Bücher mit dem Tag "kritisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "kritisch" gekennzeichnet haben.

121 Bücher

  1. Cover des Buches Die Känguru-Chroniken (ISBN: 9783548372570)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Chroniken

     (1.161)
    Aktuelle Rezension von: Diandra-Anja

    Hab das Buch von einer Kollegin geliehen bekommen, mit den Worten "Das ist auch was für dich!" ... Und was soll ich sagen: Sie hatte völlig Recht, ich mag es und musste ganz oft Lachen.
    Das Känguru ist schon echt durchgeknallt, doch das macht es auch wieder irgendwie Extremst Lustig. Auch wenn ich ziemlich sicher bin, das ist kein Humor für Jedermann. Einigen wird es zu Extrem sein, man sollte, schon eine gehörige Dosis Schwarzen Humar mögen, wenn man sich für das Buch entscheidet..

    Über das Cover lässt sich streiten, ich mag halt Grün nicht so sehr und es sagt auch nicht´s darüber, Was einem im Buch erwartet. Im Buchladen hätte ich, ehrlicherweise, wohl nicht danach gegriffen. Es wäre mir denke ich gar nicht aufgefallen.

    Die Story selber finde ich gar nicht schlecht und gut erzählt. Genau das Richtige für ein Wochenende. Hab auch vorhin gesehen, das Buch wurde verfilmt. - Ich glaube den Film sehe ich mir doch noch an, könnte ein schöner DVD Abend werden.

  2. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (ISBN: 9783548373836)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest

     (551)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Wenn man sich mit den Käguruchroniken beschäftigt - das gilt für Band 1 bis 3 - dann sollte man politisch gesellschaftlich interessiert sein, um die Pointen und den Witz zu verstehen.


    Der Autor ist praktisch selbst gemeinsam mit dem Känguru die Hauptfigur. Das Känguru - kommunistischer Charakter - und der Marc-Uwe der unterforderte Kleinkünstler. Sie kämpfen gegen das Ministerium für Produktivität - sie machen alles, um Skandale und Intrigen zu enthüllen. Wundervoll witzige und schräge Geschichten - die sich super flüssig lesen. Trotz allem Witzes ist das Buch - so möchte ich behaupten - auch tiefgründig - und sinnig, weil hinter jedem Witz ein Stück Wahrheit steckt. 


    Ich kann nichts weiter sagen - als klare Leseempfehlung !!! 

  3. Cover des Buches Die Känguru-Offenbarung (ISBN: 9783548375137)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Offenbarung

     (403)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ


    Band 3 der Känguru-Chroniken möchte ich euch gern vorstellen. Marc- Uwe Kling hat wieder einmal zugeschlagen. Zum Kaputtlachen frech ist die Fortsetzung geschrieben, ich habe mich bestens amüsiert. Marc-Uwe - der Ich-Erzähler ist eine Zeit schon allein und in Depressionen verfallen. Dieser junge Intellektuelle der Berliner Kleinkunstszene und sein Känguru suchen nach dem Pinguin - und das nicht nur in Berlin und Deutschland, sondern auch in New York, Brüssel, Toronto, Seattle oder schließlich in Ho-Chi-Minh-Stadt. Wir lesen vom Asozialen Netzwerk, von der Zentrale der Pinguine oder davon, dass das Känguru der Meinung ist, dass die Pinguine die gesamte Welt in einen Flughafen umwandeln wollen.
    Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, wobei Teil 1 in verschiedene Episonden eingeteilt ist.Teil 2 beinhaltet aufeinander aufbauende Geschichten.
    Man kann sagen, dass das Geschriebene schon dem fantastischen Roman angelehnt ist, früher sagte man utopisch dazu.
    Wenn man einmal begonnen hat, sich mit den Chroniken zu beschäftigen, dann ist man infiziert, ich empfehle die Bücher - es ist kurzweilig spannende, amüsante Unterhaltung. 


  4. Cover des Buches Schöne Neue Welt (ISBN: 9783596905737)
    Aldous Huxley

    Schöne Neue Welt

     (1.130)
    Aktuelle Rezension von: benfi

    KURZBESCHREIBUNG:
    Gott zu spielen - also Menschen ohne die natürliche Fortpflanzung zu erschaffen; dass ist in einer nahen Zukunft gelungen! Dies bringt Vorteile mit sich: in den City-Brüter und Konditionierungscenter kann man die Personen so erschaffen, wie man sie gerade benötigt: vom einfachen Arbeiter - den Epsilons - bis hin zum Führungskopf; den sogenannten Alphas. All das wird stufenweise im Reifungsprozess des künstlich hergestellten Embryos beeinflusst. Somit entsteht bei niemandem Frust und alle führen ein glückliches und sorgenfreies, koordiniertes Leben. Etwaige Gefühlsschwankungen werden direkt mit einer Art Droge, welche den Namen Soma hat, eliminiert. Bernard Marx ist jedoch anders, er möchte ebene jene andere Emotionen spüren, die der leicht verkümmerter Alpha sonst eigentlich gar nicht zu erwarten hat. Ihn reizend Dinge wie Wut, Aufregung oder auch eine gewisse Enthaltsamkeit des freigebigen Sexualverkehrs, wie er eigentlich üblich ist, was ihm alles ganz neue Gefühle offenbart. Als er eines Tages mit seiner derzeitigen Begleitung Lenina Crowne ein Eingeborenenreservat besucht und dort John sowie seine Mutter Linda kennenlernt, ändert sich sein Leben sowie seine Einstellung rapide. Linda ist nämlich keine leibhaftige Eingeborene, sondern wurde vor Jahren während eines Besuchs des Reservats in einem plötzlichen Sturm verletzt und von den Eingeborenen gesundgepflegt, während ihre Begleiter sie für tot vermuteten. Bernard erhält die Erlaubnis, die beiden zurück mit in die Zivilisation zu nehmen, was ihm als Betreuer des 'Wilden' John einen gewissen Ruhm einbringt. Allerdings rechnet er nicht mit den Gefühlen und Empfindungen von eben jenem John, dem die sogenannte Zivilisation schnell überdrüssig wird. Das scheint alles bis dahin Gut gedachte in den Abgrund zu reißen...

    KOMMENTAR:
    Selbst wenn man ihn nicht gelesen hat - der Roman 'Schöne Neue Welt' sollte so ziemlich Jedermann ein Begriff sein. Die Dystopie von dem englischen Autor Aldous Huxley aus dem Jahre 1932 wird als so wichtig angesehen, dass sie sogar im Englisch-Unterricht an den hiesigen Schulen genutzt wird. Dies war auch vor vielen Jahren mein erster Kontakt mit dem Buch, dass meine damalige Freundin im Schulunterricht beackern musste. In der englischen Sprache wurde es mir jedoch nach einigen Seiten schlicht zu anstrengend, da Huxley mit Fachbegriffen der künstlichen Fortpflanzung nur um sich wirft, dass man entnervt aufgeben mochte. Dies ist auch in der neuen Übersetzung, welche Uta Strätling im Jahre 2013 vorgenommen hatte, nicht gerade anders. Sie hat glücklicherweise den Charakteren und lokalen Stätten ihren eigentlichen Namen wiedergegeben und einige Stellen angepasst - aber Huxleys  detailverliebtes Schreiben zu den elementarsten Änderungen in seiner Zukunfts-Vision schrecken schon den einen oder anderen Leser ab. Hat man sich jedoch durch diese gelesen, schildert der Roman dem Leser schon eine schauderhafte Dystopie, welche eben nur eine oberflächliche schöne, neue Welt offenbart. Anhand der Hauptfiguren Bernard und Lenina auf der Seite der zivilisierten Menschen und John auf der Seite der Eingeborenen, welche eigentlich schlicht den Status der Zivilisation des Jetzt (oder auf den Zeitraum der Veröffentlichung bezogen) legt Huxley die jeweiligen Vor- und Nachteile auf den Tisch. Die nun nicht gerade arg verzwickte Storyline ist alsbald leicht nachvollziehbar und regt den Buchfreund doch mehr und mehr zum Nachdenken an, was sich nach Beendigung des Romans sogar noch gesteigert hat. Egal, welche Schlüsse man nun zieht, was denn letztlich eine schöne, neue Welt sei, eines ist völlig klar: die oberen Machthaber sind jene, denen es am Besten geht und wirklich alle Freiheiten haben! 

    8,0 Sterne

  5. Cover des Buches »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen« (ISBN: 9783960084082)
    Martin Schörle

    »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«

     (309)
    Aktuelle Rezension von: Lyset

    Schon beim Anschreiben des Autors ob ich sein Buch gerne rezensieren möchte, war ich eher kritisch, doch nachdem ich die ersten Zeilen probelas, fand ich, als alte Theaterliebhaberin und Laienschauspielerin die Idee doch ziemlich gut und wollte, vor allem das erste Stück, gerne im Rahmen von kurzen Videos, künstlerisch umsetzen. 

    Ich fand das Stück rund um den sexistischen Beamten witzig und setzte es in mehreren Videos, Lesungen und Storys auf Instagram um. 

    Leider trennen wenige das Werk vom Autor und ich wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass man heutzutage das ganze Werk nicht unbedingt mit einem Augenzwinkern betrachten kann. 

    Auch andere, ehrliche Rezensionen bestärken leider dieses Bild. 

    Vielleicht ist solch ein Werk einfach nicht mehr Zeitgemäß und der Autor hätte die Ironie dahinter besser vermitteln sollen. 

    Stilistisch ist die Umsetzung einer Rede über Radiergummis in meinen Augen jedoch immer noch äußerst amüsant. 


  6. Cover des Buches Die Känguru-Chroniken (Känguru 1) (ISBN: 9783869091082)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Chroniken (Känguru 1)

     (343)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Was soll ich sagen, lustig von Anfang bis zum Ende und absolut genial.

    Ich liebe inzwischen die Känguru Reihe und muss mich immer wieder darin vertiefen weil es einfach hängen bleibt. 😂

  7. Cover des Buches Scandal Love (ISBN: 9783736308053)
    L. J. Shen

    Scandal Love

     (194)
    Aktuelle Rezension von: mitternachtsdichtung

    Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr, dass Pärchen einen großen Altersunterschied besitzen. Wer die Sinners of Saint Reihe bereist gelesen hat, kann sich vorstellen wie die Geschichte sich entwickeln wird. Es ist abzusehen, dass die Dynamik zwischen Trent und Edie zunimmt, bis zum großen Finale. Es ist ungewöhnlich zu lesen, aber überrascht hat es mich nicht, ich habe nur auf den Moment gewartet. Es ist nicht der schwächste Band der Reihe und hat mir alles in allem sehr gut gefallen. Auf Trents Geschichte habe ich sogar am meisten gewartet. Sein Mysterium war einfach zu aufregend und Luna war zuckersüß. Leider müssen die Jungs und Mädels der Sinners Reihe echt mehr an ihrer Kommunikation arbeiten. Dieses ständige Vermutungen aufstellen und aneinander vorbei leben/reden nervt irgendwann. Ich bin gespannt ob das im nächsten Teil der Reihe besser klappt. Hinter Dean und Rosie nehmen jetzt Trent und Edie Platz 2 der Pärchen ein ein.

  8. Cover des Buches Die Känguru-Offenbarung (Känguru 3) (ISBN: 9783869091358)
    Marc-Uwe Kling

    Die Känguru-Offenbarung (Känguru 3)

     (207)
    Aktuelle Rezension von: Seaice

    Man mag sie oder man mag sie nicht: Die Känguru Chroniken gehen in eine neue Runde. Mit bekanntem Humor zwar etwas schwächer als die Vorgänger, aber nach wie vor eine großartige Unterhaltung. Insbesondere mit dem Antagonisten - der Pinguin - zieht sich ein regelrechter Storyfaden durch und in diesem Band geht das Duo auch auf ungeahnte Reisen.

  9. Cover des Buches Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele (ISBN: 9783789121272)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele

     (17.560)
    Aktuelle Rezension von: LilyWinter

    Catniss und Gale sind ein eingespieltes Team, wenn es darum geht, Nahrung zu beschaffen und durch den Hob an etwas Geld ranzukommen. Doch einmal im Jahr fordert das Capitol einen Tribut, um an den Aufstand zu erinnern. Ein Junge und ein Mädchen je Distrikt müssen sich den Hungerspielen unterziehen, das einzige Ziel, das sie haben: einander zu töten bis nur noch einer übrig bleibt.

    Ich habe dieses Buch verschlungen, seit Divergent wieder eine atemberaubende Dystopie, die mich in Atem hält!❄️❄️❄️❄️❄️ sind sicherlich noch zu wenig.


  10. Cover des Buches Das Känguru-Manifest (Känguru 2) (ISBN: 9783869090757)
    Marc-Uwe Kling

    Das Känguru-Manifest (Känguru 2)

     (225)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Ohne das Känguru geht garnichts mehr 😂

    Ich bin süchtig danach.

  11. Cover des Buches Argus (ISBN: 9783499269141)
    Jilliane Hoffman

    Argus

     (491)
    Aktuelle Rezension von: Jenni078

    Auch der dritte Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen!
    Der Einstieg ist wieder mal sehr spannend gewesen, nur in der Mitte hat mir teilweise die Spannung gefehlt, da sich ein paar Sachen wiederholt haben und dem Leser schon bekannt waren.
    Ansonsten ist es meiner Meinung nach eine sehr gelungene Fortsetzung.

  12. Cover des Buches Macht (ISBN: 9783869710082)
    Karen Duve

    Macht

     (71)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Ausnahmsweise werde ich, bevor ich diesen dystopischen Roman von Karen Duve aus meiner eigenen Sicht beurteile, eine Analyse der sehr polarisierenden Meinungen zu Macht vornehmen. Normalerweise kenne ich schon den Geschmack meiner besser bekannten Buchfreund*innen, der nicht immer, eher sogar selten, mein eigener ist, weil ich mich sehr gerne mit klugen Leuten umgebe, die einen völlig andere Meinung zu vielen Büchern als ich haben, die ich aber sehr oft vorhersehen und fast immer nachvollziehen kann. Dieses Mal gab es aber einige wirkliche Überraschungen, die mich eben auch über die Beurteilung des Buches und die Gründe dazu nachdenklich werden ließen. Zumal ja Duves Werk auch vom Feuilleton, ganz arg zerzaust wurde.

    Die diametral entgegengesetzte Kritik – es ist fast wie bei Koriander entweder man mag ihn, oder man kann ihn gar nicht leiden – ist auf mehreren Ebenen zu finden. Manche fanden den die Handlung zu heftig, was ich durchaus verstehen kann und manche fanden die dystopische Gesellschaftskritik zu schablonenartig, sensationsheischend und überzeichnet. Habe da mal zwei Originalkommentare sowohl aus dem Feuilleton als auch aus Buchnetzwerken gebracht, die ich durchaus nachvollziehen kann, aber die ich nicht ganz teile.



    „Natascha Kampusch mit ein bisschen „Fifty Shades of Grey“ – und zwar aus Psychopathen- und Männersicht.“
    oder auch
    „Wahnsinnig krude, flach und - Satire hin oder her - in seiner Holzhammermäßigkeit schon fast lächerlich. Es ist das Gone Girl-Problem: Unterkomplexe Allerwelts-Thesen verkauft als mega-pfiffige Gesellschaftskritik.“

    Erstaunlich ist auch, dass es ausgerechnet einige Frauen gab, die mit dem Roman Probleme hatten und natürlich alte weiße Männer, fühlten sich von der Geschichte angepisst, was ja durchaus beabsichtigt war. Erstaunlich war aber unter meinen Buchfreunden, dass vor allem die sensibleren Männer, die für Frauenanliegen sehr aufgeschlossen sind und die wirklich völlig außer Streit stehen, dass sie sich an der Gewalttätigkeit des Buches aufgeilen, sehr nachdenklich wurden bis total begeistert von dem Roman waren. Und das hat mich eigentlich dazu veranlasst, diesmal ausnahmsweise zusätzlich zu meiner Meinung auch noch über die Standpunkte von anderen zu spekulieren. Man möge mir verzeihen, wenn ich total falsch liege, dann gilt natürlich nur meine Meinung und nicht meine Mutmaßungen.

    Der letzte Anlass war eine durchaus berechtigte Frage von zwei Goodreads Freundinnen, ob sie sich das Buch wirklich antun sollen, und das ist nicht einfach zu beantworten. Zuerst es ist eine richtig heftige Geschichte, voll von Gewalt, sowohl körperlich als auch psychisch, und sie ist sehr realistisch geschildert. Wer mit so etwas nicht zurechtkommt, sollte die Finger davon lassen. Ich bin in dieser Thematik ja recht versiert, habe von Emma Donnoghue Raum und Claustria von Regis Chauffret gelesen, auch aus persönlichem Interesse, denn Herr Fritzl (heute Meyrhoff) lebt ja in meiner Stadt in der Justizanstalt und auch Jack Unterweger saß hier ein. Ich habe auch 2019 einmal Natascha Kampusch auf der BuchWien getroffen, ihre Biografie gelesen und war von der Stärke dieser Frau begeistert. Ich bin ja der Typ, der, wenn er mit so einem Grauen konfrontiert wird, was ich durch die Justizanstalt und meinem Arbeitsplatz auf der Donau- Universität mit direktem Blick in den Gefängnishof jahrelang erlebte, nicht den Kopf in den Sand steckt, sondern noch mehr darüber wissen muss. Wissen, Analysen und Daten schaffen bei mir Vertrauen, die Situation besser im Griff zu haben, als sie zu verdrängen, egal wie grausam die Geschichte ist.

    Nun zur dystopischen Zukunft im Jahr 2031. Die Frauen sind übrigens in der Geschichte in Deutschland nur deshalb an der Regierung, weil die Männer den Planeten Erde definitiv an die Wand gefahren haben und er verloren ist. Wirbelstürme mitten in Stadtzentren, komplett zerstörte deutsche Großstädte, Algenteppiche, die jedes Leben im Meer töten, KillerRaps, der jede andere Pflanze vernichtet, Klimaflüchtlinge en Masse, Islamisches Kalifat in Asien… dies ist nur eine reale und sehr kurzfristige Fortschreibung unserer Probleme in der Gegenwart. Die Frauen in der Regierung versuchen, zusammen mit den Wissenschaftlern, in den verbleibenden fünf Jahren noch ein Wunder herbeizuführen. Eigentlich ist diese Macht und die eingeführten gesellschaftlichen Konventionen und Beschränkungen eine sinnvolle, mit Verzicht auf Fleisch und Verbrennungsmotoren und anderen klimafreundlichen Geboten mit vielen Freiheiten für die Männer, die durchaus auch mittlere Managementpositionen ausfüllen können, aber eben nicht mehr das Sagen haben. Schon so ein bisschen Beschränkung von asozialem Verhalten zu Gunsten der Gesellschaft und der Natur, um vielleicht doch noch die verbleibende Zeit der Menschheit hinauszuschieben und durch Wissenschaft eine Lösung für die Probleme zu finden. Diese kleine Kalamität verursacht haufenweise narzisstisch gekränkte Männerseelen, die lautstark fordern und dafür demonstrieren, Tiere zu schlachten, Autos zu fahren, den Kindern keine Helme mehr aufzusetzen und alte patriarchalische Muster aus dem 1950er Jahren wieder auszupacken.

    Die grassierende Männerstörung befällt auch (Sebastian den Namen hasst er) Bassi, der ursprünglich Umweltschützer, Vegetarier, Feminist und Demokrat war, aber als der Planet nicht mehr zu retten war, schlägt er sich auf die Seite der Geschlechtsgenossen, will auch Fleisch fressen, die Umwelt zerstören und Frauen dominieren. Der absolute Wahnsinn ist auch, dass er sich mit den Männern solidarisiert, den Frauen und nicht den alten weißen Männern die Schuld am Weltuntergang gibt, vom Intellekt her aber wohlwissend, dass die Situation umgekehrt ist und obwohl er die Belege für die eigentlichen Schuldigen auch immer aufzählt.


    „Als Aktivist musst du Optimist sein“, sage ich, „professioneller Optimist. Auch wenn nicht mehr zu übersehen ist, dass die Zustände immer schlimmer und schlimmer werden, muss man daran glauben, dass man die Sache doch noch zum Guten wenden kann. Ich konnte das irgendwann einfach nicht mehr. Eine Zeit lang habe ich noch so getan, als würde ich daran glauben. Aber das hat mich auf die Dauer kaputtgemacht. Und dann bin ich irgendwann ganz ausgestiegen."



    Der total desillusionierte und frustrierte Bassi hat zudem ein böses, abartiges Geheimnis. Seine angeblich entführte Frau wird wie bei Fritzl in seinem Prepper-Raum im Keller gefangen gehalten, systematisch von ihm psychisch gebrochen und permanent vergewaltigt. Das ist sehr heavy, denn Bassi hat sich von einem gewöhnlichen Mann, der mit einer Trennung schwer zu Recht kam, durch die absolute Macht über seine Frau im Verließ zu einem veritablen Psychopathen entwickelt. Er rechtfertigt auch noch alle seine Aktionen und Duve bleibt in der ganzen Geschichte konsistent bei Bassis Täter-und Männersicht.

    Eigentlich verschiebt Duve nur um eine kleine Nuance die Regler des männlichen Macht- und Gewaltanspruches und der Rechtfertigungsgründe bis zu dem Punkt, an dem dann auch der Mann sagt, OK das ist jetzt nicht mehr normal, da muss ich ein bisschen auch reflektieren, was so in der Welt passiert und was eigentlich viele meiner Geschlechtsgenossen so anstellen – davor kann ich die Augen nicht verschließen.

    Viele Frauen aber, die in einigermaßen normalen Beziehungen leben, wollen nicht wahrhaben, dass ein Großteil ihrer Geschlechtsgenossinnen genau diese Realität von Gewalt, Machtmissbrauch und Rechtfertigungen tagtäglich erlebt und dass die Anzahl dieser sehr hoch ist, wie viele Gewaltstatistiken zeigen (hab grad wieder aktuelle für Deutschland von Alice Schwarzer gesehen) und will die Augen davor verschließen. Da braucht man nicht nach Saudi-Arabien zu schauen, sondern muss sich nur die Femizide an deutschen Frauen deutschstämmiger Herkunft anschauen, die immer so nonchalant als Beziehungsdrama bagatellisiert werden. Weniger als jeden zweiten Tag gelingt es in jedem Jahr einem Mann in Deutschland, seine Frau umzubringen. Die Versuche und die jahrelangen Gewaltorgien, die solchen Taten vorausgehen, sind dabei gar nicht mitgezählt. Viele Frauen wollen kein Opfer sein und auch nicht auf das Opfer sein hinsehen, weil es ihnen entweder zu weh tut, oder weil sie wirklich viel Glück hatten und diese Realität nicht kennen. Dieser Roman von Karen Duve tut weh, vor allem den Opfern.

    Aber der Roman behandelt weitaus mehr als nur das Thema Gewalt an Frauen. Beim Umwelt- und Klimaschutz in der Geschichte wendet Duve wieder dasselbe Muster an. Obwohl der Planet schon total an die Wand gefahren ist und CO2-Verbrauch nur in homöopathischen Dosen erlaubt ist, gerieren sich die Männer bei Bassis Klassentreffen und haben eine ganze Sau organisiert. Die einen leugnen die Klimakatastrophe, die ihnen wahrscheinlich nur noch fünf Jahre auf dem Planeten beschert und die anderen, die vorher vegetarisch gelebt haben, um den Planeten zu retten, wollen jetzt auch noch genießen. Egoismus und asoziales Verhalten feiern fröhliche Urstände, aber schon so abgeschmackt, dass es peinlich ist.

    Genau dasselbe Muster ist nur einen Wimpernschlag von dem entfernt, was wir derzeit bei Corona und mit den Corona Leugnern erleben und gerade so viel mehr überzeichnet als in der Realität, dass sich auch der vernünftigste Mensch nicht mehr von der Verantwortung und von der Reflexion des eigenen Verhaltens verabschieden kann. Bei den heutigen Klimaleugnern ist die Situation ja noch um eine Nuance eine andere, denn wir haben ja noch ca. 50 Jahre oder auch nur noch 11 Jahre wie in diesem Buch, bevor wir mit Vollgas in den Abgrund rasen und das werden manche von unseren Leugnern möglicherweise nicht mehr erleben.

    Also ich persönlich finde diese Überzeichnung mit Paukenschlag für mich und für die Gesellschaft genau in der richtigen Dosis, dass man sich ob des Verhaltens an den Kopf greifen mag und gar nicht schablonenhaft. Sensationslüstern ist die Dystopie, und es wird endlich Zeit, dass Menschen wie Greta Thunberg mit Pauken und Trompeten auf sich aufmerksam machen, denn das Thema wird von den Wissenschaftlern seit den 80er Jahren immer sachlich aufs Tapet gebracht und immer wieder unter den Teppich gekehrt, weil alle so sachlich, so lieb und so leise waren. Selbst Al Gores Film hat 2001 nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten.

    Ein Umstand wird auch noch so sensationell von der Autorin überspitzt, dass es eine Freude ist. Die vom Mindset her alten weißen Männer die diese Geschichte bestimmen, sind jetzt uralte weiße Männer (mehr als 70 Jahre), die durch eine Verjüngungspille namens Ephebo wieder jung knackig und dynamisch aussehen. Nicht nur dass sie den eigentlichen jungen Leuten die Jobs wegnehmen, sie rauben ihnen auch noch egoistisch die Zukunft.

    Bassi nimmt an seinem Klassentreffen teil und verliebt sich dort erneut in seinen Jugendschwarm Elli, die natürlich auch durch Ephebo zu einer fünfundzwanzigjährigen mutiert ist. Er beginnt mit ihr eine ernsthafte Beziehung und nun ist die total gebrochene, im Keller hausende, devote, sexuell ständig verfügbare Ehefrau ein Problem in Bassis Leben.

    Jetzt komme ich auch noch zur herausragendsten Eigenschaft dieses Romans. Die Handlung ist so sensationell rasant und atemberaubend, dass man das Buch fast nicht mehr weglegen kann. Bei dreiviertel der Geschichte hat sich Duve einen grandiosen Plot Twist im kleinen Kerker ausgedacht, der Bassi plötzlich vor neue Herausforderungen stellt und eine dramatische Erschütterung in seinem bisherigen Machtgefüge darstellt. Das ist aber noch nicht das Sahnehäubchen in der Handlung. Das Finale ist so gut geplant, wundervoll und abgedreht, denn das angeblich größte Arschloch der Figuren bricht eine Lanze für die Frauen.

    Fazit: ich fand den Roman grandios, furchtbar grandios, bitterböse und so beißend, dass er einem ins Gesicht beißt. Viele aktuelle Probleme werden großartig in einer rasanten Geschichte verpackt, die mich sehr nachdenklich macht, noch lange nachwirkt und Diskussionen aufwirft, wenn man die Dystopie durchstehen kann. Alles, was ein guter Roman eigentlich machen soll. Den Holzhammer, der in der Kritik vorkommt, kann ich vollständig unterschreiben, bin aber der Meinung dass Themen wie Gewalt gegen Frauen oder Klimaschutz, die wir schon seit dem letzten Jahrhundert immer wieder ernsthaft angehen, durchaus einmal den Holzhammer brauchen, damit sie nicht wieder unter den Teppich gekehrt werden.

  13. Cover des Buches Reality Show (ISBN: 9783423263030)
    Anne Freytag

    Reality Show

     (122)
    Aktuelle Rezension von: sollhaben

    24. Dezember Stille Nacht Heilige Nacht

    Der idyllische Abend normalerweise untermalt mit typischen TV Sendungen, wird jäh unterbrochen, als auf allen Sendern die gleiche Show übertragen wird.

    Eine „Reality Show“ mit Menschen, die hinter den Kulissen von Politik und Wirtschaft die Strippen ziehen, so ein Vermögen machen, ohne sich um die Folgen für Menschen und Umwelt zu kümmern. Nun scheint die Stunde der Gerechtigkeit gekommen zu sein. Die Zuschauer dürfen die Höhe der Strafe bestimmen, in dem sie sich registrieren und es winken unglaubliche Gewinne.

    Ein sympathischer Moderator präsentiert die 10 Teilnehmer und auch ihren Werdegang mit ihren Verfehlungen.

    Doch wer steckt hinter dieser Show? Warum wird sie auf allen Kanälen gesendet? Wer hat die Kandidaten ausgewählt? Viele unbeantwortete Fragen und eine Sendung ….

     

    Fazit:

    Wie ich finde, hat die Geschichte eine echt tolle und sehr spannende Ausgangssituation. 10 Menschen im Focus der Öffentlichkeit, denen Moral und Skrupel scheinbar abhandengekommen sind, die das Gesetz für sich ausgehobelt haben und ungestraft ihren Machenschaften nachgehen können. Nun ist es an der Zeit, sie zu bestrafen. Doch wer entscheidet über das Strafmaß und auf Grund welcher Beweise? Es wird auf jeden Fall die Voyeuristische Ader des Menschen angesprochen. Neugier, Neid und Rache sind Themen, die in diesem Buch thematisiert werden und damit muss sich jeder selbst an die Nase fassen, wie man damit umgeht.

    Um auch die Leser:innen zu verwirren, sind die Kapitel recht kurz und knackig, dazu noch der rasante Perspektiven- und Zeitpunktwechsel. Deshalb hier mein Rat: nicht zu schnell zu lesen sondern sich Zeit lassen und am Beginn des Kapitels sich zu sammeln und gut zu überlegen, wer erzählt hier und auch wann.

    Auf Grund der vielen Akteure in dieser Geschichte, viel es mir schwer mich auf die Hauptstory zu fokussieren. Ich denke allerdings, dass dies so gewollt ist. Dazu hätte ich doch noch mehr über die 10 Teilnehmer an der Show erfahren.

    Das Buch hat ein gewisses Suchtpotenzial und erfüllt manche Erwartung, aber der Showdown am Ende war für mich ein wenig zu überhastet erklärt. Ich hätte es fast überlesen. Da fand ich das Ende von „Aus schwarzem Wasser“ echt genial und so passend. (Ja ich weiß, viele mögen das Ende hier gar nicht.)

  14. Cover des Buches Cop Town - Stadt der Angst (ISBN: 9783734104060)
    Karin Slaughter

    Cop Town - Stadt der Angst

     (201)
    Aktuelle Rezension von: leipzigermama

    Ich habe die anderen Bücher von Karin Slaughter geliebt. Ok, bei manchen war es schwer sich durch die ersten, trägen Seiten zu kämpfen. Aber gerade Belladonna oder Gottlos blieben mir im Gedächtnis haften.
    Aber leider, leider, baut Karin Slaughter von Buch zu Buch ab. Anfangs war man noch mittendrin im Geschehen. Nun gibt es einen Prolog, der Fragen aufwirft und dann unzählige, träge Seiten die erst einmal die Leben aller Protagonisten genau beleuchten muss.
    Ok, das ist an dieser Stelle vielleicht etwas übertrieben. Es war einfach schwer am Ball zu bleiben. Doch ich biss die Zähne zusammen, um bis zum Ende zu kommen.
    An einigen Stellen war die Story mitreißend und man wollte das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Dann kamen aber leider wieder viele, träge Seiten. Insbesondere die Stellen mit dem Onkel habe ich irgendwann gehasst.
    Ob ich das Buch weiterempfehlen würde?
    Wenn man schon andere Bücher der Autorin kennt? Vielleicht.
    Wenn es das erste Buch der Autorin ist, das man lesen möchte? Nein! Definitiv nein!
    Es gibt einfach bessere Werke. Wie schon erwähnt Belladonna und Gottlos.

  15. Cover des Buches Gun Love (ISBN: 9783518428320)
    Jennifer Clement

    Gun Love

     (91)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth
    Ich wuchs in einem Auto auf, und wenn man im Auto lebt, hat man keine Angst vor Blitz und Donner, das Einzige, wovor man Angst hat, ist der Abschleppwagen. Auszug Seite 10


    Die Heldin dieses Romans ist die 14-jährige Pearl, die aus ihrer Perspektive von ihrem Leben und Aufwachsen in einer Schrottkarre erzählt. Ihre Mutter Margot kommt eigentlich aus wohlhabendem Hause, aber dann wird sie mit 16 Jahren von ihrem Klavierlehrer schwanger. Sie bekommt das Baby heimlich zu Hause und verschwindet direkt nach der Geburt mit ihrem 94er Ford Mercury, den sie kurz vorher zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Sie landet mit dem kleinen Säugling auf dem Besucherparkplatz einer Wohnwagensiedlung im Süden von Florida, will sich nur kurz zurechtfinden und eine Wohnung suchen.

    Idylle im Trailerpark

    Diese Übergangslösung ist jetzt 14 Jahre her und die beiden leben immer noch am Rande des Trailerparks. In dieser verwahrlosten Umgebung zwischen zwei Highways, einer stinkenden Müllkippe und einem kleinen verseuchten Fluss voller Alligatoren haben sich Mutter und Tochter eingerichtet und kommen irgendwie zurecht. Margot verdient ein bisschen Geld als Putzkraft in einem Veteranenkrankenhaus und Pearl geht dank gefälschter Papiere sogar zur Schule. Das Autowrack wird ihr Zuhause, Margot bewohnt die Rückbank des Wagens, für Pearl werden die beiden Vordersitze zum Kinderzimmer. Während der Trailerpark Wasser und Toiletten bietet, wird das Essen ungekühlt aus dem Kofferraum verzehrt. Aber immerhin werden die Sandwiches gesittet von feinen, französischen Porzellantellern gegessen, ein Überbleibsel aus Margots vornehmer Herkunft. Ihre gute Erziehung versucht sie an Pearl weiterzugeben. Trotz der widrigen Umstände haben die beiden eine innige Beziehung zueinander. Ungeachtet der permanenten Angst vor dem Jugendamt wirkt das Leben der beiden fast idyllisch und märchenhaft harmonisch. Diese illusorische Idealisierung ist sicherlich der Erzählsicht einer 14-Jährigen geschuldet. Es ist ein trostloses Leben, aber Pearl kennt es ja nicht anders. 


    Meine Mutter und ich hätten ihm jederzeit eine Ecke in unserem Auto eingerichtet. Sie hätte ihm ein paar Plastiktüten für seine Sachen gegeben. Wir hätten die Tür aufgemacht und gefragt, Wann wollen Sie einziehen? Auszug Seite 147


    Die zauberhafte Atmosphäre im Wagen mit phantasievollen Geschichten, Musik und Gedichten, verstärkt durch einen blumigen Erzählstil steht im starken Kontrast zur Außenwelt. Durch Pearls Augen und ihre genaue Beobachtungsgabe lernen wir die anderen Bewohner des Trailerparks kennen, allesamt gescheiterte Existenzen, die ums Überleben kämpfen, den waffendealenden Pastor Rex, das mexikanische Schmugglerpärchen Corazón und Ray, die pensionierte Highschool-Lehrerin Roberta Young, die nach dem Tod ihres Mannes von der Sozialhilfe lebt. Ihre Freundin April May mit ihren Eltern Rose und Sergeant Bob, einem traumatisierten Kriegsversehrten. Ein bunter Haufen, gemein ist ihnen nur die unbedingte Waffenliebe. Waffen sind allgegenwärtig und sonntägliche Schießübungen auf die Alligatoren gehören zur Tagesordnung. Und manchmal landet ein verirrtes Projektil auch schon mal in der Beifahrertür. 

    Barbiepuppen und Alligatorzwillinge

    Das ändert sich, als eines Tages Eli Redmond auftaucht, ein Freund des dubiosen Pastors Rex und Margot sich Hals über Kopf in den attraktiven Waffenschmuggler verliebt. Pearl steht hilflos daneben, als Eli sich zwischen sie und ihre Mutter drängt und diese immer weniger Zeit für sie hat. Mit Eli ziehen auch Waffenschmuggel, Gewalt und Eskalation auf dem heruntergekommenen Gelände ein. Die Story rast jetzt unaufhaltsam auf den Abgrund zu. Man ahnt, dass es zu einer Katastrophe kommt und Pearls sowieso schon schwieriges Leben von einem Tag auf den anderen radikal verändern wird. Die Figuren stehen ohnmächtig daneben.

    Das Thema ihres gesellschaftskritischen Romans ist die amerikanische Waffenliebe und die Gefahr, die von den Waffen ausgeht. Bewegend und sehr beeindruckend portraitiert sie die amerikanische Unterschicht, schildert den Alltag der Abgehängten und  Ausgestoßenen ohne zu moralisieren. Die lyrische Sprache bildet dabei einen faszinierenden Kontrast zu den harten Gewaltaktionen in der Realität. Clements Sprache ist sehr poetisch mit vielen fast philosophisch angehauchten Zitaten, während die Dialoge ohne Anführungszeichen geführt werden, was trotzdem sehr lesbar ist. Ihre Sprache strotzt vor lebensklugen und betörenden Sätzen und sie kreiert  einige originelle Bilder, zum Beispiel die 63 Barbiepuppen, von einer Trailerbewohnerin zum Schutz in den Boden gepflanzt oder die siamesischen Alligatorzwillinge. Zum Ende hin fand ich es fast ein bisschen überladen. Eine kurze aber fesselnde Coming-of-Age-Geschichte mit einem offenen Ende, das Raum für eigene Gedanken lässt. 

    Gebete für die Vermissten

    Jennifer Clement ist eine US-amerikanische Autorin, die 1960 in Connecticut geboren und in Mexiko aufgewachsen ist, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie studierte Literaturwissenschaften und Anthropologie an der New Yorker University sowie französische Literatur in Paris. Clement, die neben Romanen auch Lyrik schreibt, war von 2009 bis 2012 Präsidentin des mexikanischen PEN. Ein internationaler Erfolg wurde ihr Roman „Prayers for the Stolen“ (deutsch: Gebete für die Vermissten) über den von Drogenkartellen organisierten Menschenhandel, für den sie im mexikanischen Guerro recherchierte.

  16. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.685)
    Aktuelle Rezension von: Alexa-Tim

    Manchmal echt verwirrend wie Bernhard Schlink geschrieben hat. Ich musste erst einmal damit klar kommen, dass er aus verschiedenen Zeitformen innerhalb eines Kapitels schreibt.
    Er schreibt aus der Sicht des Jungen.
    Einmal schreibt er von seiner Erinnerung mit Hanna, was in der Vergangenheit liegt und zum anderen wechselt er in die Gegenwart. Das war anfangs verwirrend, aber damit kam ich schnell zurecht und hatte begriffen, dass er seine Geschichte, die er erlebt hat erzählte.

    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt und innerhalb der Geschichte geht ein roter Faden durch. Es ist zwar etwas anders geschrieben, aber dennoch sehr interessant. Die Protagonisten sind faszinierend geschildert.
    Das Ende hat mich echt überrascht und damit habe ich gar nicht gerechnet.

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch gut finden würde. Die Story ist wirklich interessant und spannend. Der Sprachstil natürlich ein anderer als in der heutigen Zeit. Aber dennoch ein guter Klassiker.

    Von mir gibt es 4 Sterne.

  17. Cover des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum (ISBN: 9783462031454)
    Heinrich Böll

    Die verlorene Ehre der Katharina Blum

     (831)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Ich schreibe wahrscheinlich nichts neues, wenn ich über die verlorene Ehre der Katharina Blum berichte, es ist schließlich Heinrich Bölls bekanntestes Werk.

    Der Einstieg in die Lektüre fiel mir nicht leicht. Man wird direkt mit reichlich Namen bombardiert in einem literarischen Szenario, das an Prozessakten erinnert. Abschnittweise wird die Vernehmung der Katharina Blum nacherzählt, die einem flüchtigen Verbrecher Hilfe geleistet hat dem Zugriff der Polizei zu entkommen. Den Mann lernte sie auf einer Feier kennen, nahm ihn mit nach Hause und verliebte sich Hals über Kopf nach einer gemeinsamen Nacht in ihn. Die Loyalität zu ihm zu halten ungeachtet des Verbrechens, das er begangen haben mag, wird ihr zum Verhängnis, als ein sensationsheischendes Tageblatt (im Buch nur die „ZEITUNG“ genannt) ihren Anteil an der Flucht nicht nur veröffentlicht, sondern ihr Privatleben auf eine pervers tatsachenverdrehende Weise ausschlachtet. Aus einer unbescholtenen, unscheinbaren Bürgerin wird dann eine Täterin, als ihr Hass auf den Verantwortlichen der verdrehten Berichterstattung sie dazu treibt den Journalisten der ZEITUNG zu töten.

    Interessant ist wie wenig sich an manchen Methoden seit 1974 geändert hat, als Böll das Buch veröffentlichte. Sein in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verarbeitetes Thema ist in einer Zeit, in welcher der Begriff „Fake News“ entstanden ist, aktueller denn je.
    Ein wirklich gutes Buch trotz des gewöhnungsbedürftigen Anfangs!

  18. Cover des Buches Britt-Marie war hier (ISBN: 9783596033317)
    Fredrik Backman

    Britt-Marie war hier

     (210)
    Aktuelle Rezension von: Christin87

    Britt-Marie Wieslander, schrullige Nebenfigur in "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid" bekommt hier ihren eigenen Roman und damit ein eigenes Leben.
    Als Mädchen musste Britt-Marie den Tot ihrer Schwester miterleben und bekam von ihrer Mutter nur Abneigung zu spüren. In der Liebe wird sie erst verlassen und dann zu einem Heimchen degradiert. Ein Schicksal, mit dem sie sich in ihren 60 Jahren abgefunden zu haben scheint. Bis die Affäre ihres Mannes Kent für sie zur Realität wird. Das ist der Moment, in dem Britt-Marie ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Sie sucht sich einen Job und landet im trostlosen kleinen Städtchen Borg. Hier findet Sie nach einigen Startschwierigkeiten endlich Freunde, Anerkennung, "Sonnenscheinmomente", einen Draht zu dem so verhassten Fußball und wohl am wichtigsten: sich selbst.

    In "Oma lässt grüßen . . ." war Britt-Marie nur die nervige Mietpartei, die keiner mögen konnte. Doch hier erfährt man warum Sie zu der wurde, die sie ist. Hier zeigt sie endlich Gefühl und man findet einen Draht zu dieser einsamen Seele, die sich durch Borgs Bewohner endlich ein wenig öffnen kann. Es hat wieder Spaß gemacht in diese spezielle Welt des Autors einzutauchen, die Entwicklungen der Personen zu verfolgen, ein Teil von Borg zu werden.
    Der Roman ist eine Geschichte darüber, sich selbst zu finden, seinen Horizont zu erweitern, über seine Schatten zu springen und Sonnenscheinmomente zu finden. :)

  19. Cover des Buches I can see U (ISBN: 9783649631903)
    Matthias Morgenroth

    I can see U

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Anett_Gl

    Ich habe das Buch gerade zur Seite gelegt und bin noch so gefesselt vom Ende. Das Ende geht gar nicht. Die ganze Zeit konnte ich Marie verstehen, aber nun denke ich "wie dumm ist sie denn?" Und dann so ein schreckliches offenes Ende. Bin sprachlos.


    Sehr schnell kann man erahnen, wer Ben ist und auch worum es eigentlich geht. Aber ich finde der Autor hat das Thema "Smarter Leben" gut umgesetzt. Es passt genau in unserer Zeit und zeigt welche Vor- und Nachteile die ganze Technik hat. Und wie schnell sie die Technik gegen uns stellen kann. Ich finde dieses Buch sollte man in den Schulen durchnehmen. Denn es zeigt erschreckend, wie schnell man ein Leben zerstören kann (Bachmann).

    Sehr coole Story, aber ich würde mir dann doch gerne einen zweiten Teil wünschen, in dem ich beruhigt lesen kann, dass man Ben gefunden hat.

  20. Cover des Buches Delirium - Amor Deliria Nervosa (ISBN: 9783833309922)
    Lauren Oliver

    Delirium - Amor Deliria Nervosa

     (2.123)
    Aktuelle Rezension von: Apathy

    Die Reihe wollte ich schon sehr lange lesen. Dystopien mag ich einfach sehr gerne und diese klang ganz nach meinem Geschmack an. Daher war ich neugierig, welche dystopische Welt mich dieser Geschichte ewartet.

    Die ersten Seiten zogen mich schon in den Bann. Denn in dieser dystopischen Welt wird die Liebe als Krankheit angesehen. Um die Krankheit nicht weiter ausbrechen zu lassen, wird bei den Menschen ein Eingriff gemacht. Die 17-jährige Lena steht kurz vor ihrem Eingriff. In der Zwischenzeit verbringt sie ihren Sommer noch in Freiheit bevor es zum Studieren geht und danach geheiratet wird. Nach dem Eingriff wird sie geheilt und glücklich sein. Doch dann lernt sie Alex kennen. Langsam kommen ihr Zweifel, ob es wirklich eine Welt ohne Liebe geben kann.

    Mit Lena kam ich sofort klar. Sie ist mir ihren 17 Jahren ein ganz normaler Teenager, der sich in das Leben mit den vorherrschenden Regeln einfügt. Manchmal überkommen sie zwar andere Gedanken, aber dennoch geht sie den gängigen Alltagsleben nach. Ihre einzig beste Freundin ist Hana, mit der sie auch ihre Freizeit verbringt. Hana ist auch ein typischer Teenager, die aber im Gegensatz zu Lena sehr ansehlich ist und auch mal über die Regeln hinausgeht. Bei Alex merkt man gleich das etwas anders an ihm ist. Dennoch hat er mir sofort gefallen.

    Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, spiegelt ein realitätsnahes Szenario wider. Es herrschen gewisse Regeln vor, an die sich die Leute in Portland halten müssen. Wer sich nicht daran hält, kommt in die Grüfte. Aber auch in dieser Welt gibt es Widerständler bzw. Sympathisanten. Außerdem werden die Menschen, die sich nicht den Eingriff unterziehen, Invaliden genannt.
    Wie die Autorin diese Welt beschreibt konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die dystopischen Elemente kommen hervor und man kann diese sehr gut nachvollziehen. Ein System, das trotz der Regeln auch scheitern kann und hinterfragt werden muss.

    Der Schreibstil der Autorin war somit schön und angenehm zu lesen. Außerdem konnte ich mir die Handlungen und Gegenden in der Geschichte sehr gut bildlich vorstellen, sodass direkt mir die Szenen vor Augen führen konnte.

    In gewisser Weise ist die Geschichte vorhersehbar, dennoch fand ich sie fesselnd. Die Entwicklung der Liebesgeschichte spielt hier eine große Rolle. Eine Liebesgeschichte, die nicht sein darf. So darf sie nicht an die Öffentlichkeit kommen. Das erzeugte einen Nervenkitzel und die Geschichte wurde dadurch spannend gestaltet.

    Aber auch im Verlauf der Geschichte kommt noch eine Wendung hinzu, die überraschend für Lena und somit auch für den Leser ist. Ihre Welt gerät dadurch ins Wangen. Ihr Handeln konnte ich sehr gut nachvollziehen. Die Entwicklung der Charaktere hat mir insgesamt gut gefallen und war authentisch dargestellt.
    Dennoch bleiben noch einige Sachen offen. Gerne möchte ich noch mehr über die Welt außerdem der Grenzen erfahren und welche Wendungen noch ans Licht kommen. Denn kein System ist wirklich perfekt.

    Das Ende war dennoch spannend und nachvollziehbar gestaltet. Es macht defintiv Lust schnell die Fortsetzung zu lesen, um zu erfahren, wie es mit Lena und auch mit ihr und Alex weitergeht.

    Fazit:
    Die Geschichte konnte mich sofort fesseln. Die Idee der Geschichte und die dystopischen Elemente haben mir sehr gut gefallen. Ein System, welches dennoch seine Tücken hat und Regeln unterliegt, war aufregend gestaltet. Außerdem sorgte die heimliche Liebesbeziehung für Nervenkitzel. Die Entwicklung der Protagonisten haben mir außerdem sehr gut gefallen. Auch wenn manches vorhersehbar war, konnten mich die Handlungen fesseln. Das Ende macht Lust schnell die Fortsetzung zu lesen. Ich hoffe auf ein Wiedersehen zwischen Lena und Adam.

    Bewertung: 4+ / 5

  21. Cover des Buches Teufelsfrucht (ISBN: 9783462042870)
    Tom Hillenbrand

    Teufelsfrucht

     (210)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Ich kenne die neueren Bücher von Tom Hillenbrand und da mir die durchwegs gut gefallen haben, war ich neugierig auf seine Xavier-Kieffer Reihe. 

    "Teufelsfrucht"   ist Band 1 und wir lernen hier Xavier und sein Umfeld kennen. Xavier betreibt ein kleines Lokal in Luxemburg mit Schwerpunkt 'gut bürgerliche Küche'. Obwohl Xavier durch sein Talent  Chancen in der gehobenen Sterneküche hätte, hat er sich bewusst für die einfache Gastronomie entschieden. Als ein Restauranttester in seinem Lokal nach der Vorspeise tot zusammenbricht, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln  und kommt dadurch den Machenschaften eines Lebensmittelkonzerns auf die Spur.   Im Verlauf der Handlung erfährt man, dass der Titel des Buches sehr gut gewählt wurde. Es geht um eine Frucht mit 'magischen' Eigenschaften. 

    Der Kriminalfall ist zwar immer präsent, aber nicht im Vordergrund der Geschichte.  Es geht viel ums Essen, Sterneküche und die Stadt Luxemburg. 

    Mir hat der Einstieg in diese Reihe recht gut gefallen und ich werde bei Gelegenheit zum nächsten Band "Rotes Gold" greifen. 

  22. Cover des Buches Absurde Menschheit (ISBN: 9783902987037)
    Gard Meneberg

    Absurde Menschheit

     (44)
    Aktuelle Rezension von: HonestAnniesBru
    Sicher, es ist nicht einfach (wie im vorliegenden Fall) Fakten ironisch-satirisch darzustellen, ohne den Wert der vermittelten Botschaft zu schmälern oder gar durch Verharmlosen in sein Gegenteil zu verkehren. Gard Meneberg hat das über eine Gratwanderung versucht und seine Ironie dystopisch gewichtet, was wohl auch der Grund dafür gewesen sein mag, dass manche Leser, die auf Anspruchslosigkeit, Unterhaltung und Aktion fixiert waren, enttäuscht wurden.

    Ich bin der Meinung, dass Meneberg die wirklich akuten brandheißen Probleme unserer Gesellschaft unter den Tisch hat fallen lassen. Mit voller Absicht, denn Außerirdische, die sich vielleicht mit unserer Spezies beschäftigen, sind sehr wohl im Bilde, auf welcher primitiven Entwicklungsstufe wir uns noch befinden und sind sicher nicht daran interessiert, uns eine Abkürzung zu zeigen, um über ein solches unverdientes Geschenk auf ein höheres Entwicklungs-bzw. Wissensniveau zu gelangen.

    Auch glaube ich nicht, dass Meneberg dieses Buch aus Enttäuschung (oder gar aus der Sicht eines Lebensverneiners) geschrieben hat. Ich glaube, er hat es geschrieben, um aufzuzeigen, wie weit weg wir noch vom wahren Menschen entfernt sind. Dass wir größtenteils werteblind sind, selbstverliebt, egoistisch, asozial – und krankhaft gierig nach Macht und Einfluss!
    Trotz unserer Zivilisation, trotz unserer technischen Errungenschaften, unterscheiden wir uns kaum von den Menschen, die vor zweitausend Jahren gelebt haben; das Tier in uns ist nach wie vor in der Rolle des souveränen Beherrschers; ja, es ist – ohne ins Detail zu gehen - das alles Delegierende, alles Bestimmende auf der politischen Weltenbühne.


  23. Cover des Buches Der Teufel trägt Prada (ISBN: 9783442463411)
    Lauren Weisberger

    Der Teufel trägt Prada

     (828)
    Aktuelle Rezension von: Vanessa92

    Auch beim erneuten lesen hat mich der Teufel trägt Prada wieder sehr gut unterhalten. 

  24. Cover des Buches Farm der Tiere (ISBN: 9783257057140)
    George Orwell

    Farm der Tiere

     (747)
    Aktuelle Rezension von: rica

    Die Tiere einer Farm vertreiben die Menschen und wollen gemeinschaftlich leben. Alle Tiere sind gleich, manche sind gleicher, am Ende sind die Schweine zu Menschen mutiert.

    Eine Parabel darüber, wie Revolutionen in der Ausgangssituation ähnlichen Zuständen enden. Im Hinblick auf die Entstehungszeit deutliche Anlehnung an die russische Revolution.

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