Bücher mit dem Tag "krimkrieg"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "krimkrieg" gekennzeichnet haben.

25 Bücher

  1. Cover des Buches Forever Again (Band 1) - Für alle Augenblicke wir (ISBN: 9783785583760)
    Lauren James

    Forever Again (Band 1) - Für alle Augenblicke wir

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Saskiaaat

    Das Cover ist einfach mega schön und der Klappentext hat sehr einladend geklungen. 


    Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig und ich habe etwas länger gebraucht um in die Geschichte einzusteigen. Das liegt wahrscheinlich auch an den wechselnden Handlungsorten. Ich bin der Meinung jeder Handlungsstrang hätte ein eigenes Buch sein können, aber das ginge auch nicht, weil die Hauptprotagonisten ja auch von der einen zur anderen Zeit springen. 


    Die Charaktere sind sehr schön beschrieben und man kann sich gut in sie hineinversetzten. 


    Was mir sehr gut gefällt, das in den Buch Zeitungsartikel abgedruckt sind und somit das Gelesene unterstreicht. 


    So vom historischen finde ich es super gut. Mal sehen, wie es in Buch zwei weiter geht.

  2. Cover des Buches Eisiges Blut (ISBN: 9783596185191)
    Robert Masello

    Eisiges Blut

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Frau-Aragorn
    Dieses Buch lag ewig auf meinem SUB, da ich ein großer Thriller Fan bin, und absolut von Cover und Klappentext geblendet war. Als ich dann hier bei lovelybooks mehr über dieses Buch las, stellte es sich als Spannungsgeschichte mit ziemlich viel paranormalen Einschlägen heraus, weshalb ich ganz lange die Finger davon gelassen hab. 

    Was für ein Fehler, denn jetzt nachdem ich es gelesen habe, bin ich sehr begeistert. Alles in allem könnte es ein langes Drehbuch für eine Akte X Folge sein... Ich liebe Akte X!
    Derjenige, der für Covergestaltung und Klappentext verantwortlich war, muss seine Arbeit in einem Zustand der geistigen Umnachtung ausgeführt haben, denn beides passt hier einfach überhaupt nicht zum Inhalt. Was sich der Fischerverlag dabei gedacht hat... wäre es mein Buch, ich wäre stinkend sauer. 

    Ich bin sehr begeistert davon, wie die Geschichte mit realen und gut recherchierten Fakten ergänzt wird. Noch dazu unterstützt durch literarische Einschübe entsprechend der damaligen Zeit. Beispielsweise die Erlebnisse von Floreance Nightingale oder die Schlacht der 600. 
    Die Art, wie der Bogen zwischen den Zeiten gespannt würde gefiel mir auch sehr. 

    Beide männlichen Protagonisten sind gut charakterisiert und authentisch und sympathisch dargestellt. Man kann ihre Denkweisen und Handlungen nachvollziehen. 
    Auch alle weiteren Figuren sind super eingeführt und mit der richtigen Mischung aus Schubladendenken und Individualität beschrieben. 

    Der Spannungsbogen wurde stetig aufgebaut, riss zu meiner Zeit ab und gipfelte in einem sehr spannenden Finale. 
    Einige schrieben hier schon, dass die Geschichte zu lange gebraucht habe,  um in Fahrt zu kommen. Das find ich hat nicht. Ich würde es als sehr gelungenen Storyaufbau beschreiben. 

    Natürlich könnte man sich jetzt um Glaubwürdigkeit und Realitätsnähe sorgen ... aber warum sollte man?!? Es ist ein Thriller mit Science-Fiction/ Paranormal Einschlägen, da kann man etwas Realitätsverlust verkraften. In jedem Fall finde ich es sehr einzigartig und empfehlenswert. 
    Wenn man es schafft sich auf dieses abgedrehte Thrillerformat einzulassen, erwartet einen ein super Buch!
  3. Cover des Buches Der König aller Krankheiten (ISBN: 9783832162320)
    Siddhartha Mukherjee

    Der König aller Krankheiten

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Diese Krebs-Biografie habe ich sehr gern gelesen, viel Neues entdeckt, mich prima unterhalten gefühlt, also empfehle ich sie auch gerne weiter.

    Zum Autor: „Siddhartha Mukherjee ist Krebsforscher und praktizierender Onkologe. Er ist Assistenzprofessor an der Columbia University und arbeitet am New York Presbyterian Hospital. Mukherjee studierte an der Stanford University, der University of Oxford, der Harvard Medical School und ist ein Rhodes Scholar. Regelmäßig veröffentlicht er Artikel in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Für ›Der König aller Krankheiten‹ erhielt er 2011 den Pulitzer-Preis. Mit seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern lebt er in New York.“

    Nachdem ich „Das Gen“ von Siddhartha Mukherjee gelesen habe, hatte ich keine Hemmungen, mir auch sein Krebs-Buch zu Gemüte zu führen. Ich wusste, der Autor wird auch hier viel Lesevergnügen bereiten, und auch die komplexen Zusammenhänge zugänglich, unterhaltsam und spannend zu erzählen wissen. Ich habe mich keineswegs getäuscht.

    Auf rund 550 Seiten reinen Textes in 6 Teile gegliedert, Vorbemerkung, Prolog, Nachwort inklusive, in recht kleiner Schrift und viel Text pro Seite, wird die Geschichte von Krebs von der Antike bis heute erzählt. Pro Teil gibt es einige Kapitel, die recht leserfreundlich und eher kurz gehalten sind. Vor jedem Kapitel, und erst recht vor jedem Teil, gibt es wunderbare Zitate, manchmal zwei oder drei. Oft ertappte ich mich beim Gedanken, dass man schon allein dieser Zitate wegen das Buch lesen sollte.

    Der Hauptgewinn liegt aber absolut klar im Inhalt. Nach paar Seiten entsteht ein Sog: kaum angefangen, kann man gar nicht so schnell aufhören.

    Das Buch liefert tiefe Einblicke in die Forschung rund um Krebs. Vorweg erfährt man, was Krebs eigentlich ist, u.a., dass diese Krankheit so komplex ist, dass die Forscher in einigen Fällen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte harter Arbeit brauchten, um dahinter zu kommen, wie gerade eine bestimmte Krebsart funktioniert, und wie man sie außer Gefecht setzen könnte.

    Beeindruckend, wie viel Hingabe und Ausdauer seitens der Wissenschaftler, Ärzte, Patienten und anderer Beteiligten es bedurfte, um auf den Stand zu kommen, auf dem man heute ist, um z.B. die Medikamente zu haben, die man heute wirksam gegen bestimmte Arten von Tumoren einsetzen kann.

    Der Autor schildert viele Schicksale der Menschen, die sich dem Krebs im Laufe ihres Lebens stellen mussten. Manchmal ging es gut und sie wurden gesund. Oft genug aber war es tragisch. Auch weil einige Patienten den Zugang zum brandneuen Medikament nicht rechtzeitig erhalten konnten.

    Mukherjee schildert u.a. seine Gedanken zur Entstehung und zum Krieg gegen Krebs und wird oft philosophisch, was eindeutig als Bereicherung des Ganzen führt. Der Gemeinschaftsgedanke im Kampf gegen Krebs ist sehr anschaulich geschildert worden. Aber auch dass die Vorbeugung die beste Medizin ist, liegt er eindrucksvoll dar. Sicher hat man es schon mal gehört, aber das kann man nicht oft genug wiederholen. Insb. wenn man sieht, dass heute viele (junge) Menschen rauchen.

    Dieser Zusammenhang zw. Rauchen und Krebs wurde sehr gut ausgearbeitet. Der Autor zeigt auch diesen langen Prozess, der der eindeutigen Erkenntnis voranging, dass das Rauchen Krebst verursacht. Anhand von vielen Beispielen erläutert Mukherjee, wie das Rauchen die Atemwege zerstört, und warum man als Raucher sehr wahrscheinlich frühzeitig an Krebs sterben wird. Er schildert auch sehr eindrucksvoll die Kaltschnäuzigkeit der Tabakindustrie, mit der sie ihre Geschäfte, trotz unzähliger Opfer vorantreibt, u.a. wie in den 70-ger Jahren die Ärzte in USA korrumpiert wurden, damit sie Zigaretten ihren Patienten weiterempfehlen, wie sie auf Arztkongressen Schlagen standen, um die Päckchen einer neuen Marke umsonst zu bekommen. Aber auch in der jüngsten Zeit haben die Tabakkonzerne ihre Dreistigkeit bewiesen. Nachdem es problematisch wurde, großes Geld damit im Westen zu machen, gingen sie in die Schwellenländer. „Anfang der 1990ger Jahre… schloss das Unternehmen Britisch American Tobacco mit der Regierung von Usbekistan eine .. Vereinbarung, die ein Produktionsmonopol begründete, und trieb dann intensive Lobbyarbeit, um das neue gesetzliche Verbot von Tabakwerbung zu kippen. Nach BAT-Investition nahm in Usbekistan die Zahl der Raucher um rund 18 Prozent jährlich zu, und der Umsatz stieg von 1990 bis 1996 um 50 Prozent.“ S. 351. Ähnliches passierte 2004 in Mexico.

    Manchmal hat mich Mukherjee auch überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass ich in der Krebsbiografie über den Krimkrieg von 1854-1857 lesen werde. Im Teil 4 schreibt er über die Verbreitung des Rauchens und sehe da, der Krieg hat auch diese schädliche Nebenwirkung offenbart.

    Zugegeben, manchmal wird es sehr detailliert, manchmal geht Mukherjee schon tief in die Materie hinein, um dem Leser den Stoff zugänglich zu machen. Das hat er prima gemeistert. Sehr zugänglich beschrieben, z.B. wie bestimmte Krebsarten entstehen, wie sie sich verhalten und wie man sie überwinden kann, sodass aufmerksame Leser auf jeden Fall ihre Chance haben, das Geschilderte zu begreifen und vieles für sich mitnehmen zu können.

    „Medizin…beginnt mit dem Erzählen von Geschichten. Patienten erzählen, um Krankheit zu beschreiben; Ärzte erzählen, um sie zu verstehen. Die Wissenschaft erzählt eine eigene Geschichte, um Krankheiten zu erklären. Diese Geschichte von der Entstehung eines Karzinoms – von Karzinogenen, die Mutationen in zellinternen Genen auslösen, was zu Signalkaskaden in Zellen führt, die daraufhin Zyklen von Mutationen, Selektion und Überleben durchlaufen – stellt den überzeugendsten Überblick dar, den wir von der Geburt des Krebses haben.“ S. 485.

    Sehr interessant ist auch der Ausblick im Nachwort „Atossas Krieg“, u.a. wie es im Jahr 2050 ausschauen könnte, denn in einer Biografie spricht man am Ende über den Tod, so Mukherjee, und er fragt, ob es je möglich sein wird, im Fall von Krebs davon zu berichten.

    Man kann noch etliche Seiten über dieses Buch schreiben, aber es ist besser, ihr lest es selbst.

    Fazit: Ein sehr aufschlussreiches, gekonnt wie spannend geschriebenes Werk, das nicht nur eine Fülle lesenswerter Informationen liefert, sondern auch vorzüglich unterhält und zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

    Für junge Menschen, die sich für Biologie, Medizin und ähnl. Fachgebiete interessieren oder zu studieren begonnen, ist „Der König aller Krankheiten“ von S. Mukherjee ein must read.  Aber auch für andere Leser ist es eine tolle, unterhaltsame und intelligente Lektüre. Viele Schicksale von Menschen mit diversen Arten von Krebs, aber auch von den Ärzten, Wissenschaftlern und anderen Kämpfern gegen diese Krankheit, laufen vorm inneren Auge ab. So bekommt man u.a. eine bessere Sicht auf krebskranke Menschen, kann mehr Verständnis aufbringen, besser mit ihnen umgehen, uvm.

    Das Buch ist chic gestaltet: Es ist zwar TB, aber jedes Kapitel fängt auf der rechten Seite an. Das sieht man heute nicht oft.

    Fünf wohl verdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung!

     

  4. Cover des Buches Das Geheimnis des alten Tagebuchs (ISBN: 9783962151461)
    Sylvia Weill

    Das Geheimnis des alten Tagebuchs

     (11)
    Aktuelle Rezension von: winniehex

    Anabelle hat es gerade nicht leicht, denn ihr Vater hat Sie Mittellos zurückgelassen. Nun muss die junge Frau schauen wo Sie bleibt, da bekommt Sie das Angebot als Nanny auf Burg Darkhaven zu arbeiten. Dort soll Sie sich um die kleine Tochter des Burgherren Lord Cunningham kümmern, dessen Frau auch früh verstorben ist. Dort angekommen, ist es anfangs schwer für Sie, aber der Bruder von Lord Cunningham umschwärmt Anabelle so sehr, dass Sie kurz darauf ihr Herz an ihn verliert und kurzerhand ihn heimlich heiratet. Aber Anabelle hat es nicht leicht, denn auch Lord Cunnigham ist nicht gerade unsymphatisch und das macht die ganze noch schwieriger. Als Anabelle dann noch durch Zufall die alten Tagebücher von Lord Cunnigsham Frau findet ist Sie sich nicht mehr sicher mit ihrem Mann, was hat er mit dem Tod der Frau zu tun?

    Das Buch klang eigentlich vielversprechend und auch mir hat es auch gefallen, wobei ich persönlich mir gewünscht hätte das es noch spannender gestaltet wäre, aber gut man kann ja nicht alles haben. Ansonsten fand ich es eine schöne und einfache Liebesgeschichte, hätte auch noch mehr „Zeitreise“ drin sein können.

    Von mir gibt es dafür 3,5 von 5 Sternen

  5. Cover des Buches Das Gesicht des Fremden (ISBN: 9783442448098)
    Anne Perry

    Das Gesicht des Fremden

     (50)
    Aktuelle Rezension von: laualc
    William Monk wacht - als Folge eines schweren Kutschenunfalls - ohne jegliche Erinnerungen an sein Leben, seinen Namen oder sein Aussehen im Krankenhaus auf. Sofort wird dem Inspektor Monk ein unerklärbarer Mordfall übertragen. Mord an einen adeligen Ex-Soldaten in den eigenen vier Wänden. Keine Spur des Mörders zu finden. Nun muss der verwirrte Monk einen Fall lösen, der ihm nicht nur seinen Job, sondern vielleicht sogar das Leben kosten könnte. Anne Perry übertrifft wie immer alle Erwartungen. Sie lässt Dinge zur rechten Zeit geschehen, erweckt unglaubliche Charaktere ins Leben und spart nicht an detaillreichen Beschreibungen. Es ist als wäre man Teil des Buches, stünde bei den Anwesenden. Man fühlt die Gelassenheit zwischen Freunden, die Spannung zwischen Feinden und die Einsamkeit Monks. Man kann gar nicht mit dem Lesen aufhören!
  6. Cover des Buches Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (ISBN: 9783103479058)
    Golo Mann

    Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Auf den ersten Blick schreckt das Buch zum Lesen sicher so manchen ab, was nicht nur am Umfang, sondern auch am etwas sperrigen Titel liegt. Heute ist es ja geradezu modern nur wenige Jahre der Geschichte herauszugreifen oder ein einzelnes Thema. An eine solche, über Jahrzehnte reichende Darstellung wagt sich kaum mehr ein Historiker.

    Das Buch überzeugt durch seinen ungewöhnlichen Stil und die fulminante Sprache. Breit gefächert werden viele Hintergründe beleuchtet und dargestellt, die zum Verständnis der Geschichte und der Entscheidungen der Akteure wichtig sind und in anderen Geschichtswerken, die sich auf das bloße Vermitteln von Fakten beschränken fehlen. Entsprechend setzt das Buch geschichtliches Grundwissen unbedingt voraus und ist für jeden, der einmal schnell einen Einstieg erhalten möchte nicht geeignet.

    Für den Leser, der bereits ein gutes Wissensfundament hat, ist dieses Buch aber immer noch eine absolute Empfehlung.

  7. Cover des Buches Der Fall Jane Eyre (ISBN: 9783423282741)
    Jasper Fforde

    Der Fall Jane Eyre

     (557)
    Aktuelle Rezension von: Ambermoon

    Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten... (Klappentext) 

    ❃❃❃❃❃


    "Der Wachmann, der im Haus seinen Rundgang machte, hörte Acheron nicht kommen. Sein lebloser Körper wurde später unter dem Ausgußbecken gefunden. Lautlos stieg Hades die Treppe hinauf. Dabei hätte er soviel Lärm machen können, wie er nur wollte. Er wußte, dass ihm die Wachleute mit ihren 38ern nichts anhaben konnten, aber mir nichts, dir nichts hineinzuspazieren und sich zu bedienen machte einfach keinen Spaß."
    (S. 270)


    Dies ist der 1. Band einer ganz besonderen Buchreihe, welche einem in eine abgefahrene Parallelwelt der 80er Jahre katapultiert.
    Eine Welt, in der zwar die Computer erfunden wurden, es aber Luftschiffe gibt, eine Welt in der England seit 130 Jahren Krieg mit den Russen um die Krim führt, in der manche Spezialisten durch die Zeit reisen können und, und das ist das Wichtigste, eine Welt in der sich alles um Literatur dreht. So werden z.B. von Kindern Sammelkarten mit AutorInnen getauscht, die Baconiers klopfen an Türen und wollen die Menschen bekehren zu glauben, dass Francis Bakon die Shakespeare-Werke geschrieben hat und es gibt natürlich Spezialeinheiten, welche sich der literarischen Kriminalität entgegenstellen.
    Zu einer dieser Einheiten gehört auch Thursday Next, die Protagonistin. Genauer gesagt arbeitet sie als Literaturagentin und sie macht Jagd auf den Superschurken unter den Kriminellen - Acheron Hades. Diesem wird zur Last gelegt das Originalmanuskript "Martin Chuzzlewit" von Charles Dickens aus dem Museum entwendet zu haben.
    Da der Täter keinerlei Spuren hinterließ und nicht einmal von den Kameras entdeckt wurde, kann es nur Acheron Hades gewesen sein. Doch was will er mit diesem Manuskript?
    Thursday war ihm knapp auf den Fersen, doch dieses Zusammentreffen überlebte sie nur knapp. Für sie ist klar - bei diesem Mistvieh von Schurken muss sie härtere Geschütze auffahren, denn Acheron Hades scheint nicht nur Meister der Manipulation und Täuschung zu sein, sondern nahezu kugelsicher. Wie will man so einen zur Strecke bringen? ... Und die Jagd beginnt.


    ">>Er verfügt über bemerkenswerte Fähigkeiten. Deshalb dürfen wir auch seinen Namen nicht laut aussprechen. Ich nenne das die Regel Nummer Eins.<<
    >>Seinen Namen? Warum nicht?<<
    >>Weil er seinen Namen - selbst wenn man ihn nur flüstert - im Umkreis von mindestens tausend Meilen hören kann. Mit seiner Hilfe nimmt er sozusagen unsere Witterung auf.<<"
    (S. 32)


    Mit dem Einstieg tat ich mir anfangs etwas schwer, da man von der ersten Seite an in diese irre Parallelwelt geworfen wird. Nach ca. 50 Seiten gewöhnte ich mich jedoch an diese Welt und begann sie so richtig zu genießen.
    Im Verlauf lernt man diese Welt immer besser kennen, genau wie auch die Protagonisten selbst. Mit ihr erlebt man nicht nur völlig skurrile Grundgesetze, die in dieser Welt herrschen, sondern auch ebenso skurrile Personen. Dabei nimmt der Autor häufig Bezug auf die Literatur, vorzugsweise britische Klassiker. Da hätten wir z.B. Onkel Mycroft und Tante Polly. Na? Kommen Euch diese Namen nicht irgendwie bekannt vor?
    Es gibt hier für bibliophile Nerds also unheimlich viel zu entdecken, vor allem, wenn man den ein oder anderen Klassiker kennt, was für zusätzlichen Lesespaß sorgt.


    ">>Er könnte ja in das Buch auch vorsätzlich hineingesprungen sein. Und dann hat es ihm in dem Roman so gut gefallen, dass er einfach dortgeblieben ist.<<
    Victor blickte mich argwöhnisch an. Aus Angst für einen Springer gehalten zu werden, hatte er es nicht gewagt, jemanden von seiner Theorie zu erzählen, und nun kam auf einmal eine Londoner Literatur Agentin daher, kaum so alt wie er, und ging weiter, als er es sich je hätte vorstellen können. Da traf ihn die Erkenntnis.
    >>Sie haben es selbst schon mal gemacht, stimmt's?<<"
    (S. 213)


    Der Schreibstil ist flüssig und der Autor weiß Spannung zu erzeugen. Zudem hat er eine einzigartige Welt erschaffen, die voller Liebe zur Literatur steckt und in der alles anders ist als in unserer Welt.
    Dies war anfangs für mich etwas verwirrend, da man, wie schon erwähnt, in diese Welt hineingestoßen wird ohne Zeit zu haben sich auf diese einzustellen. Gleichzeitig beschreibt er diese Welt, als wäre es für ihn das Normalste auf der Welt und das machte es schließlich zu einem kleinen Erlebnis diese Welt zu entdecken.

    Die Kapitel sind zudem kurz und werden durch Anekdoten aus Sach- und Fachbüchern aus dieser Welt eingeleitet, wie z.B. aus verschiedenen Geschichtsbüchern oder Biographien, die einem ebenso Einblick in diese verrückte Welt werfen lassen.

    Die Figuren und allen voran die Protagonistin Thursday Next, sind wunderbar und facettenreich gezeichnet. Man begegnet hier nicht nur Schurken und Figuren, die man sofort ins Herz schließt, sondern auch skurrilen und nicht ganz durchschaubaren Figuren.

    Auch für Spannung und Action wird hier gesorgt, inklusive überraschender Wendungen und äußerst schrägen und trockenen Humor. Und so stürzt man sich mit der einzigartigen und selbstbewussten Thursday in irrwitzige Missionen und Abenteuer.


    "Der Geruch von versengter Kleidung stieg mir in die Nase. Ich wich zurück, als eine grelle, orangerote Flamme aus seinem Jackett schlug. Sie setzte seinen Körper in Brand, und wir räumten eilig das Feld, während er in der starken Hitze bis zur Unkenntlichkeit verkohlte; das Ganze dauerte keine vierzig Sekunden..."
    (S. 261)


    Leider nimmt jedoch Jane Eyre selbst nur eine untergeordnete Rolle ein und wird erst gegen Ende präsent, was mich persönlich ein kleines bisschen enttäuschte. Für das Buch wäre wohl der Titel "Der Fall Martin Chuzzlewit" passender gewesen.

    Fazit:
    Für einen Buchnerd wie mich, der auch die klassische Literatur liebt, war dieses Buch ein ganz besonderes Erlebnis.
    Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten lernte ich rasch diese schräge Welt kennen und vor allem lieben. Am Ende wollte ich daraus überhaupt nicht mehr auftauchen und daher ist für mich klar, dass ich diese Reihe weiterverfolgen werde. Denn was gibt es Schöneres, als in eine verrückte Welt einzutauchen, die sich ganz der Literatur verschrieben hat?

    © Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Autoren-Info und Rezept zum Buch "Stanfords berühmtes Krabben-Sandwich")

     

  8. Cover des Buches Unter dem Safranmond (ISBN: 9783732558865)
    Nicole C. Vosseler

    Unter dem Safranmond

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Tigerbaer

    Eigentlich hat "Unter dem Safranmond" von Nicole C. Vosseler viel zu lange sein Dasein auf meinem SuB gefristet und es hat eines Urlaubs bedurft, dass die Geschichte und ich endlich zueinander gefunden haben.

    Der historische Roman erzählt vor dem Hintergrund des viktorianischen Zeitalters, u.a. mit dem Krimkrieg (1853 - 1856) und der britischen Kolonialherrschaft in Indien und Arabien von einem Frauenschicksal.
    Der Handlungsbogen spannt sich mit Rückblenden und einem Epilog von 1842 bis 1891.

    Die Hauptfigur ist Maya Greenwood, Tochter eines Universitätsprofessors aus Oxford. Die junge Frau wächst mit der Faszination des Vaters für vergangene Zeiten auf, ist selbst sehr wissbegierig und neugierig auf die Welt. Sie lernt mehrere Sprachen, u.a. Arabisch und verschlingt Bücher ohne Unterlass. Ihren großen Traum von Reisen in ferne Länder kann sie sich wegen der ihrem Geschlecht vorgehebenen gesellschaftlichen Beschränkungen nicht erfüllen und das kann Maya nur schwer akzeptieren.

    Besuche der Studenten ihres Vaters, allen voran des charismatischen Richard Frances Burton schüren das Fernweh in Mayas Brust nur noch mehr.

    Als ihr älterer Bruder Jonathan, der als Arzt beim Militär dient, in Begleitung eines Freundes nach Hause kommt sind Maya und der adrette Ralph Garett voneinander hingerissen.
    Die Eltern von Maya stehen der lodernden Liebe ihrer Tochter skeptisch gegenüber und lehnen eine offizielle Verbindung ab. Die rebellische Tochter kann und will das nicht akzeptieren, deshalb brennen sie und Ralph durch.

    Die nächste Station führt das frischgebackene Paar nach Aden im Süden Arabiens. Für Maya stellt sich hier bald die große Ernüchterung in Bezug auf die Faszination ferner Länder und auf ihren Ehemann ein.

    Auch andere Schicksalsschläge bleiben der jungen Frau nicht erspart und dann gerät sie eines Tages unbeabsichtigt in einen Konflikt zwischen den britischen Besatzern und den arabischen Stämmen. Der Krieger Rashad al-Shaheen entführt Maya und nach dieser Begegnung ist nicht mehr wie es war...

    Ich habe eine Weile gebraucht bis ich richtig in der Geschichte angekommen bin, aber dann konnte ich mich nur noch unschwer aus dem Bann derselbigen lösen.

    Maya ist eine tolle Protagonisten, die ich schnell ins Herz geschlossen habe und auch die Nebenfiguren, allen voran Tante Elisabeth haben sich ihren Platz in meinem Leseherz erobert.
    Es gefällt mir, dass alle Figuren facettenreich gestaltet sind und jede für sich Licht und Schatten wirft.

    Besonders begeistert hat mich - wie schon bei einem anderen Buch der Autorin - der sprachliche Ausdruck der Geschichte. Die Autorin malt mit Hilfe von Buchstaben und Worten Bilder, die zuerst gleich Schatten aus den Buchseiten aufsteigen und mit jedem Satz mehr an Substanz gewinnen. Man vermeint die Düfte Arabiens riechen und schmecken zu können, spürt den Sand der Wüste unter den Fußsohlen knirschen und den heißen Atem der Sonne auf der Haut. Wunderbares Kopfkino!

    Für mich war "Unter dem Safranmond" eine Lesereise voller Abenteuer, Romantik, schicksalhafter Begegnungen und erzählt von der großen Liebe.

    4 Bewertungssterne gibt es dafür!

  9. Cover des Buches The Well of Lost Plots (ISBN: 9780143034353)
    Jasper Fforde

    The Well of Lost Plots

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Korinna
    Thursday Next, literature detective
  10. Cover des Buches Kriegstagebücher (ISBN: 9783463007694)
    Konstantin Simonow

    Kriegstagebücher

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Galhion
    Simonov beschreibt in seinen 'Kriegstagebücher' Szenen aus dem 2. Weltkrieg, den er als Kriegsberichterstatter erlebte. Er beginnt mit 1941, als Russland in den Krieg eintrat und geht bis zum Kriegsende. Die ersten Kapitel sind verständlicherweise voller Hass gegen die Deutschen, wobei Simonov aber nie ausfallend wird. Er selbst nimmt sich in seiner Wertung stark zurück, da er häufig nur das wieder gibt, was Kameraden ihm erzählen. Er berichtet sachlich, nur manchmal, wenn er von Menschen erzählt, wird seine Sprache weicher und gerfühsbetonter. Beeindruckend für mich sein Schlusswort: "Wenn alles, was ich über die vier Jahre geschrieben habe, wenigstens einen gewissen Eindruck davon vermittelt, was der Krieg war und einmal mehr dazu anregt, es zu keinem 3. Weltkrieg kommen zu lassen." Wenn ich sein Buch mit Berichten deutscher Soldaten vergleiche, so möchte ich sagen, tauscht man die Namen, dann gleichen sich die Berichte eines sinnlosen Unterfangens.
  11. Cover des Buches Fleur (ISBN: 9783426629505)
    Cynthia Harrod-Eagles

    Fleur

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Leider war das Buch nicht mein Fall.
  12. Cover des Buches Die Melodie der Träume (ISBN: 9783404160648)
    Alexandra Jones

    Die Melodie der Träume

     (2)
    Aktuelle Rezension von: MyriamErich

    Liebe auf den ersten Blick! Die junge Joanne verliebt sich auf einer Pariser  Soirée in den charmanten Grafen Jean-Paul de Villacroix. Die Romanze scheint perfekt, wäre da nicht der junge Arzt Nickolas, der ihr den Hof macht sowie die Revolution, die die Rebellen dazu verleitet, das junge Mädchen zu entführen. Kann Joannes Liebe dennoch standhalten?

    "Die Melodie der Träume" lässt ein wenig zu wünschen übrig. Zwar ist der Klappentext ansprechend, die Handlung zieht sich jedoch sehr in die Länge.

    Unglaubwürdige Protagonisten, deren Dialoge kindlich naiv anmuten, dazu Kitsch ohne Ende und übertriebene Leidenschaft, die schon wieder gestellt wirkt. Da kann auch der historische Kontext mit gut recherchierten Ereignissen nicht mehr viel retten, auch wenn dieser relativ passend eingesetzt wurde.

    Auch die Entwicklung Joannes wirkt auf den Leser sprunghaft und unglaubwürdig. Mit geradezu kindlicher Naivität verliebt sie sich in den Grafen. Dabei verdrängt sie, dass er sie nur benutzt.

    Auch ihr Verhalten gegenüber Gaston Cabet ist schleierhaft. Aus Abscheu wird Liebe, aus Liebe wird Abscheu, usw. Der Respekt, der sich während ihrer Reise bildet, wird schlussendlich durch Cabets unentschuldbaren Verhalten gegenüber Joanne wieder zunichte gemacht. Dennoch will sie ihn nicht verlassen. Ihre Beweggründe, warum sie nach der fraglichen Hochzeit doch bei ihm bleibt, wollen nicht so recht zu dem Bild passen, das bisher von ihr gezeichnet wurde.

    Darüber hinaus wird keine Begründung dargelegt, warum ein junges, verwöhntes, adeliges Mädchen plötzlich den Wunsch verspürt, im Krimkrieg als Krankenschwester zu arbeiten. Noch dazu unter solch einer historischen Persönlichkeit wie Florence Nightingale. Diese will hier nicht so ganz ins Bild passen.

    Auch das, durch den Klappentext schon verratene, Ende bleibt fragwürdig.

    Schlussendlich lässt sich also sagen: Flop...

     

  13. Cover des Buches Der große Eisenbahnraub (ISBN: 9783426602911)
    Michael Crichton

    Der große Eisenbahnraub

     (22)
    Aktuelle Rezension von: larshermanns

    Seit Jahren bin ich ein großer Fan des Heist-Movies »Der große Eisenbahnraub« mit Sir Sean Connery, Donald Sutherland und Lesley-Anne Down. Als ich zufällig beim Stöbern auf die gebundene Erstausgabe der Romanvorlage aus dem Jahr 1976 gestoßen bin, konnte ich verständlicherweise nicht widerstehen.

    ●●●●●●●●●● ALLGEMEINE INFORMATIONEN ●●●●●●●●●●

    Titel: Der große Eisenbahnraub
    Originaltitel: The Great Train Robbery
    Autor: Michael Crichton
    Verlag: Rowohlt
    Format: Gebundene Ausgabe
    Land / Jahr: USA / 1975
    Genre: Roman
    Seiten: 294

    ●●●●●●●●●● DER KAUF ●●●●●●●●●●

    Die gebundene Erstausgabe hatte ich am 6. Oktober 2014 für gerade einmal 2,90 Euro auf dem Marketplace erstehen können.

    ●●●●●●●●●● DIE AUFMACHUNG ●●●●●●●●●●

    Die gebundene Ausgabe hat einen Schutzumschlag mit einem Gemälde des Zuges, der im Fokus des Eisenbahnraubs steht. Zudem gibt es eine schwarze Binde mit weißer Schrift: »Eine atemberaubende Gaunerkomödie aus dem London des Charles Dickens – Ein Lesevergnügen 1. Klasse«. Die Seiten des Buches sind sehr dick gehalten, und die Schrift- und Zeilengröße ermöglichen ein bequemes Lesen.

    ●●●●●●●●●● DER AUTOR ●●●●●●●●●●

    Der 1942 in Chicago geborene Schriftsteller John Michael Crichton hat bis zu seinem Tod im November 2008 sechsundzwanzig Romane und elf Drehbücher geschrieben, von denen die meisten Kinokassenschlager waren – allen voran natürlich »Jurassic Park« aus dem Jahr 1990. Seinen Roman »Der große Eisenbahnraub« hat er als Regisseur selbst 1979 verfilmt.

    ●●●●●●●●●● INHALTSANGABE ●●●●●●●●●●

    Im viktorianischen England des Jahres 1855 wird ein Jahrhundertverbrechen geplant, während der Krimkrieg Unsummen an Truppen und Gold verschlingt. Jeden Monat werden mit dem London-Paris-Express Goldbarren im Wert von 12.000 Pfund zur britischen Armee in Russland transportiert – der Sold der kämpfenden Soldaten. Und auf dieses Gold hat es der Berufsverbrecher Edward Pierce abgesehen. Der skrupellose Gentleman-Verbrecher verkehrt in den höchsten Kreisen der Gesellschaft und plant den Coup ein Jahr lang, zusammen mit seiner Geliebten Miriam, einer Schauspielerin, und Agar, einem Taschendieb und Schlossknacker.

    ●●●●●●●●●● MEINE MEINUNG ZUM BUCH ●●●●●●●●●●

    Das Buch ist mindestens so gut wie der Film.
    Minutiös stellt Michael Crichton die Planung des großen Coups dar.

    Edward Pierce steht hierbei im Mittelpunkt und ist für die Beschaffung der Schlüssel zuständig. 1855 gab es noch kein Dynamit, folglich konnte man Tresor damals nur öffnen, wenn man den oder die passenden Schlüssel besaß. Und im konkreten Fall handelt es sich um vier Schlüssel, von denen Pierce und seine Bande Kopien benötigen.

    Entgegen der üblichen Heist-Geschichten, legt Michael Crichton in »Der große Eisenbahnraub« keinen besonderen Wert auf die detaillierte Ausführung des Raubes, sondern es geht vielmehr um die Planung von A bis Z, bei der vor allem die Person Edward Pierce mehr und mehr durchleuchtet wird. Er ist zudem auch die einzige Person, die charakterlich mehr in den Fokus rückt als alle anderen. Sehr schön zeichnet Crichton ihn einerseits als eleganten Edelmann mit Charme und Esprit, dann wiederum zeigt er einem, wie skrupellos dieser Mann vorgeht, um seine Pläne in die Realität umzusetzen.

    Neben den ausführlichen Planungen und Vorbereitungen erfährt man zudem sehr viel über die Gesellschaft der damaligen Zeit. 1855 hatten die reichen Leute in und um London das Sagen, sie bildeten eine eigene Gesellschaft, die sich nur selten mit dem normalen Bürger oder Arbeiter abgab. Lediglich der Drang zu illegalen Wetten führte damals dazu, dass sich beispielsweise ein reicher Bankier mit ärmlichen Arbeitern in einem Raum aufhielt. Und Wetten waren damals ein großes Hobby der Briten. Sehr detailliert wird auch beschrieben, wie sehr die Gesellschaft damals nach dem Prinzip »außen hui und innen pfui« betrachtet werden konnte. Reiche Leute, die gern auf die niedrigere Gesellschaft hinabblickten – und dann ein verheirateter Mann der gehobenen Gesellschaft, der auf jungfräuliche Mädchen steht.

    Vor dieser Kulisse lässt Michael Crichton den großen Coup stattfinden. Dabei weiß der Leser bereits recht früh, dass der Coup gelingen wird. Die Geschichte wird stets aus einer Art Retrospektive erzählt, da sich der Leser zeitlich bereits bei der großen Gerichtsverhandlung befindet. Die Zeugen gehen auf das geschehene ein und schildern, wie es überhaupt zu dem Raub hatte kommen können. Vor allem aber die Darstellung von Edward Pierce selbst sind es, die das räuberische Abenteuer praktisch wie einen Film vor den Augen des Lesers ablaufen lassen.

    Hierbei wird auch von Anfang an klar, dass es sich bei »Der große Eisenbahnraub« keinesfalls um eine Art »Robin Hood Geschichte des 19. Jahrhunderts« handelt. Edward Pierce hat den Coup nicht geplant und in die Tat umgesetzt, um den reichen das Gold zu stehlen und es dann den Armen zu geben. Nein, Edward Pierce ist ein durch und durch verdorbener Verbrecher, der die Tat einzig und allein begangen hat, um selbst an das Gold heranzukommen.

    Erstaunlich ist, dass er für die Planung und Umsetzung seines Plans stets in Vorkasse getreten ist. Er musste also bereits im Vorfeld über ein bestimmtes Vermögen verfügt haben, was auch seinen gesellschaftlichen Status erklären würde. Man erfährt jedoch nie wirklich, wie er zu dem Vermögen gekommen ist. Man liest, dass er im Gefängnis gesessen und sich längere Zeit im Ausland aufgehalten hat – alles andere bleibt ein Geheimnis.

    Bewundernswert ist zudem, wie genau sich Michael Crichton mit den unterschiedlichen Eigenarten der damaligen Gesellschaft befasst hat. So geht er besonders in Verbindung mit dem Langfinger Agar auf die damals gebräuchliche Ganovensprache ein, die im Roman glücklicherweise auch immer wieder direkt übersetzt wird.

    Ich kann jedem, der sich für Ganovengeschichten sowie für das England der viktorianischen Ära begeistert, den Roman »Der große Eisenbahnraub« mit bestem Gewissen ans Herz legen. Die Akribie, gewürzt mit einem Schuss Humor, macht das Lesen zu einem schieren Vergnügen.

    ●●●●●●●●●● MEIN FAZIT ●●●●●●●●●●


    Der tollkühne »[…] große Eisenbahnraub« – ein sehr empfehlenswerter Roman mit sympathischen Verbrechern.

  14. Cover des Buches Der Vermesser (ISBN: 9783453810785)
    Clare Clark

    Der Vermesser

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Clare Clark entführt die Leser in die Abwasserkanäle – also quasi in die „cloaca maxima“ des viktorianischen Londons.
    Mitten in der stinkenden Brühe des Abfalls der Großstadt geraten die Schicksale zweier sehr unterschiedlicher Männer immer wieder in Kontakt.

    Da haben wir zuerst William May, der seit seinem Einsatz im Krimkrieg an Alpträumen und an dem Zwang leidet, sich mit einem Messer zu ritzen leidet (heute sagt man „posttraumatische Belastungsstörung“ dazu) und den „langarmigen Tom“ der gemeinsam mit seinem Hund „Lady“ von und in den Kanälen lebt.
    William ist eigentlich ein integrer Mann und ein begabter Mathematiker, der einem Korruptionsskandal auf die Schliche kommt.

    Toms Beziehung zu seinem Hund ist außergewöhnlich liebevoll. Für gewöhnlich werden zu dieser Zeit Haustier nur nach ihrem Nutzen bewertet.

    Der Krimi ist sehr spannend geschrieben und die Verhältnisse werden gut beschrieben, wenn nicht die Langatmigkeit zu Beginn wäre. Mehr als dreißig Seiten detaillierte Schilderung von allerlei Fäkalien und Ratten: das strapaziert die meisten Leser über Gebühr. Auch ich war nahe dran, das Buch wegzulegen.
    Jetzt, nach dem Ende bin ich froh, es fertig gelesen zu haben, und kann nun aus der düsteren, stinkenden Unterwelt wieder ans Tageslicht auftauchen.

    Ich hätte mir nur einen anderen Titel gewünscht. Der Originaltitel „The Great Stink“ ist meines Erachtens viel griffiger als der deutsche.
  15. Cover des Buches Die Hessin auf dem Zarenthron (ISBN: 9783806234367)
    Marianna Butenschön

    Die Hessin auf dem Zarenthron

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ladybella911

    Eine hessische Prinzessin heiratet aus Liebe den Thronfolger von Russland und wird zu einer mächtigen, vom Volk verehrten und geachteten Kaiserin Russlands.

    Was mit einer Liebesheirat begann sollte 40 Jahre Bestand haben, aber glücklich wurde Maria Alexandrowna, wie sie nach ihrer Heirat genannt wurde, nicht, obwohl sie ihrem Mann acht Kinder gebar.

    In unserem Bewußtsein ist sie nicht verankert, sie war eine Frau, die mehr im Hintergrund agierte, was einerseits ihrer Schüchternheit andererseits der Tatsache, dass am Zarenhof ein äußerst strenges Hofzeremoniell herrschte, zuzuschreiben ist.

    Sie scheint ihren Mann, der als Zar Alexeander II. In die Geschichte einging, sehr geliebt zu haben, negierte sie doch seine Affären und langjährige Geliebten.

    Es ist eine ungeheure Fülle an Informationen, die uns die Autorin, Marianna Butenschön, hier präsentiert, und man ist oftmals verwirrt beim Lesen, vor allem was die vielfältigen verwandtschaftlichen Beziehungen angeht, sehr oft begegnen uns die gleichen Namen , aber es sind unterschiedliche Personen.

    Sehr hilfreich sind daher die Bibliographie sowie eine Zeittafel und ein Glossar, welche sich im Anhang befinden, dies vereinfacht die Lektüre ungemein. Schön auch die Bilder in der Mitte des Buches, welche uns einen Eindruck der damals herrschenden Mode geben. Dass sich das Leben des Adels zur damaligen Zeit in äußerst prunkvoller Umgebung abspielte, ist hinreichend bekannt, und man weiß um die zunehmende Unzufriedenheit des Volkes, die sich diese verschwenderische Lebensart nicht länger ansehen wollte.

    Es ist der Autorin bestens gelungen, hier nicht nur ein wissenschaftliches Sachbuch zu schreiben, sondern auch, durch das Einflechten kleiner Anekdoten, die von Zeitzeugen berichtet wurden, ein sehr lebendiges Bild von der Kaiserin, ihrer Familie und ihrem Leben zu schaffen.


    Ein beeindruckendes Buch, welches ich Liebhabern, die gerne gut recherchierte Biographien lesen, ans Herz legen möchte.

  16. Cover des Buches Bilder vom Krieg (ISBN: 9783570070130)
    Hans Christian Adam

    Bilder vom Krieg

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Entdecker Forscher Weltenbummler (ISBN: B0021ZFYQ2)
  18. Cover des Buches Florence Nightingale (ISBN: 9783765542077)
    Brigitte Troeger

    Florence Nightingale

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch
    Florence Nightingale wird 1820 in Italien geboren, in Florenz- und bekommt daher auch den aussergewöhnlichen Namen. Die Eltern sind reicher englischer Adel; der Vater liebt das Landleben, die Mutter liebt die Gesellschaften. Nur die kleine Florence fällt schon früh aus der Rolle. Während einer Grippe-Epidemie erkennt sie ihre Berufung zur Krankenschwester und möchte eine Ausbildung machen. Besonders die Mutter ist entsetzt. Krankenpflege ist in England kein Beruf, die Aufgaben werden von Trinkern oder Huren übernommen, die nicht ausgebildet sind. Ein Versuch der Eltern, ihre Tochter zu verheiraten, scheitert. Florence reist lieber durch die Welt. Heimlich macht sie dabei einen Abstecher nach Kaiserswerth, wo Pflegerinnen ausgebildet werden. Als 1854 der Krim-Krieg ausbricht, reist sie mit ihren Schwestern nach Russland, um die englischen Soldaten zu versorgen. Dort kann sie nicht lange arbeiten, da sie bald an Krim-Fieber erkrankt. In England wird sie trotzdem gefeiert und bewirkt, dass Pflegeaufgaben nun besser angesehen werden. Durch Nightingale entstehen Schulen, um Krankenschwestern auszubilden. Ihr Einsatz für Arme und Kranke führt zu einer persönlichen Freundschaft mit Königin Victoria. Brigitte Troeger schreibt stellenweise etwas schulmeisterlich, zeichnet aber trotzdem ein lebendiges Bild von den Zuständen damals. Florence Nightingale ist zweifelsohne eine faszinierende Persönlichkeit!
  19. Cover des Buches Vom Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg, mit einem Ausblick ins 20. Jahrhundert (ISBN: 9783861243588)
    Joachim Gabka

    Vom Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg, mit einem Ausblick ins 20. Jahrhundert

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Dieses Buch beinhaltet nicht nur interessante Informationen zu Briefmarken aus aller Welt, sondern auch für Geschichtsinteressierte ein hohes Potential an Informationen, Karten etc. Alles zusammen bietet eine super Kombination, die sich jeder Geschichts- und vor allem Briefmarkeninteressierter anschaffen sollte!
  20. Cover des Buches Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste (ISBN: 9783950399165)
    Katharina Johanna Ferner

    Wie Anatolij Petrowitsch Moskau den Rücken kehrte und beinahe eine Revolution auslöste

     (8)
    Aktuelle Rezension von: TochterAlice
    Oder doch eher die tragikomische Realität des postsowjetischen Alltags? Oder die der Putin-Ära. Wie auch immer, die junge Autorin Katharina Johanna Ferner hat einen höchst unterhaltsamen, wenn auch - zumindest für mich - ausgesprochen verwirrenden Roman über das Leben in Russland, nein: über ein Leben in Russland verfasst, der exemplarisch ist oder auch nicht.

    Ausflüge in die Ukraine gibt es auch, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn. Ich finde, die österreichische Autorin fügt sich aufs Trefflichste in den Stil postsowjetischer Autorin - ich meine es jetzt länderübergreifend und verfalle daher in diese mittlerweile ein wenig veraltete Begrifflichkeit. Der Ukrainer Kurkow fällt mir da ein, vor allen Dingen er, aber auch der flapsige Stil der Krimiautorin Darja Donzowa passt in diese Kategorie. Auf jeden Fall merk man, dass die Autorin den Kulturkreis und auch das Leben dort kennt, Klischees wie massenweise Wodka und Putins nackten Oberkörper gäbe es schließlich nicht ohne Vorlagen aus dem wahren Leben.

    Der Held Anatolij Petrowitsch gerät - sehr slawisch, finde ich - ohne eigenes Dazutun in diverse Szenarien, von denen er vorher nie zu träumen gewagt, ja, auf die er noch nicht einmal gekommen wäre. In meinen Augen ist er durchaus ein Schelm, aber einer der östlichen Provinienz, der die Dinge einfach so geschehen lässt und immer aus allem das Beste macht.

    Auch die anderen Figuren haben eine Nähe zur slawischen Literatur und mögen von daher für den ein oder anderen westlichen Rezipienten als irritierend erscheinen. Ich kann mich da nicht ganz ausnehmen, bin aber im großen und ganzen durchaus angetan von diesem eigenwilligen, kleinen, sehr zeitgemäßen Stück Literatur. Definitiv nichts für jeden, aber etwas für Flexible, solche, die Spaß an ungewöhnlichem Humor und vor allem an jeder Menge Anspielungen haben.
  21. Cover des Buches Das grosse Arena Lexikon der Weltgeschichte (ISBN: 9783401054438)
  22. Cover des Buches Hope - Mein Herz war nie fort (ISBN: 9783732570478)
    Lesley Pearse

    Hope - Mein Herz war nie fort

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Ajana
    Es ist das Jahr 1832. Nell ist bei der Lady Harvey angestellt. Sie ist dabei als die Lady ein Kind zur Welt bringt, dass aus einer Affäre entstanden ist. Eine weitere Angestellte erklärt das Kind als tot und gibt es Nell. Doch diese merkt, dass die Kleine am Leben ist; doch es darf nicht leben, da es Ihre Herrin sonst in tiefe Schande bringen würde... doch umbringen? Nell entschließt sich, das Baby zu ihre Mutter zu bringen, die selbst schon 10 Kinder zu Welt gebracht hat. So wächst das Baby Hope in einer Bauernfamilie auf. Doch alle nennen sie ein Feenkind, denn sie scheint so anders als alle anderen. Nell und ihre Eltern leben in der ständigen Angst, dass jemand bemerken könnte, von wem sie wirklch das Kind ist., besonders als sich Hope mit dem Sohn von Lady Harvey anfreundet... wird alles am Ende doch auffliegen? Viele Jahre vergehen... Nell heiratet Albert, einen gefühllosen Mann, der sie schlägt... weitere Jahre vergehen und Hope fängt auch eine Arbeitstelle bei Lady Harley an... eines Tages erwischt sie Albert in einer heiklen Angelegenheit. Dieser hat schon immer nach einem Grund gesucht, sie zu vertreiben.. und er hat ein Druckmittel gegen sie in der Hand... so muss Hope verletzt flüchten und lässt eine verzweifelte Nell zurück, die nicht verstehen kann warum Hope verschwunden ist... Hope indessen muss erleben, was Armut wirklich bedeutet und erlebt schreckliche Krankheiten und das Leiden vieler Menschen... Eine tolle Familiengeschichte mit vielen Höhen und Tiefen und vielen Schicksalsschlägen. Das Buch spielt in einer Zeit, in der Krieg gegen Russland herrscht und viele Menschen an schlimmen Krankheiten erkranken und sterben... wird es am Ende doch ein Happyend für Nell, Hope und ihre Familien geben? Es war jetzt das zweite Buch, dass ich von Pearse gelesen habe und ich finde ihren Schreibstil wirklich toll. Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt und die Charaktere haben mir gut gefallen. Auch die historischen Teile des Buches sind gut in der Geschichte verpackt. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher dieser Autorin lesen =) Dieses hier beeinhaltet Trauer, Freunde, Hass, gefährliche und verpönnte Liebschaften und vieles mehr.
  23. Cover des Buches Aufstieg und Fall der großen Mächte (ISBN: 9783596149681)
    Paul Kennedy

    Aufstieg und Fall der großen Mächte

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    Zusammenfassung Paul Kennedy fasst hier in einer umfangeichen Analyse das Entstehen und Vergehen großer Reiche im Laufe des letzten halben Jahrtausends zusammen und versucht dies politisch, gesellschaftlich, aber besonders geographisch und wirtschaftlich zu begründen und erklären. Inhalt Kennedy beginnt mit einer Analyse der großen Mächte in der Welt im Spätmittelalter, beziehungsweise der frühen Neuzeit. Scilicet die muslimische Welt im Nahen Osten, die Ming-Dynastie im Fernen Osten, die beiden "Außenseiter", wie er sie nennt, Japan und Russland und die stets zerstrittene und stark differenzierte europäische Halbinsel. Hier (Kapitel 1) versucht er klar zu erläutern, wie es passieren konnte, dass gerade Europa, dass im direkten wirtschaftlichen und machtpolitischen Vergleich gar nicht so gut abschneidet, alle anderen übertrumpfen konnte. Unter anderem mit der massiven Konkurrenz und der somit einherschreitenden intensiven Modernisierung, um als Nation in Europa ja keiner anderen Macht in Europa hinterherzustehen. Wie sich die Habsburger-Dynastie derartig ausbreiten konnte, wie sie es tat, erörtert Kennedy in Kapitel 2. Deren Familien- und Machtpolitik stellt er sehr detailiert dar, aber die geographische Überdehnung, die sie nicht verhindern konnten, war letztendlich ihr Ende. Nun beginnt in den Niederlanden und England eine weitere Ebene des erfolgversprechenden Systems offenbar zu werden: Das sich ausdehnende Finanzwesen (Kapitel3). Damit als Fundament (und mit der Geographie) erklärt Kennedy nun die politische und wirtschaftliche Entwicklung bis 1815. In diesen ersten 3 Kapiteln legt der Autor den Schwerpunkt darauf, zunächst die Ökonomie und Strategien der vorindustriellen Zeit zu erörtern, woraus ersichtlich ist, dass er als ein entscheidenden Faktor in der europäischen Entwicklung und Erklärung der Entwicklungen die Wirtschaft ansieht. Nun in den folgenden 3 Kapiteln (scilicet 4-6), gilt es ihm, exakt die gleichen strategischen und ökonomischen Entwicklungen vorzustellen, nur mit dem Fundament der Industrialisierung. Die Zeit von Waterloo bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs ist geprägt von der Konzentration der Macht auf einige europäische Mächte, die sich wirtschaftlich und militärisch massiv verbessern, was allerdings zu einer gefährlichen Krise führte. Nämlich dem Ersten Weltkrieg, der den europäischen Kontinent wirtschaftlich dermaßen zurückwirft, dass sich nun die bereits vorher ankündigende "bipolare Welt" entfalten kann. Denn Amerika, das sich bereits die Jahrzehnte zuvor wirtschaftlich massiv verbessert und Russland, das immer weiter militärisch espandiert, wird immer mehr zu den Großmächten im Hintergrund. Diese "Supermächte" brechen nun während des Zweiten Weltkriegs hervor und dominieren die Welt mehr oder weniger ein halbes Jahrhundert in einem Kalten Krieg (Kapitel 7). Allerdings entwickelt sich bereits unter dieser bipolaren Balance eine Gegenbewegung. Denn mehr und mehr zeichnen sich mehr Mächte ab, die eine großen zukunftspotential besitzen. In der Dritten Welt Indien beispielsweise. China als kommunitisches Land, das mit der UdSSR bricht. Und nun kommt Kennedy auf das, worauf er die Ganze Zeit hinaus wollte (Kapitel 8). Wie sieht die Zukunft denn aus ? Das Problem, das jede Großmacht in der Geschichte bisher plagte, trifft auch allmählich die UdSSR: die geographische und wirtschaftliche Überdehnung. Denn unter anderem konzentriert es sich wirtschaftlich und finanziell massiv auf die Rüstung und lässt demzufolge die Landwirtschaft und nicht-militärische Industrie schleifen. Ähnliche geographische Überdehnung drohten den USA, die umfangreiche Verpflichtungen auf der ganzen Welt besitzen. Zugleich drängen andere Wirtschaftsmächte auf die Weltbühne. Japan, das zum größten Geldgläubiger der Welt wurde, die EG, deren Wirtschaftskraft "nur" durch die Splitterung gemindert wird, China, das wirtschaftlich und personell unglaublich gewaltig ist. Eine Multipolare Welt löst die überdehnte bipolare Welt ab. persönliches Fazit Eins von den wirklich wenigen Büchern nach deren Lektüre ich mit dem Gefühl eines umfangreichen Bildungszuwachses das Buch zur Seite lege. Äußerst anspruchsvoll argumentiert Kennedy für seine Ansichten, begründet und formuliert sie aber dennoch hervorragend nachvollziehbar und verständlich. Mit seinen unzähligen Verweisen punktet er bei mir sowieso, die auch echt gehaltreich sind und viele sehr interessante Bücher zur weiteren Information beinhalten. Immer wieder stellt er die einzelnen Nationen nebeneinander und analysiert sie direkt, was dazu führt, dass der Leser im Folgenden genau weiß, worauf er mit seinem Fazit und direktem Vergleich hinauswill. Manche Ansichten, wie die Vorbereitung der Welt auf eine Bipolarisierung bereits in der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts scheinen aus einer Perspektive des Wissens über die Folgen zu resultieren, aber auch das ist nicht schlecht begründet. Auch einige seiner Gedankengänge und Zukunftsvermutungen scheinen recht fehlgegriffen zu sein, was aber auch lediglich mein Wissensstand ermöglicht (2012, erste Veröffentlichung des Buches: 1987).
  24. Cover des Buches KRIM (ISBN: 9783743976757)
    Katharina Füllenbach

    KRIM

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Adlerhorst
    Über die Krim wird in unseren Medien in einem mehr oder weniger immer gleichen Grundton berichtet und wenige westliche Europäer trauen sich in diesen Tagen, die Halbinsel zu besuchen. Umso lesenswerter also der Reisebericht von Katharina Füllenbach, die
    sich im November letzten Jahres aufgemacht hat, um die aktuellen dortigen Lebensverhältnisse in Augenschein zu nehmen. Sie blendet die politischen Verhältnisse nicht aus, aber sie richtet den Blick auch auf die kulturellen Höhepunkte der Region und bringt eine Reihe historischer Zusammenhänge in Erinnerung, die man durch die jüngsten politischen Turbulenzen aus dem Auge verloren hat. Ingesamt eine spannende und informative Lektüre und eine interessante Lektion über die Differenz von Eigen- und Fremdwahrnehmung.

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