Bücher mit dem Tag "krimiklassiker"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "krimiklassiker" gekennzeichnet haben.

121 Bücher

  1. Cover des Buches Mord im Orientexpress (ISBN: 9783455001914)
    Agatha Christie

    Mord im Orientexpress

     (778)
    Aktuelle Rezension von: HeleneSchneider

    nicht zu toppen, Krimi ohne zu viel Schreck

  2. Cover des Buches Mord im Pfarrhaus (ISBN: 9783455650075)
    Agatha Christie

    Mord im Pfarrhaus

     (239)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra_Wagner

    wie auch schon der erste Poirot ist der erste Fall für Miss Marple schon ein Paradebeispiel für Agatha Christies Krimikunst - den Leser erwartet eine wirklich clevere Lösung!

  3. Cover des Buches Und dann gab's keines mehr (ISBN: 9783596511143)
    Agatha Christie

    Und dann gab's keines mehr

     (289)
    Aktuelle Rezension von: dieNachteule

    Inhalt

    Der mysteriöse U.N. Owen bittet zehn Personen zu Gast auf seine Privatinsel. Dahingegen lässt der Gastgeber auf sich warten, während sich die Gesellschaft bereits auf der abgeschiedenen ,,Nigger Island" befindet und darüber sinniert, welchen Ursprung die ominöse Einladung eigentlich hat. Eines Abends werden die Männer und Frauen sowohl kurz und knapp als auch geheimnisumwittert darüber aufgeklärt, was ihnen bevorsteht. Peu à peu kommen die Gäste einer nach dem anderen zu Tode. Paranoia macht sich breit und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt, um den Mörder ausfindig zu machen ...

    Informationen zum Buch

    Agatha Christie fußt den Roman auf Basis des Kinderreims ,,Zehn kleine Negerlein". In einem Vorwort greift der Verlag diesen delikaten Aspekt kurz auf. Jeder muss mit sich selbst ausmachen, wie er zum Thema politische Fairness steht. Der gesamte Roman hätte seinen Sinn verloren, wenn genau diese Basis abgeändert worden wäre.

    Charaktere

    Miss Emily Brent, Miss Vera Claythorne, Mr. und Mrs. Rogers, Mr. Blore, Richter Wargrave, Dr. Armstrong, General Macarthur, Anthony Marston und Philip Lombard haben mich allesamt entsetzt. Agatha Christie hat bestimmte Figuren deutlich detaillierter ausgearbeitet, weshalb der ein oder andere etwas unter den Tisch fällt. Nichtsdestoweniger ist die Personage grundsätzlich authentisch. Nur hin und wieder kommt die Frage auf, weshalb äußerst unlogische und vor allem blauäugige Gedanken zustande gebracht werden.

    Resümee

    Vorab musste ich an das Gesellschaftsspiel Cluedo denken, denn es gibt gewisse Strukturen, die geringfügig ähnlich sind. Davon abgesehen hat mich das Buch derartig gefesselt, dass ich es beinahe nonstop von spätnachmittags bis mitternachts durchgelesen habe. Meiner Meinung nach macht das ein Meisterwerk aus, im Zusammenspiel mit der Plausibilität der Geschichte, der Au­then­ti­zi­tät der Figuren, allgemein dem Grundkonzept und dem Schreib- und Sprachstil seitens der Autorin. Die Wendung, die die Geschichte zum Ende hin nahm, hat mich erstaunt, zumal ich bis dato vollkommen im Dunkeln tappte hinsichtlich des Mörders und seinen Beweggründen. Letztere fand ich sehr spannend, weil ich damit absolut nicht gerechnet habe.
    Auf alle Fälle ein empfehlenswerter Lesegenuss!

  4. Cover des Buches Mord im Spiegel (ISBN: 9783455650587)
    Agatha Christie

    Mord im Spiegel

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Walli_Gabs

    Miss Marple ermittelt – allerdings die meiste Zeit aus ihrem eigenen Wohnzimmer heraus. Die alte Dame hat durch eine schwere Bronchitis einiges von ihrer Rüstigkeit eingebüßt. Ihr besorgter Neffe hat sogar eine Pflegekraft bei ihr einquartiert, die ihr mächtig auf die Nerven geht. Über die Geschehnisse in ihrem Wohnort St. Mary Mead ist sie aber nach wie vor gut informiert, denn unter anderem ihre Freundin Mrs. Bantry versorgt sie mit den neuesten Entwicklungen. Deren altes Haus, Gossington Hall (in dem viele Jahre zuvor „Die Tote in der Bibliothek“ ermordet vor dem Kamin lag, nachzulesen im gleichnamigen Krimi), wurde an eine berühmte amerikanische Filmschauspielerin namens Marina Gregg verkauft – ein Umstand, dem Mrs. Bantry die Einladung zur Einweihungsfeier verdankt. Die Party findet jedoch ein jähes Ende, als einer der Gäste stirbt. Das Opfer, Mrs. Badcock, hat einen vergifteten Cocktail getrunken. Doch wer könnte ein Interesse daran gehabt haben, die Sekretärin eines Wohltätigkeitsvereins zu ermorden – und das vor aller Augen?

    „Mord im Spiegel“ ist der achte von insgesamt zwölf Miss-Marple-Krimis. Er wurde 1962 veröffentlicht, 32 Jahre, nachdem der erste Fall der Hobbydetektivin erschien – kein Wunder, dass sie inzwischen in die Jahre gekommen ist! Dass Mrs. Marple ihre Informationen nur aus zweiter Hand erhält, stört weniger, als ich zu Beginn befürchtete. Ihr Hadern mit Alter und Gebrechlichkeit ist nachvollziehbar geschildert und gibt der Geschichte noch eine neue Facette. Weniger gelungen fand ich, dass die Auflösung am Ende relativ rasch abgehandelt wurde und nicht alle offenen Fragen beantwortete – das ist normalerweise nicht Agatha Christies Stil. Die ein oder andere Verwicklung wäre vielleicht auch nicht nötig gewesen. Einige von Christies anderen Cosy Crimes sind noch raffinierter konzipiert, doch ich habe auch diesen Krimi fast in einem Rutsch verschlungen und gespannt mitgerätselt. Solide Unterhaltung von der Queen of Crime!

  5. Cover des Buches Die Morde des Herrn ABC (ISBN: 9783455650037)
    Agatha Christie

    Die Morde des Herrn ABC

     (150)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra_Wagner

    nicht der typische Poirot, aber trotzdem einer der besten.

  6. Cover des Buches Das Böse unter der Sonne (ISBN: 9783455650273)
    Agatha Christie

    Das Böse unter der Sonne

     (139)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Einer der bekanntesten Krimis mit Hercule Poirot, die Verfilmung läuft ja des öfteren im TV. Auch wenn man die Auflösung schon kennt (die hier natürlich nicht verraten wird), ist es doch atemberaubend, wie am Ende das Image des bildschönen Mordopfers um 180 Grad gewendet wird und man fetsstellt, daß so ziemlich nur Unwahrheiten und Gehässigkeiten über sie kursierten. Ehepaar Gardener ist zum Schießen, und Monsieur Poirot erwacht nur ganz langsam aus seiner Sommerlethargie, wenn er den "Sherlock Holmes spielt". Auch ein sehr schönes Zeit- und Gesellschaftsporträt!

  7. Cover des Buches Das Versprechen (ISBN: 9783866152298)
    Friedrich Dürrenmatt

    Das Versprechen

     (440)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte
    „Wir könnten nur das Mögliche tun, und das hätten wir getan. Kinder seien immer in Gefahr. Man zähle über zweihundert Sittlichkeitsverbrechen im Jahr. Allein im Kanton. Wir könnten die Eltern aufklären, die Kinder warnen, das hätten wir alles getan, aber wir könnten nicht das Polizeinetz so dicht knüpfen, daß keine Verbrechen mehr geschähen. Verbrechen geschähen immer, nicht weil es zu wenig Polizisten, sondern weil es überhaupt Polizisten gebe. Wenn wir nicht nötig wären, gäbe es auch keine Verbrechen. Das müßten wir uns vor Augen halten. Wir müßten unsere Pflicht tun, da habe Matthäi recht, aber unsere erste Pflicht sei es, in unseren Grenzen zu bleiben, sonst würden wir nur einen Polizeistaat errichten.“ (K 18; S.71)

    Rahmenhandlung

    Nach einem Vortrag des Ich-Erzählers in Chur über seine Arbeit als Kriminalbuchautor kommt ein ehemaliger Polizeikommandant der Kantonspolizei Zürich auf ihn zu und kritisiert seine Realitätsferne. Im wahren Leben würden Täter nicht immer gefasst und der Zufall käme in Kriminalromanen allzu oft vor. Um seine Kritik zu untermauern, nimmt dieser den Autor in seinem Wagen mit nach Zürich und erzählt ihm vom Schicksal des ehemaligen Kommissar Matthäi, einstmals sein >fähigster Mann<.

    Ausgangslage Binnenhandlung

    Mägendorf (fiktiver Ort im Kanton Zürich, Schweiz), 1950er: Die 8 jährige Girtli Moser wird tot in einem Wald aufgefunden. Die Menschen im Dorf beschuldigen schnell den Mann, der sie aufgefunden hat -ein Hausierer namens ‚von Gunten‘. Der Kommissar Matthäi hat seine Zweifel an dessen Schuld und verspricht der Mutter von Girtli, den wahren Mörder zu fassen. Es beginnt eine aufwendige Jagd, die Matthäi alle Nerven kosten wird. Am Ende ist ihm jedes Mittel recht, um den Kindermörder seiner gerechten Strafe zu unterziehen.

    Kann ein Zweck die Mittel heiligen?

    Der Roman DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt wirft viele Fragen auf. Am eindringlichsten: Wo liegen die Paarallelen und Unterschiede zwischen realer Polizeiarbeit und künstlerischer Fiktion in Romanen sowie Filmen? Der Roman entstand 1958 nach dem Film „Es geschah am hellichten Tag“ mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe in den Hauptrollen. Im Mai 1957 erhielt Dürrenmatt vom Schweizer Filmproduzenten Lazar Wechsler den Auftrag, das Drehbuch für einen Kinofilm zu schreiben. Es sollte darin um Sexualverbrechen an Kindern gehen. Dürrenmatt nahm den Auftrag an und verfasste die Vorlage zum späteren Filmdrehbuch. Dürrenmatt schrieb zusammen mit Ladislao Vajda und Hans Jacoby das Filmskript, war aber nicht zufrieden mit dem Filmende. Es sei nicht realitätsnah, urteilte der Schriftsteller. So veröffentlichte er im selben Jahr DAS VERBRECHEN, ein „Requiem auf den Kriminalroman“ wie er ihn selbst bezeichnete.

    Der Roman regt zum Nachdenken an & bleibt lange im Gedächtnis.

    Ich selbst habe den Film (noch) nicht gesehen und enthalte mich daher jedes Vergleichs. Ich kann nur über Dürrenmatts schriftliche Umsetzung des ernsten, beklemmenden & grausamen Themas urteilen. Dürrenmatt entwürft, meiner Meinung nach, ein realitätsnahes Bild einer Ermittlung. Die Polizei möchte immer schnell Verbrechen aufklären, gerade bei Mord kann der öffentliche Druck die Ermittler schnell zu Aussagen wie „Wir werden den Täter kriegen!“ oder „Der wird uns in die Falle laufen!“ verleiten. Dass diese Versprechen allerdings nicht immer eingehalten werden können, zeigt dieser Roman auf eindringliche Weise. Auch die Ursachen und Folgen von Suggestion werden beleuchtet -ein großes Problem bei der Aufklärung von Straftaten zur damaligen Zeit.

    Sehr gut finde ich, dass Dürrenmatt, wenn es um die Darstellung des Verbrechens an sich geht, sehr umschreibend vorgeht. Er metaphorisiert die sexuelle Gewalt an den Mädchen mittels der Beschreibung eines Kleidungsstücks. Der Mörder habe es auf Mädchen mit roten Röcklein abgesehen. Es ist im ganzen Roman nie direkt die Rede von Schändung, alle Protagonisten sprechen von Mord bzw. „Lustmord“. Dadurch ist die Interpretation der Metaphern dem Rezipienten überlassen.

    Der Roman lässt sich in einem Rutsch durchlesen, ist spannend und erschütternd zugleich. Ich musste den Roman nach der Lektüre erstmal zur Seite legen und verdauen. Das Thema Sexualverbrechen an Kindern ist leider auch heute, fast 70 Jahre nach Erscheinen von DAS VERSPRECHEN traurige Realität.

    Fazit

    DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt ist ein Klassiker des Kriminalromans mit trauriger Aktualität. Der Roman ist kurzweilig und spannend, wirft aber auch ethische Fragen auf: Kann ein Zweck die Mittel heiligen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Ich empfehle die Lektüre jedem Polizisten und jedem Psychologen. Auch als Schullektüre kann es gut neben DIE PHYSIKER und DER BESUCH DER ALTEN DAME in den Kanon aufgenommen werden.

     

    Das Versprechen| Friedrich Dürrenmatt| Diogenes Taschenbuch Verlag| 1985| 158 Seiten| 10,00€

  8. Cover des Buches Das Eulenhaus (ISBN: 9783596167623)
    Agatha Christie

    Das Eulenhaus

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Sunaki

    Ein fairer Krimi zeichnet sich dadurch aus, dass der Leser Hinweise aufgreifen und miträtseln kann.

    Im Idealfall ist er dann unfähig den Fall selbst zu entwirren, während die Lösung im Nachhinein absolut schlüssig klingt, ohne dass versteckte Informationen im Nachhinein hinzugezogen werden müssen.

    Agatha Christie befindet sich in einer seltsamen Position. Ich wäre dazu bereit zu sagen, dass sie notorisch ist Hinweise zurück zu halten und ihre Fälle, wenn man sie auf Beweismittel reduziert, absolut unfair sind. 

    Regel No. 1 ist immer; "Der Mörder wird nicht verdächtigt nimmt aber regen Anteil an den Geschehnissen".

    Aber Regel No. 2 ist; "Physische Beweise sind komplett bedeutungslos."

    Ob nun Alibis, kaputte Uhren, letzte Worte, oder das ach so beliebte festlegen auf ein spezifisches Gender. 

    Dann aber hätten wir das psychologische Profil. Und ich denke hierbei scheint sie.

    Es mag schwer fallen das warum, oder wie zu entlarven, aber wenn man all die physischen Beweismittel vergisst und nur darauf achtgiebt was die Leute sagen, fällt es einen plötzlich viel viel leichter, ihre Intriegen zu durchschauen.

    Das Eulenhaus ist definitiv solch eine Story, allerdings auch eine der schwereren.

    Für Anfänger wäre wohl "Nemesis" eine gute Herrausforderung. Ich kam nahezu augenblicklich auf den Täter.


    Das Eulenhaus selbst ist eine furchtbar simple Geschichte. Generell ist das oft der Fall, alles wirkt so verworren und ist es doch nicht.

    Die Figur des Arztes mag unsympathisch sein, zeigt aber ungeahnte Größe, wie man im späteren Verlauf realisiert. Ob es sein Benehmen entschuldigt, liegt beim Leser.

    Der Cast ist diesmal recht erinnerungswürdig. Agathe hat bekanntlich die Angewohnheit drei identische  Buttler und vier Batchelors auf einmal einzuführen, welche dann etwas schwer ausrinanderzuhalten sind. 


  9. Cover des Buches Das Haus an der Düne (ISBN: 9783455651294)
    Agatha Christie

    Das Haus an der Düne

     (170)
    Aktuelle Rezension von: -Anett-

    Beim Urlaub an der englischen Riviera machen Hercule Poirot und Captain Hastings die Bekanntschaft der bezaubernden Nick Buckley. Das Erbe der jungen Frau allerdings, ein wunderschönes altes Haus mit Blick aufs Meer, scheint Begehrlichkeiten zu wecken. Denn gleich dreimal kommt es zu mysteriösen Unfällen, denen sie nur mit Glück heil entgeht. Für Poirot steht die Sache fest: Ohne seine Hilfe ist Miss Buckleys Schicksal besiegelt.


    Hier hat mir besonders gut die Zusammenarbeit von Poirot und Hastings (der auch des öfteren in den Büchern erscheint) gefallen. Wie die beiden miteinander überlegen und diskutieren ist gut zu lesen. Auch war es recht spannend, aufgrund auch mehrerer Verdächtiger. 


    Allerdings war ich hier von der Aufklärung am Ende nicht ganz so begeistert.

  10. Cover des Buches Das Geheimnis der Goldmine (ISBN: 9783455650563)
    Agatha Christie

    Das Geheimnis der Goldmine

     (111)
    Aktuelle Rezension von: -Anett-

    Mr Rex Fortescue, ein ruchloser Geschäftsmann, wird beim Nachmittagstee vergiftet - in seinen Jackentaschen findet die ratlose Polizei eine Handvoll Roggenkörner. Zu den Verdächtigen zählt neben den Familienmitgliedern auch das Personal. Als wenig später auch sein Hausmädchen stirbt, bekommt Inspector Neele Unterstützung von Miss Marple. Hat Mr Fortescues Goldmine in Südafrika etwas mit den Morden zu tun?


    Miss Marple habe ich noch nicht ganz so häufig gelesen, wie Hercules Poirot, aber auch dieses Buch konnte mich überzeugen und ist ein typischer Christie. Gut, spannend und sehr gute Wendungen der Geschichte. Einzig das Miss Marple erst so spät hinzu gekommen ist, fand ich etwas schade. Ansonsten große Agatha Christie Empfehlung.

    Mr Rex Fortescue, ein ruchloser Geschäftsmann, wird beim Nachmittagstee vergiftet - in seinen Jackentaschen findet die ratlose Polizei eine Handvoll Roggenkörner. Zu den Verdächtigen zählt neben den Familienmitgliedern auch das Personal. Als wenig später auch sein Hausmädchen stirbt, bekommt Inspector Neele Unterstützung von Miss Marple. Hat Mr Fortescues Goldmine in Südafrika etwas mit den Morden zu tun?


    Miss Marple habe ich noch nicht ganz so häufig gelesen, wie Hercules Poirot, aber auch dieses Buch konnte mich überzeugen und ist ein typischer Christie. Gut, spannend und sehr gute Wendungen der Geschichte. Einzig das Miss Marple erst so spät hinzu gekommen ist, fand ich etwas schade. Ansonsten große Agatha Christie Empfehlung.

  11. Cover des Buches Ruhe unsanft (ISBN: 9783455650310)
    Agatha Christie

    Ruhe unsanft

     (156)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Inhalt: Gwenda Reed möchte mit ihren Mann Gils Reed von Neuseeland, wo sie beide aufgewachsen sind, nach England ziehen. Sie sucht sich die kleine Stadt Dillmouth aus und verliebt sich ohne scheinbaren Grund in ein Haus. Doch schon bald kommt es ihr so vor, als würde es dort spuken. Als sie mit Freunden und Miss Marple ein Theater besucht, kommt eine Erinnerung an eine Tote in ihr hoch, die sie als dreijähriges Kind gesehen hat. Gwenda befürchtet verrückt zu werden, doch Miss Marple redet ihr gut zu und es stellt sich heraus, dass es ihre Stiefmutter war, die sie erdrosselt in ihrer Erinnerung gesehen hat. Vor fast 20 Jahren hat sie mit ihrem Vater und Helen, ihrer Stiefmutter, indem Haus gewohnt, was sie jetzt mit ihrem Mann wieder gemietet hat. Sie, ihr Mann und Miss Marple gehen auf die Spur des Mörders, denn die tote Helen, deren Geist noch immer in „Hillside“ ist, scheint keine Ruhe zu geben, bis ihr Mord endlich aufgeklärt wird.

     

    Dies ist mein zweiter Miss Marple Fall. Dieser hat mir etwas besser gefallen als der Erste. Allerdings hatte ich mich am Anfang wirklich gewundert, ob das wirklich ein Krimi wird, denn das hatte es zunächst nicht wie Gwenda Reed ein Haus gesucht hat und dann dort seltsame Vorstellungen hatte wie es einst mal war. Zudem liegt der Mordfall 18 Jahre zurück. Es war schon am Anfang etwas komisch mitzuerleben, wie die Figuren Spuren hinterhergingen, die ja so lange Zeit zurücklagen und auch etwas seltsam wie gut sich die Zeugen an so manche Dinge erinnern. Wenn mich jemand etwas fragen würde, was vor 18 Jahren war (da war ich 13/14), könnte ich ihm glaube ich nicht mehr sagen, als dass ich da in die Schule gegangen bin. Das Gedächtnis von manchen ist schon erstaunlich. Allerdings habe ich das in meinem Umfeld auch schon festgestellt. Manche können sich an so viel aus der Vergangenheit erinnern, während mein Kopf wie ein Sieb ist.

    Zudem schien der Fall ziemlich klar zu sein und gleichzeitig, weil der Verdacht auf ihren Vater gelenkt wurde, konnte ich nachvollziehen, warum Gwenda dem nachging, da sie nicht wahrhaben wollte, dass ihr Vater eventuell ein Mörder war. Schließlich wurden immer mehr Aspekte und Verdächtigte ausgebuddelt, dass es gar nicht mehr so klar schien. Ab da an habe ich gemerkt, dass es wirklich ein Krimi ist, auch wenn die Perspektive von ein paar Hobbydetektiven sich bei mir etwas komisch liest, da ich ja gewohnt bin Kriminalbeamte zu verfolgen. Aber ich muss auch sagen, dass die Geschichte da immer mehr Fahrt aufgenommen hat und mir dadurch auch besser gefallen hat, da es nicht mehr wie Kaffeeklatsch gewirkt hatte, sondern wie Detektivarbeit. Allerdings mussten die Reeds natürlich immer etwas anders an die Zeugen und Verdächtigen herantreten als ein Polizist. Dieser geht zu den Leuten und spricht offen sein Begehren. Das Ehepaar musste sich zunächst einen Vorwand suchen, warum sie die Person aufsuchten und dann über Umwege beim Gespräch zu den eigentlich für sie interessanten Punkten kommen. Das war schon ziemlich gut gemacht.

     

    Miss Marple fand ich tatsächlich dabei eher störend. Zum einen weiß ich gar nicht mehr genau, wie sie überhaupt auf das Ehepaar aufmerksam wurde (wahrscheinlich durch gemeinsame Bekannte) und sie hat sich dann eingemischt, ohne sich wirklich einzumischen. Sie hat zwar immer mal Hinweise gegeben und die Reeds auf eine neue Spur gebracht, aber dadurch, dass ich das Gefühl hatte, dass sie den Zweien etwas verheimlicht und eigentlich schon weiß, wie die der Hase gelaufen ist, fand ich das nervig. Dieses Geheimnistuerische bei Detektiven kann ich nicht leiden. Wenn der Mörder lügt und intrigiert kann man das ja nachvollziehen, aber warum spricht Miss Marple nicht aus, was sie weiß?

    Und dann bei der Auflösung bringt sie natürlich noch die restlichen Puzzleteile zusammen und tut so, als hätte es ja nie anders sein können. Unnötig meiner Meinung und das Buch hätte auch gut ohne sie als Figur funktioniert, weil sie für mich der Inbegriff einer Klatschtante ist, welche ich nicht wirklich leiden kann.

     

    Vom Schreibstil ging das für mich in Ordnung wie die anderen Bände, die ich bereits gelesen habe. An manchen Stellen liest es sich etwas hölzern und kompliziert und gleichzeitig verbreitet genau das dem Flair von damals. Bestimmt liest sich das Original von damals ziemlich anstrengend, weshalb ich über diese Ausgabe sehr glücklich bin.

    Den deutschen Titel finde ich hier übrigens passend. Der Originaltitel ist zwar auch gut, aber der deutsche spielt gut auf den Inhalt an und gerade dieser hat mich dazu gebracht, genau zu diesem Roman von Agatha Christie zu greifen.

     

    Fazit: Mit etwas Ladehemmungen am Anfang hat sich die Geschichte für mich spannend entwickelt. Ich habe mitgerätselt und bin selber öfter auf die falsche Fährte geraten. Die Auflösung am Ende war für mich durchaus überraschend, da die Figuren mit ihren Erklärungen eigentlich alle ziemlich glaubwürdig wirkten. Ich vergebe den Buch gute 3,5 Sterne.

  12. Cover des Buches Die großen Vier (ISBN: 9783455650532)
    Agatha Christie

    Die großen Vier

     (73)
    Aktuelle Rezension von: ShalimaMoon

    Die Handlung: Poirot steht vor seinem bisher größten Fall. Eine Geheimorganisation mit vier einflussreichen Mitgliedern versucht ihn zum Schweigen zu bringen. Unterstützt wird er dabei von seinem alten Freund Hastings. Doch die großen Vier wollen sich einfach nicht schnappen lassen.

    Meine Meinung: Bisher war ich von Mrs. Christie sehr angetan und verschlang Poirots Fälle. Doch diesmal wollte mich der Fall einfach nicht packen. Es wirkte eher wie eine verwirrende Ansammlung an Kurzepisoden, die viel zu schnell gelöst wurden und irgendwie immer unbefriedigend endeten. Mit den großen Vier wurde ein Gegner geschaffen, der viel zu groß angelegt wirkte und so gar nicht in das übliche Whodunnit Schema passen wollte. Also habe ich ein bisschen nachgeforscht und anscheinend war Mrs. Christie bei der Arbeit an diesem Buch in finanziellen Nöten und hat dann tatsächlich die Kapitel einzelnd veröffentlicht, um möglichst schnell an ein wenig Geld zu kommen. Leider wirkte dadurch die Gesamthandlung sehr unausgewogen und verlor sich in seinen ständigen Hinweisen auf die großen Vier, die doch immer gleich endeten. Dadurch wurde es ein regelrechtes Durchquälen durch 224 Seiten, die nicht zu enden schienen. So freue ich mich nun auf weitere Werke und versuche diesen Fehlschlag einfach zu vergessen.

  13. Cover des Buches Das Geheimnis von Sittaford (ISBN: 9783596173686)
    Agatha Christie

    Das Geheimnis von Sittaford

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Walli_Gabs

    „Das Geheimnis von Sittaford“ ist kein ganz typischer Agatha-Christie-Krimi. Es ermitteln weder Miss Marple noch Hercule Poirot, ein übersinnliches Phänomen gibt Rätsel auf und eine scharfsinnige junge Frau will ihren Verlobten aus dem Gefängnis retten.

    Am Anfang steht wie so oft ein Mord: Captain Trevelyan, ein geiziger, alternder Junggeselle, wird tot aufgefunden. Die erbenden Verwandten scheinen allesamt ein Motiv zu haben – und fast alle zudem ein Alibi. Und dann ist da noch der merkwürdige Umstand, dass der Captain sein Herrenhaus im abgeschiedenen Sittaford während des Winters an eine Witwe und ihre Tochter vermietet und sich für kleines Geld in der nächstgelegenen Kleinstadt einquartiert hat.
    Inspektor Narracott versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen. Parallel ziehen Emily Trefusis, Verlobte des Hauptverdächtigen, und Charles Enderby, ein ambitionierter Journalist, Erkundigungen ein. Da die Anzahl von Dorfbewohnern und Familienmitgliedern nicht ganz klein ist, lässt sich dabei nur schwer miträtseln – ich hatte permanent den Eindruck, mindestens ein Drittel der Nebenfiguren nicht wirklich auf dem Schirm zu haben.

    Als solide Krimiunterhaltung geht „Das Geheimnis von Sittaford“ schon durch, aber ganz zufrieden war ich mit dem Leseerlebnis dennoch nicht. Freundschaftliche Beziehungen schildert Christie routiniert, aber ihre Liebespaare wirken meist etwas hölzern (was natürlich auch der Zeit geschuldet sein kann – dieser Krimi ist zum Beispiel von 1931). Oft treten sie erst zum Finale in Erscheinung, hier ist die verliebte Emily jedoch Hauptfigur. Doch so oft sie auch über ihren Verlobten spricht – was sie an ihm findet, bleibt ihr Geheimnis.
    Die Auflösung war mal wieder unvorhersehbar, aber in sich logisch. Die große Anzahl von Nebenschauplätzen und falschen Fährten war mir allerdings etwas viel und ich vermisste die üblichen Ermittler. „Das Geheimnis von Sittaford“ ist kein schlechter Krimi, aber von der Queen of Crime gibt es doch viele bessere.

  14. Cover des Buches Ein Mord wird angekündigt (ISBN: 9783455650242)
    Agatha Christie

    Ein Mord wird angekündigt

     (125)
    Aktuelle Rezension von: sina_liest

    Wieder eine toller Krimi. Ich muss zugeben, ich habe mir bei dem Fall ein bisschen was anderes darunter vorgestellt und die Ermittlungen fand ich kurzzeitig auch ein bisschen langatmig. Ansonsten kann ich wirklich nicht meckern.

    Besonders gefreut hat mich die Tatsache, dass wir diese Mal wieder etwas mehr Zeit mit Miss Marple haben. Die spärliche Präsenz hat mich im letzten Teil ja ein bisschen gestört, jetzt ist sie zum Glück früher mit dabei. Und natürlich bin ich wie immer nicht von allein auf des Rätsels Lösung gekommen. Christie hat es also mal wieder geschafft mich zu überraschen.

  15. Cover des Buches Der Richter und sein Henker (ISBN: 9783257600599)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Richter und sein Henker

     (1.238)
    Aktuelle Rezension von: The_Gamer9805

    Das Buch ist spannend. Es hat manche Stellen in denen es eher Langweilig wird. Man kann es sehr gut verstehen. Es hat auch ein Film darüber. Ich hatte das Buch in der Schule. Es gibt gute Aufgaben für das Buch im Internet. Es sind eher kleinere Kapital, aber es hat auch grössere Kapitel. Man kann es auch gut verstehen. Gut geeignet für den Literatur Unterricht.

  16. Cover des Buches Der blaue Express (ISBN: 9783596511198)
    Agatha Christie

    Der blaue Express

     (92)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    O: The Mystery of the Blue Train, 1928. Der achte Roman von Agatha Christie, dabei
    der fünfte Roman mit Poirot, in Deutschland 1930 übersetzt von

     Ernst Simon (vgl. Wikipedia).
    Inspektor Japp wird erwähnt (Poirot telegraphiert ihm), er tritt aber nicht selbst auf. Meine Ausgabe ist aus dem Scherz-Verlag, 13. Auflage von 1984 in der Übersetzung von Heinz Looser. Es gibt eine weitere Übersetzung von 2004 von Gisbert Haefs.

    Die Grande Dame führt geschickt mehrere Handlungsstränge zusammen:
    Mitten in Paris läuft ein dubioser Handel ab, bei dem es um wertvolle Steine geht – doch welche Parteien sind beteiligt? Wer ist der weißhaarige Mann?
    Der US-Millionär Rufus van Aldin möchte, dass seine Tochter Ruth zustimmt, ihre unglückliche Ehe zu beenden, bevor sie an die Riviera abreist. Für sein geliebtes Kind hat er extra wertvollen Schmuck erworben - zu oft hat ihr Ehemann Derek Kettering sie betrogen, neuestens mit der Tänzerin Mireille. Doch auch Ruth hat etwas zu verbergen.
    Katherine Grey hat lange als Gesellschafterin gearbeitet, bis ihre Arbeitgeberin starb und ein besonderes Testament hinterließ. Da begegnet ihr ein Mann.

    Es war für mich ein kurzweiliges Lesevergnügen, diesen recht dünnen Roman zu lesen, der anmutet wie eines dieser Kammerspiel-artigen Theaterstücke – eine Person tritt links auf, während eine andere rechts abtritt; andere begegnen sich immer in Entscheidungssituationen. Wie in einer Kurzgeschichte laufen die Ereignisse der verschiedenen Handelnden fast simultan ab, wodurch ihre Leben binnen kurzem miteinander verknüpft sind. Ja, da treffen dann einander völlig Unbekannte dreimal aufeinander – doch, so etwas geschieht. Natürlich ist desgleichen Häufung nicht mehr so glaubhaft, aber aufgrund des charmanten Stils ähnlich einer altmodischen Komödie lasse ich Agatha Christie hier alles durchgehen.

    Für mich ist das das erste ihrer frühen Werke mit bereits allen typischen Charakteristika: ein gewisser trockener Humor, ein verzwickter Plot, gerne mit Neben-Plots und vielen unerwarteten Wendungen, ein Herz in Nöten, eine unbedachte Entscheidung, einige übliche Verdächtige und ein Poirot-typisches Ende: er doziert vor der versammelten Gruppe, spielt alle Möglichkeiten vor. „Van Aldin erkannte nun, daß Poirot gerade diesen Zug vorgeschlagen hatte, um das Verbrechen zu rekonstruieren. Der Detektiv spielte ganz allein sämtliche Rollen….“ S. 176 . Frau Christie mochte dieses Buch übrigens laut Wikipedia wohl wenig, weil sie es, wie „Die großen Vier“/“The Big Four“, hauptsächlich aus einer finanziellen Misere heraus möglichst schnell schreiben musste, um liquide zu sein, dazu in einer emotional angespannten Situation (Tod der Mutter, Ehebruch durch ihren Mann mit anschließender Scheidung und einigen Problemen). Dem Vorgänger merkte ich das an – dieses hier bereitete mir Vergnügen.


    Trivia
    Gleich zwei Damen tragen ein Peignoir – das musste ich glatt nachschlagen, einen eleganten Damen-Morgenrock. In Frankreich ermittelt der Kommissär (ja, „ä“).
    Meine Ausgabe hat mindestens zwei Stellen, die ich für Typos halte: „Rufus van Aldin machte sich diese atmosphärischen Verhältnisse auf seine Arzt zunutze…“ (Arzt statt Art) sowie S. 26 „Du hast doch außer dir selbst wenigstens noch einen Menschen lieb. Ruth ist das aber gar nicht imstande.“ Das oder eher dazu imstande?
    Auf S. 142 hat Katherine so eine Art „Erscheinung“ – ähnliche Themen gibt es später in den Romanen, die Autorin hatte da wohl gewisse parapsychologsche Interessen (seltsamerweise wird der Beleg aus diesem Buch dafür später nicht genannt).
    Amüsant, dass die Polizei das Haus des Comte durchsucht – dieses aber heimlich tut, was dann wohl illegal wäre.
    Es erscheint wieder Joseph Aarons ab S. 166 – wie schon im Vorgänger, „Die großen Vier“ hilft der Theateragent bei Identifikationen in seiner Branche.
    Zu Beginn des Buches wohnt Katherine im fiktiven St. Mary Mead – da gibt es doch später eine gewisse Miss Jane Marple von dort.
    Zum ersten Mal taucht Poirots Diener George auf.
    Zum ersten Mal taucht ein Privatermittler namens Goby auf, hier beauftragt von van Aldin. Er erscheint auch in “After the Funeral”/Der Wachsblumenstrauß und “Third Girl”/Die vergessliche Mörderin.
    In “Death on the Nile”/(Der) Tod auf dem Nil wird Poirot auf diesen Fall angeprochen, da Miss van Schuyler über ihn von ihrem alten Freund Rufus van Aldin gehört habe.


    Zeitgeist
    Es gibt hier einen Gebrauch des Begriffs „Rasse“, der mich zuerst stutzen ließ: „Über den Beruf Olga Demiroffs konnte kein Zweifel bestehen, ebensowenig wie über ihre Rassenzugehörigkeit.“ S. 5 Dann die „Beruhigung“ mit  S. 74 „Eine dicke amerikanische Dame, die den beiden gegenübersaß, beugte sich vor und sprach mit der entschlossenen Betonung, die der amerikanischen Rasse eigen ist,…“
    Die Verwendung scheint hier unbekümmert zu erfolgen – interessant gerade angesichts des immer wieder einmal auftretenden Vorwurfs, Christie pflege gelegentlich antisemitische Stereotypen. Mit den beiden Sätzen oben im Hinterkopf liest sich für mich das folgende jedoch anders: Poirot will Hilfe von einem bekannten Hehler, dem er vor 17 Jahren geholfen hatte:
    “Siebzehn Jahre sind eine lange Zeit”, sagte Poirot nachdenklich. “Aber ich glaube, mit Recht sagen zu dürfen, daß ihre Rasse nicht vergisst.”
    “Sie sprechen von den Griechen?”
    “Nicht unbedingt.”
    Einige Augenblicke herrschte Schweigen, dann richtete sich der alte Mann stolz auf.
    “Sie haben recht, Monsieur Poirot”, sagte er ruhig. “Ich bin Jude, und sie haben doppelt recht. Unsere Rasse vergisst nicht.”
    Für mich appeliert hier Poirot an das Ehrgefühl aufgrund der Tatsache, dass sein Gegenüber Jude ist  - o.k., auch Hehler, aber Ehrenmann.
    Typisch hingegen finde ich in einem Christie Bemerkungen ähnlich der folgenden: die Zofe betritt das Zimmer “Poirot begrüßte sie mit seiner gewohnten Höflichkeit, die auf Leute ihres Standes nie ihre Wirkung verfehlte.” S. 124 Ja, das gesamte Setting ist stets sehr standesbewusst.
    Hübsch übrigens, dass man Affären der Ehepartner aus Taktgefühl nicht notwendig in Vernehmungen anspricht.
    Grandios folgender Spruch: „Meine Alte war auch Tänzerin, ehe ich sie geheiratet habe, aber Gott sei Dank hat sie nie Temperament gehabt. Im eigenen Heim hat man dafür keine Verwendung.“ S. 168

    Bestens gelaunte 4 ½ Sterne, muss ich dann ja aufrunden.



    1. The Missing Link (1920) = Das fehlende Glied in der Kette (1929). Gleichzeitig erstes AC überhaupt. https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-fehlende-Glied-in-der-Kette-142905060-w/rezension/1244913044/

    2. Murder on the Links (1923) = Mord auf dem Goldplatz D (1927) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Mord-auf-dem-Golfplatz-142810680-w/rezension/1245744308/ 

    Christmas Adventure (1923) - short story, in Großbritannen in "While the light lasts" und in den USA laut Wikipedia nicht. Entspricht "The Adventure of the Christmas Pudding"

    Anthologie: Poirot Investigates (1924) = Poirot rechnet ab (1924)(Kurzgeschichten) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Poirot-Investigates-144867380-w/rezension/1248721044/

    Anthologie: Poirot's Early Cases (1974 - die einzelnen Geschichten erschienen wesentlich früher - zwischen 1923 und 1936)/Poirots größte Trümpfe

    chronologisch wurden dazwischen die (periodisch veröffentlichten) Kurzgeschichten aus "Poirot's Early Cases" geschrieben, sie wurden jedoch erst 1974 gemeinsam herausgebracht als genannte Anthologie. Deutsch Hercule Poirot's grösste Trümpfe - jedoch später, nur in Teilen. Siehe Wikipedia. oder nach Roger Ackroyd??


    3. (1926) The Murder of Roger Ackroyd = Alibi  (1928)https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/The-Murder-of-Roger-Ackroyd-The-Detective-Club-1246094036-w/rezension/1432047893/ 

    4. O: The Big Four(1927)/ D: Die großen Vier (1963) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Die-gro%C3%9Fen-Vier-142977410-w/rezension/1545133908/   



    5. The Mystery of the Blue Train (1928) = Der blaue Express (1930)



    Dazwischen liegen die Stücke

    Alibi (1928) - so derTitel im Englischen - dem zugrunde liegt natürlich der deutsche Titel des oben genannten dritten Poirot-Romans

    Black Coffee (1930) - später novellisiert durch Charles Osbourne (1998)


    6. Peril at Endhouse (1932) = Das Haus an der Düne (1933) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-Haus-an-der-D%C3%BCne-Kriminalroman-Peril-at-Endhouse-Goldmann-98-Goldmann-Krimi-Rote-Krimi-344200098X-Aus-d-Engl-%C3%BCbertr-von-Otto-Albrecht-van-Bebber-1545885014-w/rezension/1545912425/

    short story: The Mystery of the Baghdad Chest 1932 (in Großbritannen in "While the Light lasts" oder auch in The Regatta Mystery and other Stories). Erweitert als "The Mystery of the Spanish Chest")

    short story: Second Gong 1932. In "Problem at Pollensa Bay and other stories" in Großbritannien und in den USA in "Witness for the Prosecution and other stories" und in "The Regatta Mystery and other stories". Erweitert als "Dead Man's Mirror"


    7. Lord Edgeware Dies (1933) = Dreizehn bei Tisch (1934) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Dreizehn-bei-Tisch-297993841-w/rezension/1546436580/

    8. Murder on the Orient Express (1934) / Murder on the Calais Coach = Mord im Orient-Express / Die Frau im Kimono (1934) / Der rote Kimono https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-rote-Kimono-145149940-w/rezension/1546781789/


    9. Three Act Tragedy US: Murder in Three Acts (1935) = Nikotin (1935) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Nikotin-142687260-w/rezension/1551091753/


    10. Death in the Clouds/Death in the Air (1935) = Tod in den Wolken (1937) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Death-in-the-Clouds-145023950-w/rezension/1813755242/


    11. The A.B.C. Murders (1936) = Die Morde des Herrn ABC (1937) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Die-Morde-des-Herrn-ABC-Der-Todeswirbel-1815314521-w/rezension/1817799806/

    12. Murder in Mesopotamia (1936) = Mord in Mesopotamien (1939) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Morphium-Mord-in-Mesopotamien-1817031143-w/rezension/1873435928/


    13. Cards on the Table (1936) = Mit offenen Karten (1938) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Mit-offenen-Karten-6877-605-142996210-w/rezension/1868289624/

    Short story: Yellow Iris. In "Problem at Pollensa Bay and other stories" in Großbritannien und in den USA in "Witness for the Prosecution and other stories" und in "The Regatta Mystery and other stories". Das ist die Basis für "Sparkling Cyanide"/Blausäure. 

    Anthologie (4 Novellen): Murder in the Mews/Porot schläft nie = Auch Pünktlichkeit kann töten.


    14. Dumb Witness (1937) = Der ballspielende Hund (1938) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-ballspielende-Hund-143304560-w/rezension/2029852279/

    15. Death on the Nile (1937) = (Der) Tod auf dem Nil (1959) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-Tod-auf-dem-Nil-60487736-w/rezension/

    Anthologie Murder in the Mews (1937) = Hercule Poirot schläft nie oder Auch Pünktlichkeit kann töten (1984?)

    16. Appointment with Death (1938) = Der Tod wartet/Rendezvous mit einer Leiche (1944) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-Tod-wartet-R%C3%A4chende-Geister-2093925055-w/rezension/2097283255/

    17. Hercule Poirot's Christmas (1938) =  Hercule Poirots Weihnachten (1961) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Hercule-Poirots-Weihnachten-143811980-w/rezension/2094686344/

    18. Sad Cypress (1940) = Morphium (1943) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Morphium-142428790-w/rezension/2095992423/


    19.One, Two, Buckle My Shoe (1940) = Das Geheimnis der Schnallenschuhe (1951)
    20. Evil under the Sun (1941) = Das Böse unter der Sonne (1945) 
    21. Five Little Pigs (1942) = Das unvollendete Bildnis (1957)
    22. The Hollow (1946) = Das Eulenhaus (1947)

    23. The Labours of Hercules (1947) = Die Arbeiten des Herkules (2 Bände)
    24. Taken at the Flood (1948) = Der Todeswirbel (1950)

    25. Mrs. McGinty's Dead (1951) = Vier Frauen und ein Mord (1956)
    26. After the Funeral (1953) = Der Wachsblumenstrauß (1954)
    27. Hickory Dickory Dock (1955) = Die Kleptomanin (1958)
    28. Dead Man's Folly (1956) = Wiedersehen mit Mrs. Oliver (1959)
    29. Cat among the Pidgeons (1959) = Die Katze im Taubenschlag (1961)

    Anthologie: The Adventure of the Christmas Pudding 1960


    30. The Clocks (1953) = Auf doppelter Spur (1965)
    31. Third Girl (1956) = Die vergessliche Mörderin (1968)
    32. Hallowe'en Party (1959) = Die Schneewittchen-Party (1971)
    33. Elephants Can Remember (1972) = Elefanten vergessen nicht (1973)
    34. Poirot's Early Cases (1974) = Poirots erste Fälle ()

    35. Curtain (1975) = Vorhang ()

  17. Cover des Buches Zwei Fremde im Zug (ISBN: 9783257234015)
    Patricia Highsmith

    Zwei Fremde im Zug

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Unzertrennlich

    Schreibstil


    Auf der Suche nach älteren Krimis, die eher meinen Geschmack treffen als diese typischen "Ermittler"-Geschichten, die gerade in diesem Genre vorherrschen, bin ich auf Patricia Highsmith gestoßen. Ihr Debütroman, der auch von Alfred Hitchcook verfilmt wurde, hat dabei mein besonderes Interesse geweckt und so wurde "Zwei Fremde im Zug" mein erstes Buch der Autorin.


    Und was soll ich sagen? Mir liegen ältere Krimis einfach mehr. Im Mittelpunkt der Bücher von Patricia Highsmith steht eher das "Whydunit", also das große "Warum" hinter einem Verbrechen, das scheinbar ein Durchschnittsmensch begeht. Mir liegt dieses Konzept des Krimis eher als das bekannte "Whodunit", denn die Ermittlungsarbeit und die Tätersuche selbst interessieren mich weniger als beispielsweise die Hintergründe zur Tat.


    Patricia Highsmith Debütroman ist hierbei ein sehr psychologisches Werk. Was bringt einen normalen Menschen dazu einen Mord zu begehen? Wie kommt es zur Überschreitung der Grenze zwischen Gut und Böse?


    Charaktere


    Guy Haines


    Guy ist ein sehr netter, gebildeter und gesetzestreuer Mann, der einfach nur glücklich sein möchte. Leider ist er an die falsche Frau geraten, die ihn betrogen hat und nun auch noch ein Baby erwartet - das natürlich nicht von ihm ist.


    Guy sagt zwar, dass er Miriam, seine Noch-Frau, hasst, aber schnell wird klar, dass es ihm gar nicht möglich ist, sie wirklich zu hassen. Ganz im Gegenteil, er will nur schnell die Scheidung durchbringen, damit er endlich glücklich werden kann - er hat nämlich selbst eine wundervolle Frau getroffen, die seine gesamte Zukunft darstellt.


    Im Zug trifft Guy dann unglücklicherweise auf Charles Bruno. Die beiden verstricken sich in ein Gespräch, das sich leider in eine unangenehme Richtung entwickelt. Bruno will Guys Noch-Frau umbringen, dafür soll Guy Brunos Vater ermorden.


    Guy hält das alles natürlich für einen Spaß. Er selbst hat nicht eine Sekunde an Mord gedacht, er will nur endlich frei und glücklich sein. die Worte Brunos hält er deswegen für einen Scherz - doch dann passiert tatsächlich ein Mord ...


    Charles Bruno


    Bruno ist sehr depressiv, in sich gekehrt und irgendwie verloren. Er ist besessen von dem Gedanken, den perfekten Mord zu begehen. Dabei treibt ihn wahrscheinlich eher der eigene Wunsch an, jemanden zu töten. In Guy, einen sehr rechtschaffenen und überaus freundlichen Typen, findet er dann endlich eine Art Rechtfertigung, muss er doch nun für seinen neuen "Freund" für Gerechtigkeit sorgen.


    Bruno selbst verabscheut seinen Vater, der ihm, seiner Meinung nach, jeglicher Freiheit beraubt hat. Der Vater hat die Mutter, die Bruno abgöttisch liebt, betrogen und die Familie zerstört. Vielleicht auch ein Grund, wieso Bruno zu solch einem Menschen wurde.


    Dass Bruno selbst längst wahnsinnig geworden ist, wird schnell klar, als er bereit ist, seinen Plan, den Gys in keinster Weise zugestimmt hat, in die Tat umzusetzen. Seine Abschnitte in diesem Buch waren sehr verstörend, sehr erschreckend und haben für ordentlich Spannung gesorgt. Im Gegensatz zu Guy hat er nämlich die Grenze zwischen "Gut" und "Böse" längst überschritten!


    Meine Meinung


    "Zwei Fremde im Zug" von Patricia Highsmith hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Wir nehmen sofort an der verhängnisvollen Zugfahrt teil, sind beim ersten Aufeinandertreffen von Bruno und Guy dabei und werden dann mit diesem sehr einseitigen Plan für den perfekten Mord konfrontiert.


    Bruno sieht in Guy sofort einen Verbündeten, einen Leidgenossen und einen Freund. Er lässt nicht locker, übt enormen Druck aus und versucht, Guy zu einem Komplizen zu machen. Interessant ist hier auf jeden Fall der Charakter von Guy. Als Leser empfand ich sofort Sympathie, denn Guy ist wirklich ein guter Kerl, jemand, der niemanden etwas Böses will und einfach nur selbst sein Glück finden möchte.


    Umso trauriger ist es, in was der gutherzige Guy denn hier verwickelt wird. "Zwei Fremde im Zug" passt vom Titel hier sehr gut, denn für die beiden Männer kennen sich im Grunde überhaupt nicht. Guy möchte keinen Kontakt zu Bruno, während Bruno sich ein Scheinbild von Guy erstellt. Er sieht ihn plötzlich als besten Freund, als Helfer, obwohl er im Grunde nichts, rein gar nichts, über ihn weiß. Bruno idealisiert Guy hier also, muss irgendwann aber feststellen, wie verschieden sie doch in Wahrheit sind.


    Bruno meint zu Beginn des Krimis, dass JEDER Mensch böse werden und einen Mord begehen kann. Das ist sehr interessant, denn er ist es, der hier ungemein Druck auf Guy auswirkt und ihn schließlich auch, wie eine Marionette, in die gewünschte Richtung führt. Für mich war die Geschichte gerade aus psychologischer Sicht ungemein fesselnd. Kann wirklich jeder Mensch eine Straftat begehen?


    Das Ende fand ich, gerade aus moralischer Sicht, ungemein passend und wichtig. Es geht um Schuld,  um die Frage, nach dem Gewissen und natürlich auch um Gerechtigkeit. Kann Gleiches immer mit Gleichem vergolten werden? Ist manchmal das eigene Gewissen nicht der härteste Richter?


    Fazit


    "Zwei Fremde im Zug" war mein erstes und definitiv nicht mein letztes Buch von Patricia Highsmith. Die Geschichte ist aus psychologischer Sicht ungemein fesselnd, verstörend und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Kann wirklich jeder Mensch böse werden?

  18. Cover des Buches Geheimnis in Weiß (ISBN: 9783608963304)
    J. Jefferson Farjeon

    Geheimnis in Weiß

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Anneja

    Als es bei uns schneite, nutzte ich diese Chance und las „Geheimnis in weiss“, welches sich um eine Gruppe Reisender drehte, die bei einem Schneesturm, in einem Haus Zuflucht suchten. Mit Blick auf die Schneeflocken vor meinem Fenster machte ich mich in die Geschichte auf, welche so einige Überraschungen bereithalten sollte. 


    Zuerst möchte ich aber ein großes Lob für das Cover entrichten, denn sowohl die Aufmachung als auch der Stoffumschlag waren einfach zu schön. Besonders die Schneeflocken hatten es mir angetan, da sie eine gewisse Tiefe hatten. 


    Doch nun zum Buch welches, mit einem Zwischenhalt in einem Bahnhof begann und damit enden sollte, das ein wirklich großes Geheimnis gelüftet werden sollte. Aber alles der Reihe nach, denn zuerst ging es an das Kennenlernen der Charaktere, was schon ein wenig dauerte, da hier gleich mehrere unterschiedliche Personen aufeinander trafen, die sich auch noch fremd waren. Somit genoss ich es alle Anwesenden kennenzulernen, während sie dies im Buch ebenfalls taten. Einzig der ältere Edward Maltby bereitete mir Sorgen, da er und seine Ansichten irgendwie nicht so recht passen wollten. Klar, Parapsychologen wird es schon eine Weile geben, aber wie er die Rolle darstellte, wirkte meist einfach nur übertrieben und manchmal sogar lächerlich. Schöner fand ich da schon, das man schon 1937 einfach mal die Klischees zu Geschlechtern infrage stellte. Eine starke Frau und ein unsicherer junger Mann, welche dies auch zeigten, dürften damals eher die Ausnahme gewesen sein. 


    Das große Geheimnis begann schließlich mit dem Eintreffen im bereits erwähnten Haus, denn hier sah alles so aus, als wäre eine Minute davor noch jemand in ihm gewesen. Der Kamin brannte, das Essen war aufgetischt, aber von den Bewohnern gab es keine Spur. Doch wenn man die Wahl hat, zwischen einem im stärker werdenden Schneesturm und einem warmen Haus, zieht man logischerweise letzteres vor, zumal man sich schnell klar war, das alles was benutzt wurde, auch bezahlt werden musste. 


    Das eigentliche Geheimnis des Hauses stellte sich viel später als eine große Verzweigung heraus, welche nicht schlecht durchdacht war, aber mit dem übertriebenen Edward Maltby teils schon anstrengend war. Man sollte zudem beachten, das die Action wirklich erst auf den letzten Seiten stattfand und man ansonsten einen eher ruhigen Krimi vor sich hatte, der hier und da ein wenig Misstrauen säte. Mir gefiel das ganz gut, zumal der Radius für das Lösen des Rätsels auf recht kleinem Raum stattfand. Immerhin war man in einem Haus eingeschneit. Dadurch gewann das Buch nicht unbedingt an Spannung, aber eben an Beklemmung und das sogar sehr gut. 


    Nicht gerade sehr rasant aber dafür mit um so mehr Tiefe, durfte ich hier einen Krimi lesen, der ungewöhnliche Wege ging. Zwar konnte mich die Story an sich schon überzeugen, aber ein paar Abschnitte im Buch passten aus meiner Sicht nicht unbedingt mit hinein. Dies bezog sich besonders auf die Bereiche wo Edward Maltby ganz vorne mit dabei war. Trotz seiner Cleverness versaute er mir so manchen Moment. Was ich wirklich schade fand, da die anderen Charaktere doch sehr sympathisch waren. Mit dem Aspekt, dass das Buch zu Weihnachten spielt, ein wirklich schöner Mix.

  19. Cover des Buches 16 Uhr 50 ab Paddington (ISBN: 9783899407945)
    Agatha Christie

    16 Uhr 50 ab Paddington

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Clio

    16 Uhr 50 ab Paddington (1957) ist der 49. Kriminalroman der britischen Schriftstellerin Agatha Christie, der Grande Dame der Kriminalliteratur. Die Geschichte ist darüber hinaus der siebte Roman, in dem Miss Marple als Ermittlerin in den Vordergrund tritt, und eines der bekanntesten Werke der Britin überhaupt. Dies ist nicht zuletzt auf die kongeniale Verfilmung aus dem Jahr 1961 mit Margaret Rutherford in der ikonischen Rolle der ältlichen Ermittlerin Miss Marple zurückzuführen. Wer mit dieser Verfilmung vertraut ist, erlebt beim Lesen bzw. Hören der Erzählung allerdings eine Überraschung: Miss Marple ist dort weniger die resolute Ermittlerin, die den Mord selbst beobachtet hat und sich daraufhin in Gefahr begibt, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Im Gegenteil. Da sie sich ihres Alters und ihrer körperlichen Einschränkungen bewusst ist, engagiert sie die freiberuflichen Hauswirtschafterin Lucy Eyelesbarrow, die auf dem Anwesen ihre Augen und Ohren sein und Hinweise auf die Identität des Täters finden soll. Miss Marple selbst übernimmt die Rolle der ältlichen, kranken Tante und begibt sich im Hintergrund strickend auf Mörderjagd – indem sie aufgrund von Indizien, mit denen Lucy und einige Polizeibeamte sie versorgen, ihre Schlüsse zieht. Sie hat ein sehr feines Empfinden für das Böse und zieht bei ihren Ermittlungen – nicht nur in dieser Geschichte – gern Schlüsse zu früheren Ereignissen und Personen aus dem Dorfleben in der kleinen fiktiven Ortschaft St. Mary Mead.

    Dass Miss Marple nicht so in den Vordergrund tritt, wie man dies gewohnt ist, ist einerseits eine kleine Enttäuschung, wenn man mit den Erwartungen des Films an den Roman herantritt. Andererseits ist die zweite Protagonistin Lucy Eyelesbarrow eine faszinierende Figur mit spitzer Zunge, einer großen Portion Selbstbewusstsein und damit hohem Identifikationspotenzial. Sie ist überaus intelligent und hat in Oxford Mathematik studiert, wodurch ihre ein akademische Karriere offenstand. Doch nachdem sie erkannt hat, dass in Großbritannien – vor allem, aber nicht nur – bei wohlhabenden Familien ein Mangel an qualifiziertem Hauspersonal besteht, hat sie sich auf Hauswirtschaft spezialisiert; sie ist gefragt und wird sehr gut bezahlt. In diesem Zuge lernte sie vor zwei Jahren auch Miss Marple kennen, als sie von deren Neffen engagiert wurde, sich um die alte Dame zu kümmern, während diese sich von einer Lungenentzündung erholte. Witzigerweise ist sie auch eine der ganz wenigen mir bekannten Figuren bei Agatha Christie, die von den männlichen Charakteren im Laufe einer Geschichte diverse „Angebote“ bekommt.

    Zum Hörbuch

    Gelesen wird die mir vorliegende 2013er Fassung von 16 Uhr 50 ab Paddington von der bekannten deutschen Schauspielerin Katharina Thalbach. Wer die Schauspielerin kennt, weiß, dass sie eine besondere Stimme, eine besondere Stimmfarbe mit hohem Wiedererkennungseffekt hat. Thalbach gibt jeder der unterschiedlichen Figuren durch ihr Stimmenspiel bzw. ihre Sprechweise ihren eigenen Charakter, sodass man diese wiedererkennt, auch wenn nicht explizit angegeben wird, welche Figur gerade spricht. Thalbach gelingt es darüber hinaus auch wunderbar, mit ihrer Stimme Spannung aufzubauen und den Zuhöhrer zu fesseln.

  20. Cover des Buches Der Mann, der sich in Luft auflöste (ISBN: 9783499244421)
    Per Wahlöö

    Der Mann, der sich in Luft auflöste

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Alf Matsson ist verschwunden«, sagte der Mann theatralisch.
    »Aha. Und die Suchmeldungen brachten kein Ergebnis?«
    »Es gibt keine Suchmeldung. Und es wird auch keine geben.«

     

    Kommissar Martin Beck will gerade seinen ersten Urlaubstag genießen, als ihn ein dringender Auftrag aus der beginnenden Erholung reißt. Zu Becks Überraschung erhält er seine Instruktionen nicht von seinem Vorgesetzten, sondern vom Außenministerium. Ein schwedischer Journalist ist in Budapest spurlos verschwunden, die Umstände werden als „delikat“ beschrieben.

     

    Beck fliegt nach Ungarn und setzt sich auf die Spuren des verschwundenen Alf Matsson. Davon gibt es allerdings herzlich wenige. Über Matsson findet sich zwar ein Bericht vom Staatsschutz, der Inhalt der Geheimpapiere lässt aber auf einen „selten uninteressanten Menschen“ schließen. So irrt Beck tagelang mehr oder weniger planlos durch die Gegend und muss plötzlich feststellen, dass er selbst zum Gejagten geworden ist…

     

    Auch dieser zweite Fall für Martin Beck konnte mich begeistern. Die Ausgangslage ist wunderbar rätselhaft. Wieso ist Matsson verschwunden, was ist ihm zugestoßen? Und warum bloß soll keine offizielle Suche nach ihm eingeleitet werden? Bei Becks Besuch im Außenministerium fällt das Stichwort Wallenberg-Affäre, die unbedingt vermieden werden muss. (Wallenberg war ein schwedischer Diplomat, der gegen Ende des 2. Weltkriegs in Budapest spurlos verschwand, bis heute ist dieser Fall unaufgeklärt.) Gibt es also womöglich einen politischen Hintergrund? Zur Zeit der Handlung liegt Ungarn ja noch hinter dem berühmten Eisernen Vorhang. Und wer will unbedingt verhindern, dass Beck etwas herausfindet?

     

    Beck nähert sich Schritt für Schritt der Auflösung, die ich als schlüssig und wirklich gelungen empfand. Bis dahin bewegt sich der Leser mit ihm durch einen ruhigen, intelligenten Polizeiroman. Detailreich werden Einzelheiten beschrieben, Beck kann gar nicht anders, als fortwährend zu beobachten und zu analysieren. Eine Berufskrankheit wohl ;-) Wer viel Action mag, kommt hier vermutlich zu kurz, dafür wirkt aber alles sehr realistisch.

     

    Fazit: Rätselhafte Ausgangssituation und eine ruhige, intelligente und realistische Handlung. Wieder ein gelungener Polizeiroman.

  21. Cover des Buches Die Tote im Götakanal (ISBN: 9783499244414)
    Maj Sjöwall

    Die Tote im Götakanal

     (84)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Wir haben sie vor acht Tagen aus dem Wasser gezogen. Mehr wissen wir nicht. Wir wissen nicht, wer sie ist, wir haben keinen Tatort und keine Verdächtigen. Wir haben nicht den geringsten Anhaltspunkt, der in irgendeinem sinnvollen Zusammenhang mit ihr stehen könnte.«

     

    Schweden, 1965. An einem herrlich sommerlichen Julinachmittag wird die Leiche einer Frau aus dem Kanal geborgen. Sie wurde grausam misshandelt, vergewaltigt und erwürgt. Über diese offensichtlichen Dinge hinaus wissen die Ermittler rund um Kommissar Martin Beck herzlich wenig. Die Tote kann nicht identifiziert werden, nirgends wird sie vermisst. Ein hartes Stück Arbeit…

     

    Vor einiger Zeit erfuhr ich von einem lieben Menschen, dass ich eine Bildungslücke hätte, weil ich noch nie einen Krimi von Sjöwall und Wahlöö gelesen hatte. Mit diesem ersten Band der Reihe machte ich mich an die Behebung und war schon nach wenigen Seiten begeistert.

     

    Die Schilderungen wirken in hohem Maß realistisch. Die Ermittlungen dauern, erstrecken sich über mehrere Monate, manchmal treten die Ermittler wochenlang auf der Stelle. Lange suchen sie nach den ersten Ansatzpunkten, immer wieder laufen sie in Sackgassen. Das zermürbt, Beck und seine Kollegen werden physisch und psychisch arg mitgenommen. Ich merkte beim Lesen, wie ich richtig mitlitt, während sie versuchten, ihr Puzzle zu lösen. Vernehmung reiht sich an Vernehmung, Beschattungen dauern gefühlt ewig… ich merkte, wie bei mir immer mehr die Spannung stieg. Wird dieses Mal der Durchbruch gelingen oder erfolgt eine erneute Enttäuschung?

     

    Jede Kleinigkeit ist bei einem solchen Puzzle wichtig. Daher werden auch akribisch Details und einzelne Vorgänge beschrieben, diverse Verhöre gibt es als vollständige Protokolle. Alles recht nüchtern und düster, Privates findet nur am Rande statt, die Ermittlungen haben Priorität. Die Bedeutung der Teamarbeit wird auch ganz deutlich, Kommissar Beck ist clever, aber kein Superstar und hätte ohne sein Team keinen Erfolg erzielt.

     

    Fazit: Ein klassischer Polizeikrimi. Hat mir sehr gefallen, hier lese ich weiter.

  22. Cover des Buches Der Wachsblumenstrauß (ISBN: 9783455651324)
    Agatha Christie

    Der Wachsblumenstrauß

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Nach der Beerdigung ihres plötzlich verstorbenen Bruder Richard Abernethie stellt Cora Lansquenet die provokante Frage in den Raum, ob Richard nicht vielleicht doch ermordet worden ist. Diese Hypothese wird von der illustren Trauergemeinde als abwegig abgetan, erhält aber durch den Tod von Cora neue Nahrung, denn Cora ist eindeutig ermordet worden. Doch von wem und warum? 

    Nun kommt Agatha Christes Meisterdetektiv Hercule Poirot ins Spiel ... 

    Fazit:

    Diesen Klassiker habe ich vor langer Zeit gelesen und nun wieder zu Hand genommen. Die Spannung ist  hoch gehalten und die Autorin darf sich zu Recht als Queen of Crime bezeichnen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

  23. Cover des Buches Das Geheimnis der Schnallenschuhe (ISBN: 9783596173099)
    Agatha Christie

    Das Geheimnis der Schnallenschuhe

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Mein Fazit: Gleich zu Beginn lernt man in kurzen Abschnitten einige relevante Personen kennen: den Zahnarzt Morley, den Griechen Herrn Amberiotis, das seltsame Fräulein Sainsbury Seale und den Bankpräsidenten Alistair Blunt. Das wirkt zuerst noch etwas verwirrend, aber sie alle haben eins gemeinsam: Sie haben einen Termin beim Zahnarzt, genauso wie der berühmte Detektiv Hercule Poirot.

    Wie immer hält sich Agatha Christie nicht viel mit Beschreibungen auf und kommt schnell und konkret zur Sache. Nur die Figuren, die mit dem Mord zusammenhängen, werden natürlich genauer unter die Lupe genommen. Wobei, Mord, davon ist nur Poirot überzeugt, denn Chiefinspektor Japp glaubt an einen Selbstmord und die Verkettung unglücklicher Umstände.

    Es fehlt noch so ein spezieller Kick bei der Geschichte, aber spannend war sie allemal und gut zum miträtseln: ich hab sie in einem Rutsch durchgelesen! Ich mag den Stil der Autorin einfach gerne und den Charme der Zeit, den sie so schön einfließen lässt.

  24. Cover des Buches Elefanten vergessen nicht (ISBN: 9783596178162)
    Agatha Christie

    Elefanten vergessen nicht

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Es war nach einer Weile fast schon absurd wie oft man diesem Sprichwort im Buch begegnete. Dennoch steckten in den Worten wahres.
    Dieser Fall liegt schon eine sehr lange Zeit in der Vergangenheit zurück, und Miss Ariadne Oliver behält recht wenn sie sagt das Elefanten nicht vergessen, bzw. in diesem Fall, dass die Menschen die zur Zeit des Geschehens in der Nähre waren und/oder die Personen gekannt haben sich noch an sie und einzelne Details erinnern.
    Diese Art von Kriminalfall, wo alles in der Vergangenheit liegt gehören nicht zu meinen liebsten Romanen von Agatha Christie, aber langweilig oder gar uninteressant sind sie keineswegs.
    War es nun doppelter Selbstmord, oder Mord? Dieser Fall war wirklich sehr spannend sowie an einigen Stellen unterhaltsam. Monsieur Poirot und Ariadne Oliver gehen auf getrennten Wegen auf Spurensuche, und finden inmitten aller möglichen Tratsch die Wahrheit.

    Bei diesem Band muss ich sagen, dass ich recht früh das Ende erraten habe. Anders als bei den meisten Büchern Christies kam es wirklich nicht überraschend.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks