Bücher mit dem Tag "kritiker"
24 Bücher
- Marcel Reich-Ranicki
Mein Leben
(250)Aktuelle Rezension von: ugadenneEigentlich steht es mir sicher nicht an, einen derart großartigen Kritiker zu rezensieren. Ich probiere es trotzdem.
Dieses autobiographische Werk schildert das ganze Leben von Marcel Reich-Ranicki. Der Autor schreibt in einem nüchternen, sachlichen Ton, trotzdem kann man die Gemütsbewegungen während des Lesens spüren
Es beginnt bei der Kindheit und Jugend in Berlin, wo er sich schon der Literatur verschrieben hat. Dann folgt die Deportation nach Polen und anschließend das Leben im Warschauer Getto. Dieser Teil hat mich total erschüttert. Es ist erstaunlich was Menschen anderen Menschen antun können. Und es ist noch erstaunlicher, dass Menschen das alles überlebt haben. Und trotz allem, ist die Liebe zu Literatur und Musik erhalten geblieben. Oder haben diese beiden ihm geholfen, das alles zu überstehen? Es muss grausam sein, alle seine Verwandten und Freunde zu verlieren. Trotzdem schafft er es, diesen Teil ziemlich nüchtern zu beschreiben. Trotzdem steht so vieles zwischen den Zeilen.
Es folgt die Blitzheirat mit Tosia, damit sie bei ihm im Getto bleiben darf. Später die Flucht und das Leben im Untergrund. Dieses Buch sollte eine Warnung für alle sein, die nach rechts driften!
Die Beschreibung seiner kurzen diplomatischen Karriere und die diversen Begegnungen und Freundschaften mit zeitgenössischen Autoren runden das Bild ab. Die Enttäuschung über viele seiner zeitweisen Freunde und Wegbegleiter kann er nicht verbergen. Ebenso haben die Ressentiments gegen Juden ihn sein Leben lang begleitet. Glücklich war er, dass sich sein Jugendtraum, Kritiker zu werden, erfüllt hat.
Marcel Reich-Ranicki war sicher nicht immer ein angenehmer Zeitgenosse, woraus er auch gar keinen Hehl macht. Aber dieses Buch hat mich sehr ergriffen und fasziniert. Teil vier und fünf waren meines Erachtens teilweise zu langatmig, ja fast langweilig und ich hatte Mühe bis zum Ende durchzuhalten.
Trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung von mir.
- Samantha Young
Jamaica Lane - Heimliche Liebe
(592)Aktuelle Rezension von: ZahirahDie notorisch schüchterne Olivia Holloway bittet ihren besten Freund Nate ihr Nachhilfe in Sachen flirten zu geben. Da Nate ein Meister in diesem Fach ist, sagt er natürlich nur zu gern zu. Doch was als Spiel beginnt wird für Olivia plötzlich zu einer ernsteren Angelegenheit. Das dumme ist nur, Nate ist kein Mann für feste Beziehungen. Und plötzlich steht alles in Frage ihre Freundschaft, ihr Vertrauen, ihre Liebe. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „Gegensätze ziehen sich an“. Genau das ist das Credo dieses Romans. Ist Nate impulsiv, draufgängerisch, selbstbewusst ist Olivia das absolute Gegenteil schüchtern, zurückhaltend, abwartend. Und genau darin liegt die Würze dieses Romans und wird meisterlich von der Autorin in Worte gefasst. Das wieder alte Bekannte ihren Auftritt haben versüßt dem Serienfan natürlich das Ganze noch. Ich kann nur sagen, es ist wieder eine tolles Buch geworden.
- Joël Dicker
Das Verschwinden der Stephanie Mailer
(345)Aktuelle Rezension von: ElegantenkoIch kommte dieses Buch nicht zur Seite legen! So in gemütliches Buch, perfekt für den Herbst (aber auch für den Sommer!)! Die Geheimnisse der Vergangenheit kommen ans Licht, der Mörder gerät in Panik und irgendwann wird er wohl einen Fehler machen und entlarvt! Oder auch nicht?…
Dieses Buch ist ein Muss für jeden Leser, der es liebt, die Geheimnisse der Charaktere zu enthüllen und jedes Detail im Kopf behalten zu müssen, denn jede Kleinigkeit könnte einen wichtigen Hinweis bedeuten!
- Andreas Winkelmann
Nicht ein Wort zu viel
(218)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchDies war das dritte Buch des Autors, leider konnte auch dieses mich nicht zu 100% überzeugen, wobei ich wohl glatt sagen muss dass es recht weit mit vorne dabei ist.
Die Idee finde ich aber absolut klasse, die Umsetzung hätte für mich aber dennoch irgendwie etwas spannender sein dürfen, für mich gab es in diesem Buch leider etwas zu viele längen, spannung wurde immer mal wieder aufgebaut aber ich konnte mich leider nicht lange genug dafür begeistern.
Trotz allem fand ich die Story recht interessant, und es gab ja immer mal wieder ein paar spannende Stückchen.
Ich glaube ich werde einfach mit dem Autor nicht so ganz warm, werde es aber dennoch tapfer weiter probieren :-)
- Haruki Murakami
Von Beruf Schriftsteller
(61)Aktuelle Rezension von: patriciahornHaruki Murakamis Werk hat mich sehr beeinflusst - das Abgleiten ins märchenhaft Surreale, der Trott des Alltags. Was mich "Von Beruf Schriftsteller" gelehrt hat, ist den Geschichten, die meinem Herzen entspringen, ungeachtet von Trends und Markt, zu vertrauen, denn wenn es mir nichts bedeutet, weil ich mich in ein Korsett zwänge, wie soll es dann andere berühren?
Murakami entdeckte seinen Stil, indem er auf Englisch schrieb und den Text auf Japanisch zurückübersetzte. Eine ungewöhnliche Herangehensweise in der traditionsbewussten japanischen Buchwelt. Er schrieb nachts, nach getaner Arbeit müde geworden, am Küchentisch. „Wenn der Wind singt" gewann sogleich einen Preis. Dies zeigt, dass das Dasein eines Autors ein gewisses Selbstvertrauen bedarf, Beharrlichkeit und in seinem Fall den Mut, Neues zu wagen.
Das Buch ist keinesfalls eine Autobiografie. Der Leser bekommt Einblicke in seinen Schriftstelleralltag, ohne dass der zurückgezogene Autor belehrt, es ihm gleich zutun. Er erzählt von seiner Karriere, ohne Skandale und mit Bescheidenheit. Und ich gönne ihm die Privatsphäre. Murakami gibt uns mit seinen Geschichten, die mit viel Fleiß und Disziplin sowie einer gehörigen Portion Fantasie entstehen, genug.
Zum Ausgleich treibt Murakami eine Menge Sport und ernährt sich gesund. Nach dem Motto: ein fitter Körper ist das Gefäß eines fitten Geistes. Durchaus etwas, das man sich zum Vorbild nehmen kann.
Disziplin sei laut Murakami der Schlüssel zum Erfolg. Auf diese Weise könne jeder von Beruf Schriftsteller sein.
- Muriel Barbery
Die letzte Delikatesse
(91)Aktuelle Rezension von: SusanneEichholzDer eigentliche Clou dieses aus meiner Sicht urfranzösischen Buchs liegt wohl darin, dass die Proustsche Erfahrung hier umgedreht wird: Nicht die Madeleine lässt Bilder aus der Vergangenheit wieder aufleben, sondern der Esser versucht umgekehrt, einer Geschmackserinnerung eine Speise zuzuordnen.
Und was war nun diese berühmte Speise, die den Meister der Kulinarik so beeindruckt hat? Wer dem in der Lektüre nachgeht, wird eine große Überraschung erleben, die auch damit zu tun hat, dass sich - wie so vieles im Laufe des Lebens - auch der Geschmack sehr verändert.
- Martin Walser
Tod eines Kritikers
(84)Aktuelle Rezension von: Svenjas_BookChallenges„Tod eines Kritikers“ von Martin Walser ist ein Buch, das ich aus eigenem Antrieb wahrscheinlich eher nicht gelesen hätte. Wenn man sich aber mit Literatur über den Literaturbetrieb beschäftigt, kommt man daran quasi nicht vorbei. Denn „Tod eines Kritikers“ sorgte schon vor seinem Erscheinen 2002 für einen handfesten Literaturskandal – warum? Weil Walser darin relativ unkaschiert den Tod des bekanntesten Literaturkritikers Deutschlands zelebriert, mit dem er seine gesamte Schriftstellerkarriere hindurch mehr oder weniger im Klinsch lag: Marcel Reich-Ranicki.
Im Roman nämlich ist der unantastbare Kritiker André Ehrl-König der alleinige Herrscher über den Literaturbetrieb. Er ist derjenige, der über Gut oder Schlecht entscheidet und der Schriftsteller*innen entweder in den Himmel lobt oder in der Luft zerreißt. Das wird ihm schließlich zum Verhängnis, denn nach seiner neuesten TV-Sendung, in der er den Autor Hans Lach und seinen neuesten Roman zerfetzt, droht dieser ihm noch auf der After-Show-Party. Anschließend verschwindet Ehrl-König – alles, was man von ihm findet, ist sein blutiger Pullover. Unter Mordverdacht steht der verschmähte Schriftsteller Hans Lach.
Die Geschichte ist auf den ersten Blick so simpel wie vielleicht sogar ein wenig plump. Ein spannender Krimi ist „Tod eines Kritikers“ jedenfalls nicht. Interessant aber fand ich die verschiedenen Sichtweisen der Partygäste, die unterschiedlichen Blicke auf Ehrl-König und seine „Herrschaft“ und die gekonnte, satirische Darstellung der deutschen Literaturlandschaft. Auch wenn man beim Lesen meinen mag, Walser trägt hier seine persönliche Fehde mit Reich-Ranicki aus, stecken doch auch viele allgemeine Fragen zwischen den Zeilen: Welche Stellung sollte Literaturkritik haben? Geht es darin eigentlich noch um seriöse Kritik oder eher um krawallige Unterhaltung zur besten Sendezeit? Wie viel Macht hat die Literaturkritik und sollte sie haben?
Hier steckt auf jeden Fall viel Satire drinnen, viel Parodie und wenig Ernstzunehmendes – was dabei aber trotzdem mehr als nur ein bisschen wahr ist. Ich habe „Tod eines Kritikers“ übrigens nicht als Schmähschrift oder Angriff auf Reich-Ranicki gelesen. Vielmehr finde ich interessant, was Huang Liayu, der Walsers Werke ins Chinesische übersetzt hat, im Nachwort sagt: Walser hat Reich-Ranicki in eine „literarische Karikatur“ verwandelt und ihm damit ein Denkmal gesetzt. Das empfinde ich tatsächlich auch so – die Figur des Ehrl-König lädt zum Kichern und Hinterfragen ein, aber nicht zum Hassen.
Walser schreibt pointiert und überspitzt und unterhält dabei stellenweise hervorragend. Für meine Forschung steckt in „Tod eines Kritikers“ ganz viel, als private Leserin bin ich aber nicht restlos begeistert. In meinem Kopf dreht sich immer wieder eine Aussage Marcel Reich-Ranickis über Martin Walser als Autor. Sinngemäß sagte er einmal, Walser könne viel, aber erzählen könne er ums Verrecken nicht (übrigens ein Satz, dem Walser auch seiner Figur Ehrl-König in den Mund legt). Und ich muss Reich-Ranicki Recht geben: Walser parodiert, skizziert, berichtet und beschreibt – aber mitreißend erzählt fand ich „Tod eines Kritikers“ nicht. Viele Szenen und Figuren haben sich mir bis zum Ende nicht erschlossen. Wer sich aber für die Walser-Karikatur von Marcel Reich-Ranicki interessiert, hat mit dem Buch sicher seine Freude.
- Tom Hillenbrand
Teufelsfrucht
(227)Aktuelle Rezension von: SelfsoulXavier ist Profikoch in Luxemburg. Stolz darauf nur frisch und regional zu kochen. Eines Tages bekommt er Besuch von einem Gastrokritiker. Dieser bricht tot während des Essens zusammen.
Xavier muss sich nun auf die Suche nach dem Täter machen. Aber es bleibt nicht bei einem Opfer. Was hat es mit der Superfrucht zu tun? Dieser Frage muss er nachgehen.
Spannend und interessanter Ausflug in die Welt der Gastronomie.
- Poppy J. Anderson
Taste of Love - Küsse zum Nachtisch
(161)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteCover:
Einfach wunderschön und lecker, zum Anbeißen. Passt perfekt in die Reihe, denn es handelt sich um band 2 der „Köche von Bosten“-Reihe.
Zudem muss man aber sagen, dass es zwei Coverversionen gibt. Mir persönlich gefallen beide sehr gut und sind passend zum Titel gewählt.
Inhalt/Meinung:
Hauptpersonen sind diesmal Nick und Claire. Wobei Nick durchaus schon einiges von seinem Charakter in Band 1 gezeigt hat und man ihn hier eben schon etwas kennenlernen durfte.
Optisch verkörpert er etwas das Bad Boy- Image und auch verbal kann er so Einiges austeilen. Er wirkt meist sehr selbstbewusst und zielstrebig, aber gerade in diesem band zeigt er mal eine ganz andere Seite. Denn seine Gefühle sind sehr tiefgründig und er ist in vielerlei Hinsicht unsicher und das macht ihn sehr entwaffnend. Da muss man schon sagen, dass er hier eine Seite von sich zeigt, die sehr überraschend war. Neben seiner sehr humorvollen Art und dem Mann denen die Frauen zu Füßen liegen, ist er eben sehr facettenreich und weist sehr gefühlvolle und ja auch sogar eine verletzliche Seite auf.
Claire, die man auch schon etwas kennenlernen durfte zeigt sich auch hier wieder sehr schlagfertig und selbstbewusst, dabei immer natürlich und liebevoll.
Es macht einfach Spaß den Wortgefechten der Beiden teilhaben zu können. Extrem amüsant und voller Witz und auch Charme. Beide Figuren machen eine extrem gute Entwicklung durch und die gesamte Story liebt von derer Dynamik.
Ich liebe dieses Wechselspiel der Beiden und, dass die Geschichte diesmal noch deutlicher vorzeigt, dass es eben nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, sondern durch kleine Twists es eben auch interessanter und dadurch auch realistischer wirkt.
Fazit:
Mit Band 2 der Reihe konnte mit Poppy durchaus sehr überzeugen, so dass ich gespannt auf Band 3 bin.
- Lizzy Dent
Ein Wein für zwei
(16)Aktuelle Rezension von: Leseratte_09Die Geschichte rund um Birdy und Heather ist schön geschrieben und wirft die Frage auf, ob man wirklich in das Leben eines anderen eintauchen darf, ohne dass es ernsthafte Konsequenzen mit sich bringt.
Sicher eine interessante Frage, die jeder für sich beantworten muss und doch konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Birdy als Hauptfigur war mir dafür einfach zu gedankenlos und wie ich finde keine gute Freundin, so wie sie Heathers Ruf ohne wirklich nachzudenken aufs Spiel setzt.
Auch wenn die Geschichte in die schöne Landschafts Schotlands entführt hat sie mich nicht wirklich überzeugen können.
- Florian C. Booktian
Milten & Percy - Der Tod des Florian C. Booktian
(20)Aktuelle Rezension von: Frank1siehe: https://rezicenter.blog/2020/02/10/milten-percy-2-der-tod-des-florian-c-booktian/
- Anne Chaplet
Wasser zu Wein
(23)Aktuelle Rezension von: biancaneve66Der zweite Fall für Stark und Bremer spielt in Wingarten am Rhein, wo Paul Bremer überraschend zwei Weinberge geerbt hat. Bremer kennt den Ort aus seiner Kindheit und lädt auch seine Freundin, Staatsanwältin Stark ein. Mittlerweile hat sich Wingarten aber verändert und die Idylle trügt. Da diese Weingegend in Kommissar Kosinskis Gebiet fällt, trifft auch er bald wieder auf Bremer, denn Weinkritiker werden ermordet.
Wie das in Brauntönen gehaltene Cover mit einer Eisenbahnbrücke zur Geschichte passt, weiß ich zwar nicht, aber die Brücke könnte natürlich über den Rhein führen. Der Krimi besteht aus vier Teilen, wobei jeder mit dem Namen verschiedener Flaschengrößen versehen ist. Die Geschichte liest sich genauso flüssig wie der Vorgängerband. Zum Verständnis ist es aber nicht unbedingt notwendig, „Caruso singt nicht mehr“ zu kennen. Denn die Protagonisten Bremer, Stark und Kosinski werden auch in diesem Buch wieder mit ihren Eigenheiten vorgestellt.
Ausgehend vom Selbstmord einer Frau entspinnt die Autorin einen raffinierten Kriminalfall, der sich detailliert mit dem Thema Wein und den damit verbundenen Begriffen wie Weinkritiker und Weinskandale, aber auch Einblicke in den Weinbau und die Weinkunde allgemein befasst. Letztere betreffend verfügt das Buch am Ende sogar über ein lehrreiches Glossar.
Die Charaktere und deren Handlungen sind lebensnah und nachvollziehbar. Neben den Lebensgeschichten der Mordopfer und der Winzerfamilien kommt es auch in diesem Buch wieder zu einer Beschreibung des Dorflebens in Bremers Wohnort. Außerdem wird dieses Mal unter anderem auch dem Privatleben des Ermittlers Kosinski viel Platz eingeräumt.
Der Krimi ist interessant aufgebaut und verspricht viele Lesestunden, in denen der Leser auch öfter im Dunkeln tappt.
- Nikolaus Klammer
Jahrmarkt in der Stadt / Kleine Lichter
(5)Aktuelle Rezension von: LesefreudeDas Buch von Nikolaus Klammer besteht aus drei Teilen. Zwei Erzählungen und einem Kurzroman.Der Schreibstil gefällt mir gut, der Kurzroman "Ein kleines Licht" konnte mich jedoch leider nicht so ganz überzeugen. Es geht um einen versoffenen Pseudolyriker, der mich einfach nur aggressiv gemacht hat. Da ich mich in ihn dadurch nicht reinversetzen und keine Symphatien aufbauen konnte, fand ich den Roman gerade hintenraus recht langatmig. Die lyrischen Ausflüge zwischendurch in Andernajs Schreibkünste haben mir dagegen teilweise wieder wirklich gut gefallen!Die zwei Erzählungen waren relativ kurz (ca. 50 und 65 Seiten). Beide haben mir gut gefallen, die zweite "Die Lichtung" ist allerdings mein Favorit! Die erste "Pasenows Schöpfung" habe ich auch gerne gelesen, wobei sie meiner Meinung nach nicht an "Die Lichtung" ran kommt. Mir hat die Vorstellung, dass ein Bild so eine Kraft auf jemanden auswirken kann besonders gefallen. Der Autor hat das auch gut dargestellt, ich habe mir diese Lichtung mit ihrer Macht richtig vorstellen können. Schade ist natürlich nur, dass es diese dann scheinbar nicht mehr gab, was für mich allerdings auch wieder einen realistischen Touch dargestellt hat. Heutzutage wird doch alles schöne abgerissen und zugebaut ;)Für mich ist das Buch also in drei Kategorien einzuteilen: in ein kleines, mittleres und großes Licht. Ich denke man kann rauslesen, welche Geschichte für mich welches Licht darstellt.
Alles in allem hatte ich ein paar unterhaltsam lyrische Stunden, vielen Dank an den Autor dafür!
- Waldemar Hartmann
Dritte Halbzeit
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenLaunig statt launisch: Hartmut Waldemanns bewegtes Leben zwischen den Großen und den ganz Großen, vom DJ und Clubbetreiber zum bekanntesten deutschen Sportmoderator. Interessant war zB zu erfahren, daß Willi Lemke vom KGB angeworben wurde ( dem er allerdings mit Absprache des Verfassungsschutzes nur Belanglosigkeiten überlieferte), weniger überraschend war, daß der Bayerische Rundfunk sich zeitweise als Strauß-CSU-Funk betätigt hat (kein bißchen Staatsferne). Von der ARD ist er am Ende im Streit geschieden, ein reiner "Intrigantenstadl" sei das, wie er meint. Wegen vereinzelter Chauvinismen gegen Ende des Buches konnte eine bessere Bewertung nicht vergeben werden. (Gar nicht gut lieber Waldy).
- Jochen Brühl
Volle Tonne, leere Teller
(13)Aktuelle Rezension von: Maier31Der Vorsitzende der Tafel Jochen Brühl hat mit 17 verschiedenen Personen darunter Schauspieler, Theologe, Unternehmer, Autor, Politikerin, Koch und noch einigen anderen, Gespräche geführt in denen es nicht nur um die "Tafel" geht. Die Gespräche waren sehr interessant und gaben die Sichtweise der einzelnen wieder.
Die Tafel wurde gegründet um Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten. Heute ist die Tafel eine der wichtigsten gemeinnützigen Einrichtungen um die Not und den Hunger der Ärmsten zu lindern. Viele Menschen die die Tafel in Anspruch nehmen sagen selbst, das sie nie gedacht hätten so was mal nötig zu haben. Es sind keine Randgruppen mehr die dort einkaufen sondern Menschen wie du und ich. Alleinerziehende, Familie mit einem Niedrigverdiener, Langzeitarbeitslose, Kranke oder Rentner die von ihrem Einkommen nicht leben können.
Jährlich landen hierzulande ca 10 Millionen Tonnen makellose Lebensmittel im Müll, alles viel zu schade zum wegwerfen. Darüber sollten wir uns alle mehr Gedanken machen. Wir sollten uns zum Ziel setzen dies auf jeden Fall zu vermeiden.
Wenn jeder von uns selber säen, pflegen, ernten und verwerten müsste würden Lebensmittel sicherlich wieder mehr Wertschätzung erfahren.
Unseren Dank haben alle Ehrenamtlichen und Spender verdient die keine Mühen, Aufwand und Arbeit scheuen bei der Tafel oder in anderen sozialen Einrichtungen zu helfen. Danke schön!
Ich fand dieses Buch sehr informativ obwohl ich noch mehr Tipps zum Thema Ernährung erwartet habe.
- Millie Criswell
Alles über Mary
(15)Aktuelle Rezension von: luckydaisyUngeachtet der düsteren Prophezeiungen ihrer Mutter, eröffnet die temperamentvolle Mary Russo mitten in Baltimore ein kleines italienisches Lokal. Und es wird ein Renner! Wenn da nicht dieser Pseudo-Restaurantkritiker Dan Gallagher wäre, dessen Kolumnen seine Abneigung gegen italienisches Essen nur zu deutlich widerspiegeln. Schon bald träumt Mary davon, diesen Kerl hübsch geschnetzelt als Hauptgericht zu servieren. Jetzt muss nur noch geklärt werden: Geht Liebe durch den Magen - oder zielt sie mitten ins Herz... Mary Russo ist 33 Jahre alt, wohnt noch daheim und bekommt ihr Leben - auch ihr Liebesleben - nicht recht gebacken. Zu sehr steht sie unter dem Pantoffel ihrer italienischen Mama Sophia und wird immer noch wie ein Kind behandelt... Aber damit ist jetzt Schluß: Mary eröffnet ein italienisches Ristorante und als der Kritiker Dan Gallagher dieses in einer Zeitungskolumne zerreisst, ist Zoff - und auch Liebe - vorprogrammiert... Um diese doch sehr vorhersehbare Lovestory rankt sich ein kunterbuntes italienisches Familienwirrwarr. Die typisch italienische Mama, der Papa der lieber im Keller sitzt und bastelt, die durchgeknallte Freundin Annie, der Bruder... allesamt liebenswerte und äußerst warmherzige Personen die ich als Leserin sofort in mein Herz geschlossen habe. Mit viel Wärme und italienischer Dolce Vita hat die Autorin Marys Sprung ins wahre Leben zu Papier gebracht. Mary und Dan sind keine supadupa Helden, sondern Menschen wie du und ich mit kleinen Fehlern und Macken - dafür aber umso liebenswerter. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen. Besonders charmant fand ich die Rezepte die zu jedem Kapitel beigefügt wurden!!! Dieses Buch sollte in keinem Urlaubskoffer auf dem Weg nach Italien fehlen!!! - Lea Singer
Die Zunge
(9)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaEs beginnt so interessant mit einem komischen Vater und einem Sohn, der mit deformierten Händen geboren wird. Die Mutter beginnt nach der Geburt ihre Seitensprünge, die sie ihrem Ehemann offen zur Schau stellt, während sie den Sohn gänzlich ignoriert. Er wird erwachsen, er wird Anwalt, er wird ein Kritiker und plötzlich versucht die Geschichte, außergewöhnlich zu werden, ohne einen richtigen Plan zu besitzen. Und weil er eine körperliche Behinderung hat, kriegt er jede Frau, die er will und alles erfüllt sich so, wie er möchte. Da will man sich glatt die Arme brechen.
Die ganze Zeit beim Lesen habe ich mich nach der Prämisse gefragt, was das Ziel der Autorin ist, worauf sie die Geschichte steuern lässt und knapp 200 Seiten später kann ich diese Frage immer noch nicht richtig beantworten. Ja, es heißt, er wäre ein ausgezeichneter Essen-Kritiker, aber so ganz konnte ich das nicht glauben. Bei so etwas erwarte ich immer, dass der Geschmack beschrieben wird, die Festigkeit der Speise, die Gewürze, der Duft und wie es sich auf der Zunge anfühlt, wie der erste Bissen ist. Nein, nichts davonkommt. Die Autorin behauptet, er wäre ein Essen-Kritiker und BASTA!
Dann diese bescheuerte Fixierung auf die Siebzehn, der er gänzlich sein Leben verschrieben hat und bei jeder Gelegenheit diese Zahl in Spiel bringt, als wäre sie etwas Ungewöhnliches!
Der Konflikt zwischen ihm und seiner Mutter ist sehr interessant, überhaupt das Einzige, was diese Geschichte so spannend gemacht hat. Aber im späteren Verlauf wird die Mutter so sehr in den Hintergrund gedrückt, dass sie zu einer Randfigur verkommt, die keine Auswirkung mehr auf die Handlung hat.
Schließlich habe ich das Buch abgebrochen, weil ich den roten Faden nicht mehr finden konnte. Die Autorin lenkt die ganze Zeit vom roten Faden ab, baut irgendetwas zusammen, das zu verfolgen anstrengend wurde und irgendwann habe ich mich nur noch gelangweilt.
- John Garth
Tolkien und der Erste Weltkrieg
(10)Aktuelle Rezension von: ArkronOne key to understand The Lord of the Rings and all the other great works by Tolkien is his involvement in the First World War. Elements like a last minute rescue of the Rohirrim, or the role of Samwise Gamgee, or the mechanical beasts entering the battle of Gondolin clearly refer to his experience in the Battle of the Somme.
Tolkien was there in the horrors of the trenches, as a Second Lieutenant of the 11th Lancashire Fusiliers, from June to October 1916. He survived because he caught trench fever, returned to England reporting sick and never returned to action.
Why doesn't the cover illustrate those trenches, then, why isn't there a tank, or soldiers in battle gear running through trenches? The photo is well-chosen, because it shows Tolkien as part of his beloved community at Exeter College. Consider, that Tolkien wasn't one of the first to be deployed as soldier, but decided to finish his degree in university first.
The core of this biography focuses on Tolkien's ways through the war. John Garth gives a fascinating portray, disentangles the complicated movements of WWI campaigns, and fleshes out how his schoolfriends of the T.C.B.S. club fared during the war. It is a highly involved and intense research into not easily accessible sources, and the author mastered them in a way which is accessible to a broader public.
One can literally watch the ideas leading to the Silmarillion coming to life. The author embeds and explains several poems from Tolkien and his friends through these early years. Tolkien started his mythology reluctantly before the Battle of the Somme. But only after he returned home, his ideas came to fruition in a kind of narrative explosion. His prose work started during his rehabilitation from trench fever back home in England, beginning with The Fall of Gondolin, continued with Beren and Luthien, and finished his Great Tales with The Children of Hurin. There was no idea of the Hobbit or the Lord of the Rings, and there was no Second or Third Age.
John Garth brings all this to life in a thorough amount of details. He contextualizes Tolkien as a war author. Where other authors of his generation like Graves, Sassoon, or Owen created a far more pessimistic, modern poetry, Tolkien reflected the fighting differently, staying with the naturalistic romances, taking a stance against the disenchantment of his time.
The last part of the book concentrates on the effects on Tolkien's later Middle Earth writings, how formative they were, and how his experiences influenced the world he created. Although Tolkien himself hated such interpretation, Garth's analysis makes sense to me.
A huge mass of literary references and notes are given at the end of the book. Garth's choice to not add footnote numbers in the text was a good one. The book finishes with twelve pages of bibliography and a handy index. More interesting to the casual reader will be the middle part with several photos of Tolkien, and his Exeter friends of the T.C.B.S, and the maps illustrating the movements of the Battle of the Somme.
You can see that this is not "yet another" Tolkien biography. It is a necessary one, adding much to the essential biography from Carpenter. The Mythopoeic Society honored the work with an Award for Inklings Study.
For further reading of the author, consider his Tolkien at Exeter College (review), and his newer Worlds of J.R.R. Tolkien: The Places that Inspired Middle-Earth (which I haven't read, yet).
- Markus Walther
Kleine Scheißhausgeschichten
(23)Aktuelle Rezension von: RolandBGeschichten die nur eine DIN A4 Seite lang sind? Können die überhaupt funktionieren? Kommt da beim Lesen überhaupt etwas rüber? Ja, ich war wirklich sehr kritisch und habe mich nur wegen der guten Erfahrungen mit "Buchland" zu diesem Buch überreden lassen. Und ja, ich habe mich an die Vorgabe des Autors gehalten und pro "Sitzung" nur eine Geschichte gelesen. Und siehe da, durch dieses Buch habe ich gelernt, dass man mit nur wenigen Worten eine ganze Geschichte erzählen kann. Dieses Buch hat dafür gesorgt, dass der Gang zur Toilette zu einem unterhaltsamen Erlebnis wurde. Nur leider kam es dann, wie es halt kommen musste. Das Buch war plötzlich und natürlich völlig unerwartet zu Ende!
Was soll ich denn nur jetzt auf dem stillen Örtchen lesen?
- Harald Martenstein
Im Kino
(4)Aktuelle Rezension von: Thomas_LawallEs ist nicht nur deshalb schön, wenn ein Autor kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern sich auch noch in der Lage sieht, die ganz heißen Eisen anzufassen. Vergessen und tabuisiert - wir erinnern uns: Kaum war der zweite Weltkrieg vorüber, begannen die dunklen Tage des "Antikolumnismus" in Europa wie in den USA, perfektioniert durch McCarthys "Kolumnistenjäger".
Aber im Prinzip geht es ja um Filme. Ziemlich viele sogar. Wobei sich dem blutigen Anfänger und Randbeobachter als Erstes die Frage stellt, woran man denn nun erkennt, ob es sich um einen guten oder schlechten Film handelt. Dieser Thematik widmet sich Herr Martenstein mit Leib und Seele.
Selbstverständlich hat er auch eine Antwort parat. Sogar mehrere. Diese möchte der Rezensent aber nicht verraten. Nur so viel vielleicht: Grob pauschalisiert lässt sich ein gewisses Grundmuster erkennen. Was die üblichen Verdächtigen der Kritikerszene für "gut" befinden, kann gar nicht mal so selten schlicht ein "Bullshit" sein. Wird der Film in Grund und Boden verrissen, lohnt zumindest ein Blick. Letztlich kommt es sowieso nur darauf an, dass "man im Kino an die Lüge glaubt, die jeder Film für uns aufbaut". Und das ist völlig in Ordnung.
Schnell kommt man in Martensteins Kolumnen aber an die eigenen Grenzen. Stolpersteine aus Fachwissen und Querbezüge zu Regisseuren und Filmen, von denen man noch nie etwas gehört hat, muss man schon verkraften können. Hinweise gibt es genug, so dass sich eigene Recherchen durchaus lohnen können. Mangelndes Wissen kann man natürlich auch elegant überspielen. Eingefleischte Indirektuelle wissen, wie das geht.
Was könnte man noch über dieses Büchlein schreiben? Keine Ahnung. Deshalb jetzt eine Art Suchspiel, sozusagen als Appetithäppchen. Eine ganze Reihe existenzieller Fragen werden beantwortet. Beispielsweise was das "Wolgograd für Weicheier" ist, weshalb in Deutschland keinesfalls ein "Polizeistaat" droht, oder weshalb Bayern das "Nordkorea von Europa" ist.
Für wen dieses Buch geeignet ist? Für Filmkritiker auf keinen Fall, es sei denn, sie sind gegen Nestbeschmutzung geimpft. Jedoch für die wahren Filmfans, insbesondere jene, die sich in den Streifen gerne verlieren, wegtragen und in andere Menschen und Lebenssituationen wertungsfrei versetzen lassen. Ein niveauvoll-lustiges Leseabenteuer und eine Fundgrube ist es sowieso. Selbst erlauchte Kreise der Alleswisser können ihren Spaß an den schon genannten Gedankensprüngen und Assoziationen haben.
Harald Martenstein kann nicht nur ordentlich austeilen, sondern auch vor der eigenen Hütte kehren. Gegen Ende der erleuchtenden Lektüre plaudert er aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen, indem er zugibt, zu nah am Wasser gebaut zu haben. Respekt und nein, das ist ganz und gar nicht "peinlich". Hallo Nachbar! - Ellen Barksdale
Drei Sterne und ein Mord: Tee? Kaffee? Mord! 23
(9)Aktuelle Rezension von: Frank1Klappentext:
Aufregung im beschaulichen Earlsraven: Der Neubau des Black Feather feiert Eröffnung. Aus diesem Anlass kündigt der gefürchtete Restaurantkritiker Leon Bester seinen Besuch an. Doch kaum hat er angefangen zu essen, bekommt Bester Atemnot, bricht zusammen und ist tot. Es stellt sich heraus, dass in sein Essen jede Menge Nussmehl gegeben wurde, obwohl bekannt war, dass Bester hochallergisch auf Nüsse reagiert! Nathalie und Louise sind entsetzt – und können sich nicht erklären, wer in ihrer Küche ein Motiv für den Mord an dem Gastrokritiker haben könnte. Doch in ihrem Pub spielen nicht alle mit offenen Karten…
Rezension:
Der neue Anbau des Black Feather ist fertig. Da ist natürlich eine große Eröffnungsfeier fällig! Ausgerechnet zu dieser kündigt sich jedoch ein berühmt-berüchtigter Gastrokritiker an. Zu einer Kritik kommt es allerdings nicht, denn Leon Bester stirbt noch in der Gaststätte an einer Allergie. Es stellt sich heraus, dass Nüsse in seine Portion gemischt worden sind, wogegen er allergisch war. Aber wer konnte mitten in Loises Reich einen solchen Anschlag durchführen?
Auch im 23. Band ihrer Cosy-Crime-Reihe „Tee? Kaffee? Mord!“ erspart Ellen Barksdale ihrer Protagonistin natürlich keinen Todesfall. Mitten in deren Black Feather stirbt während einer großen Eröffnungsfeier ein Kritiker. Da zweifelt natürlich kein Kenner dieser Reihe daran, dass Nathalie und ihre Freunde aktiv werden. Schließlich wäre es ja auch nicht gut für den Ruf des Gasthauses, wenn ein Verdacht auf die eigene Küche fallen würde. Wie es für Cosy Crime im Allgemeinen und diese Reihe im Besonderen üblich ist, stellt sich rasch heraus, dass es zahlreiche Kandidaten gibt, die einen Grund zur Tat haben. Genauso üblich ist es allerdings, dass eigentlich keiner von denen eine Möglichkeit zur Durchführung gehabt hätte. Ebenso selbstverständlich ist es natürlich, dass die Protagonistin und ihr umfangreicher Freundeskreis den Täter am Ende doch noch überführen. Am Rande wird in diesem Band auch eine neue Figur eingeführt, der wir in kommenden Bänden bestimmt wiederbegegnen dürften. Fans der Reihe werden auch diesmal nicht enttäuscht werden.
Fazit:
In Earlsraven und Umgebung lebt es sich auch weiterhin mordsgefährlich. Aber immerhin wurde bisher jeder Mord aufgeklärt.
Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: www.rezicenter.blog
Dem Eisenacher Rezi-Center kann man auch auf Facebook folgen.
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