Bücher mit dem Tag "künstlerin"
138 Bücher
- Anna Gavalda
Zusammen ist man weniger allein
(3.343)Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_bookIch hatte mich sehr auf den Roman „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda gefreut. Der Klappentext versprach eine gefühlvolle Geschichte, voller Herzschmerz, aber auch mit humorvollen und warmen Momenten. Genau das habe ich mir erhofft - doch bekommen habe ich etwas völlig anderes.
Schon nach wenigen Seiten wirkte die Handlung eher wie ein Wirrwarr. Ich habe das Buch gemeinsam mit @linhelest angefangen, die nach einem Viertel abgebrochen hat. Und ehrlich gesagt, konnte ich das gut nachvollziehen. Ich selbst habe weitergelesen, vor allem weil mich das Schicksal der alten Paulette nicht losgelassen hat.
Doch der Stil - ob nun von der Autorin oder durch die Übersetzung - macht es einem wirklich schwer. Ständige Zeitsprünge lassen einen oft das Gefühl haben, man hätte etwas verpasst. Zudem zieht sich die Handlung spürbar in die Länge. Viele Szenen wirken belanglos und bremsen den Lesefluss, anstatt die Figuren oder die Handlung voranzubringen.
Obwohl man durchaus Einblicke in die Vergangenheit der vier Hauptfiguren bekommt, sind sie mir dennoch nicht durchweg sympathisch geworden. Gerade Franck blieb mir trotz seines Schicksale auf Distanz.
Besonders problematisch fand ich den Umgang mit den Krankheiten der Protagonisten. Philiberts Stottern verschwindet quasi durch Camilles Unterstützung und ein wenig Schauspielerei. Camilles Magersucht wiederum wird durch die Zuwendung von Franck, dem Koch, „geheilt“. Für mich wirkt das verharmlosend und respektlos gegenüber Menschen, die mit solchen Erkrankungen über Jahre hinweg Therapien durchlaufen.Ich empfand die Darstellung als unrealistisch und verantwortungslos.
Trotz all meiner Kritik hatte das Ende eine emotionale Wirkung auf mich. Auch wenn ich es kommen sah, hat mich eine Szene tatsächlich zu Tränen gerührt. Dieser Moment konnte das Gesamtbild für mich jedoch nicht retten.
Unterm Strich bleibt es für mich ein Roman mit einer starken Grundidee, die viel Potenzial hatte, aber in meinen Augen leider nicht ausgeschöpft wurde. Statt einer berührenden und mitreißenden Geschichte bekam ich einen verworrenen Text, der mich mehr verwirrt als begeistert hat.
©2025 adlatb
- Anne Jacobs
Die Tuchvilla
(533)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeDie junge Marie kommt als Küchenmädchen in die sogenannte Tuchvilla, das Haus des Fabrikanten Johann Melzer. Von Beginn an hat sie es nicht leicht, aber dann stößt sie auf ein Geheimnis, dass sie selbst mit der Familie Melzer verbindet.
In ruhigem, gemächlichem Erzählstil nimmt die Autorin den Leser mit ins beginnende 20. Jahrhundert. Sie erzählt die Geschichte der Waisen Marie, die eine Chance bekommt, als Küchenmädchen in einer noblen Villa zu arbeiten und zu leben. Stückchenweise wird das Leben und die Personen in der Tuchvilla beschrieben, die zwischenmenschlichen Beziehungen, ein erster Eindruck zur Tuchfabrik vermittelt. Obwohl die Geschichte selbst interessant ist und sich hervorragend lesen lässt, so kommt es gerade in der ersten Hälfte des Buches doch zu Längen, da einfach zu ausführlich über die kleinsten Kleinigkeiten berichtet wird. Als dann mehr Bewegung in die Geschichte kommt, wird es allerdings viel fataler, denn nun ist Schluss mit historischer Glaubwürdigkeit. Ein Küchenmädchen das innerhalb von Monaten zur Kammerzofe wird und zur Vertrauten und Ratgeberin der halben Familie, ist doch arg weit hergeholt.
Mein Fazit: Auch wenn ich die Tuchvilla gerne gelesen habe, sollte dem Leser zumindest klar sein, dass der historische Anspruch hier doch eher ziemlich gering ist und ein paar Seiten weniger, hätten der Geschichte sicherlich auch nicht geschadet.
- Anya Omah
Regenglanz
(705)Aktuelle Rezension von: JaquelineMEs wurde auch mal wieder Zeit ein paar Sub Leichen zu befreien und ich kann jetzt sagen, dieses Buch ist zu unrecht so lange auf meinem Sub gewesen.
Durch den tot ihrer Mutter hat es Alissa leider nicht einfach gehabt, eine Schwester die einen an der klatsche hat und einen Vater der sie nicht mal mehr ansehen kann 😅🫣
Simon wollte nach einer gescheiterten Beziehung seinen Schandfleck an der Brust entfernen. Im Tattoo Studio lernte Simon dann Alissa kennen und sie hinterlassen beide nicht gerade den besten Eindruck.
Mit der Zeit aber lernen beide sich immer mehr kennen und kommen sich auch näher, bis Simon dann erfahren hat das es eine Verbindung zwischen seiner ex Freundin und Alissa gibt....
Wird er es ihr verraten ?
Das müsst wenn schon ihr selbst dann rausfinden 😊
Aber was ich auch Mega schön fand ist, das man in dem Buch auch dieser Zusammenhalt ihrer Freundinnen rauslesen kann, ihre Freundschaft haben sie mit einem wunderschönen Tattoo das Alissa gestochen hat besiegelt.
4,5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
- Caroline Bernard
Frida Kahlo und die Farben des Lebens
(193)Aktuelle Rezension von: käutzchenDies ist mein zweiter Roman über die Künstlerin Frida Kahlo.. hauptsächlich fing ich mit den ersten Roman weil die Frau meines Vaters sie verehrt , jetzt nach den Buch muss ich sagen das ich sie verstehe , jetzt bin ich auch von Frida Kahlo fasziniert und werde zukünftig noch einiges über die Künstlerin lesen wollen , was der Frau meines Vaters sehr freuen wird weil sie danach die Bücher von mir bekommen wird .
Bei diesen Buch kam mir Frida sehr nah vor , ich habe vor allem ihre leiden , sei es von ihren dramatischen Unfall , das auf und ab ihrer grossen Liebe Diego miterlebt ..was sie doch für eine starke Frau sie wahr und vieles mit ihren Bildern ausgedrückt hatte ..
Ich kann aber nicht nur Frida Kahlo Fans das Buch ans Herz legen , es ist interessant geschrieben und zieht einen im Sog , vorallen da die Autorin des Buches versucht hat den Roman so authentisch wie möglich zu machen von Frida 's leben ..
- Harlan Coben
Ich finde dich
(487)Aktuelle Rezension von: Anja2024Der Schreibstil hat mir gefallen – flüssig und gut lesbar. Leider blieb die Spannung über weite Strecken aus, und ich hatte mir deutlich mehr Nervenkitzel erhofft. Einige Charaktere wirkten überflüssig oder nicht glaubwürdig, was die Geschichte unnötig in die Länge zog. Zudem wirkten manche Entwicklungen wenig realistisch, was mich aus dem Lesefluss gerissen hat. Das Ende war in Ordnung, aber insgesamt konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen.
- Kelly Moran
Redwood Love – Es beginnt mit einer Nacht
(573)Aktuelle Rezension von: Annabeth_BookInhalt
Zwischen Drake und Zoe knistert es und Beide spüren es. Aber darf das sein? Oder ist es Verrat an Drakes zu früh verstorbenen Frau, die auch gleichzeitig die beste Freundin von Zoe war?
Kann diese Liebe überhaupt funktionieren, so unterschiedlich sie auch sind und gibt Zoe im allgemeinen dem Ganzen eine Chance? Den sie steht vor einem Scheideweg, der ihr ganzen Leben verändern wird.
Erster Satz
"Ich werde dich umbringen."
Meine Meinung
Nachdem mir Band 1&2 richtig gut gefallen haben, habe ich Band 3 dann doch etwas hinausgezögert, da ich mich dann doch nicht so schnell von allen verabschieden wollte. Klar steht die Spin-Off Reihe bei mir im Regal schon bereit, aber trotzdem ist es mir etwas schwer gefallen.
Kommen wir aber als erstes wie immer zum Cover. Ich finde das Cover harmoniert perfekt zu seinen Vorgängern und ich finde es wirklich schön, dass die Autorin sich für jeden Mann einen anderen Holzton ausgesucht hat.
Der Schreistil der Autorin, war auch wieder wunderbar flüssig zu lesen, sodass ich in dem Buch wirklich sehr gut voran gekommen bin und die Seiten sich wie von alleine gelesen haben.
Unsere Protagonisten hier waren Drake und Zoe. Auf Drake seine Geschichte habe ich mich schon sehr gefreut, da er doch schon sehr auf unnahbar gemacht hat und in eigentlich nur Avery aus der Reserve locken konnte.
Hier in dem Buch taut er wirklich auf und man lernt viel über ihn und auch über seine Vergangenheit kennen. Wie er mit der Trauer und allem umgegangen ist und wie sehr Zoe ihm dabei geholfen hat, ohne das er es so wirklich war genommen hat.
Zoe, war im Vergleich zu Drake ein wahrer Wirbelwind, sie kam mit jedem gut klar und hatte immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Als Leser merkt man dann aber relativ schnell, dass es nur Fassade ist und das Zoe ein fast unbezwingbares Päckchen mit sich herumschleppt. Drake will nachdem er es bemerkt hat abnehmen und ihr helfen, aber so einfach wie es am Anfang scheint ist es dann doch nicht.
Ich fand die Lovestory rund um die Beiden wirklich süß, aber mir ging es teilweise ähnlich wie Zoe mir haben dann plötzlich zuviele Menschen mitgemischt und versucht die Beiden zusammen zubringen. Was im ersten Teil, vielleicht so witzig war und im zweiten Teil noch lieb gemeint war, war hier zu viel. Mir hätte es besser gefallen wenn hier nur nahestehende Personen den Beiden auf die Sprünge geholfen hätten.
Auch war ich vom Ende etwas überrumpelt, erst hat man alles sehr langsam angehen lassen und dann überstürzt man alles. Auch hier hätte ich den Beide irgendwie mehr zeit gegönnt.
Aber ansonsten war alles super, die Autorin hat sich für die Dates teilweise traumhafte Settings ausgesucht und es hat Spaß gemacht nochmals Avery, Cade, Hailey, Flynn und Gabby zu treffen.
Wer diesmal auch wirklich aufgefallen und dem ich irgendwie auch noch eine eigene Geschichte wünschen würde war Brent. Ich hatte ihn schon die Teile davor ins Herz geschlossen, aber hier war er nochmals ganz klar mein Favorit, obwohl es sich mit dem Drachentrio verbündet hat ;)
Alles in einem war es doch ein sehr gelungener Abschied.
- Nora Roberts
Sternenfunken
(88)Aktuelle Rezension von: liebesleserIch bin durch Zufall auf diesen Roman gestoßen und wusste zunächst nicht, dass er der zweite Teil einer Trilogie ist. Für das Verständnis war das kein Problem, da die Vorgeschichte immer wieder mit zahlreichen Erklärungen aufgegriffen wird – mehr als nötig gewesen wären, um der Handlung folgen zu können: wenn sie schon einen Nichtleser des ersten Teils irgendwann zu stören beginnen, muss jemand, der den ersten Teil kennt, doch ziemlich genervt davon sein. Zumal nicht nur Geschehnisse des ersten Teils oft wiedergekaut werden – auch innerhalb dieses Buches gibt es viele Wiederholungen. Gefühle und Eigenschaften der Hauptpersonen werden wieder und wieder geschildert, banale Tätigkeiten wie Kochen, Essen, Trinken, Abwaschen, Trainieren machen mindestens ein Drittel des Buches aus, viele (die meisten?) Dialoge sind belanglose Plaudereien oder gegenseitige Lobhudeleien und ab und zu ein schwülstiges Liebesbekenntnis.
Obwohl hier sechs Superhelden die Welt gegen das ultimative Böse retten müssen, kommt wenig Spannung auf. Die direkten Kämpfe machen einen verschwindend geringen Teil der Erzählung aus, dazwischen wird wieder gechillt und geliebt. Die Liebesgeschichte zwischen Annika und Sawyer hat ihre süßen, romantischen Momente, und hier scheinen am ehesten noch die Stärken der Autorin durch: die Verträumtheit und liebevolle Schwärmerei Annikas, der bärbeißige Sawyer mit dem weichen Herzen… In einem anderen Setting hätte eine schöne Story daraus werden können - junges Paar im Liebesurlaub erlebt ein emotionales Abenteuer – aber hier wirkte alles etwas fehl am Platze.Fazit: junge, starke, schöne Übermenschen, die sich in einem schicken Feriendomizil auf ihren Einsatz vorbereiten, der dann kurz und heftig ausfällt, oder kurz gesagt: Quasi-Avengers im Wellnessurlaub mit kleinen, ekligen Unterbrechungen – Fortsetzung folgt, aber ohne mich.
- Celeste Ng
Kleine Feuer überall
(333)Aktuelle Rezension von: GwhynwhyfarDer Anfang: «In jenem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons, endgültig durchdrehte und das Haus abfackelte. Während das ganze Frühjahr über die kleine Mirabelle McCullough Gesprächsthema gewesen war – beziehungsweise, je nachdem, auf welcher Seite man stand, May Ling Chow –, gab es endlich neuen aufregenden Gesprächsstoff.»
Es brennt! Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihre jüngste Tochter hat in jedem Schlafzimmer Feuer gelegt. Shaker Heights, der wohlhabende Vorort von Cleveland, Ohio, hier ist es sauber, ruhig und völlig ungefährlich, Golf-, Reit-, Tennis-, Segelclub. Ein strukturiertes Straßennetz, beste Schulen; vom Außenanstrich der Häuser bis zur Höhe des Rasens ist alles vorgeschrieben, eine Scheinidylle. Rasen! Gemüse im Garten ist nicht erlaubt. Ordnungsfanatismus, Ordnung ist das ganze Leben! Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Gehen wir zurück zu dem Tag als das unkonventionelle Mutter-Tochter-Paar Mia und Pearl Warren zur Miete in eine der Wohnungen der Richardsons einzieht …
«‹Izzy nimmt alles ernst. Zu ernst. Das ist ihr Problem.›
‹Der Witz daran ist›, sagte Lexi eines Nachmittags, ‹dass Izzy in zehn Jahren bei Springer auftreten wird.»
‹In sieben›, widersprch Trip. ‹Höchstens acht. Jerry hol mich aus dem Knast.›
‹oder Hilfe meine Familie will mich einweisen›, sagte Lexi.
Elena ist Journalistin, die für das heimische Provinzblatt zu schreibt, was eigentlich nicht ihr Lebensziel gewesen ist. Aber das wundervolle Shaker Heights ist ihre Geburtsstadt und ihr Mann ist ihr gefolgt, ein gut verdienender Anwalt im Ort geworden. Sie haben vier Kinder zur Welt gebracht, Lexie (17), Trip (16), Moody (15) und Isabelle (Izzy, 14), ein ansehnliches Haus gebaut – der amerikanische Traum ist perfekt. Natürlich haben alle Kinder völlig verschiedene Charaktere, doch Izzy, die Jüngste bereitet Sorgen. Rebellisch, gesellschaftskritisch, sie lässt Äußerungen fallen, die ihre Umgebung zu Schnappatmung bringt; sie lässt sich zu Aktionen hinreißen, die ihr mächtigen Ärger einbringen. Moody ist von der gleichaltrigen Pearl fasziniert, von ihrem Lebensstil, dem Vagabundenleben. Denn Pearls Mutter Mia ist Künstlerin. Sie fotografiert, zerlegt die Fotos, bearbeitet sie und gestaltet etwas Neues daraus. Sie leben von der Hand in den Mund; besorgen sich Möbel vom Sperrmüll, Bekleidung aus Secondhandläden, und wenn ihnen eine Stadt nicht mehr gefällt, ziehen sie weiter. Pearl wiederum, die sich nun täglich bei den Richardsons aufhält, beneidet Moody um diese Familie, die ein gemütliches Leben ohne Sorgen führt. Ein festes Heim, eine Heimat. Das hatte ihre Mutter ihr versprochen: Wir suchen einen Ort, an dem wir bleiben! Pearl soll in Ruhe ihre Schule abschließen können. Und Shaker Heights ist der perfekte Ort, um für immer zu bleiben.
«Während der Nachmittage mit Pearl begriff er allmählich, wie ihr unstetes Leben ausgesehen hatte. Sie reisten mit leichtem Gepäck: zwei Teller, zwei Tassen, eine Handvoll bunt zusammengewürfeltes Besteck, jeder einen Seesack mit Kleidern und natürlich Mias Kameras. Im Sommer fuhren sie mit offenen Fenstern, weil der Golf keine Klimaanlage hatte; im Winter fuhren sie nachts bei aufgedrehter Heizung. … Um die Privatsphäre zu wahren, hängten sie ein Laken von der Hecktür über die Kopfstützen der Vordersitze wie ein Zelt. Zum Essen hielten sie am Straßenrand und aßen, was sie hatten, aus der Papiertüte: Brot und Erdnussbutter, Obst, manchmal Salami oder ein Peperoniwürstchen, wenn es gerade im Angebot war. Manchmal waren sie nur ein paar Tage unterwegs, dann wieder eine Woche, bis Mia einen passenden Ort fand, an dem sie eine Weile blieben.»
Pearl, die mit allen Kindern der Richardsons befreundet ist, mit jedem auf eine andere Weise, gehört bald zur Familie. Und dann macht Elena Mia das Angebot, bei ihr im Haushalt stundenweise zu arbeiten. Izzy ist fasziniert von Mia und sie will fotografieren lernen, Kunst schaffen; und Mia zeigt ihr, worauf es ankommt. Die beiden Familien sind eng miteinander verfochten. Wie es so ist im Leben, es passieren Dinge, die nicht geplant sind – Geheimnisse, Missverstandenes, schwelende Eifersucht … Bereits im zweiten Satz in diesem Roman begegnen wir Mirabelle McCullough – die am Ende das Fass zum überlaufen bringt …
«eine Utopie zu schaffen. Ordnen – und Verordnen, für Ordnung unerlässlich – galt den Shakern als Schlüssel zu Harmonie. Sie hatten alles verordnet: die angemessene Zeit, um morgens aufzustehen, die angemessene Farbe der Vorhänge, die angemessene Haarlänge für Männer, die angemessene Art, wie man die Hände zum Gebet faltet (den rechten Daumen über den linken). Die Shaker waren fest überzeugt, wenn sie jede Kleinigkeit planten, könnten sie ein Stück Himmel auf Erden schaffen, einen kleinen Zufluchtsort, und die Gründer von Shaker Heights hatten genauso gedacht. In Werbeannoncen zeigten sie Shaker Heights hoch oben auf einem Berggipfel am Ende eines Regenbogens, mit Blick auf das schmutzige Cleveland. Perfektion war das Ziel.»
Ein vielschichtiges Familien-Psychogramm von zwei Familien, dazu ein Kleinstadt-Psychogramm. Eine erstickende Kleinstadtidylle, in der der ein freundlicher, freiheitsliebender Paradiesvogel auftaucht. Eine alleinerziehende Mutter, die dem Bürgertum ganz ohne Absicht ihr Spießertum offenbart, aufdeckt, dass dieser ganze Luxus nur verdeckt, was darunter brodelt, dass er letztendlich nichts wert ist. Diese Stadt hat viele Pläne, Regeln, Gesetze. Mia zu ihrer Kunst gefragt, antwortet: «Ich fürchte, ich habe keinen Plan. Aber den hat eigentlich niemand, auch wenn alle das Gegenteil behaupten.» Der Stich ins Wespennest. Izzy sprengt ihre Ketten: «Sie sann nach Möglichkeiten, um sich zu rächen. Und sie suchte sich die Beste aus.» Zu viel Neugier, Kontrollsucht, Geheimnisse, Intrigen, Rache und ein paralleles Drama in der Stadt machen die Geschichte zu einem spannenden Roman, den man nicht aus der Hand legen mag. Ein Drama, das ist auf der ersten Seite klar. Aber was brachte Izzy dazu? «und Izzy ließ das Streichholz auf das Bett ihrer Schwester fallen und rannte zur Tür hinaus.» Mit feiner Beobachtungsgabe nähert sich Celeste Ng empathisch ihren Protagonist:innen, den Müttern und den Kindern. Die auktoriale Perspektive erlaubt dem Leser den Einblick. Wir kennen die Geheimnisse aller Beteiligten. Und das macht es spannend. Wann fliegt wer auf und was mag das auslösen? Bitterböse und gesellschaftskritisch. Es gibt hier keine fiesen Charaktere – im Gegenteil, letztendlich hat man Verständnis für jeden Einzelnen – und was sich hier entblättert ist großes Kino! Empfehlung!
«Seit ihrer Jugend hatte sie einen Plan gehabt und ihn minutiös eingehalten … Sie hatte, kurz gefasst, alles richtig gemacht und sich ein gutes Leben aufgebaut, ein Leben wie sie es sich wünschte, wie alle es sich wünschten. Und jetzt kam diese Mia, eine vollkommen andere Frau mit einem vollkommen anderen Lebensstil, die sich ohne Entschuldigungen ihre eigenen Regeln setzte.»
Celeste Ng, geboren 1980, wuchs in Pittsburgh, Pennsylvania, und in Shaker Heights, Ohio, auf. Sie studierte Englisch in Harvard und Kreatives Schreiben an der University of Michigan. ›Was ich euch nicht erzählte‹ stand genauso auf der Bestsellerliste wie ›Kleine Feuer überall‹, das auch als Miniserie verfilmt wurde. Celeste Ng lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Cambridge, Massachusetts.
- Lara Adrian
For 100 Days - Täuschung
(248)Aktuelle Rezension von: l_drAvery muss dringend Geld verdienen, damit sie nicht aus ihrer Wohnung fliegt. Da kommt ihr der Housesitting-Job ganz gelegen. Doch in dem Haus lernt sie den Milliardär Nick Baine kennen. Die beiden sind sofort voneinander angezogen. Die beiden haben jedoch mit Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Diese kommen nach und nach durch das ungezügelte Verlangen zwischen den beiden ans Licht. Trotz der vielen erotischen Szenen ist es nicht vulgär geschrieben. Die Charaktere sind nicht besonders vielschichtig dargestellt. Dennoch ist es kein Buch, bei dem es um die großen Gefühlen geht, sondern handelt vielmehr von Lust, Verlangen und Begierde.
- Kara Atkin
Blue Seoul Nights
(195)Aktuelle Rezension von: feemitstiftHeute folgt mal eine Rezension, die mir etwas schwergefallen ist, da ich es nicht mag Bücher schlecht zu bewerten, immerhin steckt da meist ganz viel Arbeit dahinter 🫶 Aber jeder hat unterschiedliche Interessen und Meinungen und was für einen das Wohlfühl-Buch schlechthin ist, ist für den anderen vielleicht eine nicht-gemochte Leselektüre…
So war das bei mir mit Blue Seoul Nights. Ich wollte dieses Buch so sehr lieben, schließlich spielt es in meiner Lieblingsstadt Seoul. Es ist schon viel zu lange her, dass ich in Südkorea war, dass ich mich mit einer schönen Geschichte mal wieder hinzaubern wollte. In dieses beeindruckende Land, mit seinen freundlichen Menschen, den leckeren Cafes und dem nächtlichen Trubel 🥰🇰🇷
Leider hat mich das Buch nicht überzeugen können. Ich lese daran jetzt schon seit Anfang des Jahres, aber ich habe es ständig beiseite gelegt. Diese Woche wollte ich Kara Atkins Geschichte dann eine letzte Chance geben. Aber auch diesmal konnten mich Jade und Hyun-Yoon nicht in ihren Bann ziehen 😞
Der Handlung fehlt es an vielen Ecken an Spannung und Glaubwürdigkeit. Ich wusste garnicht so recht, was ich noch zu erwarten habe, nachdem sich die Protagonisten kennengelernt haben. Klar, Jade hat eine tiefe Wunde in sich, die sie verarbeiten muss und die sie daran hindert wirklich glücklich zu werden aber das ist jetzt nichts großartig Neues für eine NA Protagonistin 😪 Auch dass sie und ihre Kollegin bis 6 Uhr saufen gehen, kurz bevor eine wichtige Veranstaltung stattfindet, ist für mich unverständlich. Sowas würde ich keineswegs wagen, wenn ich in einem anderen Land eine neue Arbeitsstelle antrete. Das ist aber nur eine von vielen Szenen, die mich stutzig gemacht haben 🤔
Nicht zuletzt ist Seoul für die Geschichte einfach unrelevant, diese könnte auch in jedem anderen Ort spielen. Es werden hier und dort ein paar Anspielungen gemacht aber den typisch koreanischen Tatsch sucht man vergebens in diesem Buch. Es ist definitiv ein gutes Beispiel dafür, wie der K-Pop/Korea-Hype ausgenutzt wird um Bücher zu verkaufen 😬
P.S. Ich habe das Buch abgebrochen und nur noch mal in das Ende hineingeblättert. Deswegen gelten meine Worte nicht für das ganze Buch.
- Nora Roberts
Sternenregen
(163)Aktuelle Rezension von: ReaderButterflySasha Riggs wohnt in North Carolina, wo sie als Künstlerin ihr Geld verdient. Sie führt ein normales, ruhiges Leben, doch sie plagen Träume, die sie schon lange hat. Immer wieder sieht sie das Gesicht eines Mannes, der ihr sagt, dass er auf sie wartet und sie ihn finden soll. Zusammen mit zwei Männern und zwei Frauen, die Sasha noch nie gesehen hat malt sie die Motive aus ihren Träumen. Sasha will endlich wissen was dahinter steckt und beginnt eine Reise nach Korfu.
Vor ein paar Jahren hab ich einige Bücher von Nora Roberts gelesen, bis es zu einer Pause kam. Dann hab ich aber vor kurzem die drei Bände der Sternen-Reihe in Bücherschränken gefunden und so hab ich endlich wieder ein Buch der Autorin gelesen.
Ich wusste nicht was mich erwartet und hab mit einem Liebesroman gerechnet. Man lernt zuerst Sasha kennen und ich mochte ihre Persönlichkeit von Beginn an. Es wird toll beschrieben wie sie lebt und wie sie ihre Reise nach Korfu beginnt. Ich mochte wie ihre Bilder entstehen und was sie in den Träumen sieht.
Nach und nach lernt man die anderen Charaktere kennen was toll gestaltet war. Die Gruppe aus Fremden, die sich erst kennen lernen müssen, waren mir alle sympathisch. Es war toll wie man jeden kennenlernt und bei dem ein oder anderen überrascht wird.
Der Schreibstil lies sich leicht lesen, so dass die Geschichte vor meinem inneren Auge real wird und ich mir die Ort und Korfu bildlich vorstellen konnte.
Mir hat Sternenregen gut gefallen und ich freue mich auf den nächsten Band.
- Kerri Maniscalco
Throne of the Fallen – Verführt
(82)Aktuelle Rezension von: MiaKoenigEs ist eine sehr schöne Geschichte mit einem guten Plottwist.
Es ist mal was anderes als Mädchen ist neu in Ner Stadt oder Mädchen verliebt sich in Bad Boy.
Jedoch meint die Autorin es an manchen Stellen zu gut mit der Beschreibung.
Manche Verdeutlichungen lassen die Passagen zu lang werden.
Ich liebe spice in Büchern, aber hier hat es mich irgendwie etwas gestört.ich kann nicht mal genau sagen woran es lag.
Zum Schluss muss ich noch sagen, dass es mich nicht so gepackt hat.
Bei den meisten dickeren Büchern (700 Seiten aufwärts) kannst du 200 Seiten vor dem Ende das Buch nicht mehr aus der Hand legen, das hat mir hier etwas gefehlt. Es war spannend aber nicht packend.
Trotz alle dem kann ich das Buch sehr empfehlen. Gerade wenn man die paar Punkte ignoriert. Vielleicht gefallen gerade diese auch anderen Lesern.
- Kristín Marja Baldursdóttir
Die Eismalerin
(123)Aktuelle Rezension von: Mrs_Darcy_Der Roman zeichnet sich durch authentisch gezeichnete Charaktere aus, besonders durch die Schwestern, deren Beziehung ohne jede Beschönigung dargestellt wird. Die Geschichte wird mit Humor aber auch Ernsthaftigkeit, begründet in den unbequemen Lebensumständen des 19. Jahrhunderts verbunden, beschrieben, und dabei auch die kalte, schroffe Atmosphäre der Zeit eingefangen.
Im zweiten Teil des Romans verschiebt sich der Ton deutlich in eine ernstere Richtung und die Atmosphäre lässt den Leser etwas unangenehm zurück. Die Protagonistin reagiert häufig mit Selbstmitleid oder Wut – eine Entwicklung, die mich aufgrund ihrer vorherigen Charakterdarstellung zuerst irritiert haben, aber auch ihre Menschlichkeit unterstreichen. Zumal konnte ich weder Beginn noch Entwicklung bzw. Dynamik von Karitas Liebesbeziehung nachvollziehen. Schlussendlich hat mir der erste Teil ein wenig mehr gefallen.
Interessant ist allgemein der - wenn auch oberflächliche - Einblick in isländische Feensagen.
Insgesamt empfand ich es als lesenswertes Buch.
- Jessie Burton
Das Geheimnis der Muse
(140)Aktuelle Rezension von: MaFuWas wie eine Liebesgeschichte startet, entwickelt sich zu einem Beziehungsdrama rund um ein spektakuläres Kunstwerk. In Spanien im Jahr 1936 entstanden, taucht es im London der 1960er wieder auf. Odelle, eine junge Frau aus der Karibik, versucht das Rätsel seiner Herkunft zu lösen.
Lesefutter ist das erste, was mir zu diesem Buch einfällt. Gut geschrieben, auch spannend, aber irgendwie bleibt es immer an der Oberfläche, ich bekomme kein genaueres Bild von der Personen. Gern eine Empfehlung als Urlaubslektüre, wenn man mehr als eine Liebesgeschichte von einem Buch erwartet, aber für ein FünfSterneBuch reicht es leider nicht.
- L. J. Shen
All Saints High - Der Verlorene
(172)Aktuelle Rezension von: seelenseitenIch habe viele Rezensionen über dieses Buch gelesen, bevor ich überhaupt angefangen habe das Buch zu lesen.
Das mit Abstand häufigste Wort, dass ich in allen Rezensionen gelesen habe, war das Wort „Hassliebe“.
Und ehrlich: Besser kann man es eigentlich nicht beschreiben.
Dieses Wort wurde quasi für Lenoras und Vaughns Beziehung erfunden.
Für mich war dieses Buch, meine gesamte Lesezeit, ein Wechselbad der Gefühle.
An sich fand ich es ganz cool zwei Protagonisten zu haben, die sich weit im moralischen Graubereich – man könnte fast sagen: im Dunkelgraubereich – bewegen.
Einen Großteil ihrer Handlung konnte ich mit meinem Moralverständnis nicht in Einklang bringen.
Das wiederrum hat dafür gesorgt, dass ich mich nie richtig in der Geschichte verlieren konnte und einen ganzen Monat gebraucht habe um dieses Buch zu beenden.
Als gegen Ende die Bombe geplatzt ist, was in Vaughns Vergangenheit passiert ist, hat ein Großteil seiner Handlungen, mit denen ich mich vorher nicht anfreunden konnte, irgendwie ein Sinn ergeben.
Zwischendurch gab es noch einige spicy Szenen, die ich (für mich) in die Kategorie „cringe/peinlich“ eingeordnet habe (z.B. das Blut-Ding).
Letztendlich kann ich mich immer noch nicht entscheiden, wie ich diesen Lenny und Vaughn gegenüber stehe.
Mag ich sie? Mag ich sie nicht? Heiße ich ihre Handlungen trotz ihrer Vergangenheit gut? – Keine Ahnung.
Was ich aber mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann: Ich hatte beim Lesen öfter den Eindruck, dass die beiden sich hassen, als dass sie sich lieben.
Für mich ist ihre Beziehung, wie die ihrer beiden Vorgänger toxisch und ohne einander wären Lenny und Vaughn sicherlich besser dran.
Ich bin trotz meines eher negativen Eindrucks gespannt auf den neusten Teil dieser Reihe.
Ursprünglich bin ich mit den neusten Büchern der Autorin eingestiegen und weiß daher, dass ihre Bücher mit der Zeit auf moralischer Ebene weniger verwerflich geworden sind. - Patricia Koelle
Das Meer in deinem Namen
(261)Aktuelle Rezension von: buchverzuecktEine Geschichte zum Wohlfühlen! Dieser tolle Familien- Generationenroman spielt im verträumten Künstlerdorf Ahrenshoop.
Die Astronomin Carly ist in ihrem Leben an einem Punkt angekommen, an dem sie entscheiden muss, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Der Vertrag bei ihrem Mentor Thore Sjöberg läuft aus, doch ihr kommt ein Zufall zur Hilfe: Sjöberg erbt ein kleines Häuschen namens Naurulokki, an der Ostsee. Carly soll es für ihn sichten und entrümpeln, damit er das Haus verkaufen kann. Ganz wohl ist ihr bei dieser Sache jedoch nicht, hat sie doch seit dem Tod ihrer Eltern das Meer gemieden. Sie nimmt die Herausforderung trotzdem an; kaum in Ahrenshoop angekommen lernt sie die urigen Küstenbewohner schnell kennen. Besonders zu Henny Badonin fühlt sie sich hingezogen, wenn nicht sogar besonders nahe, Carly sieht ihr sogar etwas ähnlich. Henny Badonin war einst die Bewohnerin von Naurulokki, in dem Haus Carly sich jetzt plötzlich sehr angekommen und heimelig fühlt.
Das Buch lädt uns Leser ein, in eine andere Welt einzutauchen; Patricia Koelle beschreibt Ahrenshoop und das Haus Naurulokki sowie die liebgewonnenen Nachbarn mit viel Liebe und sehr authentisch. Naurulokki hatte ich schnell vor meinen Augen und habe mich genauso wohlgefühlt, wie Carly das getan haben muss.
Toll war auch die Geschichte um Henny, Joram und Nicholas, welche parallel erzählt wurde und sich dadurch die Vergangenheit und die Gegenwart wunderbar zusammenfügten.
"Auf diese Weise gibt mir das Meer in deinem Namen zu verstehen, dass du nicht weit fort bist, nicht so weit fort, als dass du mir nicht doch nahe bist ..."
- Romalyn Tilghman
Die Bücherfrauen
(105)Aktuelle Rezension von: Chrissy87Drei sehr unterschiedliche Frauen treffen in einer kleinen US Stadt aufeinander und je mehr Zeit miteinander verbringen, desto mehr freunden sie sich an. Gemeinsam setzen sie sich für das Gemeindezentrum und die Bibliothek ein.
Der Klappentext war so vielversprechend und die Umsetzung war es leider nicht. Mir ist die ganze Geschichte einfach viel zu oberflächlich geblieben. Es gab hier einige tolle Themen die aber nie wirklich in die Tiefe gegangen sind.
Die beiden jüngeren Protagonistinnen fand ich absolut austauschbar, besonders am Anfang. Die dritte Protagonistin hätte entweder auch mehr Raum verdient oder man hätte sie ganz weglassen sollen, so war das aber nichts Halbes und nichts Ganzes.
- Lucy Score
Forever Never
(178)Aktuelle Rezension von: bookxn_bellyFür mich leider „never again“…
Ich bin mit den Charakteren in diesem Buch leider nur schwer warm geworden. Der sehr direkte Schreibstil hat mich zu Beginn etwas überrumpelt – daran musste ich mich erst gewöhnen. Gekauft habe ich das Buch, weil mich das Cover und der Klappentext sofort angesprochen haben. Beides versprach eine spannende Geschichte mit erwachsenen Figuren und einem Hauch von Crime – genau das, worauf ich Lust hatte.
Der Einstieg war auch wirklich vielversprechend. Das tiefgründige Thema zu Beginn hat mir gut gefallen, aber leider endet dies viel zu abrupt. Ab einem bestimmten Punkt entwickelt sich die Geschichte fast ausschließlich zu einem Erotikroman – und das fand ich schade. Die eigentliche Handlung tritt völlig in den Hintergrund und spielt erst ganz am Ende wieder eine kleine Rolle. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Erotik in Büchern, aber hier war sie mir einfach zu dominant. Die Szenen waren sehr ausführlich und zogen sich, sodass ich mich irgendwann gefragt habe, worum es eigentlich noch geht.
Auch einige Begriffe oder Dialoge wirkten auf mich eher kindisch – zum Beispiel „Junior Agent Minipimmel“ – und passten nicht wirklich zu einem Buch, das eigentlich von erwachsenen Charakteren handeln sollte.
Mit den Figuren konnte ich insgesamt nur wenig anfangen. Besonders Brick war für mich schwierig: besitzergreifend, unfähig, eine gesunde Beziehung zu führen, und alles andere als sympathisch. Auch Remi verhält sich häufig mehr wie ein Teenie als eine erwachsene Frau. Die Dynamik zwischen den beiden fand ich dadurch eher anstrengend als spannend, und viele ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen.
Der Titel passt zwar gut, aber inhaltlich blieb das Buch weit hinter meinen Erwartungen zurück.
Ich hatte mir eine Geschichte mit Tiefe, Emotionen und einem Hauch Spannung erhofft – bekommen habe ich leider fast nur Erotik. Ich muss ehrlich sagen, dass ich froh war, als ich das Buch beendet hatte und mich einem anderen widmen konnte. Für mich war es einfach zu viel des Guten und zu wenig echte Handlung. Daher würde ich das Buch leider nicht weiterempfehlen.
- Alex Capus
Susanna
(103)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannZum Glück endet die Geschichte gerade noch rechtzeitig. Man ahnt so manches, möchte es allerdings auf gar keinen Fall umgesetzt wissen, denn zu eindrücklich wird hier eine Religionsphilosophie ausgebreitet, die alles enthält, um den Zauber zu entzaubern. Einerseits. Andererseits, was wäre eine Welt ohne Zauber, ohne die Möglichkeiten, die Verführungen, die überall vorhanden sind – wenn man nur seine Chancen nutzt. Oder wie hier blendend metaphrasiert: „Das Seil lag da, sie musste es nur ergreifen. Erstaunlicherweise tat sie es nicht. Sie nahm keinerlei Änderungen vor in ihrem Leben. Wie so viele, die den Treibsand tagsüber verfluchten und sich nachts in ferne Welten träumten, unternahm sie erstmal gar nichts. Sie beäugte nur das Seil von allen Seiten, grübelte über dies und das und erwog die einer oder andere Möglichkeit; manchmal span sie ein paar Ideen und verwarf diese gleich wieder, schmiedete Pläne und verschob sie auf später.“
Das kommt einem irgendwie bekannt vor und gehört wohl zum Gedankenrepertoire der meisten Menschen. Hier gehört dieses Hadern zum Mittelteil der Erzählung. Noch steckt die Protagonistin der Geschichte im Treibsand ihres Lebens fest, noch greift sie nicht nach dem Seil der Möglichkeiten. Noch – nicht. Die Geschichte der Susanna startet furios („Da war dieses [5-jährige] Mädchen. Ich wünschte, ich hätte sie gekannt. Ich wünschte, ich wäre schon auf der Welt gewesen, als sie dem Pferdeknecht Anton Morgenthaler, der doppelt so groß, dreimal so breit und fünfmal so schwer war wie sie, in einem Akt entschlossener Notwehr mit dem rechten Zeigefinger das linke Auge ausstach.“), um sich dann in gut erzählten Episoden mit ihrer Entwicklung auseinanderzusetzen, um schließlich am Ende ihre wahre Kraft zu entfalten. Das ist große Erzählkunst.
Die Geschichte beginnt 1849 und endet Anfang des 20. Jahrhunderts, sie spielt auf unterschiedlichen Schauplätzen, die so unterschiedlich sind wie ähnlich: Dortmund und Basel, algerisch-marokkanisches Grenzland und am Fuße der Dakotas – es kommt immer auf das Auge des Betrachters (des Lesers) an. Das Menschsein, so unterschiedlich es sich an den verschiedensten Punkten der Erde entwickelt, so sind doch Grundelemente des Seins überall zu erkennen. So findet der Leser, trotz der Individualität dieser Geschichte genügend Spielraum für seine eigenen Gedanken, die er hier schärfen und mit neuem Inhalt füllen kann. Das kann man wahrlich nicht von jedem Roman behaupten.
Hier wird den Gegensätzen zwischen Sicherheit-gebenden Traditionen (gleicher, immer wiederkehrender Ablauf), genormten Konditionen, dem Vorhersehbaren auf der einen, und dem Risiko, dem Aufbruch, dem Normendurchbruch auf der anderen Seite eine grandiose erzählerische Plattform gegeben. Eindrücklich wird dies am Beispiel des Militärs dargestellt: „Sie hatten zu gehorchen, das war alles. Oberstes Gebot und einziges Gesetz war das Dienstreglement. Zwar beraubte es sie ihres freien Willens, aber im Gegenzug entband es sie jeder moralischen Verantwortung.“ Hier liegt das ganz Geheimnis von Kriegen begraben …
Fatalistisch können man sagen, dass ohnehin nur Zufälle und das sogenannte Schicksal die entscheidenden Rollen bei allen Lebensentwürfen/-entscheidungen (hätte …) spielen. Denn kann man weder den Zufällen noch den von außen kommenden Schicksalsschlägen ausweichen. Das ist zwar richtig, dennoch hat man jederzeit eine Wahl. Und dieses ewige hin und her zwischen Bewahren und Neubeginnen findet hier eine ausdrucksstarke Stimme.
Zum Schluss, quasi als „Nachsatz“ hier noch die anfänglich benannte Episode zu „Glaubensfragen“ die keinem geringerem als Sitting Bull in den Mund gelegt werden.
„‘Mein Vater sagt Folgendes‘, sagte Crow Foot. Als er weitersprach, war seine Stimme eine halbe Oktave tiefer und klang wie die seines Vaters. ‚Selbstverständlich ist das Quatsch, was Kicking Bear [Prophet des Messias] den Leuten erzählt. Aber er erzählt ihnen, was sie hören wollen in ihrer Not. Wenn es sie tröstet, ist es doch gut. Dann sollen sie eben tanzen [Geistertanz zur …]. Wer bin ich, es ihnen zu verbieten?
Übrigens sind meine Leute es gewohnt, dass man ihnen Quatsch erzählt. Sie sind Experten im Anhören von Quatsch. Seit hundert und hundert Jahren ziehen Weiße Männer durch die Prärie und erzählen uns Quatsch. Sie erzählen uns, dass man aus Steinen Brot machen kann und aus Wasser Wein. Oder dass ein Mädchen, auch wenn es nie bei einem Mann war, trotzdem ein Kind bekommen kann. Ist das etwa kein Quatsch?‘
An dieser Stelle kicherte Sitting Bull. Sein Sohn kicherte mit ihm.
‚Wir sollen euch glauben‘, fuhr Crow Foot mit tiefer Stimme fort, ‚dass am Jüngsten Tag alle verrotteten Leichen jung, frisch und lebendig aus dem Boden steigen. Jedes Kind weiß, dass das Quatsch ist. Wir aber sollen daran glauben, sonst gebt ihr uns keine Kleider und nichts zu essen in dem Gefängnis, in das ihr uns gesperrt habt. Wenn aber Kicking Bear dasselbe erzählt, hetzt ihr eure Soldaten auf uns.‘
‚Na ja‘, sagte Susanna. ‚Das ist nun wirklich …‘
‚Wir sollen euch glauben, dass ein einzelner Mann in sieben Tagen die Welt erschuf, ist das etwa kein Quatsch? Und dass in Rom ein Mann in einem großen Haus aus Stein wohnt, der als Einziger auf der Welt einen direkten Telegrafendraht zum Weltenschöpfer hat – verlangt ihr wirklich, dass wir das glauben? Glaubt ihr selbst daran?‘
‚Aber nein‘, antwortete Susanna.
‚Nun wollen meine Leute also glauben, dass durch ihren Tanz die toten Büffel wiederkehren. Und sie warten auf den Messias, genau wie ihr – nur das Kicking Bears Messias nicht irgendwann, sondern nächste Woche wiederkehrt.‘
‚Und wenn nicht?‘
‚Dann eben übernächste Woche und immer so weiter. Unsere Religion ist genau wie eure aus der Not seines Volkes geboren, und das Paradies ist eine Spiegelung dieser Nöte. Deshalb glaubt ihr an euren Garten Eden, die Mauren haben ihr zweiundsiebzig Jungfrauen, und wir glauben an die Wiederkehr unserer Büffel. Was ist falsch daran.‘“
An dieser Stelle könnte auch die herausragende Beschreibung „kleiner Könige“ stehen. Könnte …
- Kara Atkin
Golden Seoul Days
(101)Aktuelle Rezension von: bookswithjackiDas Setting gefällt mir nach wie vor unglaublich hat - allerdings konnte dieser Band leider nicht mit dem ersten Buch mithalten. Es sind viele schwere Themen, nur wenig Romantik, und z.T. machen Dinge weniger Sinn (z.B. dass manche Figuren erst ab Hälfte des Buches am Rande auftauchen, die für den gesamten ersten Band relevant waren). Das fand ich total schade!
- Susan Elizabeth Phillips
Dieser Mann macht mich verrückt!
(346)Aktuelle Rezension von: globi4711Blue sitzt in der Patsche und das mitten in der Pampa! Pleite und mit defektem Auto weiss sie nicht, wie sie aus diesem blöden Kuhkaff wegkommen soll! Da kommt ihr dieser gelackte Schönling gerade recht! Soll er ihr doch weiterhin versuchen einen Bären aufzubinden (von wegen schwul - wers glaubt?!).... Hauptsache er nimmt sie in seinem schicken Wagen mit!
Dean Robillard, Football-Star der Chicago-Stars, ist gelangweilt und macht sich deshalb unmotiviert mit seinem Wagen auf den Weg durchs Land. Dabei trifft er zufälligerweise diesen quirrligen, motzenden, kleinen, kopflosen "Biber" am Strassenrand! Manno, hat dieses Biest eine grosse Klappe! Trotzdem sieht er sich genötigt ihr unter die Arme zu greifen und sie in seinem Wagen mitzunehmen. Witzigerweise ist er plötzlich nicht mehr gelangweilt - im Gegenteil, so gut unterhalten hat er sich schon lange nicht mehr gefühlt! Er beschliesst, die Biber-Lady noch ein Weilchen zu "behalten" - gut, dass sie pleite ist und nicht weiss wohin....
Ich liebe ja die Bücher von SEP! Tolle Protas (vor allem die Ladys!!!)! Die lustigen Verirrungen, geniales Chaos und die super-witzigen Wortgefechte! Immer ein Grund herzlich zu lachen! Und trotzdem ist da auch immer eine gewisse Tiefgründigkeit in ihren Büchern! Meistens sind es schmerzhafte familiäre Situationen, die nur schon beim Lesen wehtun! Lovestory mit Tiefgang würde ich es nennen! Für mich sind die Bücher von SEP in der Sparte Liebesgeschichte einfach die besten! Klare Leseempfehlung meinerseits! - Jeffrey Archer
Winter eines Lebens
(120)Aktuelle Rezension von: Isar-12"Winter eines Lebens" ist der siebte und abschließende Band der Clifton-Saga von Jeffrey Archer. Das Geschehen umfasst dabei den Zeitraum 1978 bis 1992. Emma und Giles machen weitere politische Schritte, allerdings in verschiedenen Parteien, während Harry weiterhin als Schriftsteller die Bestsellerlisten anführt. Auch die Karriere des Sohnes Sebastian schreitet in seiner Funktion als Banker voran, während Lady Virginia Fenwick weiterhin sich durch das Leben mogelt. Auch in diesem letzten Band der Saga trifft der Leser auf bekannte Figuren aus den vorherigen Bänden. Alle entwickeln sich weiter, in welcher Form auch immer. Ich hatte aber speziell in diesem Band das Gefühl, dass es sich teilweise wiederholt und zieht. Und letztendlich findet das Geschehen mancher Figur dann auch kein echtes Ende, denn zum Schluss des Buches konzentriert sich doch alles auf die beiden Hauptfiguren Harry und Emma. Dabei wäre es auch schön gewesen einen Abschluss für die anderen Protagonisten zu erfahren. Nachdem ich diese Saga sehr gerne gelesen habe, war es für mich natürlich auch Pflicht diesen letzten Band zu lesen, aber generell konnte er für mich nicht an seine Vorgänger voll anknüpfen. Das ist teils schade, denn die Clifton-Saga ist eine sehr lesenswerte Story. Daher ist es auch gut, dass sie nun zu Ende ist. In Summe aber eine gut durchdachte Geschichte, bei der man die Familien Clifton und Barrington über mehrere Generationen und Jahrzehnte begleiten darf.
- Mary Basson
Die Malerin
(89)Aktuelle Rezension von: A_KaidenDie Sprache der Autorin ist sehr schön und bildhaft. Dies hat mich dazu bewegt, weiterzulesen und den Roman erst in der Mitte abzubrechen. Denn die Story zieht sich leider extrem in die Länge und auch mit der Hauptfigur, sie sich auf ihren verheirateten Lehrer einlässt und von diesem jahrelang an der Nase herumführen lässt, wurde ich absolut nicht warm. Das Frauenbild hat mich ehrlich gesagt so genervt, dass ich letztendlich nach über 300 Seiten abgebrochen habe. Das ist allerdings Geschmackssache, deswegen bon mir trotzdem 3 Sterne, auch wegen dem schönen Schreibstil.
- Paula Hawkins
Die blaue Stunde
(200)Aktuelle Rezension von: Engelchen07Das Buchcover und der Klappentext haben mich total angesprochen.
Im Buch geht es um die geheimnisvolle Künstlerin Vanessa Chapman. Vanessa ist schon lange tot, doch in ihrem Vermächtnis taucht in einer Ausstellung in einem sehr angesehenen Museum eine Skulptur auf, welche für großes Aufsehen sorgt.
Die Skulptur wird unter anderem mit beschrieben mit Materialien "Paarhuferrippe". Doch dann taucht plötzlich eine E-Mail eines langjährigen forensischen Anthropologen auf, welcher das Museum darauf hinweist, dass die Beschriftung der Skulptur fehlerhaft sei, denn es handle sich definitiv nicht um ein Paarhuferrippe, sondern die eines Menschen.
Der Kurator des Museum James Becker macht sich sofort auf Spurensuche und reist auf die abgeschiedene Gezeiteninsel auf welcher Vanessa Chapman zuletzt wohnhaft war und aktuell nur noch eine Bewohnerin hat. Die Verwalterin von Vanessa Chapmans Erbe.
Ich bin mit dem Buch leider überhaupt nicht warm geworden. Die einzelnen Passagen waren mir teilweise viel zu langatmig und für mich war die Geschichte leider nicht stimmig. Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen.























