Bücher mit dem Tag "kriegsgefangener"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kriegsgefangener" gekennzeichnet haben.

18 Bücher

  1. Cover des Buches Das Vermächtnis des Vaters (ISBN: 9783453471351)
    Jeffrey Archer

    Das Vermächtnis des Vaters

     (299)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Nachdem Harry Clifton als Tom Bradshaw im Jahr 1939 in New York angekommen ist, wird er gleich festgenommen. Ihm wird ein Anwalt zu Seite gestellt, der ihn überzeugt, seine wahre Identität nicht preiszugeben. Ein Fehler, wie sich erweist, denn so landet Harry in der Haftanstalt Lavenham. Nach England kam allerdings die Nachricht, dass Harry bei einem Schiffsunglück umgekommen sei. Seine Braut Emma kann das nicht glauben und folgt ihm in die USA. Sein Schulfreund Giles Barringham meldet sich als Freiwilliger in die Armee. Der Krieg ist inzwischen ausgebrochen und Giles will sein Land verteidigen.


    Dieser zweite Band der Clifton-Saga ist zeitlich hauptsächlich während des zweiten Weltkriegs angesiedelt. Wobei die Kriegshandlungen für den Fortgang der Familiengeschichte nur in geringerem Umfang eine Rolle spielen. Es geht vielmehr um Harry Cliftons Verschwinden und Emmas Suche nach ihm. Mit etwas Glück und einem guten Kumpel gelingt es Harry, in der Haftanstalt einigermaßen zu recht zu kommen. Währenddessen unternimmt Emma so einiges, um sich für die Reise nach New York zu rüsten. Dabei geht sie sehr gewitzt und zielstrebig vor. Eine moderne junge Frau zu einer Zeit, in der moderne junge Frauen gerade erst erfunden waren. 


    Der zweite Weltkrieg ohne zweiten Weltkrieg, das ist etwas, von dem man sich lösen muss. Aber wieso nicht? Schließlich hat es sicher tatsächlich Menschen gegeben, die von dem Krieg nicht so betroffen waren. Jedenfalls versteht es der Autor seine Clifton-Saga auf sehr spannende Art und Weise fortzuführen. Man kann manchmal kaum glauben, welche Kapriolen das Schicksal schlägt, man ist aber immer gefesselt und fliegt nur so durch die Seiten, weil man unbedingt wissen muss, welchen Lauf das Leben von Harry und Emma nimmt. Der Autor hat eine sehr abwechslungsreiche Familiengeschichte geschaffen, die es sich lohnt zu verfolgen.

  2. Cover des Buches Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel (ISBN: 9783442378258)
    Alan Bradley

    Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel

     (645)
    Aktuelle Rezension von: DorGer

    Das Buch ist nicht so genial wie das erste, bietet trotzdem eine gut aufgelegte Minidetektivin und einen soliden Kriminalfall.

  3. Cover des Buches Atemschaukel (ISBN: 9783596512034)
    Herta Müller

    Atemschaukel

     (262)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Eindringlich, wortgewaltig und unprätentiös schildert Herta Müller die Geschichte eines Rumäniendeutschen und dessen Schicksal in einem russischen Gefangenenlager nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erzählung lehnt sich an die eigenen Erfahrungen von Oskar Pastior, einem Lyriker und Übersetzter aus Siebenbürgen.


    Der Alltag in den Arbeitslagern ist von Mangel, Entbehrung und Grausamkeit durchsetzt. Trotzdem findet die Autorin eine Sprache, die weder anklagend noch schuldzuweisend ist, sondern sachlich und mit grosser Intensität das Los und die ganze Hoffnungslosigkeit dieser Menschen beschreibt. Dieses verdaut man als Leser nur stückweise und die unmenschlichen Zustände lassen einem sprachlos zurück.


    Eine beklemmende Lektüre einer grossen Schriftstellerin. Herta Müller wurde 2009 der Literaturnobelpreis verliehen.

  4. Cover des Buches Das Orchideenhaus (ISBN: 9783442491940)
    Lucinda Riley

    Das Orchideenhaus

     (2.767)
    Aktuelle Rezension von: pinkdinoprincess

    Zum Inhalt: Sieben Monate ist es her, dass Julia Mann und Sohn bei einem Verkehrsunfall verlor. Sieben Monate, in denen sie sich in ihrem englischen Cottage verschanzt hat und niemanden an sich heran ließ. Doch nun wird das Anwesen, auf dem sie in ihrer Kindheit jeden Sommer verbracht hat, verkauft. Als der Erbe des Hauses bei Renovierungsarbeiten des ehemaligen Cottages von Julias Großeltern ein Tagebuch findet, ist es an Julias Großmutter, die Wahrheit über ihre Familiengeschichte zu erzählen.

    Fazit: Es hat sich (mal wieder) so weggelesen. Ich muss sagen, dass mir die neueren Werke von Lucinda Riley besser gefallen, aber das ist doch eigentlich etwas Gutes. Schließlich zeigt es, dass sich die Autorin immer weiter verbessert hat. Trotzdem war "Das Orchideenhaus" ein interessanter Einblick in die (Nach)kriegsgeschichte Englands und Thailands. Der Schreibstil war selbstverständlich angenehm. Mir hat die Geschichte im Rückblick besser gefallen als die Gegenwartserzählung, aber das ist vermutlich Geschmackssache.

    Empfehlung: Wer ein Buch von Lucinda Riley lesen möchte, dem/der würde ich wahrscheinlich eher die "Sieben Schwestern"-Reihe empfehlen. Dennoch ist "Das Orchideenhaus" durchaus lesenswert. 

  5. Cover des Buches Die Antwort des Windes (ISBN: 9783442376162)
    Eliza Graham

    Die Antwort des Windes

     (39)
    Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow

    Vor 25 Jahren verschwand Rachel‘s Cousine Jess spurlos. Nun ist ihre Mutter, Rachel‘s Tante Evie, überraschend gestorben und vererbt dieser Haus und Hof. Als Rachel sich vor Ort um alles kümmern will, kommen die Erinnerungen wieder hoch. Was geschah wirklich an jenem Tag und was hat der mysteriöse Tod von Jess‘s Onkel Robert damit zu tun, der einst traumatisiert und völlig verändert aus dem Krieg zurückkehrte? Rachel will die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch Antworten auf die Fragen zu finden, die ihre Tante bis zu ihrem Tod umtrieben.

    Ich fand den Roman richtig spannend, auch wenn im Klappentext die große Auflösung am Schluss ja schon angedeutet wird. Also das besser nicht lesen. Als Leser werden einem verschiedene Szenarien angeboten und hier und da hat man schon eine Ahnung, wie es wohl enden könnte und wer mit drin steckte. Dennoch empfand ich es am Ende immer noch als Überraschung, als es dann schwarz auf weiß auf dem Papier stand. Der Roman geht teilweise weit zurück in die Vergangenheit, als Evie mit ihrem Bruder auf den Hof kam.Wir lesen vorwiegend aus ihrer, Rachels und Robert‘s Sicht. Robert ist einer der Brüder, der den Hof führt und bald nach Evies Ankunft ebenfalls in den Krieg ziehen muss. Durch die Perspektiv- und Zeitwechsel fragt man sich immer wieder, wie es wohl zu diesem und jenem Ausgang gekommen sein könnte. Teilweise fragt man sich im Nachhinein aber auch, warum auf bestimmten Dingen so herumgeritten wurde, die letztendlich keine Bedeutung mehr hatten. Ich fand es auch seltsam, das der Tod einer gewissen Person gar nicht weiter aufgelöst wurde und man am Ende nicht weiß, ob es jetzt Mord oder wirklich nur ein Unfall war. Und mit der Logik nimmt es der Roman auch oft nicht so genau. Dennoch habe ich ihn wirklich gern gelesen. Von der Geschichte geht so viel Nostalgie und Melancholie aus. Die unbeschwerte Kindheit, das idyllische Landleben, verlorene Jahre und Schuld. Das löst so ein bestimmtes Gefühl in einem aus und liest sich besonders an trüben Tagen sehr gut. Für mich eigentlich ein 5 Sterne Buch, aber aufgrund der Ungereimtheiten ziehe ich einen Stern ab und somit sind es immer noch 4 für ein trotzdem sehr lesenswertes Buch.


  6. Cover des Buches Heimweg (ISBN: 9783328105763)
    Harald Martenstein

    Heimweg

     (20)
    Aktuelle Rezension von: khira_liest

    So ein Buch, wie „Heimweg“ von Harald Martenstein habe ich wirklich noch nie gelesen. Der Einsteig in die Geschichte gelang mir schnell und auch vom Schreibstil war ich sofort angetan. Das Geschehen liest sich sehr leicht, ist aber trotzdem voller kleiner Details und vor allem angefüllt mit einem sehr trockenen Humor, der mir sehr gut gefallen hat. Auch wenn ich einige Ansichten der Charaktere nicht zu 100% teile, habe ich sie doch gerne gelesen und mich mit ihnen beschäftigt. Allerdings habe ich mich beim Lesen recht bald gefragt: Was soll das Ganze eigentlich? Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mich das nach Beenden des Buches immer noch gefragt habe. Genau das war für mich aber der Reiz der Geschichte, denn ich war nach dem Ende total aufgewühlt und habe noch recht lange über das Gelesene nachgedacht. Das mag ich an Büchern! Auch von der Handlung selbst war ich angetan, einfach weil sie so anders war. Viele Aspekte der Geschichte waren unfassbar traurig, einige total absurd, wieder andere still, leise und nachdenklich. Manchmal habe ich beim Lesen schmunzeln müssen, manchmal habe ich mich einfach nur unwohl gefühlt und habe mich für die Protagonisten geschämt. Was ich aber auf jeden Fall habe, ist: mitgefühlt. Und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. 


    Was mich allerdings etwas gestört hat (und dafür kann die Geschichte und das Buch selber recht wenig) ist der Klappentext. Dort ist von einem Kriegsrückkehrer die Rede, den ein Eifersuchtsdrama erwartet, als er aus Russland wieder nach Hause kommt. Dieser Teil der Geschichte ist nach dem ersten Kapitel schon vom Tisch und auch das sogenannte Eifersuchtsdrama ist nach zwei erklärenden Sätzen Geschichte.  Was danach noch alles passiert, wird im Klappentext nicht einmal angedeutet. Denn das Buch thematisiert vor allem das Leben dieses Kriegsgefangenen nach seiner Heimkehr und zwar noch Jahre danach. Nichts davon hat allerdings mit dem Eifersuchtsdrama zu tun, auf das ich doch so gespannt war. Das fand ich recht schade, da ich den Klappentext, der falsche Erwartungen schürt, einfach nicht als passend empfinde. 


    Insgesamt ist „Heimweg“ also ein Buch, das mich verwirrt und aufgewühlt hat, weshalb ich es nicht aus der Hand legen wollte. Die Geschichte war so einzigartig und anders, dass sie mich wirklich fesseln konnte. Nach dem Ende des Buches hatte ich das dringende Bedürfnis, mit jemandem darüber zu reden, und ich finde, das müssen Bücher bewirken! Außerdem empfinde ich das Cover als äußerst gelungen und sehr ansprechend.

  7. Cover des Buches So weit die Füße tragen (ISBN: 9783404183449)
    Josef Martin Bauer

    So weit die Füße tragen

     (64)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    "So weit die Füße tragen" hat sich mittlerweile als vermutlich unwahre und fiktive Geschichte herausgestellt, nicht als der Tatsachenbericht, der er zu sein vorgibt. Nichtsdestotrotz, auch als rein fiktive Geschichte, fand ich das Buch total spannend: Die Flucht eines Mannes vom sibirischen Ostkap Tausende von Kilometern weit zurück nach Hause, durch verschiedene Länder, Jahreszeiten, Gefahren usw. wird so anschaulich und mitreißend erklärt, dass man immer weiterlesen und erfahren will, ob er es schafft. Im Jahr der Entstehung des Romans war es wohl normal und "zeitgemäß", aber die Einteilung aller Menschen in Gut und Böse, in Schwarz und Weiß, hat mich beim Lesen doch ziemlich gestört. Die deutschen Kriegsgefangenen und die einfachen sibirischen Bauern sind herzensgute Menschen mit guten Zielen, aber alle, die im Ostblock-System als Soldaten, Grenzbeamte usw. tätig sind, werden - auch optisch - als fies, böse usw. beschrieben. Trotz dieser Schwäche und "Einfältigkeit", konnte mich die geschilderte Flucht mit all ihren Widrigkeiten wirklich packen, weshalb ich den Roman - mit dem Wissen, dass es sich um Fiktion handelt - für nervenaufreibende Lesestunden empfehlen kann. 

  8. Cover des Buches St. Ives (ISBN: 9783446236479)
    Robert Louis Stevenson

    St. Ives

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Warum ich gerne alte Bücher lese: 

    Ein Klassiker bringt eine Geschichte oft nicht nur über seine Handlung, seinen Inhalt mit, oft sind auch die Umstände seiner Entstehung und die Biografie des Autors eine eigene Geschichte. Diese ist dann abschließend nachzulesen, der Autor hat längst das Zeitliche gesegnet. So auch Robert Louis Stevenson, der lediglich 44 Jahre alt wurde, in dieser Zeit allerdings großartige Bücher geschrieben hat. 2 seiner Bücher blieben unvollendet, darunter "St. Ives".1893 begonnen, brach Stevenson den Roman nach 30 Kapiteln im Jahre 1894 zugunsten eines anderen Werkes ab. Im selben Jahr starb er an Tuberkulose. Sir Arthur Thomas Quiller-Couch schrieb die Geschichte zu Ende und brachte sie 3 Jahre später zur Veröffentlichung. Nun wurde es - erstaunlicherweise erstmals - ins Deutsche übersetzt, sehr gekonnt von Andreas Nohl muss man dazu sagen. Die Geschichte um seine Entstehung ist im Anhang des Romans ebenso ausführlich nachzulesen wie die Biografie des legendären Autors. 

    Wer sich über den Preis wundert, die 500 Seiten sind nicht ganz 1,5 cm dick, feinste Papierqualität und es ist damit das dünnste dicke Buch, das ich je sah.

    Der Inhalt in aller Kürze:

    Der Roman spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur Zeit der napoleonischen Kriege. Erzählt wird uns dieses Abenteuer vom französischen Kriegsgefangenen Champdivers, der sich erst verliebt, dann duelliert, aus dem englischen Gefängnis flieht, als Vicomte Anne de Kéroual de Saint-Yves zum Haupterben seines Onkels wird und schließlich auf der Flucht vor Gott und der Welt ist!

    Nach heutigen Maßstäben ist es nicht rasant erzählt, aber unterhaltsam, humorvoll und abwechslungsreich, so dass die 500 Seiten angenehm vorbeiziehen und ich jede Seite gern gelesen habe, sowohl die ersten 345 von Stevenson, als auch die letzten 116 von Quiller-Couch, die ohne Unruhe zu erzeugen die Geschichte zu einem stimmigen Ende bringen.

    Alles in allem gehören manchmal glückliche Umstände dazu, dass wir als Leser ein Buch letztendlich gebunden in den Händen halten können, das macht speziell dieses Buch für mich zu etwas Besonderem. 

  9. Cover des Buches Das Mädchen hieß Gesine ... (ISBN: 9783896033635)
    Karl Neumann

    Das Mädchen hieß Gesine ...

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Ein kurzer Augenblick des Glücks (ISBN: 9783426639023)
    Denis Humbert

    Ein kurzer Augenblick des Glücks

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Wassermann
    Ein bewegender und meisterhaft erzählter Roman über die schicksalhafte Begegnung zweier Menschen vor einer atemberaubenden Kulisse. Das Buch ging mir sehr ans Gemüt da stellenweise sehr traurig!
  11. Cover des Buches Summer of My German Soldier (ISBN: 014130636X)
    Bette Greene

    Summer of My German Soldier

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches The Weed That Strings the Hangman's Bag (ISBN: 9780307576415)
    Alan Bradley

    The Weed That Strings the Hangman's Bag

     (1)
    Aktuelle Rezension von: tedesca
    Vorhang auf für Flavia und den Puppenmord Der zweite Teil der Flavia-de-Luce-Reihe setzt die Geschichte der kleinen frechen Göre nahtlos fort. Man fragt sich, ob das Kind nie zur Schule gehen muss, wobei dieses Buch im Juli spielt, da hat es wohl Ferien. Wie schon im ersten Band komme ich auch hier nur schwer damit zurecht, dass Flavia noch nicht einmal elf ist. Klar, wenn man sie sich vorstellt mit ihren Zöpfchen und ihrem Kleinmädchengesicht, mit dem sie die alten Damen bezirzt, dann kommt das schon rüber, aber der Kontrast zu ihrer Erzählsprache, ihrem chemischen Wissen und ihrer Logik ist einfach zu groß. Abgesehen davon ist die Geschichte spannend, witzig und berührend. Allein schon Flavias Querelen mit ihren Schwestern sind sehr unterhaltsam, die Kleine hat es ja wirklich nicht leicht, wenn man ihr immer erzählt, sie sei adoptiert oder ihre Mutter hätte sich in einem Anfall von Postpartemdepression vom Berg gestürzt. Ihre ganze Aufmerksam keit wird jedoch in Anspruch genommen, wie ein fahrender Puppenspieler mit seiner Assistentin im Dorf eintrifft und dort eine atemberaubende Vorstellung gibt, die mit einem Todesfall endet. Mit bewärhter Neugier, Aufmerksamkeit und Schläue löst Flavia den Fall und enthüllt auch noch ein gut gehütetes Geheimnis aus der Vergangenheit. Auf Englisch ist das Hörbuch bei audible.de ungekürzt erhältlich, und es wird hervorragend gelesen von Jayne Entwistle, die dem vorlauten Kind die richtige Stimme gibt.
  13. Cover des Buches Au revoir, bis nach dem Krieg (ISBN: 9783836954440)
    Gudrun Pausewang

    Au revoir, bis nach dem Krieg

     (13)
    Aktuelle Rezension von: SitataTirulala
    Ach Hanni,
    verzeih. Ich musste dir wehtun, weil ich mich nicht so verhalten durfte, wie ich wollte. Schuld daran: der Krieg. Ich sehne sein Ende herbei. Dann sehen wir uns wieder! 


    Hanni ist fünfzehn, als der zweite Weltkrieg losbricht und nicht nur ihr Vater, sondern auch ihr älterer Bruder Jürgen eingezogen werden. Hanni bleibt zurück mit ihrer Oma, die bereits zwei Söhne ist ersten Weltkrieg verloren hat, ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Alfred. Die Arbeit auf dem Hof ist hart für die Frauen und so sehen sie die Chance auf eine kleine Erleichterung gekommen, als französische Kriegsgefangene in der Nähe untergebracht werden und den Bewohnern des Städtchens als Arbeitskräfte angeboten werden. Die Hensels bekommen Philippe zugeteilt, einen neunzehnjährigen Studenten aus Paris, der kein Wort Deutsch kann. Trotz der Sprachbarriere überwinden die Hensels ihre Vorurteile rasch und nehmen Philippe in ihrem Haus auf wie einen Sohn - doch das ist gefährlich. Denn Fraternisierung mit dem Feind ist strikt untersagt! Und noch gefährlicher wäre es, sich in einen zu verlieben. Doch Hanni und Philippe fühlen sich trotz allem zueinander hingezogen. Nach dem Krieg wird ihre Liebe eine Chance bekommen, er muss nur endlich enden...

    Meine Neigung zu historischen Romanen hat mich bei diesem Cover mit dem hübschen, alten Foto sofort aufmerken lassen. Dazu der Inhalt - eine verbotene Liebesgeschichte in einer wirklich dunklen und noch gar nicht so schrecklich lange zurück liegenden Zeit? Ich habe es sofort mitgenommen. Dass es bei den Jugendbüchern lag, habe ich gar nicht so wirklich wahrgenommen. Aber als ich später noch einmal darüber nachgedacht und gelesen habe, dass die Autorin selbst Jahrgang 1928 ist, hab ich kurz gezweifelt. Ob Gudrun Pausewang in diesem Alter ein Buch schreiben kann, das wirklich zu jungen Menschen durchdringt?
    Werft diesen Gedanken gleich über Bord - sie kann! Als eine der immer rarer werdenden Zeitzeuginnen hat sie ein unglaubliches Gespür dafür an den Tag gelegt, Atmosphäre und Umstände wiederzugeben und dabei ihre Protagonistin nicht mit allwissenden, mittlerweile bekannten historischen Fakten zu füttern. Im Gegenteil, als Leser bekommt man die Entwicklung des Kriegs aus Sicht der Hensels mit. Familienmitglieder werden eingezogen und sind monatelang im Feld, ehe man sie wiedersieht. Die liegen gebliebene Arbeit der Männer fällt den Frauen zu, die sie irgendwie noch zusätzlich bewerkstelligen müssen. Kriegsgefangene - Väter, Söhne, Brüder, Ehemänner wie die eigenen, die man in die Ferne geschickt hat - werden zugeteilt, um dabei zu helfen, sprechen aber oft kein Wort Deutsch. Das Anwesen der Hensels wird lange vom Krieg verschont, Nachrichten erhalten sie aus den Briefen des Vaters und des Bruders oder, natürlich, aus dem Volksempfänger. Und so entwickelt sich das Städtchen, obwohl es durch all diese Aspekte auch vom Krieg berührt wird, zu einer kleinen Blase. Die Hensels versuchen, sich so gut es geht um Philippe zu kümmern, ohne dass es den Aufsehern auffällt. Man könnte sagen, dass Hannis Mutter ihn wie einen eigenen Sohn aufnimmt. Und Hanni findet noch ganz anderes Interesse an ihm.
    All das erzählt Gudrun Pausewang in einem fast ein bisschen sachlichen Ton. Nicht unpersönlich, nicht distanziert, aber eben auch nicht melodramatisch, effektheischend. Anfangs dachte ich noch, dass mich das stören würde. Doch am Ende trug es eher dazu bei, dass die Geschichte ihren Eindruck zur Gänze bei mir entfalten konnte.
    Und wo wir gerade beim Ende sind, das ist für mich persönlich unerwartet (und ja, auch unbefriedigend) ausgefallen. Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Ich könnte jetzt einen Punkt dafür abziehen, wenn es nicht so gut zu Geschichte und Gesamtsituation gepasst hätte. Klingt merkwürdig, ist aber so: das Ende war für mich unbefriedigend, aber nicht unpassend. 

    Fünf Blümchen für eine kurze, aber sehr schönes und eindrucksvolle Liebesgeschichte, die ganz auf Kitsch und Klimbim verzichtet und trotzdem berührt. Solltet ihr Zeit haben - lest es, es ist praktisch in einem runter gelesen und lohnt sich.
  14. Cover des Buches Am Rande der Einsamkeit (ISBN: 9783548103037)
    Ted Allbeury

    Am Rande der Einsamkeit

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Schiller Connection (ISBN: 9783933995681)
    Shahram Rahimian

    Schiller Connection

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Klappentext: „Der Übersetzer Joseph Ayene wird in die Aufklärung eines Mordfalles hinzugezogen, die mit dem Fund einer identitätslosen Leiche an der Alster beginnt. Im Laufe der Ermittlungen im wolkenverhangenen Hamburg begegnet er Menschen, die wie er selbst zwischen Liebe und Lebenskrise stehen und von der Vergangenheit nicht losgelassen werden.“


    Eigentlich übersetzt Joseph Ayene nur Texte ins Persische und zwar in die schriftliche Form, doch als der Hamburger Kommissar Müller Ayene in die Gerichtsmedizin beordert, wo er die Tätowierung einer unbekannten Leiche in persischer Sprache übersetzen soll, lässt er sich auf diesen Auftrag ein. Seine Hilfe wird natürlich noch häufiger benötigt und das ist auch eigentlich gut so, denn die Zeit, in der er mit der Polizei zusammenarbeitet, sitzt er wenigstens nicht nur zuhause herum und kann Abstand zu seiner Freundin Anne gewinnen, mit der er schon viele Krisen durchgestanden hat und die er eigentlich nicht mehr an sich heranlassen will. Doch die Ereignisse überschlagen sich. Anne ruft ihn permanent an, lässt ihn einfach nicht atmen. Während der Ermittlungen bewegt sich Ayene auf einem schmalen Grad, zwischen Vergessen wollen und nicht loskommen.


    Der Start in den Krimi hat mir eigentlich gleich gefallen. Ich fand den Beginn dieser Story ganz interessant und war gespannt, was auf Ayene zukommen wird und wie er in die Ermittlungen involviert wird. Der Leser begleitet Ayene durch seinen Tag, von „morgens“ (wir sprechen hier von „morgens“ für Ayene, da er nachts arbeitet, erst in den frühen Morgenstunden zu Bett geht und bis in den Nachmittag hinein schläft), wenn er vom Telefonklingeln aus seinen Träumen gerissen, von einem Polizeianwärter zur Wache chauffiert wird, dort seinen Aufgaben nachkommt und abends nach Hause kommt, wo er dann seinen AB abhört und ein Gedicht von Schiller ins persische übersetzt. Beim zweiten Kapitel habe ich dann gestutzt, denn es war genau derselbe Ablauf wie im ersten Kapitel. Und auch die nachfolgenden Kapitel hatten alle denselben Ablauf. Und das hat mich irgendwie gelangweilt, denn es war absolut nicht abwechslungsreich. Es war, als liefe dieses Buch in einer Dauerschleife. Stets hat Ayene dasselbe gemacht. Nur seine abendlichen Aktivitäten haben sich etwas unterschieden. Aber ansonsten waren die Kapitel völlig gleich aufgebaut und das hatte auch nichts mehr mit Alltagsroutine für Ayene zutun.


    Was mich auch irritiert hat, ist die Tatsache, dass dies eigentlich ein „Krimi“ sein soll… Jedoch hat das mehr was von einem Roman gehabt, denn von den Ermittlungen selbst bekommt der Leser recht wenig mit. Wir bewegen uns eher durch die Gedanken- und Gefühlswelt von Ayene. Die Ermittlungsarbeit läuft hauptsächlich im Hintergrund und wir erfahren erst im nächsten Kapitel, wenn Ayene wieder auf dem Revier eintrifft, was es für Fortschritte bei den Ermittlungen gibt. Die Kommunikation mit den persischen Beamten, mit denen Ayene Kontakt aufnehmen soll, ist auch eher zweitrangig. Und wie der Fall letztlich aufgelöst wurde, fand ich irgendwie fad… Das hat für mich wirklich nichts mit einem Krimi zutun gehabt. Es hat mir vom Erzählstil her einfach nicht gefallen.


    Auch über die Figuren konnte ich mich immerzu ärgern. Anne zum Beispiel grenzt schon fast an eine paranoide Stalkerin. Jeden Tag hat sie mehrere Mal auf Ayenes AB gesprochen und wenn er sie zurückrief, hat sie nur rumgestichelt, warum er sie nicht anruft. So als wäre Ayene den ganzen Tag zuhause und hat gefälligst ans Telefon zu gehen, wenn sie anruft. Sie war total penetrant und nervig und ich fand sie so unsympathisch… Und umso mehr hat es mich geärgert, dass Ayene von ihr einfach nicht loskam, sondern sie stattdessen doch immer wieder angerufen hat, obwohl er sie nicht mehr lieben wollte.

    Und auch den Polizeikommissar Müller fand ich einfach nur ätzend. Der hat sich nicht mal die Mühe gemacht, anderssprachige Namen auszusprechen, sondern Ayene war für ihn immer nur „Herr Übersetzer“. Er war unfreundlich und hat mit Ayene gesprochen, als sei dieser sein Angestellter. Und auch Petersen –Müllers Stellvertreter- war so blöd irgendwie. Ich mochte die Charaktere alle durch die Bank weg nicht leiden. Die waren mir zuwider.

    Das war irgendwie nix halbes und nix ganzes. Ich habe nur an ein paar Stellen wirklich mit Interesse die Handlung verfolgt, und dazu gehört weniger die Ermittlungsarbeit. Das Gedicht von Schiller („Die Bürgschaft“) hat mir gefallen. Und als Ayene seine und Annes Geschichte erzählt hat. Aber ansonsten war dieses Buch für mich wenig gewinnbringend.


    Von mir gibt es daher leider nur 🌟🌟🌟, was echt schade ist.

  16. Cover des Buches Alle Raben heißen Prisuch: Erich - zwei Weltkriege und ein Happy-End (ISBN: B07FF67TW4)
    Regina Störk

    Alle Raben heißen Prisuch: Erich - zwei Weltkriege und ein Happy-End

     (6)
    Aktuelle Rezension von: PitDieErste
    Josephine hat von ihrem Vater eine schwere Aufgabe hinterlassen bekommen. Seine Lebensgeschichte aus Zetteln zu einem Buch zu machen. Anfangs ein schier unüberwindlicher Berg, den sie aber bewundernswert bewältigt.
    Vieles muss sie sich zusammenreimen, manches dazu erfinden aber am Ende ist eine fesselnde Geschichte entstanden eines Mannes, den man gerne kennengelernt hätte.
  17. Cover des Buches Die neuen Bekenntnisse (ISBN: 9783833307997)
    William Boyd

    Die neuen Bekenntnisse

     (8)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    "Das Erste, was ich tat, als ich diese Welt betrat, war, meine Mutter zu töten." 

    Welch ein Beginn für diese Lebenserzählung. Der Schotte John James Todd wird im Jahr 1899 geboren. Etwas über 70 Jahre später blickt er auf sein Leben zurück, seine mutterlose Kindheit geprägt von Onagh, dem Hausmädchen, die Zeit im Internat mit seinem Freund Hamish, die erste unerfüllte Liebe zu seiner Tante, die ihn direkt in den ersten Weltkrieg führt, die grausamen Kriegserlebnisse. Während der Kriegsgefangenschaft lernt Todd den Schauspieler Karl-Heinz kennen. Durch seine Tätigkeit als Kriegsberichterstatter ist Todd mit der Kamera in Berührung gekommen und hat seine Berufung gefunden. Als Regisseur zieht es ihn wieder nach Berlin.

    Das Leben eines Jahrhunderts vom Beginn bis in die 70er Jahre umspannt dieser Roman. An wahrem Ruhm vorbei geschrammt und doch voller Turbulenzen erlebt Todd seine Zeit. Durch seine eigene Unfähigkeit im rechten Moment die Klappe zu halten oder das Richtige zu sagen bringt er sich in unmögliche Gefahren. So antwortet er seiner Tante auf die Frage, weshalb er von der Schule abgehauen sei, er wolle in den Krieg. Das ist zwar das Letzte, was er will, aber seine Liebe gestehen, kann der 17jährige auch nicht. Und so landet er in Ypern, wo eine der schlimmsten Schlachten des ersten Weltkrieges stattfand. Das ist nicht der einzige Moment wo Todd mit irgendetwas herausplatzt und dann mit den Folgen leben muss. Doch dankenswerter Weise hat der Autor daraus keinen völlig schwermütiges Trauerspiel aus Todds Leben gemacht. Seine Chuzpe lädt doch immer wieder zum Schmunzeln ein, schließlich landet er doch auch des Öfteren auf den Füßen, wo andere vielleicht in der Gosse gelandet wären. Ein Roman großer Fülle, den ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Und nun frage ich mich, wo habe ich den Film schon mal gesehen?
  18. Cover des Buches Avenue Montaigne (ISBN: 9783462401264)
    Harald Schmidt.

    Avenue Montaigne

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Deutsche? So uncool! Die Doppelausgabe zur Schmidtschen Kolumne im "Focus", 2007 in Bielefeld begonnen und jetzt beendet. Im Rückblick ein toller Überblick über die Politik der Nullerjahre, Riester und Struck, vor AFD und Trump die "gute alte Zeit". Im Kern sind die Deutschen einfach verbissener verglichen etwa mit Franzosen und Italienern, auch wenn diese natürlich übertrieben-klischeehaft dargestellt werde. "Savoir-vivre" und "dolce vita" sind einfach nicht zu übersetzen. "Verbissenheit" eventuell als Alternativtitel? Würd mich freuen, ihn wieder mehr in der Glotze zu sehen.
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