Bücher mit dem Tag "kriminologie"
26 Bücher
- Ferdinand von Schirach
Verbrechen
(772)Aktuelle Rezension von: EmmaWinterElf mal schauen wir hinter die Schlagzeile und lernen die Schicksale hinter den Verbrechen und Verbrechern kennen. Elf mal werden wir überrascht. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Bei "Verbrechen" aus dem Jahr 2009 möchte man fast schon von einem True-Crime-Klassiker sprechen. Der Anwalt Ferdinand von Schirach berichtet sehr lesenswert von Kriminalfällen, die auf wahren Ereignissen beruhen, von Fällen, die er selbst erlebt hat. Unser Rechtsempfinden wird auf die Probe gestellt, denn hier ist Mord nicht gleich Mord, wenn man erst die Hintergründe kennt. Verbrechen, die zum Nachdenken anregen und deutlich machen, dass Schuld unterschiedlich gewertet werden kann.
Die 200 Seiten des Buches hatte ich in kürzester Zeit durchgelesen; der eher nüchterne Schreibstil fesselt ungemein. Eine Leseempfehlung nicht nur True-Crime-Fans. Mit "Verbrechen" läutete von Schirach seine überaus erfolgreiche Karriere als Autor ein.
- Ferdinand von Schirach
Kaffee und Zigaretten
(181)Aktuelle Rezension von: leas_bookdiary„Kaffee und Zigaretten“ ist eine Sammlung von Kurztexten, die autobiographische Erlebnisse, historische Reflektionen, philosophische Gedanken und fiktive Geschichten vereinen. Auf 190 Seiten gewährt uns Ferdinand von Schirach Einblicke in sein Leben, seine Gedankenwelt und seine Arbeit als Strafverteidiger. Dabei wechseln die Themen häufig: Von persönlichen Erinnerungen bis hin zu gesellschaftlichen und moralischen Fragestellungen. ⚖️
Einige der Geschichten haben mich zum Nachdenken angeregt, während andere wie flüchtige Momentaufnahmen wirkten, die in ihrer Kürze kaum tiefere Bedeutung transportieren konnten. Besonders die Kapitel über moralische Dilemmata und die Würde des Menschen haben mir gefallen, trotzdem hinterließ das Buch insgesamt das Gefühl, dass vieles nur oberflächlich angerissen wurde, was ich sehr schade finde, da ich eigentlich ein großer Schirach-Fan bin. Mir fehlte diesmal irgendwie der größere Zusammenhang. Einige Geschichten wirkten beliebig, und gerade die Kapitel, die sich um Alltägliches wie Zigaretten oder Autos drehen, empfand ich als eher belanglos. 😕
Das Buch regte mich zwar zum Nachdenken an, hinterließ aber auch eine gewisse Leere, weil viele Geschichten zu flüchtig waren, um nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Besonders im Vergleich zu seinen anderen Büchern, fehlte es mir hier an Tiefgang. 📖
Wie gewohnt ist Ferdinand von Schirachs Stil prägnant und klar. Sein kühler, distanzierter Ton hat einen besonderen Reiz, weil er sehr sachlich bleibt, selbst bei emotionalen oder komplexen Themen. Das verleiht seinen Geschichten wie immer eine bestimmte Schwere, aber auch eine gewisse Kälte. Innerhalb weniger Stunden auf meiner Busfahrt hatte ich das Buch beendet. ✍️
Fazit: Leichte Lektüre, die zum Nachdenken anregt, aber leider nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt. ⭐⭐⭐ - Ferdinand von Schirach
Schuld
(583)Aktuelle Rezension von: AskyfullofpagesDie 15 Geschichten sind sehr kurz und trotzdem ist alles da. Ferdinand von Schirach hat die Gabe einen Sachverhalt mit äußerster Genauigkeit zu beschreiben, damit die Lesenden das Geschehen, die Emotionen und die Wucht der Aussage unmissverständlich vor Augen geführt bekommen.
Auch wenn mir das Lesen dieser Geschichten oft schwerfiel, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es sind schlimme, erschütternde Erzählungen, die weh tun. Aber gerade deshalb sind sie wichtig. Dieses Buch finde ich sehr lesenswert.
- Bianca Iosivoni
Die letzte erste Nacht
(390)Aktuelle Rezension von: bookniine6„Die letzte erste Nacht“ ist Band 3 der Firsts-Reihe und wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Tate und Travor erzählt.
Es handelt sich um eine spannende Enemies-to-Lovers-Geschichte. Der Schreibstil von Bianca Iosivoni ist wie gewohnt flüssig, leicht zu verstehen. Besonders der Humor, der auch in diesem Band nicht zu kurz kommt, hat mir wieder sehr gefallen.
Ich hatte zu Beginn etwas Schwierigkeiten, richtig in die Story hineinzufinden. Die Handlung wirkte anfangs etwas langgezogen und es fiel mir schwer, die gleiche Begeisterung wie bei den vorherigen Bänden zu entwickeln. Ab der Hälfte konnte mich die Geschichte jedoch deutlich mehr fesseln, es wurde spannender und die Dynamik zwischen Tate und Trevor intensiver, sodass ich dann doch wieder mitgerissen wurde.
Insgesamt hat mir „Die letzte erste Nacht“ gut gefallen, auch wenn es für mich nicht ganz an die ersten beiden Bände heranreicht. Trotzdem bietet das Buch eine unterhaltsame Mischung aus Humor, Romantik und Drama und ist eine schöne Ergänzung zur Reihe.
- Ferdinand von Schirach
Strafe
(236)Aktuelle Rezension von: jacky_liestStrafe ist weit mehr als ein Werk über Straftaten, sondern eröffnet für alle ein Fenster zum Gerichtshof, das für die Mehrheit verschlossen bleibt. Schirach erzählt auf wenigen Seiten und mit juristisch-narrativer Distanz zwölf Geschichten über Menschen, Erfahrungen, Gefühle und Abgründe. Die Erzählungen sind kurz, aber keineswegs kurzweilig. Der literarische Kniff von Schirach ist hierbei, dass er auf wenigen Seiten existentielle Fragen sowie Emotionen anhand der Einzelschicksale aufwirft und erzählt. Im Vordergrund steht hier nicht das Fragen nach der Schuld oder die Suche nach schuldigen Personen, sondern der Blick auf Lebensrealitäten und menschliche Vorgänge, die alle von uns (mehr oder minder) betreffen oder betreffen werden.
Mittels seiner gewohnt ruhigen und distanzierten Erzählweise kann auch dieses Werk wieder glänzen und führt die Rezipient:innen (scheinbar) neutral in die menschliche Erfahrungswelt ein. Die Schilderungen mögen zwar neutral sein, aber die Subjektivität der Erfahrungen und Emotionen führen ständig zu einem selbst zurück.
Schirach erzählt hier mehr als Einzelschicksale und öffnet in seinem Werk wieder den kritischen Diskurs des Justizsystems. Angeklagte sind hier nicht die Menschen, sondern das System in dem sie leben und selbst aufrechterhalten - nach der Manier: das Gesetz ist hart, aber es ist das Gesetz. Besonders das juristische Setting und der juristische Blick eröffnen ein Fenster für alle, die nicht hinter die Fassade blicken können.
Fazit: Strafe ist ein weiteres gelungenes Werk von Schirach, das tiefer reicht als der Umfang vermuten lässt. Hier werden Blickwinkel und Diskurse auf nur wenigen Seiten eröffnet, die aber lange nachwirken werden.
- Ferdinand von Schirach
Tabu
(264)Aktuelle Rezension von: MareikeUnfabulousDiese beiden Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Auf den ersten Blick wirkt Tabu wie ein klassischer Kriminalroman. Schnell wird klar, dass es sich vielmehr um einen psychologischen und gesellschaftskritischen Roman handelt. Um das Buch richtig zu verstehen, muss man das Geschriebene genau lesen und deuten. Schirach beschäftigt sich mit der Frage, was ein Verbrechen eigentlich ist, welche gesellschaftlichen Ursachen dahinterstehen und ob die Methoden der Ermittler moralisch und rechtlich gerechtfertigt sind.
Zu Beginn steht die Kindheit von Sebastian von Eschburg im Mittelpunkt. Es wird geschildert, unter welchen Umständen er aufwächst und wie ihn diese frühen Jahre prägen. Erst im weiteren Verlauf nimmt die Handlung deutlich Tempo an. Sebastian ist erwachsen, Künstler und verliert zunehmend den Bezug zur Wahrheit, bis es schließlich zu einem Verbrechen kommt...
Besonders interessant ist der zweite Teil des Buches: Die Kapitel sind den Farben Grün, Rot, Blau und Weiß zugeordnet. Der Aufbau hängt mit einer Besonderheit zusammen: Sebastian ist Synästhetiker. Er nimmt Menschen, Gegenstände und Situationen in bestimmten Farben wahr, was dem Roman eine zusätzliche, ungewöhnliche Ebene verleiht.
Die gesamte Umsetzung des Buches ist sehr durchdacht. Auf nur 259 Seiten geschieht erstaunlich viel, ohne dass die Handlung verwirrt. Schirachs kurze, klare und präzise Sätze machen das Buch sehr gut verständlich und sorgen dafür, dass man den Geschehnissen immer folgen kann.
Tabu ist kein leichter Krimi für zwischendurch, sondern ein Roman, der zum Nachdenken anregt und im Gedächtnis bleibt. Wer für psychologische Tiefe, moralische Fragen und gesellschaftliche Kritik brennt, wird an diesem Buch großen Gefallen finden. - Ferdinand von Schirach
Der Fall Collini - Filmausgabe
(562)Aktuelle Rezension von: Tanja_WueIch habe das Buch schon ewig im Auge und hab nun das ebook gelesen und dachte erst, ob bei 116 ebook Seiten was dabei rauskommt. Und ja das tut es.
War spannend und war für mich insgesamt viel zu schnell vorbei. Konnte gar nicht so richtig sagen, vorneweg, in welche Richtung sich das entwickelt. Damit hab ich nicht gerechnet und muss sagen, hätte gerne mehr davon gelesen.
Empfehlung!
- Tess Gerritsen
Todsünde
(1.012)Aktuelle Rezension von: tines_buecherzimmerIn einem Kloster in Boston wird eine Nonne brutal ermordet. Eine weitere wird schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht.
Kurz darauf wird eine stark verstümmelte weitere weibliche Leiche gefunden und langsamen finden Rizzoli und Isles Zusammenhänge zwischen den Fällen heraus…
Das winterliche Boston und das alte Kloster sorgen für eine düstere, beinahe unheilvolle Stimmung. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass in diesem Band der Schwerpunkt eher auf den privaten Problemen von Rizzoli und Isles lag. Kein klassischer Rätselkrimi sondern eher ein Buch mit Fokus auf psychologische und gesellschaftliche Aspekte. Nichts desto trotz lässt sich das Buch gut lesen und auch die Spannung kommt nicht zu kurz.
- Heinz Strunk
Der goldene Handschuh
(308)Aktuelle Rezension von: AtschiBIch habe vor längerer Zeit den Film gesehen und er geht mir nicht aus dem Kopf. Eher angewidert von der Perversion des Frauenmörders in Hamburg, wollte ich nun doch das Buch lesen. Heinz Strunk beschreibt in bisweilen sehr derber Sprache das Leben und die Gedanken des Frauenmörders Fritz Honkas sowie das seines sozialen Umfeldes und gibt Einblicke das Leben der Familie von Dohren. Das perverse Innenleben des Protagonisten wird teilweise in äußerst vulgärer Sprache dargestellt. Das ich im Film schon abartig und ist im Buch nicht anders. Ich hatte bisweilen Probleme zwischen den verschiedenen Handlungslinien unterscheiden obwohl ich den Film kenne. Der Autor nimmt den Leser mit nach St. Pauli der 70er Jahre, in die Kneipe ‚Zum goldenen Handschuh‘, wo sich Alkoholiker, Zuhälter und Prostituierte treffen. Es ist eine beeindruckende und verstörende Darstellung eines Milieus der völligen Verwahrlosung, in dem keinerlei Hemmungen und Anstand mehr existieren. Honkas Wohnung, wo es vergammelt riecht und unsagbar dreckig ist, in eine Welt, die einem buchstäblich den Atem nimmt und einen mit Schrecken erfüllt. Die gesamte Atmosphäre im Buch erdrückend, düster, verstörend und bisweilen einfach nicht auszuhalten.
- Michael Tsokos
Der Totenleser
(125)Aktuelle Rezension von: HoldenWeitere Fälle aus der Rechtsmedizin, begleitet von erklärenden Einschüben des bekanntesten deutschen Gerichtsmediziners. Erneut legt Tsokos die hanebüchenen "Ermittlungsmethoden" der Rechtsmediziner in Tatort, CSI usw. offen, die über eine Fußsohle streichen und die Todeszeit bis auf 5 Minuten festlegen können. Die meisten vermeintlichen unklaren Todesfälle stellen sich als Suizide und nicht als Tötungsdelikte heraus, wenn auch mitunter in sehr durchdachter und verblüffender Begehungsweise. Ein Buch, das jedem Krimiautor ans Herz gelegen sei.
- Lars Wehkamp
Solange du tot bleibst
(4)Aktuelle Rezension von: Wilhelm48Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Der Erzählstil des Autors ist spannend und der kauzige Kommissar Neumann kommt sympathisch daher! Die Altersempfehlung hätte man nicht unbedingt ab 18 Jahren machen müssen...ich habe das Buch jetzt meiner 15 jährigen Tochter gegeben. Das passt meiner Meinung nach.
- S.J. Watson
Tu es. Tu es nicht.
(184)Aktuelle Rezension von: RoksanaDie Story hat mich zunächst echt angesprochen, denn ich hatte die Hoffnung das Buch wird genauso gut wie dessen Vorgänger ("Ich. Darf. Nicht. Schlafen.")...ich wurde jedoch enttäuscht.
Das Buch ist mittelmäßig und nur zu empfehlen, wenn man gerade echt nichts anderes zum Lesen hat (als Platzhalter).
Julia als Hauptcharakterin hat mich irgendwann nur noch genervt und die Beschreibung ihrer Affäre, ihr ständiges "Sich-nicht-Entscheiden-Können" oder dieses Unvermögen ihre Absichten in die Tat umzusetzen haben mich wirklich gestört. Die Geschichte um ihre jüngere ermordete Schwester fand ich gut, aber nach einer Weile wollte ich einfach nur wissen wer sie umgebracht hat und Julia hat mich gar nicht interessiert.
Das Ende war meiner Meinung nach abzusehen und keine Überraschung (was es wohl sein sollte).
- Kirsten Heisig
Das Ende der Geduld
(83)Aktuelle Rezension von: HoldenJugendrichterin Heisigs Aufklärungsbuch über Jugendgewalt. Erfreulicherweise wird nicht so getan, als sei die Gewalt vom Himmel gefallen oder bestimmten Bevölkerungsgruppen immanent. Unter den äußerst negativen Lebensbedingungen, unter denen manche der Kinder aufwachsen mußten, wäre es schwer gewesen, die "Kurve zu kriegen". Daß Heisig schreibt, daß bei Heranwachsenden häufig Erwachsenenstrafrecht angewandt werde, kann ich so nicht stehen lassen. Meinem Kenntnisstand wird nur bei Trunkenheitsfahrten das allgemeine Strafrecht angewendet, weil Trunkenheitsfahrten in jedem Alter vorkämen, ansonsten wird immer Jugendstrafrecht angewandt. Im übrigen erstaunlich, in was für Bereichen sich ein Jugendrichter auskennen muß, abseits der reinen Paragraphenarbeit in StGB und JGG. Und manche der Themen, die Heisig nur kurz anreißt, sind inzwischen in den Mittelpunkt der Diskussion getreten, zB Cybermobbing, Social Media und die sog. "Ehrenmorde".
- Stephan Harbort
Killerfrauen
(55)Aktuelle Rezension von: Miss-Tarantulas-Netzwerk🕷 Cover 🕷
Wie für ein Sachbuch üblich ist das Cover eher schlicht gehalten. Rechts oben ist, passenderweise, das Portrait des Autors zu sehen und es sind außerdem zwei Hände bzw. deren Schatten zu erkennen. Die obere Hand scheint ein Messer zu halten. Auch wenn es nicht eindeutig zu erkennen ist, so soll es sich hierbei sicherlich um weibliche Hände handeln. Dies schließe ich aus dem Titel und den Inhalt des Buches. Das Cover ist damit passend zur Thematik gestaltet.- - - - - - - - - - 🕷🕸🕷 - - - - - - - - - -
🕷 Aufbau & Schreibstil 🕷
~ Erzähler Perspektive ~
Kapitel
Das Buch enthält 7 Kapitel (+ Vorwort, Nachwort, Kriminologie der Serienmörderin, Literatur).
Die Kapitel werden nicht mit Zahlen, sondern mit passenden Überschriften eröffnet. Bevor dann mit der sachlichen Erzählung begonnen wird, finden wir noch einige aussagekräftige Textstellen.Atmosphäre
Wie für ein Buch aus der True Crime Szene üblich, ist die Atmosphäre hier sehr sachlich und dennoch durch die Ereignisse auch ergreifend.Schreibstil
Gewöhnlich sachlich und fundiert.
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🕷 Mein Fazit & Bewertung 🕷
Stephan Harbort.
Nicht mein erstes Buch von diesem großartigen Autor und sicherlich auch nicht mein letztes.
Wie üblich geht der Autor bei der Analyse der Täterinnen und dem damit verbundenen Tathergang äußert genau und nach einem zeitlichen Ablauf vor. Dadurch erfahren wir sowohl etwas über die Vergangenheit der Täterinnen, als auch über deren Gegenwart und das abschließende Urteil vor Gericht. Außerdem wird auch deren Psyche genaustens durchleuchtet. Studien untermauern seine Aussagen. Wenn Fachbegriffe aufkommen, werden diese vom Autor selbstverständlich erläutert. Abschließen bleibt keine Frage mehr offen.Das Buch zeigt den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Tätern auf. Ja, hierbei gibt es tatsächlich einige Unterschiede. Auch wenn es selbstverständlich erschreckend ist, so ist es dennoch auch sehr interessant, wenn man einmal tief in die Psyche einer Täterin vordringen kann.
Aus Respekt vor Opfer, Hinterbliebenen, Ermittlern und Autor gebe ich, wie immer, eine Bewertung von 5 von 5.
- Katja Montejano
TRUE CRIME ITALY
(15)Aktuelle Rezension von: sina_liestAdrian Langenscheid hat es mit Büchern wie "True Crime Deutschland" oder "True Crime USA" vorgemacht, nun zieht Katja Montejano mit "True Crime Italy" nach. Wie der Name es schon verrät werden hier diverse True Crime Fälle aus Italien erzählt.
Und die kann man sich als True Crime "Fan" durchaus mal anschauen. Bei der Auswahl der Fälle kann ich definitiv nicht meckern und ich mag auch den Kurzgeschichten Stil sehr gerne. Stellenweise hatte ich allerdings schon meine Probleme, was vor allem am Erzählstil liegt. Der ist dem von Adrian Langenscheid recht ähnlich, ab und an haben mich aber diverse Wiederholungen gestört und bei einem Fall fand ich den Aufbau recht verwirrend und zu ausufernd.
Insgesamt ein solides Buch und für den aktuellen Preis (1,99 € für das eBook) definitiv empfehlenswert. - Mark Benecke
Mordmethoden: Ermittlungen des bekanntesten Kriminalbiologen der Welt
(2)Aktuelle Rezension von: ArcherMark Benecke ist Kriminalbiologe und als solcher wahrscheinlich einer der berühmtesten oder zumindest der Öffentlichkeit bekanntesten. Nun hatte ich natürlich auch erwartet, dass er sich in dem (Hör)Buch zum größten Teil mit seinem Fachgebiet beschäftigt, der Wissenschaft der Krabbeltiere beim Untersuchen von Morden und anderen Verbrechen. Das gerät jedoch in den Hintergrund; wen das nicht stört und wer sich trotzdem gern vom Autor selbst unterhalten lässt, ist hier richtig.
Benecke berichtet über einerseits sehr bekannte Fälle wie die Entführung des Lindbergh-Babys oder auch den Mordfall O. J. Simpson. Was mich bei diesen mir relativ bekannten Fällen wirklich bei der Stange hielt (genauso auch bei "Papa" Denke, einem der schlimmsten deutschen Serienmörder), war die Art, wie Benecke diese Sachen angeht. Erst umreißt er kurz die anscheinend allen bekannten Fakten, doch nachdem er seinen Leser/Hörer auf den Stand der Medien gebracht hat, fängt er an, die Fälle neu zu beleuchten. Was ich auch wusste, aber gerade hier sehr deutlich vor Augen geführt bekam, war, dass man extrem schnell die Meinungen von Nicht-Juristen beeinflussen kann. Ich würde es jetzt nicht mehr ausschließen, dass der zum Tode verurteilte Entführer des Lindbergh-Babys fälschlich bezichtigt wurde und Lindbergh selbst dahinter steckt. Genauso gut schafft er es immer wieder, Zweifel an herkömmlichen "Wissen" über bekannte Fälle zu schüren. Interessant war auch sein Bericht über die Body Farm, in denen Tote unter natürlichen Verhältnissen, also im Freien, vergraben, ihre Zersetzung beobachtet und dokumentiert wird.
Man könnte jetzt meinen, diese ganzen vorgestellten Fälle hätten wenig mit Mordmethoden und auch nur selten etwas mit Kriminalbiologie zu tun. Doch wenn man über den irreführenden Titel des Buches hinwegsehen kann und wen es auch nicht stört, dass Benecke eine teilweise hektische (doch sehr verständliche) Aussprache hat, wer außerdem Interesse an True Crime hat, der wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. - Thomas Jeier
Der Miami-Vice-Report
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenDer Autor ist langjähriger Amerikareisender und hat sich der Metropole Miami von allen Seiten genähert (im übertragenen Sinne): Er zeigt uns auf den ersten Seiten eine pulsierende, weltoffene Stadt, die sich als perfekter Urlaubsort präsentier, wo es hervorragenden Ausgehmöglichkeiten gibt, tolle Parks und reicher Kunst. Die Stadt ist in den 80ern längst zum Bank- und Handelszentrum geworden, wo sich amerikanische Kultur mit lateinamerikanischer und kubanischer Lebensweise vermengt. Diese Offenheit der Stadt in Richtung Südamerika und ihre Eigenschaft als Hafenstadt führt allerdings auch dazu, daß Miami zum Hauptdrogenumschlagplatz der USA geworden ist, ganze Stadtteile sind drogen- und armutsverseucht, wie Jeier auf Patrouillenfahrt mit zwei Drogencops feststellen kann, und einer ganzen Generation (v.a. Afroamerikaner) steht eine bittere Zukunft bevor. Jeier begleitet die Polizsietn bei der Stürmung eines Crackhauses und bei einer großangelegten Razzia, die sich aber als vergebliche Kraftanstrengung herausstellt: Auf Kaution sind die Dealer bald schon wieder frei. Ein tolles Reportagebuch, ich würde mich über eine Aktualisierung freuen.
- Julian Hannes
Der Mensch ist böse
(112)Aktuelle Rezension von: Brina_10Im Buch lernen wir verschiedene Kriminalfälle kennen, welche teilweise aufgeklärt und teilweise ungelöst sind. Gerade die ungelösten Fälle konnten mich wirklich in ihren Bann ziehen.
Insgesamt war es richtig spannend, in die verschiedenen Verbrechen einzutauchen, mehr darüber zu erfahren und die verschiedenen Perspektiven zu sehen.
Zusätzlich wurde das Buch durch Experteninterviews und statistische Informationen zu verschiedenen Deliktarten u.ä. nochmals interessanter.
An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Details oder tiefere Einblicke gewünscht, vor allem in die Täterprofile, aber das ist natürlich Geschmackssache und auch stark vom individuellen Interesse an dem jeweiligen Fall abhängig.
Ich fand es ein gutes True-Crime-Buch und bin immer wieder geschockt über so manche Fälle ..
- Reinhard Haller
Rache
(7)Aktuelle Rezension von: uli_sonneRainhard Haller geht in diesem Buch dem Thema/Gefühl Rache nach.
Er betrachtet das Thema anhand von geschichtlichen, aktuellen Beispielen. Aufgrund seines professionellen Hintergrunds sind es eher dramatische Rache-Beispiele die er exemplarisch erwähnt.
Ebenso betrachtet er das Thema Rache wissenschaftlich. Er geht den unterschiedlichen URsachen auf den Grund, den unterschiedlichen Formen des "Auslebens" der Rache und den Umgang mit dem Rachgefühl bei unterscheidlichen Persönlichkeitstypen.
Zum Abschluß gibt er Tipps zu einem guten Umgang mit dem Gefühl der Rache.
Das Buch hat mich dazu gebracht reinzuspüren ob ich so etwas wie Rache empfinde, wo das herkommt und wie ich damit umgehe. Das hilft für die eigene Psychohygiene und ein Wohlbefinden. Im letzten Kapitel zum Umgang mit Rache hätte ich mich über so ausführliche Beispiele wie in den Vorkapiteln gefreut. Einen Stern habe ich abgezogen, weil sich einiges zu dem Thema auch in seinem Buch Kränkung findet und mir das dann zu viel Wiederholung war.
- David Schraven
Die Mafia in Deutschland: Kronzeugin Maria G. packt aus
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenSpannend wie ein Krimi: Die Lebensgeschichte der Maria Giordano, die durch ihren prügelnden Mann zur Mafiamittäterin wurde und schließlich gegen die Mafiabosse aussagte. Unglaublich, wie rückständig die Familienverhältnisse in den 90ern in Italien waren, und wie schlecht der Zeugenschutz in Italien organisiert ist. Das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die man sich in der deutschen Politik wünschen würde. Einen Bericht über Maria von Maik Meuser findet man noch auf youtube.
- Sabine Rückert
ZEIT Verbrechen
(32)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeTrue Crime lese und höre ich sehr gerne. In diesem Fall habe ich das Hörbuch gehört. Es war anders aufgebaut, als ich es von vielen anderen True Crime Hörbüchern kenne, aber ich fand die ausgewählten Fälle sehr spannend und zum Teil auch erschreckend/schockierend. Was mir an mancher Stelle gefehlt hat, waren noch ein paar mehr Infos über die Täter und deren Verurteilungen.
28.03.2025
- Hans Leyendecker
Die Korruptionsfalle
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenLeyendecker berichtet uns aus der um sich greifenden und flächendeckenden Korruption, die vor keiner Branche und keiner Gesellschaftsschicht halt macht. An manche der ganz bekannten Fälle (zB Mannesmann-Vodafone) konnte man sich noch erinnern, nach 20 Jahren wäre eine aktualisierte Neuauflage wünschenswert. Daß in Deutschland bei diesen Zuständen überhaupt noch "was läuft"! Grotesk, was da abgelaufen ist, wie dreist und selbstüberzeugt die Betreffenden vorgegangen sind. Leider kann man keine Partei ausnehmen, auch nicht die selbst favorisierte. Irgendwie denkt man doch, daß das Ganze eher in den Großstädten und den Metropolregionen stattgefunden hat, aber die größeren Unternehmen in unserer Provinz hier (v.a. die Entsorgungsbetriebe) sieht man jetzt auch mit anderen (mißtrauischen) Augen. H.L. ist uns bei unserer Pragfahrt mit der Referendars-AG 2002 in zwei Tagen mindestens drei Mal über den Weg gelaufen. Entscheidungsträger, hört den Autor!
- Maureen Johnson
Truly Devious: A Mystery
(27)Aktuelle Rezension von: BejeweledCatIch habe die ganze Trilogie gelesen und bin einfach begeistert. Der Schreibstil war umwerfend schön, die Charaktere einzigartig und toll beschrieben. Die zwei Zeitlinien, die zusammenlaufen, die Mysterien, die Auflösung - man versucht permanent, mitzurätseln. Ich will zum Inhalt gar nicht mehr sagen, da es am Besten ist, sich einfach positiv überraschen zu lassen. Für mich ein Anker der Perfektion dieses Jahr inmitten von vielen mittelmäßigen und vergessenswürdigen gelesenen Büchern.
- Hendrik Püstow
Jack the Ripper - Anatomie einer Legende
(8)Aktuelle Rezension von: tragalibrosIn diesem Buch wird die Mordserie vom berühmt-berüchtigten "Jack the Ripper" thematisiert.
Die beiden Autoren haben Informationen aus vielen verschiedenen Quellen zusammengetragen, gehen auf jeden Mord ein, der dem Ripper zugeordnet werden kann und geben Fakten zu den Tathergängen wider.
Da ich sehr gern Bücher und Dokumentationen zu ungeklärten und mysteriösen Mordfällen lese bzw. sehe und es interessant finde, mitzurätseln, musste ich natürlich auch dieses Buch lesen.
Im Vergleich zu dem Fachbuch, welches die Autorin Patricia Cornwell geschrieben hat, haben sich die beiden Schriftsteller hier mehr auf die puren Fakten gestützt, ohne eine eigene Wertung einzubringen. Dem Leser bleibt es selbst überlassen, aus den am Ende aufgelisteten und beschriebenen Tätern, den wahrscheinlichsten Verdächtigen auszuwählen.
Mir hat hier besonders gefallen, dass die Beweise und Indizien nicht bewertet worden sind und kein krampfhafter Versuch stattfand, diese auf einen bestimmten Mordverdächtigen zu münzen.
Leider habe ich trotzdem etwas zu kritisieren.
Ich fand, dass die Fußnoten, die zusätzlichen Informationen, eher unpraktisch ans Ende des Buches gepappt waren. Um jede der über 500 Zusatzinfos zu lesen, musste man immer wieder auf die letzen Seiten blättern, um dann einen Kommentar wie "Ebenda", oder eine Quellenangabe zu finden, die mir oft keinen zusätzlichen Input gab.Da ich dies nach einer Weile als wirklich anstrengen und nervig empfand, habe ich den Anhang nur noch sporadisch genutzt.
Alles in allem muss ich aber sagen, handelt es sich hierbei um ein sehr gut recherchiertes Sach- bzw. Fachbuch zu einer der mysteriösesten Mordserien der Geschichte.
Eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne mit True-Crime-Büchern befassen oder bei ungeklärten Mordfällen miträtseln wollen.























