Bücher mit dem Tag "kriegsverbrechen"
85 Bücher
- Annette Hess
Deutsches Haus
(240)Aktuelle Rezension von: PepaleFrankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was sie dort erwartet. Die Berichte der Zeugen wie Juden ermordet, gedemütigt, gefoltert wurden, setzen Eva schwer zu. Evas Eltern hatten ihr abgeraten diesen Job zu übernehmen. Am Ende sind ihre Eltern in das ganze Geschehen verknüpft und die Familie zerstört.
Mit ihrem Verlobten führt sie eine typische Beziehung, wie es in den 1960er Jahren verbreitet war, sie ordnet sich ihm unter. Das Gesellschaftliche Rollenbild sah es so vor, sonst galten Frauen als „unweiblich“.
Annegret, die ältere Schwester von Eva, leidet unter dem Helden-Syndrom (Profilneurose). Als Säuglingsschwester infiziert sie Babys mit Bakterien um sie hinterher wieder gesund zu pflegen und dafür Lob und Geschenke zu bekommen.
Die Autorin hat gut recherchiert.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Geschichte ist fesselnd und bewegend. Die Protagonisten sind gut beschrieben und entwickeln sich weiter.
Es handelt sich um eine gelungene Geschichte.
- Ken Follett
Die Leopardin
(358)Aktuelle Rezension von: Mike_LeseratteEs geht um die Britische Agentin Flick, die unter widrigen Umständen mit ihrem Team eine entscheidende deutsche Fernmeldezentrale in Frankreich zerstören soll. Doch dabei ist ihr der deutsche Dieter Franck immer scharf auf der Spur.
Es ist super spannend geschrieben und auch einfallsreich, über welche verschiedenen Methoden Verfolger abgehängt, Dinge verborgen und Ziele erreicht wurden. Natürlich wirkt es besonders an einigen Stellen unrealistisch, wie viel Glück im Spiel ist, doch das fällt nicht wirklich auf. Es ist vor allem aber auch interessant, wie viel Recherche dahinter steckt. Über die Technik die verbaut ist, die Waffen, die Flugzeuge und den ganzen Ablauf von solchen Missionen und alles. Es wirkt dadurch sehr realistisch und könnte genau so in der Realität passiert sein. Für mich sollte ein Buch über eine Spionin genau so sein.
- Ellen Sandberg
Die Vergessenen
(307)Aktuelle Rezension von: FornikaAls ihre Tante Kathrin mit einem Schlaganfall auf der Intensivstation landet, entdeckt Journalistin Vera in deren Unterlagen Brisantes aus der Vergangenheit. Sie beginnt zu recherchieren und kreuzt dabei die Wege von Problemlöser Lefteris. Eine Jagd um die Unterlagen und die Wahrheit beginnt.
Sandberg hat für ihre Krimihandlung einen sehr ernsten Hintergrund gewählt, der mich beim Lesen immer wieder neu betroffen gemacht hat. Ich mochte die Perspektivwechsel zwischen Vera, der jungen Kathrin und Manolis, denn so konnte der Fall und die Motive dahinter umso besser beleuchtet werden. Mir hat besonders gefallen, dass die Figuren nicht alle in gut-böse eingeteilt waren, sondern jede eine gewisse Ambivalenz aufweist. Gerade Kathrin fand ich sehr interessant, ihre Motive sind nachvollziehbar und jeder darf sich fragen, wie er in entsprechender Situation gehandelt hätte. Sandberg erzählt spannend, trifft aber auch in heiklen Situationen den richtigen Ton. Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn ich den Handlungsstrang um Manolis manchmal etwas umständlich fand.
- Claire Winter
Die geliehene Schuld
(165)Aktuelle Rezension von: Marina_ProkoppBerlin, 1949: Vera Lessing hatte es in den letzten Jahren nicht leicht: Der 2. Weltkrieg hat ihr ihren Mann und ihre Eltern genommen und jetzt liegt Deutschland in den Trümmern und ist mitten in der Nachkriegszeit. Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund und Kollege Jonathan arbeitet sie bei einer Zeitung. Plötzlich stirbt Jonathan in Köln, er wollte dort etwas für seinen aktuellen Artikel recherchieren. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Vera glaubt, dass mehr dahintersteckt. Als sie seine Unterlagen und eine Nachricht von ihm bekommt, die er kurz vor seinem Tod abgeschickt hatte, ist ihr klar, dass Jonathan an einer großen Sache dran war. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und folgt seinen Spuren, die sie in die Vergangenheit und in Gefahr bringen ...
Die Autorin Claire Winter hat mit „Die geliehene Schuld“ wieder ein sehr packendes, vielseitiges, facettenreiches und emotionales Buch geschrieben. Der Roman fesselt von der ersten Seite und lässt bis zum Schluss nicht mehr los. Die Geschichte spielt in Deutschland in der Nachkriegszeit und die Autorin hatte die Lebensumstände der Menschen greifbar dargestellt und ihr bildhafter Schreibstil erweckt das Gefühl, dass man direkt dabei ist. In dem Buch wechseln die Zeiten, mal ist man in der Gegenwart und manchmal ein paar Jahre zurück in der Vergangenheit. Das sorgt aber nicht für Verwirrung, sondern macht das Buch noch ergreifender, emotionaler und tiefgründiger, da man den Verlauf der Geschichte immer wieder aus anderen Augen und Blickwinkel betrachten kann. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und verknüpft ihre fiktive Erzählung mit realen Geschehnissen.
- Kai Meyer
Die Bibliothek im Nebel
(144)Aktuelle Rezension von: Sunny_96Der Roman "Die Bibliothek im Nebel" des Autors Kai Meyer hat mich absolut beeindruckt. Selten habe ich ein so spannendes und atmosphärisches Buch gelesen. Es entführt die Leser durch den detaillierten Schreibstil in eine längst vergangene Zeit.
Im Jahr 1917 lebt der junge Artur in Sankt Petersburg in einer prächtigen Villa bei der Familie Kalinin, die ihn bei sich aufgenommen hat. Er verbringt seine Tage hauptsächlich mit Büchern und Ofelyia, die für ihn wie eine Schwester geworden ist. Doch dann kam der Tag, an dem er der jungen Künstlerin Mara auf der Straße begegnet. Niemand ahnte, dass dieser Tag sein komplettes Leben beeinflussen würde. Eine turbulente Geschichte voller Freundschaft, Liebe und Abenteuer beginnt.
Der zweite Erzählstrang handelt von der kleinen Liette, die im Jahre 1928 bei ihrem Onkel den Sommer verbringt. Als sie im Dachboden seines Hotels an der Cote d'Azur spielt und zufällig alte Reisekoffer russischer Familien findet, stößt sie auf ein mysteriöses Geheimnis dass sie noch viele Jahrzehnte später zu lüften versucht.
Besonders beeindruckt hat mich, wie die beiden Erzählstränge ganz langsam miteinander zu verschmelzen scheinen. Immer wieder werden kleine und große Geheimnisse gelüftet, bis sich alles zu einem großem Ganzen zusammenfügt. Ich konnte selbst mit ins Geschehen eintauchen und wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk und lässt die Grenzen zwischen Krimi, Abenteuerbuch, Liebesgeschichte, Verrat und Familiengeheimnissen verwischen. Daher eine absolute Weiterempfehlung meinerseits ⭐⭐⭐⭐⭐
- Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Marc Elsberg
Der Fall des Präsidenten
(146)Aktuelle Rezension von: JourneyGirlIch war absolut begeistert von diesem Buch!!! Es ist spannend bis zur letzten Seite und das Ende finde ich sehr gut! Der Ex-Präsident, der verhaftet wird, heißt Douglas Turner. Initialen: D.T.!!! Es gibt aktuell auch einen amerikanischen Ex-Präsidenten mit den selben Initialen. Das hat mir ein Schmunzeln entlockt! Die Person in dem Buch ist frei erfunden. Aber meiner Meinung nach ist Turner charakterlich schon ähnlich beschrieben wie der reale aktuelle Ex-Präsident. Grins! Die Geschichte ist absolut durchdacht und ich finde das Buch super geschrieben. Die Kapitel sind recht kurz, was ich angenehm finde. Ein absolutes Meisterwerk, das ich nur weiterempfehlen kann!!! Realität und Fantasie sind so genial miteinander verschmolzen, dass man nicht erkennen kann, wo die Realität aufhört und die Fantasie anfängt. Wahnsinnig gut umgesetzt. Die Charaktere der Hauptpersonen sind sympathisch. Ich habe das Buch so schnell gelesen, weil ich es nicht mehr weglegen konnte! Sogar über verschiedene Kapitel habe ich hinweg gelesen, so spannend, wie es war! Top! Daumen hoch!
- Friedrich Dürrenmatt
Der Verdacht
(348)Aktuelle Rezension von: malins_dagbokDarum gehts: Der Kommissär Bärlach liegt im Krankenhaus und liest einen Artikel über einen Nazi-Arzt, der ohne Narkose Menschen operierte. Ein Freund besucht den Kommissär, diesem kommt der Arzt sehr bekannt vor.
Meinung: Das Buch ist mit 120 Seiten sehr kurz und trotzdem schafft der Autor es, die Personen zu skizzieren, den Verdacht aufzubauen und eine Spannungskurve zu kreieren. Entgegen anderer Werke des Autors hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Das Ende hatte nochmal einen ordentlichen Twist, den ich nicht habe kommen sehen. Wer Klassiker und/oder Kriminalromane mag, sollte sich dieses Buch mal anschauen! - Jan Weiler
Kühn hat zu tun
(106)Aktuelle Rezension von: Lilli33Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (21. Mai 2016)
ISBN-13: 978-3499266829
Preis: 11,00 €
Spannender Krimi und mehr
Inhalt:
Kriminalhauptkommissar Martin Kühn, verheiratet mit Susanne, zwei Kinder, stolzer Besitzer eines Eigenheims, schwirrt der Kopf. In seiner Wohnsiedlung geht es drunter und drüber. Irgendwas stimmt mit dem Baugrund nicht, Neonazis bilden eine Bürgerwehr, ein kleines Mädchen ist verschwunden und hinter Kühns Garten liegt eine Leiche, aufs Übelste zugerichtet.
Meine Meinung:
Dies ist der Auftaktband der Reihe um den Münchner Polizisten Martin Kühn. Er hat mir in seiner Vielseitigkeit ausgesprochen gut gefallen. Dicht an der Seite des sympathischen, aber auch ein bisschen verschrobenen Protagonisten erleben wir einige turbulente Tage mit polizeilichen Ermittlungen, aber auch einigen privaten Problemen, wobei sich alles irgendwie vermischt.
Besonders Kühns innere Monologe vermögen zu fesseln und bringen auch die Ermittlungen voran. Was den Täter angeht, hatte ich zwar schon früh den richtigen Riecher, doch was genau dahintersteckt, hat mich letztendlich doch sehr überrascht und fasziniert.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für diesen tollen Kriminalroman.
Die Reihe:
1. Kühn hat zu tun
2. Kühn hat Ärger
3. Kühn hat Hunger
★★★★★
- Lee Child
Sniper
(114)Aktuelle Rezension von: HoldenIn einer namenlosen Stadt in Indiana begeht ein ehemaliger Army-Scharfschütze ein scheinbar willkürliches Massaker mit fünf Zufallsopfern, der Täter wird schnell gefaßt und fragt nach Jack Reacher. Alles weitere ist extrem langsam geschrieben, die Figuren bleiben unglaubwürdig bzw. psychologisch egal, am Interessantesten sind die Geschichten über Reachers Nomadenleben und die Erfahrungen "des Zec" in der Schlacht um Stalingrad. Thriller geht auch in spannend mit spannenden Figuren und einem aufregenden Background, hier wird nur erzählt, wie die Leute um 3 Blocks nach Westen gehen und dann 4 Blocks nach Norden.
- Titus Müller
Die Dolmetscherin
(51)Aktuelle Rezension von: Lilo79Müllers großes Talent liegt zweifelsohne in seinem unglaublichen Können, über Geschichte derart detailliert und feinfühlig zugleich zu erzählen, dass der Leser sofort in der Zeit des Romans ist anstatt gelangweilt zu sein. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei. Die schier unfassbaren Verbrechen der Nazis sollen geahndet werden. Die Allierten setzen alles daran, Göring, Rippentrob, Keitel und andere wegen ihrer Kriegsverbrechen anzuklagen. Mittendrin arbeitet Asta als Dolmetscherin, die Göring verurteilt sehen will, auch aus persönlichen Gründen. Eine weitere Rolle spielt Leo, ein Kriegsheimkehrer, dessen Verstrickungen lange nicht deutlich werden. Die Episoden um die Prozesse sind präzise recherchiert, gerade die kleinen Details halten im und am Buch. Sie sind interessant, vielschichtig und stellen wie gewohnt Geschichte anschaulich dar, auch weil sie die "normalen" Leute betreffen. So werden Wohnungsnot und Lebensmittelknappheit nicht ausgespart, aber auch nicht im erzählerischen Sinne überdramatisiert.
Asta und Leo bleiben für meinen Geschmack allerdings zu lange undurchschaubar und gerade Asta spielt für den Verlauf des Prozesses keine große Rolle, was dem Roman etwas Spannung nimmt. Sie kann letztlich den Verlauf der Verhöre nicht beeinflussen, nicht lenken oder gar den Verlauf der Geschichte ändern.
Aber wie gesagt: Hier geht es mir als Leserin weniger um diese beidenHauptfiguren, sondern um erfahrbar erzählte Geschichte. In diesem Fall, nämlich die Nürnberger Prozesse, bedeutet diese Geschichte so viel für unsere Gegenwart. Umso schöner ist es, wenn Müller diesem Thema einen Roman widmet.
- Nina Blazon
Liebten wir
(210)Aktuelle Rezension von: ButtaIch weiß nicht, was ich erwartet habe aber sicher nicht dieses verrückten roadtrip. Es hat mir wirklich gut gefallen, die Beiden waren einfach so verschieden, trotzdem waren sie irgendwie genau das was sie gerade brauchten. Beide hatten deutlich ihre Fehler und Probleme, aber alles in allem hat es mich teilweise tief berührt und hatte schöne Aussagen über das Leben. Das Ende hatte noch mal einen ordentlichen Twist, aber es gab auch zwischendurch immer wieder welche mit denen ich nicht gerechnet habe. sonst sind Familiengeschichten eigentlich nicht so mein Ding aber das hat mich positiv überrascht, auch die Sprecherin war super.
- Daniele Ganser
Illegale Kriege
(13)Aktuelle Rezension von: wschDas Buch von Daniele Ganser kam zwar 2016 auf den Markt. Dass das Buch mittlerweile in der 10. Auflage erschienen ist, ist bei den Fakten, die der Historiker und Friedensforscher akribisch zusammen gestellt und die er nicht minder akribisch nachprüfbar beschreibt, wundert in keiner Weise.
Um Missverständnisse von vorneherein zu vermeiden: ALLES, was der Autor (be)schreibt, entspricht den Tatsachen. Ein einziges kleines von vielen möglichen Beispielen: nicht nur bei dem an den zahlreichen aktuell geführten Kriegen interessierten Nachrichtenhörer,- zuschauer und Zeitungsleser dürfte bekannt sein, dass die USA den Kampf der Mudschahedin in Afghanistan zwar verdeckt, aber massiv unterstützt haben. Solange Russland sein 'Vietnam' in Afghanistan erlitt. Nach dem Abzug der russischen Truppen waren die Mudschahedin dann plötzlich die Feinde des US-Militärs. Derartige Beispiele sind auf den 333 Seiten zuhauf zu finden. Ebenso Angaben darüber, wie viele der weiteren NATO-Mitglieder dazu beitragen, das Imperium der USA aufrecht zu erhalten beziehungsweise auszubauen.
Was das Buch fast zu einem Krimi macht: die nachgewiesenen Lügen der verschiedenen Präsidenten, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Die Methoden, die sich die Geheimdienste vor allem der USA haben einfallen lassen, um speziell Fidel Castro ermorden zu können.
Ob nun im US-Alleingang oder mit Unterstützung anderer NATO-Mitglieder durchgeführt, das sei bei der folgenden Aufzählung ausser Acht gelassen. Der Kernpunkt ist die Tatsache, wie die NATO unter Missachtung der UNO, unter Verwendung der dreistesten Lügen gegenüber der Öffentlichkeit, die Welt mit ihren us-geführten Kriegen überzogen hat. Und noch immer überzeiht:
1953 - Sturz des demokratisch gewählten Premierministers des ölreichen Iran Mohammad Mossadegh
1954 - der us-geführte verdeckte Krieg in Guatemala
1956 - der Krieg von Israel, Frankreich und Großbritannien am und um den Suez-Kanal wegen der von Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser ausgesprochenen Verstaatlichung des Kanals
1961 - Kuba-Krise
1964 - die Lüge wegen eines angeblich angegriffenen US-Kriegsschiffes im Golf von Tonkin, die dazu diente, den von den USA geführten und schlussendlich verlorenen Vietnam-Krieg zu begründen
1986 - die Bombardierung Libyens durch die USA-Air Force, um nach Möglichkeit Muammar al-Gaddafi zu ermorden
1989 - der Krieg der USA gegen Panama
1990 - ausnahmsweise mit UNO-Legitimation der Krieg gegen den Irak wegen dessen Besetzung Kuweits
1991 - die Bombardierung Kroatiens und Sloweniens durch NATO-Mitglieder, wie bei den allermeisten kriegerischen Handlungen ohne UNO-Mandat
1999 - das selbe nicht gerechtfertigte und von der UNO legitimierte Vorgehen der NATO in Serbien
2001 - der von den USA ausgerufenen 'Krieg gegen den Terror' in Afghanistan, von anderen NATO-Mitgliedern massiv unterstützt
2003 - der nächste US-geführter Krieg gegen den Irak unter dem Deckmantel 'Krieg gegen den Terror'
2011 - der nächste US-geführte Krieg in und gegen Libyen
2014 - der durch verdeckte Aktionen, Waffenlieferungen und finanzieller Unterstützung durch die USA eskalierende Krieg im Osten der Ukraine
2015 - der Krieg Saudi-Arabiens gegen den Jemen
Der immer noch andauernde Krieg in Syrien wurde 2011 durch Provokateure ausgelöst. Er dauert bekanntermassen noch immer an. Wie der Krieg gegen und im Jemen. Wie der Krieg in der Ost-Ukraine. Wie der Krieg im Irak. Wie der Krieg in Afghanistan. Und weitere hier nicht genannte kriegerische Auseinandersetzungen. Mit zig-tausenden unbeteiligter, ziviler Opfer.
Zitat, Seite 285: "Die NATO-Propaganda gibt immer wieder vor, dass alle Länder, die keine Demokratien sind, aus diesem Grund bombardiert werden dürfen. Dies ist völliger Unsinn und würde die Welt in Flammen aufgehen lassen. Die UNO-Charta verbietet Angriffskriege klar, jedes Land darf seine Regierungsform gemäß dem Prinzip der Souveränität selber bestimmen. Die NATO kann Regierungen stürzen, aber NATO-Bomben können keine Demokratie erschaffen, wie die tragischen Beispiele Afghanistan, Irak und Libyen in aller Deutlichkeit zeigen."
- Teresa Simon
Zypressensommer
(156)Aktuelle Rezension von: Ida94Dieses Buch hat mich ab dem ersten Zeilen in seinen Bann gezogen gehabt. Es handelt von der jungen Julia, welche von ihrem Großvater am Sterbebett einen kleinen Zettel mit Notizen überreicht bekommt. Sie geht diesem Geheimnis nach und setzt sich kurzerhand in den Flieger, um nach Italien zu fliegen, wo ihr Großvater herkam. Das Buch nimmt viele Wendungen und birgt auch schwere Kost. Der Schreibstil ist leichtgängig. Ich habe mir Notizen zum Stammbaum erstellt, um anfangs die Übersicht zu halten. Dies kann sehr hilfreich sein, um die Verwandtschaftsverhältnisse zu verstehen.
Ich empfehle dieses Buch wärmstens.
- Wolfgang Schorlau
Der große Plan
(38)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannEigentlich will und kann man es nicht mehr hören: Griechenlandkrise, drohende Staatspleite, Korruption und Schattenwirtschaft und über allem verschiedene Euro-Rettungsschirme zur Rettung Griechenlands. Zu lange geht bereits diese ewige hin und her – und oft versteht man nur noch Bahnhof. Irgendwie kann man sich noch daran erinnern, dass Griechenland bei den Zahlen, die als Aufnahmekriterien für den Euro-Beitritt von der EU festgelegt worden waren, „getürkt“ hat. Kann hier ein Krimi die möglicherweise entstandene Lethargie ein wenig aufmischen?
Wer die bisherigen „Dengler-Fälle“ kennt, wird hier relativ verlässlich Zustimmung signalisieren, die in dieser Hinsicht noch unbedarften Leser werden durch die gekonnte Verschmelzung von Realität und Fiktion wohl ebenfalls schnell in den Bann einer Mischung aus Spannung, Aktualität und Rückblick hineingezogen werden. In diesem für Dengler-Verhältnisse „großen Fall“ (das Außenministerium ist Auftraggeber) gibt es neben einer neuen Mitarbeiterin (natürlich so hübsch und intelligent, dass Dengler zwischen ihr und seiner Olga hin und her gerissen ist …) ein ganzes Team von Zuarbeitern – in Person seiner altbekannten Freunde sowie seinem Sohn.
Durch eine geschickt inszenierte Aufgabenverteilung innerhalb des Teams gelingt es dem Autor nicht nur Hintergrund und Lösungsbemühungen der Entführung einer Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes spannend in Szene zu setzten, sondern auch Details der sogenannten Griechenlandkrise (nebst den Vorurteilen zur griechischen Mentalität) verständlich darzustellen. Zwar geschieht dies in einer abgespeckten Version, aber insgesamt wohl so gut recherchiert (wird am Schluss des Buches dargestellt), dass die Kernaussagen wohl korrekt sind. So erfährt man etwas über die Zusammenhänge von Real- und Finanzwirtschaft, von Geldströmen, dem von Gier und Macht vernebelten Vorgehen der internationalen Banken (die „Großen 14“), von sogenannten Swaps und anderen Möglichkeiten sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern.
Eigenbunden ist der Fall in die Verbrechen der deutschen Wehrmacht in Griechenland im zweiten Weltkrieg – und deren Auswirkungen bis in die Jetztzeit (Stichwort: Zwangsanleihen). Es tut körperlich weh, sich mit den von deutschen Soldaten verübten Gräueltaten auseinanderzusetzten. Aber es hilft, die berechtigten Anliegen der Griechen besser zu verstehen. Zumal offensichtlich die Entschädigungszahlungen durch geschickte Formulierungen (wer da auch immer mit wem gekungelt hat …) im „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ (kein Friedensvertrag) bislang vermieden werden konnten.
Nach der Lektüre dieses Krimis wird man wohl mit etwas anderen Augen auf die Griechen und die sogenannte Griechenlandkrise blicken. Hut ab für eine gekonnte Mischung aus Spannung und Aufklärung.
(19.11.2018)
- Ronald H. Balson
Hannah und ihre Brüder
(134)Aktuelle Rezension von: HannaFeilitzschFesselnde Geschichte zweier Jungen, die als Brüder aufwachsen und sich durch den Holocaust als Feinde gegenüberstehen. Sechzig Jahre später begegnen sie sich in Chicago. Als Ben Solomon den angesehenen Rosenzweig mit der Waffe bedroht, wird sofort klar, dass etwas Großes hinter der Geschichte steckt. Eine Maschinerie wird in Gang gebracht, die am Ende die Wahrheit ans Licht bringt. Von der ersten Seite an hat mich dieses Buch gefesselt. Klare Leseempfehlung.
- Simon Stranger
Vergesst unsere Namen nicht
(43)Aktuelle Rezension von: JamiiHvor mye må det vel ikke til for å bevare sin verdighet, sin mennesklighet, når hele systemet, du er plassert inn i, er bygget opp med ett eneste formål: å ta det vekk fra deg? (Wie viel braucht es wohl, um die eigene Würde und Menschlichkeit zu bewahren, wenn das gesamte System, in dem du plaziert bist, nur ein einziges Ziel hat: Sie dir zu nehmen?
Inhalt
Als Simon Strangers Sohn eines Tages den Stolperstein von Hirsch Komissar freilegt, setzt das eine Reihe von Ereignissen in Gang, die Teile der Familiengeschichte seiner Frau Rikke aufdeckt.
Was macht es mit Menschen, in ein Haus zu ziehen, in dem während des zweiten Weltkriegs eine der gefürchtetsten Banden Norwegens ihr Unwesen trieb und zahlreiche Menschen folterte und umbrachte?
Was ist mit Hirsch passiert, nachdem er eines Vormittages in ein Gefangenenlager gebracht wurde und wie reagierten seine Kinder auf die Nachricht von seinem Tod?
Und was muss passieren, damit der Sohn eines Schuhmachers zu einem der meistverhasstesten Schreckensgestalten Norwegens wird?
Meine Meinung
Von der ersten Seite an, findet Stranger genau die richtigen Worte, um seine Leser_innen zu treffen. Mehr als ein Mal musste ich das Buch auf die Seite legen, ein paar Mal tief durchatmen und eine kurze Pause einlegen, bevor ich weiterlesen konnte. Das lag sicher auch daran, dass das Buch, wo es nur irgendwie möglich war, auf historischen Ereignissen beruht.
Durch den Aufbau des Buches und der Kapitel (A wie Anklage, B wie Bande, usw) und dass er dieses Format immer wieder aufgreift, bringt Leser_innen immer wieder aus dem Buch heraus, gibt einem Platz und kurze Atempausen. Gleichzeitig macht er mit den Wörtern, die er als Vergleiche verwendet, Andeutungen, die oft grausamer sind, als es Beschreibungen wären. (Anm: hier kann ich nur von den, in der Originalsprache verwendeten, Wörtern ausgehen, weil das die einzige Ausgabe ist, die ich gelesen habe, ich weiß nicht, wie die übersetzt wurden)
Was die Charaktere betrifft, sind die meisten Aktionen wenigstens teilweise nachvollziehbar. Hauptsächlich Rinnan und (teilweise) Ellen haben meiner Meinung nach oft wiedersprüchlich gehandelt.
Was mich im Laufe des Buches oft verwirrt hat und wovon ich mir mehr gewunschen hätte, wäre ein Übersicht, wie die einzelnen Personen miteinander in Verbindung stehen. Obwohl ein Glossar vielleicht etwas kontraproduktiv wäre, weil es in gewisser Weise auch darum ging, die Familiengeschichte und deren Zusammenhänge auszugraben, hatte ich vor allem am Anfang oft Schwierigkeiten, Leute zuzuordnen.
Eine Sache, die vielleicht noch erwähnt werden sollte: in dem Buch fehlen jegliche Triggerwarnungen, obwohl Themen wie sexuelle und andere Gewalt, Selbstmord und natürlich Krieg und Folter erwähnt und ausdrücklich beschrieben werden.
Fazit
Es ist ein wirklich interessantes Buch, das mich jedenfalls öfter die Namen auf Stolpersteinen lesen lässt und Leuten in Erinnerung ruft, dass das diese Leute nicht nur Namen, sondern auch Kindheiten, Erinnerungen, Liebende und zu früh beendete Leben hatten. Wir werden ihre Namen nicht vergessen und dafür sorgen, dass sie noch lange nicht ein zweites Mal sterben.
Allerdings ist es kein Buch, dass man auf die leichte Schulter nehmen und einfach mal nebenbei lesen kann.
- Thomas Ziebula
Der rote Judas
(74)Aktuelle Rezension von: WelpemaxThomas Ziebula als Autor ist mir ja schon durch historische Romane bekannt gewesen und er kann es auch mit historischen Krimis. Ich brauche zwar immer ein wenig länger, wenn historische Elemente eine Rolle spielen, aber dann hatte es mich durchaus gepackt und es war bis zum Ende durchgehend spannend. Mir gefiel Stainer und auch der spät hinzukommende Junghans, mir gefiel das Setting Leipzig der 1920er Jahre und ich mochte die Karten und die Beschreibungen der Orte und habe versucht mir vorzustellen wo sie im heutigen Leipzig so entlang gingen. Stainer war für mich eine charakterstarke Persönlichkeit, aber nicht völlig unnahbar. Insgesamt freue ich mich auf weitere Bände und auch auf weiteren Mix zwischen Historie und Kriminalfall. Fazit: 4,5 ⭐️
- Andreas Izquierdo
Fräulein Hedy träumt vom Fliegen
(77)Aktuelle Rezension von: schmoekerstundeDiese feinfühlige und bewegende Geschichte erzählt von einer Frau, die den Mut findet, sich aus gesellschaftlichen Zwängen zu befreien und endlich für ihre eigenen Träume einzustehen.
Hedy, die zunächst ein stilles, angepasstes Leben führt, entwickelt sich zu einer starken, mutigen und zugleich tief menschlichen Figur. Lange Zeit funktioniert sie nur – bis sie beschließt, wirklich zu leben.
Ein leiser Traum vom Fliegen wird zum Weckruf einer späten Selbstbefreiung.
Andreas Izquierdo erzählt mit großer Empathie, feiner Ironie und einem außergewöhnlichen Gespür für Figuren.
Ein zutiefst hoffnungsvoller, kraftvoller Roman über Freiheit, Selbstbestimmung und den Mut, über sich hinauszuwachsen.
Eine poetische Hommage an alle, die sich ihre Träume bewahren und nicht aufhören zu träumen, ganz gleich in welchem Alter.
- Annette Hess
Deutsches Haus
(40)Aktuelle Rezension von: Svenjas_BookChallengesFrankfurt, 1963. Hier setzt die Geschichte von Annette Hess‘ Roman „Deutsches Haus“ ein. Und auch geschichtlich ist dieser Schauplatz relevant, denn im Jahr 1963 beginnt in Frankfurt der Auschwitz-Prozess, bei dem sich 22 Angeklagte wegen ihrer Beteiligung an den in Auschwitz verübten Verbrechen verantworten müssen. Genau das ist Hauptgegenstand des Romans, dessen Protagonistin Eva Bruhns als Übersetzerin am Prozess beteiligt ist.
Eva ist zu Beginn eine relativ unbedarfte, vielleicht sogar naive junge Frau – sie freut sich auf die Verlobung mit ihrem Freund Jürgen und springt zunächst kurzfristig und unwissend bei einem Übersetzungsauftrag ein. Als sie schließlich realisiert, wobei es in dem Prozess, bei dem sie die Zeug*innen-Aussagen übersetzen soll, geht, ist sie zutiefst schockiert, setzt aber auch alles daran, um zur Aufklärung beizutragen. Eva verkörpert in dem Roman von Annette Hess die Nachkriegs-Generation. Während des Zweiten Weltkriegs war sie noch ein kleines Kind und beginnt erst jetzt, im Erwachsenenalter und mit Beginn der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen in den 1960er Jahren, das ganze Ausmaß der begangenen Verbrechen zu begreifen.
Annette Hess zeichnet dabei ein erschreckend realistisches Bild der Stimmung in der Bundesrepublik 20 Jahre nach Ende des Krieges – niemand möchte etwas über die Vergangenheit wissen, niemand ist so richtig an Aufklärung interessiert und überhaupt hat ja sowieso niemand, nicht einmal ehemalige hochrangige SS-Offiziere, etwas gewusst. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess durchbricht dieses Schweigen, dieses konsequente Wegignorieren. Hess zeigt dabei aber auch, welchen Problemen und welcher Gegenwehr aus der Bevölkerung sich die Staatsanwaltschaft stellen musste, um die in Auschwitz begangenen Morde überhaupt zur Anklage bringen zu können.
Das alles lässt sie die junge Eva Bruhns erleben und eines ist sicher – auch ihre Welt ist nicht so heil, wie sie immer geglaubt hat. Leidenschaftlich und kompromisslos setzt sie sich für die Wahrheit ein. Ihr Konflikt mit der Vergangenheit wird dabei ebenso dargestellt wie die Folgen für die Überlebenden aus Auschwitz – Annette Hess gelingt es, ein bewegendes, einfühlsames und oftmals schonungsloses Bild eines Nachkriegs-Deutschlands zu zeichnen, in dem die Opfer des Holocaust lange keinen Platz und keine Stimme hatten.
Trotz der schweren Thematik habe ich „Deutsches Haus“, das übrigens wahnsinnig gut von Eva Meckbach gelesen wird, sehr gerne gehört. Weil die Geschichte eben auch etwas Hoffnungsvolles hat – Hoffnung auf eine neue Generation, auf Aufarbeitung und Heilung. Aber natürlich ist es alles andere als leicht, die Ausreden der Täter zu hören, ihre Rechtfertigung, ihr Schweigen – aber wichtig. Ebenso wie das Buch bzw. Hörbuch kann ich übrigens auch die gleichnamige Serie aus 2023 sehr empfehlen!
- Joe J. Heydecker
Der Nürnberger Prozeß
(7)Aktuelle Rezension von: sabatayn76Inhalt:
Joe J. Heydecker war einer der wenigen deutschen Berichterstatter beim Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg und schrieb zusammen mit Johannes Leeb das bereits 1958 erstveröffentlichte Standardwerk 'Der Nürnberger Prozess', das nun zum 70. Jahrestag als überarbeitete Neuausgabe erschien.
In 'Der Nürnberger Prozess' werden die Suche nach den Kriegsverbrechern, ihre Inhaftierung, die einzelnen historischen Stationen zwischen Hitlers Machtergreifung im Jahre 1933 und der Kapitulation Deutschlands im Jahre 1945, der Prozessverlauf, die Aussagen der Angeklagten und die Urteilsverkündung detailliert behandelt und zudem erklärt, wie das jeweilige Urteil zustande kam.
Mein Eindruck:
Ich habe mich schon sehr intensiv mit dem Dritten Reich beschäftigt und mich deshalb sehr auf die umfangreichen Schilderungen über den Nürnberger Prozess gefreut. Meine Erwartungen an das Buch wurden nicht enttäuscht, und ich habe durch die Lektüre viel Neues gelernt und spannende Einblicke in bislang unbekannte Aspekte in der Geschichte des Dritten Reiches erhalten.
Der Prozess wird im Buch minuziös wiedergegeben: die Räume, die Personen, die Anklagepunkte, die Urteile, die einzelnen Geschehnisse beim Prozess, die historischen Ereignisse und die Zusammenhänge werden im Detail geschildert, wodurch man sich als Leser beinahe als Zeuge fühlt, dem Prozess fast als Zuschauer und Zuhörer beiwohnt. Mir haben die lebendigen Beschreibungen mit den vielen Dialogen und Zitaten sehr gut gefallen, und sie haben mein Wissen um das Dritte Reich noch intensiviert.
An den über 700 Seiten liest man auch als schneller Leser eine ganze Weile, zumal das Buch inhaltlich zeitweise so dicht ist, dass man meiner Meinung nach kaum mehrere Kapitel am Stück lesen kann.
Besonders faszinierend und fesselnd fand ich den Abschnitt 'Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte', der einem klar vor Augen führt, was Hitlers Sieg für Deutschland, Europa und die Welt noch bedeutet hätte. Auch die Fotografien und den Anhang mit dem Wortlaut von zusätzlichen Originaldokumenten, der Zeittafel, der umfangreichen Bibliografie und dem hilfreichen Register fand ich gelungen.
Mein Resümee:
Im Buch finden Sie wahrscheinlich alles, was Sie über den Nürnberger Prozess wissen wollen. Sehr empfehlenswert! - Amber & Berg
Pandora
(58)Aktuelle Rezension von: StephanusBerlin im Jahr 1948. Die Stadt liegt in Trümmern und das Leben beginnt sich wieder zu organisieren. So auch die Unterwelt, die rasch aus dem Mangel Kapital schlägt und Schieber gelangen zu großem Reichtum. Vor diesem Hintergrund muss der neu nach Berlin gekommene Kommissar Hans-Joachim Stein den Mord an einem Schieberkönig aufklären. Sehr bald merkt er, dass die Polizei selbst nicht immer auf dem Weg des Gesetzes geht und die neu gegründete Mordkommission Berlin West noch weit von einer normalen Polizeibehörde entfernt ist. Die Ermittlungen führen ihn in die Halb- und Unterwelt der Stadt und oft gerät Stein an eine Mauer des Schweigens. Als ein weiterer Mord passiert versucht sein Chef diesen zu vertuschen und Stein merkt sehr schnell, dass der Geist des Nationalsozialismus noch allgegenwärtig ist. Mit Hilfe seines Assistenten, an seinem Chef vorbei, gelingt ihm aber schließlich die Aufklärung der Verbrechen.
Die Handlung wird vom Autor im Berlin der Nachkriegszeit eingebettet. Dabei wird zunächst sehr detailreich die Stadt und die Situation der Stadt gezeichnet. Leider kommen die einzelnen Charaktere dabei ein wenig zu kurz und bleiben teils schemenhaft. Die Krimi-Handlung ist ordentlich konstruiert, leidet aber ein wenig an den vielen Orten, die beschrieben werden. Die Spannung hält sich dabei in Grenzen. Die Behandlung des Nationalsozialismus gerät dann ab der Mitte des Buches zu dominant und lässt die Krimi-Handlung fast in den Hintergrund treten. Das Buch war für mich daher leider nur Durchschnitt und es gibt andere Autoren, die den Spagat aus Krimi und Nazionalsozialismus in Berlin deutlich besser bewerkstelligt haben.
- Marc Elsberg
Der Fall des Präsidenten
(4)Aktuelle Rezension von: LennyIch bin sonst immer sehr geflasht, nach Büchern von diesem Autor, diesmal blieb der Effekt aus. Natürlich ist auch diese Story erschreckend. Erschreckend was für Regierungen Menschenleben wert sind... und wie damit gepockert wird...
Gepackt hat es mich diesmal nicht so. Ich weiß nicht warum. Vielleicht ist das Thema nicht so meins... und natürlich hoffe ich sehr, dass man nicht so pockert....
- Beate Sauer
Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2)
(109)Aktuelle Rezension von: biancaschFriederike Matthée ermittelt in einem Mordfall. Das Opfer ist eine ehemalige Kriminalbeamtin und die Täterin ist sofort gefunden… Natürlich nicht! Das Opfer war in der Vergangenheit auch Täterin und die Tatverdächtige ein Opfer. Und ist sie überhaupt die Täterin?
Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit und die Liebe darf auch nicht fehlen.
Mehr möchte ich gar nicht schreiben. Das Buch ist unterhaltsam, kurzweilig und leicht zu lesen.
Eine tolle Urlaubslektüre.























