Bücher mit dem Tag "kronzeuge"
7 Bücher
- Wolf Haas
Wackelkontakt
(305)Aktuelle Rezension von: WortfieberDas Buch hat mich komplett erwischt. Der trockene Humor sitzt, die Figuren sind herrlich skurril, und dieser ganze Buch‑im‑Buch‑im‑Buch‑Erzählstil ist einfach genial umgesetzt. Der Plot bleibt durchgehend spannend, und ich hatte am Ende richtig Lust, selbst ein Puzzle auszupacken (versteht man nur wenn man das Buch gelesen hat). Ich war total im Sog und musste ständig weiterlesen.
Franz Escher wartet zuhause auf den Elektriker, weil seine Steckdose einen Wackelkontakt hat. Um sich die Zeit zu vertreiben, während er auf den Elektriker wartet, liest er ein Buch über den Mafia‑Kronzeugen Elio Russo, der im Gefängnis sitzt und seiner Entlassung entgegenzittert. Elio wiederum liest ein Buch über Franz Escher. Die beiden Geschichten spiegeln sich gegenseitig, verschieben sich, greifen ineinander und werden immer enger miteinander verknüpft. Während Escher und Elio sich durch ihre jeweiligen Bücher lesen, tauchen plötzlich ein toter, alte Geheimnisse und familiäre Verstrickungen auf. Was harmlos beginnt, entwickelt sich zu einem immer schrägeren, spannenderen Puzzle, das sich erst ganz am Ende zusammenfügt. - $ick
Shore, Stein, Papier
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenSicks Lebensgeschichte, Grimme-Online-Award-gekrönt die Youtube-Ausgabe, angefangen mit dem Gefühl des Unerwünschtseins und von Anfang an widerspenstig gegen jede Autorität. Daß er seinen Drogenlebenswandel allein damit begründet, nicht gewollt zu sein und dieses Gefühl betäuben zu müssen, greift meiner Meinung nach ein bißchen kurz, auch andere Kinder bzw Jugendliche mit diesem Gefühl werden nicht zum drogenverschlingenden Dauerkriminellen. Interessant, wie Sick die Symptome beschreibt, die man beim "affig-"sein spürt, wenn der Körper auf Drogenentzug reagiert, wie dauernd laufende Nase oder Augentränen, hab ich so noch nirgends anders gelesen. Man kann ihm natürlich nur die Daumen drücken, daß Sick das Cleansein durchhält (man wundert sich, daß der Körper so einen Drogenmarathon überhaupt so lange mitmacht). Und sonst: Dümmster Junkie ever, "wie Shore ist Heroin?"
- Tonino Benacquista
BadFellas: Eine Mafia-Komödie
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenIch hatte das Buch gerade exakt bis zur 32. Seite gelesen, und dann spoilte RTL2 mir die Handlung, indem am vergangenen Sonntag die Verfilmung ausgestrahlt wurde. Keine schlechte Mafiakomödie, aber unendlich viel flacher als die Buchvorlage: Giovanni Manzoni mußte, nachdem er bei einem Mafiaprozeß seine Mitmafiosi belastet hat, mit dem Zeugenschutzprogramm des FBI abtauchen, zum wiederholten Mal mußte man in Frankreich umziehen. Aus dem culture clash, wenn italienisch-amerikanische Neubürger mit teilweise antiamerikanischen Altbürgern zusammentreffen, wird schon mal viel Komik gesaugt. Die Darstellung des ehemaligen Mafiabosses als in Wirklichkeit armes Würstchen und die Sorgen und Nöte der Teenagerkinder werden hier viel tiefschürfender behandelt, die Mafiakiller auf der Kirmes in Cholong (aka So long) sind wortwörtlich zum Schießen. Sehr gelungen, eindeutig besser als der Film! - Stefan Wolf
Stefan Wolfs Krimimagazin. Bd.2
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenDie Rezension zum "Krimi-Magazin KM1", fand man leider nicht in der Suche: Zwei Geschichten von Stefan Wolf (Tom & Locke und TKKG), außerdem spannende Geschichten bekannter Autoren wie Sir Arthur Conan Doyle und unbekannter deutscher Autoren, die man mittlerweile vergessen hat (Hansjörg Martin, Friedhelm Werremeier). Die besten Geschichten stammen auch von Doyle und von Boileau/ Narcejac. In der TKKG-Geschichte wird erneut die harte Beurteilung sog. "Penner" oder "Stadtstreicher" deutlich, die ein Comedian im TV neulich schon deutlich gemacht hat. Unglaublich, so etwas in Kinderbüchern!
- David Schraven
Die Mafia in Deutschland: Kronzeugin Maria G. packt aus
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenSpannend wie ein Krimi: Die Lebensgeschichte der Maria Giordano, die durch ihren prügelnden Mann zur Mafiamittäterin wurde und schließlich gegen die Mafiabosse aussagte. Unglaublich, wie rückständig die Familienverhältnisse in den 90ern in Italien waren, und wie schlecht der Zeugenschutz in Italien organisiert ist. Das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die man sich in der deutschen Politik wünschen würde. Einen Bericht über Maria von Maik Meuser findet man noch auf youtube.
- Denzil Meyrick
Der Pate von Glasgow
(46)Aktuelle Rezension von: HighlandHeart1982Der Pate von Glasgow, eigentlich vor fünf Jahre bei einem Überfall ermordet, treibt wieder sein Unheil in Schottlands größter Stadt. DCI Daley und DS Scott übernehmen diesen brisanten Fall, der nach und nach immer mehr Todesopfer fordert.
Mit "Der Pate von Glasgow", dem zweiten Fall rund um DCI Jim Daley, ist Denzil Meyrick ein Meisterstück gelungen, in dem nach und nach die Angründe der schottischen Mafia aufgezeigt werden, und DCI Daley muss sich fragen, wem er eigentlich noch trauen kann, denn plötzlich scheint nichts mehr so zu sein wie es war.
Bereits von der ersten Seite an nimmt die Geschichte Fahrt auf und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. Und auch wenn man den ersten Fall aus der Reihe (noch) nicht gelesen hat, hat man überhaupt keine Verständnisschwierigkeiten.
Dem Autor gelingt es, den Leser richtig zu fesseln und die Auflösung ist absolut nicht vorhersehbar.
Eine klare Leseempfehlung von mir.






