mutter meiner Mutter

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Miii

    Der Krieg hat von der 14-jährigen Anna einen hohn Tribut gefordert. Ihre Mutter ist tot, ihr Vater verhaftet. Sie flüchtet in ein Dorf im Westen, in das auch eines Tages Friedrich Stein zurückkehrt. Jahre später sind beide verheiratet. Das ganze Dorf weiß um den Grund, ihre Kinder sollen aber nie davon erfahren. Auch nach Friedrichs Tod hält Anna ihr Schweigen aufrecht. Warum? Und was macht die Wahrheit mit den Töchtern und Enkelinnen, als sie sie schließlich erfahren? 


    Ich muss sagen, ich finde trotz der geringen Anzahl von Seiten (ca. 250) hat sich das Buch unglaublich gezogen.

    Es gab sehr viele Erzählungen zum Dorf, mir ist es bis zum Ende schwergefallen die ganzen Personen auseinanderzuhalten und zuzuordnen, wer mit wem verwandt ist, wer zu wessen Haus gehört, wer wo wohnt usw...

    Es gibt zwei Handlungsstränge, einmal aus Sicht der Enkelin und einmal aus Annas Sicht. Die Übergänge sind aber nicht unbedingt fließend oder gut gestaltet, ich musste öfter mal einen Absatz erneut lesen um zu erkennen, um wen es denn grade geht.

    Außerdem hatte ich den Eindruck, dass sich das Buch doch künstlich in die Länge gezogen hat, in dem man ständig etwas wiederholt hat und immer wieder Bezug auf die gleichen Ereignisse genommen hat. Schade eigentlich, denn ich finde, die eigentlich Thematik bezüglich der Nachkriegszeit und verschwiegener Verbrechener sowie deren Folgen ziemlich interessant.


    Insgesamt aber konnte das Buch nicht überzeugen

  10. Cover des Buches Schweigen tut weh (ISBN: 9783548608266)
    Alexandra Senfft

    Schweigen tut weh

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Die Brüder Himmler (ISBN: 9783596166862)
    Katrin Himmler

    Die Brüder Himmler

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Katrin Himmler ist die Enkelin des jüngsten Himmler Bruders. Im Zuge einer Recherche für Ihren Vater erfährt sie, daß ihr Großvater nicht der naive Mitläufer war, wie ihre Familie ihr jahrelang erzählt hatte, sondern ein früh überzeugter Nationalsozialist. Immer tiefer gerät die Autorin im Laufe ihrer Erkundigungen in die dunkle Vergangenheit der Familie Himmler. Wie starb ihr Großvater `45 wirklich? Warum schwieg ihre Großmutter Paula über Jahrzehnte auch ihren Kindern gegenüber? War es nur Scham, die ihr den Mund verschloss? Und immer wieder sind es die privaten Erlebnisse der Autorin mit ihrem "Erbe", die die Lektüre dieses Buches so interessant machen. Wie muß es wohl sein, wenn man als 15-jährige im Geschichtsunterricht sitzt und gefragt wird, ob man mit "dem" Himmler verwandt sei, es mit tiefrotem Kopf zugibt und den Fragen ausgeliefert ist, auf die man selbst gerne eine Antwort hätte?
  12. Cover des Buches Kriegsenkel (ISBN: 9783608964882)
    Sabine Bode

    Kriegsenkel

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Christine2000
    Nachdem mich die „Kriegskinder“ von Frau Bode regelrecht elektrisiert hat und so manches in Bewegung brachte in meinem Verständnis für die Elterngeneration, fand ich den Einstieg in die Kriegsenkel, deren Generation ich selbst angehöre, nicht so leicht. Die Geschichten sind teilweise seltsam verworren, was sicher auch damit zu tun hat, dass die innere Ausrichtung der Protagonisten meist vage und veschwommen wirkt. Ich kann mich teilweise gut identifizieren, aber ein klares Fazit fällt schwer. Keine Ahnung, ob ich zu dicht dran bin, oder ob es tatsächlich unklar beschrieben ist. Tatsächlich ist dieses „„im Nebel waten“ und nicht recht zu Potte kommen ja anscheinend typisch für meine Jahrgänger. Irgendwie hat mich das Buch irritiert. Womöglich wirkt es aber noch nach.
  13. Cover des Buches Wir Kinder der Kriegskinder (ISBN: 9783451068799)
    Anne-Ev Ustorf

    Wir Kinder der Kriegskinder

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Wer sich noch nie mit dem Thema von Krieg, Flucht und Vertreibung aus deutscher Sicht und mit der Weitergabe von psychischen Defiziten über Generationen beschäftigt hat, hat mit diesem Buch sicher das eine oder andere Aha-Erlebnis.

    Anders ging es mir, wie wohl auch anderen Lesern, die sich mit Psychologie intensiver beschäftigen und mit der deutschen Geschichte während und nach Hitler vertrauter sind.
    Da bringt dieses Buch zwar interessante Erfahrungsberichte von Mitgliedern der Enkelgeneration und deren Persönlichkeitsentwicklung, aber doch wenig, was man nicht schon kennt.

    Die Abschnitte mit Beispielen von Betroffenen sind relativ kurz und der Kontext nicht so detailliert, dass die geschilderten Erlebnisse und Probleme  zwingend auf Kriegstraumata zurückzuführen wären. Sie haben mehr beispeilhaften Charakter, sich dem Thema anzunähern.

    Mir hätte es besser gefallen, hätte sich die Autorin entschieden, psychologisch in die Tiefe zu gehen, geschichtlich einen detallierteren Abriss über Flucht und Verteibung zu bieten oder Betroffene ihre Geschichten erzählen zu lassen, vielleicht in eigenen Worten und in längeren Abschnitten. -  Gerne auch eine Kombination in mehreren Abschnitten.

    Aus eigener Erfahrung im Kontakt mit Senioren ist der entscheidenste Punkt dafür, wie Kriegsfolgen verarbeitet werden, ob Betroffene mit NS-Sozialisation aufwachsen mußten oder ob ihnen das erspart geblieben ist. Die von der NS-Indoktrination Verschonten und ihre Nachfahren haben meiner Erfahrung nach besseren Zugang zu dem Erlebten und stärkere psychische Selbstheilungskräfte trotz schlimmer Kriegserfahrungen.  - Das kommt mir in dem Band zu kurz und führt vielleicht zu manchem Irrtum.

    3 Sterne und bedingte Leseempfehlung, wenn man sich dem Thema annähern will. 


  14. Cover des Buches Ich, Rabentochter (ISBN: 9783485010856)
    Katharina Ohana

    Ich, Rabentochter

     (4)
    Aktuelle Rezension von: SagMal
    „Es stimmt nicht, dass die Zeit alle Wunden heilt. Es gibt Wunden, die vergrinden nur, und kratzt man am Schopf, fließt das Blut wieder die Seele hinunter.“

    Die Autobiografie der Psychologin Katharina Ohana „Ich, Rabentochter“, die den Fokus auf ihre Kindheit und Jugend legt, hat Wucht und wird noch lange Zeit in mir nachklingen. Nicht nur, dass es allein schon wahnsinnig schwerfallen muss über die eigene Vergangenheit zu sprechen, wenn sie so traumatisch und schmerzhaft war. Noch einen Schritt darüber hinauszugehen, sie sogar niederzuschreiben und andere daran teilhaben zu lassen, verdient in meinen Augen den größten Respekt.

    Von Beginn an ist das Leben der im Jahr 1970 geborenen Autorin geprägt von Einschlägen und Widrigkeiten, deren Fundamente jedoch schon Generationen vor ihr gelegt wurden. Da geht es los mit ihrer Oma, die den zweiten Weltkrieg noch miterlebte, ihren Mann darin verlor und irgendwann mit Koffer sowie Kind auf einen Viehwaggon verladen und ins besetzte Deutschland verschickt wurde. „Meine Großmutter war beleidigt und die Einzige, die sich aus ihrem Trotz etwas machte, war ihre kleine Tochter.“ Die kleine Tochter, allein gelassen mit diesen ihr gezeigten zwiespältigen Verhaltensweisen, wurde schließlich erwachsen und Ohanas Mutter. In ihr wütete wiederum ein „schrecklicher Drache, […] der manchmal mit Ärger, manchmal mit Depressionen“ die komplette Familie beherrschte.  Ohanas Vater hingegen „lebte sein eigenes Leben, das mit dem Rest der Familie nicht viel gemein hatte. […] Sein Umgang mit den Dingen gehörte noch einem anderen Zeitalter an, in dem Männer mit Pflichtgefühl und Schweigen allen Widrigkeiten des Lebens begegneten“. Und wie reagierte die kleine Katharina selbst auf dieses „große Spiel mit unbewussten, eigenen Regeln für die ganze Familie“? - Mit heftigen Asthmaanfällen und Atemnot, die ihr lange Krankenhausaufenthalte bescherten. 

    Doch das war erst der Anfang. Ohana erzählt anschließend in „Ich, Rabentochter“ unter anderen eindringlich von den prägenden Erlebnissen mit ihrer an Borderline erkrankten Mutter, der Ohnmacht und Verschwiegenheit des Vaters, ihrer Schulzeit auf einer Nonnenschule, ihrer Magersucht, einer Vergewaltigung während eines Besuchs bei Verwandten in der DDR und wie und warum sie sich anschließend bis zum schwarzen Gürtel in Karate hochkämpfte. Viel zu verdauen, was sich kaum verdauen lässt und so schreibt Ohana selbst: „Meine Kindheit war so anstrengend. Ich sehnte mich nach der Unbeschwertheit in anderen Familien. In unserem Haus herrschten immer noch die Regeln der Nachkriegszeit und es gab trotz des Wohlstandes um uns herum keine Möglichkeit, sich freizukaufen.“

    Wie sie es unter seelisch-traumatischen Schmerzen, teils aus unbändiger eigener Kraft und mit Hilfe einer einfühlsamen Psychotherapeutin in ihren 20ern schließlich schaffte, ihrem Dasein einen lebenswerten Sinn zu geben und sich vom Ballast des Nachkriegserbes ihrer Familie freier zu machen und damit umzugehen, schildert sie im weiteren Verlauf ihrer Biografie.

    Mir hat das beim Lesen wahnsinnig imponiert. Dass die Autorin trotz der vielen Einschläge und traumatischen Erlebnisse immer weiter um ein besseres Leben gekämpft und sich schließlich auch Hilfe gesucht hat, zeugt von Mut und unbändiger innerer Stärke. Und ich finde es gut, dass Katharina Ohana ihre schmerzhaften Erfahrungen niedergeschrieben hat, denn sie können anderen Menschen, vielleicht auch anderen ähnlich Betroffenen, Trost aber auch Mut geben, sich selbst ernst zu nehmen, auf eine Entdeckungsreise des Verstehens zu gehen und Verantwortung für sich und das eigene Leben zu übernehmen.
  15. Cover des Buches Sprich mit mir (ISBN: 9783471791707)
    Marion Welsch

    Sprich mit mir

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Ritja
    Marion Welsch forscht in ihrer eigenen Familie. Sie möchte wissen, ob und warum ihre Familie in der Partei waren. Wieviel wußten sie von den Gewalttaten der Nazis? Warum haben sie nichts dagegen getan? Die Konfrontation mit der Vergangenheit bringen sie und ihren Vater teilweise an die Grenzen. Die Fakten sind spannend und es macht auch Spaß in die Geschichte der Familie einzutauchen. Insgesamt ein gutes Buch mit einem interessantem Thema, aber leider etwas sehr zäh aufbereitet.
  16. Cover des Buches Leben mit narzisstischen Eltern (ISBN: 9783737592734)
  17. Cover des Buches Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg (ISBN: 9783845822730)
    Nikolaus Nützel

    Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg

     (2)
    Aktuelle Rezension von: anke3006
    Dieses Buch zeigt die Auswirkungen des 1. Weltkrieges für einzelne junge Soldaten, ihre Familien und die Auswirkungen für unser Land, Europa und die Welt. Es zeigt eindringlich wie Propaganda die jungen Männer verblendet hat und welche psychischen Auswirkungen diese Einsätze hatten und auch heute noch haben.Tod, Vernichtung, Trauer, Leid. Keiner kann durch Krieg irgendetwas gewinnen. Das wird hier sehr gut aufgezeigt. Das Buch hat eine Altersempfehlung ab 12 und dem schliesse ich mich voll und ganz an.
  18. Cover des Buches Das Erbe der Kriegsenkel (ISBN: 9783328101864)
    Matthias Lohre

    Das Erbe der Kriegsenkel

     (7)
    Aktuelle Rezension von: AnBa

    Ich befasse mich bereits seit längerer Zeit mit dem Thema Kriegsenkel und habe etliche Bücher – auch die, die der Autor in seinem Buch erwähnt – gelesen.

    Der Autor erzählt sehr offen seine eigene Geschichte und liefert dem Leser nebenbei viel Hintergrundwissen.

    Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich mit dem Thema befassen möchte und nicht allein den psychologischen Blickwinkel erfahren möchte.

    Das Buch ist schon deshalb empfehlenswert, weil es von einem Mann geschrieben wurde und so vielleicht männlichen Kriegsenkeln den Zugang zum Thema erleichtern kann.

  19. Cover des Buches Nur noch das nackte Leben (ISBN: 9783942446129)
    Ulrike Blatter

    Nur noch das nackte Leben

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Kerry
    2 Jahre ist es her, seit Erich Bloch seinen letztem großen Fall zu bewältigen hatte (Der Mann, der niemals töten wollte). Viel hat sich getan im Leben des eigenbröderlischen Kommissars aus Konstanz. Er kümmert sich regelmäßig um seinen mittlerweile 6-jährigen Enkel Max und auch das Verhältnis zu seiner Tochter Eva hat sich deutlich verbessert. Doch nicht nur das. Mit der slowenischen Journalistin Alenka erlebt er seit kurzer Zeit seinen zweiten Frühling. Doch er ist immer noch Kommissar, sodass er sich auch mit den negativen Seitens des Lebens beschäftigen muss. Er wird zu einem Tatort gerufen - einem privaten Bordell, in dem Anna Nowak, genannt Angelique, umgekommen ist. Der Verdacht liegt auf einem goldenen Schuss, doch es müssen alle Eventualitäten beachtet werden. Bloch ist mitten in den Ermittlungen, als ihn die schlimmste aller Nachrichten erreicht. Alenka ist in Slowenien bei einem Unfall ums Leben gekommen. Bloch kann es nicht fassen - sie hatte nur so wenig Zeit miteinander, es muss sich einfach um einen Irrtum handeln, doch er fliegt selbst nach Slowenien und kann die Leiche zweifelsfrei identifizieren. Zurück in Deutschland versucht Bloch seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Dann er hält er einen Anruf aus Slowenien von einer jungen Frau, die sich als Animè ausgibt und ebenfalls Journalistin sein soll. Diese hegt Zweifel daran, dass Alenka tatsächlich durch einen Unfall gestorben ist und in der Tat, erhielt Bloch einen Brief von Alenka mit einem Schlüssel darin, der allerdings nirgends in ihre Wohnung passen will. Er macht sich erneut auf den Weg nach Slowenien und es gelingt ihm tatsächlich das Schließfach ausfindig zu machen, zu dem der Schlüssel gehört und in dem Alenka ihre Unterlagen eingeschlossen hat. Sind die Unterlagen brisant genug, dass jemand um jeden Preis ihren Tod wollte? Mit Hilfe von Animè und dem Streetworker Vito beginnt Bloch zu ermitteln, hinter wem Alenka her war, wen sie mit ihrem geplanten Enthüllungsbuch bedroht hat und wer für ihren Tod verantwortlich ist. Doch seine Ermittlungen führen in auf eine Spur, mit der er im Leben nicht gerechnet hat. Eine würdige Fortsetzung! Den Plot fand ich sehr gut ausgearbeitet. Faszinierend fand ich die Darstellung der in Deutschland und Slowenien vorhandenen Drogenproblematik und die Darstellung von jeweiligen Ursachen und in wie weit diese Problematik mit dafür verantwortlich war, das Alenka sterben musste. Mittlerweile konnte ich mich sogar mit dem Protagonisten Erich Bloch anfreunden, der nicht mehr so unnahbar wie noch im ersten und teilweise im zweiten Band ist. Sicherlich hat er nach wie vor seine Eigenheiten und Ecken und Kanten, lässt jedoch auch ab und an eine andere Seite von ihm durchblicken. Den Schreibstil empfand ich wieder als sehr angenehm zu lesen, wobei mir hier immer noch etwas die Dramatik fehlte bzw. die tiefere Dramatik beim Verlust eines geliebten Menschen.
  20. Cover des Buches Nebelkinder (ISBN: 9783944305912)
    Michael Schneider

    Nebelkinder

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Nationalsozialistische Täterschaften: Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie (Reihe Neuengammer Kolloquien) (ISBN: 9783863312770)
  22. Cover des Buches Denn du trägst meinen Namen (ISBN: 9783442151882)
    Norbert Lebert

    Denn du trägst meinen Namen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: lucky_snakes
    Im Abstand von ca 40 Jahren haben die beiden Autoren (auch Vater und Sohn) die Kinder von Nazigrößen besucht, um festzustellen, wie diese im Deutschland der 50er/90er Jahre so leben. Ich fand dies sehr interessant zu lesen, vor allem die unterschiedlichen Varianten der "Kinder" mit der Last ihres Namens umzugehen (und doch erschreckend, dass es zum Teil gar keine Last war)
  23. Cover des Buches Du weißt ja gar nicht, wie gut du es hast (ISBN: 9783426790335)
    Maria Bachmann

    Du weißt ja gar nicht, wie gut du es hast

     (12)
    Aktuelle Rezension von: abuelita
    Maria Bachmann wuchs in Bürgstadt auf. Die gelernte Arzthelferin und Krankenschwester absolvierte von 1987 bis 1989 in Hamburg ihre Ausbildung zur Schauspielerin, war Moderatorin bei Radio Hamburg und nahm Schauspielunterricht in Los Angeles. Bekannt wurde sie 1992 durch den Werbespot …dann klappt’s auch mit dem Nachbarn. 1995/1996 spielte sie die Hauptrolle in der Sitcom Die Viersteins. 

    In ihrem Buch Panikrocker küsst man nicht schildert sie ihre Suche nach beruflichen Perspektiven und ihre Beziehung zu Udo Lindenberg.

    In diesem Buch aber geht es um die Kindheit von Maria Bachmann in der süddeutschen Provinz der 60iger und 70iger Jahre. Viele der gleichen Generation werden durch dieses Buch auch wieder an Ihre eigene Kinder- und Jugendzeit erinnert. So ging es auch mir – die Sätze „Was sollen die Leute denken“ oder „das gehört sich nicht“ sind auch mir noch geläufig.

    Bei Bachmanns wurde wenig geredet und die Eltern - der Vater, ein später Kriegsheimkehrer und ihre depressive Mutter – liebten zwar ihr „Mädle“ wohl, konnten aber mit ihrem Freiheitsdrang wenig bis nichts anfangen und wussten auch damit überhaupt nicht umzugehen. Was wiederum zur Folge hatte, dass Maria erst recht ausbrechen wollte und sich immer mehr nach etwas sehnte, das sie selber gar nicht genau benennen konnte.

    Das hat dann auch sehr lange gedauert in ihrem Leben, bis sie darüber Bescheid wusste und in langen Therapien lernte, sich selbst – und dann auch ihre Eltern – anzunehmen.

    Es ist ein Buch, das bewegt, das nachdenklich macht, das einen „mitnimmt“ und da der Schreibstil auch flüssig und angenehm ist, war diese Biografie wirklich sehr schön zu lesen.

  24. Cover des Buches Das Unglück schreitet schnell (ISBN: 9783961010165)
    Johannes Böhme

    Das Unglück schreitet schnell

     (3)
    Aktuelle Rezension von: katikatharinenhof
    Johannes fand seine Großmutter irgendwie anders, als andere Großmütter. Sie hatte ihre Eigenarten, die sie unnahbar und schroff erscheinen ließen. Doch wer war sie wirklich ? Was hat sie zu der Frau gemacht, die Johannes als Enkel kennt ?
    Erst lange nach ihrem Tod gelingt es Johannes, hinter die Fassade zu blicken, denn er liest die Liebesbriefe von Hermann Bartens, dem ersten Mann seiner Oma, aus dem Krieg und beginnt so eine Reise zurück in eine Zeit, die man sich heute kaum vorzustellen vermag…

    "Das Unglück schreitet schnell" lässt mich sehr zwiegespalten zurück.
    Auf der einen Seite muss ich Johannes Böhme meinen ganzen Respekt zollen, denn er hat hier tief in der Familiengeschichte gegraben und mit viel Herzblut alle Informationen, die er bei seiner Recherche herausgefunden hat, zu einer bewegenden und berührenden Geschichte zusammengefasst und für die Nachwelt festgehalten. Hierbei spürt man, dass dem Autor die Geschichte sehr am Herzen liegt, weil es um seine eigene Großmutter und somit um seine Familiengeschichte geht. Die Einblicke in das Leben von damals geben einen ungeschönten Blick auf die dunkelste Zeit Deutschlands frei und versetzt den Leser ebenfalls in Angst und Schrecken. Diese Szenen bestechen durch ihre Authentizität und lassen viele Fragen aufkommen, die mich beschäftigen. Wie würde ich mit dem Geschehenen umgehen, wenn ich wüsste, dass meine Familie Schuld auf sich geladen hat ? Schwindet dann die Liebe für meine Angehörigen auch im Nachhinein, wenn ich ihre Geheimnisse von damals kenne ??  Die Frage nach der Moral darf man hier wohl nicht stellen, wenn man nicht selbst eine solche grenzwertige Erfahrung durchgemacht hat.
    So viel zu den Dingen, die belegbar sind.
    Auf der anderen Seite gibt es aber einige Kritikpunkte, die ich ansprechen muss, denn wenn Wahrheit und Fiktion aufeinandertreffen, sollte eigentlich die Grenze derart verschwimmen, dass man es als Leser kaum merkt und so in einer fesselnden Zeitreise gefangen ist.
    Hier allerdings erkennt man genau, dass der Autor vieles nach seinen eigenen Vorstellungen interpretiert und ergänzt hat und das will einfach nicht ganz in das vorherige Bild passen. Es wirkt weniger strukturiert , wirkt wie einfach in die gut recherchierte Geschichte eingeworfen und lässt so den Aufbau des Romans chaotisch und zusammenhanglos erscheinen. 
    Das zerstört das Gesamtbild der ansonsten gut präsentierten Erzählung. Schade, denn so viel Engagement und Herzblut verdient eigentlich mehr Anerkennung, aber so kann ich leider nur 3 Sternchen vergeben.

    Herzlichen Dank an den Verlag, der mir dieses Leseexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.

    #DasUnglückSchreitetSchnell #NetGalleyDE

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks