Bücher mit dem Tag "künstlerroman"

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25 Bücher

  1. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

    (341)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Der zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.

  2. Cover des Buches Doktor Faustus (ISBN: 9783104922904)
    Thomas Mann

    Doktor Faustus

    (137)
    Aktuelle Rezension von: RattusExlibricus

    Kategorie: Gesellschaft und Politik | Psychogramm | Tragödie  [Bisher 1x gelesen]

    Ich werde für diese Rezension Abstand von meinem üblichen Bewertungssystem nehmen, aber mit validem Grund. „Doktor Faustus“ ist ein sehr ungewöhnliches Buch mit ziemlich viel Anspruch. Und damit meine ich nicht den Schreibstil Thomas Manns, der einem ja auch im Zauberberg manchmal etwas abverlangen kann. Dieses Werk ist mit meinen bisherigen Erfahrungen mit diesem Schriftsteller – Buddenbrooks, Zauberberg, Felix Krull – nicht zu vergleichen.

    Es ist allein schon schwer, eine sinnvolle Inhaltsangabe zu verfassen. Vordergründig handelt es sich um eine fiktive Biographie des ebenso fiktiven Musikers Adrian Leverkühn, erzählt seinem fast schon bis zur Nervigkeit devot ergebenen und nicht immer unparteiischen „besten Freund“ (wer das Buch gelesen hat, wird wissen, warum die Anführungszeichen da sind). Hintergründig ist es ein politischer Text, ein Psychogramm und Text über Prägung, eine Abhandlung über Geisteskrankheit, über Kunst, Kulturbegriff, Kunstproduktion und Kunstverständnis, den Begriff des Genies und seinen Preis, über Musik und über Freundschaft (im zynischen Sinne) bzw. Misanthropie und Verletzlichkeit. Dabei noch Gesellschafts-, Kriegs- und Religionskritik, dieses Buch fährt gefühlt alles auf, was die damalige (und heutige) Gesellschaft bewegt€. All diese Themen durchdringen einander die ganze Zeit und ich denke, es ist oft nicht einfach zu erkennen, welchen Hauptfokus (oder mehrere) ein Abschnitt gerade legt, gerade bei den ausschweifenden Erläuterungen zu Musiktheorie, denen auch ich trotz eines profunden Basiswissens oft nicht mehr folgen konnte (und die deshalb manchmal sehr interessant und manchmal sehr langatmig waren).

    Überraschend ist, wie selbst bei wachsendem Unverständnis die Neugierde auf die erwähnten Musikstücke geweckt wird – manchmal war es fast schon enttäuschend, dass man sie nicht im echten Leben anhören konnte, um die Beschreibung der Wirkung besser zu verstehen.

    Diese ständige Verarbeitung paralleler Bedeutungsebenen macht die Lektüre trotz der meist linearen Handlung manchmal zu einer ziemlichen Herausforderung, zudem das Buch unbestreitbar Längen hat (und das auf fast 700 Seiten).

    Der Hauptcharakter will objektiv berichten, schafft es aber trotzdem nicht (natürlich völlige Absicht, er reflektiert sogar darüber) und holt immer wieder sehr weit aus – Dinge, die man wissen muss, um das Psychogramm „Adrian Leverkühn“ zu verstehen und die in ihrem Interessantheitsgrad aber leider schwanken. Die Charaktere sind entweder bodenlos tief oder zynische Karrikaturen, man kann sie plastisch greifen und kommt trotz sehr (!) viel Personals selten durcheinander.

    Die generelle Grundaussage ist eher misanthropisch, der im Titel angekündigte Teufelspakt (eine geniale Szene) lässt lange auf sich warten, nur zur Information (ich habe zu lange gewartet, bis ich ihn hintenangestellt habe).

    Die Sprache und die Sätze sind ausgeschmückt, schwer und detailreich, was je nach Absatz zwischen Eindringlichkeit und Langatmigkeit hin und her changiert. Wer Thomas Mann kennt, weiß, in welche Richtung es geht (absatzlange Sätze etc.), aber hier hat er sich selbst überboten. Respekt gezollt sei hier übrigens der immensen Recherchearbeit, die hinter diesem Buch gesteckt haben muss. Das ganze Werk ist strikt durchkomponiert, mal sehr offensichtlich, dann wieder eher versteckt. Die Leitfäden (ja, Plural!) ziehen sich durch alle Teile, mit variierender Dominanz.

    Ich würde – trotz der guten Bewertung – für dieses Buch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung geben – eingeschränkt je nach Zielgruppe und Zielaufwand. Es ist ein monumentales, umfangreiches und anstrengendes (auch für Liebhaber von Klassikern und „schwererer“ Literatur) Werk, das wohl niemand beim ersten (oder wahrscheinlich auch wiederholtem) Lesen komplett verstehen wird. Dieses Buch zu lesen, kostet deutlich Anstrengung und Zeit! Man sollte es wissen, wenn man sich darauf einlässt und muss es wollen. Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob ich in den nächsten paar Jahren dazu aufgelegt sein werde, aber irgendwann gewiss wieder, allein schon ob des Vergleiches der Wahrnehmung willen.

  3. Cover des Buches Über den Winter (ISBN: 9783423145480)
    Rolf Lappert

    Über den Winter

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

    Verlag: Carl Hanser (24. August 2015)

    ISBN-13: 978-3446249059

    Preis: 22,90 €

    auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Sehr melancholisch


    Inhalt:

    Lennard Salm, Ende 40, Künstler in der Midlife-Crisis, sortiert sich nach dem Tod seiner Schwester neu. Erst jetzt merkt er, wie wichtig ihm seine Familie ist.


    Meine Meinung:

    Die Handlung ist nun nicht gerade spektakulär, aber der Zeitgeist ist perfekt getroffen. Lappert schreibt u.a. über Bootsflüchtlinge, Vereinsamung in den Städten, über Familie und Freundschaft. Vieles wird nicht wirklich thematisiert und ist doch spürbar da, so dicht ist die Atmosphäre. Rolf Lapperts Beschreibungen sind auf den Punkt genau und durch den leicht poetischen Hauch sehr schön zu lesen. 


    Lennard macht eine gute Entwicklung durch, nicht nur gut, sondern auch glaubwürdig, denn seine Kehrtwende geht ganz allmählich vonstatten. Einen Winter lang begleiten wir ihn, während er in Hamburg neuen Zugang zu seiner Familie findet und erkennt, was im Leben wirklich wichtig ist.


    ★★★★☆


  4. Cover des Buches Lotte in Weimar (ISBN: 9783596904020)
  5. Cover des Buches Hunger (ISBN: 9783150207222)
    Knut Hamsun

    Hunger

    (157)
    Aktuelle Rezension von: Maseli

    Klappentext der Anaconda Ausgabe von 2023:

    Es war in jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, eher er von ihr gezeichnet worden ist ….

    Mit diesen Worten beginnt der große Roman des norwegischen Literaturnobelpreisträgers Knut Hamsun, mit dem ihm 1880 der Durchbruch gelang. Atemlos verfolgt der Leser, wie ein namenloser, erfolgloser Journalist und Schriftsteller durch Kristiania, das heutige Oslo, treibt und dabei mehr und mehr in Elend gerät. Obdachlos hungert, friert, fantasiert er durch die Straßen. Die Außenwelt, Scham und Stolz verstellen ihm den Weg in ein gesichertes Leben. 

    "Hunger" ist ein radikaler Roman und Meilenstein modernen Erzählens, der bis heute seine Leser zeichnet.

    Nun hatte der Hunger begonnen mich anzugreifen.

    Meine persönlichen Leseeindrücke

    Lieblingsbücher sind Bücher, die einen finden. Das sind nicht unbedingt die besten oder Lesehighlights, sondern jene, die für einen geschrieben sind. Ich habe nur wenige Lieblingsbücher: Radetzkymarsch – Deutschstunde – Leinsee und ab nun auch Hunger.

    Hamsun, sagt Roger Willemsen, kann etwas, was nur große Schriftsteller zustande bringen: Er hat die große Fähigkeit die Geschichte zu erzählen, die er nicht erzählt. So ist es in „Hunger: Er schreibt über den namenlosen Protagonisten und seine Schwierigkeiten, mit seinem Können Geld zu verdienen und in diese Erzählung schleicht sich eine zweite ein, mit dem Hunger in der Hauptrolle. Wie Hamsun die Veränderung des Protagonisten schonungslos offenlegt, sein Innerstes entblößt und die Anstrengungen, die der Protagonist unternimmt, um den damaligen gesellschaftlichen Regeln zu genügen, ist erschütternd. Der Protagonist verfällt in den Wahnwitz des Hungers, wird leer und schmerzfrei. Sein Wahnsinn wird ein Delirium der Schwäche und der Erschöpfung und die Sorge wahnsinnig zu werden, verstört ihn zutiefst. Zu der geistigen Auswirkung kommt die körperliche hinzu, die ihn entstellt, sodass die Leute auf der Straße bei seinem Anblick erschrecken.

    Ich hatte mich so viele Jahre oben gehalten, war in so harten Stunden aufrecht gestanden, und nun war ich mit einem Mal bis zur brutalen Bettelei herabgesunken.

    Der Protagonist ist sich seiner Situation durchaus bewusst. Diese Selbstreflexion der Demütigung und Entehrung, die der verarmte Journalist erfährt, wird von Hamsun nicht expressiv erzählt, sondern aus den Zwischenräumen herausgearbeitet. Das macht die Größe aus und das ist das Radikale an Hamsuns Erzählkunst, mit welcher er die Moderne einläutet.

    Du guter Gott, wie schlecht war es um mich bestellt. Ich war meines ganzen elenden Lebens so herzlich müde, dass ich es nicht mehr der Mühe wert fand, weiterhin darum zu kämpfen.

    Hamsun gilt in Norwegen noch heute als größter Erzähler. Im deutschen Sprachraum hingegen ist er vergessen worden. Es wäre schön, wenn ich mit diesem Beitrag den einen oder anderen Literaturliebhabenden hiermit wieder auf ihn aufmerksam machen könnte.

    Fazit

    In seinem großen Roman „Hunger“ beschreibt Hamsun was es bedeutet, nichts zum Essen zu haben und was dieser Zustand mit dem namenlosen Protagonisten macht. Das Buch ist eine radikale Darstellung eines selbstzerstörerischen Psychogramms dieses modernen Antihelden.

    Wie wunderbar schmeckte es, wieder ein ehrlicher Mensch zu sein!

  6. Cover des Buches Die gleißende Welt (ISBN: 9783499268373)
    Siri Hustvedt

    Die gleißende Welt

    (44)
    Aktuelle Rezension von: virginiestorm_autorin

    Harriet Burden lebt als Installationskünstlerin in New York. Um auf die Diskriminierung von Frauen in der Kunstszene aufmerksam zu machen, engagiert sie drei männliche Künstler, damit diese Harriets Werke als ihre eigenen ausgeben.

    Einer der drei Männer wendet sich jedoch gegen Harriet und durchkreuzt ihre Pläne.


    Ich bin sehr schnell in die Geschichte eingestiegen, da ich die Idee fantastisch fand und mich interessierte, wie das Publikum die Kunstwerke beurteilte, wenn diese scheinbar von Männern erstellt waren.


    »Bei Frauen wird es immer persönlich«, sagte Harry, »Liebe und der ganze Mist (...)«


    Ich musste das Lesetempo aber sehr schnell verlangsamen, da in dem Roman eine Vielzahl von Verweisen auf Psychologie, Philosophie und Kunst vorhanden sind (inkl. langer Fußnoten). Zudem schildert die Autorin Siri Hustvedt keine fortlaufende Handlung, sondern die Geschichte setzt sich aus Tagebucheinträgen Harriets, Besprechungen von Kunstkritikern und Gesprächen mit Angehörigen zusammen.


    Es geht um Masken, die Wahrnehmung von Geschlecht und den Kunstbetrieb.


    »Rache ist süß, vor allem für Frauen, so Lord Byron. Und ich sage, ja warum wohl Jungs? Warum wohl?«


    Ich fand es sehr spannend über Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen zu lesen und die Perspektiven aus denen Siri Hustvedt das Selbst, die Persona, beleuchtet, nachzuvollziehen.


    Das Buches entfaltet sich in mehreren Ebenen. Bald wußte ich nicht mehr, was real war und was nicht. Wer log und wer erzählte die Wahrheit?


    Ein ungewöhnlicher Roman.

    Wer Unterhaltung sucht, ist sollte lieber zu einem anderen Buch greifen.

    Wer sich jedoch für die Kunstwelt sowie Philosophie und Psychologie interessiert, wird hier herausgefordert und findet eine Vielzahl von Denkanstößen.



  7. Cover des Buches Die Zeit des Lichts (ISBN: 9783608984170)
    Whitney Scharer

    Die Zeit des Lichts

    (134)
    Aktuelle Rezension von: ReadingWitch

    Rezension „Die Zeit des Lichts“ *

    Ende der zwanziger Jahre kommt Lee Miller, nachdem sie mit zweiundzwanzig Jahren beschlossen hat, dass sie kein Model mehr sein möchte, sondern lieber selber hinter der Kamera stehen will, nach Paris. Sie will sich selbst neu entdecken. Doch zunächst bleibt für sie die Pariser Künstlerwelt  verborgen und Lee versinkt in Einsamkeit. Das ändert sich jedoch, als Lee den berühmten Fotografen und Künstler Man Ray kennenlernt und mit ihm zusammen die aufregende und schillernde Künstlerszene für sich erschließt. Bevor die zwei ein Liebespaar werden, arbeitet Lee als Mans Assistentin und lernt dabei viel über die Fotografie. Doch je besser Lee darin wird, desto zwangsvoller versucht Man sie zu seinem Eigentum zu machen und überschreitet damit Grenzen.

    Whitney Scharer erzählt in diesem Liebes- und Künstlerroman über das bewegende und bewegte Leben von Lee Miller, die Ihre Karriere als Model in New York begann und dann in Europa zur Künstlerin, Fotografin und Kriegsberichterstatterin im Zweiten Weltkrieg wurde. Gekonnt vereint Scharer biografische Elemente mit literarischer Freiheit und erschafft eine Geschichte, die einem diese begabte und aufregende Persönlichkeit näher bringt, ohne dabei an einen Lebenslauf oder einen Eintrag bei Wiki zu erinnern. 

    Scharer beschreibt anschaulich die prägenden Einflüsse auf Lee Millers Entwicklung. Sie zeigt, welchen Einfluss ihre Kindheit und die Beziehung zu ihren Eltern, die Beziehung zu Männern im Allgemeinen und zu Man im Besonderen hatten. Dabei fokussiert sie sich auf Lees Emanzipation. Lee Miller will nicht im Schatten von jemandem stehen, sondern eine ernsthafte und eigenständige Künstlerin sein. Sie kämpft um Anerkennung in einer von Männern dominierten Kunstwelt und schwankt dabei immer wieder zwischen Dunkelheit und Licht. Das Ganze verpackt die Autorin in die glänzende Stadt und schmückt oder vielmehr unterstreicht das mit klugen Dialogen über Kunst, Freiheit und natürlich die Liebe. 

    Das Thema Licht und Schatten zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und wird von Scharer noch weiter betont, indem sie zwischen den Abschnitten der glücklichen und leichten Zeit in Paris, und der Jahre als Kriegsfotografin wechselt. In dieser Zeit erlebt Lee die grausamen Folgen des Kriegs. Sie war bei der Befreiung des Konzentrationslagers in Dachau dabei, erlebt die Gräueltaten in der Normandie und kommt nach München in Hitlers Wohnung, in der das berühmte Bild „Frau in Hitlers Badewanne“ entsteht. 

    Auch der Genuss des Alkohols zieht sich durch den Roman und wird mit fortschreitender Geschichte immer mehr. Zu Beginn des Pariser Lebens sind es einige Drinks und Wein zum Essen. Doch Whitney Scharer zeigt schleichend, dass Lee Miller den Wein immer häufiger zum Vergessen brauchte und das ganze nach dem Krieg seinen Höhepunkt in einer Depression findet. 

    Es ist ein sehr gelungener Debütroman von Whitney Scharer. Sie beschreibt exakt und realistisch das Geschehen, ohne den Leser mit historischen Details zu langweilen. Dabei erweckt sie die extravagante Welt mit Prominenten wie z.B. Kiki de Montparnasse, Jean Cocteau, Dalì, Picasso, usw. um Lee herum für den Leser zum Leben. Plastisch und anschaulich werden die Opiumhöhlen und die surrealen Personen dargestellt. Die Erzählweise ist flüssig, ansprechend und garantiert ein fesselndes Unterhaltungserlebnis.

    https://www.readingwitch.com/post/die-zeit-des-lichts



    "Die Zeit des Lichts" Whitney Scharer 

  8. Cover des Buches Leinsee (ISBN: 9783257245172)
    Anne Reinecke

    Leinsee

    (111)
    Aktuelle Rezension von: Maseli

    Karl ist auf der Zugfahrt nach Leinsee. Sein Vater hat sich das Leben genommen und seine Mutter liegt mit einem Hirntumor in der Klinik. Zuhause angekommen, muss er sich mit der neuen Situation zurechtfinden und lässt dabei seine Kindheit und das Leben seiner Eltern Ada und August Stiegenhauer, dem Glamourpaar der deutschen Kunstszene, in Zeitfenstern Revue passieren Und während er sich wieder einlebt und seine Mutter betreut, taucht Tanja im Kirschbaum auf.

    Es ist beileibe kein Liebesroman und doch sind es zwei besondere Liebesgeschichten, die Anne Reinecke mit frischem, flüssigem, modernen und zeitgemäßen Schreibstil erzählt. Die Geschichte bedeutet mir etwas, seit ich sie gelesen habe und ich habe deshalb das Buch gekauft, für meine persönliche Bibliothek.

  9. Cover des Buches Kintsugi (ISBN: 9783596704927)
    Miku Sophie Kühmel

    Kintsugi

    (79)
    Aktuelle Rezension von: jtk_0701
    S.80 „Ich würde gern wissen, woran er denkt. Egal, wie lange man zusammen ist, man lernt nie, die Gedanken des anderen zu lesen.“ 


    Ich als Leserin hatte das Vergnügen all die Gedanken der 4 Personen in „Kintsugi“ zu lesen. Und ja, wahrscheinlich kennen wir nie all die Gedanken unseres Gegenübers, ganz egal wie lange wir zusammen sind. Nachdem ich diesen tollen Roman gelesen habe, bestätigt sich mir mal wieder, dass die Hülle des Menschen nur ein kleiner Einblick in das Ganze ist. Was nach außen vollkommen und neu erscheint, kann im Inneren nur eine fein repariertes Teegeschirr sein und kurz vor dem Zerbrechen. Ein wirklich zart erzählte Geschichte, über das Paar Max und Reik, dass ihr 20-jähriges Jubiläum in ihrem Wochenendhaus am See feiern möchten. Keine große Feier, nur mit dem ältesten Freund Tonio und dessen Tochter Pega. Dabei passiert erst mal nicht viel, aber diese besondere Art der Erzählung macht es doch ereignisreich. Abwechselnd darf ich in die Gedanken der 4 Personen tauchen, hier und da mit der Figur abschweifen, das Boot in dem ich sitze verlassen und Wünsche und Sehnsüchte spüren, erinnern an gemeinsame Vergangenheiten, bewundern wie 3 so junge Männer eine so tolle junge Frau großgezogen haben und erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Und zwischendurch, als kleine Gedankenpause, darf ich die Augenblicke im Haus und am See szenenartig beobachten. Und so fügt sich ganz langsam eine ganze Geschichte zusammen. Wirklich ein tolles Lesevergnügen. Ich freu mich, dass ich noch ein Buch der Autorin hier liegen habe. 


  10. Cover des Buches Doktor Faustus (ISBN: 9783844549980)
  11. Cover des Buches Ein Porträt des Künstlers als junger Mann (ISBN: 9783518013502)
    James Joyce

    Ein Porträt des Künstlers als junger Mann

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Buckshaw

    Seit ich gelesen habe, dass es in Irland einen offiziellen und zelebrierten Gedenktag – den Bloomsday am 16.06. – für James Joyces Ulysses gibt, wollte ich ein Werk dieses Autors lesen. Da ihm aber auch der Ruf vorauseilt schwer lesbar zu sein, habe ich als Einstieg seinen dünneren Debütroman Ein Porträt des Künstlers als junger Mann gewählt. In diesem stark autobiographisch angehauchten Bildungsroman wächst Stephen Dedalus im katholisch geprägten familiären und schulischen Umfeld auf. Er fühlt sich eingeengt von der strengen Ordnung der Religion und entscheidet sich nach langem inneren Kampf gegen den für ihn vorgesehenen Weg zum Priester und stattdessen für ein Studium. Dieser Entschluss beschert ihm einen kurzen euphorischen Moment der seelischen Freiheit – „Er war allein. Er war unbeobachtet, glücklich und dem wilden Herzen des Lebens nah.“ ­– doch letztlich geht es dem angehenden Künstler mit der Universität genauso wie der Religion.

    Nach einigen sehr sprunghaften ersten Seiten fließt der Bewusstseinsstrom des Erzählers in geordneteren Bahnen und wird dadurch ohne größere Mühen lesbar. Inhaltlich habe ich aber leider keinen wirklichen Zugang zur Geschichte oder zum Protagonisten gefunden. Weder die Diskussion über politisch-religiöse Spannungen im damaligen Irland, noch die sehr ausführlichen Predigten über Gott, Sünden und die Hölle haben mein Interesse geweckt. Da sich aber fast die ganze Charakterentwicklung in Form der geistigen Auseinandersetzung Stephens mit der Religion und dem religiösen Umfeld vollzieht, sind sehr große Teile des Buchs an mir vorbeigegangen. Einige wenige schöne Passagen und die sprachliche Qualität konnten diesen negativen Eindruck nicht wettmachen.   

     

  12. Cover des Buches Schubert und der Koch (ISBN: B018PEKF3O)
    Kirstin Stehnke

    Schubert und der Koch

    (7)
    Aktuelle Rezension von: BUCHMAX
    Ein klasse Roman, man leidet mit und freut sich an schrägen Situationen. Super zum Abtauchen in einer mal ganz anderen, nich so alltäglichen Szenerie. 
  13. Cover des Buches Ein Porträt des Künstlers als junger Mann (ISBN: 9783641156015)
    James Joyce

    Ein Porträt des Künstlers als junger Mann

    (6)
    Aktuelle Rezension von: DiagramLajard

    Im Grunde ist die Anlage des Romans genial: Joyce beschreibt die Entwicklung seines Helden und Alter Ego Stephen Dedalus nicht nur durch die äußere Handlung, sondern auch durch die Sprache des Romans: Angefangen von der „Muhkuh“ und den Kinderreimen über ganz schlichte Sätze, in denen eine (vom kleinen Stephen nicht verstandene) politische Diskussion an der Weihnachtstafel wiedergegeben wird, über Schulerfahrungen und eine Predigt aus der Gymnasialzeit bis hin zum Versuch einer Theorie der Ästhetik, den Frozzeleien der Studenten untereinander und abschließend dem Tagebuch, in dem der junge Mann endlich zu sich selbst findet.

    Inhaltlich ist das ganze aber spätestens nach der Passage über ungerechte Rutenschläge auf beide Hände und dem heldenmütigen Protest des misshandelten Kindes (sie gehört zum Besten, was ich in diesem Urlaub gelesen habe) kaum mehr zu ertragen. Die Pubertät wird zum Beispiel so beschrieben:

    „Er ertrug zynisch die schandbaren Details seiner geheimen Tumulte, in denen er jubilierte, um mit Ausgiebigkeit jedwedes Bildnis zu schänden, von dem seine Augen angezogen worden waren. Bei Tag und Nacht bewegte er sich zwischen verzerrten Bildnissen der Außenwelt. eine Gestalt, die ihm bei Tag spröd und unschuldig vorgekommen war, kam bei Nacht durch das gewundene Dunkel des Schlafs auf ihn zu, ihr Gesicht von geiler Gerissenheit verklärt“ und so weiter.

    Was soll das bitte heißen, konkret? Phantasiert er? Onaniert er? Hat er feuchte Träume? Und warum schreibt Joyce das so verschwurbelt? Soll das Kunst sein? Die Predigt, mit der der arme Protagonist dann von dem schließlich mit Hilfe von Prostituierten beschrittenen Weg in eine freiere Sexualität zurückgeholt wird, ist mehr als dreißig (!) Seiten lang: Sünde, Tod, Gericht und Hölle. Eine überaus gelungene Polemik gegen die katholische Sexualmoral, aber locker zwanzig Seiten zu lang.

    Ähnlich verhält es sich mit der Theorie des Schönen, die Joyce seinen Helden als Studenten entwickeln lässt. Sie basiert auf Aristoteles und Thomas von Aquin und man muss sie eigentlich nicht zur Kenntnis nehmen. Warum soll man sowas lesen? Noch dazu in einem Roman, nicht in  einer philosophiehistorischen Dissertation?

    Immerhin konnte ich so weit Joyce‘ bzw. Dedalus‘ Gedankengängen folgen. In den sich anschließenden Dialogen der Studenten, die stark von den Konflikten der irischen Politik um 1900 geprägt sind (wer kennt sich denn damit aus? Ich nicht) und in den Tagebuchaufzeichnungen, mit denen der Roman endet, ist mir das nicht gelungen. Wahrscheinlich lassen sie sich bei genauem Lesen entschlüsseln, warum jetzt welcher Student was gegen wen und Stephen gegen alle anderen hat, mir ist das nicht gelungen. Schade, denn das erste Drittel ist wirklich toll.

  14. Cover des Buches Der Fuchsbau (ISBN: 9783848221714)
    Markus Szaszka

    Der Fuchsbau

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Olli20000
    Hier wird toll rübergebracht, welche verschiedenen Arten es gibt, ein Künstler zu sein. Welche Herangehensweisen es gibt, von "es verkrampft schaffen wollen", bis "auf den Erfolg spucken"... ja, Künstler sein ist nicht gleich Künstler sein - da gibt es meilenweite Unterschiede!
  15. Cover des Buches Die Rückkehr des Filip Latinovicz (ISBN: 9783851297379)
  16. Cover des Buches Keyserlings Geheimnis (ISBN: 9783958620537)
    Klaus Modick

    Keyserlings Geheimnis

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Klaus Modick versucht das dritte Mal das Leben eines Dichters im Roman einzufangen. Nach Feuchtwanger (Sunset) und Rilke (Konzert ohne Dichter) geht es hier um den deutsch-baltischen Schriftsteller Eduard von Keyserling, nicht zu Unrecht oft mit Fontane verglichen. Zwei biographisch verbürgte Dinge entfaltet er mit dichterischer Fiktion. Zunächst die Entstehung des bekannten Portraits von Lovis Corinth, dann das dunkle Geheimnis, warum Keyserling seine Heimat Hals über Kopf nach Wien verließ. Beide Episoden, insbesondere die Schlussepisode um das Geheimnis, sind Modick gelungen. Andere Teile wirken jedoch recht gewollt und blutleer. Ein guter Aperitif für die Keyserling-Lektüre, aber kein Meisterwerk wie Modicks Rilke-Roman.

  17. Cover des Buches Auf Probe (ISBN: 9783903091443)
    Volker Kaminski

    Auf Probe

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Naumann
    Es könnte 2018 gewesen sein: Volker Kaminskis Roman Auf Probe (Wortreich Verlag 2018) spielt während eines `epochalen Sommers`, in dem die Hauptprotagonist*innen - der Musiker Philipp Gaudi, seine ehemalige Arbeitskollegin Britta Klabusch und Walter Berlau, der sich als Philipps biologischer Vater bezeichnet - während vier heißer Wochen zueinanderfinden. Ausgangspunkt der Handlung ist die Beerdigung von Maria, Philipps Mutter.

    Die drei zentralen Figuren streben Lebensveränderungen an (Berlau will endlich seinen längst erwachsenen Sohn kennen lernen. Philipp hofft auf einen Durchbruch als Musiker und kommt mit Britta zusammen, diese kündigt ihren Job). Insbesondere Philipp und Berlau bleibt eine konfrontative Rückschau nicht erspart: Erst der unverstellte Blick in die eigene Vergangenheit und die Akzeptanz neuer Erkenntnisse ebnen den Weg in eine neue - vielleicht gemeinsame - Zukunft.

    In Auf Probe machen sich Menschen auf den Weg in ein anderes Leben, sie suchen Erlösung, Aufbruch, Veränderung. Voraussetzung ist nicht nur das Schließen biografischer Leerstellen, sondern auch die Offenheit für aktuelle Erweckungssituationen! Mystisch empfundene Momente schaffen neue Klarheit. Philipp wird nicht die Fehler seiner Mutter wiederholen. Am Ende kommt der ersehnte Durchbruch und am Abend eines denkwürdigen Tages hat sich für alle (hörbar) etwas verändert.

    Mit Fragen wie: Gibt es offene Themen in der eigenen Vergangenheit? Ist der gewählte Lebensweg der richtige? Bin ich glücklich? trifft Kaminski den Nerv sich hinterfragender Leser*innen. Er versteht emotionale Prozesse wie Ablehnung und Integration plastisch darzustellen. Seine Figuren agieren authentisch und sie sind leidenschaftlich: Deutlich zeigt sich immer wieder die Kraft der Musik und auf vier langen Seiten geben Britta und Philipp alles beim Sex.

    Ihr Bewegungsradius der Protagonist*innen ist klein, einem Kammerspiel gleich. Alles scheint fußläufig erreichbar. Das sich analog zur Handlung entwickelnde Wetter unterstreicht die Gefühlswelten: Nach einem `Kältewinter` folgt ein `plötzlich einsetzender `Hitzesommer`, es wird heißer und heißer. Umschwünge kündigen sich bloß an. Die ersehnte Abkühlung (durch Orkan und schweres Gewitter) kommt erst mit der sozialen Katharsis. Anschließend ist die Temperatur gemäßigt und die Stimmung entspannt.

    Die Sprache – assoziativ, metaphernreich, poetisch - erzeugt einen Rausch, dem sich die Leser*innen nicht entziehen können. Kaminskis Sätze hängen lange nach.

    Im Gedächtnis bleiben auch die seltsamen Namen: Die Band Invasoren mit ihrem Hit „Kalte Glut“, Heulende Wölfe als möglicher neuer Name für Philipps Band, Brittas Katzen Maus und Spatz, überhaupt Gaudi, Berlau – darauf muss man erstmal kommen.

    Dieser gut lesbare, filmisch geschriebene Roman wird jeden berühren, der sich mit solchen existentiellen Fragen beschäftigt. Ein entschlossenes Plädoyer dafür, nicht in unbefriedigenden Situationen zu verharren, sondern Veränderungen mutig anzugehen und das Leben voll auszuleben! Ein aufbauendes, mitreißendes und spannendes Lesevergnügen, das Energien freisetzt - auch im Winter!
  18. Cover des Buches Stark wie der Tod (ISBN: 9783959090100)
    Guy de Maupassant

    Stark wie der Tod

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Anna625

    Olivier Bertin lebt in Paris. Er ist Porträtmaler, Junggeselle und seit Jahren der Geliebte der verheirateten Gräfin Anne de Guilleroy. Deren Tochter Annette wuchs bei den Großeltern auf dem Land auf, kehrt nun mit 18 Jahren aber nach Paris zurück. Bertin fühlt sich sogleich zu ihr hingezogen, ist sie doch das perfekte Ebenbild ihrer Mutter in jüngeren Jahren. Während er von den Gefühlen überwältig wird, die er für beide Frauen hegt, wird ihm und Anne zugleich auch der eigene körperliche Verfall zunehmend bewusst.

    Maupassants Klassiker erzählt die Geschichte eines Künstlers gefangen zwischen Leidenschaft und Melancholie. Die Vergänglichkeit von Schönheit und Jugend stehen dabei ebenso im Zentrum wie die Zerbrechlichkeit aller beruflichen und zwischenmenschlichen Erfolge, die im Leben erreicht werden können. Bertin wird die Bedeutungslosigkeit seines Daseins bewusst, da am Ende doch stets der Tod wartet und allem ein Ende setzt; seinem Leben als solches, allen Beziehungen, mit der Zeit auch seiner Kunst. Maupassants Roman wird so zu einer psychologischen Studie, die nichts an Aktualität eingebüßt hat. Auch, wenn insbesondere die erste Buchhälfte einige Längen hat, lohnt es sich, durchzuhalten. Denn gerade der zweite Teil überzeugt in Hinblick auf die Figuren und die langsame Dekonstruktion ihres Selbstbilds, ihrer Jugend, ihres Standes in der Gesellschaft. Der Roman liest sich eher langsam, anfangs stellenweise fast ein wenig zäh. Nichtsdestotrotz ist er sehr beeindruckend in seiner Figurenzeichnung, die sich perfekt in die Kulisse des Fin de Siècle einfügt.

  19. Cover des Buches Der Fliegenpalast (ISBN: 9783701742516)
    Walter Kappacher

    Der Fliegenpalast

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Sandra_Altmann_Autorin

    Kappacher gelingt es, ohne große Handlung und eigentlich ohne jegliche Spannung den Leser absolut zu fesseln. Auf geniale Weise mischt er historisch Belegte mit Fiktionalem und imitiert mitunter den Stil Hofmannsthals, dass man diesen vom Original nicht mehr unterscheiden kann. Und das ist schlichtweg genial! Absolute Leseempfehlung meinerseits.

  20. Cover des Buches Die Frauen von Skagen (ISBN: 9783499291883)
    Stina Lund

    Die Frauen von Skagen

    (25)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    Stina Lund erzählt in diesem Roman die Geschichte der Künstlerkolonie von Skagen auf zwei Zeitebenen: Ende des 19. Jahrhunderts begleitet der Leser die junge Asta, die als Gesellschafterin für Marie angestellt wird. Marie träumt davon, Malerin zu werden – doch der berühmte Maler Peder Severin Krøyer (genannt Sören), mit dem sie eine schwierige Beziehung verbindet, raubt ihr zunehmend die Freude an der Kunst. Asta hingegen versucht, sowohl der Malerei als auch ihren Gefühlen für Sören Raum zu geben.

    Parallel dazu erleben wir in der Gegenwart die Geschichte von Vibeke, die ebenfalls Malerin werden möchte, sich jedoch mit dem Erbe ihres verstorbenen Vaters – einer Farbenfabrik – auseinandersetzen muss. Auch sie steht vor der Entscheidung zwischen Berufung und Verantwortung, Kunst und Realität.

    Die Autorin versteht es, ein atmosphärisch dichtes Bild zu zeichnen: Ich konnte das Licht Skagens sehen, das Meer riechen, die Ambivalenz der Gefühle spüren.

    Die Figuren sind vielschichtig und überzeugend beschrieben, besonders der psychische Verfall Krøyers wird eindringlich dargestellt. 

    Die historische Recherche ist fundiert und fließt unaufdringlich in die Handlung ein. 

    Auf dieser Basis ist ein Roman entstanden, der sowohl kunst- als auch zeitgeschichtlich interessiertes Publikum anspricht.

    Das Titelbild – ein Ausschnitt aus dem Gemälde Am Strand von Skagen von Michael Ancher – ist passend gewählt.
     Es ergänzt die Stimmung des Buches hervorragend. Beim Lesen habe ich es mehrfach betrachtet und als visuelle Ergänzung sehr geschätzt.

    Einziger Kritikpunkt: Die Liebesgeschichte zwischen Vibeke und Thore wirkt stellenweise etwas zu romantisiert.

    Dennoch bleibt Die Frauen von Skagen ein facettenreicher, farbenreicher und emotional stimmiger Roman.
     Er zeigt eindrucksvoll, wie schwer es Frauen früher hatten, ihren künstlerischen Weg zu gehen – und macht zugleich deutlich, wie sehr sich die Möglichkeiten heute verändert haben.

    Bewertung: 4 von 5 Sternen
     Ein empfehlenswertes Buch – nicht nur für Liebhaberinnen der Malerei oder historischer Romane.

  21. Cover des Buches Jahrmarkt in der Stadt / Die Wahrheit über Jürgen (ISBN: 9783746778037)
  22. Cover des Buches Zieh dich aus, wir müssen reden!: Tango zu zweit, Liebe zu dritt (Beziehungsstatus) (ISBN: 9783741265303)
    Sookie Hell

    Zieh dich aus, wir müssen reden!: Tango zu zweit, Liebe zu dritt (Beziehungsstatus)

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    .... habe ich ohne Pause den Folgeband angeklickt, im Wartezimmer seltsame Blicke geerntet und mir die halbe Nacht um die Ohren geschlagen, damit ich zum Ende komme und erfahre, was mit Anna und John so passiert.

    Ja, Anna und John haben das Gefühl zusammenzugehören noch in sich und es wird immer größer, doch da gibt es ja noch Sonja und Sven, wobei von Sonja nur John weiß, Sven aber - hauptsächlich in Telefonaten - quasi in der WG mit lebt und Anna alles stehen und liegen lässt, wenn er durchklingelt. Zwischendurch wird die "fliegende Kluntje-WG" gegründet, mit allem, was dazu gehört, also Videos auf youtube, ein Blog und eben fliegende Kluntjes, denn ohne letztere schmeckt der Ostfriesentee einfach nicht. Das alles kann nur klappen, weil die WG Bewohner sich zusammengerauft haben und an einem Strang ziehen. Oder doch Tango miteinander tanzen?

    Findet es selber heraus, es lohnt sich, denn die Bücher sind absolut lesenswert und ich warte gespannt auf den Beziehungsstatus 3, der noch im Oktober rauskommen soll.

    Ach so, Punkte möchte Sookie ja auch noch haben *lach. Wie gehabt eine Hand voll.

  23. Cover des Buches Frau Beethoven (ISBN: 9783492503839)
    Verena Maatman

    Frau Beethoven

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Kyra112

    Josephine ist eine junge Frau aus adligem Haus. Ihre Mutter ist stetig bemüht, sie und ihre ältere Schwester Therese, reich zu verheiraten. Aus diesem Grunde genossen die beiden die beste Erziehung und werden in die Wiener Gesellschaft eingeführt. Hier lernen die Schwestern den jungen und begnadeten Komponisten Ludwig van Beethoven kennen. Josephine und er sind sich von Anfang an sympathisch. Dennoch hat diese Sympathie keine Zukunft. Josephine wird an einen reichen Mann verheiratet. Die Ehe verläuft wider Erwarten glücklich. Doch kurz nach der Ehe reiht sich ein Schicksalsschlag an den anderen und stellt Josephine vor viele Prüfungen.

    Dies war mein zweites Buch von Verena Maatman. Nachdem ich bereits Signorina Vivaldi gelesen hatte und dieses Buch als sehr angenehm empfand, freute ich mich auf dieses Buch. Leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich empfand die Geschichte als sehr zähfließend und vorhersehbar, da immer wieder das gleiche passierte.

    Dennoch ist es ihr gelungen, die Verhältnisse zur damaligen Zeit gut darzustellen. So verlangt die Gräfin Brunsvik von ihren Kindern stets einwandfreies, gesellschaftliches angepasstes Verhalten.
    Das Gleiche gilt für Franz, den Sohn der Gräfin Brunsvik.
    Josephine hat mir zu Beginn sehr gut gefallen. Sie ist eine selbstbewusste, junge Frau, die sich aber gleichzeitig nach der großen Liebe und Emotionen sehnt. Im Laufe der Zeit wurde sie mir jedoch etwas unsympathischer, weil sie nie aus ihren Fehlern lernte und meiner Meinung nach auch des Öfteren ihre Kinder, die ihr immer so wichtig waren, dennoch in Gefahr brachte.

    Sehr sympathisch war mir die Figur der Therese. Sie ist ein absoluter Familienmensch. Ich empfand es so, dass sie ihr Leben für die Familie opferte. Sie war immer an der Seite von Josephine und deren Kindern und hielt auch in schwierigen Situationen zu ihr, sodass sie sich auch gegen ihre eigene Mutter auflehnte.

    Ludwig van Beethoven wurde auch gut dargestellt. Seine Begeisterung für die Musik und sein manchmal eigenwilliger Charakter wurden nachvollziehbar dargestellt.

    Auch die große Liebe der Beiden und Beethovens von jungen Jahren bis in Alter war gut beschrieben.

    Ich fand das Cover am Anfang etwas düster dargestellt. Aber nach dem ich den Roman gelesen habe, fand ich es sehr passend.

    Für alle die, die gerne Bücher aus der Zeit des 19. Jh. lesen und die gesellschaftlichen Konventionen interessant finden, könnte es dennoch eine Empfehlung sein.


  24. Cover des Buches Beziehungsstatus 1: Wer's zuletzt macht, macht's am besten!: Freie Liebe und Ostfriesentee (ISBN: 9783741228773)
    Sookie Hell

    Beziehungsstatus 1: Wer's zuletzt macht, macht's am besten!: Freie Liebe und Ostfriesentee

    (4)
    Aktuelle Rezension von: AlizeeKorte
    Die wenigsten Leser/innen werden wohl für sich selbst einen polyamorösen Lebensstil wählen. Die Wahl des einen Partners, an dessen Seite man/frau durchs Leben geht, ist zu fest verankert. Doch wie, wenn wir das einmal hinterfragen? Zumindest für die Dauer einer Lektüre? Denn die Situation, dass wir uns zwischen zwei lieben Menschen nicht entscheiden können - oder wollen! - kennen wir alle.
    Sookies Protagonistin Anna ist sich sicher, dass sie sich nicht entscheiden muss. Denn mit ihrem Gefährten Sven hat sie ein Abkommen.Sie vertrauen sich, sie sind füreinander da, sie verheimlichen sich nichts - darüber hinaus führen sie eine offene Beziehung. Doch wie kommt John damit klar, der sich Hals über Kopf in Anna verliebt (und sie sich in ihn)?
    Die Geschichte entwickelt sich in einer Künstler-WG in Ostfriesland. Eugen hat eine Pension geerbt und richtet dort einen Ort des Schaffens für Künstler ein. Keno zieht ein, ein Musiker, der ein perfektes Elvis-Double abgibt. Ebenso Steffi, betrogene Ehefrau und Möchtegern-Malerin. Lothar, der Hipster-Schriftsteller, und natürlich besagte Anna (hochbegabte Schnulzen-Autorin) und der (ebenfalls hochbegabte) halb-irische Maler John.
    Was das Buch für mich besonders macht, ist die Mischung aus Intellekt, Humor und Erotik und der Mut, das Thema Polyamorie in der Unterhaltungsliteratur anzugehen. Im Gegensatz zu anderen Werken aus der Erotik-Ecke zeichnet sich dieses durch seine ganz eigene Stimmung aus. Alle Charaktere der ostfriesischen Künstler-WG sind einzigartig und exzellent herausgearbeitet. Ich freue mich auf Teil 2.
    Fazit: Klare Leseempfehlung für Leser/innen, die sich nicht damit zufrieden geben, dass der Millionär tolle Augen und einen sexy trainierten Körper hat - und die es überdies zu schätzen wissen, dass es auch auf intellektuell höherem Niveau knistern kann.

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