Bücher mit dem Tag "kriegstrauma"

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66 Bücher

  1. Cover des Buches 1793 (ISBN: 9783492061315)
    Niklas Natt och Dag

    1793

     (366)
    Aktuelle Rezension von: MaryKate

    Inhalt:Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten … 


    Meine Meinung:  Die Geschichte spielt in Stockholm  im Jahre 1793 und man merkt wie dreckig es in der Stadt zu der Zeit war. Eine Leiche wird in einer schlammigen Kloake der Stadt gefunden. Obwohl es recht schwierig ist ob man von meiner menschlichen Leiche sprechen kann. Zwei Ermittler nehmen sich demm Fall an. Cecil Winge der bei der Stockholmer Polizei für besondere Verbrechen zuständig ist und Jean Michael Cardell ein Kriegveteran mit nur einem Arm der immer noch von den Ereignissen des Krieges traumatisiert ist. Bei den Ermittlungen stoßen sie auf Abgründe und die vorher unentdeckt geblieben sind. Doch sie  sind fest entschlossen den Mörder zu finden,da ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt. Da Cecil  Winge an Tuberkulose erkrankt ist und den Tod schon vor Augen hat.  Er möchte den Mörder unbedingt koste es was es wolle. Zur Mitte hin wird es etwas zäh und andere Charaktere rücken in den Fokus. Doch zum Ende hin löst sich der Knoten wieder und alles fügt sich am Ende zusammen.  Ich  bin echt überrascht das man zwei Genre in einer Geschichte zusammenfügen kann.  Ohne den historischen Bezug  könnte man fast den Eindruck gewinnen, das es ein moderner Krimi sein könnnte. Ich denke ich werden die anderen Bücher auch noch lesen und bin gespannt wo die Reise hingeht.

  2. Cover des Buches Die Herzen der Männer (ISBN: 9783608983135)
    Nickolas Butler

    Die Herzen der Männer

     (154)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Im Sommer 1962 verbringt der 13-jährige Nelson Doughty eine Woche in einem Pfadfinderlager in Wisconsin. Er ist dazu abgestellt, beim Morgenappell die Signaltrompete zu blasen. Trotz seines tadellosen Engagements ist er dem Spott der anderen Jungen ausgesetzt. Nur mit dem wenig älteren Jonathan knüpft er vorsichtig Freundschaft. Dieser überredet ihn zu einer Wette und natürlich enden sie als Verlierer. Die Einlösung der Wettschulden endet für Nelson äußerst demütigend. Aber dennoch setzt dieser Sommer eine Kette von Ereignissen in Gang, die sein Leben bestimmen.
    Im Sommer 1996 nimmt Jonathan seinen Sohn Trevor mit ins Pfadfinderlager. Trevor hat dazu gar keine Lust, denn der 16-jährige will die Ferien lieber mit seiner Freundin Rachel verbringen. Um ihm die Zeit schmackhafter zu machen, organisiert Jonathan ein Abendessen mit Nelson, der das Lager nach seiner Militärzeit im Vietnamkrieg inzwischen leitet. Er stellt ihm auch seine neue Freundin vor und eröffnet ihm, dass er sich von seiner Mutter scheiden lassen will. Trevor ist tief enttäuscht, aber wiederum führt dieser Abend zu weitreichenden Erkenntnissen, die den Lebensweg des jungen Mannes bestimmen.
    Schließlich besucht auch Trevors Sohn Thomas im Jahr 2019 das Pfadfinderlager. Er wird begleitet von seiner Mutter Rachel, die als einzige Frau als Betreuerin angereist ist. Die anderen Männer lehnen sie ab und sie wird massiv verbal belästigt. Allerdings hat sie in Nelson, der sein letztes Jahr als Leiter des Lagers verbringt, einen Verbündeten.
    Der Autor verwebt bewegend zwischenmenschliche Themen, wie Ausgegrenztheit, Ehebruch, Gewalttätigkeit und große Enttäuschungen. Allerdings gibt es von mir einen Punkt Abzug, weil es doch viel um typisch amerikanische Eigenheiten geht: die Besessenheit für Schusswaffen, Baseball und die Heldenverehrung für Soldaten und Kriegsheimkehrer. Dennoch ein Buch über große Männergefühle, an deren Ende aber eine Frau als Siegerin hervorgeht.

  3. Cover des Buches Das Seehaus (ISBN: 9783453359468)
    Kate Morton

    Das Seehaus

     (372)
    Aktuelle Rezension von: yana27

    Cornwall 1933.  Die Familie Edevane feiern den jährlichen Mittsommerfest als ihr jüngster Sohn Theo plötzlich verschwindet. Seitdem wurde er nie  wieder gesehen. 70 Jahre später entdeckt die Polizistin Sadie beim Joggen ein verfallenes Haus am See und stößt auf dessen tragische Vergangenheit. Sie beginnt auf eigener Faust zu recherchieren, was vor 70 Jahren passiert ist. 

    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven der Beteiligten und Zeitzonen erzählt, z. B aus der Sicht von der jungen Alice Edevane, von Theos Mutter und natürlich aus der Perspektive von Sadie. 

    Dabei stellt sich heraus, dass viele die Ereignisse von 1933 ganz anders erlebt haben und den vermeintlichen Grund für das Verschwinden von Theo für sich gefunden haben. Ich fand es interessant, dass beispielsweise die Geschwister Deborah und Alice den Mittsommerfest ganz anders wahrgenommen haben und jede auf ihre Weise Geheimnisse mit sich trägt. 

    "Das Seehaus" bekommt von mir trotzdem keine 5 Sterne, weil am Ende meiner Meinung nach eine logischer Fehler war und die Geschichte zum Ende hin etwas zu konstruiert für mich war.

  4. Cover des Buches American Royals - Wer wir auch sind (ISBN: 9783736307100)
    Nichole Chase

    American Royals - Wer wir auch sind

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Akantha

    „American Royals – Wer wir auch sind“ von Nichole Chase war eigentlich als der Auftakt einer Reihe im LYX-Verlag geplant. Der nächste Band, „Verbunden mit dir“, sollte wenige Monate später erscheinen, dazu kam es aber nicht. Seinerzeit hat der Verlag dazu Stellung bezogen – da ich diese Mitteilung im Original aber bei meiner Recherche nicht mehr finden konnte, möchte ich auch keine Halbwahrheiten über die Gründe verbreiten.
     In der Originalsprache gibt es noch eine Trilogie, die in der Zeitleiste vor „Wer wir auch sind“ anzusiedeln ist. Der Roman kann aber komplett unabhängig gelesen werden und es gibt auch kein offenes Ende.

    Madison ist die Tochter des Präsidenten der USA und möchte die Welt verbessern – und das auf die eher unüberlegte Weise. Als sie nach einer schiefgegangenen Rettungsaktion für Labortiere von der Polizei mitgenommen wird, brummt ihr Vater ihr Sozialstunden auf. Sie soll Jake Simmon beim Bau von Häusern für Veteranen unterstützen. Mit dem Sohn der Vizepräsidentin ist sie früher ständig aneinandergeraten, doch seit er im Krieg verwundet wurde, hat er sich verändert.

    Die Ausgangssituation der Geschichte hat mir gut gefallen: Die American "Royals" sind eine schöne Abwechslung zu den Liebesgeschichten rund um tatsächliche Monarchien und gerade die Präsidentenfamilie kann wohl noch am ehesten als das transatlantische Äquivalent der europäischen Königshäuser beschrieben werden – vereinfacht gesagt mit weniger Fokus auf Erbfolge und Traditionen.

    Begeistern konnte mich die Story rund um das soziale Projekt: Häuser bauen für versehrte Veteranen, die nach ihrer Rückkehr teilweise vor dem Nichts stehen. Das gesamte Thema der sozialen und psychischen Folgen eines Kriegseinsatzes empfand ich als (für einen Liebesroman!) gut aufgegriffen.

    Zunächst hatte es den Anschein eines Enemies-to-Lovers-Plot, aber weder die Feindschaft noch der Übergang zu Freundschaft oder Liebe war für mich genug herausgearbeitet oder emotional nachvollziehbar. Ein böser Satz, dann ein vernünftiges Gespräch und schon konnte die „Feindschaft“ abgehakt werden. Sehr schade, denn ich liebe Enemies-to-Lovers-Geschichten!

    Leider bin ich bis zum Ende nicht so gut mit Nichole Chase Schreibstil klargekommen. Dialoge und „erotische“ Szenen wirken sehr gestelzt und unnatürlich.

    Zusammenfassend komme ich zu 3 von 5 Sternen. Die Story ist eigentlich ganz gut (auch wenn ich mir anderes erhofft habe), aber fehlende Natürlichkeit in Gesprächen und intimen Momenten macht es nicht zu einem Titel, den ich weiterempfehlen würde.

  5. Cover des Buches Lempi, das heißt Liebe (ISBN: 9783446260047)
    Minna Rytisalo

    Lempi, das heißt Liebe

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Ein Hörbuchhighlight aus 2020! Überraschend, emotional, mitreissend und poetisch.

    Aus drei verschiedenen Perspektiven und von drei verschiedenen Ich-Erzählern nähert sich dieser Roman der Titelheldin Lempi und dem Thema Liebe. Der Prolog baut von der allerersten Seite an eine Spannung auf.

    Viljami, der Bauernsohn aus finnisch Lapland, kehrt aus dem Krieg zurück und muss feststellen, dass seine geliebte junge Frau Lempi verschwunden ist. Die Trauer übermannt ihn derart, dass er sich ein Weiterleben nicht vorstellen kann. Im ersten Teil dieses geschickt aufgebauten Romans trauert Vljami um Lempi, blickt verklärt zurück auf ihr gemeinsames glückliches Jahr.

    Im zweiten Teil lernen wir aus der Sicht der Magd Elli eine ganz andere Lempi kenne. Eine verwöhnte, launische Lempi, die von Elli zutiefst beneidet und gehasst wurde. Von Elli erfährt man dann auch, was es mit Lempis Verschwinden zu tun hat.

    Im dritten Teil schliesslich kommt Lempis Schwester Sisko zu Wort. Dieser Teil hat mich zuerst nicht so interessiert. Ich dachte, ich wüsste ja jetzt praktisch alles. Und dass Sisko doch gar nicht so viel mit Lemi und Viljami zu tun hätte… Weit gefehlt! Als ich das Buch beendet hatte, muss ich diesen Teil gleich noch ein mal lesen! Für mich ist Sisko sowohl die sympathischste als auch die interessanteste Figur in dieser Geschichte!

    Absolute Leseempfehlung! Ein sehr spannendes und nachdenklich machendes Buch, das mich sehr bewegt hat.

    „In der Wegbiegung sieht man sie schon gut, da kommt sie, näher, schärfer umrissen, noch näher, bis hierher, trägt einen großen Koffer, bleibt stehen und stellt ihn ab, schwer ist er nicht, man sieht es am Wackeln. Sie streift sich übers Ohr, verlagert das Gewicht. Ihre Hüfte rutscht zur Seite, unter der Kleidung zeichnet sich die Unterhose ab, ihr Pony ist zu hübschen Seitenwellen frisiert, und sie fragt, ob das hier Pursuoja sei.
    (…)
    Der Mann auf der Treppe ist wie erstarrt, die ganze Welt bleibt stehen, die Vögel schweigen, die Tanne in der Hofmitte horcht, nichts wächst, keine Welle schlägt ans Ufer in diesem Moment, da die Welt darauf wartet, in eine neue Position zu rücken, und dies ist das Ende aller Dinge, und es ist der Anfang aller Dinge. „

  6. Cover des Buches Etta and Otto and Russell and James (ISBN: 9780241185865)
    Emma Hooper

    Etta and Otto and Russell and James

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Eines Tages macht sich die 82jährige Etta auf den Weg ans Meer, quer durch Kanada. Ihr Mann Otto bleibt zu Hause und versucht, alleine zurechtzukommen. Doch Etta vergisst allmählich Dinge, Otto erinnert sich an fast alles. Und dann ist da noch Russell, der Nachbar, der selbst in Etta verliebt war. Und James, ein Koyote, der Ettas Begleiter auf der Wanderung ist. Auf dem Weg erzählen sie ihr Leben: von der Liebe, vom Krieg und einer Farm in der staubigen Einöde Saskatchewans, vom Backen und vom Briefeschreiben.

    Emma Hoopers Roman mit dem langen Titel ist ein bezaubernder, ein leiser Roman, der sich nicht vieler Worte bedient. Manchmal erschließt sich die Bedeutung nicht direkt, viele Passagen sind näher an einem Traum als an der Realität, z.B. Ettas Unterhaltungen mit James. Die Autorin überlässt dem Leser die Entscheidung, was geschieht und was nicht. So ist das Ende sehr offen für verschiedene Interpretationen. Diese Unbestimmtheit der Erzählung war mir manchmal etwas zu viel des Guten und ich habe nach tieferen Bedeutungen gesucht. Ich habe viel über die Handlung nachgedacht und bin mir bei den phantastischeren Elementen immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Daher schwanke ich zwischen 4 und 5 Sternen.

    Die Sprache ist sehr spartanisch und auf das Wichtigste beschränkt. Trotzdem konnte mich die Erzählung vom ärmlichen Leben auf einer Farm, von der Beziehung von Etta mit Otto und Russell und von Ottos Erlebnissen in Europa im 2. Weltkrieg fesseln und zutiefst berühren. Letzten Endes kommt es bei „Etta and Otto and Russell and James“ wohl auch eher auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Erinnerungen der Charaktere als auf die äußere Handlung an. In dieser Hinsicht konnte mich das Buch überzeugen.
  7. Cover des Buches Vati (ISBN: 9783446269170)
    Monika Helfer

    Vati

     (118)
    Aktuelle Rezension von: Christian1977

    Nachdem sich Monika Helfer im letzten Jahr in "Die Bagage" vornehmlich mit ihrer Großmutter Maria befasste, widmet sie den zweiten Teil ihres autobiografischen Projekts vor allem Vater Josef. Der wollte von seinen Kindern "Vati" genannt werden, weil es so modern klinge, erfahren wir gleich zu Beginn des Romans. Alles andere als modern ist das Buch selbst - muss es aber auch nicht, denn erneut trifft Monika Helfer in ihrer unsentimentalen und dennoch sehr berührenden Geschichte die richtigen Töne.

    Der Sprachstil unterscheidet sich erwartungsgemäß dabei nicht von der "Bagage", fast meinte man, die beiden Romane hätten aufgrund ihrer Kürze durchaus auch in ein Buch gepasst. Die Sätze sind meist kurz, manchmal lakonisch, immer wieder angereichert mit Anekdoten aus der Kindheit und der Gegenwart der Autorin. Zusammen fügen sich diese Anekdoten zu einem stimmigen Bild und einem überzeugenden Roman.

    Die größte Überraschung für mich war, dass die Figuren in "Vati" den Leser:innen nicht so nahe kommen wie in der "Bagage", und das obwohl Monika Helfer diesmal eigentlich viel näher dran sein sollte an der Nachkriegs-Generation ihres Vaters und ihrer Mutter. Vielleicht ist es auch eine bewusst gesetzte Grenze, denn den Schmerz über die lange andauernde Abwesenheit des Vaters ist dem Roman trotzdem fast in jeder Zeile anzumerken. Mal fehlt er nach einem missglückten Suizidversuch, mal wegen der Trauer um die verstorbene Ehefrau. Und selbst wenn er anwesend ist, wirkt er nicht immer präsent und spricht nicht besonders viel mit seinen Kindern. Dennoch ist die besondere Verbindung Monika Helfers zu ihrem Vater zu spüren, die sich nicht allein durch die gemeinsame Liebe für die Bücher und Literatur definiert.

    Unweigerlich vergleicht man "Vati" und "Die Bagage" miteinander, weil sich die Bücher so ähneln, auch wenn es vielleicht nicht ganz gerecht ist. Und während ich mich in der "Bagage" vor allem mit Monika Helfers Onkel Lorenz, in dem Buch noch als Kind auftretend, identifizieren konnte und in ihm eine unglaublich schillernde und spannende Figur erkannte, fehlte mir diese Figur in "Vati" ein wenig. Lorenz selbst darf auch nochmal auftreten, trägt aber erstaunlich wenig zur Handlung bei.

    So komme ich zu dem Schluss, dass mich "Die Bagage" insgesamt noch ein Stückchen mehr berührt und mitgerissen hat, obwohl dies sicherlich Klagen auf hohem Niveau sind. Unbestritten ist jedoch, dass auch "Vati" äußerst lesenswert ist und mit seinem recht unerwarteten, fast schon abrupten Ende die Türen für den dritten Teil, der sich wohl um Bruder Richard drehen soll, weit aufstößt.

  8. Cover des Buches Kiss me, kill me (ISBN: 9783551520333)
    Lucy Christopher

    Kiss me, kill me

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Lesebegeisterte
    Emilys Vater soll Ashlee umgebracht haben??? Alles spricht gegen ihn. Doch Emily glaubt ihren Vater und an dessen Unschuld.  Doch was stimmt? Wem kann sie trauen?
    Ein sehr spannender, düsterer und etwas gruseliger Jugendthriller ab 14 Jahren.

  9. Cover des Buches Ein Koffer voller Schönheit (ISBN: 9783426308356)
    Kristina Engel

    Ein Koffer voller Schönheit

     (98)
    Aktuelle Rezension von: _bookfever-ever

    Das Buch "Ein Koffer voller Schönheit" von Kristina Engel beschreibt die fiktive Geschichte einer Avon-Beraterin der ersten Stunde. Anne ist Ende der 50er Jahre, Anfang 60er Jahre wie damals üblich vorrangig Mutter und Ehefrau. Der zweite Weltkrieg ist vorbei, die Wirtschaft erlebt langsam einen Aufschwung und die Herausforderungen an das Ehepaar an sich selbst und von außerhalb werden größer - Mann Benno zum Beispiel strebt nach beruflichen Aufstieg zum Lüneburger Möbelkönig und verändert sich immer mehr. Anne, Mutter von pubertierenden  Zwillingen, möchte sich nach all den Jahren des Krieges und der harten Jahre danach unabhängiger machen, was durchaus nichtdie Norm war. Denn damals durfte Frau zum Beispiel unter anderem nicht selbstständig entscheiden, ob sie arbeiten geht, sondern es bedurfte der Zustimmung des Mannes...  Da entdeckt Anne eine Anzeige der Kosmetikfirma Avon, aus Amerika, die Kundenberaterinnen für ihre Umgebung sucht, die sie anspricht. Allerdings braucht sie aber dazu die Zustimmung ihres Mannes, der nicht allzu begeistert ist... Zudem bewundert sie insgeheim ihre Schwiegermutter Margarethe, die als verwitwete Frau einen eigenen Frisörladen führt und sich für damalige Zeiten schon sehr unkonventionell gibt. Sie unterstützt Anne auch auf ihrem Weg, Farbe in das Leben der Landfrauen zu bringen und langsam wächst auch Annes Selbstbewusstsein. Der Schreibstil war angenehm flüssig, die Figuren und ihr Handeln gut nachvollziehbar, vor allem, weil viel interessantes aus dem Leben der damaligen Zeit mit eingeflochten wird. Ein sehr schöner Roman, der sich nur vordergründig um Kosmetik und Avon dreht. In erster Linie geht es um den Aufschwung,  das Wirtschaftswunder und die neue Unabhängigkeit der Frau, mit all seinen Schwierigkeiten aber eben auch neuen Möglichkeiten. Ein schönes Stück Zeitgeschichte!

  10. Cover des Buches Sonntags fehlst du am meisten (ISBN: 9783548290201)
    Christine Drews

    Sonntags fehlst du am meisten

     (52)
    Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310

    Caro war das Lieblingskind ihres Vaters, doch durch einen schlimmen Streit ist ein Bruch entstanden und sie haben keinen Kontakt mehr. Nun steht die Goldhochzeit ihrer Eltern bevor. Wird es einen Weg  zu einer Versöhnung geben?

    Ich habe schon einige Bücher der Autorin Christine Drews gelesen, die mich immer überzeugt haben. Daher habe ich auch dieses Buch lesen wollen.

    Caros Vater Karl gehört der Kriegsgeneration an. Diese Generation hat Schreckliches erlebt und musste früh Verantwortung übernehmen. Auch Karl hat für Mutter und Geschwister gesorgt und sich aus dem Nichts etwas aufgebaut. Aber eines hat diese Generation meist nicht, nämlich über das geredet, was sie erlebt haben und dieses „Probleme-nicht-ansprechen“ setzt sich in der nächsten Generation fort.

    Caros Leben verläuft nicht so gradlinig wie sich das der Vater gewünscht hätte. Es hat ihr an nichts gefehlt, der Vater wollte immer nur das Beste für seine Tochter, doch leider war er fast nie da. Caro wollte es allen recht machen und hat sich dabei verloren. Ihr kleiner Sohn hat es auch nicht einfach, denn Caro ertränkt ihre Probleme im Alkohol. Ihre Sucht hat sie inzwischen im Griff und sie scheint wieder Boden unter den Füßen zu haben, wozu ihr Freund Jakob beiträgt. Der Streit mit ihrem Vater belastet sie allerdings.

    Dann begegnet Caro Frau Schneiders und durch ihre Erzählungen versteht Caro plötzlich, wie all das Unausgesprochene zwischen ihrem Vater und ihr steht. Eine Versöhnung erscheint ihr nun möglich.

    Diese Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen und durch die Rückblenden in die Vergangenheit konnten wir Caro und ihren Vater gut kennenlernen und ihr Verhalten nachvollziehen.

    Es ist ein Buch, das berührt und zum Nachdenken anregt.

  11. Cover des Buches Islandsommer (ISBN: 9783453423503)
    Kiri Johansson

    Islandsommer

     (43)
    Aktuelle Rezension von: golfgirl

    Geysire, Gletscher, Wasserfälle...in den letzten Jahren hat sich das Land aus Feuer und Eis zu einem echten Trendziel für deutsche Urlauber entwickelt. Wer sich auf eine traumhafte Reise einstimmen möchte, sollte den Roman "Islandsommer" von Kiri Johansson lesen, der nach Reykjavik, die nördlichste Hauptstadt Europas, führt: 

     Sommerwohnung gesucht. Liebe gefunden?
    Als Merit von ihrem Freund verlassen wird, muss die chaotische Lebenskünstlerin sich ein neues Zuhause suchen. Da kommt ihr das Angebot, den Sommer über ein Haus samt Kater zu hüten, gerade recht. Die Sache hat nur einen Haken: Das Haus steht in Reykjavík. Kurz entschlossen verlässt sie Berlin, um in Islands quirlige Hauptstadt zu reisen. Von der Liebe will die talentierte Künstlerin vorerst nichts mehr wissen. Kristján will das auch nicht, denn er hat mit einer anhänglichen Ex und den Dämonen seiner Vergangenheit genug zu tun. Doch nun wirbelt die neue Nachbarin aus Deutschland das ruhige Leben des ordnungsliebenden Piloten mit ihren eigenwilligen Ideen ziemlich durcheinander ...

    Das ansprechende Cover schwört auf eine romantische Lektüre ein. Der liebevoll gedeckte Tisch mitten im Grünen lädt zu einem gemütlichen Kaffeeklatsch zu zwei ein.  Auf dem dunkelblauen Kissen hat es sich ein getigerter Kater gemütlich gemacht. Womöglich handelt es sich um den eigenwilligen Kater Köttur, den Merit in ihrer neuen Heimat hüten soll. 

    Kiri Johansson hat sich für ein ungewöhliches Setting entschieden. Island war mir nicht vertraut, aber dank ihrer anschaulichen Beschreibungen konnte ich in diese fremde Welt eintauchen und mir alle Schauplätze der Handlung gut vorstellen. Auch die etwas eigenwilligen Protagonisten, die flatterhafte Künstlerin Merit und der ruhige Pilot Kristjan, die im Mittelpunkt einer turbulenten Liebesgeschichte stehen, waren mir gleich sympathisch. Sie sind gebrochene Charaktere, die eigentlich gar nicht recht zueinander passen wollen, aber aufgrund ihrer gemeinsamen künstlerischen Interessen (Malerei und Fotografie) magisch voneinander angezogen werden. Bis zum vorhersehbaren Happy-End ist es ein weiter Weg, denn aufgrund ihrer in den Vergangenheit erlittenen Traumata fällt es ihnen schwer, sich auf andere Menschen einzulassen.

    Alles in allem hat mir meine leicht und locker geschriebene, schöne Sommerlektüre gefallen, die sich perfekt  zur Einstimmung auf eine Reise nach Island eignet. Bless!


  12. Cover des Buches Weihnachtsmärchen in Virgin River (ISBN: 9783956492495)
    Robyn Carr

    Weihnachtsmärchen in Virgin River

     (30)
    Aktuelle Rezension von: SasaRay

    Leseerlebnis :

    "Wintermärchen in Virgin River" wird von einem auktorial erzählt, wobei der Erzählende seinen Fokus mal auf Marcie und mal auf Ian legt. Auch wenn die Geschichte nur am Rande in Virgin River spielt, ist dieser Ort einfach zauberhaft und man wünscht sich sofort Teil dieses Örtchens sein zu dürfen. Ian ist für mich ein absoluter Traummann. Absolut männlich, stark und zunächst sehr verschlossen, bis Marcie seinen Panzer bricht. Auch in den verschneiten Hinterland habe ich mich sehr wohl gefühlt. 

    Beide werden traumhaft gut gezeichnet und man fühlt sich sowohl Marcie als auch Ian beim Lesen unheimlich nah. 

    Der Schreibstil von Robyn Carr ist einfach wundervoll, flüssig und einfach phänomenal. Ich fühle mich in ihren Zeilen einfach zuhause.  Ich kann es kaum anders beschreiben. 

    Fazit :

    Ein perfektes vor-/weihnachtliches Lesevergnügen im winterlichen Umland von Virgin River mit ganz viel Herzklopfmomenten. 

  13. Cover des Buches Vergeltung (ISBN: 9783518465004)
    Don Winslow

    Vergeltung

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz
    Auch wenn viele Kritiken hier das Buch etwas zerreissen und es als Winslows schlechtestes Buch darstellen, möchte ich die Kritik daran trotzdem zurückweisen.

    Im Suhrkamp Verlag erschienen. TB Ausgabe 2014 , 491 Seiten
    Vergeltung polarisiert, das ist klar, aber man sollte wissen, was man liest, wenn der Klappentext es einem schon förmlich suggeriert. Dieses Buch ist nichts für Romantiker oder auch nicht für Leute, die eine langsame Geschichte benötigen, die sich dann steigert. Dieses Buch besteht von Anfang bis Ende aus martialischer Action, die hart und auch Brutal eine für mich sehr spannende Geschichte erzählt.

    Dave Collins, ehemaliges Mitglied der Delta Force mit Einsätzen in Mogadishu, Irak, Haiti, Peru und vielen anderen Krisenherden dieser Welt, hat den aktiven Dienst verlassen und ist Sicherheitschef am Kennedy Airport und versucht trotz vieler Alpträume, sein Leben mit seiner Frau und seinem Kind , in den Griff zu bekommen und es endlich zu genießen. Dann geschieht das Unfassbare! Seine Frau und sein Sohn werden beim Start des Flugzeugs von einem Attentäter in die Luft gesprengt. Die Regierung versucht die Tatsache zu verschleiern und redet von einem Unglück. Niemand von der Regierung legt gesteigerten Wert darauf, es als Anschlag zu betrachten. Dave organisiert Geld und heuert eine Söldnertruppe an um, die Attentäter zu fassen.....

    Natürlich besteht die Söldnertruppe aus ehemaligen Kollegen, die allesamt Spezialisten sind und natürlich weiss man durch viele Kontakte, wie die Attentäter zu ermitteln sind und die Jagd geht los.
    Aber wie soll Dave Collins sonst einen Hauch einer Chance haben, das Buch spannend und voller Action zu bestreiten ? Das hier durchaus Stallone, Schwarzenegger und Bruce Willis im Einsatz sein könnten, will ich nicht bestreiten. Das Niveau ist jedoch höher und auch der Schreibstil ist wie immer flüssig. Das es eine große Prise Heldentum und harte Männer hat, bestreitet auch niemand.

    Für dieses Genre gehört dieser Thriller dennoch zu meinen Favoriten und ich habe es Ruck Zuck gelesen und mich bestens unterhalten gefühlt.

    Fazit:  Uneingeschränkte Empfehlung für Leser, die einfach bei einem packenden Buch abschalten wollen und nicht alles auf realitätsnah in Frage stellen. Es ist eine sehr gute Unterhaltung zum Gehirn abschalten und einfach lesen.


  14. Cover des Buches Im Bann der zertanzten Schuhe (ISBN: 9783961114672)
    Janna Ruth

    Im Bann der zertanzten Schuhe

     (52)
    Aktuelle Rezension von: moni_loves

    Ich hab lang nicht mehr solch eine überzeugende Märchenadaption gelesen. Gefreut habe ich mich auf eine unterhaltsame Geschichte mit ein wenig Magie. Bekommen habe ich so viel mehr!
    Sophie und Jonas haben beide mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Doch während Jonas sich immer mehr zurückzieht und von schrecklichen Albträumen und Flashbacks heimgesucht wird, stürzt sich Sophie Nacht für Nacht in die Arme ihres Prinzen und verliert so immer mehr den Bezug zu sich und ihrem Leben.
    .
    Gerade Jonas innerer Kampf hat mich sehr bewegt. Seine Krankheit wurde einfach unglaublich authentisch vermittelt. Man spürt seine Panik, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in jeder Zeile.
    Sophie gibt ihm unerwartet Halt, doch auch sie kann seine Dämonen nicht zähmen. Dies ist seine Last und er muss sich selbst wieder ins Leben kämpfen. Ich bewundere seinen Mut, sich den Ängsten zu stellen. Und seinen Mut sich trotz der mitunter lähmenden Angst einem mächtigen Gegener entgegen zu stellen.
    .
    Sophie erweckt zu Beginn einen lebenslustigen, ungetrübten Eindruck. Sie wirkt mitunter ein klein wenig naiv. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich so viel Schmerz. Nur langsam bröckelt ihre Fassade und Jonas kümmert sich ganz selbstverständlich um sie. Die beiden haben einen besonderen Draht zueinander. Doch auch Jonas kann sie nicht davon abhalten jede Nacht ins DeModie zu gehen und sich nach und nach immer mehr zu verlieren.
    .
    Das DeModie lockt mit seiner fantastischen Kulisse. Alles wirkt magisch und verlockend. Kaum jemand kann sich dem Bann des Klubs entziehen, der nur für wenige sichtbar und betretbar ist. Nur zu gut versteht man die Anziehungskraft welche auch auf Sophie so stark wirkt. Den Rausch der Musik und des Tanzes mit ihrem Prinzen Luca.
    Doch hinter der Fassade lauern Gefahren die Sophie trotz all der Anzeichen nicht wahrhaben will.
    Werden sie diese zerstören oder fällt sie ihnen zum Opfer?
    .
    Faszinierend und magisch, verheißungsvoll und soo gefährlich. Eine Geschichte über das Finden zu sich selbst. Über Freundschaft, Vertrauen und dem inneren Kampf mit sich selbst und der Vergangenheit. Dabei aber immer mit dem richtigen Feingefühl für diese ernsten Themen. Bewegend und hoffnungsvoll.
    Lust auf diesen besonderen Tanz?

  15. Cover des Buches Das Mädchen im roten Kleid (ISBN: 9783734105692)
    Fiona McIntosh

    Das Mädchen im roten Kleid

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Norwegen96
    Inhalt: England, 1918: Ein junger Soldat wachte ohne Erinnerungen an sein früheres Leben in einem Sanatorium auf. Die Schwestern nennen ihn Tom Jones. Er weiß nur noch, dass er in Flandern gekämpft und dort Schreckliches erlebt hat. Dann trifft er auf die hübsche Schneiderin Eden Valentine, die einen Botengang für ihren Vater erledigt. Die beiden kommen ins Gespräch und Tom überredet sie, ihm zur Flucht zu verhelfen. Tom und Edie verlieben sich in einander, aber ihrer Liebe liegen viele Steine im Weg, denn die Vergangenheit ist Tom stetig auf den Fersen. Zur gleichen Zeit suchte eine junge Frau im Sanatorium nach Tom, den sie nur knapp verpasst hat.

    Cover: Das Cover finde ich sehr ansprechend mit der Frau im roten Kleid im Fokus und den Häusern auf beiden Seiten um sie herum. Es lässt vermuten, dass es in diesem Buch auch etwas um Mode gehen wird.

    Meinung: Ich fand, dass das Buch sehr stark begonnen hat. Ich mochte die Einführung, wie man Tom kennenlernt und erfährt, dass er sich an nichts erinnern kann. Ich mochte auch, wie er Eden kennengelernt hat und wie die beiden sich ineinander verliebt haben, aber diese Liebe am Anfang keine rechte Chance hatte, da Eden schon verlobt war und ihren Vater nicht enttäuschen wollte. Ich mochte es auch sehr, dass sie am Ende doch geheiratet haben und glücklich miteinander waren. Aber dann hat das Buch rapide abgenommen, wie ich fand. Ich fand den Zufall, dass Tom ein zweites Mal sein Gedächtnis verliert und sich nun daran erinnern, dass sein eigentlicher Name Alex Wynter ist, doch zu viel des Guten, da er ja auf einmal Eden vergessen hat. Außerdem wurde es ab hier sehr langatmig und kam nicht so recht mit der Geschichte voran.
    Auch die Charaktere haben es mir nicht besonders leicht gemacht. Mit Tom bin ich von Anfang nicht warm geworden und nachdem er sich wieder erinnern konnte, war er mir teilweise ziemlich unsympathisch. Eden mochte ich an sich, aber ich fand ihre Handlungen doch nicht immer nachvollziehbar, da ich gedacht habe, dass sie ja eigentlich nach Tom suchen will, als er nicht nach Hause kam, aber sie hat es nicht getan, sondern darauf gehofft, dass er von alleine zurückkommt. Das hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Dann hatten wir noch Ben, Edens Ex-Verlobten, der sich teilweise ein wenig aufgeführt hat, wie ein Kind, welches sein Spielzeug nicht bekommt. Penelope mochte ich an sich, aber sie war mir zu glatt und zu naiv. Sie war mir einfach zu realitätsfern. Einzig und allein mochte Madeleine über alles. Sie war einfach so lustig und selbstbewusst, was mir sehr gut gefallen hat.

    Fazit: An sich ist es keine schlechte Geschichte, sie hat lediglich nicht meiner Erfahrungen erfüllt. Ich fand es sehr schade, dass das Buch an einem bestimmten Punkt so nachgelassen hat, obwohl es so stark begonnen hat. Auch war es mir teilweise zu viele Zufälle, als dass es realistisch wirkt und am Ende war es dann auch zu viel Drama. 3 von 5 Sterne.
  16. Cover des Buches Liebe und Verderben (ISBN: 9783746635767)
    Kristin Hannah

    Liebe und Verderben

     (129)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1974 zieht Lenora Allbright im Alter von dreizehn Jahren mit ihren Eltern Cora und Ernt nach Kaneq in Alaska. Sie alle haben die Hoffnung auf einen Neuanfang und dort glücklich zu werden, nachdem sie inzwischen so oft umgezogen sind. Ernt ist Kriegsveteran aus Vietnam und war dort sechs Jahre in Gefangenschaft, weshalb er unter Flashbacks und Posttraumatischen Belastungsstörungen leidet. Seinen Frust darüber ertränkt er in Alkohol oder münzt ihn in Gewalt um. 

    Die Anfangszeit in Alaska ist hart und arbeitsreich, aber Ernt steht damit vor neuen Herausforderungen und ist beschäftigt und selbst Leni, die sich immer als "die Neue" in diversen Schulen vorstellen musste, fühlt sich in dem kleinen abgeschiedenen Ort bald wohl. In Matthew, dem einzigen gleichaltrigen Mitschüler, findet sie sogar einen guten Freund. Doch der lange Winter drückt auf die Stimmung und Ernt verfällt in alte Muster. Zudem spaltet er den einst friedlichen Ort, indem er aus Eifersucht und Neid Streit mit alteingesessenen Bewohnern anfängt. 

    Leni wächst heran und wird langsam zur Frau und verliebt sich in Matthew, zu dem Ernt ihr jedoch jeden Kontakt untersagt. Seine Wutausbrüche werden immer schlimmer, seine Ansichten und Weltuntergangsszenarien immer extremer, bis er seine Familie komplett von allen anderen abschottet, um sie zu schützen. Doch die Gefahr droht weniger von außen, sondern geht allein von ihm aus. Als Cora und Leni Ernt nicht mehr länger aus Liebe in Schutz nehmen können und endgültig beschließen, ihn zu verlassen, kommt es zur Katastrophe. 

    "Liebe und Verderben" ist ein ebenso dramatischer wie treffender Titel für einen Roman, der eine spannende und emotionale Geschichte voller Liebe, Tragik, Angst und den Kampf ums Überleben erzählt. Alaska ist dabei eine besondere, einerseits bezaubernde und wunderschöne Kulisse, andererseits aber auch ein unheimlicher und gefährlicher Ort. 

    Die Schilderung des einfachen Lebens in den 1970er-Jahren ohne Strom und fließendes Wasser, die Landschaftsbeschreibungen von Wäldern, Fjorden und den dort lebenden Tieren sind beeindruckend und so anschaulich, dass man als Leser tief in die Geschichte eintaucht. Die Erschwernisse durch Klima und Natur, aber auch durch die Einsamkeit, di die Menschen absonderlich werden lässt, sind eindrucksvoll und nachvollziehbar geschildert und sorgen für Beklemmung. 

    Diese unheimliche Grundstimmung passt perfekt zu der tragischen Familiengeschichte der Allbrights. Sie schildert die toxische Beziehung zweier Liebenden, die nicht ohne einander leben können, aber miteinander nicht glücklich werden. Ernt ist krankhaft eifersüchtig und verliert über die Jahre immer mehr die Kontrolle über sich, während Cora den Fehler macht, ihm immer wieder zu verzeihen und ihn provoziert, um seine Liebe zu spüren. Je älter Leni wird, desto mehr durchschaut sie die Situation, kann aber nichts an ihr ändern, was sich für sie am Ende besonders tragisch auswirkt. 

    Trotz der Weite des Landes sind sie gefangen und kämpfen bald wenige gegen die Wildheit der Natur, sondern vielmehr gegen die Wildheit, die im Menschen selbst innewohnt. 

    Nicht nur die außergewöhnliche Kulisse, auch die authentisch geschilderte dramatische Familien- und Liebesgeschichte machen das Buch zu einer Reise in ein beeindruckendes Land und zu Menschen, denen man erschüttert, aber doch nachvollziehbar folgerichtig zusieht, wie sie sich ins Verderben stürzen. Die Geschichte steckt voller individueller Charaktere, ist abwechslungsreich, realitätsnah und vor allem emotional mitreißend erzählt. 

  17. Cover des Buches Wir nannten es Freiheit (ISBN: 9783426520833)
    Silke Schütze

    Wir nannten es Freiheit

     (29)
    Aktuelle Rezension von: lanasreadingpassion

    Es war sehr interessant zu lesen, wie Menschen in Deutschland zur Zeit des ersten Weltkrieges gelebt haben. Die Probleme der Bevölkerung waren damals ganz andere als heutzutage. Frauen haben für die Gleichberechtigung gekämpft und Männer kämpften an der Front, nicht wissend ob sie überleben werden. Mir kamen an einigen Stellen die Tränen, weil mich die Traurigkeit und der Kummer von Lene tief berührt hat.
    Die Liebesgeschichte zwischen Lene und Paul war wunderschön, natürlich aber mit ihren Höhen und Tiefen. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der in das Genre einsteigen möchte.
    .

  18. Cover des Buches Schnee, der auf Zedern fällt (ISBN: 9783455651430)
    David Guterson

    Schnee, der auf Zedern fällt

     (241)
    Aktuelle Rezension von: Dini94

    Zu Beginn des Buches befindet sich der Leser in einer Gerichtsverhandlung. Der japanischstämmige Amerikaner Kabou Minamoto wird wegen Mordes an einen amerikanischen Bürger angeklagt. Der Einzige der ihm eventuell helfen könnte, wäre der einarmiger Journalist namens Ishmael Chamber. Dieser jedoch befindet sich in Zwiespalt, denn seine Jugendliebe ist jetzt Kabou´s Frau.

    Der Klapptext deutet auf eine spannende Geschichte, jedoch wird der Leser sehr oft in die Vergangenheit zurück versetzt. Der Autor versucht mit den vielen Rücksprüngen, die damalige angespannte Situation zwischen Amerikaner und japanischstämmigen Amerikaner darzustellen.

    Das Gerichtsverfahren und die Mordaufklärung sind eher nebensächlich. Der Mordvorgang klärt sich auf die restlichen 100 Seiten. Tut mir Leid für den Spoiler. 

    Ja, es ist ein historischer Roman und ja, die Grundidee ist gelungen aber der Inhalt könnte etwas anders verpackt bzw. erzählt werden. Wem langwierige Lebensgeschichten gefallen, wird dieses Buch mögen.

  19. Cover des Buches Abingdon Hall - Stürmische Zeiten (ISBN: 9783442383078)
    Phillip Rock

    Abingdon Hall - Stürmische Zeiten

     (11)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife
    Dieser zweite Teil der Trilogie um Abingdon Hall lag schon eine ganze Weile auf meinem SUB und starrte mich immer wieder vorwurfsvoll an. Schließlich hatte es gewirkt, nun war er fällig. Etwas vorsichtig wagte ich mich an diese Lektüre, fand ich den ersten Teil doch recht schwer zu lesen. Umso positiver überrascht war ich deshalb von diesem Buch. Es gelang mir ohne Probleme an der ersten Geschichte anzuknüpfen und mir gefiel die Schreibweise um Längen besser. Die Protagonisten waren fast durch die Bank sympathisch und machten es mir mit ihrer jungen, frischen Art leicht, der Storyline zu folgen. Doch auch die Spuren des vergangenen Krieges waren noch überall sichtbar und die Männer, die die Schlachten überlebt haben, kämpfen mehr oder weniger schlimm mit ihren Folgen. Wie auch schon im ersten Band, fallen die Abschnitte mit den großen und kleinen Liebesgeschichten spärlich aus, dafür wird an der Politik nicht gespart. Alles in allem möchte ich wieder behaupten, dass man merkt, dass der Roman von einem Mann verfasst wurde. Und wieder möchte ich auch diesmal anmerken, dass wahrscheinlich aufgrund des doch recht femininen Covers kein Mann diesen Roman in einer Buchhandlung in die Hand nehmen würde. Schade eigentlich … darüber hätte man mal nachdenken sollen … 
  20. Cover des Buches Unter der Drachenwand (ISBN: 9783423147019)
    Arno Geiger

    Unter der Drachenwand

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Tokall

    In dem Roman „Unter der Drachenwand“ von Arno Geiger verfolgen wir das Schicksal von Veit Kolbe, der im zweiten Weltkrieg an der Ostfront verwundet wurde, durch ein riskantes Manöver zunächst einen weiteren Fronteinsatz vermeiden kann, dann aber zum Ende wieder für feldtauglich gehalten wird, für ca. ein Jahr. Zu Beginn des Buches finden wir eindringliche Schilderungen zu Rücktransport von der Front ins Lazarett, seinem Aufenthalt dort sowie seinen beginnenden Genesungsurlaub zu Hause in Wien bei seinen Eltern. Als er eine massive Entfremdung von seinem Elternhaus feststellt, beschließt er jedoch auf das Angebot seines Onkels zurückzukommen und in Mondsee, einem Ort in der Nähe von Salzburg, allein zu leben. Dort lernt er die kühl und distanziert wirkende Lehrerin Grete Bildstein und ihre Schülerinnen, die ihm zugewandte Darmstädterin Margot mit ihrer kleinen Tochter Lilo sowie den regimekritischen Gärtner, genannt „Brasilianer“, kennen. Während seines Aufenthalts in Mondsee wird er zudem immer mal wieder von traumatischen Kriegserlebnissen, die eindringlich geschildert werden, heimgesucht. Durchbrochen wird die Handlung regelmäßig auch von Briefen, die ihrerseits umfassendere Hintergründe über das Kriegsgeschehen an verschiedenen Orten in Deutschland vermitteln. So erhält Margot Post von ihrer Mutter aus Darmstadt und die Schülerin Nanni tauscht Liebesbriefe mit ihrem Freund Kurt Ritter aus, was zu weiteren Verwicklungen führt, denn eines Tages verschwindet Nanni spurlos, als ihr der weitere Kontakt zu Kurt von den Eltern verboten wird. Nicht zuletzt wird in Briefform die Flucht einer jüdischen Familie aus Wien nach Budapest geschildert.

    Der Roman bietet ein facettenreiches und eindringliches Bild der damaligen Kriegszustände, was vor allem auch daran liegt, dass mehrere Parallelhandlungen existieren und kunstvoll miteinander arrangiert werden. Was mich besonders überzeugen konnte, ist die Ausarbeitung der Charaktere, die durch Tiefgründigkeit und Differenziertheit bestechen, sowie die komplexe Personenkonstellation, die nicht statisch angelegt ist, sondern sich im Verlauf der Lektüre weiterentwickelt. So ist Veit Kolbe beispielsweise nicht nur ein traumatisierter Verwundeter, der Angst vor einem erneuten Fronteinsatz hat, sondern auch ein Sohn, der sich von seinem Vater distanziert, ein hilfsbereiter Freund, der dem inhaftierten Brasilianer beisteht, und ein Liebender, der sich umsichtig um Margot und ihre Tochter kümmert. Margot ihrerseits ist nicht nur Tochter einer sich sorgenden Mutter, sondern gleichzeitig auch noch Geliebte und Ehefrau. Für jede Figur des Romans könnte man die verschiedenen Rollen aufzeigen, in denen sie sich bewegt und fortentwickelt. Das ist eine herausragende schriftstellerische Leistung. Und noch etwas: Durch den Einbezug der verliebten Annemarie - Nanni - Schaller und Kurt Ritter wird zudem auch eine jugendliche Perspektive auf das Kriegserleben geworfen und wir sehen, was die strenge, bewachende Erziehung für schreckliche Folgen haben kann. Besonders erschütternd empfand ich darüber hinaus die Briefe der jüdischen Familie, die nach Budapest flieht, in denen menschliche Abgründe greifbar werden.

  21. Cover des Buches Triumph des Himmels (ISBN: 9783734101137)
    Andrea Schacht

    Triumph des Himmels

     (27)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife
    Eigentlich interessiere ich mich ja gar nicht wirklich für Autos oder Rallyes oder das ganze Drumherum, dennoch hat mich dieser Roman gepackt. Die Autorin Andrea Schacht, die eigentlich eher für ihre historischen Romane des Mittelalters oder sogar noch früher bekannt geworden ist, wagt sich diesmal in die neuere Zeit, nämlich die „Roaring Twenties“ des letzten Jahrhunderts. Nachdem man sich mit den vielen Personen vertraut gemacht hat, für die es hinten übrigens ein Glossar gibt, ist man auch schon mittendrin in den Vorbereitungen für einen spannenden Roadtrip. Es fällt nicht schwer, sich hundert Jahre zurück zu versetzen in die Zeit, als es noch keine Autobahnen oder geteerte Land- und Bundesstraßen gab, die das Reisen in heutiger Zeit – so der inzwischen doch sehr dichte Verkehr es erlaubt – so viel einfacher macht. Auf der Strecke bleibt heutzutage natürlich der Kitzel, den das Reisen damals bestimmte, war es nicht sogar oft schon eine Herausforderung, rechtzeitig Benzin erwerben zu können. Um all diese Aufregungen der eigentlichen Rallye lässt die Autorin aber natürlich auch Intrigen und Geheimnisse mit einfließen. Nicht jeder Teilnehmer ist dem anderen gut gesonnen und gleichberechtigte Chancen sehen anders aus … Mich konnte der Roman überzeugen und ich klopfe mir nach gelesener Geschichte gerne den Straßenstaub aus den Kleidern …
  22. Cover des Buches Kaltenbruch (ISBN: 9783426306406)
    Michaela Küpper

    Kaltenbruch

     (33)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Im Jahr 1954 ist der Krieg schon eine Weile vorbei, aber mitnichten aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Der Kommissar Peter Hoffmann wird zur Unterstützung der Ortswache in Kaltenbruch versetzt. Dort wurde ein junger Mann umgebracht und Hoffmann versteht nicht, was er in dem kleinen Nest überhaupt soll, seiner Meinung nach steht der Täter bereits fest. Denn neben dem Toten ist der betrunkene Mitarbeiter des einzigen größeren Arbeitgebers am Ort aufgegriffen worden. Dieser streitet die Tat allerdings vehement ab. Und so ist Hoffmann gehalten, weitere Zeugen zu vernehmen, um zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden.


    Ein Kommissar, der sich erstmal zurechtfinden muss. So sagt er erstmal seiner künftigen Sekretärin ab, weil die nicht die erwartete Vorbildung hat. Dann findet er nicht die richtige Abzweigung und schließlich legt er sich gleich auf einen Täter fest, weil er das Kaff möglichst schnell wieder verlassen will. Von den Stimmungen im Ort bekommt er nicht viel mit, hier ist er sehr auf den einzigen Polizisten vor Ort angewiesen, wobei Hoffmann es schafft auch diesen vor den Kopf zu stoßen. Man hat den Eindruck, so schnell wird der Städter Kaltenbruch nicht verlassen.


    Über diesem aus heutiger Sicht doch recht unsympathischen Kommissar geht doch einiges aus dem guten Ansatz verloren. So ein arroganter Dämlack. Wobei auch die Tat ein wenig unvermittelt wirkt, ahnt man als Leser gleich, der vermeintliche Täter kann es nicht gewesen sein. Man denkt fast schon in die richtige Richtung, was den Grund angeht, ob man den richtigen Mörder erahnt, darüber deckt man lieber das Mäntelchen des Schweigens. In diesem Punkten enttäuscht dieser Kriminalroman, da hat der Klappentext einfach mehr versprochen. Was einen jedoch mitnimmt, ist die überzeugende Schilderung des Dorflebens auch im Zusammenleben mit den einquartierten Flüchtlingen, die auch Jahre nach dem Krieg erst langsam integriert wurden und meist doch noch außen vor waren. Auch was Kinder mit körperlichen Einschränkungen zu erleiden hatten, wird eindringlich geschildert. In diesen Bereichen vermag der Roman zu überzeugen.

  23. Cover des Buches Shutter Island (ISBN: 9783257243352)
    Dennis Lehane

    Shutter Island

     (290)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra_Wagner

    wirklich unheimlicher Thriller mit spannenden Wendungen

  24. Cover des Buches Die Totensammler (ISBN: 9783453470309)
    James McGee

    Die Totensammler

     (42)
    Aktuelle Rezension von: simonfun

    Mein zweiter Roman des Autors rund um Hawkwood. Er beschreibt die Zeit in der viel Wissen im Bereich der Medizin, speziell der Chirurgie erworben wird. Allerdings auch im Bereich des Leichenraubs, illegalem Handel mit Körperteilen und grenzwertigen Experimenten. Der Autor packt die Handlung perfekt in die historische Kulisse Londons Anfang des 19. Jahrhunderts. Gut, spannend, düster und dynamisch geschrieben klebte das Buch an meinen Fingern fest.
    Wie auch immer - einfach nur Oberklasse!

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